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First Solar Aktie Prognose First Solar: Deutlicher Gewinnsprung oder noch mehr Probleme?

News: Aktuelle Analyse der First Solar Aktie

In diesem Artikel
First Solar
ISIN: US3364331070
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Ticker: FSLR -,-- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur First Solar Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

First Solar scheint von einer ungewöhnlichen Kombination aus Protektionismus, staatlichen Anreizen und einer starken Nachfrage nach großen Solarprojekten zu profitieren.

Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort

Das Unternehmen ist ein Paradebeispiel dafür, wie politische Entscheidungen die Wettbewerbsposition einer Firma verändern können.

First Solar produziert vorwiegend auf Cadmium-Tellurid-Basis (CdTe), fokussiert sich auf Großprojekte und hat seine Produktion in den USA massiv ausgebaut. Diese strategische Ausrichtung macht das Unternehmen besonders sensibel gegenüber Importzöllen und Steueranreizen.

Die US-Handelspolitik hat First Solar in eine vorteilhafte Lage gebracht. Die Regierung hat Maßnahmen ergriffen, welche die Importe chinesischer Solarprodukte verteuern, darunter Importzölle für Solarzellen und relevante Vorprodukte.

Diese Zollerhöhungen haben den relativen Preisvorteil chinesischer Anbieter quasi zunichte und damit First Solar wettbewerbsfähiger gemacht, weil das Unternehmen lokal produzierte Module anbieten kann, ohne Zollbelastungen zu tragen. Diese Veränderung hat die Nachfrage und die Margen erhöht.

Parallel haben steuerliche Förderungen und kreditseitige Unterstützungsmaßnahmen das Geschäftsmodell von First Solar verstärkt. Die US-Gesetzgebung zur Förderung sauberer Energie umfasst Investitions- und Produktionsanreize und konkrete Steuererleichterungen für Hersteller, die inländische Kapazitäten aufbauen und Arbeitsplätze schaffen.

Das wurde lange ignoriert

Die Kombination aus Zöllen und Steuererleichterungen hat First Solar nicht nur kurzfristig geholfen, sondern eine umfangreiche und profitable Skalierung des Geschäfts ermöglicht.

Die finanziellen Auswirkungen dieser Maßnahmen waren erheblich, wurden an der Börse jedoch lange ignoriert.
Dadurch ist das Ergebnis in den letzten Jahren rasant gestiegen.

Bereits im Geschäftsjahr 2023 konnte ein Rekordergebnis von 7,74 USD je Aktie erzielt werden, etwa 50 % mehr als jemals zuvor in der Unternehmensgeschichte.
Darauf folgte 2024 ein Gewinnanstieg auf 12,02 USD je Aktie.

Im laufenden Geschäftsjahr hat sich die starke Entwicklung fortgesetzt, wenngleich das Unternehmen auch immer wieder Probleme beim Ausbau der Produktionskapazitäten hat.
Derzeit ist das der eigentliche begrenzende Faktor, an Nachfrage mangelt es offenbar nicht.

Zuletzt summierte sich der Auftragsbestand auf 53,7 GW mit einem Gesamtwert von 16,4 Mrd. USD.
Das entspricht in etwa dem Dreifachen des in diesem Jahr erwarteten Jahresumsatzes.

Kapazitäten als Engpass

Die Erweiterung der Produktionskapazitäten läuft jedoch nicht reibungslos. Immer wieder kommt es zu Verzögerungen. Projekte müssen verschoben und Kunden vertröstet werden.

Die jüngsten Quartalszahlen zeigen das exemplarisch. Der Gewinn lag mit 4,24 USD je Aktie unter den Schätzungen von 4,32 USD. Mit einem Umsatz von 1,59 Mrd. USD wurden die Erwartungen erfüllt.

Es läuft nicht so gut, wie es könnte. Aber auf Jahressicht konnten der Umsatz dennoch um 45 % und der Gewinn um 33 % gesteigert werden. Darüber hinaus hat sich die Dynamik im Jahresverlauf verbessert.

Die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2025 musste dennoch von 4,90 – 5,70 auf 4,95 – 5,20 Mrd. USD reduziert werden und die Gewinnerwartungen von 13,50 – 16,50 auf 14,00 – 15,00 USD je Aktie.

Trotz all dieser Unkenrufe und berechtigter Kritik dürfte der Gewinn im Geschäftsjahr 2025 um 21 % auf 14,50 USD je Aktie steigen.
First Solar kommt demnach auf eine forward P/E von 16,3.

Nach langen Verzögerungen hat die neue Niederlassung in Louisiana, deren Baukosten bei 1,1 Mrd. USD lagen, jedoch Ende November den Betrieb aufgenommen. Und auch an anderer Stelle macht das Unternehmen endlich Fortschritte, wodurch die Produktionskapazitäten 2026 spürbar steigen dürften.

Daher sehen die Konsensschätzungen für dieses Jahr einen Gewinnanstieg um 58 % auf 23,00 USD je Aktie vor.
Sollten die hohen Erwartungen erfüllt werden, würde die P/E dadurch auf 10,3 sinken.

First Solar Aktie: Chart vom 13.01.2026, Kurs: 237,50 USD - Kürzel: FSLR | Online Broker LYNX
First Solar Aktie: Chart vom 13.01.2026, Kurs: 237,50 USD – Kürzel: FSLR | Quelle: TWS

Aus technischer Sicht ist die Aktie jedoch angeschlagen. Für antizyklische Investoren könnte sich dadurch eine Gelegenheit ergeben.
Wird die Unterstützungszone bei 225 – 233 USD durchbrochen, könnte das einen Abverkauf bis 212 oder 190 USD einleiten.

Gelingt hingegen ein Anstieg über 250 USD, wären erneute Kursgewinne in Richtung 260 oder 278 USD denkbar.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.01.2026 um 10:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

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Vorherige Analysen der First Solar Aktie

31.10.2025
14:23 Uhr

First Solar: Könnte besser laufen — Tobias Krieg

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 31.10.2025 um 14:00 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

First Solar hat die Erwartungen wieder verfehlt und die Prognose gesenkt. Jetzt die Reißleine ziehen? Oder sogar kaufen?

Auf diesem Fundament ruht die Rallye

First Solar hat in den vergangenen Jahren von der zunehmenden protektionistischen Politik in den USA profitiert. Insbesondere die Erhöhung von Importzöllen auf chinesische Solarzellen hat die Position des Unternehmens gestärkt.

Hinzu kamen massive Steuerentlastungen für Unternehmen, die Produktionskapazitäten und Jobs in den USA schaffen.

Diese beiden Faktoren haben maßgeblich dazu beigetragen, dass der Gewinn von First Solar regelrecht durch die Decke gegangen ist.
Die Importzölle haben zu einer Verteuerung von Solarmodulen geführt. Für den Verbraucher ist das eine schlechte Nachricht, für First Solar jedoch eine gute, denn dadurch ist das Unternehmen wettbewerbsfähiger und profitabler geworden.

Darüber hinaus hat das die Auftragsbücher des Unternehmens prall gefüllt. Da gleichzeitig Steuererleichterungen für den Aufbau neuer Produktionsstätten gewährt wurden, hatte First Solar plötzlich auch das Kapital zur Expansion.

Das hat dazu geführt, dass der Gewinn des Unternehmens 2023 auf einen Rekordwert von 7,74 USD je Aktie gestiegen ist. Im Folgejahr kam es zu einem erneuten Gewinnsprung um 55 % auf 12,02 USD je Aktie.
Daher hatte ich in dieser Zeit zigfach auf die Aktie hingewiesen, zuletzt im August bei einem Kurs von 185,60 USD.

Worauf Sie sich wirklich konzentrieren sollten

Seitdem ist der Kurs erheblich gestiegen. Daher stellt sich die Frage, ob langsam das Ende der Fahnenstange erreicht sein könnte. Oder geht die Rallye unvermindert weiter?

Denn trotz der gewaltigen Fortschritte in den letzten Jahren läuft es bei First Solar alles andere als optimal. Die Erweiterung der Produktionskapazitäten läuft langsamer als anfänglich geplant.
Daher musste das Unternehmen zwischenzeitlich die Prognose kappen. Das führte im März dieses Jahres zu einer regelrechten Panik, zeitweise lag der Kurs bei 120 USD.
Der eine oder andere wird sich vielleicht noch daran erinnern, dass ich damals von einem Verkauf abgeraten hatte, da die forward P/E zu diesem Zeitpunkt nur noch bei etwa 10 lag – trotz der gekappten Prognose.

Seitdem hat sich der Kurs fast verdoppelt. Wie so oft hat sich herausgestellt, dass die Panik überzogen war.
Geht es mit den Kursen abwärts, konzentriert sich die Börse nur noch auf die negativen Aspekte einer Geschichte. Ist die Rallye in vollem Gange, liegt der Fokus nur noch auf den bullischen Argumenten.

Ende der Fahnenstange?

Wer an der Börse erfolgreich sein will, muss natürlich genau das Gegenteil tun.

Die Aufgabe, vor der wir aktuell stehen, ist also klar. Was spricht aktuell gegen die Aktie? Wie wahrscheinlich ist eine Fortsetzung der Rallye?
Eine Sache ist jedenfalls sicher: Das Chance-Risiko-Verhältnis ist heute wesentlich schlechter als vor wenigen Monaten bei 120 USD.

Selbst wenn man sich im Bullenlager befindet und investiert ist, muss man zugeben, dass es besser laufen könnte.
First Solar hat nach wie vor Probleme, die Kapazitäten hochzufahren. Das ist aus Anlegersicht besonders frustrierend, denn die Nachfrage ist eindeutig vorhanden.

Am 30. Oktober hat First Solar Quartalszahlen und einen neuen Ausblick vorgelegt – beides spricht eine klare Sprache.

Prognose gekappt – halb so wild?

Der Gewinn lag mit 4,24 USD je Aktie unter den Erwartungen von 4,32 USD. Mit einem Umsatz von 1,59 Mrd. USD wurden die Analystenschätzungen von 1,60 Mrd. USD knapp verfehlt.
Auf Jahressicht entspricht das allerdings einem Umsatzsprung von 80 % und einem Gewinnsprung um 46 %.

Darüber hinaus hat First Solar Rekordaufträge mit einem Gesamtvolumen von 5,3 Gigawatt erhalten. Der Auftragsbestand ist dadurch auf 53,7 Gigawatt gestiegen, was einem Gesamtwert von 16,4 Mrd. USD und etwa dem Dreifachen der diesjährigen Produktion entspricht.

An der Auftragslage scheitert die Geschichte also definitiv nicht. Trotzdem musste das Unternehmen die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr von 4,90 – 5,70 auf 4,95 – 5,20 Mrd. USD senken.
Beim Ergebnis hat man von 13,50 – 16,50 auf 14,00 – 15,00 USD zurückgerudert.

Das Kernproblem sind nach wie vor die Produktionszahlen. Die Prognose für den Absatz wurde von 16,7 – 19,3 auf 16,7 – 17,4 Gigawatt gesenkt.

Ausblick und Bewertung

Je nach Sichtweise ist das Glas halb voll oder halb leer, aber eins sollten die Bären nicht vergessen: Die bisherigen Ziele werden zwar nicht erreicht, das ändert aber nichts daran, dass Umsatz und Gewinn mit erheblichem Tempo steigen.

Im Mittel entspricht der neue Ausblick einem Gewinnsprung von 21 % auf 14,50 USD je Aktie.
First Solar kommt demnach auf eine forward P/E von 16,1. In Anbetracht der vollen Auftragsbücher, der Wachstumsraten und aller anderer Informationen ist das vertretbar. Langjährig pendelt die P/E um einen Wert von 20,5.

Hinzu kommt der Umstand, dass im kommenden Jahr eine zunehmende Dynamik zu erwarten ist. Die neuen Produktionslinien gehen zwar später in Betrieb, aber sie gehen in Betrieb.
Persönlich bin ich nicht ganz so optimistisch wie die Prognostiker, denn die sehen für 2026 einen Gewinnsprung um 55 % auf 23 USD je Aktie vor – doch das ist auch nicht notwendig.

Wenn wir davon ausgehen, dass das Ergebnis 2026 „nur“ auf 20 USD steigt, dann liegt die forward P/E (2026) knapp unter 12. Größere Rücksetzer könnten sich daher als Gelegenheit herausstellen.

First Solar Aktie: Chart vom 31.10.2025, Kurs: 233,58 USD - Kürzel: FSLR | Online Broker LYNX
First Solar Aktie: Chart vom 31.10.2025, Kurs: 233,58 USD – Kürzel: FSLR | Quelle: TWS

Fällt die Aktie jetzt unter 225 USD, muss mit weiteren Kursverlusten in Richtung 210 oder 190 USD gerechnet werden.

Gelingt hingegen ein Anstieg über 245 USD, ist eine Fortsetzung der Rallye bis 259 USD wahrscheinlich. Darüber rücken Kursziele bei 278 – 300 USD in den Fokus.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.