Daimler Aktie aktuell Daimler schlägt sie alle – diese Aktie ist aktuell nicht aufzuhalten

News: Aktuelle Analyse der Daimler Aktie

von |
In diesem Artikel

Daimler
ISIN: DE0007100000
|
Ticker: DAI --- %

---
EUR
---% (1D)
1W ---
1M ---
1Y ---
Chartanalyse
Basis 6 Monate neutral
Zur Daimler Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Während Anleger an der Wall Street erst zu Beginn dieser Woche wieder auf Value-Aktien aufmerksam wurden, läuft dieser Zug im DAX schon seit geraumer Zeit. Besonders Daimler sticht hier hervor. Schon seit Monaten entwickelt sich die Daimler Aktie in beeindruckender Manier.  Im Juni dieses Jahres setzten wir unsere Aussichten auf Daimler auf bullisch und im August hatten wir das Kursziel auf bis zu 46 EUR erhöht. Diese Marke wurde zwischenzeitlich erreicht und sogar übertroffen – Chapeau! Lediglich Ende Oktober zeigten die Bullen etwas Schwäche. Der Absturz im DAX hat einige Anleger kurzfristig au dem falschen Fuß erwischt und der Aufwärtstrend wurde zwischenzeitlich durch das tiefere Tief sogar gestoppt. Nachdem nun aber das Oktober-Hoch schnell zurückerobert wurde, ist wieder alles im Lot.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Daimler Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Bei einer derart beeindruckenden Entwicklung belassen wir natürlich unsere Aussichten auf der bullischen Seite. Dennoch wäre das Papier auf aktuellen Niveaus kein besonders guter Kauf. Der Grund dafür ist der doch recht steile Anstieg der letzten zwei Handelswochen. Hier muss dringend eine kleine Verschnaufpause her. Zuletzt fanden diese immer wie nach Plan statt und konnten meist zwischen dem 20- und dem 50-Tage-Durchschnitt erfolgreich aufgekauft werden. Dies wäre unseres Erachtens eine wesentlich bessere Einstiegsgelegenheit, als die aktuellen Aktienkurse zu nutzen.

Aussicht: BULLISCH

Chart vom 11.11.2020 Kurs: 52.99 Kürzel: DAI | Online Broker LYNX
Sie möchten Achim auch einmal live erleben und ihm direkt Fragen stellen?

Das ist möglich. Melden Sie sich zu unseren kostenlosen Webinaren an und erleben Sie wie Achim die Märkte live analysiert.

Jeden Donnerstag gibt es zudem in unserem unterhaltsamen YouTube Stream exzellente Live Trading Tipps.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen


Achim Mautz, Daytrader | LYNX Börsenexperten
Nachricht schicken an Achim Mautz
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen der Daimler Aktie

Wie viel von Trumps Damoklesschwert in Form von Strafzöllen gegen die Eurozone-Automobilindustrie mag noch im Kurs der Daimler-Aktie enthalten sein? Manche dürften diesen Aspekt längst verdrängt haben, nachdem die Trump-Administration durch die Corona-Krise und den Wahlkampf längere Zeit nicht mehr gegen Europa schwadroniert hat. Aber was, wenn Trump die Wahl gewinnt? Dann dürfte es nicht mehr lange dauern, bis der immer wieder „umständehalber verhinderte“ Handelskrieg der USA gegen die Eurozone beginnt. Daher dürfte diese Wahl für die Daimler-.Aktie von besonderer Relevanz sein, nicht zuletzt, weil Mr. Trump offenbar besonders Mercedes-Fahrzeuge nicht mag.

Es wäre daher gut möglich, dass die Aktie auf den Wahlausgang deutlicher reagiert als der Gesamtmarkt. Mit einem Machtwechsel in Washington wäre diese seltsame Fixierung auf die Eurozone-Autobauer vom Tisch, das wäre ein Problem weniger für die Perspektive der Aktie. Bleibt Trump, könnte sich so mancher Investor dieses Aspekts erinnern, nicht zuletzt, weil die charttechnische Situation der Aktie derzeit so manchen ein wenig unruhig machen dürfte.

Expertenmeinung: Zwar hat Daimler grandios wirkende Ergebnisse des dritten Quartals vorgelegt, indem es gelang, trotz niedrigerem Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal mehr zu verdienen. Und zwar deutlich mehr, 3,1 Milliarden Euro vor Steuern und Zinsen nach 2,7 Milliarden im dritten Quartal 2019. Aber das brachte die Aktie nicht mehr voran. Zwar sorgte die Vorab-Veröffentlichung der Rumpfdaten der Bilanz am 16. Oktober dafür, dass die steilere der mittelfristigen Aufwärtstrendlinien hielt, die Aktie zog aber nicht nach oben davon. Die am 23. Oktober vorgelegte, vollständige Bilanz brachte ebenso wenig neue Käufer in die Aktie … und nachdem Daimler mit dem schwachen Gesamtmarkt vergangene Woche kräftig nachgab, ringen die Bullen jetzt schon um den Erhalt des flacheren der beiden mittelfristigen Aufwärtstrendlinien.

Diese momentane Schwäche ist auffällig, zumal auch die Analysten hier fast durch die Bank bullisch sind und das durchschnittliche Kursziel der Experten knapp über 54 Euro und damit deutlich über dem aktuellen Kurs rangiert. Man darf gespannt sein, ob und wie deutlich Daimler auf den Wahlausgang reagiert, wenngleich man da ggf. nicht gleich am Mittwoch belastbare Ergebnisse sehen wird.

Klar bärisch wäre die Aktie dabei erst, wenn nicht nur die gerade getestete Aufwärtstrendlinie fallen würde, sondern darüber hinaus auch die Supportzone 40,50/41,40 Euro und die momentan bei 38,15 Euro verlaufende 200-Tage-Linie. Aber dass diese Linien im Fall eines bärischen Impulses brechen, ist zumindest denkbar. Auf der Gegenseite könnte ein Abgang von Donald Trump der Aktie über die Linie verhelfen, an welcher sie im Oktober immer wieder abdrehte: an der 50 Euro-Marke. Sollte das gelingen, wäre der Weg aus charttechnischer Sicht an das Hoch vom Herbst bei 54,50 Euro frei … die Trader haben die Wahl!

Chart vom 02.11.2020, Kurs 45,82 Euro, Kürzel DAI | Online Broker LYNX

Die vorläufigen Zahlen, die Daimler am Donnerstagabend nach Handelsende für das dritte Quartal vorlegte, trugen die Aktie zum Wochenschluss 5,5 Prozent höher. Doch am Montag haperte es mit den Anschlusskäufen. Das sollte man sich genauer ansehen, denn warum hat das, was Daimler da vorlegte, nicht zu einer deutlich markanteren Reaktion geführt? Immerhin gelang ein EBIT (Gewinn vor Steuern und Zinsen) von 3,07 Milliarden Euro. Im dritten Quartal 2019 waren es nur 2,7 Milliarden, d.h. Daimler hat trotz der Corona-Krise mehr verdient als im Vorjahr. Das ist doch eigentlich herausragend … oder?

Eigentlich schon, allerdings sollte man nicht übersehen, dass 2017 das Jahr mit den Top-Gewinnen im Konzern war (Gewinn vor Steuern 12,8 Mrd. Euro). 2018 lag schon darunter (9,9 Mrd. Euro), 2019 erst recht, und das nicht zu knapp (3,35 Mrd. Euro). Und wie sich das Jahr 2020 insgesamt darstellt, ist noch völlig offen, immerhin lag das EBIT im zweiten Quartal bei  -1,68 Milliarden Euro und im ersten Quartal nur bei +617 Millionen Euro.

Hinzu kommt, dass Daimler wie schon für das zweite Quartal nur das EBIT vorläufig veröffentlichte und nur mit den Analystenschätzungen verglich, die im Schnitt weit tiefer lagen. Das klingt gut, so eine Aussage „EBIT 3,07 Mrd. Euro (Konsens 1,95 Mrd.)“. Aber für die Beurteilung der Gesamtsituation und der Perspektiven ist das in keiner Weise zielführend. Und die mitgelieferte Aussage, man erwarte für den Rest des Jahres auf Basis der Saisonalität einen positiven Effekt, sofern es nicht zu einem Lockdown komme, bietet, vorsichtig formuliert, reichlich Spielraum.

Expertenmeinung: Die Analysten hoben auf diese vorläufigen Zahlen hin in Scharen ihre Kursziele an, obgleich man mit dem EBIT alleine noch keine ausreichende Gesamtbeurteilung vornehmen kann. Dennoch gingen die Kursziele dort, wo man auf die Zahlen reagierte, allesamt über 50 Euro. Den Vogel schossen die Analysten bei Bernstein ab, die vorher schon mit 60 Euro ein äußerst „ambitioniertes“ Kursziel hielten und dieses jetzt auf 70 Euro erhöhten. Also: Ergebnis über Erwartungen und Vorjahr, Kursziele in Massen angehoben und trotzdem „nur“ ein Plus von 5,5 Prozent am Freitag ohne Anschlusskäufe am Montag?

Ja, weil man offenbar erkennt, dass sogar solche positiven Überraschungen großenteils im Zuge der Rückkehr an die Hochs vom Jahresanfang eingepreist sind. Immerhin ist der Daimler-Konzern weder von der Rezession nicht betroffen noch ein Profiteur derselben. Dass die Aktie dann nahe an das Anfang Januar bei 50,31 Euro markierte Verlaufshoch gestiegen ist, also auf einen Kurslevel, der erreicht wurde, als man von Corona und Rezession nichts ahnte, ist bereits ein kräftiger Schluck aus der Pulle.

Von Vorteil für die Bullen ist zwar der direkt zuvor erfolgte, erfolgreiche Test der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie. Aber selbst, wenn die Aktie dieses bisherige Jahreshoch von 50,31 Euro überwinden würde: Spätestens am nächsten Hoch, dem Topp aus dem Herbst 2019 bei 54,50 Euro, wäre die Aktie im Vergleich zu dem wahrscheinlich dennoch gegenüber 2019 erneut niedrigeren Gewinn zu teuer. Im Fall des Erreichens der Zone 50,31/54,50 Euro wären Gewinnmitnahmen daher allemal eine Überlegung wert.

Chart vom 19.10.2020, Kurs 48,81 Euro, Kürzel DAI | Online Broker LYNX

Daimler meldete vergangene Woche deutlich über den eher verhaltenen Analysten-Prognosen liegende Absatzzahlen im dritten Quartal. Wichtiger war dabei aber noch die Aussage des Finanzvorstands, dass man mit der Gewinnmarge sehr zufrieden sei. Was impliziert, dass der Konzern den Absatz nicht durch Rabatte künstlich anfeuern muss, sondern wirklich etwas „hängen bleibt“. Die Reaktion der Analysten auf die Verkaufszahlen und Einstufungen des Unternehmens waren eindeutig: Zahlreiche Experten erhöhten umgehend ihre Kursziele. Zuletzt am Montag Goldman Sachs, die ihre Einschätzung von „Verkaufen“ direkt in „Kaufen“ wandelten und das Kursziel dramatisch von 40 auf 60 Euro nach oben nahmen. Und J.P. Morgan, deren Kursziel mit dem Urteil „Übergewichten“ von 54 auf 63 Euro nach oben ging.

Diese positive Entwicklung bei den Verkäufen könnte sich intensivieren, sollte es doch noch etwas werden mit der sogenannten „Verbrenner-Prämie“, d.h. Prämien nicht nur für Neuwagen mit Elektro-Antrieb, sondern auch für Fahrzeuge mit klassischem Verbrennungsmotor. Der bayrische Ministerpräsident Söder bleibt da dran, noch scheint man in Berlin aber zu zögern. Die Investoren setzen zwar auf diese zusätzliche Stütze, aber es stellt sich die Frage, ob diese wieder ermutigenden Ergebnisse von Daimler (und anderen Autobauern) nicht dazu führen, dass die Bundesregierung befindet, dass solche zusätzlichen Anreize nicht nötig sein, weil man Zuwendungen der öffentlichen Hand in anderen Branchen dringender braucht.

Expertenmeinung: Damit steht die perfekt bullische, charttechnische Situation ein wenig konträr zu den fundamentalen Rahmenbedingungen. Noch liegen die Absatzzahlen um die zehn Prozent unter Vorjahr, wenn man die ersten neun Monate insgesamt betrachtet. Noch ist offen, ob die den Finanzvorstand erfreuenden Gewinnmargen wieder so stark sind, dass sie auch die Trader begeistern. Und noch ist eben offen, ob die „Verbrenner-Prämie“ kommen wird oder nicht. Und die Aktie selbst?

Die hat mittlerweile wieder einen Level erreicht, den sie zuletzt zu Jahresbeginn gesehen hatte. Man darf vermuten, dass sich dieser so stetige Aufwärtstrend seit Wochen und Monaten immer am „Best Case“-Szenario entlang hangelt … und daher anfällig für selbst kleine Enttäuschungen ist. Zwar verläuft der Aufwärtstrend bislang perfekt und ist äußerst solide unterstützt, aber:

Selbst die nächstgelegene Unterstützung, die im Sommer entstandene Parallele zur mittelfristigen März-Aufwärtstrendlinie, ist mit aktuell 45,25 Euro ein gutes Stück entfernt. Und diese März-Trendlinie sowie die 200-Tage-Linie, beides potenzielle Kursziele im Fall einer Korrektur, warten erst bei 41,40 bzw. 38,25 Euro. Mit Blick auf diese großen Erwartungen und die zur Zeit überkauften markttechnischen Indikatoren (im Chart eingeblendet ist der Stochastik-Oszillator) wäre es zumindest einen Gedanken wert, diese Situation einer kurzfristig heißer laufenden Aktie zu nutzen, um bei einem kleineren Teil bestehender Long-Positionen an Gewinnmitnahmen zu denken.

Chart vom 12.10.2020, Kurs 49,01 Euro, Kürzel DAI | Online Broker LYNX

Ob in den USA oder in Europa, die Hinweise darauf, dass die in den Aktienmarkt seit Monaten eingepreiste rasante Rückkehr zur „Prä-Corona“-Wirtschaftsleistung ganz sicher nicht rasant sein wird, mehren sich. Und was macht die Daimler-Aktie? Sie steigt, als befände man sich in der besten aller Welten. Die höchst ernüchternden Bilanzen des ersten und zweiten Quartals scheinen niemanden zu irritieren. Dass Daimler gerade erst am Freitag einen Fahrzeugabsatz für August meldete, der 7,4 Prozent unter dem des Vorjahres lag, auch nicht. Die Aktie steigt, als hätten die Analysten keinen Gewinneinbruch von im Schnitt um 85 Prozent im laufenden Jahr avisiert. Und die durchschnittliche Prognose für 2021 sieht den Gewinn immerhin 15 Prozent unter dem des Jahres 2019. Wobei man nicht übersehen sollte, dass der 2019er-Gewinn unter dem des Jahres 2018 lag. Und der wiederum unter dem des Jahres 2017.

Das können die Anleger doch nicht übersehen? Die Aktie hat am Dienstag auf einem Level geschlossen, das Daimler zuletzt am 22. Januar gesehen hatte, als von der Corona-Krise noch niemand sprach. Und selbst, wenn die Schätzungen der Experten für 2021 eintreffen würden (obwohl man da eine umfangreiche Erholung des Wachstums voraussetzt, das man auf Basis aktueller Daten lieber nicht voraussetzen sollte), läge das Kurs/Gewinn-Verhältnis für Gewinne, von denen noch kein Cent eingefahren wurde, auf dem aktuellen Kursniveau schon im Bereich der für Autobauer normalen Bewertung um zehn. Eine normale Bewertung hätte die Daimler-Aktie also dann, wenn das konjunkturelle Best-Case-Szenario eintritt UND der Kurs bis Ende 2021 nicht weiter zulegt. Wer kauft denn da jetzt noch?

Expertenmeinung: Was die Aktie ebenso wie die anderen Autobauer nebst Zulieferern wie Continental momentan treibt, ist eine Wette. Eine Wette darauf, dass die Bundesregierung bei ihrem Konjunkturprogramm nachlegen wird, indem sie z.B. auch eine Kaufprämie für Verbrennungsmotoren beschließt. Die Erwartung, dass das bereits von Anfang an der Fall sein würde, wurde im Juni enttäuscht, weil diese Prämie sich nur auf Elektrofahrzeuge beschränkte. Jetzt stehen Automobilindustrie und die CSU gemeinsam vor der Tür des Kanzleramts und fordern „Nachschlag“. Doch erst gestern betonte Kanzlerin Merkel, dass sie nicht davon ausgehe, dass es zu einer schnellen Entscheidung über weitere Hilfen für die Branche kommen wird, zumal sie gerade erst vergangenen Donnerstag die vorgenannte „Verbrenner-Kaufprämie“ abgelehnt hatte.

Das ist also eine gewagte Wette, die die Käufer da eingehen. Denn würden keine umfassenden zusätzlichen Hilfen für die Branche kommen, wäre eine Daimler-Aktie, die mittlerweile zwei Euro über dem durchschnittlichen Kursziel der Analysten notiert (obwohl da immer einige Analysten mit den steigenden Kursen „nachlegen“) und in einem derart problematischen Umfeld viel zu hoch angesiedelt. Ein Test der Unterstützungszone aus 200-Tage-Linie und mittelfristiger Aufwärtstrendlinie im Bereich 38/39 Euro wäre dann alles, nur nicht überraschend. Aber sollte man diese Gelegenheit nutzen, um auf diesem so hohen Niveau einen Short-Trade zu wagen? Damit würde man nur die Gegenseite der Wette eingehen, d.h. darauf setzen, dass es den jetzt eingepreisten „Nachschlag“ nicht oder nur in geringer als erwarteter Form geben würde. Und somit wäre man ebenso mittendrin in der Zockerei. Angesichts der nicht absehbaren Entwicklung dieser politischen Frage würde ich persönlich mich kurzfristig eher bedeckt halten.

Daimler Aktie: Chart vom 08.09.2020, Kurs 45,58 Euro, Kürzel DAI | Online Broker LYNX

Wo bei einem Trend der Endpunkt erreicht, sprich „oben“ oder „unten“ ist, weiß man leider immer erst im Nachhinein genau. Selbst noch so klar erscheinende Kauf- und Verkaufssignale können in eine Falle münden, überraschende Nachrichten alles auf den Kopf stellen. Daher bleibt dem Anleger immer nur eine Indiziensuche, das Forschen nach Hinweisen, dass es mit einem Trend langsam vorbei sein könnte oder im Gegenteil noch ordentlich Kurspotenzial vorhanden wäre. Dafür ist ein Querblick auf die Analysten immer hilfreich. Und der ist bei Daimler gerade sehr interessant.

Denn das durchschnittliche Kursziel, das die Experten derzeit um 42 Euro sehen, ist mittlerweile erreicht. Die Einstufungen liegen im Schnitt nur knapp über „Halten“. Und selbst, wenn man als bullischer Anleger 2020 abhaken und auf 2021 blicken würde, erwarten die Analysten da dann einen Gewinn, der etwa 20 Prozent unter dem des Jahres 2019 liegen würde. Im Schnitt lag der Kurs der Daimler-Aktie 2019 um 50 Euro. Würde man für 2021 nicht nur beim Gewinn, sondern auch beim Kurs diesen 20-Prozent-Abschlag ansetzen, käme man auf 40 Euro. Die Aktie notiert bereits darüber … und läuft seitwärts, wo sie eigentlich nicht seitwärts laufen sollte.

Expertenmeinung: Denn Daimler hatte in der ersten August-Hälfte gleich zwei immens wichtige Charthürden bezwungen. Zunächst die im Chart dick schwarz hervorgehobene 200-Tage-Linie, an welcher die Aktie zuvor zweimal hängengeblieben war, danach die aus den Tiefs vom August 2019 und Februar 2020 zusammengesetzte Widerstandszone 40,30/41,40 Euro. Doch kaum war Daimler am 11. August über diesen Widerstandsbereich gelaufen, war es das, zumindest bislang. Die Anschlusskäufe bleiben aus oder wurden von den Gewinnmitnahmen kompensiert, die indes eher unter, aber nicht über einer solchen wichtigen Hürde zu erwarten gewesen wären.

Dass die Umsätze sofort nach dem Ausbruch deutlich sanken, deutet zwar nicht darauf hin, dass allzu viele Akteure versuchen, in charttechnisch durch diesen Anstieg induzierte Käufe hinein größere Positionen abzubauen. Aber so schwindet das Momentum des Ausbruchs trotzdem sukzessiv dahin, das dürfte die Kaufbereitschaft, nicht zuletzt mit einem Blick auf die überkaufte Markttechnik, deutlich dämpfen. Daraus lässt sich, wie eingangs erwähnt, nicht zwingend ableiten, dass die Daimler Aktie jetzt bereits „oben“ sein muss. Aber in einer solchen Konstellation, in der sich der Kurs seit dem März-Tief verdoppelt hat, obgleich sich die Lage bislang noch nicht überzeugend aufhellt, mit konsequenten Stoppkursen zu agieren und ggf. an ein paar Gewinnmitnahmen zu denken, dürfte keineswegs ein Fehler sein.

Chart vom 20.08.2020, Kurs 41,97 Euro, Kürzel DAI | Online Broker LYNX