Shop Apotheke Europe Aktie Prognose Shop Apotheke: Wende gelungen – was geht jetzt nach oben?

News: Aktuelle Analyse der Shop Apotheke Europe Aktie

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Shop Apotheke Europe
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Zur Shop Apotheke Europe Aktie
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Das war eine schwere Geburt: Ein ums andere Mal wurde die Shop Apotheke-Aktie an den für den Abschluss einer unteren Trendwende entscheidenden Widerständen abgewiesen. Jetzt ist es vollbracht, aber die nächsten Charthürden sind nahe. Geht der Kurs auch da noch durch?

Das Aufwärtspotenzial für die Aktie der niederländischen Online-Apotheke ist reine Kopfsache, sprich: Es kommt darauf an, wie man die Rahmenbedingungen subjektiv beurteilt.

Auf der einen Seite ist das für Umsatz und Gewinn so wichtige E-Rezept immer noch nicht da. Aber immerhin munkelt man jetzt, dass es deutschlandweit am 1. September starten könnte. Solange bleibt die Gewinnperspektive des Unternehmens aber gedrückt. Und da man hier immer noch um das Erreichen der schwarzen Zahlen ringt, ist das natürlich gar nicht gut. Außerdem könnte man einwenden, dass die Inflation und die Sorge vor einer Rezession dazu führen werden, dass die Verbraucher im nicht rezeptpflichtigen Bereich sparen, wo sie können. Auch nicht gut für die Shop Apotheke. Wer die Lage so sieht, würde hier nicht einsteigen, womöglich sogar Short gehen.

Aber auf der anderen Seite wird das E-Rezept ja kommen. Und ob es ein paar Monate früher oder später kommt: Wenn man die Perspektive der kommenden Jahre betrachtet, wird die Möglichkeit, Arzt-Rezepte nicht mehr umständlich per Brief an die Shop Apotheke schicken zu müssen, sondern das bequem online erledigen zu können, Umsatz und den Gewinn ankurbeln. Und das Sparen aufgrund der für die Verbraucher kritischen Lage kann man auch anders sehen: Online-Apotheken bieten viel billiger an, wer dort einkauft, spart also schon, so dass die für die Gesamtwirtschaft ungute Perspektive Onlinehändlern wie der Shop Apotheke sogar zum Vorteil gereichen könnte.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Shop Apotheke Europe Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Ob sich genug Marktteilnehmer die positivere Variante der Interpretation der Lage aneignen werden, ist nicht vorhersagbar, immerhin geht es um eine subjektive, individuelle Meinung, die rational unterfüttert sein kann, aber nie muss. Käme es so, hätte die Aktie durchaus auch die Chance, nach dem jetzt endlich nach viel Hin und Her vollendeten Ausbruch über die Nackenlinien-Zone der Bodenbildung bei 89/92 Euro auch die deutlich massivere, durch die 200-Tage-Linie verstärkte Widerstandszone zwischen 110 und 117 Euro zu bezwingen. Das ist die Nackenlinien-Zone der großen, zwischen Sommer 2020 und Ende 2021 etablierten und im Dezember 2021 vollendeten Toppbildung.

Wenn man nicht absehen kann, ob und wann sich die Lage von Unternehmensseite her verbessert und wie die Marktteilnehmer die Aktie dann beurteilen, bleibt nur eines: sich konsequent am Chartbild zu orientieren. Was hieße: Solange die Aktie nicht wieder unter die überwundene und damit jetzt als Support fungierende Zone 89/92 Euro fällt, gäbe es keinen Grund, hier wieder auszusteigen. Sollte sie in die Region 110/117 Euro vordringen, gälte es, sie engmaschig zu beobachten. Wen man sieht, dass in diesem Bereich vermehrt Druck aufkommt, könnte man eigene Long-Positionen sicherheitshalber etwas reduzieren … geht sie jedoch zügig durch den Bereich 110/117 Euro hindurch, wären sogar Zukäufe zu überlegen!

Shop Apotheke-Aktie: Chart vom 31.05.2022, Kurs 102,00 Euro, Kürzel SAE | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Shop Apotheke Europe Aktie

Die Aktie der Shop Apotheke war am Dienstag gerade dabei, eine Aufwärts-Trendwende zu vollenden, da brach die Aktie auf einmal um ganze 20 Prozent ein. Gestern erholte sich der Kurs und holte den Großteil des Crashs wieder auf. Was ist da los, was fängt man damit an?

Die Quartalsbilanz nebst der bestätigten Jahresprognose lag ja bereits auf dem Tisch. Die Zahlen waren vor einer Woche gemeldet worden und zeigten, dass die Online-Apotheke sukzessiv weiter wächst. Doch diese Ergebnisse und die Bestätigung des Ziels, die EBITDA-Marge zum Jahresende in den Bereich von -1,5 bis +1,5 Prozent und damit in die Zone einer „schwarzen Null“ zu bringen, reichte nicht für die Vollendung des potenziellen, großen Doppeltiefs. Dessen Nackenlinien-Zone bei 89/91 Euro wurde an diesem Tag angegangen, die Aktie drehte aber wieder ab. Am Folgetag, dem vergangenen Freitag, traten die Käufer jedoch gleich wieder an. Die Aktie blieb in Schlagdistanz zu dieser Zone, die Bullen hatten den Ausbruch quasi auf dem Fuß … und dann kam am Dienstag folgende Meldung:

Laut „Apotheke adhoc“ verzögert sich die flächendeckende Einführung des E-Rezepts erneut, denn die „Nationale Agentur für Digitale Medizin“, die das koordiniert, habe am Montag in der Gesellschafterversammlung keinen Zeitplan beschlossen. Wie übel ist diese Meldung?

Expertenmeinung: Wenn man sich ansieht, dass die Aktie daraufhin wie vom Blitz getroffen um 20 Prozent fiel, wirkt das, als sei die Einführung des E-Rezepts überlebenswichtig. Wenn man andererseits sieht, dass die Shop Apotheke am Mittwoch dann wieder um 19 Prozent stieg (was, da die 19 Prozent von „unten“ gerechnet werden, den Verlust nicht voll ausglich, aber immerhin), dann schien der Selloff offenbar nicht nur übertrieben, sondern sogar unsinnig gewesen zu sein. Wer hat Recht, die Verkäufer oder die Käufer?

Fakt ist, dass das E-Rezept in der Tat immens wichtig ist. Damit können Kunden Rezepte online einreichen, statt wie bisher per Brief schicken zu müssen. Der Aufwand für den Kunden ist dann weit geringer, für die Online-Apotheke ebenso. Der Umsatz an rezeptpflichtigen Medikamenten würde immens steigen, wenn das seit Herbst 2021 immer wieder verschobene E-Rezept startet. Dass es immer noch keinen Starttermin gibt, ist also in der Tat negativ, aber:

Im Rahmen der Quartalsbilanz hatte die Shop-Apotheke berichtet, bereits fast die Hälfte an Test-Rezepten bearbeitet zu haben, die zu absolvieren seien. Die Tests laufen also längst … und da war die Rede von einer fünfstelligen Zahl. So gesehen ist es letztlich nur eine Verzögerung, aber das E-Rezept wird mit größter Wahrscheinlichkeit kommen. Ob es in zwei, vier oder sechs Monaten bundesweit startet, weiß man zwar eben nicht. Aber es kommt … und damit bleibt die Perspektive für steigende Umsätze und den Rückenwind, den das E-Rezept auf dem Weg in tiefschwarze Bilanzzahlen bieten würde, ebenso.

Daraufhin direkt auf die Gegenbewegung nach oben aufzuspringen, ist indes riskanter, als es nötig wäre. Denn die Aktie ist, wir sehen es ja, hochvolatil, daher wäre es sinnvoll abzuwarten, ob die Aktie die Hürde nimmt, an der sie jetzt schon mehrfach abdrehte. Wenn die Shop-Apotheke mit 94 Euro und höher einen Schlusskurs über der Widerstandszone 89/91 Euro und über den Verlaufshochs der letzten Tage schafft, wäre das große Doppeltief vollendet. Dann ließe es sich mit einem sinnvoll engen Stoppkurs knapp unterhalb des Ausbruchslevels besser agieren. Die Gegenreaktion gestern macht klar: Diese Aktie sollte man im Auge behalten.

Shop Apotheke Aktie: Chart vom 11.05.2022, Kurs 84,78 Euro, Kürzel SAE | Online Broker LYNX

Das war gar nicht übel, was die Shop Apotheke zum ersten Quartal 2022 zu berichten hatte. Und die Aktie hatte im Vorfeld die Basis für eine blitzsaubere Doppeltief-Wende geschaffen. Doch die Käufer hielten sich bedeckt … und damit ist die Wende erst einmal gescheitert.

Ein Umsatzwachstum von 15 Prozent zum Vorjahresquartal in den Bereichen außerhalb der verschreibungspflichtigen Medikamente, das war ordentlich. Die Verbesserung der EBITDA-Marge von -3,5 Prozent im ersten Quartal 2021 auf jetzt -1,4 Prozent bedeutet zwar immer noch rote Zahlen, aber man nähert sich immerhin der schwarzen Null an. Und bessere Werte hätte man nicht erwarten können.

Die niederländische, im SDAX notierte Online-Apotheke bestätigte daraufhin die bestehende 2022er-Prognose, bei der ein Umsatzwachstum zwischen 15 und 25 Prozent außerhalb der verschreibungspflichtigen Medikamente und eine EBITDA-Marge zwischen -1,5 und +1,5 Prozent angestrebt wird. Wichtiger war aber ein anderer Aspekt, der gemeldet wurde:

Man habe, so die Shop Apotheke, bislang mehr als 13.000 sogenannte E-Rezepte bearbeitet. Damit sei die Testphase weit fortgeschritten. Die flächendeckende Einführung des E-Rezepts rückt also näher, die eigentlich bis Ende 2021 über die Bühne hätte gehen sollen und dann ohne festen Starttermin verschoben wurde. Und auf die E-Rezepte kommt es an, wenn es um die Perspektive von Umsatz und Gewinn geht, denn:

Expertenmeinung: Wenn das E-Rezept allgemein verfügbar ist, bedeutet das, dass Patienten ihre verschreibungspflichtigen Medikamente auch ohne den großen Aufwand einer Briefsendung in einer Online-Apotheke bestellen können, indem sie das Rezept einfach online einreichen. Sobald das möglich ist, dürfen die Online-Apotheken mit nennenswerten Zugewinnen rechnen.

So gesehen ist es zwar nicht überraschend, dass die Shop Apotheke-Aktie am Morgen einen Satz nach oben machte. Es ist aber für das bullische Lager ernüchternd, dass der Kurs dabei an der Widerstandszone 89/92 Euro hängen blieb. Bis 94 Euro war die Aktie bereits gelaufen, wäre also eigentlich schon durch gewesen. Aber dann begannen Abgaben, die am Ende sogar dazu führten, dass die Shop Apotheke aus dieser entscheidenden Widerstandszone 89/92 Euro deutlich nach unten heraus rutschte.

Noch hätten die Käufer zwar die Möglichkeit nachzusetzen, diese Zone, die deswegen so wichtig ist, weil sie die Nackenlinien-Zone des markanten, über die letzten Wochen hinweg entstandenen, aber jetzt eben noch nicht vollendeten Doppeltiefs ist, ist ja noch in Reichweite. Aber natürlich stellt sich für diejenigen, die hier den Long-Einstieg erwägen, die Frage:

Wenn diese Bilanz die Wende nicht auslöst, was soll kurzfristig kommen, um den nötigen Rückenwind doch noch zu liefern? So gesehen wäre es riskant, hier einzusteigen, so lange die Aktie das Doppeltief nicht mit einem Schlusskurs über dem gestrigen Tageshoch von 94 Euro klar vollendet hat.

Shop Apotheke-Aktie: Chart vom 05.05.2022, Kurs 81,86 Euro, Kürzel SAE | Online Broker LYNX

Shop Apotheke notiert heute wieder auf dem Niveau von 2017. Dabei hat sich der Umsatz in dieser Zeit fast vervierfacht. Könnte da was gehen? Es sieht zunehmend nach Boden aus.

Sparen wir uns

Eigentlich könnte man bei Shop Apotheke dieselbe Aufarbeitung betreiben, wie wir es zuvor bei Teladoc getan haben.
Die Muster sind ähnlich.

Anfang 2020 notierte die Aktie noch bei 40 Euro, schoss dann auf 250 und gab anschließend 90% der zwischenzeitlich angelaufenen Gewinne wieder ab.
Der Abverkauf ging so weit, dass das Kursniveau von 2017 angesteuert wurde.

Fragen über Fragen

Daraus ergeben sich eine ganze Reihe naheliegender Fragen. Wir sparen uns aber in diesem Fall das Aufarbeiten der verrückten Rallye und des anschließenden Crashs.

Viel mehr finde ich den Vergleich zwischen der heutigen Situation und 2017spannend. Kurstechnisch liegen das damalige Jahreshoch und der aktuelle Kurs nicht weit auseinander.

Wenn man sich vergegenwärtigt, was in dieser Zeit wirtschaftlich passiert ist, ist das wirklich erstaunlich.
Denn der Umsatz hat sich in diesem Zeitraum von 284 Mio. auf 1,06 Mrd. Euro nahezu vervierfacht.

Darüber hinaus hat sich die Bruttomarge von 20,3 auf 25,1% erheblich verbessert.

Weitere Pluspunkte sammelt Shop Apotheke beim Cashburn. Der hält sich mit -32 Mio. Euro im Verhältnis zu dem hohen Wachstum in Grenzen.

Durch den Kurssturz ist die Bewertung auch wieder auf ein vernünftiges Niveau zurückgekommen.
Aktuell liegt das KUV bei 1,4. Bei den vorliegenden Wachstumsraten ist das wenig.

In den letzten fünf Jahren lag das KUV durchschnittlich bei 1,7. Am Tief waren es 0,9 und am Hoch knapp über 5.

Soft Facts

Darf man den Prognosen Glauben schenken, dürfte der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr auf 1,25 Mrd. Euro steigen. In den kommenden beiden dürften es 1,65 und 1,98 Mrd. Euro werden.

Selbst wenn man für 2024 ein KUV von 1,0 unterstellt, müsste die Aktie um nahezu 30% steigen.
Bleibt die Bewertung auf dem derzeitigen Niveau, müsste sich der Kurs nahezu verdoppeln.

Doch dazu müssen die Prognosen erstmal eintreffen. Dass das gelingen könnte, dafür sprechen eine ganze Reihe von Soft Facts.

Shop Apotheke scheint es zu gelingen, nicht nur ständig neue Kunden zu gewinnen, sondern die Stammkundschaft auch dauerhaft zu binden.
Das ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal, denn das ist die Grundlage dafür, dass man perspektivisch auch eine ordentliche Profitabilität erreichen kann.

Vorläufig sieht das gut aus

Am 5. Mai werden die Zahlen zum ersten Quartal 2022 veröffentlicht. Da man sich im April vorab zuversichtlich gezeigt hat, stehen die Chancen gut, dass sich die Zahlen sehen lassen können.

Den vorläufigen Daten zufolge konnte man den Umsatz um 7,2% auf 305 Mio. Euro steigern. Das Geschäft mit nicht verschreibungspflichtigen Produkten legte sogar um 14,7% zu.
Die Wachstumsprognose für 2022 wurde bestätigt.

Auf Jahressicht kletterte die Zahl der aktiven Kunden 6,7 auf 8,3 Millionen. Wachstumstreiber sind nach wie vor die neu erschlossenen Märkte in Belgien, Frankreich, Italien und den Niederlanden. Dort legte der Umsatz um über 30% zu.

Chart vom 03.05.2022 Kurs: 83,54 Kürzel: SAE - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 03.05.2022 Kurs: 83,54 Kürzel: SAE – Wochenkerzen

Dass es auf dem derzeitigen Niveau zu einer Bodenbildung kommen könnte, hatten wir bereits in der letzten Analyse (Link) antizipiert.
Inzwischen sieht es zunehmend danach aus.

Die Unterstützung bei 65 Euro hat zweimal gehalten. Gelingt jetzt ein Anstieg über 88 Euro, wäre der Weg in Richtung 100 Euro frei. Darüber hellt sich das Chartbild nachhaltig auf.

Fällt der Kurs hingegen unter 65 Euro, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan.

Am Dienstagmorgen veröffentlichte die Shop Apotheke überraschend vorläufige Ergebnisse zum ersten Quartal 2022. Diese Zahlen sowie die Bekräftigung der Wachstumsprognose für das Gesamtjahr führten zu einem kräftigen Kurssprung. Aber am Abend war der bereits dahin.

Dass der Markt für Online-Apotheken weiterhin Wachstumspotenzial hat, ist wohl allen Anlegern klar. Aber dass die Aktie der im SDAX notierten, niederländischen Shop-Apotheke seit Anfang Dezember dramatisch an Boden verloren hat, kommt nicht von ungefähr, denn so ganz einfach ist dieser Markt nicht. Ein Hauptproblem sind die rezeptpflichtigen Medikamente. Die bekommt man online nur, wenn man das entsprechende Rezept einreicht. Das ist vielen zu aufwändig – und da kommt das sogenannte „E-Rezept“ ins Spiel.

Das E-Rezept ermöglicht es Kunden, das Rezept mit dem Smartphone einzuscannen und der Bestellung bei der Online-Apotheke beizufügen. Diese Möglichkeit sollte vom Bund eigentlich bereits im Herbst 2021 umgesetzt freigegeben werden … aber die Online-Händler und Kunden warten darauf bis heute vergebens. Und das ist für die Shop-Apotheke ein Problem.

Deswegen unterschied die Online-Apotheke auch im Zuge dieser vorläufigen Zahlen zwischen Gesamtumsatz und „Non-RX“-Umsatz (d.h. Umsätze, die kein Rezept erfordern). Insgesamt ist der Umsatz laut dieser vorläufigen Zahlen um 7,2 Prozent zum Vorjahresquartal gestiegen. Im „Non-RX“-Bereich lag das Wachstum indes bei 14,7 Prozent. Für diesen – und eben nur für diesen – Umsatzbereich bestätigte die Shop Apotheke ihre bisherige Wachstumsprognose von 15 bis 25 Prozent zum Vorjahr.

Darüber hinaus bestätigte man die bisherige Prognose einer um Sondereffekte bereinigten EBITDA-Gewinnmarge zwischen -1,5 und +1,5 Prozent. Operativ würde man also in Sachen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen um die Nulllinie pendeln. Was nicht gerade grandios klingt, aber immerhin hatte die EBITDA-Marge für 2021 bei -3,5 Prozent gelegen, so gesehen ist das zumindest der Weg in Richtung Gewinnzone. Aber waren diese Zahlen einen so kräftigen Kurssprung wert, wie wir ihn am Dienstag zeitweise gesehen haben?

Expertenmeinung: Diejenigen, die diesen zeitweise sagenhafte 16 Prozent ausmachenden Kurssprung ab dem frühen Nachmittag zum Ausstieg und/oder Short-Trades nutzten, hatten darauf offenbar eine klare Antwort: nein. Was wohl auf zwei Aspekten beruhte:

Zum einen waren die Ergebnisse eben nicht so gut, dass sie für die Aktie ein neues, positiveres Szenario bedeutet hätten. Zum anderen ließ sich durch den Abverkauf der Gewinne ein Umfeld generieren, das für das bärische Lager ideal ist:

Durch die Käufe am Morgen wurde die Widerstandszone 89,05/91,95 Euro überboten, am Abend aber dann doch wieder unterschritten. Ein vergeblicher Ausbruchsversuch hält die Anleger normalerweise höchst effektiv davon ab, es noch einmal zu versuchen. Und so bestünde die Chance, dass die 20-Tage-Linie (im Chart blau), welche in den vergangenen Tagen die unterstützende Basis der Stabilisierung war, gebrochen wird und es gelingt, die Aktie unter die in den Sommer 2020 zurückreichende Unterstützung bei 76,90 Euro zu drücken und damit einen Test des März-Tiefs bei 65,40 Euro zu provozieren. Die Bullen haben ihre Chance hier liegen lassen, es wird spannend sein zu sehen, ob die Bären es besser machen.

Shop Apotheke-Aktie: Chart vom 05.04.2022, Kurs 86,62 Euro, Kürzel SAE | Online Broker LYNX

Manchmal will es einfach nicht laufen. Aktuell trifft das auf Shop Apotheke definitiv zu.
Wie bei vielen anderen Wachstumsaktien fällt der Kurs geradezu ins Bodenlose.

Kürzlich noch bei 250 Euro, stehen wir jetzt bei 75 Euro. Tagesverlust am Dienstag mehr als 7%.
Es fehlt nicht mehr viel und Shop Apotheke notiert wieder auf dem Niveau von Ende 2017.

Es ist alles dahin

Schaut man sich den Abverkauf an, muss man eigentlich zu dem Schluss kommen, dass das Unternehmen geradezu am Abgrund steht.
Dass seit Jahren keinerlei Fortschritte erzielt wurden. Für die Aktionäre ist es jedenfalls so.

Due Geschäftszahlen sprechen allerdings eine vollkommen andere Sprache. Daher möchte ich den Anlegern Mut machen. Für eine gewisse Zeit können Aktienkurse und Fundamentaldaten divergieren, aber nicht ewig.

Jeder Anleger, der sich auch nur oberflächlich mit der Börse beschäftigt hat, weiß von der Wankelmütigkeit des Marktes. Weiß davon, welche wilde Kursschwankungen teilweise vollzogen werden.
Die Börse übertreibt quasi ständig. Gute Nachrichten lösen das x-fache an Kursbewegungen aus, die sie eigentlich Wert sind und umgekehrt.

Wie sonst könnte man es erklären, dass selbst grundsolide Dickschiffe wie Procter & Gamble (die langweiligste Aktie, die mir spontan eingefallen ist) bisweilen in einem Jahr Kursschwankungen von 50% und mehr verzeichnen.
Als ob es überhaupt möglich wäre, dass sich PG in dieser kurzen Zeit auch nur einen Funken verändern würde.

In der Depression

Sie werden wahrscheinlich kaum noch Anleger finden, die nach diesem Abverkauf von 250 auf 75 Euro noch optimistisch sind.
Wer schon länger dabei ist, hat die Position innerlich abgeschrieben.

Chart vom 01.03.2022 Kurs: 79,50 Kürzel: SAE - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 01.03.2022 Kurs: 79,50 Kürzel: SAE – Wochenkerzen

Was sich desaströs anhört, ist in Wirklichkeit eine gute Nachricht. Die meisten Anleger, die bei 150, 200 oder 250 Euro eingestiegen sind, werden nicht mehr verkaufen. Sie haben sich dazu entschieden, die Sache auszusitzen.

Je höher der Anteil der Anleger ist, die einen Verkauf nicht mehr in Betracht ziehen, desto näher ist der Boden.
Es ist das ewige Spiel von Angebot und Nachfrage.

Andererseits dürften immer mehr antizyklische Investoren aufmerksam werden und Interesse zeigen. Sie sammeln aktuell häppchenweise ein.

Die Trader-Community steht hingegen an der Seitenlinie. Sie werden wohl erst aktiv, wenn die Aktie klare Kaufsignale generiert und über 100 sowie 115 Euro ausbricht. Sie können sich sicher sein, dass dann plötzlich wieder Kursziele von 160 Euro genannt werden.
Aus technischer Sicht wäre das auch vollkommen rational.

Sie müssen sich entscheiden

Nun müssen Sie sich entscheiden, ob sie vielleicht auch einen Fuß in die Türe stellen wollen oder nicht.
Keiner wird ihnen sagen können, ob wir das Tief gesehen haben, oder nicht.

Tatsächlich ist es bei einer laufenden Abwärtsbewegung immer wahrscheinlicher, dass es doch noch etwas tiefer geht.

Erfolgt nach einem langwierigen Abverkauf allerdings eine Kehrtwende, geht es meistens sehr schnell. Die ersten 25-30% an Gewinnen passieren quasi über Nacht.

Das scheint vor allem in dem aktuellen Umfeld zu gelten. Normale Bodenbildungen, die sich über eine gewisse Zeit ziehen, scheint es kaum mehr zu geben. Stattdessen kommt es immer häufiger zu V-Formationen.

Man könnte etliche Beispiele heranziehen, am prominentesten und brandaktuell ist Block (ehemals Square).

So ähnlich könnte es irgendwann auch bei Shop Apotheke laufen. Die Frage ist nur, von wo aus.
Dass die Aktie nicht übermäßig hoch bewertet ist, sollte unterdessen klar sein.

Das zeigt schon der Fakt, dass sich der Kurs auf dem Niveau von 2017 befindet. In diesem Zeitraum hat sich der Umsatz allerdings vervierfacht.
Das KUV liegt aktuell nur bei 1,5. Für ein Unternehmen mit derartigen Wachstumsraten und einem gut skalierbaren Geschäftsmodell und guter Kundenbindung ist das wenig.
Seit dem Börsengang schwankte das KUV zwischen 0,9 und 4,5. Am absoluten Tiefpunkt sind wir also noch nicht angekommen, aber dahin muss es auch gar nicht gehen.

Da sich die Margen stetig verbessern und verbessert haben, kann man ohnehin argumentieren, dass das KUV tendenziell steigen sollte und höhere Bewertungen als in der Vergangenheit gerechtfertigt sind.
Man kann auch darauf gespannt sein, wie der Markt reagiert, wenn Shop Apotheke den Sprung in die Profitabilität vollzieht.

Darf man den Schätzungen glauben, dürfte das im kommenden Jahr der Fall sein. Für 2024 wird bereits ein Gewinn von 2,00 Euro je Aktie erwartet.