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DAX Prognose DAX: Bullenfalle oder sogar Shortsignal?

News: Aktuelle Analyse des DAX Index

In diesem Artikel
DAX
ISIN: DE0008469008
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Ticker: DAX --- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zum DAX

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Mit einem Minus von 2,23 Prozent rutschte der DAX deutlich unter das alte, gerade erst überbotene Rekordhoch zurück. Damit sehen wir eine klare Bullenfalle. Aber ist das bereits der Startschuss für einen größeren Abwärtsimpuls? Immerhin ist hier Mr. Trump im Spiel.

Als der US-Präsident heute gegen 10 Uhr unserer Zeit im Rahmen des NATO-Gipfels in Ankara verkündete, dass das Rahmenabkommen nebst Waffenruhe mit dem Iran hiermit beendet sei, rutschten die Aktienmärkte rund um den Globus schlagartig ab, zugleich zog der am Vortag bereits gestiegene Ölpreis kräftig an. Zu diesem Zeitpunkt war die Sache ernst.

Wenige Stunden später, nachdem auch die US-Aktienindizes mit kräftigen Abschlägen in den Handel gegangen waren, sah die Sache aber schon anders aus. Mr. Trump äußerte, er sei sich unsicher, ob man am Ende ein Abkommen mit dem Iran erreichen werde, die Verhandler würden aber weitermachen. Und das alles könne schnell beendet werden, so Mr. Trump, ohne konkret mitzuteilen, was dafür denn nötig sei.

Da Letzteres erst nach dem Handelsende in Deutschland kam, schloss der DAX nahe am Tagestief, machte nachbörslich aber Boden gut. Nicht allzu viel, nicht allzu dynamisch, aber doch so, dass man ahnen konnte, dass da einige Akteure hoffen, dass es wieder zu „TACO“ kommt, dazu, dass Donald Trump erst martialisch droht, dann aber doch wenig bis gar nichts von dem wirklich umsetzt, was er angekündigt hat. Haben diese abendlichen Käufer Recht?

Den aktuellen Kurs und Chart des DAX sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

Expertenmeinung: Wie wollte man das abschätzen? Schließlich haben die mittlerweile anderthalb Jahre von Mr. Trumps zweiter Amtszeit sehr deutlich gemacht, dass bei ihm nichts sicher ist. Weder seine Meinungen noch seine Entscheidungen lassen sich in Stein meißeln. Heute könnte er die im Zuge seiner gestrigen Drohungen wieder in Kraft gesetzten Sanktionen gegen iranisches Öl wieder aufheben … oder nächste Woche … oder nie, man weiß es nicht. Also?

Also bleibt nur, den DAX anhand dessen einzuschätzen, was passiert ist und was sich vom Chartbild her an relevanten Ankerpunkten zeigt. Denn am Ende ist, wenn man an der Börse agiert, nur entscheidend, was konkret passiert, und weniger, ob solche Kursbewegungen rational unterfüttert sind, emotional befeuert wurden oder vor allem chart- und markttechnisch motiviert sind. Und da mag der DAX jetzt zwar eine Bullenfalle aufs Parkett gelegt haben. Aber in Bezug auf die Frage, was daraus wird, stehen die charttechnischen Schlüsselzonen deutlich klarer im Raum als die kommenden Entwicklungen im Weißen Haus.

Die Sache hatte für den DAX schon vorher ziemlich wacklig ausgesehen. Denn dem Ausbruch über diese Widerstandszone bei 25.406 zu 25.508 Punkten folgten zwei Tage ohne taugliche Anschlusskäufe. Die dadurch entstandenen Dojis ließen bereits Ungemach fürchten. Am Dienstag sackte der DAX dann in diese Zone zurück, am Mittwoch fiel er deutlich darunter. Das ist negativ, aber:

DAX: Tageschart vom 08.07.2026, Kurs 24.897,45 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tageschart vom 08.07.2026, Kurs 24.897,45 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Solange der deutsche Leitindex den Doppel-Support aus April-Aufwärtstrendlinie und 200-Tage-Linie im Bereich von 24.300 Punkten nicht signifikant und auf Schlusskursbasis unterschreitet, ist daraus zwar ein Rückschlag für die Bullen entstanden, aber noch kein bärisches Signal. Die Käuferseite hätte es also in der Hand: Gelingt der Rebreak über 25.406/25.508 Punkte, könnte man diese zwei schwachen Tage noch als „Ausrutscher“ einstufen. Doch wenn das ausgebügelt werden soll, muss das schnell gelingen.

Das, was Donald Trump sagt und tut, ist oft börsenrelevant, keine Frage. Aber es verbreitet vor allem Verunsicherung. Daher wäre es allemal einen Gedanken wert, sich von dem, was da aus Washington kommt, innerlich so gut es geht abzukoppeln und konsequent dem Trend der Kurse zu folgen. Welcher beim DAX, trotz Rücksetzer unter das alte Hoch, noch aufwärts weist. Die Bullen haben also eine zweite Chance. Ob sie die auch nutzen, wird sich vermutlich sehr bald herausstellen.

DAX: Monatschart vom 08.07.2026, Kurs 24.897,45 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Monatschart vom 08.07.2026, Kurs 24.897,45 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.07.2026 um 21:47 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Vorherige Analysen der DAX Aktie

03.07.2026
07:56 Uhr

DAX: Pferdewechsel wie beim Pony-Express? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.07.2026 um 22:40 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Nachdem der DAX in den letzten Monaten mehrfach gegen das im Januar markierte Rekordhoch angerannt war und immer wieder hängen blieb, gelang jetzt eher unverhofft, dafür aber mit Schwung, der Ausbruch. Die Art und Weise, wie das ablief, ist bemerkenswert.

Rein prozentual ist der Befreiungsschlag zwar noch nicht als signifikant zu bezeichnen, immerhin kam der deutsche Leitindex nur knapp 0,3 Prozent über der vormaligen Bestmarke von 25.507,79 Zählern zum Stehen. Aber das konnte man nicht gleich am ersten Tag des Ausbruchs verlangen. Schließlich hatte der Index am Vortag nur knapp über der 25.000er-Marke geschlossen und gestern dann satte 540 Punkte zugelegt.

DAX: Tageschart vom 02.07.2026, Kurs 25.580,88 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tageschart vom 02.07.2026, Kurs 25.580,88 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Jetzt müssten ohnehin Anschlusskäufe kommen, um den Ausbruch zu zementieren. Wobei die jetzt als Support dienende Zone der vormaligen, markanten Zwischenhochs zwischen 25.406 und 25.508 Punkten noch nicht der alles entscheidende Auffangbereich sein kann, dazu liegt der Index noch zu nahe daran. Bis 25.000 könnte er durchaus zurücksetzen, bevor man Zweifel hegen sollte, ob das wirklich funktioniert mit dieser Wiederaufnahme der Hausse. Und erst, wenn der DAX die Kreuzunterstützung aus den letzten, unteren Wendepunkten und der 200-Tage-Linie im Bereich 24.250/24.280 Punkte „reißen“ sollte, wäre die Sache wirklich gescheitert und der Index auf einmal bärisch statt bullisch.

DAX: Wochenchart vom 02.07.2026, Kurs 25.580,88 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Wochenchart vom 02.07.2026, Kurs 25.580,88 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Natürlich kann das passieren, noch könnte die Sache für die Bullen scheitern. Aber die Art und Weise, wie sich dieser Ausbruch nach oben gestaltete, ist hochinteressant und unterstützt die Optimisten. Denn die Sache wirkt wie ein Pferdewechsel, wie man ihn einst beim Pony-Express sah, diesem Kurierdienst zu Pferd quer durch die USA, der in den 1860er-Jahren existierte:

Expertenmeinung: Statt die beinahe zuschanden gerittenen, bisherigen Pferde zu zwingen, irgendwie noch weiterzulaufen, holten die Käufer die ausgeruhten, frischen Pferde aus dem Stall und reiten jetzt die für ihre neue Etappe. Will heißen: Die bisherigen Zugpferde der Hausse bleiben eher zurück; gekauft wurde, was vorher keiner haben wollte.

Bis auf die Titel aus dem Automobilsektor, bei denen man sich derzeit wirklich schwertäte, gute Argumente zum Einstieg zu finden und wo nur VW eine Gegenreaktion zeigte, liefen gestern sehr viele zuletzt zurückgebliebene Aktien sehr gut. Aktien, die nicht deswegen Underperformer im bisherigen Jahresverlauf waren, weil sie überbewertet gewesen wären oder negative Perspektiven für den Gewinn pro Aktie hätten. Das sind mehrheitlich Aktien, die vor allem deswegen nicht liefen, weil die Anleger ihr Kapital auf wenige, stark steigende Titel konzentriert hatten.

Wenn es gelingt, diese große Zahl an Aktien, die jetzt erste Ansätze einer Aufwärtswende zeigen, in solide, neue Aufwärtstrends zu überführen, würden auch abrutschende „Ex-Champions“ wie z.B. zuletzt Infineon oder Siemens den Anstieg des Index an sich nicht entscheidend bremsen. So, wie die Struktur innerhalb des DAX aussieht, an dem Tag, an dem endlich das Januar-Hoch überwunden wurde, haben die Bullen eine Chance, mit einer ganzen Reihe an frischen Pferden gut ans Ziel zu kommen.

Aber da nun einmal auch an der Börse nichts, was in der Zukunft liegt, wirklich sicher vorhersagbar ist, täte man gut daran, den Blick zwar nach oben zu richten, dabei aber trotzdem immer einen sicheren Stand im Blick zu haben – der sich durch konsequente Stoppkurse erreichen ließe. Denn noch ist dieser Ausbruch, wie gesagt, noch nicht in Stein gemeißelt.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

29.06.2026
08:29 Uhr

DAX: Tuchfühlung halten, muss die Devise jetzt lauten — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.06.2026 um 9:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Seit man Ende März begann, sich gegen den Iran-Krieg zu stemmen, haben die wichtigsten US-Indizes neue Rekorde erreicht, der europäische Leitindex Euro Stoxx 50 ebenso. Nur der DAX schafft es bislang nicht, sich nach oben abzusetzen. Ein Grund, nervös zu werden?

Wenn wir uns dazu einmal den langfristigen Chart auf Monatsbasis ansehen, lässt sich festhalten: Ein guter Monat war der Juni für den DAX zwar nicht. Aber er hält nichtsdestotrotz Tuchfühlung zum bisherigen Rekordhoch bei 25.507 Zählern. Zugleich ist der deutsche Leitindex endlich aus dieser so lange andauernden, überkauften Lage beim RSI-Indikator auf Monatsbasis heraus. Das langfristige Chartbild würde einem neuen und idealerweise erfolgreichen Anlauf nach oben also nicht im Wege stehen.

DAX Index: Monatschart vom 26.06.2026, Kurs 24.671,22 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX Index: Monatschart vom 26.06.2026, Kurs 24.671,22 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Wechseln wir zum DAX-Chart auf Tagesbasis, sehen wir: Auch da ist bislang noch nichts angebrannt. Natürlich sollte man vorsichtig werden, wenn viele Indizes rasant nach oben davonziehen, einige wenige, wie der DAX, aber zurückbleiben. Aber solange es gelingt, ihn über der Kreuzunterstützung aus 200-Tage-Linie und der Verbindungslinie der letzten vier Zwischentiefs im Bereich 24.200/24.250 Punkte zu halten, wäre nach oben nichts unmöglich.

DAX Index: Tageschart vom 26.06.2026, Kurs 24.671,22 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX Index: Tageschart vom 26.06.2026, Kurs 24.671,22 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Die Bullen könnten also grundsätzlich guter Dinge bleiben, auch wenn die Zuversicht mit jedem ausbleibenden Erfolg eines Ausbruchsversuchs auf der Oberseite natürlich bröckelt. Es sei denn, es gäbe tiefer gehende, strukturelle Argumente, die so bedeutsam wären, dass sie die Chancen des DAX nachhaltig unterminieren würden. Gibt es die?

Expertenmeinung: Ja und nein. Was den DAX erheblich bremst, ist die starke Gewichtung der Automobilbranche, wo sich die unerfreulichen Nachrichten derzeit hochkant stapeln. Von diesen Aktien ist derzeit keine Zugkraft zu erwarten. Auch andere Titel, die längere Zeit als Zugpferde fungierten, wie z. B. Rheinmetall und SAP, stehen unter Druck und zeigen noch keine Signale für eine Aufwärtswende. Also … Deckel drauf?

Für den Moment ist der Weg nach oben schwierig, aber das muss nicht so bleiben. Denn ein anderer Bremsfaktor könnte dem DAX über kurz oder lang zugutekommen: die geringe Präsenz von Aktien mit Bezug zum KI-Boom. Da sehen wir Infineon als Chiphersteller sowie Siemens Energy und den Neuzugang Hochtief als Unternehmen mit indirektem Bezug zu dieser Thematik. Solange dieser „KI-Hype“ läuft, laufen Indizes, in denen diese Sektoren stärker repräsentiert sind, natürlich besser. Aber kippt der Hype, kann das für den DAX wiederum ein Vorteil sein.

Denn all die Branchen, die wegen der Fokussierung vieler Anleger auf diesen einen Bereich KI ins Abseits der Aufmerksamkeit gerieten, könnten dann aus dem Schatten hervortreten. Und da ist der DAX wiederum stark besetzt: Healthcare, Chemie & Pharma, Rückversicherer, Konsumgüter und andere: Solche DAX-Titel sind momentan meist eher günstig bewertet, weisen gedrückte Kurse auf und im Gegenzug oft solide Dividenden.

Sie müssen nicht, könnten aber ins Laufen kommen, wenn die derzeitigen Publikumslieblinge abdrehen … und können dem DAX dadurch zum Ausbruch nach oben verhelfen. Aber das würde aus aktueller Sicht nur gelingen, wenn der Index weiter Tuchfühlung zum bisherigen Hoch hält, daher: Die Kreuzunterstützung bei 24.200/24.250 Punkten muss halten, ansonsten wird der Weg nach oben erheblich steiniger.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

11.06.2026
08:10 Uhr

DAX: Schaffen die Bullen es auch ein drittes Mal? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 10.06.2026 um 22:25 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Es ist keine drei Wochen her, da sah es so aus, als würde der DAX mit Schwung über das bisherige Verlaufshoch hinauslaufen. Doch gestern landete er, für viele vermutlich unverhofft, auf der 200-Tage-Linie. Die wurde zuletzt zweimal verteidigt – gelingt das auch ein drittes Mal?

„Aber hier, wie überhaupt, kommt es anders, als man glaubt“, schrieb Wilhelm Busch einst. Was man beim Blick auf den DAX auf Tagesbasis nicht bestreiten kann. Ende Mai war der Index in den Bereich der Hochs vom Januar und Februar bei 25.406/25.508 Punkten vorgedrungen. Ende Februar wurde der Versuch, den Verlaufsrekord des Januars zu überbieten, nur abgebrochen, weil da der Iran-Krieg begann. Letzterer sorgte zwar für massiven Abgabedruck. Aber schon Ende März kamen die Käufer zurück … und zwei Monate später hätte diese bisherige Bestmarke endlich überboten werden können. Immerhin hatten S&P 500 und Nasdaq 100 in den USA längst neue Rekorde erreicht. Warum also nicht auch der DAX?

DAX: Tageschart vom 10.06.2026, Kurs 24.195,31 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tageschart vom 10.06.2026, Kurs 24.195,31 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Aber es klappte wieder nicht … und jetzt ringt der deutsche Leitindex auf einmal wieder mit seiner 200-Tage-Linie, im Chart auf Tagesbasis dick schwarz hervorgehoben. Im April und Mai war diese Linie ebenfalls umkämpft. Wir sehen, dass es da in beiden Fällen nach einigen Tagen Hin und Her zu langen, grünen Kerzen kam, die die Sache eindrucksvoll zu Gunsten der Bullen entschieden. So etwas bräuchte man jetzt also auch. Aber zwischen „wollen“ und „bekommen“ liegt in diesem Fall „tun“:

Expertenmeinung: Das bullische Lager müsste ein solches, klares Signal dahingehend, dass die Oberseite favorisiert bleibt, eben erst einmal „erschaffen“, sprich aktiv und entschlossen Kapital einsetzen, um einen Aufwärtsschwenk zu generieren. Und das zu tun, wäre jetzt nicht selbstverständlich.

Nach der erstmaligen Rückeroberung dieses wichtigen, gleitenden Durchschnitts Mitte April kam der DAX zweimal auf diese Linie zurück. Jedes Mal lag das darauffolgende Hoch ein wenig über dem vorherigen. Was grundsätzlich ermutigend gewesen wäre, wenn die Zwischentiefs, die im Zuge der Verteidigung der 200-Tage-Linie entstanden, vergleichbar deutlich über den vorherigen gelegen hätten. So aber ist die Distanz, die der Index von den Zwischenhochs nach unten zurücklegte, größer geworden … und das dürfte einige dazu bringen, jetzt weniger beherzt an dieser Linie zuzugreifen als bisher, aber:

Dass die Ausgangslage nicht so günstig ist wie in den beiden vorherigen „Verteidigungsfällen“ heißt nicht, dass man sicher sein könnte, dass der DAX diesmal nach unten durchgehen muss. Wenn in den kommenden Tagen Argumente für die Bullen aus dem Bereich der Rahmenbedingungen kommen würden, wäre die jetzt zu vermutende, vorsichtige Zurückhaltung wohl schnell vom Tisch.

Das könnten deutlich nach oben drehende US-Indizes sein, ein deutlich nachgebender Ölpreis, echte, glaubwürdige Fortschritte bei den Verhandlungen USA/Iran oder vielleicht sogar nur positiv aufgenommene Kommentare von Christine Lagarde im Anschluss an die heutige EZB-Entscheidung. Für den Moment gilt:

Noch ist die Sache in der Schwebe, wenngleich mit einem leichten Vorteil für die Bären. Entscheidende Marken wären auf der Unterseite diese beiden Zwischentiefs von Ende April und Mitte Mai bei 23.716 und 23.797 Punkten, auf der Oberseite die 20-Tage-Linie und das bisherige Wochen-Verlaufshoch bei 24.760 und 24.821 Punkten.

DAX: Monatschart vom 10.06.2026, Kurs 24.195,31 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Monatschart vom 10.06.2026, Kurs 24.195,31 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

27.05.2026
08:23 Uhr

DAX: Gipfelsturm in dünner Luft? Unmöglich ist das nicht! — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 26.05.2026 um 18:33 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der DAX hatte gerade zum Sprung über das im Januar erreichte, bisherige Verlaufshoch angesetzt, als der Iran-Krieg den Index scharf nach unten drehen ließ. Jetzt ist er erneut am Rekordhoch dran. Aber wäre ein nachhaltiger Ausbruch in diesem Umfeld überhaupt denkbar?

Wenn Experten konstatieren, dass eine einigermaßen tragfähige Grundsatzvereinbarung zwischen den USA und dem Iran als Grundlage dann folgender, vermutlich langwieriger Verhandlungen nur bewirken würde, dass man beim Status quo ante landen würde, sprich man da wäre, wo man vor dem US-Angriff schon war … nur mit beschädigten Produktions- und Transportanlagen für Öl … kann man dem schwer widersprechen. Aber wenn das so sein sollte, warum sollte der DAX dann über das Januar-Hoch hinauskommen und dann auch darüber bleiben? Immerhin hieße das, man wäre wieder in einem Umfeld, in dem im Januar genug Anleger der Ansicht waren, dass der Index jetzt so heiß gelaufen und hoch bewertet ist, dass man da langsam mal Kasse machen sollte.

Man bräuchte also für einen nachhaltigen Anstieg über das bisherige Verlaufshoch bei 25.508 Punkten Argumente, die man im Januar noch nicht hatte. Und angesichts der vorstehenden Überlegungen fällt es schwer zu erwarten, dass alleine ein Übergang von einer instabilen Waffenruhe zu einer vorläufigen Einigung im Iran-Krieg ein solches Argument sein könnte … aber:

Expertenmeinung: Das heißt nicht, dass das unmöglich wäre … vorausgesetzt, es verändert sich etwas bei der Stimmung der Verbraucher und der Anleger. Und dass das auch mit „vorläufigen“ Lösungen funktionieren kann, haben wir in den vergangenen Jahren ja dreimal erlebt: in der Corona-Phase, nach dem Angriff auf die Ukraine und nach Trumps „Zoll-Hammer“.

Sehr schnell schalteten die Anleger 2020, 2022 und 2025 auf Hoffnung um und kauften die vorherigen, massiven Kursverluste wieder auf. 2022 führte das zwar nicht weit, weil dann die Inflation nebst schnell steigenden Leitzinsen als Bremse fungierten, was auf die Kombination aus höheren Energiepreisen und den als Spätfolge der Corona-Lockdowns reißenden Lieferketten zurückzuführen war. Aber sollte der Ölpreis in den kommenden Wochen weiter nachgeben, könnten wir diesmal um einen größeren Inflationsschub herumkommen. Allerdings sollte man diese Beispiele nicht als vermeintlichen Beleg dafür sehen, dass der DAX jetzt auf jeden Fall nach oben davonziehen muss. Denn wenn wir an das Jahr 2020 zurückdenken, sehen wir:

DAX: Wochen-Chart vom 26.05.2026, Kurs 25.184,89 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Wochen-Chart vom 26.05.2026, Kurs 25.184,89 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Damals wurde zwar ein dramatischer Abriss des Index schnell großenteils wieder ausgeglichen. Aber das „Prä-Corona-Hoch“ von Anfang 2020 wurde trotzdem erst zum Jahresende überwunden, befeuert durch die Kombination aus US-Wahl und den ersten, fertigen Impfstoffen. Vorher, das sehen wir im Wochenchart, war der DAX nahe an das vorherige Hoch herangelaufen, kam da aber nicht weiter. Und im Herbst hatten die Bullen schon aufgegeben, der Index nach unten gedreht, bevor dann obengenannte Faktoren doch noch den Ausbruch nach oben motivierten.

Der DAX könnte also dieses bisherige Hoch als Widerstand herausnehmen. Und er könnte sich auch darüber behaupten. Aber dazu muss neue Zuversicht in Bezug auf das Wachstum her. Die bisherigen Zugpferde des DAX, die mit KI und Rüstung direkt oder indirekt in Verbindung stehen, wirken teilweise aber bereits überstrapaziert. Jetzt müssten daher die Aktien der vielen Bereiche Dynamik aufbauen und an die Stelle der bisherigen Frontrunner treten, die bislang wegen der schlechten Verbraucherstimmung, der kritischen geopolitischen Lage und des weiterhin zu schwachen chinesischen Absatzmarktes unter Druck standen. Die Autobauer, die Versicherer, die Konsumgüterhersteller und andere müssten „wiederentdeckt“ werden. Dazu müssen die Fakten nicht zwingend bereits wieder rosig daherkommen, es würde reichen, wenn genug Akteure aktiv auf die Hoffnung setzen, dass es so kommen wird.

Ob es so kommt, wird sich weisen müssen. Zumal man nüchtern betrachtet einkalkulieren sollte, dass aus dem Weißen Haus jederzeit etwas Neues kommen könnte, das den Bullen den Teppich unter den Füßen wegzieht. Aber ein stabiler Ausbruch über die bisherigen Hochs ist zumindest denkbar genug, um sich überlegen zu können, einem Anstieg über diese Bestmarke von 25.508 Zählern, wenn er hinreichend deutlich und auf Schlusskursbasis daherkommt, trendkonform – und mit konsequent engen Stoppkursen zur Absicherung gegen eine Bullenfalle – zu folgen.

DAX: Tages-Chart vom 26.05.2026, Kurs 25.184,89 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX: Tages-Chart vom 26.05.2026, Kurs 25.184,89 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

18.05.2026
08:22 Uhr

DAX: Momentan steht es hier 2:0 für die Bären — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.05.2026 um 22:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Es ist keine zwei Wochen her, da sah es aus, als hätte der DAX die Kurve gekriegt. Er notierte wieder über 25.000 Punkten, das bisherige Rekordhoch war zum Greifen nah. Doch die Widerstandszone, die bezwungen schien, hielt nicht als Support. Und jetzt wird es wieder eng.

Dass ein wichtiger Widerstand wie das bisherige Rekord-Verlaufshoch (25.508 Punkte) nicht gleich im ersten Anlauf überboten wird, ist nicht ungewöhnlich. Aber um einen zeitnahen neuen und dann idealerweise erfolgreichen Anlauf zu unternehmen, müssen genügend bullische Trader aktiv mit anschieben. Und das werden sie nur tun, wenn sie zuversichtlich sein können, dass sich ihre Käufe kurzfristig auch auszahlen werden. Diese Zuversicht dürfte derzeit wackeln. Und das womöglich erheblich.

Denn ein ideales Szenario für einen zweiten Versuch wäre die erfolgreiche Verteidigung der nächstliegenden Unterstützungen. Das würde den potenziellen Käufern von morgen und übermorgen signalisieren, dass die Bullen weiterhin dominieren und beim ersten Ausbruchsversuch nur von Skeptikern und ihren Gewinnmitnahmen gebremst wurden.

In einer solchen Ausgangslage würden sich viele ausrechnen, dass diese Verkäufer zum einen teils ja schon ausgestiegen sind und weitere potenzielle „Aussteiger“ sich hüten werden, das zu tun, wenn sie sehen, dass schnell ein erneuter Ausbruchsversuch startet. Denn zeitnah wieder zu attackieren, ist ein Signal der Stärke, das andere Marktteilnehmer dazu tendieren lässt, lieber erst einmal mit Verkäufen abzuwarten, ob es nicht doch nach oben hinausgeht und man, wenn, dann zu deutlich höheren Kursen immer noch aussteigen könnte. Und genau da, bei dieser soliden Basis für einen zweiten Anlauf, klemmt es beim DAX jetzt.

Expertenmeinung: Der rasante Anstieg, der den Index intraday über 25.000 führte, wurde beinahe genauso schnell wieder abverkauft. Dadurch landete der DAX am vergangenen Dienstag wieder knapp unter der 200-Tage-Linie. Auch wenn diese Linie derzeit seitwärts läuft und daher nicht das „Gewicht“ hat, als würde sie in Trendrichtung steigen, wäre sie ein perfektes Sprungbrett für einen zweiten Anlauf. Und genau das wurde auch versucht. Nur war dieser Versuch am Mittwoch und Donnerstag auffallend schwach – und am Freitag landete der deutsche Leitindex wieder dort, wo er herkam: knapp unterhalb der 200-Tage-Linie.

DAX Index: Tageschart vom 15.05.2026, Kurs 23.950,57 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX Index: Tageschart vom 15.05.2026, Kurs 23.950,57 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Diese Schwäche des bullischen Lagers ist ein klarer Pluspunkt für die Gegenseite, sprich für die Bären. Zwar wäre der DAX dadurch selbst kurzfristig rein vom Chartbild her nur neutral, nicht bärisch. Für ein mittelfristig bärisches Signal müsste er erneut aus der seit einem Jahr dominierenden Handelsspanne herausrutschen, was erst bei Schlusskursen unter 22.943 Punkten der Fall wäre. Aber so ganz aus der Welt wäre das aktuell nicht, denn:

DAX Index: Wochenchart vom 15.05.2026, Kurs 23.950,57 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
DAX Index: Wochenchart vom 15.05.2026, Kurs 23.950,57 Punkte, Kürzel: DAX | Quelle: TWS

Dem Bären-Lager böte ja nicht nur die Schwäche der Käufer derzeit Rückenwind, sondern auch die Rahmenbedingungen. Dass der DAX ebenso wie die US-Indizes zum Wochenschluss wieder nach unten kippte, lag vor allem daran, dass Donald Trump ohne taugliche Ergebnisse aus China zurückkehrte. Die Weltwirtschaft bleibt dadurch in der Bredouille: US-Einfuhrzölle, der Iran-Krieg, der zum Wochenschluss schon wieder steigende Ölpreis, das zunehmende Risiko reißender Lieferketten und einer Inflation, die sich von den Energiepreisen aus in alle Branchen „durchfrisst“: Man sieht immer mehr Probleme, aber keine Lösungen.

Das bedeutet einen weiteren Punkt für die Bären … und das dürfte vielen, die grundsätzlich bullisch sind, bewusst sein oder zumindest dämmern. Und nichts macht es den Bären einfacher, die Sache für sich zu entscheiden, als Käufer, die verunsichert sind und deswegen an der Seitenlinie bleiben. Noch ist im Chartbild nichts wirklich Entscheidendes angebrannt … aber die Unterseite des DAX wirkt derzeit, als sei sie für die Trader der leichtere Weg.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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