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Der Windkraftanlagenbauer Nordex meldete am Dienstagmorgen einen im ersten Quartal relativ deutlich unter dem Vorjahreszeitraum liegenden Auftragseingang. Die Aktie gab zunächst nach, doch am Handelsende war der Abschlag minimal. Ein Zeichen der Stärke?
Das war es allemal. Die Aktie lag am gestrigen Tagestief um knapp 4,2 Prozent im Minus, am Ende des Tages waren es nur noch 0,9 Prozent. Und das, obgleich das Minus beim Auftragseingang nicht gerade klein ausfiel: Im ersten Quartal 2025 waren Aufträge im Volumen von 2,2 Gigawatt Leistung hereingekommen, in den ersten drei Monaten 2026 nur von 1,9 Gigawatt. Warum wurde die Aktie daraufhin nicht stärker verkauft, nicht zuletzt mit Blick darauf, dass man hier eine ganze Menge an Gewinn realisieren könnte, wenn man vor einem Jahr eingestiegen wäre?
Zum einen vermutlich deswegen, weil der Auftragseingang immer Schwankungen unterliegt und sich das Management in Bezug auf das Gesamtjahr optimistisch zeigte. Zum anderen wohl auch, weil der durchschnittliche Verkaufspreis pro Megawatt von 0,87 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 0,91 Millionen zulegen konnte, was auf eine weiter anziehende operative Gewinnmarge hoffen lässt.
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An diesem Punkt könnte man die Sache damit als einen klaren Stärkebeweis der Bullen abhaken, die trotz der bereits deutlich gestiegenen Aktie kein Stück aus der Hand geben wollen, auch wenn die Zahlen wie in diesem Fall zur Abwechslung unter den Erwartungen liegen. Aber es wäre vielleicht besser, trotzdem einen Blick auf den Chart und andere Aspekte zu werfen.

Expertenmeinung: Denn so „verkaufsunwillig“ die Akteure gestern auch waren, die Frage stellt sich durchaus, wie viel Luft hier in den kommenden Monaten noch nach oben vorhanden sein könnte, sofern Nordex „nur“ die eigenen Prognosen eines fortgesetzten Wachstums erfüllt und nicht für erneute, positive Überraschungen sorgt. Überraschungen, die nach dem beeindruckenden Wachstum der Vorjahre, insbesondere bei der operativen Marge, zumindest nicht leichter fallen dürften.
Denn wenn man sich ansieht, wie die Analysten die Aktie derzeit einschätzen, stellt man fest: Von den 16 Experten, die Nordex regelmäßig auf dem Schirm haben, sieht sie nur noch die Hälfte als kaufenswert an. Und das durchschnittliche Kursziel von momentan 42,43 Euro wäre aktuell bereits überboten. Hinzu kommt eine Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis von aktuell um 25,5, was zwar günstig wäre, wenn Nordex noch ein, zwei Jahre im Tempo der Vorjahre wachsen könnte. Aber teuer, wenn das Tempo abnehmen sollte. Und Letzteres ist kein Szenario, das man einfach ausschließen sollte.
Daher mag die gestrige, deutliche Verringerung anfangs größerer Verluste zwar in der Tat ein klarer Punktsieg der Bullen gewesen sein, zementiert aber nicht ihre Dominanz für alle Zeit. Achten Sie auf die seit vergangenem Herbst als Leitstrahl des Kursanstiegs fungierende 50-Tage-Linie. Die verläuft momentan bei 40,45 Euro und steigt zügig. Sollte diese Linie fallen, wäre das ein klares Warnsignal. Ein Stoppkurs ein, zwei Prozent unterhalb dieser Linie, den man mit deren Anstieg sukzessive nachzieht, wäre auf jeden Fall zu überlegen.
Quellenangaben: Pressemeldung zum Auftragseingang im 1. Quartal 2026, 14.04.2026: https://www.iwrpressedienst.de/energie-themen/pm-8796-nordex-group-erzielt-einen-auftragseingang-von-1-9-gw-im-ersten-quartal-2026
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/NDX1.DE/analyst-insights/
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