VARTA: Ein Doppeltief als Basis der nächsten, großen Rallye?

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Varta
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Zur Varta Aktie

Die VARTA-Aktie hat oberhalb mittelfristig entscheidender Unterstützungen ein kleines Doppeltief vollendet, der Trendfolge-Indikator MACD hat ein Kaufsignal generiert. Das sieht nach Aufwärtswende aus. Aber ein genauer Blick zeigt: Noch sind die Bullen nicht „durch“!

VARTA wächst seit 2018 in einem beeindruckenden Tempo. Der Gewinn pro Aktie stieg 2018 um 83 Prozent zum Vorjahr. 2019 waren es sogar 94 Prozent, 2020 schaffte VARTA 84 Prozent Gewinnwachstum. Dieses ungewöhnliche Wachstumstempo zeichneten viele Anleger, aber auch so mancher Analyst, Anfang 2021 mit dem Lineal in die Zukunft. Und das wurde den Bullen zum Verhängnis.

Denn ja, VARTA wird auch 2021 beeindruckend wachsen. Wenn die aktuelle, durchschnittliche Gewinnschätzung richtig liegt, werden erneut 40 Prozent mehr verdient als im Vorjahr. Aber das ist eben deutlich weniger, als viele eingangs des Jahres dachten. Die Aktie wurde daraufhin bei jeder Rallye scharf abverkauft, im Januar, im Februar, im August. Aber die Käufer kamen unverdrossen immer wieder, warum nicht auch jetzt, nachdem der Kurs in den vergangenen Wochen ein kleines Doppeltief gebildet und mit dem gestrigen Kursanstieg vollendet hat?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Varta Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Möglich wäre eine solche Rallye allemal. Aber noch ist die entscheidende Widerstandszone nicht überboten. Der Blick auf den Chart zeigt, dass zwar das Zwischenhoch zwischen den beiden Tiefs der letzten Wochen, das bei 120,95 Euro liegt, am Dienstag überwunden wurde. Aber die auffällige Kurslücke, das „Gap Down“, das Mitte September entstand, wurde durch den gestrigen Anstieg nur geschlossen. Es muss auf Schlusskursbasis überwunden werden. Und dann wäre da noch die wichtige 200-Tage-Linie. Die wartet bei knapp 130 Euro. Erst, wenn VARTA auch diese Linie bezwungen hätte, wäre der Weg nach oben erst einmal frei.

Was indes möglich wäre, zumal die Bullen ein neues Motiv hätten. Denn VARTA meldete in der vergangenen Woche, dass man in den Bau von Batterien für Elektrofahrzeuge einsteigen will. Die „Pilotproduktion“ soll bereits Ende dieses Jahres beginnen, größere Mengen sollen in zwei Jahren hergestellt werden. Das würde das Wachstum neu beleben, würde eine starke mittelfristige Perspektive liefern. Aber bevor sich das in Heller und Pfennig in der Bilanz niederschlagen könnte, würde es eben 2024 werden. Ob das hilft, die Aktie hier und jetzt wieder in Fahrt zu bringen, müssen die Bullen erst einmal beweisen, indem sie den Kurs über 130 Euro in „offenes Wasser“ bekommen.

Chart vom 12.10.2021, Kurs 123,40 Euro, Kürzel VAR1 | Online Broker LYNX

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Kurse des baden-württembergischen Batteriekonzerns hat es in den letzten Wochen ordentlich erwischt. Seit Mitte August kennt die Varta-Aktie nur noch eine Richtung und diese zeigt deutlich Richtung Süden.

Bereits in meiner letzten Analyse hatte ich den angeschlagenen Chart näher besprochen. Die Kurse begannen sich zwar nach der ersten Schockwelle zu stabilisieren, doch das bärische Momentum, welches vor allem von den fallenden gleitenden Durchschnitten bestimmt wurde, drückte auf die Stimmung. Zuletzt wurde auch das Pivot-Tief bei 122.85 EUR gebrochen und die Bären haben mittlerweile vollends das Ruder in die Hand genommen. Doch gibt es auch einen Grund zur Hoffnung?

Expertenmeinung: Aktuell überwiegen nach wie vor die negativen Signale, doch die nächste wichtige Unterstützung ist nicht mehr allzu weit entfernt. Wir betrachten hierbei das Pivot-Tief des Monats März, welches bei 107.65 EUR gebildet wurde. Je rascher und steiler wir uns diesem Niveau nähern, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse hier vorübergehend einen Boden bilden dürften. Hier könnte zumindest eine vorübergehende Zwischenrallye gestartet werden. Ob es in Folge auch zu einer nachhaltigen Trendwende reichen wird, bleibt natürlich abzuwarten.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 24.09.2021 Kurs: 117.15 Kürzel: VAR1 | Online Broker LYNX

Mehrere massive Kaufwellen brachten der VARTA-Aktie in diesem Jahr zwar neue Rekorde. Aber heute steht die Aktie in etwa dort, wo sie das Jahr 2020 beendet hatte. Doch VARTA selbst wächst weiter, was bedeutet: Die Aktie ist heute billiger als zu Jahresbeginn. Kaufen?

Ende 2019 hatte die VARTA-Aktie ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 100 erreicht, aktuell liegt es auf Basis der durchschnittlichen Analystenprognose des 2021er-Gewinns um 37. Wenn man sich ansieht, dass VARTA auch 2021 weiter wächst und wie immens das Umsatz- und Margenwachstum seit 2018 ausgefallen war, scheint es zu der Entscheidung, hier unbesehen zuzugreifen, eigentlich keine Alternative zu geben. Aber so einfach ist es dann eben doch nicht.

Das Problem ist, dass Anleger und Analysten ursprünglich davon ausgingen, dass das Wachstum im selben, atemberaubenden Tempo weitergeht wie in den Jahren zuvor. Diesen Zahn zog VARTA den Akteuren im Zuge der unternehmenseigenen Perspektive für das laufende Jahr. Dadurch kam es zu den beiden heftigen Selloffs zu Jahresbeginn. Und kaum hatte die Aktie im August wieder Kurs auf das bisherige Rekordhoch genommen, verfehlte VARTA mit seinen Halbjahreszahlen die Prognosen der Analysten und sackte erneut sang- und klanglos in die Tiefe. So etwas setzt sich im Hinterkopf vieler Akteure fest, man empfindet eine solche Aktie als riskant, bekommt den Eindruck, hier wie auf Treibsand unterwegs zu sein. Einfach zuzugreifen könnte hier also gefährlich sein. Wie könnte man also vorgehen?

Expertenmeinung: Dass die aus dem Juni 2020 stammende, mittelfristige Aufwärtstrendlinie am Montag signifikant gebrochen wurde und VARTA zu den schwächsten Aktien im Rahmen eines wankenden Gesamtmarkts gehörte, deutet an, dass Short-Seller hier aktiv darauf hinwirken könnten, einen Test der wichtigen, potenziellen Unterstützungszone im Bereich 99/108 Euro zu provozieren. Dass diese Zone nachhaltig unterboten würde, ist zwar aus aktueller Sicht nicht allzu wahrscheinlich, ausschließen darf man das aber nicht. Denn ob VARTA auch von den weltweit steigenden Rohstoffkosten und/oder Lieferengpässen betroffen ist, geht aus dem Halbjahresbericht vom 13. August nicht hervor … was aber nicht sicherstellt, dass es da nicht noch zu bremsenden Effekten kommen könnte.

Daher würde es sich anbieten, erst dann über den Einstieg nachzudenken, wenn es gelingt, Widerstandslinien, die normalerweise von den Short-Sellern aktiv verteidigt würden, zu überwinden. Dann hätte man einen höheren Grad an Sicherheit, dass man nicht ausgerechnet kurz vor einem erneuten Selloff einsteigt – und zugleich die Möglichkeit, einen charttechnisch fundierten und engen, knapp unter gerade bezwungene Chartmarken zu platzierenden Stoppkurs anzusetzen. Derzeit läge die Zone, welche die VARTA-Aktie dazu überbieten müsste, zwischen 121 und 130 Euro, auf der Oberseite definiert durch die aktuell nah beieinander liegenden 20-Tage- und 200-Tage-Linien. Solange dieser Befreiungsschlag nicht gelungen ist, wiegen aktive Short-Seller schwerer als das in der Tat jetzt relativ günstige KGV der Aktie.

Chart vom 21.09.2021, Kurs 115,25 Euro, Kürzel VAR1 | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die leicht unter den Erwartungen liegenden Halbjahreszahlen haben im August einen massiven Kursrutsch beim deutschen Batteriehersteller ausgelöst. Die Varta-Aktie ging von einem Aufwärtstrend in eine neutrale Verkaufsphase über und nach wie vor hat das Papier mit stetigem Verkaufsdruck zu kämpfen.

Dabei sah es bis Anfang August noch so gut aus. Aktuell sehen wir eine Mischung von Anlegern, welche kalte Füße bekommen und jenen, welche versuchen, ein vermeintliches Schnäppchen zu ergattern. Tatsache ist, dass der Chart schwerstens angeschlagen aussieht und die Karten rund um das Niveau von 122/123 EUR neu gemischt werden.

Expertenmeinung: Derzeit können wir dem Titel bestenfalls neutrale Aussichten mit auf den Weg geben, denn positive Signale sind aktuell absolut keine auszumachen. Die gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 signalisieren Verkaufsdruck und agieren aktuell als Widerstände im Chart.

Bleibt nur noch die Hoffnung, dass das im August gebildete Tief bei 122.85 EUR hält. Sollte dieses gebrochen werden, könnten die Kurse sogar unter 110 EUR fallen, wo sich der nächste wichtige Support im Chart befindet. Schnäppchenjäger sollten sich daher noch etwas gedulden und lieber einmal abwarten, ob die erste Unterstützung im Chart überhaupt gehalten werden kann. Dann sehen wir weiter.  

Aussicht: NEUTRAL

Varta Aktie: Chart vom 13.09.2021 Kurs: 126.40 Kürzel: VAR | Online Broker LYNX


Zu Jahresbeginn hatten es die Bullen übertrieben, eine scharfe Korrektur war die Folge. Doch kaum war die ausgestanden und die VARTA-Aktie wieder nah an den bisherigen Hochs, wurde sie von der Halbjahresbilanz abgeschossen. Und bislang kommen die Käufer nicht zurück.

Die Rallye im Januar wurde heftig abverkauft. Die erneute Rallye im Februar landete dann sogar auf einem noch tieferen Niveau. Und auch der dritte Versuch im August, nach den Sternen zu greifen, ging schief, weil die Halbjahresbilanz die Analystenerwartungen verfehlte und damit die „Flüsterschätzungen“ der meisten Anleger, die gemeinhin höher liegen, erst recht. Kein Wunder also, dass die Bullen jetzt zögern, es noch einmal zu versuchen: gebranntes Kind scheut das Feuer.

Das Problem ist, dass neben der Wirkung von drei abverkauften Aufwärtsbewegungen binnen weniger Monate auch noch die vorherige Goldgräberstimmung dahin ist. VARTA hatte drei Jahre lang gewaltige Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn vorzuweisen. Das führte dazu, dass viele dieses Wachstumstempo einfach mit dem Lineal in die Zukunft verlängerten. Umso heftiger war die Reaktion daher, als VARTA für 2021 ein weit geringeres Wachstum avisierte, als man sich das vorher ausgemalt hatte. Was auch für viele Analysten galt. Heute liegt deren durchschnittliches Kursziel nur noch bei 118 Euro und damit unterhalb des aktuellen Aktienkurses, auch mit dem momentan höchsten Kursziel von 143 Euro wäre aus Sicht der Bullen kein Staat zu machen.

Expertenmeinung: Dass jetzt nach oben, zumindest momentan, ein Deckel drauf ist, bedeutet noch nicht automatisch, dass die Aktie nach unten wegrutschen müsste. Denn das Wachstum soll ja weitergehen, d.h. die Perspektive bleibt grundsätzlich positiv. Und die Aktie notiert derzeit deutlich tiefer, ist dadurch also von der Bewertung her nicht mehr überteuert. Lag das Kurs/Gewinn-Verhältnis Ende 2019 noch bei 100, ist es jetzt auf Basis der momentanen 2021er-Analysten-Gewinnschätzung auf 40 zurückgekommen. Das wäre kein Grund, die Aktie weiter zu drücken. Was sie aber nicht davor feit, dass es doch passiert, denn:

Wenngleich eine zu hohe Bewertung kein Argument mehr ist und die große, überzogene Spekulation aus dem Kurs heraus ist: Das Chartbild an sich könnte die Bären locken, einmal mit der Brechstange zu versuchen, einen Abverkauf zu provozieren. Die Gelegenheit dafür wäre aktuell jedenfalls günstig. Sie sehen im Chart, dass der VARTA-Kurs nach dem von der Halbjahresbilanz ausgelösten Abverkauf nicht mehr in Fahrt kam. Die Aktie wurde zwar stabilisiert, von einer ernsthaften Gegenbewegung nach oben aber keine Spur.

Das deutet an, dass die Käuferseite nervös ist, im Zweifel die Finger weglässt – eine gute Basis für eine Short-Attacke, zumal die Aktie dadurch nicht von ihrer 200-Tage-Linie (128 Euro) wegkommt, die zusammen mit der bei derzeit knapp 120 Euro verlaufenden, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie die entscheidende Unterstützungszone bildet. Sollten diese beiden Linien fallen, wäre der Weg nach unten erst einmal frei. Daher wäre es riskant, bei VARTA unmittelbar zuzugreifen. Das wäre erst dann zu überlegen, wenn die Aktie entweder diese Supportzone 120/128 Euro testet und glaubwürdig verteidigt oder aber direkt mit Schlusskursen über 140 Euro der Ausbruch aus der momentanen Mini-Handelsspanne nach oben gelingt.

VARTA-Aktie: Chart vom 03.09.2021, Kurs 133,60 Euro, Kürzel VAR1 | Online Broker LYNX

In den drei Tagen um die Vorlage der Halbjahresbilanz verlor die VARTA-Aktie fast 20 Prozent. Doch dieser Abverkauf drückte den Kurs in eine mittelfristig entscheidende, charttechnische Supportzone – und die hielt. Aber noch ist offen, ob man nicht „vorerst“ hinzufügen sollte.

Dass VARTA nach drei Jahren atemberaubenden Wachstums im laufenden Jahr langsamer wachsen würde, hatten viele zu Beginn des Jahres 2021 ganz und gar nicht erwartet. Zu viele, auch in Kreisen der Analysten, hatten das Wachstum mit dem Lineal in die Zukunft verlängert. Die Reaktion waren zwei heftige Abwärtsimpulse im Februar. Dann begann die Aktie sich zu stabilisieren … und aus einer soliden Bodenbildung über der im Juni 2020 etablierten, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie heraus formte sich ein neuer Aufwärtstrend. Die Aktie nahm im Vorfeld der am 13. August vorgelegten Halbjahreszahlen schon wieder Kurs auf das bisherige Rekord-Verlaufshoch bei 181,30 Euro. Aber schon einen Tag vor der Bilanz begannen die ersten, sich in Deckung zu begeben. Und sie sollten damit Recht behalten.

Denn das Ergebnis des ersten Halbjahres lag nicht besonders deutlich über dem des Vorjahreszeitraums, zudem wurden die durchschnittlichen Prognosen der Analysten verfehlt. So lag der Umsatz bei 397,6 Millionen Euro, die Analystenprognose bei 405 Millionen. Das bereinigte EBITDA (Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und um Sondereffekte bereinigt) landete mit 112,3 Millionen Euro ebenfalls unter dem, was die Experten im Vorfeld geschätzt hatten (116 Millionen). Da die „Whisper Numbers“, die „Flüsterschätzungen“ der Anleger, in der Regel über solchen Durchschnittsprognosen liegen, war es keine Überraschung, dass die VARTA-Aktie umgehend noch einige Etagen tiefer fiel, als die Zahlen auf den Tisch kamen. Doch dann hielt die mittelfristig entscheidende Unterstützungszone:

Expertenmeinung: VARTA tauchte in die breite Auffangzone zwischen 119 und 133 Euro ein, die auf der Unterseite durch die obengenannte, mittelfristige Aufwärtstrendlinie definiert wird. Die Aktie rutschte zwar am 13. August kurz unter die 200-Tage-Linie, die wurde aber am Montag, den 16. August sofort zurückerobert. Ein Signal, dass die Käufer da und bereit sind, auf Höhe mittelfristig relevanter Supportlinien wieder zuzugreifen. So weit ist das gut, aber:

Bislang kann sich die VARTA-Aktie nicht entscheidend von der Zone 131/133 Euro lösen. Da müsste jetzt zeitnah mehr nachkommen, die Verteidigung der 200-Tage-Linie muss Anschlusskäufe nach sich ziehen. Ideal wäre ein Schlusskurs über der 20-Tage-Linie und dem Monatshoch vom Juni, was über 146,70 Euro gelungen wäre, um den Beginn eines neuen, bullischen Impulses zu bestätigen.

Und ein Selbstläufer wird das nicht, denn diejenigen Analysten, die auf die VARTA-Bilanz seither reagierten, setzen ihre Kursziele keineswegs auf neue Höhen. 83, 96, 125, 143 und 145 Euro lauten diese neuen Ziele … und die relative Skepsis und Vorsicht der Analysten kann sich leicht auf die Marktteilnehmer übertragen, daher: Noch steht die Kuh namens VARTA-Aktie in der Tat mitten auf dem Eis.

Chart vom 23.08.2021, Kurs 135,95 Euro, Kürzel VAR1 | Online Broker LYNX