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Die vergangene Handelswoche war ein klarer Punktsieg für das bärische Lager. Andererseits wartet nicht allzu weit unter dem letzten Kurs eine sehr wichtige Aufwärtstrendlinie, die den Bullen Hoffnung machen könnte. Aber als Basis für Prognosen taugt das nicht, denn …
… so absurd es ist, letzten Endes hängen die Börsen, ob Aktienmarkt, Ölpreis, Devisenmarkt oder die „Kryptos“, allesamt gerade an den Lippen eines einzigen Mannes. Und wann der was verkünden wird, was davon dann Realität wird und was morgen schon wieder anders sein wird, weiß niemand. Damit bewegen wir uns in einem Umfeld maximaler Unsicherheit.
Prognosen sind ja ohnehin schon eine höchst wacklige Angelegenheit an den Börsen. Aber jetzt sind sie es erst recht. Das heißt nicht, dass die charttechnischen Ankerpunkte, zwischen denen sich der DAX derzeit bewegt, wertlos wären. Sie werden Orientierungen sein, keine Frage. Nur muss man im Moment eben mit einem höheren Risiko leben, dass es zu Fehlsignalen durch Überraschungen aus Washington kommt. Sehen wir uns die Ausgangslage an:
Expertenmeinung: Der DAX war bereits Ende der vorvergangenen Woche aus seiner seit der zweiten Jahreshälfte 2025 dominierenden Handelsspanne nach unten ausgebrochen. Durch die Verlängerung der Frist gegen den Iran durch Mr. Trump am Montag kam es zu dem Versuch, in diese Range zurückzulaufen, was aber scheiterte. Ein zweiter Anlauf wurde am Mittwoch unternommen. Aber es kam dabei zu einem Doji in der entscheidenden, jetzt als Widerstand dienenden Zone zwischen 22.943 und 23.384 Zählern, von dort aus ging es dann am Donnerstag ebenso wie am Freitag wieder abwärts. Zweimal an der entscheidenden Hürde gescheitert: Das bärische Lager hat damit unterstrichen, dass weiter mit ihm zu rechnen ist.

Zum Wochenschluss landete der Index dadurch wieder recht nahe am Verlaufstief vom Montag bei 21.864 Punkten. Ein Test dieser Linie wäre damit jederzeit möglich, ein Unterschreiten nicht ausgeschlossen. Vor allem, weil eine erneute Fristverlängerung vom Markt nicht mehr „gekauft“ wurde, weder die Aktienmärkte noch der Ölpreis reagierten positiv. Die Verunsicherung ist immens – die Glaubwürdigkeit dessen, was aus Washington kommt, ist es aus Sicht der Trader offensichtlich nicht.
Auf der anderen Seite sehen wir im Chart auf Wochenbasis, dass sich der DAX mit diesem Abstieg der im Herbst 2022 etablierten Aufwärtstrendlinie nähert, die zuletzt dem „Zoll-Schock“ vom April 2025 standgehalten hatte und um 21.000 Punkte verläuft. Diese Linie wirkt im Chartbild dominant und könnte daher den Abgabedruck bei einer Annäherung an diesen Support bremsen bzw. bei einem Test Käufe auslösen. Aber was fängt man hier und jetzt mit dieser Erkenntnis an?

Für den Augenblick ist diese Konstellation nicht als Handlungsvorlage geeignet. Richtig ist zwar, dass der DAX aktuell klar bärisch ist und auf der anderen Seite eine möglicherweise tragfähige, wichtige Unterstützung naht. Aber da die kommenden Impulse momentan von den nicht vorhersagbaren Entscheidungen des US-Präsidenten abhängen, kann jede noch so robust wirkende Chartmarke jederzeit von der Nachrichtenlage überrollt werden.
Und das gilt für beide Richtungen. Selbst ein eigentlich klar positives Signal, das entstehen würde, wenn der deutsche Leitindex in einem weiteren Anlauf doch wieder zurück über die Zone 22.943 zu 23.384 Punkte gelangt und sich einige Tage darüber festsetzt, wäre eines auf Abruf. Aber wie könnte man in einem solchen Umfeld überhaupt sinnvoll agieren?
Indem man entweder gezielt einem längerfristigen Zeitrahmen folgt oder mit absoluter Trading-Disziplin (moderate Hebel, überschaubarer Kapitaleinsatz und konsequent am Chartbild ausgerichtete Stop Loss) kurzfristig agiert. Das eigene Risiko herunterzufahren, wenn das des Marktes steigt, ist zwingend … und diese Gemengelage darüber hinaus kein Grund zu verzagen. Denn ja, die Volatilität könnte sich sogar noch weiter aufschaukeln. Aber solche Phasen waren bislang immer endlich. Wer lieber auf ein ruhigeres Fahrwasser warten will, wartet damit also nicht auf Godot …
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