TRATON: Die Schlüsselzone hat zunächst gehalten, aber …

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Traton
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Zur Traton Aktie

Anfangs fiel die TRATON-Aktie bis zu 4,5 Prozent, nachdem die VW Truck & Bus-Tochter am Mittwochmorgen markante Lieferengpässe meldete. Doch die Aktie erholte sich. Das verschiebt Umsätze, mindert sie aber nicht, dürften viele denken. Aber haben sie damit Recht?

TRATON teilte mit, dass Lieferengpässe im zu Ende gehenden dritten Quartal voraussichtlich „deutlichen Einfluss“ auf den Absatz haben werden und damit auch im vierten Quartal zu rechnen sei. Alle Marken seien davon betroffen, so das die Bus und Lkw-Sparte darstellende Tochterunternehmen des Volkswagen-Konzerns. Eigentlich wusste man das ja bereits vorher, VW selbst hatte diese Problematik längst beim Namen genannt. Die Frage ist aber, ob es da mit einer reinen Verschiebung der Umsätze getan ist. Denn diese Lieferengpässe haben ja noch eine Begleiterscheinung: massiv gestiegene Rohstoff- und Energiekosten.

Dass die Erzeugerpreise in der Eurozone im August sagenhafte 12,2 Prozent höher lagen als im August 2020, ist zwar eine Folge dieses „Flaschenhalses“, der Materialknappheit, die in Form einer Kettenreaktion als Effekt reißender Lieferketten immer mehr Bereiche erfasst hat. Aber auch, wenn sich diese Preissteigerungen zurückbilden können, wenn der „Flaschenhals“ langsam verschwindet, ist völlig offen, ob das bald der Fall sein wird und wie nachhaltig der Rückgang der Produktionskosten ausfallen würde.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Traton Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Damit ließe sich erwarten, dass der Langmut der Anleger auch in den kommenden Monaten noch einige Male getestet wird. Haben wirklich viele Investoren im Hinterkopf, dass die Bilanzen der Automobilbranche für das Gesamtjahr 2021 voraussichtlich deutlich weniger rosig aussehen werden, als die großen Autobauer das noch Anfang 2021 avisiert hatten? Ist man sich darüber im Klaren, dass die derzeitigen Prognosen, dass es dafür 2022 umso besser laufen werde, nicht auf Fakten, sondern auf Hoffnungen basieren, weil man dabei den Verbraucher als eine berechenbare Größe ansieht, die er nicht ist?

Bislang wirkt der Chart der TRATON-Aktie, hier auf Wochenbasis seit dem Börsenstart im Sommer 2019, nicht unbedingt so, als würde man hier ernsthaft auf Probleme eingestellt sein. Richtig ist zwar, dass der zeitweise im laufenden Jahr erreichte Kursgewinn am Mittwoch kurzzeitig komplett dahin war. Aber das wäre immer noch eine relativ geringe Reaktion, wenn sich dieser von vielen als relativ harmlos und temporär gesehenen Materialmangel durch die kräftig gestiegenen Rohstoff- und Energiekosten in der Bilanz festsetzen würde. Sollte TRATON nach dieser gestrigen Umsatzwarnung mit insgesamt problematischen Ergebnissen für das dritte Quartal nebst einem unguten Ausblick für das vierte Quartal daherkommen und die Anleger dadurch erkennen, wie sich diese Lieferengpässe in Heller und Pfennig niederschlagen, könnte die gestern gehaltene Unterstützungszone 22,10/22,40 Euro schnell fallen. Das würde den Weg Richtung 19,56/19,70 Euro als nächstes Kursziel freigeben. Hier im Fall bestehender Long-Positionen einen Stoppkurs knapp unter dem gestrigen Tagestief (19,70 Euro) einzuziehen, wäre unbedingt zu überlegen.

TRATON-Aktie: Chart vom 22.09.2021, Kurs 23,14 Euro, Kürzel 8TRA | Online Broker LYNX

 

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Die Lage ist nicht gerade rosig für die VW-Tochter TRATON, die vor allem aus den LKW-Herstellern Scania und MAN besteht. Die Analysten erwarten mehrheitlich, dass TRATON das laufende Jahr mit roten Zahlen abschließen wird, das Unternehmen selbst bestätigte nach einer ernüchternden Bilanz zum zweiten Quartal Ende Juli, dass man einen operativen Verlust nicht ausschließen könnte. Insgesamt halten sich die „Kaufen“ und „Halten“-Einstufungen der Experten zwar die Waage. Aber deren durchschnittliches Kursziel liegt bei 19 Euro und damit nah am aktuellen Kurslevel der Aktie.

Die Aktie selbst läuft in einem übergeordneten Abwärtstrend, seit das Papier im Sommer 2019 als Spinoff des VW-Konzerns an die Börse kam. Bis zu der Abwärtstrendlinie wäre zwar noch Luft, die bildet gerade mit der Widerstandszone 22,00/22,35 Euro einen markanten Kreuzwiderstand. Aber die letzten Zwischenhochs lagen alle unter 20 Euro und jeweils unter dem vorherigen. Erst einmal, das zeigt der Chart, müsste die TRATON-Aktie mit Schlusskursen über 19,70 Euro an diesen Zwischenhochs vorbei, um freie Bahn Richtung 22,00/22,35 Euro zu bekommen. Und um das anzugehen, müsste man den Anlegern eine taugliche Motivation bieten. Ob die jüngsten Nachrichten dazu geeignet sind?

Traton Aktie: Tages-Chart vom 11.09.2020, Kurs 18,06 Euro, Kürzel 8TRA | Online Broker LYNX

Die Reaktion der Aktie auf das, was am Donnerstag und Freitag auf den Tisch kam, macht nicht den Eindruck, als seien die Marktteilnehmer von dem elektrisiert, was da mitgeteilt wurde. Und wenn scheinbare „good news“ nicht honoriert werden, sollte man in Sachen Trading-Chancen immer auch die Unterseite ins Auge fassen. Was wurde gemeldet?

Schon Ende Juli meldete das TRATON-Unternehmen Scania, mal wolle weltweit etwa 5.000 Stellen, gut zehn Prozent der Belegschaft, streichen. Da hieß es auch bei MAN, der anderen großen Tochter, es würden 6.000 Stellen abgebaut. Am Freitag jedoch wurde verkündet, es gehe jetzt bei MAN um 9.500 Jobs, was etwa einem Viertel der Belegschaft entspricht. Grundsätzlich reagieren Anleger auf solche eigentlich negativen Nachrichten mit Käufen. Das Argument: Da wird eingespart und rationalisiert, so dass nach der Krise umso mehr verdient wird. Aber die Begeisterung blieb am Freitag aus. Denn das ist ein Personalabbau, der heftige Dimensionen erreicht und der für den Moment erst einmal zeigt, dass die Lage ernst sein muss, sonst würde man nicht ein derart harsches Restrukturierungsprogramm auflegen. Und ob das ausreicht bzw. funktioniert, scheint man derzeit nicht einfach voraussetzen zu wollen.

Das mag auch daran liegen, dass für andere Zwecke scheinbar reichlich Geld da ist: Gerade erst einen Tag zuvor meldete TRATON, dass man das Angebot für die restlichen Aktien des US-Truckherstellers Navistar von den im Januar gebotenen 35 auf jetzt 43 US-Dollar angehoben habe. Da es hier um über 80 Prozent der Navistar-Aktien geht, redet man insgesamt um 3,6 Milliarden US-Dollar, wobei die Erhöhung eine Aufstockung des Angebots um ca. 670 Millionen US-Dollar ausmacht. Nun ließe sich behaupten, dass ein drittes großes Bein im TRATON-Konzern nach MAN und Scania mit Sitz in den USA strategisch äußerst wünschenswert ist. Aber da jetzt so deutlich aufzustocken und einen Tag später die Zahl der anstehenden Arbeitsplatz-Verluste bei MAN anzuheben, wirkt ungeschickt, wirkt wie operative Hektik in unübersichtlicher Gemengelage.

Dass das keinen Kurssprung zur Folge hatte, kann daher nicht unbedingt überraschen. Da dürfte sich so mancher an den alten Börsenspruch erinnern: „Hin und Her macht Taschen leer“. Hier etwas wegnehmen, da etwas dazu packen, das wirkt, als würde man aus der Not heraus alle Stellschrauben zugleich drehen.

Gerade weil die positive Reaktion ausbleibt, kann es durchaus sein, dass sich die Leerverkäufer, d.h. die Bären, für die Aktie zu interessieren beginnen, so dass sich die nächste Trading-Chance hier allemal auch auf der Unterseite ergeben könnte. Sollte die TRATON-Aktie die zwischen 15,68 und 17,00 Euro gelegene Schlüssel-Supportzone nach unten durchbrechen, wäre der Bereich 13,00/14,50 Euro die nächstgelegene Zielzone eines Abwärtsimpulses. Das ist eine Situation, die es sich zu beobachten lohnt.

Traton Aktie: Wochen-Chart vom 11.09.2020, Kurs 18,06 Euro, Kürzel 8TRA | Online Broker LYNX

TRATON ist die vor gut einem Jahr an die Börse gebrachte Nutzfahrzeug-Tochter des Volkswagen-Konzerns. Ein Unternehmen mit großen Marken wie Scania oder MAN. Aber auch ein Unternehmen, das die Rezession äußerst zu spüren bekommen dürfte. Die Aktie hatte ohnehin keinen allzu guten Start. Der erste Börsenkurs am 18. Juni 2019 lag bei 27 Euro, wurde danach aber nie nennenswert überboten. Es ging zuerst langsam, im Umfeld der Pandemie-Panik im Februar und März dann rasant bergab. Das bisherige Tief wurde Mitte März bei 11,00 Euro erreicht. Seither zeigt der Kursverlauf, dass so mancher Anleger offenbar darauf setzt, dass die Ertragslage bei TRATON entweder nicht so massiv unter Druck gerät wie befürchtet oder aber eine schnelle und umfassende Erholung vor der Tür steht. Doch es ist fraglich, ob es so kommt. Denn auch, wenn die Analysten-Kursziele der vergangenen vier Wochen zwischen 18 und 23 Euro liegen und damit einen gewissen Optimismus ausweisen, auch, wenn das obere Ende dieser Kursziel-Zone aus charttechnischer Sicht durchaus erreichbar wäre, wenn die Aktie umgehend wieder Fahrt aufnimmt: Es bliebe völlig offen, in wie weit diese Zuversicht von der tatsächlichen Lage unterfüttert würde. Richtig ist zwar, dass das Jahr 2019 ein gutes Jahr war, in dem der Umsatz zwar nur um vier, der Nettogewinn aber dank einer gestiegenen Gewinnmarge um 40 Prozent gesteigert wurde. Aber 2019 ist lange vorbei. Jetzt gelten andere Rahmenbedingungen, auf die die Bilanz des ersten Quartals bereits einen Vorgeschmack gab: Expertenmeinung: Auffällig war, dass die gute 2019er-Bilanz durch einen spürbar, um sieben Prozent, gesunkenen Auftragseingang getrübt wurde. Das dürfte jetzt noch weitaus drastischer aussehen. Was die ersten drei Monate des Jahres angeht, fiel der Umsatz von 6,41 Milliarden Euro im Vorjahresquartal auf 5,67 Milliarden. Der Gewinn pro Aktie brach förmlich weg, sackte von 0,76 Euro im ersten Vierteljahr 2019 auf zuletzt 0,19 Euro durch. Und dass das zweite Quartal einen Silberstreif am Horizont zeigen wird, ist sehr fraglich, die Zahlen hierzu werden am 31. Juli erwartet. Darüber hinaus ist es ja nicht die Pandemie an sich, sondern die daraus resultierende Rezession, die die Aufträge belasten wird. Dass große Unternehmen ausgerechnet jetzt in die Erneuerung ihrer Fahrzeugflotten investieren, ist illusorisch. Und das wird sich nicht wirklich ändern, solange die Wirtschaft nicht effektiv dreht. So gesehen wirkt die Gegenbewegung der Aktie, vor allem der letzte Rallye-Schub Ende Mai/Anfang Juni, ambitioniert. Was sich offenkundig auch nicht wenige Anleger dachten, denn seither bröckelt die Aktie sukzessiv ab und nähert sich dadurch einer wichtigen Auffangzone. Sollte TRATON das Juni-Verlaufshoch bei 19,70 Euro überwinden, könnten die höheren der oben genannten Kursziele grundsätzlich erreicht werden, denn bei 23 Euro wartet derzeit die übergeordnete Abwärtstrendlinie. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs damit zurück an die untere Begrenzung des „Prä Corona“-Levels läuft, ist nicht gerade hoch. Im Gegenzug wäre ein neuer Baisse-Schub greifbar, sollte TRATON die Unterstützungszone 15,68/15,90 durchbrechen. Und es wäre zumindest keine große Überraschung, wenn eine unerfreuliche Bilanz zum zweiten Quartal einen solchen, erneuten Abwärtsimpuls auslösen würde. Traton Aktie Chart vom 08.07.2020, Kurs 17,10 Euro, Kürzel 8TRA | Online Broker LYNX    

Traton ist ein Nutzfahrzeug- und Bushersteller und mehrheitlich im Besitz von Volkswagen. Zum Portfolio gehören unter anderem die Marken MAN und Scania. Das Unternehmen hat mehr als 80.000 Mitarbeiter und ist seit dem Vorjahr eigenständig an der Börse notiert.

Bisher…

Bisher war der Börsengang für Anleger ein gehöriger Reinfall. Nach einer Erstnotiz bei 27,00 Euro ging es quasi stetig abwärts. Im Tief hat die Aktie mehr als die Hälfte an Wert verloren. Bei der Konzernmutter sieht es nicht besser aus. Das hat in beiden Fällen ähnliche Gründe. In der Automobilbranche sind die Margen mager und der Kapitalbedarf ist enorm. Langjährige Leser werden es wissen: In der Regel hat sich eine Aktie damit für mich erledigt. Warum schweres Gepäck tragen, wenn man die Wahl hat? Es gibt doch deutlich attraktivere Geschäftsmodelle in wachsenden Märkten. Daher habe ich auch immer wieder vor den Autobauern und ganz besonders vor Zulieferern gewarnt.

Unter Druck

Es gibt aber durchaus auch Bereiche in der Branche, die nicht uninteressant sind und wo man nicht mit rückläufigen Verkaufszahlen rechnen muss. Das wären zum Beispiel Reifenhersteller oder eben auch Nutzfahrzeuge. Warum das so ist? Carsharing dürfte in Zukunft an Bedeutung gewinnen, vor allem in Großstädten. Das hat eine ganze Reihe von Auswirkungen: Mobilität wird günstiger und dementsprechend wird die Nutzung zunehmen. Historisch war das immer der Fall. Sobald vollautonome Autos zur Verfügung stehen dürften die insgesamt gefahrenen Kilometer abermals deutlich zunehmen. Es werden also mehr Reifen benötigt. Kommen wir zum Thema Nutzfahrzeuge, vor allem LKWs. Im Gegensatz zu Autos wird der Bedarf in diesem Segment nicht sinken, da der Warenverkehr stetig zunimmt. Wenn man sich also in der Branche positionieren möchte, sind das aus meiner Sicht die beiden richtigen Segmente.

Das ist der Unterschied

Dass es bei Traton aktuell aber eher dürftig läuft, sollte keine Überraschung sein. Durch Corona ist der Warenverkehr eingebrochen und Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück. Gerade für kleine Logistiker ist der Anschaffungspreis eines LKW nicht ganz unerheblich. Daher ist der Auftragseingang von Traton im ersten Quartal auch um 16% auf 54.200 Fahrzeuge gesunken. Der Absatz war sogar um 20% auf 46.000 rückläufig. Der Umsatz ist um 11% auf 5,7 Mrd. Euro eingebrochen. Das man in Anbetracht dieser Tatsachen überhaupt noch profitabel war ist erstaunlich. Das operative Ergebnis lag bei 161 Mio. Euro. Der größte Unterschied zwischen Traton und nahezu allen Autobauern und Zulieferern ist aber der Cashflow. In diesem Bereich hat die Branche enorme Defizite. Oft genug werden Milliardengewinne gemeldet, der Cashflow tendiert aber gegen null. Traton hat im Vorjahr aber einen operativen Cashflow von 1,09 Mrd. Euro erzielt. Daraus ergibt sich derzeit ein P/OCF von 7,9. Das würde ich als interessant bezeichnen. Darüber hinaus wurde die Hauptversammlung verschoben. Anleger können also darauf hoffen, noch in den Genuss der verspäteten Dividende zu kommen. Bisher waren 1,00 Euro je Aktie geplant, was einer Rendite 5,58% entspricht.

Technische Einschätzung

Solange Traton über dem Aufwärtstrend notiert, ist die Lage tendenziell bullisch. Für antizyklische Anleger sind die Unterstützungen bei 16,50 und 15,50 Euro interessant. Ebenso natürlich die Aufwärtstrendlinie. Mögliche Kursziele auf der Oberseite liegen bei 19,50 sowie 22,30 Euro. Mehr als 10.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants. Sind Sie mit Ihrem Broker wirklich zufrieden? Ich bin bei LYNX. Chart vom 16.06.2020 Kurs: 17,90 Kürzel: 8TRA - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

TRATON, die im Sommer 2019 an die Börse gegangene Nutzfahrzeuge-Tochter des VW-Konzerns, legte am Dienstagmorgen vorläufige Ergebnisse für das erste Quartal vor. Die, wie zu erwarten war, unerfreulich ausfielen. 2019 war es gelungen, die Umsatzrendite, d.h. die Gewinnmarge, von 5,8 Prozent im Jahr 2018 auf 7,0 Prozent zu steigern. Aber schon im vergangenen November, als TRATON die Zahlen für die ersten neun Monate 2019 vorlegte, prophezeite das Unternehmen für 2020 ein „deutlich schwierigeres Umfeld“. Damals hatte die Anleger das nicht weiter irritiert, denn man war im Herbst 2019 noch im Taumel der Wachstumsphantasien im Vorgriff auf die Befriedung des Handelskriegs USA/China. Heute sieht das anders aus. Zumal TRATON damals, im November, von dieser Pandemie nichts ahnen konnte. Die kommt jetzt noch mit aller Macht als bärisches Element hinzu. Operativ blieben im ersten Quartal 2020 zwar noch 160 Millionen Euro hängen, aber verglichen mit den 1,5 Milliarden operativem Gewinn 2019 ist das natürlich eine kalte Dusche, basierend auf dem schwachen Umsatz von 5,7 Milliarden und der massiv von 7,0 Prozent im Jahr 2019 auf nur noch 2,8 Prozent gesunkenen Umsatzrendite. Und wie es weitergeht? TRATON kann, verständlicherweise, keinerlei Prognose abgeben. Damit stellt sich für die Investoren die Frage: Ist die Aktie, die sich zwischen Ende Februar und Mitte März im Kurs glatt halbiert hatte, weit genug gefallen, um in der derzeitigen Gemengelage einen Boden unterstellen zu können? Expertenmeinung: Darauf verlassen sollte man sich besser nicht. Denn TRATON teilte im Zuge dieser vorläufigen Bilanzdaten mit, dass die Pandemie die Produktionsketten der Nutzfahrzeugindustrie nahezu zum Erliegen gebracht habe. Lieferengpässe bedingten Produktionsstopps. Bis dieses Problem gelöst ist, kann sich das hinziehen. Und was kommt danach? Der Auftragseingang hatte schon im Herbst 2019 nachgelassen, aber jetzt? Ob Busse oder LKW, in einem Umfeld, das derart von Unsicherheit und wirtschaftlichem Druck geprägt ist, werden es sich viele Unternehmen zweimal überlegen, ob sie neue Fahrzeuge ordern sollten. Ohne Wachstum sind Ausbau und Erneuerung von Lkw- und Bus-Flotten ein Luxus, den man eher nicht riskiert. Gut möglich also, dass sich die Lage für TRATON in den kommenden Monaten verschärft. Und dann muss das bisherige Baisse-Tief bei 10,85 Euro nicht das Ende des Abstiegs gewesen sein. Darauf blind zu setzen, wäre aber einerseits gewagt und andererseits unnötig, denn die Aktie hat jetzt einen kurzfristigen Aufwärtstrendkanal etabliert, der sich als Wegweiser für kommende Trades gut eignet. Sollte es gelingen, den Kreuzwiderstand aus der oberen Begrenzung des Kanals und der unteren Begrenzung der am 12. März entstandenen Kurslücke durch Schlusskurse über 16 Euro zu bezwingen, wäre erst einmal weiter Spielraum nach oben gegeben. Sollte dieser Aufwärtstrendkanal, dessen untere Begrenzung am Mittwoch bei 13,21 Euro verlief und mit der 20-Tage-Linie eine Kreuzunterstützung bildet, jedoch nach unten verlassen werden und sich damit als bärische Flagge entpuppen, wäre der Weg an das bisherige Tief … und ggf. auch darunter … aus charttechnischer Sicht frei. TRATON Aktie Chart vom 22.04.2020, Kurs 13,76 Euro, Kürzel 8TRA | Online Broker LYNX  

Seit dem 28. Juni wird TRATON an der Börse gehandelt. Und Sie sehen es im Chart: Eine Erfolgsgeschichte ist die Aktie bislang nicht. Zu 27 Euro wurden die Aktien dieses Spinoff des VW-Konzerns Ende Juni ausgegeben. Mittlerweile liegen die Anteilseigner dick in der Verlustzone. Und das Chartbild lässt den Schluss zu, dass dieses Minus leicht noch größer werden könnte, denn der Kurs steuert mit Schwung auf das bisherige Verlaufstief, im August bei 22,10 Euro markiert, zu. Was läuft hier schief? Immerhin wirkte diese Abspaltung des VW-Konzerns hochinteressant. TRATON ist der Bus- und Lkw-Bereich des Unternehmens, bestehend vor allem aus MAN und Scania, zwei Traditions- und Top-Marken im Nutzfahrzeugbereich. Und es ließe sich nicht unterstellen, dass VW da eine zu hohe Bewertung angesetzt hatte. Immerhin hatte man zunächst eine Verkaufsspanne zwischen 27 und 33 Euro für die Aktien angesetzt und sie dann zum niedrigsten Preis der geplanten Spanne ausgegeben. Zu teuer war die Aktie also nicht. Eigentlich. Aber was die Anleger hier derzeit handeln, ist nicht, was TRATON bislang an Gewinnen einfährt. Man handelt die Zukunft. Und zwar eindeutig die negative Version davon. Expertenmeinung: Diese pessimistische Einstellung wurde deutlich, als TRATON Ende Juli die Ergebnisse des ersten Halbjahres vorlegte. Der Umsatz stieg zum Vorjahreszeitraum um 7,0 Prozent, der operative Gewinn aber überproportional um 25 Prozent, was vor allem daran lag, dass die Gewinnmarge operativ von 6,8 auf 7,9 Prozent gesteigert werden konnte. Das waren gute Ergebnisse. Aber nachdem sich die Aktie am Tag der Veröffentlichung der Bilanz (29. Juli) noch hielt, kam es in den Tagen danach zu erheblichen Abgaben, die im August in das bisherige Tief der Aktie mündeten. Es scheint, als würden Leerverkäufer hier agieren, daraufsetzen, dass sich die derzeit positive Entwicklung der Nutzfahrzeugsparte nicht halten lässt, die Bilanzen bald negativer ausfallen. Haben sie Recht? Das muss sich erst herausstellen. Natürlich wäre dieses negative Szenario möglich, sollte sich der Handelskrieg intensivieren, der BrExit ohne Vertrag vollzogen werden und die USA womöglich Strafzölle gegen die Automobilindustrie der Eurozone verhängen. Aber dennoch ist dieses gezielte Drücken der Aktie eine Wette auf „bad news“, die noch nicht da sind. Wer hier agiert, sollte das immer im Hinterkopf behalten. Falls TRATON unterhalb des bisherigen Verlaufstiefs von 22,10 Euro schließen sollte, wäre das natürlich ein klar bärisches Signal, das aber vorwegnimmt, dass auch die Rahmenbedingungen bärisch werden. Short-Trades wären hier also spekulativ. Was indes nicht heißt, dass die Long-Seite weniger riskant wäre, denn: Solange die Bären das Geschehen dominieren, was zuletzt durch den Abverkauf eines Erholungsversuchs im September bestätigt wurde, bleibt ein Long-Trade im Vorfeld einer glaubwürdigen Bodenbildung riskant. Letztlich wäre erst ein Schlusskurs über dem bisherigen, kurz nach der Emission erzielten Verlaufshoch von 27,33 Euro in Kombination mit einer ermutigenden Quartalsbilanz eine Basis, um zu erwägen, hier zuzugreifen (die Bilanz des dritten Quartals wird am 3. November erwartet). Chart vom 08.10.2019, Kurs 22,78 Euro, Kürzel 8TRA | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.