Shop Apotheke: Schlechte Zahlen, starke Aktie – was passiert hier?

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Zur Shop Apotheke Europe Aktie

Die Shop Apotheke meldete am Dienstagmorgen, dass der Umsatz im dritten Quartal auf Basis vorläufiger Zahlen um 0,3 Prozent zum Vorjahresquartal gefallen sei – und die Aktie startete durch. Eine nur scheinbar seltsame Reaktion, man musste nur genauer hinsehen!

Was auf den ersten Blick miserabel wirkte, war bei genauem Hinsehen gar nicht so übel. Die niederländische, vom MDAX in den SDAX abgestiegene Online-Apotheke konnte nämlich gut begründen, warum der Umsatz zum Vorjahr nicht vorankam … und zugleich deutlich machen, dass man ab jetzt wieder Wachstum sehen werde.

Das dritte Quartal wurde von Kapazitätsengpässen bestimmt, die an dem mittlerweile fast alle Branchen betreffenden „Flaschenhals“ sowie daran lagen, dass die Shop Apotheke kurzfristig durch den Ausbau des Logistikbereichs eingeschränkt war. Der Umzug in das neue Logistikzentrum ist aber Anfang September abgeschlossen und ein zeitweiser Personalmangel behoben worden. Dadurch gelang es, ein Anfang des dritten Quartals deutlich markanteres Umsatzminus bis zum Quartalsende auf -0,3 Prozent zu reduzieren.

Darüber hinaus betonte das Unternehmen, dass sich die Entwicklung beschleunigen werde, sobald das E-Rezept in Deutschland gestartet ist, womit man in Kürze rechnet. Denn sobald verschreibungspflichtige Medikamente bequem online geordert werden können, sollte hier noch einiges an Umsatz hinzukommen. Der Umsatz war in diesem Bereich zuletzt gefallen, wurde aber durch einen kräftigen Anstieg im Bereich der nicht verschreibungspflichtigen Produkte ausgeglichen, so dass trotz dieser Bremsklötze für die ersten neun Monate ein Umsatzanstieg von 9,8 Prozent zum Vorjahreszeitraum zu Buche steht.

Nicht minder erfreulich war, dass die Shop Apotheke meldete, dass die Zahl ihrer aktiven Kunden seit Jahresbeginn um eine Million auf 7,3 Millionen gestiegen sei – auch das bietet eine starke Grundlage dafür, dass das Wachstum ab jetzt wieder Fahrt aufnehmen kann.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Shop Apotheke Europe Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die Marktteilnehmer bekamen also vorläufige Zahlen vorgelegt, die deutlich machten, dass die problematische Phase jetzt überwunden sei. Kein Wunder also, dass da nicht wenige beherzt zugriffen, zumal diese Vorab-Zahlen aus charttechnischer Sicht im genau richtigen Moment eintrudelten. Sie sehen es im Chart:

Die Aktie war zuvor nah an die Anfang August zuletzt verteidigte, wichtige Unterstützungszone bei 115/117 Euro gerutscht. Deren Bruch hätte eine große Toppbildung vollendet. Aber angesichts dieser Vorab-Zahlen zu den ersten neun Monaten dürften die Short-Seller schnell zurückgezogen und die ersten Bullen zugegriffen haben. Rein von dieser neuen Ausgangslage her wäre der Bruch der Zone 115/117 Euro erst einmal vom Tisch, aber:

Noch ist die Aktie nicht wieder bullisch, so beeindruckend das gestrige Plus von 8,74 Prozent auch war, dafür reichte es noch nicht. Es müssten gleich zwei recht hartnäckige Widerstandsbereiche bezwungen werden, um ein charttechnisches Kaufsignal zu generieren. Zunächst die Zone 1437149 Euro, dann die wegen der dort wartenden 200-Tage-Linie noch wichtigere Zone 165/169 Euro. Wer jetzt einsteigen wollte, sollte daher unbedingt einen konsequenten Stoppkurs knapp unter 115 Euro erwägen oder aber doch besser warten, bis aus diesem jetzt erst einmal abgewehrten, erneuten Baisseimpuls mehr wird als das.

Shop Apotheke-Aktie: Chart vom 05.10.2021, Kurs 133,10 Euro, Kürzel SAE | Online Broker LYNX

 

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Ob ein Unternehmen in der Index-Struktur auf- oder absteigt, verändert dessen Umsatz- und Gewinnperspektive natürlich nicht, aber oft verschwinden „Absteiger“ schnell aus dem Fokus. Bei der Shop Apotheke zeigt der Chart indes, das sich die Trader nicht Bange machen lassen.

Erst senkte die niederländische Online-Apotheke Ende Juli die Umsatz- und Margenprognose, dann stieg die Aktie jetzt auch noch vom MDAX in den SDAX ab. Doch dieser doppelte Tritt in die Kniekehlen der Bullen hat deren Lager offenkundig nicht dezimiert. Seit Ende Juli hat die Aktie deutlich Boden gutgemacht und hält sich eisern knapp unter mittelfristig entscheidenden Charthürden, deren Überwinden die laufende Bodenbildung in einen Befreiungsschlag nach oben verwandeln würde. Und ganz so überraschend ist diese Beharrlichkeit der Käufer auch nicht, denn:

Die Senkung der Umsatz-Wachstumsprognose 2021 von zuvor 20 Prozent auf 10 bis 15 Prozent und die Reduzierung des Margenziels auf EBITDA-Basis (vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) von zuvor 2,2 bis 2,8 Prozent auf etwa null basieren nicht darauf, dass das Geschäft schlecht laufen würde. Auch die Shop Apotheke wurde vom „Flaschenhals“ getroffen, der die Weltwirtschaft mit steigenden Preisen, Logistik-Problemen und reißenden Lieferketten heimsucht. Daher betonte das Unternehmen, dass es sich hier um ein zeitlich begrenztes Problem handele, das die grundsätzliche Wachstumsperspektive nicht schmälern würde. Das klingt glaubhaft, dementsprechend blieb der große Selloff aus.

Expertenmeinung: Hier finden wir ein bemerkenswertes, bullisches „Setup“ vor, wie man neudeutsch zu sagen pflegt. Die Aktie hatte nach der Umsatzwarnung Ende Juli zwar stark geschwankt, verteidigte aber die ins zweite Halbjahr 2020 zurückreichende Supportzone 115/117 Euro. Danach ging es über die Widerstandszone 143/149 Euro, die sich dadurch in eine Unterstützungszone verwandelte. Eine Supportzone, die einem in der ersten Monatshälfte des Septembers vollzogenen Rücksetzer tadellos standhielt. Damit steht die Shop Apotheke-Aktie erneut knapp unter der Widerstandszone 165/170 Euro, an der sie zu Monatsbeginn zunächst noch abgewiesen wurde. Das sieht verheißungsvoll aus, aber:

Herankommen und vorbeikommen ist nicht nur beim Rennsport, sondern auch an der Börse eben zweierlei. Wirklich „durch“ wäre die Aufwärtswende erst, wenn diese Widerstandszone 165/170 Euro definitiv und auf Schlusskursbasis bezwungen wurde. Angesichts des derzeit insgesamt nervöser werdenden Marktumfelds sollte man das in jedem Fall abwarten und somit einkalkulieren, dass diese Ausbruchschance auch liegen gelassen werden könnte. Und sollte die Aktie unter dem Tief des jüngsten Rücksetzers schließen (142,80 Euro) wäre hier etwas angebrannt, das zumindest aggressiver agierende Bullen dazu animieren sollte, über einen Ausstieg nachzudenken.

Chart vom 21.09.2021, Kurs 148,50 Euro, Kürzel SAE | Online Broker LYNX

Das entscheidende Kriterium über Auf- oder Abstieg in der deutschen Index-Landschaft ist die Marktkapitalisierung. Wäre die Shop Apotheke-Aktie in den letzten Monaten nicht so gefallen, würde sie im MDAX bleiben. So aber geht es runter in den SDAX. Was werden die Trader tun?

Es gab ordentlich Verkaufsdruck am Montag, dem Tag, an dem die Anleger erstmals auf die Meldung reagieren konnten, dass die Shop Apotheke ab dem 20.September nicht mehr im MDAX sein wird. Es ist wahrscheinlich, dass einige Akteure diesen Abstieg als Problem sehen … und das könnte er auch ein.

Denn je weiter eine Aktie hinsichtlich der Index-Größe nach unten durchgereicht wird, desto eher ist damit zu rechnen, dass das Interesse der internationalen Investoren nachlässt. Denn die begeben sich selten bis in den SDAX hinab, wenn es darum geht, deutsche Aktien als Teil des Portfolios abzubilden. Zwar befindet sich der Hauptsitz der Shop Apotheke in den Niederlanden, der entscheidende Handelsplatz der Aktie ist aber Deutschland, daher müsste man sie eben in dieser Hinsicht als „deutsche Aktie“ einordnen. Stehen die Bullen also auf verlorenem Posten, ist die Chance auf eine Aufwärtswende nach der breiten, im Mai begonnenen Bodenbildung damit dahin?

Expertenmeinung: Der gestrige Rücksetzer ist alles andere als erfreulich, aber vergeben ist die Chance auf die Aufwärtswende damit noch nicht. Die wäre dann gelungen, wenn der Kurs die Ende vergangener Woche fast erreichte Widerstandszone 164/169 Euro und damit auch die knapp darunter verlaufende 200-Tage-Linie auf Schlusskursbasis überbieten würde. So weit ist der Kurs davon nicht entfernt, auch nicht nach dem gestrigen Minus von gut drei Prozent.

Shop Apotheke-Aktie: Chart vom 06.09.2021, Kurs 150,20 Euro, Kürzel SAE | Online Broker LYNX

Erst, wenn die Shop Apotheke-Aktie die Supportzone 145/149 Euro, die Ende August überwundene, mittelfristige Abwärtstrendlinie sowie die 20-Tage-Linie durch Schlusskurse unter 139 Euro brechen sollte, wäre definitiv etwas angebrannt. Aber auch dann wäre es denkbar, dass sich die Bodenbildung fortsetzt, der Kurs nur noch einmal einen neuen Anlauf nehmen müsste. Denn erst, wenn die wichtige Auffangzone 115/117 Euro, zuletzt getestet und gehalten Anfang August, fallen würde, würden wir hier ein Short-Signal von mittelfristiger Bedeutung sehen.

Leichter wird es aber ohne Zweifel jetzt nicht, sich doch noch nach oben abzusetzen. Dass das Unternehmen im laufenden Jahr seinen Verlust zunächst nicht, wie noch zu Jahresbeginn allgemein erwartet, nennenswert reduzieren wird, liegt zwar zum einen an Lieferproblemen durch diesen „Flaschenhals“ in der Weltwirtschaft, der viele Branchen derzeit bremst, zum anderen daran, dass die Shop Apotheke mehr Kapital als ursprünglich geplant in den Ausbau seiner logistischen Möglichkeiten investiert. Das eine wird vergehen, das andere ist eine Investition in die Zukunft. Aber der Chart zeigt klar, dass die Enttäuschung bei den Marktteilnehmern trotzdem groß ist. Die Stimmung würde sich zwar umgehend aufhellen, wenn die Aktie nach oben ausbricht. Aber die negative Reaktion auf den Abstieg in den SDAX zeigt, dass das derzeit der steinigere, weniger wahrscheinliche Weg wäre.

Mit den Anfang Juli vorgelegten, ersten Daten zum zweiten Quartal wurde der Versuch einer Bodenbildung bei der im Vorfeld schon markant abgerutschten Aktie der Shop-Apotheke abgebrochen. Aber jetzt könnte der Versuch einer Wende auf tieferem Niveau gelingen.

Natürlich war das, was die niederländische, im MDAX gelistete Shop Apotheke da zum zweiten Quartal vorlegte, für viele eine herbe Enttäuschung. Der Umsatz wuchs weniger als erwartet, der Gewinn ging gegenüber dem Vorjahresquartal heftig in die Knie. Und dass Ende Juli auch noch die Perspektive für das Gesamtjahr deutlich gesenkt wurde, trübte die Stimmung noch weiter ein. Jetzt sieht die Online-Apotheke nur noch einen Umsatzanstieg zwischen 10 und 15 Prozent (vorher ca. 20 Prozent) und eine EBITDA-Gewinnmarge von etwa null (zuvor 2,2 bis 2,8 Prozent). Doch so enttäuschend das klang, es war kein Grund, die Aussichten der Aktie grundsätzlich auf negativ zu drehen, denn die reduzierten Erwartungen hatten gute Gründe.

Zum einen hat auch die Shop Apotheke mit dem logistischen „Flaschenhals“ zu kämpfen, der seit Monaten vielen Branchen das Leben schwer macht, weil Waren zu spät eintreffen oder ganz ausbleiben. Zum anderen investiert das Unternehmen mehr in den Aufbau größerer, eigener Logistik-Kapazitäten, um künftigem Wachstum gewachsen zu sein. Das erste Problem ist zeitlich begrenzt, der zweite Aspekt, der den Gewinn drückte, ist eine Investition in die Zukunft. Dass sich die Aktie zuletzt stabilisierte, ist daher nachvollziehbar. Die Frage lautet jetzt: Wird aus dieser Bodenbildung auch ein neuer, gewinnträchtiger Aufwärtstrend?

Expertenmeinung: Mehrere Analysten senkten im Anschluss an die am 5. August vorgelegten, endgültigen Quartalsergebnisse ihre Kursziele, das dürfte die Anleger nicht gerade ermutigt haben. Und natürlich stellt man sich die Frage, ob diese Verschiebung stärkeren Wachstums auf der Zeitachse nach hinten, so verständlich die auch sein mag, der Aktie nicht längere Zeit einen Deckel aufsetzen wird. Antwort:

Der Kursverlauf wird zeigen, ob zu viele so denken und die Aktie in der derzeitigen Spanne zwischen der wichtigen, Anfang des Monats erneut verteidigten Unterstützungslinie bei 116 Euro und dem Widerstandsbereich 145/149 Euro hängenbleiben wird oder aber der Befreiungsschlag gelingt. Und er wird es wohl bald zeigen, denn am Dienstag kam es bereits zu einem ersten Test dieser Widerstandszone, die aktuell durch die übergeordnete, mittelfristige Abwärtstrendlinie in ihrer Bedeutung noch verstärkt wird.

Shop Apotheke-Aktie: Chart vom 24.08.2021, Kurs 142,80 Euro, Kürzel SAE | Online Broker LYNX

Kann die Aktie diesen Bereich klar und auf Schlusskursbasis bezwingen, dürfte das auch die Grundstimmung schnell aufhellen. Bei einer Aktie, die gerade ein bullisches Signal generiert hat, tut man sich eben schwerer, an Bedenken festzuhalten; zumal man die „bad news“, wie eingangs geschrieben, als rein temporär einstufen könnte. Mit Schlusskursen über 149 Euro wäre die erste Stufe eines neuen Aufwärtstrends gezündet. Gelänge dann noch der Anstieg über die 200-Tage-Linie und die knapp darüber verlaufende Widerstandszone 165/168 Euro, wäre das die zweite Stufe der Wende … dann sollte der Bann dieser ernüchternden Quartalsbilanz und der gesenkten Jahresprognose gebrochen sein.

Ein Minus von 12,59 Prozent und ein neues Jahres-Verlaufstief am Dienstag … und das bei der Shop-Apotheke Aktie, einem der Überflieger des Jahres 2020: Da muss etwas dramatisch schiefgelaufen sein. Was war da gestern passiert? 

Die Anleger hatten 2020 sehr hohe Erwartungen in die Shop Apotheke gesetzt. Das durch Corona immense Umsatzwachstum würde sich 2021 fortsetzen, da war man sich sicher. Doch die von der niederländischen, im MDAX notierten Online-Apotheke vorgelegten Perspektiven für 2021 fielen klar unter diesen hohen Erwartungen aus. Die Aktie, die ohnehin schon im Korrektur-Modus war, blieb dadurch im Frühjahr gedrückt. Die Aktie ging danach zwar in eine Bodenbildung über. Aber dann folgten gleich zwei Schläge in kurzer Zeit, die die Aufwärtswende zuerst abfingen und jetzt wohl für eine längere Zeit vom Tisch wischten.

Der erste Wirkungstreffer gegen die Bullen war die Meldung, dass sich die Einführung des sogenannten „E-Rezepts“ verzögern könnte, das den Erwerb verschreibungspflichtiger Medikamente bei Online-Apotheken deutlich erleichtern würde. Die Marktteilnehmer hatten gehofft, dass das E-Rezept das Wachstum der Shop Apotheke noch 2021 befeuern würde.

Und gestern folgte der zweite Schlag: Das Unternehmen veröffentlichte vorläufige Ergebnisse zum abgelaufenen Quartal – und die waren ernüchternd. Der Umsatz stieg im zweiten Kalenderquartal nur um 7,3 Prozent auf 250 Millionen Euro. Die Analysten hatten im Schnitt 262 Millionen erwartet. Informationen zur Marge und dem Gewinn gab es noch keine, aber den Anlegern reichte schon ein Satz, um die Beine in die Hand zu nehmen: Die unternehmenseigenen Ziele zu erreichen (die ohnehin schon für viele Anleger enttäuschend waren), sei jetzt eine Herausforderung, gieß es im Zuge der Vorlage dieser Daten.

Expertenmeinung: So verlockend es scheinen könnte, einen solchen, vormaligen Überflieger auf einmal über zwölf Prozent „billiger“ zu bekommen: Mit dieser Gemengelage ist diese Aktie kein Schnäppchen, sondern ein fallendes Messer. Also eine Aktie, die jederzeit deutlich weiter nachgeben könnte. Aus charttechnischer Sicht sowieso, denn:

Mit diesem kräftigen Abschlag durchschlug der Kurs die Bodenbildungszone 145/149 Euro vom Mai und Juni. Das ist ein klar bärisches Signal, das den Weg an die markantere Unterstützungszone 116/117 Euro freigibt. Und es wäre zumindest keine Überraschung, wenn die Shop Apotheke-Aktie dieses Kursziel ansteuert, denn:

Da es 2021 auch bei dem jetzt als herausfordernd angesehenen, avisierten Umsatzwachstum von 20 Prozent nur darum geht, die Schwelle zu den schwarzen Zahlen zu erreichen und man jetzt fürchten dürfte, dass sich der Weg in die Gewinnzone langwieriger darstellt, ist „teuer“ und „billig“ hier relativ. Solche Aktien reagieren bei enttäuschten Erwartungen besonders stark, daher wäre es ratsam, nicht in dieses fallende Messer zu greifen und die Shop Apotheke nur dann auf der Long-Seite in Betracht zu ziehen, wenn das Chartbild wieder bullisch ist. Was derzeit erst gegeben wäre, wenn die Aktie die Widerstandszone 166/169 Euro zurückerobert.

Chart vom 06.07.2021, Kurs 138,20 Euro, Kürzel SAE | Online Broker LYNX

Es war ein Ausbruch wie im Bilderbuch. Doch dann kam am Dienstagmittag eine überraschende Nachricht, die den Befreiungsschlag in eine Bullenfalle verwandelte. Welche Levels müssen halten, damit die Shop Apotheke-Aktie nicht noch weiter abrutscht?

Eine derart saubere Trendwende sieht man selten. Erst eine ausgiebige Bodenbildung, die in ein Doppeltief mündete. Und dessen Vollendung bedeutete zugleich den Break über eine seit fast einem Jahr immer wieder relevante Widerstandszone und über die wichtige 200-Tage-Linie. Der Weg für die Bullen war frei … und sie nutzten das für kräftige Käufe. Bis am Dienstag zur Mittagszeit das Magazin „apotheke adhoc“ meldete, dass es mit der Einführung des E-Rezepts länger dauern könnte als gedacht. Und das ist für eine Online-Apotheke in der Tat keine gute Nachricht.

Das E-Rezept ermöglicht es unter anderem, Rezepte online zu erhalten und ebenso leicht an Online-Apotheken weiterzureichen, was derzeit mit der „Zettelwirtschaft“ eben noch aufwändig ist. Damit besteht die Erwartung, dass deutlich mehr rezeptpflichtige Medikamente über die meist deutlich günstigeren Online-Apotheken bestellt werden als bisher. Laut „apotheke adhoc“ startet am 1. Juli zwar ein Pilotprojekt, aber nur mit einer einzigen Arztpraxis und einer Apotheke. Damit sei fraglich, ob die Verfügbarkeit ab Oktober, die bislang ins Auge gefasst wurde, realistisch sei. Der offizielle Start soll laut Gesundheitsministerium der Januar 2022 sein. Verzögert sich das, würde das natürlich die Umsatz- und Gewinnperspektive der Shop Apotheke beschneiden – entsprechend harsch fiel die Reaktion bei der Aktie aus.

Expertenmeinung: Am Dienstagmorgen hatte die Aktie noch kräftig zugelegt und mit in der Spitze 182 Euro einen soliden Puffer zur gerade überbotenen, charttechnischen Schlüsselzone 167/169 Euro aufgebaut, dann führte die oben genannte Meldung zu einem rasanten Abverkauf unter hohen Umsätzen. Der führte den Kurs der Shop Apotheke wieder in diese Zone zurück. Diese Zone, aktuell auch noch durch die 200-Tage-Linie verstärkt, konnte zwar zum Handelsende des Dienstags knapp gehalten werden. Aber am Mittwoch gingen die Abgaben weiter … und damit besteht das Risiko, dass der Schwung der Abwärtswende groß genug ist, dass es nicht bei einem Rücksetzer bleibt, sondern ein echter Baisse-Schub folgt.

Das wäre dann zu erwarten, wenn die Zone, über der sich seit Mai das Doppeltief als Basis der Aufwärtswende gebildet hat, fallen sollte. Diese Unterstützungszone findet sich im Bereich 145/149 Euro. Aber wäre das überhaupt realistisch? Und vor allem: Würde diese Meldung wirklich ausreichen, um die Leerverkäufer auf den Plan zu rufen und das mittelfristige Abwärts-Kursziel bei 116 Euro anzusteuern?

Shop Apotheke-Aktie: Chart vom 23.06.2021, Kurs 156,80 Euro, Kürzel SAE | Online Broker LYNX

Überzogen wäre diese Reaktion zwar durchaus, denn zum einen ist keineswegs sicher, ob und wie lange sich das E-Rezept wirklich verzögern wird. Zum anderen würden die erhofften, zusätzlichen Umsätze dann ja nur später kommen und nicht gar nicht. Aber sollte es tatsächlich zu einem markant bärischen Signal durch Schlusskurse klar unter 145 Euro kommen, dürfte das den kurzfristigen Tradern eher egal sein, daher: Fällt die Shop Apotheke darunter, würde sie zu einem „falling knife“, in das man besser nicht hineingreifen sollte.