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Mit Beginn der Kampfhandlungen im Iran sackte die Henkel-Aktie deutlich durch. Im Gegensatz zum DAX gab es seither aber keine nennenswerten Erholungen. Die gestrige Bilanz des Konzerns hätte das ändern können … doch die Aktie fiel weiter. Zu Recht?
Die Aktie des Konsumgüter-Herstellers Henkel lief den Großteil des Jahres 2025 auf einem im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2024 deutlich gedrücktem Niveau seitwärts. Doch mit dem Start ins neue Jahr wurde die Aktie quasi „wiederentdeckt“. Man setzte darauf, dass eher konservative Titel in diesem Jahr wieder ihre Chance bekämen, weil sie im Gegensatz zu früheren Jahren günstiger bewertet waren und die Highflyer des Vorjahres ausgereizt wirkten. Das änderte sich indes Ende Februar drastisch.
Die Henkel-Vorzugsaktie verlor seit dem Ausbruch des Iran-Krieges den Großteil ihrer zwischenzeitlichen Gewinne im laufenden Jahr. Und mit der Reaktion auf die am Mittwoch vorgelegte 2025er-Bilanz und den Ausblick auf 2026 war das Plus, zumindest am gestrigen Tagestief, sogar komplett dahin. Aber ist das nicht drastisch überzogen?
Natürlich dämpfen solche geopolitischen Krisen die Konsumfreude, die Verbraucher werden vorsichtiger, nicht zuletzt, weil steigende Energiepreise auf das Budget drücken. Zugleich wird die Herstellung der Konsumgüter, die Henkel anbietet, mit höheren Energiepreisen teurer. Weniger Umsatz, höhere Kosten: Dass das auf den Kurs drücken kann, ist nachvollziehbar. Aber derart deutlich?
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Expertenmeinung: Das wirkt überzogen, doch hier kommt eben noch ein zweiter Aspekt ins Spiel: die fehlende Wachstumsperspektive, die schon ohne das Thema Iran nicht da ist. Denn Henkel setzte zwar 2025 organisch gerechnet 0,9 Prozent mehr um, was sowieso kaum mehr als nichts ist. Aber aufgrund der ungünstigen Wechselkursentwicklung landete der Umsatz de facto bei einem Minus von 5,1 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank von 3,09 auf 3,03 Milliarden Euro. Und mit dem Gewinn pro Aktie ging es von 5,36 auf 5,33 Euro leicht abwärts.
Was die Aktie am Mittwoch nicht hätte drücken müssen, wenn der Ausblick den Anlegern einen Grund geliefert hätte, in die bisherige Korrektur hinein zuzugreifen. Aber solche Argumente fand man dort nicht. Henkel erwartet ein unverändert schwieriges Umfeld und sieht den Umsatz organisch zwischen einem und drei Prozent zulegen. Die EBIT-Gewinnmarge soll zwischen 14,5 und 16,0 Prozent liegen, 2025 hatte man da 14,8 Prozent erreicht. Und beim Gewinn pro Aktie will man einen Anstieg im einstelligen Prozentbereich schaffen. Gut für ein schwieriges Umfeld, wenn es gelingt. Aber eben kein Argument, um unmittelbar zuzugreifen, wie der Chart zeigt.

Die Aktie sackte als Reaktion auf diesen Ausblick mit einer Abwärts-Kurslücke unter ihre 200-Tage-Linie und landet damit, was die 2026er-Performance angeht, bei „zurück auf Los“. Zwar könnte man als positives Argument anführen, dass die Analysten den Kurs im Schnitt bei knapp über 79 Euro sehen, ein gutes Stück höher also. Aber die meisten dieser Einschätzungen kamen ja vor Beginn des Iran-Krieges und vor allem vor Kenntnis von Henkels 2026er-Zielen. Und dass magere Ausblicke ein Problem sind, das die Käufer auch längere Zeit fernhalten kann, sieht man, wenn man auf den März 2025 zurückblickt. Denn es war vor allem der damalige, ebenfalls als zu dünn empfundene Ausblick, der diesen Abwärtsimpuls im März 2025 auslöste, nicht Trumps „Zollschock“, der erst Anfang April als negativer Faktor hinzukam.
Dass die Aktie, nicht zuletzt mit Blick auf die breite Unterstützungszone zwischen 65,54 und 68,28 Euro, jetzt womöglich nicht mehr genug Spielraum auf der Unterseite hätte, um über Short-Trades nachzudenken, mag richtig sein. Aber bevor Henkel nicht zumindest mit Schlusskursen klar über 73 Euro die gestrige Abwärts-Kurslücke geschlossen und die 200-Tage-Linie zurückerobert hätte, wäre sie nicht einmal auf Trading-Ebene einen Gedanken für die Long-Seite wert. Es dürfte nach diesem Abstieg zwar lohnen, diese Henkel-Vorzugsaktie auf der Watchlist zu positionieren … aber noch nicht im Depot.
Quellenangaben: Geschäftsbericht 2025, 11.03.2026:
https://www.henkel.de/presse-und-medien/presseinformationen-und-pressemappen/2026-03-11-henkel-erzielt-2025-organisches-wachstum-und-steigert-ertragskraft-durch-innovationen-und-mehr-effizienz-2132124
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/HEN3.DE/analyst-insights/
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