Sartorius VZ Aktie aktuell Sartorius Vz.: Das sieht nach Wende aus, aber noch halten alle Unterstützungen!

News: Aktuelle Analyse der Sartorius VZ Aktie

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Sartorius VZ
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Zur Sartorius VZ Aktie

Im Zuge des „Corona-Crashs“ wurde im Februar und März erst einmal so gut wie alles verkauft. Doch dann begannen die Marktteilnehmer zu differenzieren und stürzten sich auf diejenigen Werte, von denen sie annahmen, dass sie von der Corona-Krise nicht betroffen seien oder sogar von der Situation profitieren. Die Vorzugsaktie des Labor- und Prozesstechnologie-Spezialisten Sartorius gehörte definitiv dazu. Im März setzte eine Rallye ein, die den vorherigen Kurseinbruch winzig erscheinen ließ. Bereits im April lief der Kurs über das „Prä Corona“-Hoch und schaffte in der Spitze ein Plus von 154 Prozent, gerechnet vom Tief im März bis zum Verlaufsrekord des 9. November.

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Dieser 9. November wurde für die Bullen zu einem Schock. Während der Gesamtmarkt durch die erste Meldung eines einsatzbereiten Impfstoffs durch die Decke ging, implodierte der Kurs der Sartorius-Aktie. Bisherige Corona-Gewinner erschienen jetzt ausgereizt, uninteressant und vor allem zu hoch bewertet. Solange die Sorge umging, die Pandemie könnte noch ewig dauern und das Momentum der Aufwärtsbewegung der Aktie hoch war, interessierte sich für die Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis kaum jemand. Ab dem 9. November änderte sich das mit einem Schlag:

Chart vom 22.12.2020, Kurs 347,20 Euro, Kürzel SRT3 | Online Broker LYNX

Das Tageshoch dieses denkwürdigen 9. Novembers lag bei 416,80 Euro, Verlaufsrekord. Und ausgerechnet da kam diese „Impfstoff-Meldung“ und schickte die Aktie auf die Bretter. Bis 338 Euro sackte der Kurs durch … und während der Gesamtmarkt von da an weiter stieg, testete Sartorius diese dadurch entstandene Unterstützung bei 338 Euro gerade erst vergangene Woche erneut. Und so, wie sich das Chartbild derzeit präsentiert, mit diesem intakten, durch die 20-Tage-Linie verstärkten kurzfristigen Abwärtstrend bei aktuell 359 Euro, könnte das die Vorstufe zur Vollendung einer großen Toppbildung sein. Könnte, muss aber nicht.

Zwar stürzen sich die Anleger momentan auf Aktien, denen man angesichts der beginnenden Impf-Phase für 2021 die stärksten Gewinnzuwächse zutraut. Aber die basieren eben fast immer darauf, dass die Gewinne 2020 extrem eingebrochen sind. Dadurch sind einige dieser Aktien schon jetzt so teuer, wie es die Sartorius Vorzugsaktie am bisherigen Verlaufshoch war.

Denn auch, wenn das Kurs/Gewinn-Verhältnis für die durchschnittliche Gewinnschätzung des kommenden Jahres bei untypisch hohen 68 liegt, ist das nicht teurer als das KGV, das die Aktie Ende 2019 auswies – vor dem Corona-Crash. Denn Sartorius muss 2021 keinen Gewinneinbruch des Jahres 2020 aufholen, hier steigen die Gewinne auch 2020 – und das nicht zu knapp. Für die ersten drei Quartale stieg der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) um 35 Prozent. Und nachdem Sartorius die Prognose für die Gewinnmarge im Zuge der Neun-Monats-Zahlen noch einmal anhob, erscheint das von den Analysten im Durchschnitt geschätzte 2020er-Gewinnplus von 39 Prozent erreichbar. 2021 soll es mit dem Gewinn um weitere 20 bis 25 Prozent nach oben gehen. Das ist nicht unbedingt eine Perspektive, in der man einer Aktie eine mittelfristige Abwärtswende zutrauen würde.

Und auch, wenn das Chartbild derzeit „toppish“ aussieht: Noch halten alle wichtigen Unterstützungen. Erst, wenn der Kurs die durch die 200-Tage-Linie verstärkte Auffangzone 314/319 Euro durchschlagen würde, wäre das Topp vollendet und der Weg aus charttechnischer Sicht nach unten frei. Bis dahin sollte man die Bullen aber besser nicht abschreiben. Es wäre kein weiter Weg, um die kurzfristige Abwärtstrendlinie mit Schlusskursen über 360 Euro zu bezwingen. Und gelingt das, wäre der Aktie angesichts dieser schon jetzt ausgiebigen Korrektur wieder einiges nach oben zuzutrauen.

Chart vom 22.12.2020, Kurs 28,10 Euro, Kürzel LPK | Online Broker LYNX
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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Sartorius VZ Aktie

Am Umsatz- und Gewinnwachstum des Labor- und Prozesstechnologieunternehmens Sartorius gibt es absolut nichts auszusetzen. Beides steigt seit Jahren wie auf Schienen. Und während andere Unternehmen in diesem Jahr massiv unter Druck gerieten, setzt Sartorius sein Wachstum dynamisch fort. In den ersten neun Monaten stieg der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) um 35 Prozent. Für das Gesamtjahr 2020 trauen die Analysten dem Unternehmen im Schnitt einen Gewinnanstieg von 40 Prozent zu. Und dieses Wachstum soll sich 2021, wenn auch in gemäßigterem Tempo, fortsetzen. Doch das heißt nicht, dass die Aktie nach unten abgesichert wäre.

Das wäre sie, wenn der Kurs in diesem Jahr in etwa mit dem zu erwartenden Gewinnanstieg mitgelaufen wäre, wenn die Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis dem Gewinnwachstum angemessen wäre und sich der Gewinnanstieg in den kommenden Jahren im gleichen Tempo fortsetzen würde. Doch all das ist nicht der Fall. Gegenüber dem letzten Kurs 2019 notierte die Aktie am Dienstagabend 90 Prozent höher. Daraus errechnet sich für die geschätzten 2020er-Gewinne ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 85. In den vergangenen Jahren lag das um 50. Und momentan rechnet man für das kommende Jahr mit einem Gewinnanstieg von „nur“ 25 bis 25 Prozent. Die Aktie ist also ziemlich teuer. Und warum?

Expertenmeinung: Weil die Investoren sie in die Kategorie „Corona-Gewinner“ einordneten und kauften, als wäre sie ein „sicherer Hafen“. Und in der Tat gehört Sartorius aufgrund seines Schwerpunkts der Produktpalette in Richtung Biotech-, Pharma- und Nahrungsmittelbranche zu denen, denen die Krise bislang nichts anhaben konnte. Doch was, wenn die Krise endet, wenn damit eben dieser Faktor, der die Aktie so viel schneller nach oben trieb als den Unternehmensgewinn, wegfällt? Einen Vorgeschmack bekamen die Anleger am vorvergangenen Montag, als die Nachricht über die Fortschritte des COVID 19-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer über die Ticker lief:

Der Kurs brach wie vom Blitz gefällt ein, eliminierte am Folgetag, was man Richtung Handelsende an Verlust aufzuholen vermochte und kommt seither nicht mehr an seiner 20-Tage-Linie vorbei. Und der Kurseinbruch ereignete sich auch noch genau an dem Tag, an dem die Vorzugsaktie am Morgen mit 416,80 Euro ein neues Rekordhoch markiert und dabei die obere Begrenzung des Juni-Aufwärtstrendkanals touchiert hatte.

Käme die Aktie auf Schlusskursbasis an dieser 20-Tage-Linie vorbei und würde über dem Hoch der letzten Tage von 381 Euro schließen, hätten die Bullen wieder etwas Wasser unter dem Kiel. Aber derzeit hätten die Leerverkäufer, d.h. die Bären, die besseren Karten. Sie hätten den kürzeren Weg zu einem bärischen Signal, das dann entstehen würde, wenn Sartorius eindeutig aus diesem Aufwärtstrendkanal herausfallen und dabei die Unterstützungszone 340/348 Euro durchschlagen sollte. Dann wäre ein Test der gerade bei 300 Euro angekommenen 200-Tage-Linie ein wahrscheinliches Szenario.

Chart vom 17.11.2020, Kurs 361,80 Euro, Kürzel SRT3 | Online Broker LYNX

Ein Kursanstieg von 2,95 Prozent und ein neuer Verlaufsrekord: Eigentlich müsste das ja ohne Wenn und Aber bullisch sein, was die Vorzugsaktie des Labor- und Prozesstechnologie-Spezialisten Sartorius da am Dienstag aufs Parkett gelegt hatte. Aber das relativiert sich aus zwei Gründen: Zum einen hatte die Aktie am Tageshoch, als eben dieser Verlaufsrekord mit 396,60 Euro markiert wurde, ganze 6,2 Prozent im Plus gelegen. Und zum anderen war dieser Handelsverlauf die Reaktion auf die Neun-Monats-Zahlen, die das Unternehmen am Morgen vorgelegt hatte. Und die waren so stark, dass man angesichts des Umstands, dass die Aktie zwar im Plus, aber kaum über Eröffnungskurs geschlossen hatte und den Großteil des Gewinns abverkauft wurde, die Stirn runzeln muss.

Sartorius meldete für die ersten drei Geschäftsjahresquartale einen Umsatzanstieg gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum von 23,5 Prozent, einen Gewinnanstieg auf Basis des um Sonderfaktoren bereinigten EBITDA (vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) um 35,3 Prozent und einen Anstieg des Auftragsvolumens von 36,3 Prozent. Zugleich wurde die Prognose für die EBITDA-Gewinnmarge von bislang 28,5 auf 29,5 Prozent angehoben. Da gibt es absolut nichts zu mäkeln, was die reinen Zahlen angeht, immerhin gelingt Sartorius damit ein rasantes Wachstum, während manch anderes Unternehmen tief in die Verlustzone gerutscht ist. Aber den Anlegern geht es eben nicht nur um die Zahlen allein.

Expertenmeinung: Das Problem ist, dass man nicht davon ausgehen kann, dass sich dieses Wachstum jahrelang in dieser Größenordnung fortsetzt und die Aktie seit Jahresanfang weit stärker zugelegt hat als der Gewinn. Mit dem gestrigen Verlaufsrekord summierte sich der Anstieg seit dem Schlusskurs des Jahres 2019 auf knapp 108 Prozent, während der Gewinn um 35,3 Prozent stieg. Kurz: Die Sartorius-Vorzugsaktie ist, was das Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) angeht, deutlich teurer geworden. Schon per Ende 2019 hatte das KGV mit 76 deutlich höher gelegen als in den Vorjahren, als es immer im Bereich 40 bis 50 lag. Doch jetzt läge dieses KGV auf Basis der mit dieser Bilanz leicht anzuhebenden, durchschnittlichen Gewinnschätzung der Analysten schon bei 95. Das wäre zu rechtfertigen, wenn man davon ausgehen darf, dass das Wachstum in diesem Tempo noch zwei, drei Jahre so weitergeht. Aber das ist bislang allein die Hoffnung der Bullen, auch die Schätzungen der Experten für 2021 stützen ein solch intensives Wachstum nicht. Das dürfte denjenigen bewusst geworden sein, die am Dienstag die Gelegenheit genutzt haben, in die neuen Verlaufsrekorde hinein einfach mal den Gewinn vom Tisch zu nehmen. Die Frage ist, ob das Schule macht. Die Aktie produzierte durch diese Gewinnmitnahmen gestern einen sogenannten „Shooting Star“, den man schon fast als „Gravestone Doji“ sehen könnte. Dass die Abgaben nahe an der oberen Begrenzung des aktuellen Aufwärtstrendkanals stattfanden und dadurch ein neues Kaufsignal des unten im Chart mit eingeblendeten Trendfolgeindikators MACD erst einmal abgewürgt wurde, ist nicht gerade von Vorteil für die Bullen. Aber wie man diesen Doji des Dienstags auch interpretieren will: Um von einem Warnsignal zu einem bärischen Signal befördert zu werden, müsste die Aktie heute weiter abgeben, eine rote Kerze ausbilden. Dann wird es eng … aber erst, wenn die untere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals und damit zugleich auch die Supportzone 340/348 Euro gebrochen würden, wäre die Aktie wirklich als kurz- bis mittelfristig bärisch einzustufen.

Sartorius Aktie: Chart vom 20.10.2020, Kurs 384,40 Euro, Kürzel SRT3 | Online Broker LYNX

Ein Minus von 9,59 Prozent … und das ohne neue Nachrichten, was war das denn? Um es flapsig auszudrücken: In erster Linie war das „typisch“. Typisch in einem heiß gelaufenen Umfeld ohne taugliches Fundament seitens der Rahmenbedingungen. Bei einer Aktie, die mit einer Jahresperformance von in der Spitze 91 Prozent weit besser lief als die Indizes, in denen sie gelistet ist. Und bei einer Aktie, die durch diese Super-Rallye selbst auf Basis der für 2020 geschätzten, aber noch nicht eingefahrenen Gewinne ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 90 erreichte, während sich dieses KGV bis 2018 jahrelang in einer Range zwischen 40 und 50 bewegt hatte.

Die Basis für dieses so ungewöhnlich große Minus lag aber nicht bei der Aktie des Labor- und Prozesstechnologie-Spezialisten Sartorius selbst. Sie lag darin, dass die US-Börsen auf einmal wie vom Blitz getroffen wegrutschten, die Euro-Börsen folgten und niemand so recht wusste, was eigentlich los war. In solchen Situationen versuchen überrumpelte Trader, umgehend ihre Kapitalexposition zu reduzieren, sprich den Cash-Anteil hochzufahren. Und dafür nimmt man am liebsten Aktien, an denen so richtig „Speck“ ist, d.h. die besonders weit im Gewinn liegen. Denn dann sind es keine Verkäufe aus Nervosität, sondern Gewinnmitnahmen. Das fühlt sich auch für einen selbst besser an. Und die in MDAX und TecDAX gelistete Sartorius Vorzugsaktie hatte diesen „Speck“ vorzuweisen, wie wir im Chart sehen. Ein solcher, abrupter Abschlag kann dabei schon genug sein, um die Käufer wieder in Marsch zu setzen. Aber er muss es nicht.

Expertenmeinung: Die Frage, ob dieser Rückschlag umgehend dazu führt, dass bullische Trader wieder einsteigen, lässt sich im Vorfeld nicht beantworten, weil es da für die meisten um eine emotionale, aus dem Augenblick heraus getroffene Entscheidung ginge. Es ist die Frage, ob heute und in den kommenden Tagen noch genug Marktteilnehmer davon überzeugt sind, dass die Sartorius-Aktie mit ihrem bisherigen Rekord-Verlaufshoch, am Dienstag bei 364,60 Euro markiert, noch nicht am Ende ihres kurzfristigen Potenzials angekommen ist. Deren Zahl muss klar höher sein als die derjenigen Trader, die sich vom Bruch der Unterstützungszone 340/348 Euro und der kurz- und mittelfristigen Aufwärtstrendlinien beeindruckt zeigen und verkaufen, womöglich sogar Short gehen.

Dass Sartorius bislang tadellos durch die Krise kommt, ist dabei nicht unbedingt entscheidend, denn das weiß man ja längst, daher ist ein im laufenden Jahr starker Auftragseingangs-, Umsatz- und Gewinnanstieg längst im Kurs enthalten. Die Käufer müssten umgehend „Zählbares“ liefern, das per Donnerstag generierte, bärische Signal eliminieren, indem es gelingt, die Aktie schnell wieder über 350 Euro und damit über die jetzt gebrochenen Unterstützungen zu heben. Dann würden die Verkäufer wohl zurückziehen. Ginge das schief, wäre ein Test der 200-Tage-Linie bei derzeit 257 Euro keineswegs auszuschließen, denn bei der auch nach dem gestrigen Minus immer noch sehr hohen Bewertung der Aktie kann es gut sein, dass viele Akteure dann, wenn es nicht sofort zu einer Rettungsaktion kommen sollte, warten, bis diese Aktie wieder günstiger bewertet ist.

Chart vom 03.09.2020, Kurs 326,20 Euro, Kürzel SRT3 | Online Broker LYNX

Die großen Erwartungen an eine schnelle, v-förmige Erholung der Weltwirtschaft wanken mit der steigenden Zahl an Neuinfektionen weltweit. Bei vielen Aktien fragen sich die Akteure, ob sie da nicht schon weit über das Ziel hinausgeschossen sein könnten. Und in einem solchen Umfeld kommt Sartorius, der Labor- und Prozesstechnologie-Spezialist, daher und erhöht die eigenen Prognosen für das laufende Jahr. Und das auch noch recht deutlich. Genau das wollen die Bullen hören! So wurde Ende vergangener Woche das Ziel für das Umsatzwachstum von zuvor 15 bis 19 auf 22 bis 26 Prozent nach oben genommen, die Vorsteuer-Gewinnmarge soll ein Prozent höher als vorab avisiert, bei 28,5 Prozent liegen. Damit könnte der Gewinn pro Aktie per Ende 2020 in einer Range zwischen 3,70 bis 3,85 Euro liegen. Eine höchst erfreuliche Entwicklung, die seitens der Marktteilnehmer mit einem Kurssprung honoriert wurde, der die Vorzugsaktie an und am Montag sogar über den bisherigen, im Mai markierten Verlaufsrekord bei 340 Euro trug. Ist damit der Weg nach oben frei? Expertenmeinung: Rein aus charttechnischem Blickwinkel schon, wobei das vorherige Verlaufshoch noch nicht signifikant überboten wurde, so dass eine Bestätigung des Ausbruchs hilfreich wäre, um dem Braten trauen zu können. Was aber momentan mehr von Bedeutung für das Kurspotenzial wäre, ist die hohe Bewertung der Aktie. Das Kurs/Gewinn-Verhältnis lag in den Jahren vor 2019 immer im Bereich zwischen 40 und 50. Was ohnehin schon relativ hoch war, aber angesichts des deutlichen Umsatzwachstums noch anging. Derzeit aber läge das Kurs/Gewinn-Verhältnis, würde die Aktie das momentane Niveau bis zum Jahresende nur halten und nicht weiter steigen und zugleich die neue Unternehmensprognose eintreffen, knapp unter 90. Und das ist ungewöhnlich teuer. Zu teuer? Nicht unbedingt, denn ein Unternehmen, das in einem derart unsicheren, rezessiven Umfeld so kräftig wächst, hat eine Sonderstellung inne. Es finden sich so wenige Unternehmen mit solch bullischen Perspektiven, dass das daraus resultierende, höhere Anlegerinteresse durchaus dazu führen kann, dass derartig hohe Bewertungen zumindest so lange aufrechterhalten werden könnten (nie müssen!), bis der Großteil der Branchen und Unternehmen wieder zu einer Wachstumsdynamik zurückgefunden hat, die mehr wäre als das reine Aufholen des vorherigen Einbruchs. Vorsicht bliebe bei einem derart hohen Kurs/Gewinn-Verhältnis aber dennoch angebracht, eine konsequente Absicherung von Long-Trades wäre hier unbedingt angeraten. Der Vorteil: Aus charttechnischer Sicht liegt eine ideale Basis für solche Absicherungen recht nahe und läuft nach oben mit. Der doppelte Leitstrahl der Mitte März begonnenen Aufwärtsbewegung in Form der Aufwärtstrendlinie und der 20-Tage-Linie verläuft momentan um 208 Euro und steigt täglich um die zwei Euro weiter an. Unter diesen Bereich mit einem Puffer von drei, vier Euro einen Stoppkurs anzusiedeln, wäre derzeit eine sinnvolle Absicherung laufender Positionen. Sartorius Aktie Chart vom 20.07.2020, Kurs 343,80 Euro, Kürzel SRT3 | Online Broker LYNX  

Richtig ist, dass der Labor- und Prozesstechnologie-Spezialist Sartorius eine starke Bilanz für das erste Quartal abgeliefert hat, in welcher beim Umsatz ebenso wie beim Gewinn und dem Auftragseingang ein Anstieg zum Vorjahresquartal erreicht wurde. Richtig ist zudem, dass das Unternehmen dabei betonte, dass sich die Corona-Problematik bis dahin nicht negativ auf das Geschäft ausgewirkt hat. Ebenso korrekt ist, dass eine gute Chance besteht, dass auch das zweite Quartal die Anleger zufriedenstellen wird, sonst hätte Sartorius voraussichtlich bereits eine Warnung lanciert. Nicht richtig ist hingegen, dass die Aktie, Gewinnsteigerung hin oder her, noch günstig bewertet wäre. Und das wird jetzt zum Problem. Denn die Aktie hatte seit dem Tief Mitte März gewaltig zugelegt. Gerade weil man zu Recht vermutete, dass Sartorius von der Krise kaum betroffen sein könnte, war der Kurs im Vorfeld eher moderat gefallen, hatte dann aber umso deutlicher zugelegt, so dass das „Prä-Corona“-Rekordhoch, am 20. Februar bei 243,40 Euro markiert, um über 40 Prozent überboten wurde. Und damit ist diese Aktie teuer geworden, denn auch, wenn Sartorius beim Gewinn des ersten Quartals die Prognosen übertraf, die Erwartungen waren ja wegen der Pandemie nicht gesunken, so dass man am alten Hoch im Februar bereits ein Niveau erreicht hatte, das aus Sicht der Investoren entsprechend der Gewinnperspektive gerechtfertigt war. Doch Ende Mai notierte die Aktie 40 Prozent höher. Und zugleich begannen Marktteilnehmer, die „sicheren Häfen“ zu verkaufen, um auf die Wende zurück zu allgemeinem Wachstum zu setzen. Expertenmeinung: Wenn diese Wende zeitnah käme, gäbe es keinen Grund mehr, nicht von der Corona-Krise betroffene Unternehmen mit einem Bewertungs-Bonus zu versehen. Am Rekordhoch von 340 Euro hatte man bei einer geschätzten 2020er-Gewinnsteigerung von 30 bis 35 Prozent ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) um 80 bis 85 erreicht. Das ist untypisch hoch, ein Analysten umstritten. Die einen behielten relativ niedrige Kursziele bei, andere legten die Latte noch über das letzte Rekordhoch. Ende Mai hob das Bankhaus Metzler sein Kursziel auf 360 Euro an und stellt damit das höchste der Analysten-Kursziele, während die UBS ihr Kursziel am Montag zwar von 207 auf 212 Euro anhob, damit aber weit unter dem aktuellen Kurs blieb und die Einschätzung auf „Verkaufen“ setzte. Das Problem ist: Diejenigen, die mit Sartorius auf einen „sicheren Hafen“ setzten, dürften derzeit gerade ins Lager der „Wachstums-Wende“ überlaufen. Und diejenigen, die sich bei der Aktie bislang zurückgehalten hatten, weil sie ihnen zu schnell zu weit gestiegen war, dürften jetzt ebenso wie die rein charttechnisch agierenden Trader erst einmal wegbleiben. Denn am Montag brach der zum Vorwochenschluss noch verteidigte Aufwärtstrendkanal. Und das auch noch sehr deutlich. Ein Versuch, sich zu erholen, wurde am Dienstag abverkauft. Die Aktie müsste mit Schlusskursen über 310 Euro schnell wieder zurück in den Aufwärtstrendkanal und damit zugleich wieder über die 20-Tage-Linie laufen, um einen weiteren Abstieg zu verhindern. Gelingt es nicht, das Ruder sofort herumzureißen, wäre ein Test der bereits nahe gekommenen Supportlinie bei 243,40 Euro (das vorherige Rekordhoch vom Februar) die wahrscheinlichste Variante. Und dass diese Linie dann hält, ist keineswegs sicher. Sartorius Aktie Chart vom 09.06.2020, Kurs 277,40 Euro, Kürzel SRT3 | Online Broker LYNX Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.