CTS Eventim Aktie aktuell CTS Eventim: Hoppla, was war das denn?

News: Aktuelle Analyse der CTS Eventim Aktie

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CTS Eventim
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Zur CTS Eventim Aktie

Wenn eine Aktie am Vormittag zeitweise über sieben Prozent im Minus notiert, dann aber den Tag anderthalb Prozent im Plus beendet, muss etwas Ungewöhnliches passiert sein. Und das war bei der CTS Eventim-Aktie in der Tat der Fall. Was war da los?

Der Event-Veranstalter und Ticket-Verkäufer CTS Eventim hatte am Morgen die Bilanz des ersten Quartals vorgelegt. Und die war wie erwartet katastrophal, denn natürlich hatte das Unternehmen in den ersten drei Monaten 2021 kaum eine Einnahmequelle. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um brutale 89,4 Prozent zurück, obwohl bereits im März 2020 fast alle Veranstaltungen flachgefallen waren. Statt eines damals noch erreichten Gewinns auf EBITDA-Basis (13,5 Millionen) stand jetzt ein Verlust von 19,6 Millionen Euro zu Buche.

Das war es, was die Aktie anfänglich um in der Spitze über 7,1 Prozent in die Knie zwang – obwohl man damit ja eigentlich hätte rechnen müssen. Waren es diejenigen, die diese Aktie schon seit ihrem Crash im Februar und März wieder eingesammelt hatten, die daraufhin einstiegen und das Minus in ein Plus verwandelten?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur CTS Eventim Aktie finden Sie hier.

Chart vom 20.05.2021, Kurs 55,02 Euro, Kürzel EVD | Online Broker LYNX

Expertenmeinung: Zweifellos. Und das Kaufen wurde ihnen noch leichter gemacht, als die Analysten der Commerzbank reagierten und das Kursziel zur Mittagszeit drastisch von 50 auf 64 Euro anhoben – das ist das derzeit mit Abstand höchste Kursziel, das Analysten für diese Aktie ausloben, die anderen Targets bewegen sich zwischen 30 und 58 Euro. Und es ist ein erstaunliches Kursziel, denn:

Diejenigen, die die Aktie seit vergangenem Frühjahr stur einsammeln, setzen darauf, dass diese Situation nur vorübergehend sein wird, was man ja auch nicht bezweifeln kann. Aber die Frage ist, wie lange „vorübergehend“ sein darf und welches Kursniveau erreichbar wäre, bevor andere Marktteilnehmer ihre CTS-Aktien verkaufen oder gar aktiv Short gehen.

Wenn wir uns das Chartbild ansehen, stellen wir fest, dass die CTS Eventim-Aktie schon im März sehr nahe an den Level herangelaufen war, den sie vor dem Corona-Crash erreicht hatte. Der Kurs preist also längst ein, dass alles wieder normal ist. Und man sollte nicht übersehen, dass dieses alte Hoch von 61,55 Euro, das die Aktie im Januar 2020 erreicht hatte, das Allzeithoch ist. Ein Kursziel von 64 Euro würde damit implizieren, dass CTS Eventim in den nächsten zumindest zwei Jahren die Rekordgewinne, die 2019 erreicht wurden, überbieten wird. Damit rechnen die meisten Analysten aber nicht, viele sehen das erst 2024.

Grundsätzlich hätte die Aktie aus charttechnischer Sicht Spielraum, das bisherige Rekordhoch von 61,55 Euro anzusteuern, denn das wird in Kürze die obere Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals kreuzen. Aber solange völlig offenbleibt, wie schnell und stark die Wiederbelebung des Veranstaltungs-Marktes vonstattengehen wird, wäre da Vorsicht angebracht: Wer hier Long ist, sollte zur Sicherheit immer auch nach unten sehen. Sollte CTS Eventim das gestrige Tages-Verlaufstief von 50,34 Euro doch noch unterbieten, wäre ein Test der unteren Begrenzung dieses Trendkanals, derzeit bei 43 Euro, allemal denkbar; ein Stop Loss knapp unter dem gestrigen Tief wäre daher allemal eine Überlegung wert.

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Vorherige Analysen der CTS Eventim Aktie

CTS Eventim gehörte zu den Unternehmen, die von der Corona-Krise am härtesten getroffen wurden. Doch die Aktie lief einfach wieder nach oben. Das scheint sich jetzt zu rächen – der Kurs kippt.

Da staunte der Fachmann und der Laie wunderte sich. Der Event-Organisator und Ticket-Vermarkter CTS Eventim fuhr über Jahre auf der Erfolgsspur, doch Corona sorgte hier für eine brutale Zäsur. Heute stehen die Ergebnisse des vierten Quartals an, dabei wohl auch die Ergebnisse des Gesamtjahres und ein Ausblick auf 2021. Niemand kann damit rechnen, dass der rosig ausfallen wird. Und das war in den vergangenen Wochen nicht anders.

Trotzdem stieg die Aktie bis Anfang März einfach wieder dorthin zurück, von wo aus die Aktie im Februar 2020 massiv einbrach. Die Hoffnung mag die Kurse weit treiben. Aber wenn eine Aktie bereits wieder das Vorkrisenniveau erreicht, obgleich die Analystenschätzungen selbst vor der Erkenntnis, dass das mit der Normalität auf Monate hinaus nichts wird, zurückhaltend waren, wird es für die Bullen brenzlig. Und für die Bären interessant.

Expertenmeinung: Man wird sehen, was heute auf den Tisch kommt, aber bislang rechnen die Analysten damit, dass der Umsatz 2020 um 75 Prozent eingebrochen ist und sich 2021 wieder auf die Hälfte des 2019er-Niveaus erholt. Aber die meisten dieser Schätzungen stammen aus den Wochen vor der Erkenntnis, dass aus dem Lockdown ein Dauer-Lockdown würde. Und auch da sahen die Analysten eine Rückkehr zu den Rekordgewinnen des Jahres 2019 nicht vor 2023. Das mittlere Kursziel der Experten liegt bei 47 Euro … und das ist schon ein Bonus auf eine baldige Erholung. Die Anleger kauften trotzdem weiter.

Chart vom 22.03.2021, Kurs 52,30 Euro, Kürzel EVD | Online Broker LYNX

Waren es einige Zukäufe, die CTS Eventim zuletzt vornahm, um nach der Krise gestärkt durchzustarten? War es der Gedanke, eine andere, große Ticketagentur könnte die Lage ausnutzen, um CTS Eventim zu übernehmen, was die Anleger antrieb? Man weiß es nicht. Aber man sieht im Chart, dass der Moment näher rückt, an dem der Kurs auf den harten Boden der Tatsachen zurückkehrt.

Auch, weil das Unternehmen selbst Tacheles redet. Erst am 10.3. meldete CTS Eventim, dass viele große Festivals wie Rock am Ring 2021 ausfallen werden. Am Freitag erklärte der Vorstandschef des Unternehmens, dass man den Konzertsommer, auf den viele lange gehofft hatten, wohl abschreiben müsse. Open Air-Veranstaltungen würden wenn, dann nur sehr vereinzelt möglich sein, Hallen-Events sieht er nicht vor dem vierten Quartal.

Erst jetzt beginnt der Kurs zu wanken. Die obere Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals wurde im Februar und März erneut angegangen, aber die Aktie schaffte es nicht, sich über den Kreuzwiderstand, der sich aus dieser Linie und den „Prä Corona“-Hochs ergibt, zu überwinden. Jetzt beginnen die ersten, sich zu verabschieden. Die kurzfristige Trendlinie ist mit dem gestrigen Minus von 3,15 Prozent gefallen, die nächsten Kursziele wären der von der 200-Tage-Linie verstärkte Supportbereich 44,10/45,12 Euro, darunter käme dann die untere Begrenzung des Trendkanals bei 41 Euro. Die Rückkehr in diese Regionen muss nicht sofort und in einem Rutsch passieren. Aber klar ist: Nach unten dürfte jetzt deutlich mehr Luft sein als nach oben.

Dass ein Ticketvermarkter und Eventveranstalter in der Corona-Krise besonders hart getroffen würde, war den Anlegern sofort klar, weshalb die CTS-Eventim-Aktie im Februar und März 2020 so stark einbrach wie nur wenige andere. Aber jetzt notiert die Aktie nur noch eine Handbreit unter ihrem „Prä Corona“-Level. Wieso?

Das ist eine Frage, die sich wohl alle stellen außer denen, die derzeit weiter kaufen. Denn momentan spricht nichts dafür, dass CTS Eventim imstande wäre, bereits 2021 wieder an den Umsatz- und Gewinnlevel des Jahres 2019 heranzureichen. Im Schnitt erwarten die Analysten das nicht einmal für 2022. Dass sich die Lage irgendwann normalisieren wird, steht zwar außer Zweifel. Aber wenn man heute bereits den Kurs vorwegnimmt, der für 2022 oder noch später angemessen wäre, wer wollte dann jetzt, auf diesem Kursniveau, noch einsteigen?

Expertenmeinung: Die Bilanz für das gesamte, fatale Jahr 2020 steht erst für den 23. März im Terminplan. Bis dahin haben Analysten und Anleger gleichermaßen nur die Zahlen für die ersten neun Monate 2020: Umsatz -79 Prozent, Nettoergebnis bei -61,8 Millionen Euro nach +72,3 Millionen im Vergleichszeitraum 2019. Und das, obwohl die ersten zwei Monate 2020 noch normal liefen.

Und die Analysten? Die sind hier sehr geteilter Meinung. Die Berenberg Bank hob als letzte das Kursziel an, von 45 auf 58 Euro und damit auf den jetzt erreichten Level. Die anderen Experten sind da weit zurückhaltender, sehen Ziele zwischen 30 und 49 Euro. An denen die Aktie längst vorbeigezogen ist, und das ohne aktuelle Daten und 2021er-Perspektive. Und damit nicht genug: Auch die Charttechnik meldet heiß gelaufene Kurse.

Die Aktie ist am Freitag an die obere Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals herangelaufen. Die liegt bei 57,50 Euro. Und selbst, wenn es gelingt, sogar diesen Trendkanal zu überbieten, würde zwischen 59,60 und 61,55 Euro der Widerstandsbereich der 2019er-Hochs warten … die nebenbei auch noch die bisherigen Rekordhochs dieser Aktie sind. Wenn die Aktie eines Unternehmens, das derzeit quasi auf Eis liegt und bei dem offen ist, wann es wieder die vorherige Ertragskraft erreicht, knapp unter Allzeithoch notiert … und das auch noch bei überkauften markttechnischen Indikatoren … wäre der Gedanke, hier jetzt mal Kasse zu machen, nicht gerade abwegig.

Chart vom 19.02.2021, Kurs 57,55 Euro, Kürzel EVD | Online Broker LYNX

Am Donnerstag legte der Event-Veranstalter und Ticket-Vermarkter CTS Eventim seine Neun-Monats-Bilanz vor. Sie war fatal. Und niemand hätte etwas anderes erwarten können. Denn kaum ein börsennotiertes Unternehmen traf die Corona-Krise und die Lockdowns brutaler als dieses. Der Umsatz lag in den ersten neun Monaten 2020 79 Prozent unter dem des Vorjahreszeitraums. Und man muss „nur“ sagen, weil die ersten zwei Monate 2020 ja noch normal liefen. Der Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen lag bei 17,7 Millionen Euro, netto betrug das Minus sogar 61,8 Millionen, nach einem Gewinn von 72,3 Millionen Euro in den ersten drei Quartalen 2019.

Hätte man den Chart nicht zur Hand, würde man mutmaßen, dass die Aktie am Boden liegen müsste. Vor allem, weil der derzeitige Lockdown erneut die Veranstalter umsatzlos macht und zu fürchten ist, dass eben dieser Lockdown noch Wochen, im Extremfall Monate andauert. Aber nein: Die Aktie notiert nicht allzu weit unter dem Tageshoch des 24. Februars, des Tages, an dem hier der große Selloff begann. Am Tageshoch des 9. Novembers hatten bis zu diesem Ausgangspunkt des Abstiegs sogar nur noch zwei Euro gefehlt. Was geht hier vor?

Expertenmeinung: Man könnte es so umschreiben: Diejenigen, die die Aktie auf diesem Kursniveau, das etwa 100 Prozent über dem März-Tief liegt, kaufen, projizieren die Rückkehr zur Normalität, die mit dem Ende der Corona-Problematik einhergehen könnte. Das kann man damit begründen, dass CTS Eventim, wenn nicht 2021, so doch 2022 wieder die Gewinnlevels von 2019 erreichen wird. Und sie vielleicht sogar überschreitet, weil dann womöglich viele Konzerte und Veranstaltungen nachgeholt werden. Das Problem ist, dass man da sehr weit in die Zukunft blickt. Wäre dieses Denken „schussfest“, könnte man das auch bei allen anderen Unternehmen praktizieren, indem man einfach die in keiner Weise absehbaren, aber erhofften Gewinne in zwei oder drei Jahren als Basis dafür nimmt, ob eine Aktie jetzt kaufenswert ist.

De facto ist das eine äußerst riskante Spekulation. Dass die Aktie in der Spitze 35 Prozent nach oben schoss, als am 9. November die erste Meldung über einen zulassungsbereiten Impfstoff hereinkam, unterstreicht das. Denn bis es zu einer flächendeckenden Impfung kommt, die eine Normalisierung in Sachen Events ermöglichen könnte, würde es mindestens Frühjahr, womöglich Sommer. Und auch dann wäre zu vermuten, das Abstands- und Hygieneregeln dazu führen, dass sich die Zahl möglicher Tickets halbiert.

Die Analysten sind im Gegensatz zu denen, die hier kaufen und die Aktie in Richtung der vorherigen Levels tragen, geteilter Ansicht. Die Lager mit Einschätzungen „Kaufen“, „Halten“ und „Verkaufen“ sind derzeit gleich groß, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 41 Euro – und ist weit überboten. Dass CTS Eventim am Freitag vier Prozent zulegte, nachdem die Commerzbank ihr Kursziel anhob, klingt in einem solchen, von großen Erwartungen geprägten Umfeld zwar im ersten Moment logisch. Aber nicht, wenn man sieht, dass die Commerzbank das Ziel nur von 40 auf 44 Euro anhob und die Aktie mit „Halten“ beurteilt.

Hier sollte man, wenn, dann nur mit Fallschirm dabei sein. Und spätestens, wenn die CTS Eventim mit Schlusskursen klar unter 44 Euro wieder in den unlängst nach oben verlassenen Seitwärtstrendkanal zurückkehrt, sollte man die Reißleine ziehen!

CTS Eventim Aktie: Chart vom 20.11.2020, Kurs 51,05 Euro, Kürzel EVD | Online Broker LYNX

Bevor den Anlegern Ende Februar schlagartig klar wurde, dass ein anstehender Lockdown die Geschäftsgrundlage des Event- und Ticketspezialisten CTS Eventim im D-Zug-Tempo gegen null herunterfahren würde, notierte die Aktie um 59 Euro. Am Dienstagabend schloss sie ca. 18 Euro unter diesem Niveau, aber 16 Euro über dem Jahres-Verlaufstief vom März. Der halbe Weg zurück wäre also in etwa absolviert. Doch das gilt nur für den Kurs, nicht für die Bilanz des Unternehmens.

Denn nach wie vor sind Großveranstaltungen, die „Cash Cow“ von CTS Eventim, nicht möglich. Wie viel Umsatz der Ticketvermarkter im jetzt endenden dritten Quartal machen konnte, ist zwar noch offen. Aber man kann sich eigentlich anhand der europaweiten Einschränkungen denken, dass da wohl zu viel zum Sterben, aber zu wenig zum Leben dabei heraussprang. Im ersten Halbjahr brach der Umsatz insgesamt um über 70 Prozent ein, speziell im zweiten Quartal betrug das Umsatzminus 96,6 Prozent. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen wurde nach +109,9 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2019 in den ersten sechs Monaten 2020 zu einem Verlust von 3,5 Millionen. Und das auch nur, weil es gelang, eine Gutscheinregelung zu etablieren, wodurch verkaufte Tickets für ausgefallene Veranstaltungen gutgeschrieben und nicht zurückgezahlt werden müssen. Dass die Aktie trotzdem Anfang August durchstartete und bis Mitte September stieg, war angesichts dieses Hintergrunds erstaunlich. Was steckte dahinter?

Expertenmeinung: In erster Linie wohl die Hoffnung, dass Medikamente und Impfstoffe bald flächendeckend verfügbar sind und so Großveranstaltungen wieder möglich werden. Denn das, was derzeit wieder machbar ist, sind kleinere Events, die im Vergleich zu den vorherigen Umsätzen des Unternehmens bestenfalls ein Rinnsal sein können. Das allerdings ist eine fragile Hoffnung, die wohl imstande ist, eine Aktie von einer Unterstützung weg höher zu tragen, wie das bei der Verteidigung des Mai-Tiefs Ende Juli/Anfang August gelang. Ob das aber, nachdem jetzt die Restriktionen zur Eindämmung der Pandemie wieder zunehmen, ausreicht, den Kurs auch über massive charttechnische Widerstände zu tragen, ist fraglich.

Chart vom 29.09.2020, Kurs 41,34 Euro, Kürzel EVD | Online Broker LYNX

Sie sehen, dass CTS Eventim an den Widerstandsbereich 44,10/45,12 Euro herangelaufen war, dort aber nicht weiterkam, was auch daran gelegen haben dürfte, dass die 200-Tage-Linie diesen Bereich erreicht hat und dadurch als zusätzliche Hürde wirkt. Derzeit versucht man den Kurs zwar in Schlagdistanz zu diesem Widerstandsbereich zu stabilisieren, um die Chance auf einen Ausbruch nach oben aufrechtzuerhalten. Aber der müsste erst einmal mit Schlusskursen über 45,12 Euro gelingen und sollte von klar positiven Nachrichten begleitet werden, um ihm über den Weg zu trauen. Auf der Gegenseite könnte ein Schlusskurs unterhalb des Vorwochen-Verlaufstiefs von 40,74 Euro schon reichen, um die Aktie wieder auf den Weg an die Supportzone 31,36/32,46 Euro und damit „zurück auf Los“ zu schicken.

CTS Eventim ist ein international führender Anbieter in den Bereichen Ticketing und Live Entertainment.

Ein echter Marktführer

Neben dem Flaggschiff eventim.de gehören auch oeticket.com, ticketcorner.ch, ticketone.it und entradas.com zum Unternehmen. Über diese Plattformen, jedoch auch stationär und mobil verkauft Eventim jährlich rund 250 Millionen Eintrittskarten.

Was vielen Anlegern aber gar nicht bewusst ist, ist wie groß Eventim Live inzwischen geworden ist. Das Promoter Netzwerk umfasst mehr als 25 Veranstalter.

Darüber hinaus ist Eventim der Veranstalter von Festivals wie „Rock am Ring“, „Rock im Park“, „Hurricane“, „Southside“ und „Lucca Summer“ und der Betreiber der Lanxess Arena, der Waldbühne Berlin und dem Apollo in London.

Klarer Outperformer

All das hat dazu beigetragen, dass man den Umsatz in den letzten zehn Jahren von 520 Mio. auf 1,44 Mrd. Euro steigern konnte.
Das Ergebnis kletterte von 0,44 auf 1,38 Euro je Aktie.

Das Geschäft ist nicht kapitalintensiv und gut skalierbar, daher konnte man die Dividende im selben Zeitraum von 0,21 auf 0,62 Euro je Aktie erhöhen.

Kein Wunder also, dass die Aktie ein Outperformer ist. Das Unternehmen bringt gleich eine ganze Reihe von wünschenswerten Eigenschaften mit, die man sich als Investor wünscht.

Daher hatte ich die Aktie über Jahre hinweg auch immer wieder empfohlen.

Ein Kunststück?

Die aktuelle Pandemie hat das Geschäft aber faktisch zum Erliegen gebracht, daher hatte ich zuletzt sogar vor der Aktie gewarnt.

Die These war einfach: Das Geschäft von CTS dürfte durch das Verbot von Großveranstaltungen und Konzerten quasi kollabieren und die Pandemie könnte sich durchaus noch eine ganze Weile ziehen.

Nach der Analyse sackte die Aktie auf 31,30 Euro ab, hat sich zuletzt aber wieder spürbar erholt.
Schaut man sich die gestern veröffentlichte Pressemitteilung zum ersten Halbjahr an, sieht es auch so aus, als wäre die Lage gar nicht so schlimm.

Der Umsatz ist zwar massiv eingebrochen, doch unter dem Strich hat man ein nahezu ausgeglichenes normalisiertes EBITDA erzielt.

Das konnte man vor allem durch massive Einsparungen erreichen. Um die Liquidität zu sichern, wurde die Dividende ausgesetzt und eine Kreditlinie gezogen.

So weit so gut, aber was bedeutet „normalisiertes EBITDA“?

Investorenlegende Charlie Munger bezeichnete das EBITDA dereinst als Frankenstein-Kennzahl. Damit hat er recht.
Dementsprechend steht es um das „normalisierte EBITDA“. Derartige Kennzahlen sollte man mit Vorsicht genießen.

Das passiert in Wirklichkeit

Wenn man es genau wissen möchte, muss man schon in den Konzernbericht eintauchen. Aber wer macht sich die Arbeit schon? Die meisten Börsenberichterstatter übernehmen schließlich nur Überschriften.
Tauchen wir gemeinsam ein.

Im ersten Quartal ist der Umsatz um 34,7%auf 184,6 Mio. Euro gesunken. Bei diesem Umsatzeinbruch war es ein wahres Glanzstück, dass das EBT lediglich bei -1,56 Mio. Euro lag.

Im zweiten Quartal ist der Umsatz allerdings 96,6% auf 13,9 Mio. Euro implodiert. Der Verlust (EBT) lag bei 57 Millionen Euro.
In Anbetracht des totalen Zusammenbruchs des Geschäfts ist aber auch dieser Verlust erstaunlich niedrig.

Mit einer Liquidität von 820 Mio. Euro könnte man auch eine längere Krise überstehen. Eventim sitzt vorerst fest im Sattel.

Nicht so wild?

Derartige Summen erzielt man sonst in einem guten Halbjahr als Gewinn.
Ein Verlust von 57 Mio. Euro ist aber dennoch etwas ganz anderes als der Anschein eines ausgeglichenen Ergebnisses, welches man mit dem normalisierten EBITDA vermitteln wollte.

Inzwischen bin ich wieder deutlich positiver gestimmt, selbst wenn sich die Krise noch länger ziehen wird.
Die Menschen werden weiterhin Konzerte, Festivals & Co. besuchen wollen und Eventim hat ausreichend Liquidität, um zu überleben, bis sich die Lage wieder verbessert.

Daher dürften die langfristigen Chancen überwiegen. Eventim hat in den letzten Monaten bewiesen, dass man die Krise bewältigen kann und sich deutlich besser geschlagen, als ich erwartet hätte.

Stabilität in stürmischen Zeiten. Bei LYNX selbstverständlich.

Chart

CTS Eventim hat einen Abwärtstrend überwunden und könnte kurz vor einem Kaufsignal stehen.
Können 37 Euro überwunden werden, wäre der Weg in Richtung 40 – 41 Euro frei. Darüber rücken 44 Euro in den Fokus.

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Chart vom 21.08.2020 Kurs: 36,50 Kürzel: EVD - Wochenkerzen
Chart vom 21.08.2020 Kurs: 36,50 Kürzel: EVD – Wochenkerzen | Online Broker LYNX