Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Gerade die großen Technologiekonzerne treiben das Thema Künstliche Intelligenz mit hohen Investitionen weiter voran. Gleichzeitig wächst an den Märkten die Sorge, dass KI künftig nicht nur Arbeitsplätze verdrängen, sondern auch ganze Geschäftsmodelle im Softwarebereich unter Druck setzen könnte.
Diese Skepsis ist seit Monaten im Sektor spürbar und hat auch bei der Microsoft-Aktie deutliche Spuren hinterlassen. Seit dem Hoch im Oktober des Vorjahres hat das Papier rund 30 Prozent an Wert verloren. Ende Februar gelang zwar eine technische Gegenbewegung, doch diese verliert inzwischen wieder an Kraft. Die Erholung wirkt zunehmend fragil und der übergeordnete Trend erscheint damit weiterhin eher auf der bärischen Seite.
Expertenmeinung: Auch aus übergeordneter Sicht bleibt Microsoft ein bedeutendes Unternehmen mit starker Marktstellung, vor allem im Cloud- und KI-Bereich. Genau deshalb wird die Aktie jedoch besonders kritisch beobachtet, wenn das Wachstumstempo im Technologiesektor hinter den hohen Erwartungen zurückbleibt.
Aus technischer Sicht müssten die Kurse zumindest das Pivot-Hoch von Anfang März bei 413.05 USD nach oben durchbrechen, um wieder mehr Stabilität zu zeigen. Sollte dies nicht gelingen, könnten die Bären vorerst weiterhin das Bild prägen.
Aussicht: Neutral
Microsoft Aktie: Chart vom 18.03.2026, Kurs: 391.79 USD, Kürzel: MSFT | Quelle: TWS
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.03.2026 um 7:55 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Vorherige Analysen der Microsoft Aktie
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.03.2026 um 15:22 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Viele Anleger suchen an der Börse nach der nächsten großen Innovation. Doch das Geld wird oft damit verdient, die besten Ideen zu skalieren.
Wenn langweilige Aktien plötzlich spannend werden
Früher hatte ich in Analysen zu Google gerne darauf verwiesen, dass man für ein Investment in Alphabet sicherlich keinen Preis für Kreativität bekommt. Doch über Jahre hinweg war die Aktie erstaunlich niedrig bewertet. Meistens pendelte das KGV um einen Wert von 20 bis 25. Das war so lange der Fall, bis sich das Narrativ an der Börse geändert hat, Alphabet zum KI-Gewinner erklärt wurde und der Kurs kurzerhand von 150 auf 300 US-Dollar gestiegen ist.
Microsoft gehört ebenfalls zu dieser Riege von Unternehmen. Für ein Investment bekommt man keinen Preis für Kreativität und als Autor kann man wenig erzählen, was nicht ohnehin bekannt wäre. Doch an der Börse ist Kreativität selten der entscheidende Faktor. Das große Geld wird meist mit langweiligen Unternehmen verdient, die jeder kennt.
Jeder kannte Alphabet schon vor 10 oder 15 Jahren. Jeder kannte PepsiCo oder Lindt & Sprüngli schon Jahrzehnte zuvor. Mit all diesen Aktien ließ sich über lange Zeit eine solide Rendite erzielen. Besonders dann, wenn man sie nach größeren Korrekturen gekauft hat.
Microsoft Aktie: Chart vom 16.03.2026, Kurs: 396,34 USD – Kürzel: MSFT | Quelle: TWS
Genau das ist aktuell bei Microsoft der Fall. Durch den jüngsten Rücksetzer ist die P/E auf 25 gesunken. Sollte der Gewinn im kommenden Geschäftsjahr, das bereits im Juli beginnt, wie erwartet um 15 % auf 19 USD je Aktie steigen, würde die P/E dadurch auf 20,8 sinken.
Im Verhältnis zu den vorliegenden Wachstumsraten und den Charakteristiken des Geschäfts scheint das vertretbar zu sein. Langfristig pendelt die P/E von Microsoft um einen Wert von 29. In den letzten fünf Jahren lag die P/E im Durchschnitt sogar bei 35.
Was macht Microsoft eigentlich nicht?
Das Geschäftsmodell von Microsoft basiert vor allem auf dem Verkauf von Software, Cloud-Diensten und digitalen Plattformen. Ein großer Teil der Einnahmen kommt aus Abonnements wie Microsoft 365, bei denen Privatpersonen und Unternehmen regelmäßig für Programme wie Word, Excel und Outlook bezahlen.
Sehr wichtig ist auch die Cloud-Plattform Microsoft Azure, über die Unternehmen Rechenleistung, Speicher und KI-Dienste mieten.
Zusätzlich verdient Microsoft Geld mit dem Betriebssystem Microsoft Windows, das auf vielen PCs installiert ist, oft über Lizenzgebühren von Geräteherstellern.
Ein weiterer Bereich ist Gaming mit der Konsole Xbox und dem Abo-Dienst Xbox Game Pass.
Außerdem betreibt Microsoft die Business-Plattform LinkedIn sowie Werbung über die Suchmaschine Bing. Insgesamt kombiniert Microsoft also Softwareverkäufe, Abonnements, Cloud-Services und Plattformgeschäfte, um langfristige Einnahmen zu erzielen.
Warum Innovation überschätzt wird
Wir haben bereits gesehen, dass Kreativität an der Börse überschätzt wird. In der Wirtschaft wird Innovation überschätzt.
Neue Ideen sind wertvoll, doch das große Geld entsteht meist erst bei der Skalierung. Wer eine gute Idee weltweit vertreibt, verdient oft mehr als derjenige, der sie ursprünglich hatte. Unternehmen kopieren bestehende Modelle, verbessern sie und vermeiden die Fehler der Pioniere. Kaum ein Konzern beherrscht dieses Prinzip so konsequent wie Microsoft.
Der Grundstein des Unternehmens ist Nachahmung. Microsoft hat viele der Technologien, mit denen es heute Milliarden verdient, nicht selbst erfunden. Der Konzern versteht jedoch, wie kaum ein anderer, erfolgreiche Ideen früh zu erkennen und dann mit enormer Vertriebskraft zu skalieren.
Das begann bereits mit dem ersten großen Produkt. Anfang der 1980er Jahre suchte IBM ein Betriebssystem für seine neue Personal-Computer-Serie, den IBM PC. Microsoft lieferte die Lösung. Allerdings entwickelte das Unternehmen das System nicht selbst. Es kaufte ein bestehendes Betriebssystem von Seattle Computer Products, passte es an und brachte es als MS-DOS auf den Markt. Dieser Deal machte Microsoft zum Standardanbieter für PC-Betriebssysteme weltweit.
Der König der Nachahmer
Auch das spätere Flaggschiffprodukt Microsoft Windows war keine echte Neuerfindung. Die grafische Benutzeroberfläche war zuvor bereits bei Xerox und später bei Apple entwickelt worden.
Dasselbe Muster wiederholte sich in vielen anderen Bereichen. Microsoft erfand weder Textverarbeitung noch Tabellenkalkulation. Mit Microsoft Word und Microsoft Excel entstand jedoch ein Softwarepaket, das den Markt dominieren sollte. Die Bürosoftware Microsoft Office verdrängte frühere Marktführer wie Lotus 1-2-3 und WordPerfect. Heute ist Office – inzwischen als Cloud-Version Microsoft 365 – der Standard in Unternehmen weltweit.
Auch im Internetzeitalter folgte Microsoft diesem Muster. Der Browser Internet Explorer entstand als Antwort auf Netscape Navigator. Die Kollaborationsplattform Microsoft Teams folgte auf Slack. Und die Cloud-Plattform Microsoft Azure entstand als strategische Antwort auf Amazon Web Services von Amazon.
In anderen Fällen kaufte Microsoft erfolgreiche Plattformen einfach direkt. Das Karrierenetzwerk LinkedIn stärkte die Position im Unternehmensumfeld. Die Entwicklerplattform GitHub verschaffte dem Konzern direkten Zugang zur globalen Entwicklergemeinschaft.
Das macht Microsoft so besonders
Der entscheidende Punkt ist nicht die ursprüngliche Idee. Entscheidend ist die Fähigkeit, erfolgreiche Modelle zu erkennen, sie mit Kapital zu skalieren und tief in ein eigenes Ökosystem einzubetten. Genau das gelingt Microsoft seit Jahrzehnten.
Und das ist im Kern auch der Grund, warum Microsoft es seit Jahrzehnten schafft, an der Weltspitze zu bleiben. Das Unternehmen ist dazu in der Lage, immer wieder neue Geschäftsbereiche zu erschließen und sie dann massiv zu skalieren.
Vor zehn Jahren spielte die Cloud kaum eine Rolle, doch inzwischen ist sie die wichtigste Säule und der größte Wachstumstreiber im Konzern. Microsoft Azure gehört heute neben Amazon Web Services und Google Cloud zu den drei dominierenden Cloud-Infrastrukturanbietern der Welt.
Über den Autor
Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.
Analysemethode
Die Aktienanalysen von TobiasKrieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.
Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bärisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bärisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.02.2026 um 7:49 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die letzten Wochen liefen für die bekannten FANGMAN-Aktien alles andere als positiv. Die sogenannten „Magnificent 7“ verloren zuletzt an Schwung, und die Microsoft-Aktie bildet hier keine Ausnahme.
Noch im Jahr 2025 zeigte sich das Papier in robuster Verfassung, doch seither hat sich das Bild deutlich eingetrübt. In den vergangenen Monaten summiert sich das Minus auf nahezu 30%, begleitet von einer klaren Serie tieferer Hochs und tieferer Tiefs. Aktuell deutet wenig auf eine unmittelbare Stabilisierung hin, da die Verkäufer das Geschehen dominieren und Erholungsversuche schnell wieder abverkauft werden.
Expertenmeinung: Charttechnisch bleibt die Lage angespannt. Der Abwärtstrend ist intakt, und bislang fehlen belastbare Umkehrsignale. Ein möglicher Test des Tiefs aus 2025 bei 344.79 USD erscheint unter diesen Voraussetzungen nicht ausgeschlossen. Erst eine deutliche Stabilisierung mit anschließender Rückeroberung wichtiger Widerstände könnte das technische Bild wieder aufhellen. Widerstände gibt es ausreichend, etwa das Hoch der Vorwoche, die fallenden gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 sowie das offene Gap von Ende Januar. Das sind viele Hürden, die zunächst überwunden werden müssten. Bis dahin bleibt Vorsicht das Gebot der Stunde.
Aussicht: Bärisch
Microsoft Aktie: Chart vom 17.02.2026, Kurs: 396.20 USD, Kürzel: MSFT | Quelle: TWS
Über den Autor
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Analysemethode
Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bärisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bärisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.01.2026 um 7:54 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der US-Softwarekonzern Microsoft hat erneut sowohl Gewinn- als auch Umsatzerwartungen der Analysten im abgelaufenen Quartal übertroffen. Ein Gewinnanstieg von +28 % sowie ein Umsatzplus von mehr als +16 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum sorgten zunächst für positive Impulse, dennoch geriet die Microsoft-Aktie im nachbörslichen Handel deutlich unter Druck und verlor mehr als 5 %.
Maßgeblich profitierte der Konzern zuletzt von der KI-Dynamik durch frühe Investitionen in den ChatGPT-Entwickler OpenAI, doch genau hier liegt aktuell auch ein möglicher Bremsfaktor. Die Nachfrage nach KI-Diensten übersteigt die verfügbaren Kapazitäten, wodurch das Wachstum vorübergehend begrenzt werden kann. Anleger scheinen dieses strukturelle Nadelöhr derzeit kritischer zu bewerten – und damit auch die Tatsache, dass Teile des potenziellen Umsatzes kurzfristig nicht vollständig realisiert werden können.
Expertenmeinung: Aus technischer Sicht kann die negative Kursreaktion trotz starker Fundamentaldaten darauf hindeuten, dass ein Teil der positiven Erwartungen bereits im Kurs enthalten war.
Erst wenn es dem Unternehmen gelingt, Kapazitätsengpässe spürbar zu entschärfen, könnte sich die Marktstimmung wieder aufhellen. Bis dahin bleibt die Aktie anfällig für weitere Schwächephasen. Die Serie tieferer Hochs und tieferer Tiefs dürfte vorerst bestehen bleiben.
Aussicht: BÄRISCH
Microsoft Aktie: Chart vom 28.01.2026, Kurs: 481.63 USD, Kürzel: MSFT | Quelle: TWS
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Analysemethode
Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.01.2026 um 16:01 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Viele Anleger lieben Geschichten über das nächste große Ding. Die wirklich großen Vermögen entstehen jedoch oft mit langweiligen Aktien wie Microsoft.
Warum Kreativität an der Börse überschätzt wird
Mit Microsoft gewinnt man als Anleger keinen Preis für Kreativität, doch das ist an der Börse auch kein erstrebenswertes Ziel. Es ist besser, auf bewährte und erfolgreiche Unternehmen zu setzen, als das nächste große Ding zu jagen.
Statt sich mit irgendwelchen Wunder-Unternehmen zu beschäftigen, wäre man besser gefahren, wenn man vor 5, 10 oder 20 Jahren Namen wie Microsoft oder McDonald’s gekauft hätte. Wir alle kannten diese Namen damals, doch die wenigsten Anleger haben sie seitdem auch im Portfolio.
Doch nichts hindert Sie daran, diese Unternehmen in den kommenden 5, 10 oder 20 Jahren im Portfolio zu haben. Die Vergangenheit ist natürlich kein Garant für zukünftigen Erfolg, aber eine Sache scheint sicher: Unternehmen, die in der Vergangenheit erfolgreich waren, sind es sehr viel wahrscheinlicher auch in der Zukunft – ganz im Gegensatz zu all den Rohrkrepierern der Vergangenheit.
Erfolg durch kluge Nachahmung
In der Wirtschaft erhält man übrigens auch keinen Preis für Kreativität. Erfindungen und neue Ideen sind eine tolle Sache, aber das Geld wird vor allem mit der Skalierung und Distribution von guten Ideen verdient.
Unternehmen, die bestehende Ideen kopieren und verbessern, sind oft erfolgreicher als die ursprünglichen Innovatoren, weil sie aus deren Fehlern lernen und mit geringerem Risiko agieren. Dieses Prinzip wird als Copycat-Theorie bezeichnet und Microsoft beherrscht es wie kaum ein anderes Unternehmen in der Branche.
Der Grundstein des Konzerns ist Nachahmung. Das Unternehmen hat vieles nicht selbst erfunden, versteht es aber, Erfolgsmodelle zu erkennen und dann auf den fahrenden Zug aufzuspringen.
Das galt bereits für das erste wichtige Produkt des Unternehmens. Als IBM in den frühen 80er-Jahren ein Betriebssystem für seine erste Personal-Computer-Serie (den IBM PC) benötigte, bot es Microsoft an.
Microsoft entwickelte MS-DOS jedoch nicht selbst, sondern kaufte ein bestehendes System von Seattle Computer ein und passte es für IBM an. Dieser strategische Schachzug machte Microsoft zum Standardanbieter für PCs weltweit.
Kaum etwas erfunden, aber alles perfektioniert
Auch Windows war keine echte Neuerfindung, sondern übernahm zentrale Konzepte wie die grafische Benutzeroberfläche, die zuvor bei Xerox und später bei Apple entwickelt wurden. Microsoft erkannte das Marktpotenzial, standardisierte die Technologie und brachte sie über seine enorme Reichweite in den Massenmarkt.
Dieses Muster wiederholte sich über Jahrzehnte. Microsoft erfand weder Textverarbeitung noch Tabellenkalkulation, verdrängte mit Office jedoch Lotus 1-2-3 und WordPerfect. Der Internet Explorer folgte auf Netscape, Teams auf Slack, und Azure entstand als Antwort auf Amazons Cloud AWS.
In anderen Fällen kaufte Microsoft Marktführer direkt, etwa LinkedIn im Bereich beruflicher Netzwerke oder GitHub als zentrale Plattform für Softwareentwickler. Entscheidend ist nicht die ursprüngliche Idee, sondern die Fähigkeit, erfolgreiche Modelle früh zu erkennen, stark zu skalieren und tief in das eigene Ökosystem zu integrieren.
Das Unternehmen prägt Märkte nicht durch Erfindungen, sondern durch Timing, Kapitalstärke und Vertriebsmacht. Genau das macht Microsoft für Anleger so interessant.
Der entscheidende Unterschied
Solange es Microsoft immer wieder gelingt, Trends zu erkennen und Märkte zu erschließen, wird die Erfolgsgeschichte des Unternehmens wohl weitergehen. Wie wichtig das ist, zeigt das heutige Geschäft von Microsoft. Denn inzwischen dominiert die Cloud den Konzern und einstige Kernprodukte wie Windows spielen nur noch eine untergeordnete Rolle.
Bei den Verlierern der Geschichte ist das Gegenteil geschehen. Unternehmen wie Nokia, Yahoo oder MySpace dominierten zeitweise ihre Branche, verloren aber schlussendlich den Anschluss – alle gleichen Gründen.
Nokia war über Jahre der unangefochtene Weltmarktführer bei Mobiltelefonen. Das Unternehmen dominierte Hardware, Lieferketten und Markenwahrnehmung, verpasste jedoch den Übergang zum Smartphone.
Yahoo war einst das Tor zum Internet. Das Unternehmen dominierte das Suchmaschinengeschäft, Nachrichten und Online-Werbung, erkannte aber weder die Bedeutung algorithmischer Suche noch sozialer Netzwerke.
Ausblick und Bewertung
MySpace war vor Facebook das größte soziale Netzwerk der Welt, vernachlässigte jedoch das Nutzererlebnis und setzte stattdessen auf maximale Monetarisierung.
Wer sich auf bestehende Erfolge verlässt, statt neue Trends zu adaptieren oder zu kopieren, wird überholt. Microsofts Stärke liegt genau darin, dieses Schicksal über Jahrzehnte vermieden zu haben. Das Unternehmen ist ein König der Nachahmer.
Zuletzt hat die Aktie eine größere Korrektur vollzogen, wodurch die blended P/E von etwa 37 auf unter 32 gesunken ist. Damit ist Microsoft sicherlich kein Schnäppchen, aber warum sollte das Unternehmen auch eines sein?
Microsoft glänzt seit Jahren mit deutlich zweistelligen Wachstumsraten und daran dürfte sich so schnell auch nichts ändern.
Im aktuellen Geschäftsjahr 2026, das noch bis Ende Juni läuft, soll das Ergebnis um 18 % auf 16,05 USD je Aktie steigen. Das Wachstum bewegt sich auf einem Niveau, das mit den Vorjahren vergleichbar ist. Microsoft kommt demnach auf eine forward P/E von 29,7. In den letzten fünf Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 35 und am absoluten Tief bei 23,5.
Microsoft Aktie: Chart vom 13.01.2026, Kurs: 475,26 USD – Kürzel: MSFT | Quelle: TWS
Microsoft hat ein Doppel-Top ausgebildet und ist zur Unterstützung bei 470 USD zurückgekommen. Solange die Aktie nicht unter diese Marke fällt, könnte es jederzeit zu einer Erholung in Richtung 490 USD kommen. Darüber wird ein prozyklisches Kaufsignal ausgelöst, das einen erneuten Angriff auf das Allzeithoch wahrscheinlich macht.
Fällt die Aktie jedoch unter 470 USD, muss mit einer Ausdehnung der Korrektur gerechnet werden. Mögliche Kursziele auf der Unterseite liegen bei 434 und 388 – 408 USD.
Tiefere Kurse erscheinen aus heutiger Sicht unwahrscheinlich. Bei einem Kurs von 388 USD läge die P/E von Microsoft in etwa auf einem Niveau, das zuletzt am Tief der Crashs von 2020 und 2022 erreicht wurde.
Über den Autor
Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.
Analysemethode
Die Aktienanalysen von TobiasKrieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.
Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.11.2025 um 8:01 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Korrektur des US-Softwareunternehmens setzte vor wenigen Wochen ein, nachdem die Marke bei rund 531 USD nicht mehr gehalten werden konnte. Mit dem Bruch dieser Unterstützung verstärkte sich der Abwärtsdruck spürbar. In der Folge verlor die Microsoft-Aktie sowohl die 20- als auch die 50-Tage-Linie. Kurz darauf bildete sich ein tieferes Tief – ein Hinweis darauf, dass sich der Trend wieder in einer neutralen bis leicht abwärtsgerichteten Phase befindet.
Die jüngsten Versuche der Bullen, die gleitenden Durchschnitte zurückzuerobern, blieben bislang erfolglos. Gestern erreichte das Papier nun eine zentrale Unterstützungszone: das Tief von Anfang September.
Expertenmeinung: An dieser Stelle könnte eine kurzfristige Richtungsentscheidung fallen. Sollte die Unterstützung halten, wäre eine Erholung in Richtung der 50-Tage-Linie denkbar. Kommt es jedoch zu einem Bruch dieses Levels, könnte der Verkaufsdruck weiter zunehmen – mit einem möglichen Rückfall in eine tiefere Konsolidierungszone.
Der Trend bleibt solange unter Druck, bis wieder stabile höhere Tiefs ausgebildet werden. Vorerst senke ich meine Einschätzung für Microsoft von „bullisch“ auf „neutral“.
Aussicht: NEUTRAL
Microsoft Aktie: Chart vom 18.11.2025, Kurs: 493.79 USD, Kürzel: MSFT
Über den Autor
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Analysemethode
Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.