Siemens Energy: Jetzt wird es langsam richtig ungemütlich hier

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Siemens Energy
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Zur Siemens Energy Aktie

Nach den letzten Quartalsergebnissen senkten die meisten Analysten ihr Kursziel für Siemens Energy. Nur JP Morgen hob das seine an und bewertete die Aktie mit „Übergewichten“. Doch gestern senkte auch JP Morgan den Daumen – die Reaktion fiel entsprechend heftig aus.

Kaum war Siemens Energy im März in den DAX aufgenommen worden, ging es mit der Aktie abwärts. Doch im Mai und Juni formierte sich eine Bodenbildung, der Kurs hatte dadurch die Chance auf eine Aufwärtswende, die auch beinahe gelungen wäre. Doch Mitte Juli fiel die Aktie wie ein Stein auf neue Jahrestiefs. Der Grund war eine Gewinnwarnung der spanischen Windkraft-Tochter Siemens Gamesa, die dazu führte, dass auch Siemens Energy seine Prognosen für das Gesamtjahr zurückfahren musste. Das sorgte für erste, negative Reaktionen seitens der Analysten. Als dann Anfang August eine entsprechend magere Bilanz mit einem nicht weniger mageren Ausblick auf das Gesamtjahr kam, folgten weitere Kurszielsenkungen.

Aber wenn eine negative Phase nur lange genug zurückliegt, beginnen die meisten Akteure damit, solche „gefallenen Engel“ wieder einzusammeln. Wieder kam es zu einer Bodenbildung. Wieder wäre die Aufwärtswende um ein Haar gelungen. Und wieder kam etwas dazwischen. JP Morgan, die das Kursziel für Siemens Energy Anfang August als einzige hochgesetzt und die Aktie mit „Übergewichten“ eingestuft hatten, nahmen diese Einschätzung am Mittwochmorgen zurück: Das Kursziel wurde von 30 auf 29 Euro gesenkt, die Einstufung lautet jetzt nur noch „Neutral“. Was das auslöste, sehen Sie im Chart:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Siemens Energy Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die Aktie war zu Wochenbeginn noch dran an der Wende. Der Kurs war innerhalb eines schmalen Aufwärtstrendkanals genau ans obere Ende der großen Kurslücke gelaufen, welche die Siemens Gamesa-Meldung Mitte Juli gerissen hatte. Dort, um 25,70 Euro, bildete dieses obere Ende der Kurslücke mit der oberen Begrenzung des Trendkanals einen Kreuzweiderstand. Dass die Aktie da im ersten Anlauf erst einmal stoppte, war normal. Aber durch diese harsche Reaktion entmutigter Trader, die zweifellos durch den gestern sehr wackligen Gesamtmarkt noch zusätzlich verunsichert wurden, ist die Chance auf die Wende jetzt erst einmal vom Tisch und das Gegenteil nicht mehr auszuschließen: neue Jahrestiefs.

Sie sehen, dass Siemens Energy durch diesen Abverkauf des Mittwochs, durch den sie der größte Verlierer im DAX wurde, mit Schwung aus diesem Aufwärtstrendkanal hinausfiel. Und auch da ging es um einen charttechnischen Knotenpunkt. Denn die untere Begrenzung des Trendkanals schneidet sich aktuell mit der dadurch jetzt wieder unterbotenen April-Aufwärtstrendlinie und der den Trendkanals verstärkenden 20-Tage-Linie.

Dieses bärische Signal in Verbindung mit der Ernüchterung einer weiteren, nach unten genommenen Analystenbeurteilung kann die Aktie jetzt durchaus an und ggf. eben auch unter das bisherige Jahres-Verlaufstief von 21,58 Euro drücken, das im Juli erreicht wurde. Fiele diese Marke, wäre das nächste Kursziel das bisherige, Ende Oktober 2020 kurz nach dem Börsengang markierte Rekordtief von 18,36 Euro.

Chart vom 08.09.2021, Kurs 22,94 Euro, Kürzel ENR | Online Broker LYNX

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Seit Mitte Juli geht es wieder aufwärts mit der Siemens Energy-Aktie. Deren Einordnung als „defensive Aktie“ scheint ebenso langsam interessanter zu werden wie ihr markant gedrücktes Kursniveau. Aber noch sollte man nicht glauben, dass die Bären bereits geschlagen wären.

Was, wenn die Bewertung am Aktienmarkt insgesamt recht hoch ist, die besonders konjunktursensiblen Aktien weit gelaufen sind und man feststellt, dass das Wachstum hinter den Erwartungen zurückbleibt? Wenn wie aktuell vormalige Top-Performer wie z.B. die Automobiltitel sukzessive nach unten abdrehen? Dann schlägt gemeinhin die Stunde der defensiven Werte. Der Aktien also, die geringere Schwankungen bei Umsatz und Gewinn haben als zyklische Aktien und daher in einer allgemeine Hausse so lange Nachzügler bleiben, bis die Gesamtsituation sich so abkühlt, dass mehr und mehr Anlegern die Idee kommt, dass ein wenig mehr Stabilität im Depot nicht schaden könnte.

Die erst vor elf Monaten an die Börse gegangene Siemens-Tochter Siemens Energy ließe sich mit Abstrichen in diese Kategorie einordnen. Mit Abstrichen deswegen, weil das Unternehmen nicht, wie manche denken, ein Energieversorger ist, sondern ein „Versorger von Energieversorgern“, der z.B. Turbinen, Transformatoren oder Generatoren herstellt. Dennoch ist dieses Tätigkeitsfeld ein relativ stabiles, Umsatz und Gewinn machen da selten große Sprünge. So gesehen könnte man den Gedanken hegen, dass sich die bislang noch moderate Aufwärtstendenz der Aktie intensivierten wird, sollte es in Sachen Wachstum, Inflation und Corona nicht bald bessere Nachrichten geben. Haben wir hier also womöglich eine zukünftige Kursrakete vor uns?

Expertenmeinung: An der Börse ist nichts unmöglich, sehr wahrscheinlich ist es momentan aber nicht, dass die Bären Siemens Energy zeitnah aus ihren Fängen entlassen und zugleich die Käufer in Scharen zurückkehren. Denn dass die Aktie seit Jahresbeginn gegen den Markttrend abwärts gelaufen ist, hat ja Gründe – und die gelten bislang weiter. Die Brötchen, die man bei Siemens Energy zu Beginn des Jahres hatte backen wollen, sind mittlerweile deutlich kleiner. Das erwartete Umsatzwachstum liegt für das am 30. September endende Geschäftsjahr 2020/2021 bei nur 3 bis 8 Prozent. Und was die EBITA-Marge angeht, so wurde diese zuletzt wegen Problemen bei der spanischen Windkraft-Tochter Siemens Gamesa von zuvor 3 bis 5 auf nur noch 2 bis 3 Prozent gesenkt. Diese Art von „stabil“ meinen Anleger nicht, wenn sie sich auf die Suche nach Alternativen zu stark konjunktursensiblen Aktien machen.

Daher sollte zumindest aus charttechnischer Sicht grünes Licht gelten, bevor man hier an den Einstieg denkt. Und das ist eben noch nicht an, denn die sanfte Aufwärtsbewegung seit Mitte Juli hat den Kurs zwar nahe an, nicht aber bereits über entscheidende, charttechnische Ankerpunkte getragen. Sie sehen im Chart, dass Siemens Energy die ins Jahr 2020 zurückreichende Widerstandszone 23,78/24,37 Euro zurückerobert hat, das ist schon mal gut. Aber es müssen noch zwei weitere Hürden genommen werden, bevor man dem Braten trauen könnte: die am Mittwochabend bereits fast erreichte April-Abwärtstrendlinie bei 24,85 Euro und das obere Ende der im Juli entstandenen, großen Abwärts-Kurslücke bei 25,69 Euro. Erst, wenn Siemens Energy dieses „Gap“ nicht nur geschlossen hat, sondern weiter läuft, wäre ein charttechnisch bullisches Gesamtbild gegeben, das vermuten ließe, dass die Bären diese Aktie nicht mehr auf ihrer Liste haben.

Chart vom 25.08.2021, Kurs 24,31 Euro, Kürzel ENR | Online Broker LYNX

Nach dem Börsengang von Siemens Energy sah es für Anleger zunächst gut aus. Die negativen Vorzeichen mehren sich allerdings seit geraumer Zeit.
Die Gewinnwarnung bei der Windkraft-Tochter Gamesa ist nur das Sahnehäubchen.

Warum wird die Aktie gerade jetzt von einigen Banken und Researchhäusern hochgestuft?

Ernüchternd

Durch den Börsengang von Siemens Energy ist ein neuer Gigant am deutschen Aktienmarkt entstanden, der es postwendend in den Dax geschafft hat.

Ob das für den deutschen Leitindex eine gute Nachricht ist, ist allerdings eine andere Frage.

Unter dem Strich ist die geschäftliche Entwicklung bei Siemens Energy eher dürftig. Das gilt auch im Branchenvergleich mit E.On oder RWE, die nun auch nicht gerade zu den langfristigen Outperformern gehören.

Siemens Energy hat unter den dreien die niedrigsten Margen und war als einziges im Vorjahr unprofitabel.
Bei der Umsatzentwicklung steht man ebenfalls vergleichsweise schlecht da.

Tatsächlich mehren sich die negativen Vorzeichen schon seit geraumer Zeit. Umsatz und Gewinn sind seit mindestens vier Geschäftsjahren konstant rückläufig.
Da nicht mehr Daten vorliegen, wäre es auch gut möglich, dass es schon wesentlich länger abwärts geht.

Aus diesen und weiteren Gründen hatte ich nach der Rallye auch mehrfach und mit klaren Worten vor der Aktie gewarnt:
Im Januar 2021 bei einem Kurs von 30,74 Euro (Link) und dann nochmal im März, bei einem Kurs von 29,04 Euro (Link).

Doch viel wichtiger ist natürlich die Frage, wie man mit der aktuellen Situation umgehen sollte.
Hier komme ich zum selben Schluss, wie bei der letzten Analyse:

Kann die Aktie zeitnah höher notieren? Möglich.
Ist Ihr Geld andernorts womöglich besser investiert? Sehr wahrscheinlich.

Chart vom 20.07.2021 Kurs: 22,10 Kürzel: ENR - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 20.07.2021 Kurs: 22,10 Kürzel: ENR – Tageskerzen

Es könnte jetzt zwar zu einer Erholung kommen, mehr als technische Gründe, die dafürsprechen, findet man aber nicht.

Nach einer möglichen Gegenbewegung ist eine Fortsetzung des Abwärtstrends wahrscheinlich. Unter 21,80 Euro wäre der Weg in Richtung 20,50 oder sogar 18,35 Euro frei.

Wer sich hier engagieren möchte, muss schon sehr viel Zuversicht und wohl auch Zeit mitbringen.
In diesem Geschäftsjahr wird jedenfalls kein Gewinn mehr erwartet. Im kommenden Jahr soll immerhin ein Ergebnis von 0,65 Euro je Aktie erzielt werden – vorausgesetzt es geht nicht noch mehr schief.

Doch auch das entspräche noch einem KGV von über 30.
Um den aktuellen Kurs zu rechtfertigen, müsste Siemens Energy deutlich mehr verdienen und einen bedeutenden Teil als Dividende ausschütten.

Siemens Energy‘s spanische Windkraft-Tochter Siemens Gamesa gab am Donnerstag eine Gewinnwarnung heraus. Die Folge waren heftig nachgebende Kurse bei der „Mutter“, die einen charttechnischen Flurschaden anrichteten, der die bärischen Trader erfreuen dürfte.

Der spanische Windkraftanlagen-Hersteller Siemens Gamesa gehört zu zwei Dritteln der Siemens Energy, die wiederum eine Tochter des Siemens-Konzerns ist und im September 2020 an die Börse gebracht wurde. Geht es Siemens Gamesa nicht gut, trifft das somit direkt auch Siemens Energy. Und bei Siemens Gamesa läuft es derzeit in der Tat nicht so, wie man sich das dachte.

Im Zuge der am Mittwochabend nach US-Handelsende vorgelegten Ergebnisse des dritten Geschäftsjahresquartals (Geschäftsjahresende ist immer er 30.9.) wurde zwar das selbst gesetzte Umsatzziel erreicht, nicht aber die Gewinnprognose. Hier lief ein unerwartetes Minus von 150 Millionen Euro auf einer bereinigten EBIT-Basis auf. Grund: Margenprobleme. Dementsprechend senkte Siemens Gamesa die Geschäftsjahres-Prognose drastisch von zuvor 3,0 bis 5,0 auf jetzt -1,0 bis 0,0 Prozent.

Die „Mutter“ Siemens Energy entkam dem daraus resultierenden Abgabedruck nicht. Zwar betonte man, dass die wichtigste Sparte Gas & Power im Rahmen der unternehmenseigenen Prognosen laufe. Aber durch Siemens Gamesa war man gezwungen, auch die eigene Prognose der EBIT-Marge zu relativieren. Es wurde zwar keine neue Zielspanne genannt, aber mitgeteilt, dass die bisher anvisierte Vorsteuer-Rendite von drei bis fünf Prozent nicht mehr zu halten ist. Die Aktie war es daraufhin auch nicht.

Expertenmeinung: Das wundert nicht unbedingt. Denn die Geschäftsjahresprognose des Unternehmens war vorher recht vage, nicht gerade beeindruckend und wurde im Zuge der im Mai vorgelegten Bilanz zum ersten Kalenderquartal 2021 auch noch leicht reduziert. Von den großen Erwartungen der Anleger, die den Kurs zwischen Anfang November und Mitte Januar rasant höher trieben, war da auch vor dem Siemens Gamesa-Problem nicht mehr viel übrig.

Die Aktie schwenkte in eine Korrektur ein, die zwar im Mai in eine Bodenbildung überging, die Wende nach oben erfolgte aber nicht. Und mit dem gestrigen Abverkauf entpuppt sich diese Bodenbildung als bärische Flagge, als eine Konsolidierung innerhalb eines Abwärtstrends, die nach unten verlassen wurde. Aus rein charttechnischer Sicht wäre der Weg nach unten somit frei, zumal dadurch die untere Begrenzung der vorherigen, jetzt gescheiterten Bodenbildung bei 23,78 Euro durchschlagen wurde. Eine Linie, deren Relevanz in die Zeit des Börsengangs zurückreicht, denn dort lag das erste Zwischenhoch der Aktie. Das jetzt gefallen ist.

Durch diese „bad news“ ist damit ein bärisches Signal entstanden, das grundsätzlich das Potenzial hätte, den Siemens Energy-Kurs bis an das bisherige Rekordtief bei 18,36 Euro zu drücken, von dem aus Ende Oktober die Hoffnungs-Rallye der Aktie begann. Die Analysten sind zwar bislang immer noch äußerst bullisch, das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt bei 36 Euro. Aber wenn die Anleger diesen Meinungen bislang schon nicht folgen mochten, hätten sie jetzt einen Grund mehr, es nicht zu tun.

Chart vom 15.07.2021, Kurs 22,92 Euro, Kürzel ENR | Online Broker LYNX

Nach der letzten Quartalsbilanz von Siemens Energy senkten zwar viele Analysten ihr Kursziel. Aber die durchschnittliche Kursprognose liegt immer noch sagenhafte 40 Prozent über dem aktuellen Kurs. Gestern wurde der erste Schritt getan, um dort hinzukommen.

Was die Analysten angeht, war man bullisch und ist es noch. Auch, wenn die Bilanz zum zweiten Geschäftsjahresquartal (erstes Kalenderquartal) mager ausfiel und die Prognose für das Gesamtjahr nicht minder, die Analysten blieben bei ihren „Kaufen“-Ratings. Und selbst das niedrigste Kursziel liegt mit 29 Euro noch deutlich über dem derzeitigen Kurs der Aktie.

Der Grund, warum die Anleger zuletzt nicht mehr mitspielen wollten, sind die geringen Erwartungen hinsichtlich des Wachstums. Da haben andere Mütter eben schönere Töchter als diesen Spinoff des Siemens-Konzerns. Allerdings ist diese Aktie mittlerweile in der Spitze um über 30 Prozent vom im Januar bei 34,48 Euro markierten Rekordhoch zurückgekommen. Und wie auch sonst ist der Einstieg in eine Aktie immer eine Frage des Preises. Ist der jetzt günstig genug?

Expertenmeinung: Gut möglich, denn neben dem jetzt spürbar niedrigeren Kursniveau lockt die Charttechnik. Sie sehen im Chart, dass der Kurs in einer markanten Unterstützungszone aufgesetzt hat. Die setzt sich aus dem ersten Hoch nach dem Börsengang im vergangenen Herbst und einem kleinen Zwischentief vom Dezember zusammen, findet sich im Bereich 23,78/24,37 Euro und wurde gleich zweimal getestet – und auch beim zweiten Mal aufgrund des gestrigen Anstiegs von 4,26 Prozent erfolgreich.

Damit besteht die Chance, hier ein Doppeltief auszubilden. Und eine solche Aufwärts-Trendwendeformation nach einer ausgiebigen Korrektur, das könnte so manchen Anleger über die eher mageren Wachstumsperspektiven hinwegsehen lassen. Voraussetzung ist indes, dass dieses Doppeltief nicht, wie bislang der Fall, nur angedeutet, sondern auch vollendet wird. Dazu muss die Siemens Energy-Aktie über der Nackenlinie der Formation bei 26,72 Euro schließen.

Gelingt das, wäre nach oben wieder einiges möglich. So, wie sich das Chartbild präsentiert, wäre es aber ratsam, dieser Vollendung der Formation nicht vorzugreifen, denn sollte diese jetzt erst einmal gehaltene Auffangzone 23,78/24,37 Euro doch noch brechen, wäre der Weg nach unten frei … und das könnte bärische Trader locken, die Vollendung dieser Formation aktiv zu verhindern.

Siemens Energy-Aktie: Chart vom 14.06.2021, Kurs 25,43 Euro, Kürzel ENR | Online Broker LYNX

Die erst im September an die Börse gebrachte Siemens Energy-Aktie hat eine lange Korrektur hinter sich, in der Spitze gab die Aktie von ihrem Hoch um knapp 31 Prozent nach. Jetzt besteht die Chance auf den Turnaround.

Das Problem, das die Investoren mit der Siemens-Tochter Siemens Energy haben, ist die nicht gerade umwerfende Dynamik, die der Energie-Ausrüster/Zulieferer in Sachen Umsatz und Gewinn an den Tag legt. Für das am 30.9. endende Geschäftsjahr 2020/2021 sieht man nur einen Umsatzanstieg zwischen drei und acht Prozent, die EBITDA-Marge soll zwischen drei und fünf Prozent liegen. Das ist eher wenig und zugleich recht vage. Und damit ist die Aktie zugleich auch recht teuer bewertet.

Hinzu kam, dass die Anfang Mai vorgelegte Bilanz des zweiten Geschäftsjahresquartals (1. Kalenderquartal 2021) mit 6,5 Milliarden Euro hinsichtlich des Umsatzes hinter dem Vorjahresquartal und der durchschnittlichen Analystenprognose zurückblieb (6,8 Milliarden). Diese Bilanz hatte aber auch positive Aspekte. Und die könnten hilfreich sein, wenn es darum geht, die Aktie wieder in einen Aufwärtstrend zurückzuführen.

Expertenmeinung: Positiv war, dass die EBITDA-Marge im ersten Kalenderquartal mit 4,4 Prozent eher am oberen Ende der Gesamtjahresprognose lag und den Vorjahreswert von 2,9 Prozent klar übertraf. Auch der Auftragseingang war überzeugend: Siemens Energy holte im ersten Kalenderquartal 2021 Neuaufträge im Wert von 10,5 Milliarden Euro herein, weit mehr als die 7,6 Milliarden ein Jahr zuvor und deutlich mehr als die 8,4 Milliarden Euro, mit denen man seitens der Experten gerechnet hatte.

Dennoch fiel die Aktie erst einmal weiter, bis sie am Donnerstag eine recht markante, potenzielle Unterstützung erreichte: Das Zwischenhoch, das Siemens Energy am 1. Oktober, kurz nach dem Börsendebüt, bei 23,78 Euro erreicht hatte. Dort stoppte der Kurs seinen Abstieg und zog am Freitag kräftig genug an, um das vorherige DAX-Mauerblümchen auf Platz 2 der DAX-Gewinner des Tages zu heben. Ist das die Wende?

Siemens Energy-Aktie: Chart vom 14.05.2021, Kurs 25,20 Euro, Kürzel ENR | Online Broker LYNX

Es ist zumindest die Chance auf die Wende, immerhin hat die Aktie jetzt lange und weit korrigiert und ist damit, auch, wenn das Kurs/Gewinn-Verhältnis immer noch kein Schnäppchen ausweist, weit günstiger als noch zu Jahresbeginn.

Um ein bullisches Signal zu generieren, müsste Siemens Energy die Widerstandszone 28,52/29,35 Euro als nächstgelegene, markantere Hürde bezwingen. Das wäre ein weiter Weg. Da aufgrund der fehlenden Kurshistorie aber bislang wenig Struktur im Chartbild vorhanden ist, hätte man letztlich nur die Wahl abzuwarten, ob der Kurs bei 28,52/29,35 Euro abdreht oder diese Zone bezwingt – oder aber, wenn man risikofreudiger agieren möchte, einen unmittelbaren Einstieg vorzunehmen. Den könnte man, da die entscheidende Supportlinie bei 23,78 Euro noch nicht weit vom Schuss ist, immerhin konsequent eng mit einem Stoppkurs absichern.