CTS Eventim: Jetzt werden die ersten doch nervös

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CTS Eventim
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Zur CTS Eventim Aktie

Obwohl die Einnahmen von CTS Eventim weiterhin meilenweit unter denen vor der Corona-Krise liegen, hatte die Aktie Anfang letzter Woche ein neues Rekordhoch erreicht. Die Anleger setzen auf eine fulminante Saison 2022. Doch jetzt werden die ersten nervös. Zu Recht?

Ob jetzt Weihnachtsmärkte doch noch abgesagt werden oder nicht, ist weniger das Problem des Event-Veranstalters und Ticket-Vermarkters CTS Eventim … aber sollte sich die Corona-Lage in Europa weiter verschärfen, könnten die Forderungen, Großveranstaltungen abzusagen oder einzuschränken, auch Messen und die geplanten Starts der Tourneen großer Bands erreichen, die ab Anfang 2022 geplant sind. Und das wäre für CTS Eventim natürlich in Schlag ins Kontor, denn Künstler und Veranstalter hatten sicher darauf gesetzt, dass dieses Problem sich ab Anfang 2022 erledigt haben wird, der Verkauf von Tickets zu vielen großen Veranstaltungen hat längst begonnen.

Zuletzt hatte CTS Eventim Ende August Ergebnisse geliefert, die deutlich machen, wie dramatisch sich die Lage bislang darstellt. Der Umsatz lag im ersten Halbjahr 2021 bei 65,3 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2019, in einem normalen Umfeld also, hatte dieser noch 696,6 Millionen erreicht! Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen war zwar positiv, aber dass da 76,97 Millionen herauskamen, lag nur an der in dieser Zeit ausgezahlten Corona-Hilfe der Regierung in Höhe von 102 Millionen Euro. Kurz: Bislang lebt das Unternehmen von der Hand in den Mund und die Anleger von der Hoffnung auf die Wende.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur CTS Eventim Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Aber was, wenn die sich erneut hinzieht? Eigentlich hatten viele ja darauf gesetzt, dass sich die Lage bereits nach dem Sommer normalisieren würde … und lagen daneben. Richtig ist zwar, dass CTS Eventim diese Phase genutzt hat, um sich durch Zukäufe strategisch klug zu vergrößern. Aber wenn diese Maßnahmen länger als gedacht noch kein Geld einbringen, wie geduldig werden die Anleger mit der Aktie sein, auf einem Level, das weiterhin höher liegt als vor dem Corona-Crash Anfang 2020?

Am Freitag sah man jetzt erste Verkäufe, aber noch ist das nicht mehr als ein Warnsignal. Zwar fiel der CTS Eventim-Kurs dadurch wieder in den zuvor gerade erst nach oben verlassenen, mittelfristigen Aufwärtstrendkanal zurück, so dass in unserem hier auf Wochenbasis gezeigten Chartbild ein gescheiterter Ausbruchsversuch aus dem Trendkanal bei zugleich überkauften markttechnischen Indikatoren entstanden ist. Aber das wäre bislang nur ein Argument, um bestehende, aggressivere Long-Trades zu reduzieren oder glattzustellen. Bärisch ist die Aktie, trotz dieses über der Umsatz- und Gewinnperspektive hängenden Damoklesschwerts, noch nicht.

Ein Fall für die Bären würde CTS Eventim erst, wenn der Kurs die markante Unterstützungszone 59,20 zu 61,55 Euro sowie die bei aktuell 57,50 Euro verlaufende 200-Tage-Linie durchbrochen hätte. Dann wäre der Weg bis an die untere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals bei derzeit 50,50 Euro frei. Dazu kann es zwar kommen. Aber wenn man sich überlegt, wie eisern die Zuversicht der Marktteilnehmer bislang durchgehalten wurde, sollte man mit vorschnellen Short-Trades besser vorsichtig sein!

CTS Eventim-Aktie: Chart vom 12.11.2021, Kurs 66,02 Euro, Kürzel EVD | Online Broker LYNX
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Zum Start in den November machte die Aktie des Eventveranstalters und Ticket-Vermarkters CTS Eventim einen kräftigen Satz nach oben. Neue Nachrichten kamen nicht – aber charttechnisch war der Anstieg dringend nötig. Muss man ihn daher als „vorläufig“ ansehen?

Sie sehen es im Chart: Die CTS-Eventim-Aktie stand kurz davor, ein Doppeltopp zu vollenden. Der kräftige Rücksetzer Anfang vergangener Woche hatte den Kurs an ein im September bei 62,74 Euro ausgebildetes Zwischentief geführt. Mehrere Tage lang kam die Aktie von diesem Bereich nicht weg, aus Sicht der bullischen Trader musste etwas passieren. Denn nachdem zuvor der Ausbruchsversuch über das Anfang Oktober erreichte Hoch abverkauft wurde, wäre im Fall weiter abrutschender Notierungen ein Doppeltopp entstanden, das zwar wenig tiefer, in der Region zwischen 58,64 und 61,55 Euro, auf eine massive Supportzone getroffen wäre, die man womöglich noch intensiver verteidigt hätte. Aber dem bullischen Lager ist seine Achillesferse zweifellos völlig bewusst:

CTS Eventim lebt immer noch von der Hand in den Mund. Die Lage hat sich kaum verbessert, denn auch, wenn jetzt erste Veranstaltungen wieder laufen: Es sind – noch – relativ wenige und oft ist die Zahl der Teilnehmer begrenzt. Die großen Konzerte und Veranstaltungen starten erst ab Anfang 2022. Und ob die CTS Eventim noch im selben Jahr wieder an alte Stärke heranführen, ist zumindest offen, die Analysten sehen das nicht vor 2023. Hier ist also sehr viel positive Zukunft eingepreist – und das macht eine Aktie, die mittlerweile sogar über dem „Prä Corona“-Level von Anfang 2020 notiert, verwundbar. Ist da also nach oben wenig, nach unten aber viel Luft für den Kurs?

Expertenmeinung: Wenn man sich die Sache völlig emotionslos betrachtet, sicher schon. Aber diejenigen, die diese Aktie seit Frühjahr 2020 in Wellen immer höher und zuletzt auf das Rekordhoch von 67,72 Euro getragen haben, handeln emotional und nicht emotionslos. Mit „müsste eigentlich“ kommt man da also nicht weit, zumal die Argumente der Bullen durchaus etwas für sich haben, denn:

Die erwarten, dass CTS Eventim deutlich stärker aus dieser Phase zusammengebrochener Einnahmen hervorgehen wird, weil man die Situation genutzt hat, um sich strategisch klug durch Zukäufe zu verstärken. Solange CTS Eventim selbst nicht im Zuge der nächsten Quartalsbilanz, die am 18. November erwartet wird, durch seinen Ausblick Wasser in den Wein gießt, kann diese Phantasie die Aktie auch noch höher tragen. Es sei denn …

… dass zu viele Trader diesen Kursschub des Montags als das wahrnehmen, was er auch war: eine Rettungsaktion, um die Vollendung des Doppeltopps zu verhindern. Sehen aber genug Akteure diese Käufe als Basis für einen Anlauf auf neue Hochs, können sie genau das auch werden, dann kann die CTS Eventim-Aktie über das bisherige Hoch von 67,72 Euro laufen. Aber wenn nicht, wird der Bereich um 62/63 Euro, aus dem die Käufer den Kurs jetzt „weggefischt“ haben, erst Recht zur Gefahrenzone. Richtig ungemütlich würde es aus charttechnischer Sicht zwar erst im Fall eines Bruchs der 200-Tage-Linie, die derzeit bei 56,60 Euro verläuft. Aber wer hier kurzfristig und ggf. mit Hebel Long agiert, sollte vielleicht besser schon bei Schlusskursen unter 62 Euro überlegen, diese Positionen zu reduzieren oder sogar glattzustellen.

Chart vom 01.11.2021, Kurs 66,36 Euro, Kürzel EVD | Online Broker LYNX

Das erste Halbjahr 2020 war vom „harten Lockdown“ geprägt. Trotzdem lag der Umsatz des Event-Veranstalters CTS Eventim im ersten Halbjahr 2021 noch einmal 67 Prozent unter dem des Vorjahres. Und ausgerechnet diese Aktie erreichte zuletzt neue Rekorde – geht das gut?

Wenn man sich überlegt, dass die Aktie eines von der Corona-Problematik hart getroffenen Unternehmens wie die Lufthansa weiter am Boden liegt, mutet es wie ein Wunder an, dass ausgerechnet der Kurs der Aktie eines Event-Veranstalters und Ticket-Vermarkters wie CTS Eventim in die völlig entgegengesetzte Richtung läuft. Die Aktie hatte sich nach ihrem Absturz im Frühjahr 2020 schnell stabilisiert und gelangte im Herbst 2020 schon wieder in die Nähe des unmittelbar vor dem Corona-Crash erzielten Rekordhochs von 61,55 Euro. Alleine dass es gelang, sich monatelang in dessen Nähe zu halten verblüffte viele Anleger. Aber jetzt ist dieses alte Hoch auch noch überboten worden. Wo ist da die Logik?

Man setzt darauf, dass CTS Eventim aus dieser Situation gestärkt hervorgehen wird, der Umsatz schnell neue Rekorde erreichen und aufgrund der in der Corona-Phase getroffenen Maßnahmen eine hohe Gewinnmarge erreicht wird. Was in der Tat so kommen könnte. Allerdings gibt es auch Risiken. Und die sind im Kurs jetzt nicht mehr berücksichtigt.

Expertenmeinung: Sehr positiv ist, dass CTS Eventim in der Zwangspause nicht untätig blieb. Man kaufte strategisch geschickt zu, so dass die kommenden Events deutlich profitabler werden dürften. Und ab Anfang 2022 sind wieder viele Großveranstaltungen geplant. Das rettende Ufer ist also nahe.

Nicht wirklich positiv ist, dass das Unternehmen für das erste Halbjahr einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 76,97 Millionen Euro melden konnte. Der lag nämlich höher als der Umsatz (65,3 Millionen), was schon deutlich macht: Da kam Geld von außen, konkret waren das die staatlichen November/Dezember-Hilfen, die erst im zweiten Quartal 2021 ausgezahlt wurden. Und zwei Aspekte sollte man im Hinterkopf haben:

Ob es zu einem „Nachholeffekt“ kommen wird, die kommenden Großveranstaltungen also weit stärker besucht sein werden als vor Corona, wird mittlerweile zwar in den Kurs eingepreist, ist aber nur eine Annahme. Und wenn jetzt bereits das „best case“-Szenario im Kurs enthalten ist, bei dem der Gewinn 2022 bereits wieder nahe an den bisherigen Rekordgewinn von 1,38 Euro pro Aktie aus dem Jahr 2019 steigen wird: Wer wird dann noch kaufen, wenn diese Erwartungen erfüllt wurden? Wenn der Kurs all diese Erwartungen enthält, zugleich aber heute schon höher liegt als zu dem Zeitpunkt, als man Anfang 2020 noch nichts von Corona ahnte und unterstellte, dass der 2019er-Gewinn 2020 noch überboten wird? Schließlich kauft man nur, wenn man auch mit zeitnah höheren Kursen rechnen darf.

Wer besonnen investiert, wird vorsichtig, wenn zu viele fest davon ausgehen, dass alles optimal laufen wird. Dass diese wundersame Hause weitergeht, ist möglich, aber keineswegs sicher. Daher ließe sich die Aktie nach dem bullischen Signal eines überbotenen Rekordhochs zwar halten. Aber es wäre angebracht, solche Long-Positionen mit einem Stoppkurs abzusichern, der knapp unter der aus den Zwischenhochs der letzten Monate inklusive des alten Rekords des Jahres 2020 zusammengesetzten Unterstützungszone 59,20/61,55 Euro angesiedelt ist.

Chart vom 08.10.2021, Kurs 64,30 Euro, Kürzel EVD | Online Broker LYNX

Anfang November machte die Aktie des Eventveranstalters und Ticketdienstleisters CTS Eventim einen Riesensatz nach oben. Man dachte, das Thema Corona wäre bald überstanden und CTS würde schnell wieder an die alten Gewinne anknüpfen. Aber man lag falsch.

Trotzdem wurde und wird diese Aktie, anders als andere „Corona-Opfer“ wie z.B. die Lufthansa, verbissen nahe ihres Anfang 2020 bei 61,55 Euro erreichten Rekordhochs gehalten. Das ist äußerst ambitioniert, denn die ausgefallenen Umsätze und Gewinne wollen erst einmal kompensiert werden, hinzu kommt, dass 2020 ausgefallene Veranstaltungen bereits Einnahmen generiert haben, die jetzt als Gutscheine gelten. Selbst wenn sich die Hoffnung erfüllt hätte, dass im Sommer 2021 das Thema Corona vorbei wäre, die die CTS Eventim-Aktie Anfang November 2020 so senkrecht nach oben beförderte: Vor 2022 wäre eine Rückkehr zur Normalität in Sachen Umsatz und Gewinn nicht drin gewesen.

Aber Sie sehen es im Chart: Die Käufer ließen nicht locker, kauften jede Korrektur zügig wieder auf und hielten die Aktie in Reichweite dieses bisherigen Hochs, in der Erwartung, dass ein Neustart der Veranstaltungen den Kurs auf neue Rekorde katapultieren würde. Hoffnungen halten sich bisweilen lange, doch jetzt könnte die Sache langsam kippen. Nicht zuletzt wegen der Sorge, dass die Probleme der Branche selbst 2022 noch groß sein könnten.

Expertenmeinung: Die relativ niedrige Impfquote einerseits und die Intensität, mit der die Infektionszahlen schon jetzt wieder steigen, machen deutlich, dass Großveranstaltungen, für CTS Eventim ein entscheidender Umsatzbringer, nur mit deutlich weniger Menschen durchführbar sind. Und so manche Top-Band könnte große Touren angesichts der Erwartung, nur halb so viele Tickets verkaufen zu können, erneut verschieben. Das ist keineswegs sicher, schließlich liegen die meisten Termine für verschobene Welttourneen jetzt erst im ersten Halbjahr 2022, bis dahin kann sich noch viel bessern. Aber man sieht schon am Chartbild, dass die „Delta-Variante“ an der vorher unerschütterlich wirkenden Zuversicht der Bullen nagt.

Morgen steht die Bilanz des zweiten Quartals auf dem Terminkalender. Natürlich werden die Ergebnisse fatal ausfallen, wo sollte ein nennenswerter Umsatz auch herkommen. Und es wäre überraschend, wenn die mittlerweile sukzessiv zurückgenommenen Erwartungen der Analysten nennenswert übertroffen werden und für 2021 ein Gewinn in Aussicht gestellt würde. Aber trotzdem wird diese Bilanz letztlich darüber entscheiden, ob die Anleger nun doch noch das Weite suchen oder nicht. Es wird darauf ankommen, wie CTS Eventim selbst die Perspektive für den Rest des Jahres, vor allem aber für 2022 sieht.

Es gibt zwei charttechnische Schlüsselzonen, die halten müssen, um auf Sicht doch noch zu erreichen, worauf so viele immer noch setzen, nämlich den Ausbruch auf neue Hochs. Das ist zum einen der bereits im Feuer stehende Bereich 52,50 zu 54,00 Euro in Form der Januar-Aufwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie. Sollte diese Zone heute oder als Reaktion auf den von CTS Eventim morgen zu erwartenden Ausblick brechen, wäre die untere Begrenzung des im März 2020 etablierten Aufwärtstrendkanals bei derzeit 47 Euro eine Art letzte Chance für die Bullen. Man darf gespannt sein, ob es CTS Eventim gelingt, die Hoffnung wiederzubeleben!

CTS Eventim-Aktie: Chart vom 20.08.2021, Kurs 53,44 Euro, Kürzel EVD | Online Broker LYNX

Wenn eine Aktie am Vormittag zeitweise über sieben Prozent im Minus notiert, dann aber den Tag anderthalb Prozent im Plus beendet, muss etwas Ungewöhnliches passiert sein. Und das war bei der CTS Eventim-Aktie in der Tat der Fall. Was war da los?

Der Event-Veranstalter und Ticket-Verkäufer CTS Eventim hatte am Morgen die Bilanz des ersten Quartals vorgelegt. Und die war wie erwartet katastrophal, denn natürlich hatte das Unternehmen in den ersten drei Monaten 2021 kaum eine Einnahmequelle. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um brutale 89,4 Prozent zurück, obwohl bereits im März 2020 fast alle Veranstaltungen flachgefallen waren. Statt eines damals noch erreichten Gewinns auf EBITDA-Basis (13,5 Millionen) stand jetzt ein Verlust von 19,6 Millionen Euro zu Buche.

Das war es, was die Aktie anfänglich um in der Spitze über 7,1 Prozent in die Knie zwang – obwohl man damit ja eigentlich hätte rechnen müssen. Waren es diejenigen, die diese Aktie schon seit ihrem Crash im Februar und März wieder eingesammelt hatten, die daraufhin einstiegen und das Minus in ein Plus verwandelten?

Chart vom 20.05.2021, Kurs 55,02 Euro, Kürzel EVD | Online Broker LYNX

Expertenmeinung: Zweifellos. Und das Kaufen wurde ihnen noch leichter gemacht, als die Analysten der Commerzbank reagierten und das Kursziel zur Mittagszeit drastisch von 50 auf 64 Euro anhoben – das ist das derzeit mit Abstand höchste Kursziel, das Analysten für diese Aktie ausloben, die anderen Targets bewegen sich zwischen 30 und 58 Euro. Und es ist ein erstaunliches Kursziel, denn:

Diejenigen, die die Aktie seit vergangenem Frühjahr stur einsammeln, setzen darauf, dass diese Situation nur vorübergehend sein wird, was man ja auch nicht bezweifeln kann. Aber die Frage ist, wie lange „vorübergehend“ sein darf und welches Kursniveau erreichbar wäre, bevor andere Marktteilnehmer ihre CTS-Aktien verkaufen oder gar aktiv Short gehen.

Wenn wir uns das Chartbild ansehen, stellen wir fest, dass die CTS Eventim-Aktie schon im März sehr nahe an den Level herangelaufen war, den sie vor dem Corona-Crash erreicht hatte. Der Kurs preist also längst ein, dass alles wieder normal ist. Und man sollte nicht übersehen, dass dieses alte Hoch von 61,55 Euro, das die Aktie im Januar 2020 erreicht hatte, das Allzeithoch ist. Ein Kursziel von 64 Euro würde damit implizieren, dass CTS Eventim in den nächsten zumindest zwei Jahren die Rekordgewinne, die 2019 erreicht wurden, überbieten wird. Damit rechnen die meisten Analysten aber nicht, viele sehen das erst 2024.

Grundsätzlich hätte die Aktie aus charttechnischer Sicht Spielraum, das bisherige Rekordhoch von 61,55 Euro anzusteuern, denn das wird in Kürze die obere Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals kreuzen. Aber solange völlig offenbleibt, wie schnell und stark die Wiederbelebung des Veranstaltungs-Marktes vonstattengehen wird, wäre da Vorsicht angebracht: Wer hier Long ist, sollte zur Sicherheit immer auch nach unten sehen. Sollte CTS Eventim das gestrige Tages-Verlaufstief von 50,34 Euro doch noch unterbieten, wäre ein Test der unteren Begrenzung dieses Trendkanals, derzeit bei 43 Euro, allemal denkbar; ein Stop Loss knapp unter dem gestrigen Tief wäre daher allemal eine Überlegung wert.

CTS Eventim gehörte zu den Unternehmen, die von der Corona-Krise am härtesten getroffen wurden. Doch die Aktie lief einfach wieder nach oben. Das scheint sich jetzt zu rächen – der Kurs kippt.

Da staunte der Fachmann und der Laie wunderte sich. Der Event-Organisator und Ticket-Vermarkter CTS Eventim fuhr über Jahre auf der Erfolgsspur, doch Corona sorgte hier für eine brutale Zäsur. Heute stehen die Ergebnisse des vierten Quartals an, dabei wohl auch die Ergebnisse des Gesamtjahres und ein Ausblick auf 2021. Niemand kann damit rechnen, dass der rosig ausfallen wird. Und das war in den vergangenen Wochen nicht anders.

Trotzdem stieg die Aktie bis Anfang März einfach wieder dorthin zurück, von wo aus die Aktie im Februar 2020 massiv einbrach. Die Hoffnung mag die Kurse weit treiben. Aber wenn eine Aktie bereits wieder das Vorkrisenniveau erreicht, obgleich die Analystenschätzungen selbst vor der Erkenntnis, dass das mit der Normalität auf Monate hinaus nichts wird, zurückhaltend waren, wird es für die Bullen brenzlig. Und für die Bären interessant.

Expertenmeinung: Man wird sehen, was heute auf den Tisch kommt, aber bislang rechnen die Analysten damit, dass der Umsatz 2020 um 75 Prozent eingebrochen ist und sich 2021 wieder auf die Hälfte des 2019er-Niveaus erholt. Aber die meisten dieser Schätzungen stammen aus den Wochen vor der Erkenntnis, dass aus dem Lockdown ein Dauer-Lockdown würde. Und auch da sahen die Analysten eine Rückkehr zu den Rekordgewinnen des Jahres 2019 nicht vor 2023. Das mittlere Kursziel der Experten liegt bei 47 Euro … und das ist schon ein Bonus auf eine baldige Erholung. Die Anleger kauften trotzdem weiter.

Chart vom 22.03.2021, Kurs 52,30 Euro, Kürzel EVD | Online Broker LYNX

Waren es einige Zukäufe, die CTS Eventim zuletzt vornahm, um nach der Krise gestärkt durchzustarten? War es der Gedanke, eine andere, große Ticketagentur könnte die Lage ausnutzen, um CTS Eventim zu übernehmen, was die Anleger antrieb? Man weiß es nicht. Aber man sieht im Chart, dass der Moment näher rückt, an dem der Kurs auf den harten Boden der Tatsachen zurückkehrt.

Auch, weil das Unternehmen selbst Tacheles redet. Erst am 10.3. meldete CTS Eventim, dass viele große Festivals wie Rock am Ring 2021 ausfallen werden. Am Freitag erklärte der Vorstandschef des Unternehmens, dass man den Konzertsommer, auf den viele lange gehofft hatten, wohl abschreiben müsse. Open Air-Veranstaltungen würden wenn, dann nur sehr vereinzelt möglich sein, Hallen-Events sieht er nicht vor dem vierten Quartal.

Erst jetzt beginnt der Kurs zu wanken. Die obere Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals wurde im Februar und März erneut angegangen, aber die Aktie schaffte es nicht, sich über den Kreuzwiderstand, der sich aus dieser Linie und den „Prä Corona“-Hochs ergibt, zu überwinden. Jetzt beginnen die ersten, sich zu verabschieden. Die kurzfristige Trendlinie ist mit dem gestrigen Minus von 3,15 Prozent gefallen, die nächsten Kursziele wären der von der 200-Tage-Linie verstärkte Supportbereich 44,10/45,12 Euro, darunter käme dann die untere Begrenzung des Trendkanals bei 41 Euro. Die Rückkehr in diese Regionen muss nicht sofort und in einem Rutsch passieren. Aber klar ist: Nach unten dürfte jetzt deutlich mehr Luft sein als nach oben.