DAX aktuell DAX: Die Entscheidung fällt erst über dem letzten Hoch

News: Aktuelle Analyse des DAX Index

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Zum DAX

Nachdem die Bullen einen Ausbruch nach unten abfangen und den DAX drehen konnten, wäre es keine Überraschung, wenn man jetzt den Ausbruch nach oben versuchen würde. Aber ob daraus dann mehr wird, wird sich nicht am, sondern erst über dem letzten Verlaufshoch zeigen.

Der Schwung ist seit Monaten dahin. Dazu muss man sich nicht erst den Momentum-Indikator ansehen, der, im Chart unten mit eingeblendet, einen klaren Abwärtstrend ausweist. Man sieht im Chartbild selbst, dass der DAX sich im Juni zwar aus der Seitwärtsrange vom April und Mai befreien konnte, dabei aber gerade mal zwei Prozent höher lief, die Bestmarke von 15.502 auf 15.802 Punkte schob und sofort erneut in eine stabile Seitanlage überging. Das ist alles, nur nicht dynamisch. Kann das Abfangen eines bärischen Signals in der Vorwoche das ändern?

Immerhin zeigt es ja, dass das bullische Lager auf dem Posten ist. Der DAX war durch die untere Begrenzung seiner Handelsspanne um 15.300 Punkte herausgerutscht und steuerte mit Schwung auf den nächsten Support um 14.800 Zähler zu. Doch statt Anschlussverkäufen kam es am vergangenen Dienstag zu einem Doji innerhalb des vorherigen, roten Kerzenkörpers. Dieser bullische „Harami“ führte am Mittwoch zu einem Kaufimpuls, der aus dem Harami ein „Three Inside Up“ machte. Der Dax war zurück in der vorherigen Handelsspanne und die Kuh damit vom Eis. Aber eine funktionierende Defensive heißt nicht, dass man vorne auch Tore schießen kann, will heißen:

Den aktuellen Kurs und Chart des DAX sowie Kursinformationen und alle Aktien des Index finden Sie hier.

DAX: Chart vom 26.07.2021, Kurs 15.618,98 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Expertenmeinung: Erst, wenn es gelingen würde, den deutschen Leitindex auch aus dieser Handelsspanne nach oben hinauszutragen, wäre damit etwas gewonnen. Und auch dann müsste man erst einmal abwarten, was passiert. Denn sollte der DAX mit einigermaßen Dynamik auf die 15.802 zusteuern, würden sich die Verkäufer natürlich hüten, vorher auszusteigen. Warum sollte man das tun, wenn gerade ein Szenario entsteht, das die Chance bietet, auf noch höherem Level verkaufen zu können. Ein Angriff an diesen bisherigen Verlaufsrekord würde daher wohl ohne allzu große Gegenwehr ablaufen. Interessant wird es erst, wenn das letzte Hoch überboten wurde.

Denn dann wird sich zeigen, ob Anschlusskäufe kommen. Bullen, die gezielt versuchen, den Index über das bisherige Rekordhoch zu ziehen, wollen natürlich dafür einen Lohn einstreichen, indem andere auf dieses bullische Signal reagieren, oberhalb von 15.802 Punkten kaufen und so die Positionen derer, die den DAX dorthin geführt haben, in die Gewinnzone führen. Wenn diese Anschlusskäufe aber ausbleiben, wäre es keine Überraschung, wenn wir ein ähnliches Bild wie zu Beginn der vergangenen Woche sehen, nur eben auf den Kopf gestellt: Ausbruch, Gegenwehr durch Abgabedruck und dadurch eine umgehende Rückkehr in die Handelsspanne.

Könnten die anstehenden Quartalsergebnisse der DAX-Unternehmen das Risiko mindern, dass es zu einem Fehlausbruch nach oben kommt? Das könnten sie, wenn sie so überzeugend ausfallen, dass Gewinnmitnahmen, d.h. ein „selling on good news“, ausbleiben. Das werden die kommenden zwei Wochen zeigen. Der DAX sollte sich mindestens drei, vier Handelstage über dem bisherigen Hoch halten, dann hätten die Bullen es wohl geschafft. Solange aber sollte man, wenn es zu einem solchen Ausbruch nach oben kommt, auf der Hut bleiben.

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Vorherige Analysen des DAX Index

Es wirkt wie verhext: Irgendetwas war da zuletzt immer, das den Ausbruch des DAX über sein Verlaufshoch verhinderte. Es fällt indes auf, dass „bad news“ den DAX wackeln lassen, aber nicht kippen. Der Ausbruch nach oben könnte jederzeit noch kommen, es sei denn …

… dass das Momentum der Aufwärtsbewegung, d.h. deren Schwungkraft, so deutlich negativ wird, dass diejenigen chart- und markttechnisch orientierten Trader, die derzeit eisern auf der Long-Seite agieren, die Fronten wechseln. Und der Chart, der dieses Momentum (Zeitraster 20 Tage) unten mit abbildet, macht deutlich: Allzu viel würde nicht mehr fehlen, bis dieser Indikator ein neues Jahrestief markieren würde. Auch das wäre kein zwingender Auslöser für eine Abwärtswende im deutschen Leitindex. Aber käme es erst einmal so weit, müsste sich das bullische Lager schon strecken, um die Kuh vom Eis zu kriegen.

Das Momentum bildet ab, was man eigentlich auch mit bloßem Auge sehen könnte: Die Aufwärtsbewegung wird sukzessiv schwächer. Der DAX markierte zwar immer wieder neue Rekordhochs, aber das dauerte länger und führte weniger weit, als das noch bis Ende März der Fall war. Und die über die Jahre immer dominanter werdenden computergesteuerten Handelsprogramme orientieren sich oft an technischen Indikatoren wie diesem Momentum.

Es könnte also unangenehm werden, sollte dieser Indikator das bisherige, Ende April markierte Tief unterbieten. Und würden die Abgaben erst einmal die moderate, immer schnell wieder aufholbare Größenordnung der letzten Wochen übersteigen, könnte es über einen Zwischenhalt auf Höhe der zuletzt verteidigten Supportlinie bei 15.300 Punkten durchaus zügig in Richtung 14.800 Zähler bergab gehen. Wobei das zwar auch ohne besondere, negative Nachrichten denkbar wäre, aber tendenziell bräuchte es schon starker negativer Argumente auf der Nachrichtenseite, damit es zu einem größeren Abwärtsimpuls kommt. Wo sollten die herkommen?

Expertenmeinung: Viele bullisch orientierte Marktteilnehmer würden da momentan noch gelassen abwinken. Und in der Tat sieht es so aus, als würde der DAX, wenn es denn mal problematische Nachrichten gibt, diese leicht wegstecken. Das kann so bleiben … muss es aber nicht. Denn die beiden derzeit im Fokus stehenden Aspekte sind nicht so problemlos, wie es für viele wirkt: die Unternehmensgewinne und die Inflation.

DAX: Chart vom 15.07.2021, Kurs 15,629,66 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Bislang haben wir nur einige vorläufige Ergebnisse gesehen. Einige waren stark wie die von VW und Daimler, ließen aber keinen Ruck durch den Index gehen. Andere waren ernüchternd wie die von Siemens Energy – und auf solche negativen Zahlen wurde, zumindest bislang, mehr reagiert als auf die positiven. Nicht zuletzt, weil die Erwartungshaltung der Investoren sehr hoch ist. Und was die Inflation angeht, dürfte der stärker gewordene US-Dollar die Rohstoffimporte weiter verteuern, während der statistische Basiseffekt, der dazu geführt hatte, dass die deutsche Inflation im Juni leicht zurückging, wegfallen wird. Sollten zu viele nicht auf wieder anziehende Inflationsraten gefasst sein, kann das zusammen mit nicht ausreichend starken Quartalsbilanzen durchaus genau die negativen Nachrichten stellen, die kurzfristige Trader ins Bären-Lager treibt. Ein Stop Loss Long knapp unter dem Supportbereich 15.300 Punkte wäre in jedem Fall zu überlegen.

Denk‘ ich an den DAX in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht … ob es schon so weit ist, dass diese Abwandlung von Heines Gedicht die Realität im Bullen-Lager widerspiegelt, ist zwar fraglich. Aber der DAX-Chart sieht nicht gut aus. Und die Zeit läuft gegen die Bullen.

Das markante Zwischenhoch vom 19. April bei 15.502 Punkten war bis Anfang Juni ein nicht zu überwindender Widerstand. Aber immerhin gelang es, kurze, scharfe Rücksetzer im DAX jedes Mal umgehend wieder aufzuholen. Das sorgte für die nötige Schwungkraft und Zuversicht, um diesen Deckel Anfang Juni doch noch weg zu sprengen. Doch die Anschlusskäufe blieben aus. Das ist kritisch. Wenn es gelingt, sich aus einer volatilen Seitwärtsbewegung zu befreien, nur, um sofort in einer weit weniger volatilen Seitwärtsrange zu landen, wird selbst dem überzeugtesten Bullen klar, dass da etwas nicht läuft, wie es soll.

Der deutsche Leitindex vermag sich nicht von dieser Linie um 15.500 Punkte zu lösen. Sollte es gelingen, das jüngste Verlaufshoch bei 15.802 Zählern eindeutig zu überwinden, wäre die Kuh zwar vom Eis. Aber momentan sieht es nicht so aus, als fänden sich noch genug Käufer, um eben dies zu erreichen. Und das, obwohl man mit Händen greifen kann, wie wichtig ein solcher Befreiungsschlag für den Fortbestand des Aufwärtstrends wäre – kein gutes Zeichen.

DAX: Chart vom 06.07.2021, Kurs 15.511,38 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Expertenmeinung: Die Zeit läuft gegen die Bullen, weil sie damit rechnen müssen, dass ihnen mit jedem Tag, mit dem das mittlerweile negative Momentum des DAX weiter abrutscht, mehr Akteure von der Fahne gehen und aussteigen, womöglich sogar auf die Short-Seite wechseln. Aber wo läge der Punkt, unter dem man unterstellen könnte, dass das Bullen-Lager die Kurve nicht mehr so einfach bekommen wird?

Dazu sollten idealerweise zwei Dinge zugleich vorliegen. Zum einen müsste der DAX diese Zone um 15.500 Punkte deutlicher und auf Schlusskursbasis unterbieten. Der tiefste Kurs seit dem Anstieg über das April-Hoch wurde am 21. Juni bei 15.309 Zählern erreicht. Sollte der deutsche Leitindex unterhalb dieser Marke schließen und zugleich das Momentum, unten im Chart mit eingeblendet (die Einstellung ist das klassische 20-Tage-Zeitraster) unter die Tiefs vom Januar und Mai rutschen, wäre das ein markant bärisches Signal. Aber Vorsicht …

… für eine mittelfristige Abwärtstrendwende müsste noch einiges mehr passieren. Ein kurzfristig aus dem Feld geschlagenes bullisches Lager bedeutet nicht, dass man dann auf der Short-Seite einfach die Füße hochlegen könnte. Bevor man über einen umfassenderen Switch auf Short nachdenken sollte, müsste der DAX mindestens die markante Supportzone um 14.800 Punkte durchbrochen haben. Und auf mittelfristiger Ebene käme es erst zu einem Trendwechsel, wenn der DAX die Zwischenhochs vom Januar und Februar sowie die 200-Tage-Linie durchschlagen hätte. Letztere verläuft aktuell bei 14.126 Punkten, es müsste also noch einiges passieren, bevor aus nervösen, unruhigen Bullen geschlagene Bullen würden!

Am 19. April hatte der DAX 15.502 Punkte erreicht. Jetzt, über zwei Monate später, notiert er kaum höher. Das Momentum des Aufwärtstrends wird immer kleiner, es wirkt, als wäre der DAX ins Sommerloch gefallen. Aber man darf sicher sein: Die Dynamik kommt bald zurück.

Wenn man sich die vergangenen 20 Jahre beim DAX so ansieht, ist diese Zeit des Jahres zwar oft ruhig. Aber nicht selten geht es gerade dann, wenn besonders viele im Urlaub sind und viele sicher sind, dass auch am Aktienmarkt die Saure-Gurken-Zeit angebrochen ist, dafür umso heftiger zu. Das dritte Quartal ist normalerweise sehr volatil. Und es beginnt übermorgen.

Potenzielle Auslöser, um den DAX wieder in Wallung zu versetzen, gäbe es ab jetzt reichlich. Da wären z.B. die heute um 14 Uhr anstehenden Vorab-Berechnungen für die deutsche Inflation. Die Volkswirte rechnen da mit einer Jahresrate von 2,3 Prozent nach 2,5 Prozent im Mai. Aber der Rückgang läge nur an einem Basiseffekt, weil die Preise im Juni 2020 stark angezogen waren. Zum Vormonat Mai erwarten die Experten einen Anstieg der Verbraucherpreise um erneut unerfreulich hohe 0,4 Prozent.

DAX: Tages-Chart vom 28.06.2021, Kurs 15.554,18 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Sollte es da zu deutlichen Abweichungen von den Prognosen kommen, kann es gleich mal richtig hektisch werden. Und auch, wenn es eigentlich nur die USA betrifft, so dürfte auch das um 16 Uhr folgende, vom Conference Board ermittelte US-Verbrauchervertrauen für Juni genau beobachtet werden. Hier rechnen die Volkswirte mit einem leichten Anstieg von 117,2 auf 119,0 Punkte.

Morgen dann endet das zweite Quartal bzw. das erste Halbjahr. Kommt es zu „Window Dressing“ in letzter Minute, bei dem die institutionellen Investoren versuchen, ihre Performance zu optimieren, indem sie zuletzt stark gelaufene Aktien gezielt kaufen, Underperformer aber abstoßen? Dass in den letzten Tagen vor allem die Technologieindizes laufen, während sich die Blue Chip-Indizes DAX und Dow Jones seitwärts schieben, deutet an: Es läuft bereits, denn Nasdaq 100 und TecDAX hatten zuletzt mehr Schwung zu bieten. Aber wenn das neue Quartal beginnt, könnte wieder eingesammelt werden, was zuvor uninteressant schien. Und die Strategie der großen Adressen könnte überdacht und verändert werden. Ob das dem DAX zugutekommen würde, wird man abwarten müssen, bewegen wird es ihn allemal.

Ebenso wie die am Freitag anstehenden US-Arbeitsmarktdaten. 690.000 neue Jobs erwarten die Analysten da … und das spannende dabei ist: Werden es deutlich weniger, könnte man sich um ein verflachendes Wachstum sorgen. Werden es deutlich mehr, könnte man sich Sorgen um eine weiter befeuerte Inflation machen. Es wird definitiv spannend in den kommenden Tagen. Worauf gälte es beim DAX zu achten?

Für die Bären ist da bislang ja noch nichts zu holen, denn dass die Bullen langsam auf Wasser und Brot gesetzt werden, heißt ja nicht, dass nach unten etwas gehen müsste. Das würde sich dann ändern, wenn wir wieder einen dieser sich seit Mitte April häufenden Schwächeanfälle sehen würden, der dann wider Erwarten der Bullen nicht sofort wieder aufgekauft würde. In diesem Moment, in dem also diese zuletzt typische Struktur eines „runter und am Folgetag wieder rauf“ durchbrochen würde, wird es richtig spannend.

Das Juni-Verlaufstief bei 15.309 Punkten wäre da eine erste Schlüsselmarke, die besser nicht fallen sollte. Das untere Ende dieser nie wirklich signifikant nach oben verlassenen Seitwärts-Spanne vom April/Mai bei 14.816 Punkten die zweite Marke. Dann wäre der DAX auch unter diesen im Wochenchart eingezeichneten, großen Keil gefallen, aus dem er im Frühjahr nach oben ausgebrochen war und dessen obere Linie er in den letzten Monaten mehrfach verteidigen konnte … aber eben auch, des schwindenden Momentums wegen, musste.

DAX: Wochen-Chart vom 28.06.2021, Kurs 15.554,18 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Ob es gelingt, dem DAX in dieser Woche die zweite Luft zu verschaffen und er nach oben davonzieht oder ob es noch enger wird für die Bullen: Die vorgenannten Termine dürften die entsprechenden Impulse liefern. Wer fürchtet, dass es jetzt längere Zeit langweilig bleiben wird beim DAX, dürfte sich irren.

Die US-Notenbank tut – vorerst – nichts und lässt die Inflation und mit ihr den Aktienmarkt laufen. Trotzdem reagierte man an der Wall Street nervös. Warum fällt der DAX nicht? Sieht man die Inflation als reines US-Problem an? Oder steckt der heutige „Hexensabbat“ dahinter?

Natürlich war man auch am deutschen Aktienmarkt im Vorfeld nervös. Immerhin stand zu befürchten, dass ein unmittelbares Handeln der US-Notenbank den fragilen Faden aus reichlich und quasi gratis verfügbarem Geld durchschneiden und dadurch den US-Aktienmarkt massiv unter Druck setzen würde. Aber diese Nervosität drückte sich nur durch immer kleiner werdende Handelsspannen und schwindende Umsätze aus. Kaum jemand wollte aussteigen.

Aber ist das überraschend? Eigentlich nicht. Denn natürlich kann man sich sagen, dass die Inflation ein reines US-Problem ist. Dort fünf, in Deutschland zweieinhalb Prozent, dazwischen liegen scheinbar Welten. Jedoch ist es absolut nicht sicher, dass die europäischen Teuerungsraten nicht nachziehen. Und da die Wachstumsdynamik in der Eurozone weit geringer ist als in den USA, wirkt auch eine schwächere Inflation relativ stark. Das allein kann also nicht der Grund sein, wieso der DAX sich so beeindruckend stark zeigt.

Monatschart vom 17.06.2021, Kurs 15.727,67 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Aber es gibt eben noch einen anderen Aspekt, der Stabilität bzw. Aufwärtsdrang generieren kann bzw. konnte: die heute stattfindende Abrechnung von Optionen und Futures auf Aktienindizes und von Optionen auf Einzelaktien. Kann es sein, dass die Kombination aus einem zumindest auf den ersten Blick korrekten Verweisen der Inflationsgefahr nach Übersee und diesem „dreifachen Hexensabbat“ diese Robustheit hervorruft? Das kann es durchaus.

In einem Aufwärtstrend ist das Bestreben der großen Akteure am Terminmarkt, eine Abrechnung der Indizes und der im Aufwärtstrend befindlichen Einzelwerte auf einem Niveau zu erreichen, das so hoch wie möglich liegt. Die im Vorfeld der US-Notenbankentscheidung schwachen Umsätze machten ihnen das diesmal besonders leicht, denn will man gezielt „nachhelfen“, den Markt stützen und höher treiben, kommt das bei geringen Umsätzen natürlich billiger. Und da die US-Notenbank erst einmal nichts tut, ließe sich das als Freibrief für vorerst weiter steigende Kurse ansehen. Die „Fed“ wird handeln, ja … aber vorerst eben nicht. Und wer mit kurzfristigem Zeithorizont tradet, interessiert sich nicht für ein Wochen entfernt liegendes „Vielleicht“. Aber was passiert in der kommenden Woche?

Dass die „Causa Inflation“ nicht einfach vom Tisch zu wischen ist, zeigt sich ja an der zunehmenden Volatilität der US-Börsen. Dass die Inflation allemal auch bei uns noch deutlich Fahrt aufnehmen kann, weiß man. Und da man nicht absehen kann, ob diejenigen, die in den vergangenen ein, zwei Wochen nicht aktiv wurden, gerade über Zukäufe nachdenken oder im Gegenteil bereits auf gepackten Koffern sitzen, sollte man sich besser nicht zu sicher sein, dass die Reise des DAX einfach so weiter nach oben geht. Worauf gälte es zu achten, wo lägen die charttechnischen Schlüsselzonen, die halten müssen?

Auf mittelfristiger Zeitebene steht da der Bereich 14.800/14.850 Punkte im Fokus, der im Mai zweimal starkem Abgabedruck standhielt. Fiele dieser Unterstützungsbereich, wäre auch aus mittelfristiger Sicht etwas angebrannt. Auf kurzfristiger Ebene liegt die Zone, die tunlichst nicht auf Schlusskursbasis unterboten werden sollte, sehr nahe. Da geht es um den Bereich der vormaligen Rekordhochs vom April um 15.500 Punkte. Dieser Level wurde vergangene Woche zweimal getestet und hielt. Sollte er doch noch brechen, wäre damit auch die knapp darüber verlaufende 20-Tage-Linie unterboten und der Weg aus rein charttechnischer Sicht frei bis zur vorgenannten, mittelfristig relevanten Zone 14.800/14.850 Punkte. Für den Fall, dass der schöne Schein unerschütterlicher Robustheit trügen sollte, wäre es daher kein Fehler, Long-Trades mit diesen Auffangzonen als Anhalt konsequent abzusichern.

Tageschart vom 17.06.2021, Kurs 15.727,67 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Am Freitag nächster Woche steht wieder ein „dreifacher Hexensabbat“ an der Terminbörse an. In gesunden Aufwärtstrends ziehen solche Abrechnungstermine die Kurse meist höher. Können wir beim DAX darauf hoffen, dass bis zu diesem 18. Juni die 16.000 fällt?

Da die Distanz bis zu dieser nächsten, runden Marke überschaubar ist, sie dadurch für die bullischen Trader Sogwirkung entwickelt und eine solche große Abrechnung von Optionen und Futures am Terminmarkt oft „zieht“, ist die Chance nicht schlecht. Aber diesmal sollte man sich seiner Sache zumindest nicht gar zu sicher sein, denn vor diesem 18. Juni stehen noch drei Termine an, die Probleme machen könnten:

Übermorgen werden die US-Inflationsdaten für den Mai erwartet, d.h. die Verbraucherpreise. Am nächsten Dienstag, den 15. Juni, werden die US-Erzeugerpreise gemeldet. Und am Mittwoch, den 16. Juni, wird die US-Notenbank ihre Statements vorlegen. Zwar steht schon vorher, am Donnerstag, die Sitzung der EZB an. Aber wichtiger dürfte sein, was in den USA passiert, denn dort hat die Inflation Vorlauf, dort müsste die „Fed“ eher aktiv werden als die EZB, die sich immer noch damit herausreden kann, dass die Inflation bis jetzt in Bezug auf die Eurozone insgesamt „nur“ bei 2,0 Prozent liegt.

DAX: Tages-Chart vom 07.06.2021, Kurs 15.677,15 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Das kritische Element dabei ist die Intensität der Teuerung. Solange sie nicht aus dem Ruder läuft, ist der negative Effekt auf den Aktienmarkt überschaubar und muss eine laufende Aufwärtsbewegung, wie wir sie beim DAX derzeit sehen, nicht ausbremsen. Sollte der Preisanstieg in den USA aber das Tempo vom März und April beibehalten, wird es eng. Denn dann säßen die Aktienmarkt-Bullen in der Zwickmühle:

Würde die US-Notenbank etwas unternehmen, würde die EZB in deren Kielwasser wohl nachziehen. Und schon ein kleiner Griff zum Geldhahn könnte die so sehr auf billiges Geld im Überfluss angewiesenen Wachstumschancen ausbremsen. Würden die Notenbanken aber weiter abwiegeln, wäre das Risiko, dass sich die Teuerung verselbständigt, mit Händen zu greifen und dies mit Zeitverzug noch negativer für das Konsumwachstum, die Unternehmensgewinne und am Ende der Reihe für den Aktienmarkt.

Es wäre zwar trotzdem denkbar, dass die großen Akteure an den Terminbörsen stark und entschlossen genug agieren, um eine negative Reaktion im Vorfeld dieses „dreifachen Hexensabbats“ am nächsten Freitag abzufangen. Aber vergessen würden die anderen Marktteilnehmer das Inflationsproblem deswegen nicht, dazu ist es zu präsent.

Ein plötzlicher Abriss stünde also, wenn die anstehenden US-Inflationsdaten die Gemüter nicht beruhigen sollten, jederzeit im Raum, so dass es sich unbedingt anbieten würde, Long-Positionen konsequent knapp unterhalb der Unterstützungszone zwischen aktuell 15.425 (die 20-Tage-Linie) und 15.502 (das April-Hoch) Punkten abzusichern.

DAX: Monats-Chart vom 07.06.2021, Kurs 15.677,15 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Zumal das bullische Lager auch nicht übersehen haben dürfte, dass der DAX momentan auf Tages- ebenso wie auf Wochenbasis in markttechnisch überkauften Terrain unterwegs ist und allein dadurch schon für Gewinnmitnahmen anfälliger wäre.