Walt Disney Aktie Prognose Paukenschlag: Disney überholt Netflix

News: Aktuelle Analyse der Walt Disney Aktie

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Walt Disney
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Die Flut hebt alle Boote, sagt man. Aber manche hebt sie eben mehr, nämlich diejenigen, die neben den allgemeinen Trends auch noch eigene Stärke mitbringen.

Der S&P500 hat, ausgehend vom Jahrestief, eine Rallye von etwas mehr als 16% vollzogen.
Bei Disney summieren sich die Gewinne allerdings auf etwa 30%.

Die Gründe, oder zumindest einige Thesen, warum das der Fall ist, können Sie hier nachlesen:
Disney: Jetzt zum Preis von 2015 zu haben

Kurz zusammengefasst hat der Autor die These vertreten, dass das Altgeschäft von Disney die komplette Unternehmensbewertung rechtfertigt.
Hinzu kommt allerdings das äußerst erfolgreiche Streaming-Geschäft, welches aktuell noch Geld verbrennt, perspektivisch aber Milliardengewinne abwerfen wird.

Bisher wird das vom Markt noch nicht ausreichend gewürdigt, da die laufende Erholung im Altgeschäft durch die Verluste im Streaming-Segment überdeckt werden und die Profitabilität auf Konzernebene dadurch schlechter aussieht, als sie ist.

Ist das nicht erstaunlich?

Man möchte meinen, dass diese einfachen Zusammenhänge an der Börse erkannt und in den Kursen reflektiert werden.
Dass das allerdings oft nicht der Fall ist, dafür finden wir mehr als genug Beispiele in der Vergangenheit.

Ich erinnere mich beispielsweise noch sehr gut an die Situation bei GFT, die ähnlich gelagert war.
Damals, wir schrieben 2019/2020, litt der deutsche IT-Dienstleister an einem schrumpfenden Geschäft mit 2-3 Großkunden. Abseits davon wuchs man aber kräftig.

In Summe erschienen die Zahlen daher mager, doch eigentlich war klar, was perspektivisch passieren musste.
Das wachsende Geschäft gewann zunehmend an Bedeutung und die ehemaligen Großkunden verloren an Bedeutung.
Dadurch wurden die Zahlen immer besser.

Als diese Offensichtlichkeit auch der Mehrheit klar wurde, gingen die Kurse durch die Decke und schossen von 7-10 auf über 40 Euro.

Das ist nicht der Umfang des Kursanstiegs, den man bei Disney erwarten kann, aber die grundlegenden Effekte sind dieselben.

Ausblick und Bewertung

Die jüngsten Quartalszahlen deuten jedenfalls darauf hin, dass es besser läuft als bisher angenommen wurde.

Der Gewinn lag mit 1,09 je Aktie weit über den Erwartungen von 0,95 USD. Der Umsatz übertraf mit 21,5 Mrd. die Analystenschätzungen von 21,0 Mrd. USD ebenfalls deutlich.

Zum Wachstum beigetragen haben alle Segmente. Der Umsatz im Bereich Media und Entertainment kletterte um 11% auf 14,1 Mrd. USD, Disney Parks legte um 70% auf 7,4 Mrd. USD zu.
Der Umsatzanteil Direct-to-Consumer stieg um 19% auf 5,1 Mrd. USD.

Die Zahl der Disney+ Abos stieg von 137,7 auf 152,1 Millionen, bei ESPN+ kletterte die Zahl von 14,9 auf 22,8 Millionen und bei Hulu von 42,8 auf 46,2 Millionen.

Damit wäre es vollbracht, Disney hat jetzt mehr Abonnenten als Netflix.

Nun kann man sich streiten, wieviel das Streaming-Geschäft wert ist. Wenn es so viel Wert ist, wie derzeit Netflix, würde das für Disney in etwa einem Kurspotenzial von 50% entsprechen.
Sicherlich kann man auch konservativer rechnen, man kann allerdings auch ausreichend Argumente anführen, warum das Streaming-Geschäft noch wesentlich mehr wert ist.

Die naheliegendsten Argumente wären, dass Netflix in der Vergangenheit sehr viel höher bewertet war und dass Streaming für Disney vor allem auch „Zweitverwertung“ von Content bedeutet.
Man kann also bestehende Inhalte abermals monetarisieren.

Das wird vollkommen unterschätzt

Weitere Möglichkeiten ergeben sich dadurch, dass man ab Dezember auch ein werbefinanziertes Modell von Disney+ anbieten wird und damit dem Branchentrend folgt.
Die Zeit des linearen Fernsehens ist gezählt und die Werbebudgets werden perspektivisch abwandern.

Der TV-Werbemarkt in den USA hat ein Volumen von mehr als 150 Mrd. USD, davon entfallen nur 22% der Werbebudgets auf Streaming, obwohl die Verbraucher inzwischen mehr Zeit mit Streaming als dem klassischen TV verbringen.

Diese Diskrepanz wird sich auflösen, wir erleben gerade den Beginn davon.

Chart vom 12.08.2022 – Kurs: 118 Kürzel: DIS - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 12.08.2022 – Kurs: 118 Kürzel: DIS – Wochenkerzen

Disney hat eine größere Aufwärtsbewegung vollzogen, scheint aber vorerst an der oberen Aufwärtstrendlinie gescheitert zu sein.
Möglicherweise kommt es jetzt zu einem Rücksetzer in Richtung 110 USD, bevor die nächste Aufwärtsbewegung startet und ein Ausbruch über die höhere Aufwärtstrendlinie gelingt.

Kommt es zu einem Ausbruch, könnte das den Weg in Richtung 130 und 145 USD ebnen.

Für antizyklische Investoren wäre ein Rücksetzer bis 110 USD oder tiefer ebenfalls interessant.
Aus technischer Sicht reihen sich die Unterstützungen darunter regelrecht auf, da auf diesem Niveau eine ganze Reihe von markanten Trendwendepunkten liegt.

Aus Sicht der Bullen sollte es keinesfalls unter 80 USD gehen.

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Vorherige Analysen der Walt Disney Aktie

Ein wildes Auf und Ab. Was fängt man nur mit Disney an? Wie ist die Aktie überhaupt einzuordnen? Diese Frage stellen sich wohl viele Anleger.

Zu welcher Antwort man kommt, hängt maßgeblich davon ab, welchen Zeithorizont man hat und welche Perspektive man einnimmt.

Wer schon sehr lange dabei ist, beispielsweise seit zehn Jahren oder mehr, der hat sein Geld vervielfacht.
Wer allerdings seit 5 Jahren dabei ist, der schaut in die Röhre. So viel zum Thema Performance.

Richtig kompliziert wird es allerdings erst auf geschäftlicher Ebene. Disney hat massiv unter den Beschränkungen der letzten beiden Jahre gelitten. Die Parks und Hotels waren zeitweise geschlossen.
Das Kinogeschäft fiel ebenfalls weg und wann Kreuzfahrten wieder so profitabel wie dereinst werden, steht ebenfalls in den Sternen.

Hinzu kommt der tiefgreifende Wandel des Konzerns in Richtung Streaming.

Bereits bei oberflächlicher Betrachtung erkennt man also, dass es sich um eine komplexe Geschichte handelt.
Bei Disney sind etliche Rädchen in Bewegung und die verschiedenen Themen überlagern einander.
Dadurch ist es sehr schwer, wirklich zu durchschauen, was vor sich geht.

Drei Fragezeichen

Um die Situation bei Disney zu verstehen, muss man die ganze Sache ein wenig aufsplitten und als einzelne Fragestellungen betrachten.
Die erste Frage ist, ob Disney ein Outperformer sein kann, obwohl die Aktie heute auf dem Niveau von 2015 notiert.
In einem nächsten Schritt muss man die verschiedenen Geschäftszweige einzeln betrachten. Glücklicherweise reicht es aus, Disney in zwei Bereiche zu teilen.

Die Antwort auf die erste Frage, ist, wie bereits angeschnitten, maßgeblich vom Zeithorizont abhängig.
Je weiter man allerdings zurückgeht, desto mehr sieht Disney nach einem Outperfromer aus.

Das ist aber nur ein erster Hinweis. Mehr Hinweise liefern die Geschäftszahlen. In den acht Jahren vor Corona (2012 – 2019) konnte Disney den Umsatz von 42,28 auf 69,67 Mrd. USD steigern.
Der Gewinn legte in diesem Zeitraum von 3,07 auf 5,77 USD je Aktie zu.

Das kann sich sehen lassen. Nun drängt sich aber die Frage auf, warum die Aktie im überwiegenden Teil dieser Zeit nicht gestiegen ist, schließlich war die Rallye 2015 bereits zu Ende.

Der Hauptgrund dafür war, dass die Aktie bis 2015 eine jahrelange Rallye vollzogen hatte und hoch bewertet war.

Zwei Teile

Es folgte eine langwierige Seitwärtsphase und gerade als die Aktie 2019 ein neues Allzeithoch erreicht hatte, kam Corona dazwischen.
Seitdem ist die Aktie von enormer Volatilität geprägt.

Das gab es bei Disney in dieser Form noch nicht und ist der Ausdruck, der eingangs beschriebenen Unsicherheit.
Dabei ist die Situation gar nicht so kompliziert, wie man meinen sollte.

Unter dem Strich stellt sich die Lage meines Erachtens wie folgt dar:
Disney hat das Bestandsgeschäft, also alles abseits von Streaming, welches vor Corona nahezu 10 Mrd. USD an freien Cashflow erwirtschaftet hat.

Es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass man perspektivisch nicht wieder eine ähnliche hohe Profitabilität erreichen wird und das Bestandsgeschäft mit Filmen, Parks & Co. nicht wieder auf den Wachstumspfad zurückkehrt.

Damit lässt sich der Börsenwert von 190 Mrd. USD recht einfach rechtfertigen. Ein P/FCF von 19.

Streaming

Hinzu kommt das Streaming-Geschäft, welches anfänglich natürlich Unsummen verschlingt, perspektivisch aber der größte Wachstumstreiber im Konzern sein wird.

Darüber hinaus ist es wohl für kein anderes Unternehmen sinnvoller als für Disney, einen eigenen Streaming-Service anzubieten.
Schließlich hat niemand so viel Content wie Disney.

Das dürfte den Umsatz bis 2024 auf mehr als 100 Mrd. USD anschwellen lassen.
Nun kann man sich die Frage stellen, welches KUV realistisch ist. In der Vergangenheit lag es bei Disney selten unter 3,0. Aktuell sind wir bei 2,48.

Darf man den Prognosen Glauben schenken und unterstellt mittelfristig eine Rückkehr zu einem KUV von 3, müsste Disney auf 170 USD steigen.

Man könnte andere Rechnungen anstellen und noch wesentlich höhere Kursziele ableiten, aber wir belassen es dabei.

Langfristige Ziele

Es wäre auch gut möglich, dass die bisherigen Prognosen zu niedrig sind. Disney hat vergangene Woche zwar eher enttäuschende Zahlen vorgelegt, dabei wurde aber womöglich etwas übersehen, oder zu wenig beachtet.

Disney verzeichnet nach wie vor ein massives Wachstum bei den Streaming-Kunden.

Die Zahl der Disney+ -Abos ist auf Jahressicht um 33% auf 137,7 Millionen gestiegen. ESPN + verzeichnete sogar ein Plus von 62% auf 22,3 Millionen Kunden.
Bei Hulu stiegen die Nutzerzahlen um 10% auf 45,6 Millionen.

In Summe hat man im Streaming-Bereich einen Umsatzsprung um 23% auf 4,9 Mrd. USD erzielt, in einem Quartal.

Das dürfte aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein. In vielen Ländern sind die Streaming-Services noch nicht verfügbar, doch das wird sich ändern.

Der Konzern erwartet daher, dass die Zahl der Disney+ Abos in den kommenden beiden Jahren auf 230–260 Millionen steigen wird.

Chart vom 16.05.2022 - Kurs: 107,33 Kürzel: DIS - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 16.05.2022 – Kurs: 107,33 Kürzel: DIS – Wochenkerzen

Aus technischer Sicht reihen sich die Unterstützungen zwischen 100 und 80 USD regelrecht auf, da auf diesem Niveau eine ganze Reihe von markanten Trendwendepunkten liegt.
Die Chancen stehen also gut, dass auf diesem Niveau abermals ein Boden ausgebildet wird. Prozyklische Signale würden sich hingegen über 120 USD ergeben.

Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung, für die Börse gilt das umso mehr. Dort schlagen sie sich quasi gehebelt nieder. Wie ist Disney nach dem Absturz einzuschätzen?

Denn all die realwirtschaftlichen Umwälzungen wirken sich um ein Vielfaches verstärkt auf die Aktienkurse aus.

Ein konkretes Beispiel:
Das Bruttoinlandsprodukt der USA ist 2020 nur um 3,5% gesunken, die Aktienmärkte sind zeitweise aber um 35% eingebrochen.

Das soll nur verdeutlichen, zu welch extremen Schwankungen und Übertreibungen die Börse tendiert.
Selbstverständlich war die wirtschaftliche Lage damals dramatisch und die Zukunft ungewiss.
Aber wie wahrscheinlich war es, dass Unternehmen in allen noch kommenden Jahren 35% weniger verdienen würden? Genau das wurde aber eingepreist.

Ähnlich sieht es bei Einzelaktien aus. Gute oder schlechte Geschäftsjahre oder Quartale lösen Bewegungen aus, als würde sich dadurch die gesamte Zukunft ändern.

Das ist aus meiner Sicht einer der Hauptgründe, warum es vielen Anlegern so schwerfällt, das Kursgeschehen zu durchschauen.
Vieles wirkt zufällig, ist es in Wirklichkeit aber nicht.

Wenn ihr Zeithorizont 5 oder 10 Jahre ist, ergibt sich ein erstaunlich klares Bild. Und das sollte ihr Zeithorizont sein.

Ein Griff in die Zitate-Kiste

An dieser Stelle sind wir mal wieder an dem Punkt angekommen, an dem mir etliche Zitate in den Sinn kommen.

Vielleicht beginnen wir mit Benjamin Graham höchstselbst:
„In the short run, the market is a voting machine, but in the long rund it is a weighing machine.“

Warren Buffet: „The stock market is a device for transferring money from the impatient tot he patient.“

Mich erstaunt es immer wieder, wie viel Weisheit in manchen dieser Zitate stecken. Oft genug geht einem nach Jahren noch ein zweites oder drittes Licht auf.

Lange genug

Kommen wir zurück zu Disney. An Volatilität mangelt es hier sicherlich nicht. Wie bei den meisten Aktien lösen einzelne Quartale mitunter größere Bewegung aus.

Wer allerdings lange dabei ist, für den spielt das kaum eine Rolle. Nach einem Jahrzehnt hat man sein Geld vervielfacht und mehr als ein Viertel des eingesetzten Kapitals in Form von Dividenden zurückbekommen.

Daraus ergibt sich eine ganze einfache Schlussfolgerung. Liegt man mit der zukünftigen Geschäftsentwicklung direktional richtig und zahlt keinen zu hohen Preis, wird man langfristig ein erfreuliches Ergebnis erzielen.

Wer zu viel zahlt, den kostet es zwar Rendite, liegt man direktional richtig, wird man aber wenigstens kein Geld verlieren.

Das steht in einem groben Gegensatz zu den Ergebnissen der meisten Trader und Anleger, die ständig das nächste große Ding jagen.

Disney Direktional

Auf den ersten Blick wirkt Disney nicht gerade wie ein Schnäppchen, denn die P/E liegt bei 122.
Doch so einfach kann man es sich natürlich nicht machen.

Disney leidet schwer unter der Pandemie, das Ergebnis ist dadurch komplette kollabiert.

Direktional hat sich allerdings nicht viel geändert. Perspektivisch wird Disney wieder so viel wie vor der Krise verdienen und mehr.
Das Altgeschäft ist heute noch mindestens genauso viel Wert wie vor Corona.

Hinzu kommt alles, was in der Zwischenzeit angestoßen wurde. Der wichtigste Punkt ist sicherlich Disney+.
Ich hatte in vorherigen Analysen immer wieder darauf hingewiesen, welches ungeheure Potenzial hier schlummert.

Der Katalog an Filmen, Serien und Franchises ist schier unendlich. Durch einen eigenen Streaming-Service kann man diese alten Inhalte abermals monetarisieren und bei neuen Serien und Filmen vereinnahmt man zukünftig einen größeren Anteil der Umsätze.

Was ist Disney+ wert?

Und Disney hat auch ohne Frage das notwendige Kleingeld, um in diesem Bereich mitzuspielen. Im Nachhinein ist es vielmehr vollkommen unverständlich, warum die entsprechenden Schritte nicht früher unternommen wurden.
Disney produziert ohnehin ähnlich viel Content wie Netflix und verzeichnete vor der Pandemie trotzdem einen Gewinn von 12,6 Mrd. USD.

Am Ende ist die Überlegung in Bezug auf Disney recht simpel. Wenn man unterstellt, dass das Altgeschäft heute so viel Wert ist wie irgendwann zwischen 2015 und 2019, dann deckt das den kompletten Börsenwert.

Den Streaming-Bereich bekommt man beim aktuellen Kurs quasi geschenkt. Doch was könnte Disney+, ESPN+ & Co. Wert sein?

Nehmen wir an, dass der Umsatz, den Disney in diesem Segment verzeichnet, denselben Wert hat, wie der von Netflix.
Dann ist das Streaming-Geschäft von Disney atemberaubende 123 Mrd. USD Wert.

Betrachtet man es auf diese Weise, dann hat Disney 50% Kurspotenzial, zuzüglich dem zu erwartenden Wachstum.

Und es gäbe durchaus auch Argumente, die für höhere Multiplikatoren als bei Netflix sprechen. Zum Beispiel die Zweitvermarktung alter Inhalte, die faktisch kaum Kosten verursacht und entsprechend gewinnbringend ist.
Des Weiteren der Faktor, dass Disney+ noch ganz am Anfang steht und preislich unter den meisten Konkurrenzprodukten angesiedelt ist.

Disney+ kostet im wichtigen US-Markt beispielsweise 8 Dollar pro Monat. Netflix kostet 10, respektive 15,49 USD inklusive HD.
Disney kann und wird die Preise erhöhen.

Chart vom 28.01.2022 Kurs: 134,34 Kürzel: DIS - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 28.01.2022 Kurs: 134,34 Kürzel: DIS – Wochenkerzen

Die Aktie hat zuletzt trotzdem korrigiert, so wie eben alle Aktien von Zeit zu Zeit korrigieren.
Aus technischer Sicht ist die Aktie auf ein interessantes Niveau zurückgekommen. Zwischen 135 und 120 USD reihen sich die Supports in Fünferschritten auf. Das untere Ende des mehrjährigen Aufwärtstrends liegt bei 122 USD.

Als langfristiger Investor könnte man also langsam einen Fuß in die Türe stellen und bei etwaiger Marktschwäche sukzessive aufstocken.

Disney hat die Erwartungen nicht erfüllt und die Aktie wurde abgestraft. Inzwischen ist der Kurs weit vom Hoch entfernt.
Günstig sieht Disney auf den ersten Blick trotzdem nicht aus. Geht es noch eine Etage tiefer?

Enttäuschend

Man muss nichts beschönigen. Die letzten Quartalszahlen waren enttäuschend, darüber hinaus belasten Einmaleffekte das Ergebnis zusätzlich.

Disney leidet unter der Pandemie und den damit einhergehenden Vorschriften der Behörden. In diesem Jahr dürfte das eine Milliarde an zusätzlichen Kosten verursachen. Gleichzeitig laufen die Freizeitparks, Kinos & Co. noch nicht auf Hochtouren.

Unter dem Strich hat das dazu geführt, dass der Gewinn in Q4 mit 0,37 je Aktie weit unter den Erwartungen von 0,52 USD lag. Der Umsatz verfehlte mit 18,5 Mrd. die Analystenschätzungen von 18,8 Mrd. USD ebenfalls.

Die zahlenden Nutzer von Disney+ sind mit 118,1 Millionen auch hinter den Erwartungen von 119,6 Millionen zurückgeblieben.
Nachdem man in kürzester Zeit über 100 Millionen Abo-Kunden gewinnen konnte, sollte man die Kirche allerdings im Dorf lassen.

Bei ESPN+ konnten die Abozahlen auf Jahressicht von 10,3 auf 17,7 Millionen gesteigert werden. Bei Hulu ging es von 36,6 auf 43,8 Millionen aufwärts.

Bald größer als Netflix?

Es fehlt nicht mehr viel und Disney hat mehr Streaming-Kunden als Netflix. Beide Unternehmen kommen übrigens fast auf denselben Börsenwert, Netflix auf 291 Mrd. USD, Disney auf 294 Mrd. USD.

Wenn man es aus dieser Warte betrachtet, ist Disney plötzlich gar nicht mehr so teuer, oder es sind eben beide Aktien überbewertet. Es ist aber ein erster Hinweis, dass Disney günstiger sein könnte, als man annimmt.
Hinzu kommt das ganze „reguläre“ Altgeschäft mit all den starken Franchises von Mickey Mouse über Marvel bis hin zu Star Wars, Freizeitparks, Merchandise und so weiter. Disney+ und ESPN+ gibt es schließlich noch nicht lange.

Das kostet Geld

Bei Disney kommen also gleich mehrere Faktoren gleichzeitig zusammen, die das Geschäft belasten.

Freizeitparks und Kinos sind/waren wegen Corona geschlossen. Für Kinos oder Disney Cruise Line gilt dasselbe.
Die Margen kommen kommt durch die pandemiebedingten Zusatzkosten zusätzlich unter Druck.

Darüber hinaus ist der Aufbau der Streaming-Services mit gigantischen Anlaufkosten verbunden.

Ohne diese negativen Einflüsse könnte Disney allein mit dem Altgeschäft 10-13 Mrd. USD an Jahresgewinn einfahren.
Ich würde behaupten, dass man diesen Unternehmensteilen ohne Probleme eine P/E von 20 zugestehen könnte.
Das würde dann bereits 200 – 260 Mrd. des Börsenwerts abdecken.

Hinzu kommt das Potenzial im Streaming-Segment. Durch die Zweitverwertung von einer astromischen Menge von Content, die Disney ohnehin besitzt, könnten die Margen hier perspektivisch wesentlich höher sein als die von Netflix.

Gesteht jedem Abonnenten von Disney+, ESPN und Hulu auch nur die Hälfte an Wert zu, die jeder Abo-Kunden bei Netflix repräsentiert, dann könnte man damit nochmal 125 Mrd. USD an Börsenwert rechtfertigen.
Folgt man dieser Logik wäre Disney unterbewertet und hätte 10 – 28% Potenzial.

Wie der Zufall so will, entspricht diese Rechnung am oberen Ende exakt dem bisherigen Allzeithoch.

Das bedeutet aber noch lange nicht, dass der Kurs das von heute auf morgen widerspiegeln muss.
Wer noch nicht engagiert oder ein disziplinierter antizyklischer Investor ist, hofft natürlich, dass es eine Etage tiefer geht.

Chart vom 15.11.2021 Kurs: 159,66 Kürzel: DIS - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 15.11.2021 Kurs: 159,66 Kürzel: DIS – Wochenkerzen

Fällt die Aktie jetzt unter 160 USD, kommt es zu einem Verkaufssignal. Für antizyklische Investoren wären die Unterstützungszonen zwischen 145 und 150 sowie 120 – 130 USD interessant.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der Unterhaltungsriese gab zu Wochenbeginn bekannt, dass es seinen Streaming-Dienst Disney+ für einen begrenzten Zeitraum für lediglich 1.99 USD zur Verfügung stellt. Dies soll das mittlerweile etwas langsamere Wachstum beschleunigen und somit die Abozahlen wieder anziehen lassen. Aktionäre reagierten freundlich auf die jüngsten Nachrichten und die Disney-Aktie konnte den Ausbruch über die eingezeichnete Abwärtstrendlinie weiter fortsetzen. Somit steigt die Hoffnung, dass nun alsbald auch die Seitwärtskonsolidierung des letzten halben Jahres nach oben verlassen werden könnte. Der Trend befindet sich nach wie vor in einer neutralen Phase.

Expertenmeinung: Der Breakout zum Ende der vorigen Woche ist kaum zu übersehen. Die Chancen stehen nun gut, dass die Kurse sich schon bald wieder dem Widerstand bei rund 187.50 USD nähern dürften. Danach könnte das Papier die Rallye, welche im vorigen Jahr gestartet wurde, eventuell weiterführen. Spannend wird es für Disney-Fans dann noch zur Wochenmitte. Am Mittwoch nach Börsenschluss wird der Konzern seine Ergebnisse zum abgelaufenen Quartal präsentieren. Dies dürfte zum Wochenschluss für weitere starke Bewegungen sorgen. Wir stufen das Papier vorläufig mit bullisch ein.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 08.11.2021 Kurs: 176.87 Kürzel: DIS | Online Broker LYNX