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Henkel Aktie Prognose Henkel: Übertreiben es die Verkäufer jetzt womöglich?

News: Aktuelle Analyse der Henkel Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Henkel Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.02.2026 um 18:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Vor knapp zwei Wochen hatte ich an dieser Stelle auf eine vielversprechende charttechnische Ausgangslage bei der Henkel-Aktie hingewiesen. Wenige Tage später setzte sich der Kurs in Bewegung und vollendete eine breit angelegte Bodenbildung. Wie könnte man jetzt agieren?

Zum Januar-Monatsende gelang es, das Zwischenhoch des vierten Quartals bei 73,56 Euro als Widerstand herauszunehmen. Das intensivierte die Käufe, so dass wenige Tage später sogar eine mittelfristige Schlüsselzone überboten wurde: der Bereich 76,08/76,34 Euro, der bereits seit fast zwei Jahren immer wieder als oberer oder unterer Umkehrpunkt fungiert. Dieser Erfolg intensivierte die Aufwärtsbewegung noch, so dass bereits der nächste Widerstandsbereich 81,56/82,12 Euro in Reichweite kommt. Die Frage ist:

Kann man auf diesen Zug noch aufspringen? Sollte man einfach nur halten, was man hier an Aktien hat? Oder wäre es womöglich an der Zeit, langsam über erste Gewinnmitnahmen nachzudenken? 

Expertenmeinung: Letzteres wäre zumindest nicht abwegig, wenngleich es dafür nicht unbedingt eilt, denn durch das Verlassen der seit März 2025 geltenden Handelsspanne nach oben ist die Henkel Vorzugsaktie, wie man im Chart schön sehen kann, quasi ins „Oberhaus“, in die obere Hälfte der mittelfristigen Kursspanne, aufgestiegen. Daher wäre eine erste Maßnahme, diesen Aufstieg mit einem Stoppkurs unterhalb der wichtigen, jetzt wieder als Unterstützung dienenden Zone 76,08/76,34 Euro nach unten abzusichern.

Henkel Vz.: Chart vom 06.02.2026, Kurs 79,78 Euro, Kürzel: HEN3 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Henkel Vz.: Chart vom 06.02.2026, Kurs 79,78 Euro, Kürzel: HEN3 | Quelle: TWS

Aber natürlich verlieren die Argumente, die noch vor zwei Wochen einem Kursanstieg Rückhalt geboten haben, mit dem Kursanstieg an Gewicht. Die Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis ist zwar mit aktuell 14,6 für die 2025er-Analystenprognose des Gewinns pro Aktie immer noch eher günstig, aber eben nicht mehr so niedrig wie vor zwei Wochen, als sie noch knapp unter 14 lag. Die Dividendenrendite betrüge jetzt im Fall einer zu 2024 unverändert ausgeschütteten Dividende für 2025 nicht mehr fast drei, sondern „nur“ noch 2,7 Prozent. So gesehen müsste Henkel jetzt einen ermutigenden Ausblick auf 2026 abliefern, der verhindern könnte, dass der Aufwärtsbewegung die Käufer knapp werden, nur:

Das 2025er-Ergebnis nebst Ausblick stünde erst in gut vier Wochen, am 11. März, an. Ob es die Aktie im Vorfeld auch noch über die nächstgelegene Hürde bei 81,56/82,12 Euro schafft, ist fraglich genug, um neben einem nachgezogenen Stoppkurs in der Tat langsam daran zu denken, einen Teil des in den vergangenen Tagen generierten Gewinns durch Teilverkäufe zu sichern und, solange die Aktie nicht zumindest eine Konsolidierung zeigt, für den Moment eher nicht mehr zuzukaufen. 

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 26.01.2026 um 21:35 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Seit Frühjahr 2025 läuft die Henkel Vorzugsaktie seitwärts. Dadurch wurde sie vergangenes Jahr zu einem der Mauerblümchen im DAX. Aber jetzt könnte das Chartbild ein Lebenszeichen senden und dies auf Argumente aufmerksam machen, die für diese Aktie sprechen könnten.

Es ist immer dasselbe Spiel: Läuft eine Aktie in einem dynamischen Aufwärtstrend, können sie auch weit überbotene Analysten-Kursziele, eine teure Bewertung und eine mickrige Dividendenrendite erst einmal nicht stoppen. Dreht die Aktie dann aber abwärts, hilft es gar nichts, wenn vorgenannte Faktoren positiv werden. Erst muss eine Wende nach oben her, dann schauen die Anleger wieder hin. Das gilt auch für die Aktie des Konsumgüterkonzerns Henkel.

Jahrelang war die Henkel Vorzugsaktie sehr teuer bewertet, das Kurs-/Gewinn-Verhältnis bewegte sich in einer Spanne zwischen 18 und 28, was für das geringe Umsatzwachstum und den schwankenden, mittelfristig nicht wirklich von der Stelle kommenden Gewinn pro Aktie zu hoch war. Aber man argumentierte, dass man hier eine solide, defensive Aktie für das Depot bekäme, was einen etwas höheren Preis wert wäre. Bis der Trend kippte, seither sehen wir das vorbeschriebenes Phänomen: Was vorher ignoriert wurde, wird auf einmal zum Makel, aber:

Expertenmeinung: Jetzt bewegt sich das Kurs-/Gewinn-Verhältnis für die durchschnittliche 2025er-Gewinnschätzung knapp unter 14. Die Dividendenrendite liegt, wenn für 2025 in diesem Frühjahr dieselbe Dividende ausgeschüttet wird wie für 2024, bei fast drei Prozent. Und das durchschnittliche Analysten-Kursziel liegt, wenngleich nicht dramatisch höher, aber doch mit 78,70 Euro ein gutes Stück über dem derzeitigen Kurs der Aktie. Was fehlt, ist der charttechnische Weckruf.

Henkel Aktie: Chart vom 26.01.2026, Kurs 72,32 Euro, Kürzel: HEN3 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Henkel Aktie: Chart vom 26.01.2026, Kurs 72,32 Euro, Kürzel: HEN3 | Quelle: TWS

Aber dafür hätte das Chartbild jetzt eine gute Vorlage geliefert. Wir sehen, dass die Henkel-Aktie erstmal seit März 2025 für längere Zeit und deutlicher über ihrer 200-Tage-Linie (im Chart dick schwarz hervorgehoben) notiert. Zwar bewegt sich der Kurs weiterhin innerhalb seiner monatelangen Seitwärts-Spanne zwischen 67,80 und 73,56 Euro. Aber es gelang in der vergangenen Woche, einen Rücksetzer genau auf Höhe dieser 200-Tage-Linie zu stoppen. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Käufer langsam aktiver werden.

Ob das schon reicht, um den Kurs aus dieser Handelsspanne nach oben hinaus zu tragen, sollte man, bevor man einen Einstieg erwägt, besser abwarten. Aber wenn es so kommen sollte, könnte eine solche Wiederbelebung auf charttechnischer Ebene durchaus dazu führen, dass diese Aktie im Jahr 2026 eine deutlich erfreulichere Performance zeigt als im Vorjahr.

Quellenangaben: Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/HEN3.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.12.2025 um 22:29 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Infrastruktur und Verteidigung, diese Themen zogen 2025 beim DAX Kapital an. Branchen, die mit der unmittelbaren Realität zu tun haben, wie z.B. der Konsumartikel-Hersteller Henkel, gerieten unter Druck. Eine Entwicklung, die Chancen bieten könnte.

Es ist schon ein wenig seltsam, wenn man es als Außenstehender betrachten würde: Anleger verkaufen Aktien, die in ihren Zahlen das weiterhin wacklige Konsumumfeld widerspiegeln, und lassen sie danach links liegen, während massiv bei Aktien gekauft wird, die zwar im Hier und Jetzt damit überbewertet sind, es aber in ein paar Jahren nicht mehr wären, falls die großen Erwartungen, die man für deren Umsatz- und Gewinnperspektive hegt, tatsächlich eintreffen.

Käme es so, wären die Überflieger des DAX in zwei, drei Jahren dann wieder fair bewertet … vorausgesetzt, ihr Kurs steigt nicht weiter und zieht die Bewertung dadurch noch höher. Die Mauerblümchen hingegen sind teilweise sogar, im Vergleich zu den vergangenen Jahren, günstig und würden bei anziehenden Unternehmensgewinnen direkt reagieren können, weil da kein Vorgriff auf eine rosige Zukunft im Kurs eingepreist wurde. Trotzdem führen sie bislang ein Schattendasein.

Solche scheinbar absurden Situationen sind gar nicht mal so selten, denn oft sehen die Anleger den Wald vor lauter Bäumen nicht, während „Laien“ solche Divergenzen sofort auffallen. Aber bisweilen lösen sich so etwas schneller auf, als man denkt. Das wäre Grund genug, die Henkel-Aktie im Auge zu behalten, aber:

Expertenmeinung: Es wäre definitiv kein Argument, um sofort einzusteigen. Richtig ist, dass die Bewertung der Henkel-Aktie mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 14 auf Basis der durchschnittlichen 2025er-Gewinnschätzungen der Analysten deutlich unter der Bandbreite der letzten zehn Jahre liegt, die man grob bei 20 bis 25 verorten kann. Auch die Dividendenrendite ist mit dem Abstieg des Kurses gestiegen und würde, wenn die Ausschüttung auf dem Level von 2024 bliebe, eine Rendite von knapp drei Prozent einbringen. Und wenngleich die Analysten die Aktie insgesamt nicht gerade überschwänglich einstufen, so liegt das durchschnittliche Kursziel der Experten mit derzeit etwa 79 Euro doch ein gutes Stück über dem derzeitigen Kurs.

Die Sichtweise eines unübersehbar zu großen Anteils der Marktteilnehmer verhindert bislang trotzdem, dass der Henkel-Aktie die Aufwärtswende gelingt. Nur muss das nicht auf Dauer so bleiben. Und gerade dann, wenn sich bei den bisherigen Überfliegern des Jahres im Kursbild aufkommende Zweifel niederschlagen, können „langweilige“, weil eher defensive Aktien schnell auf einmal im Rampenlicht stehen. Dass der Henkel-Kurs in den vergangenen vier Handelstagen im Vergleich zu einem zurückweichenden DAX eher robust daherkam, könnte da schon ein erstes Indiz sein.

Henkel Aktie: Chart vom 17.12.2025, Kurs 70,44 Euro, Kürzel: HEN3 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Henkel Aktie: Chart vom 17.12.2025, Kurs 70,44 Euro, Kürzel: HEN3 | Quelle: TWS

Aber erst wenn das Chartbild auch ein klares Signal liefert, wäre Henkel mehr als eine interessante Aktie in der Watchlist. Dafür wäre die im Chart markierte, blaue Linie interessant, die die beiden letzten Zwischenhochs verbindet. In beiden Fällen hatte es der Kurs zwar kurz über die wichtige 200-Tage-Linie (im Chart in schwarz gehalten) geschafft, wurde dann aber knapp darüber abgefangen. Aktuell ist die Aktie erneut an dieser 200-Tage-Linie dran. Sollte es gelingen, sie diesmal deutlicher zu überwinden, indem der Kurs diese derzeit um 72 Euro laufende „Abfanglinie“ eindeutig und auf Schlusskursbasis überwindet, wäre das für risikofreudige Akteure bereits eine Basis, um schon vor einem über 76 Euro entstehenden, mittelfristig relevanten Kaufsignal über einen Long-Trade nachzudenken.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Henkels am 7. August vorgelegte Quartalszahlen gehörten zwar in die Rubrik „hätte schlimmer kommen können“, aber es schien, als hätten viele in der Tat Schlimmeres erwartet. Die Aktie zog an … und sah Anschlusskäufe, durch die jetzt eine wichtige Charthürde genommen wurde.

Was den Umsatz angeht, ist beim Konsumgüterkonzern Henkel derzeit nicht viel geboten, es geht zäher voran als eigentlich angepeilt. Angesichts der Ergebnisse des zweiten Quartals senkte Henkel den Ausblick für das Umsatz-Wachstum von bis dahin 1,5 bis 3,5 auf 1,0 bis 2,0 Prozent. Doch was die Gewinnmarge angeht, sieht es dafür durchaus gut aus. Da gelang mehr als seitens der Analysten im Vorfeld erwartet, so dass die Prognosespanne für die EBIT-Gewinnmarge (vor Zinsen und Steuern) auf der Unterseite leicht angehoben wurde, von zuvor 14,0 bis 15,5 auf jetzt 14,5 bis 15,5 Prozent.

Das gefiel den Analysten. Immerhin ist die Nachfragesituation kaum zu beeinflussen und kann sich jederzeit auch verbessern, aber die Marge ist letztlich eine Leistung des Unternehmens. Und wer aus weniger Umsatzplus mehr für die Kasse herausholt, steht grundsätzlich eben gut da, wenn die Nachfrage wieder steigt. Entsprechend positiv fielen die Kursziele aus, die von den Experten nach den Zahlen vergeben oder bestätigt wurden. Die Spanne bewegte sich zwischen 75 und 95 Euro. Alles also über dem aktuellen Kurs und, was das obere Ende der Ziele angeht, sogar über dem bisherigen Jahreshoch. Und das nahmen die Anleger gerne so an:

Expertenmeinung: Die Reaktion auf die Ergebnisse war ein kräftiger Kursanstieg am selben Tag. Was aber wichtiger ist: Diese Käufe wurden nicht zu einem „One Hit Wonder“, sondern sahen Anschlusskäufe, die jetzt leicht über die obere Begrenzungslinie der die Aktie seit April dominierenden Handelsspanne bei 72 Euro hinausgingen.

Da Henkel momentan im Vergleich der letzten zehn Jahre mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 14 eher günstig bewertet ist und eine ordentliche Dividendenrendite ausweist, wäre die Chance, dass der Kurs sich sukzessiv weiter vorankämpft, durchaus vorhanden. Allerdings wäre da noch die Widerstandszone 76,08/76,34 Euro und die ihr bei 75,33 Euro vorgelagerte 200-Tage-Linie. Ob Henkel ohne eine deutliche Belebung der Nachfrage an diesen potenziellen Bremsmarken vorbeikommt, ist zumindest fraglich. Dennoch:

Henkel: Chart vom 19.08.2025, Kurs 72,62 Euro, Kürzel: HEN3 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Henkel: Chart vom 19.08.2025, Kurs 72,62 Euro, Kürzel: HEN3 | Quelle: TWS

Für die Bären gibt es hier erst wieder etwas zu verdienen, falls die Henkel-Vorzugsaktie wieder klar in diese jetzt knapp überbotene Trading-Range zwischen 64,54 und 72 Euro zurückfallen würde. Und auch da müsste man es sich zweimal überlegen, auf die Short-Seite zu setzen, falls das ohne negative Nachrichten passieren sollte. Jetzt erst neu einzusteigen könnte zwar etwas gewagt sein, immerhin ist die Aktie auf kurzfristiger Ebene derzeit überkauft. Aber ein „Halten“ mit behutsam gehobenem Daumen wäre für diese Aktie aktuell allemal angebracht.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Es gibt viele Aktien, die von der Bewertung her zu teuer sind. Es gibt zudem viele, bei denen der Umsatz- und Gewinnausblick düster sind. Bei Henkel sieht das anders aus, trotzdem gehört sie zu den größten DAX-Verlierern des Jahres. Lohnt es, da ein Auge drauf zu haben?

Grundsätzlich ja. Zwar fiel der Ausblick auf das Jahr 2025 im Zuge der am 11. März vorgelegten 2024er-Bilanz aus Sicht der Anleger sehr mager aus. 1,5 bis 3,5 Prozent organisches Umsatzwachstum, das ist nicht die Welt. Und der Gewinn pro Aktie soll im einstelligen Prozentbereich zulegen. Auch nicht umwerfend. Aber das wäre nur dann wirklich kritisch, wenn die Bewertung der Aktie so hoch liegen würde, dass man ein deutlich höheres Gewinnwachstum vorweggenommen hätte. Aber das ist nicht so.

Das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (kurz KGV) liegt derzeit im Bereich 12 bis 13. Dieses KGV lag in den vorangegangenen zehn Jahren, ausgenommen das Corona-Jahr 2020, zwischen 18 und 25. Und 12 bis 13 ist völlig in Ordnung für ein solches, niedriges Gewinnwachstum. Hinzu kommt eine solide Dividendenrendite um die drei Prozent und, das sollte man gerade als mittel- und langfristiger Investor nicht zu geringschätzen, eine eingeführte Produktpalette mit renommierten Marken aus dem Bereich der Waren des täglichen Bedarfs.

Müsste man da jetzt, da die Aktie vom KGV her günstig ist, nicht zugreifen? Was könnte dagegensprechen?

Expertenmeinung: Man könnte argumentieren, dass Henkel darauf hinwies, dass das erste Halbjahr schlecht laufen dürfte. Man dann aber in der zweiten Jahreshälfte mit einer Belebung rechnet, so dass die dann auch wirklich kommen muss, wenn dieser ohnehin magere Gewinnanstieg Realität werden soll. Was in einem weltwirtschaftlich unberechenbaren Umfeld nicht garantiert wäre. Nur gilt das mit der Unberechenbarkeit ja für alle Unternehmen quer durch alle Branchen. Und der DAX notiert trotzdem auf neuen Rekorden, die Henkel-Aktie hingegen liegt am Boden.

Man könnte auch einwenden, dass Henkel grundsätzlich in Sachen Wachstum eine „lahme Ente“ ist. Aber der Nachteil, in dem etablierten und an die großen Player verteilten Markt der Güter des täglichen Bedarfs tätig zu sein und daher keine Wachstumsraten wie ein Hightech-Unternehmen erreichen zu können, kann eben auch zu Vorteil werden. Und zwar dann, wenn eben diese konjunktursensibleren Branchen unter Druck geraten. Während zyklische Aktien wie ein Fahrstuhl auf und ab sausen, liegt Henkel normalerweise sehr ruhig im Markt. Jetzt indes ist das nicht so.

Henkel Vz.: Chart vom 26.05.2025, Kurs 70,82 Euro, Kürzel: HEN3 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Henkel Vz.: Chart vom 26.05.2025, Kurs 70,82 Euro, Kürzel: HEN3 | Quelle: TWS

Aber man sieht im Chart sehr gut, dass es vor allem dieser für zu mager eingeschätzte Ausblick auf das Jahr 2025 war, der die Henkel Vorzugsaktie zu Boden schickte. Gefolgt Anfang April vom allgemeinen Selloff als Folge von Trumps Zoll-Hammer des 2. Aprils. Einen mageren Gewinnausblick haben die meisten deutschen Unternehmen. Die Zölle betreffen viele Unternehmen, weit mehr als Henkel. Die Bewertung ist jetzt niedrig, die Dividendenrendite solide: Ja, diese Aktie ist auf diesem Niveau durchaus spannend.

Zwar könnte es sich bei der seit Mitte April laufenden, eher schleppenden Gegenbewegung nach oben nur um eine „bärische Flagge“ und damit um eine Konsolidierung in einem übergeordneten Abwärtstrend handeln, die in einen neuen Verkaufsimpuls mündet. Aber solange die Henkel Vorzugsaktie das bisherige Jahrestief bei 66,02 Euro nicht auf Schlusskursbasis unterschreitet, ist eine Bodenbildung die naheliegendere Interpretation.

Charttechnisch leichten Rückenwind würde man dann erhalten, wenn es gelingt, die Abwärts-Kurslücke des 7. Aprils mit Schlusskursen über 72 Euro zu schließen und weiter nach oben zu laufen. Vergangene Woche wurde das versucht, die Aktie drehte aber erst einmal ab. Kommt es zu einem zweiten Versuch, der dann auch gelingt, wäre Henkel Vorzüge auf charttechnischer Ebene erst einmal für Kurse um 76 Euro gut.

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