CTS Eventim Aktie Prognose CTS Eventim: Diese Aktie ist ein „Biest“

News: Aktuelle Analyse der CTS Eventim Aktie

von |
In diesem Artikel

CTS Eventim
ISIN: DE0005470306
|
Ticker: EVD --- %

---
EUR
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zur CTS Eventim Aktie
Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

Die Aktie des Event-Veranstalters und Ticket-Vermarkters CTS Eventim ist im kurzfristigen Trading kaum zu greifen. Im längerfristigen Chartbild sieht das schon besser aus. Aber auch da bleibt eine Frage offen: Welche Rolle spielt hier die fundamentale Perspektive?

Sich den CTS Eventim-Chart auf Tagesbasis anzusehen, sollte man sich vielleicht gleich von vornherein sparen, denn da wirkt der Kursverlauf völlig unstrukturiert. Was daran liegt, dass er das eben auch ist. Die Aktie ist einerseits bei Anlegern beliebt, andererseits aber recht markteng, da kommen dann schon mal „wirre“ Chartbilder zustande. Aber wenn wir uns hier den Chart auf Wochenbasis anschauen, wird das Bild schon klarer:

Nach dem „Corona-Crash“ hat sich ein Aufwärtstrendkanal etabliert, dessen untere Begrenzung im März getestet wurde und auf Wochenschlusskursbasis zunächst hielt, die dann aber in diesem Monat doch noch fiel. Doch mit dem Verlassen des Aufwärtstrendkanals ist der Weg nach unten noch nicht frei, denn die im Verlauf des Aufwärtstrends entstandenen Zwischentiefs bilden bis hinunter auf 44,10 Euro eine ganze Phalanx an potenziellen Wendemarken. Damit schwebt der Kurs jetzt zwischen Baum und Borke. Natürlich fordert das eine Trendentscheidung ein. Die Frage ist: In welche Richtung erfolgt der Ausbruch?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur CTS Eventim Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Dass in dieser Aktie schon so lange keine saubere Trendstruktur entsteht, die Bewegungen auch innerhalb des Aufwärtstrendkanals von einem stetigen Auf und Ab gekennzeichnet waren, die kurzfristigen Tradern graue Haare wachsen ließen, ist dabei gar nicht mal überraschend, denn in Bezug auf das Umsatz- und Gewinnpotenzial von CTS Eventim trifft jedes „einerseits“ auf ein „andererseits“. Weil?

Richtig ist, dass CTS Eventim 2020 und großenteils auch noch 2021 durch ein tiefes Tal der Tränen ging, immerhin fiel der Umsatz in den Lockdown-Phasen gegen null, zudem waren Events wegen der Unsicherheit darüber, wer wann wie lange keine größeren Veranstaltungen abhalten darf, kaum auf die Beine zu stellen. Das ist jetzt anders … und genau darauf haben diejenigen gesetzt, die bis zum vergangenen Herbst immer wieder gekauft und die Aktie sogar auf ein neues Hoch getragen haben. Zumal CTS Eventim die unfreiwillige Pause nutzte, um sich durch Zukäufe geschickt breiter aufzustellen. Aber es gibt eben auch ein „andererseits“:

Durch den massiven Inflationsdruck, der Verbraucher wie Veranstalter gleichermaßen und CTS Eventim somit doppelt trifft, ist es fraglich, ob es zu diesem erwarteten, massiven Aufschwung bei den großen Events und Konzerten kommen wird. Die Maske ist zwar weg, aber das locker in der Tasche sitzende Geld eben auch. Es ist daher gut möglich, dass die optimistischen Gewinnschätzungen für 2022 und 2023 so nicht Realität werden. Aber …

… ist die Aktie dann angesichts eines weniger starken Aufschwungs nach der bisherigen Korrektur schon wieder günstig oder immer noch zu teuer? Da man nicht absehen kann, wie sich Umsatz und Gewinn in diesem unsicheren Umfeld darstellen, kann es für Trader nur eines geben: Zurück zur Charttechnik und konsequent dort bleiben. Denn wenn die „Fundamentals“ grundsätzlich zwar entscheidend, andererseits aber völlig unvorhersehbar sind, ist die Charttechnik der einzig gangbare Weg, mit dieser Aktie umzugehen. Was hieße: Bevor man CTS Eventim angeht, sollte eine Trendentscheidung gefallen sein. Entweder, indem die Aktie mit Schlusskursen über 63 Euro wieder in den alten Aufwärtstrend zurückfindet oder aber, indem sie diese Supportzone zwischen 41 und 51 Euro klar durchbricht, dann ließe sich in Ausbruchsrichtung etwas wagen!

CTS Eventim-Aktie: Chart vom 28.06.2022, Kurs 52,20 Euro, Kürzel EVD | Online Broker LYNX
Wollen Sie Online Trading als professionelles Erlebnis erfahren?

Eine Kostenlose Depotführung, günstige Preise, eine ausgezeichnete Handelsplattform und erstklassiger Service!

Wir tun alles für Ihren Erfolg und Ihre Zufriedenheit – so geht Online-Trading heute.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen

Alle Börsenblick-Artikel

Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen der CTS Eventim Aktie

Lassen Sie sich den Artikel vorlesen:

CTS Eventim legte am Dienstag Quartalszahlen vor, die auf den ersten Blick hervorragend waren. Trotzdem fiel die Aktie zeitweise um bis zu 9,5 Prozent. Am Ende bleiben davon jedoch nur noch -3,63 Prozent und die Erkenntnis, dass die Bullen eisern am Ball bleiben.

Der Eventveranstalter und Ticket-Vermarkter CTS Eventim hat coronabedingt zwei harte Jahre überstehen müssen. Was man, wenn man sich den Chart ansieht, nicht denken würde. Obwohl da noch kaum Veranstaltungen möglich waren, erreichte die Aktie im vergangenen Herbst bei 72,68 Euro ein neues Rekordhoch und läuft seit März 2020 in einem bereits zweimal verteidigten Aufwärtstrendkanal. Die zweite Verteidigung der unteren Begrenzung des Trendkanals gelang gestern.

Das Zahlenwerk wirkte stark, ist aber schwierig vergleichbar und einzuordnen. Der Umsatz lag in den ersten drei Monaten 2022 zwar mit 139,2 Millionen Euro meilenweit über den 19,6 Millionen des ersten Quartals 2021 … aber da fanden ja auch nahezu keine Veranstaltungen statt. Dementsprechend sind auch wieder ein operativer und ein Nettogewinn aufgelaufen. Aber wie wird sich das Jahr insgesamt darstellen, nachdem in Europa erst ab April die meisten Einschränkungen weggefallen sind?

Dazu teilte CTS Eventim mit, dass die Ticket-Verkäufe im April und Mai sogar über dem bisherigen Rekordlevel des Jahres 2019 lagen. Gut, aber eine Gesamtjahresprognose wagt man auch weiterhin nicht. Andererseits: CTS Eventim hatte die Pandemiephase genutzt, um sich von der operativen Ebene her zu verbreitern und zu verstärken, so gesehen würde eine Normalisierung der Event-Szene jetzt durchaus die Chance bieten, alte Gewinnrekorde zu überbieten. Warum aber dann die Gewinnmitnahmen?

 

Expertenmeinung: Denkbar wäre, dass da zu viele mehr erwartet und/oder auf eine Prognose für das Gesamtjahr gesetzt hatten und dieses Ausbleiben eines 2022er-Ausblicks als Warnsignal interpretiert hatten. Und immerhin wäre bei dieser Aktie für viele ja auch ein Gewinn mitzunehmen, denn CTS Eventim notierte vor der Vorlage der Bilanz über dem Level unmittelbar vor dem Corona-Crash und fast 150 Prozent über dem März-Tief 2020.

Aber dass es gelang, die Verluste so einzugrenzen, dass dieser mittelfristige Aufwärtstrendkanal nach einem Test Anfang März jetzt erneut hielt, macht deutlich: Die Käufer bleiben hier eisern dran. Ob sie da auf Sand bauen oder nicht, werden erst die kommenden Monate zeigen. Aber zumindest, solange die Aktie das gestrige Tagestief von 57,35 Euro nicht auf Wochen-Schlusskursbasis unterschreitet und damit dann doch noch aus diesem Trendkanal herausfallen würde, gäbe es hier auf der Short-Seite nichts zu verdienen.

CTS Eventim Aktie: Chart vom 24.05.2022, Kurs 61,10 Euro, Kürzel EVD | Online Broker LYNX

Die Aktie des Event-Veranstalters und Ticket-Vermarkters CTS Eventim bewegt sich nahe des Rekordhochs – das nicht vor der Corona-Krise, sondern im November erreicht wurde. Damit nimmt man weit mehr als die Rückkehr zur Prä-Corona-Zeit vorweg. Kann das gutgehen?

Die CTS-Eventim-Aktie war Anfang 2020 dramatisch eingebrochen. Kein Wunder, immerhin fiel der Umsatz durch die Lockdowns nahezu auf null und es war nicht abzusehen, ob das Unternehmen diese Phase überstehen würde. Doch schnell setzte man auf die Rückkehr zur Normalität. Als im November 2020 erste Impfstoffe zur Verfügung standen, erwarteten die Anleger, dass Konzerte, Messen und Veranstaltungen spätestens nach dem Frühjahr 2021 wieder stattfinden können und CTS Eventim dann durchstarten würde. Es kam anders.

Doch statt nach unten zu drehen, hielt sich der Kurs der Aktie eisern in Reichweite des vor dem Corona-Crash erreichten Rekordhochs von 61,55 Euro. Und obwohl im Herbst klar wurde, dass sich die Krise für die Event-Branche hinziehen würde, brach die Aktie im September nach oben aus und erreichte mit 72,68 Euro ein neues Hoch, das gut 18 Prozent über der alten Bestmarke lag. Und das angesichts einer 2021er-Gewinnerwartung bei mehr oder weniger null … wobei diese Null nur erreicht wird, weil man im Frühjahr die Corona-Hilfen für das Vorjahr erhalten hatte. 2022 soll jetzt die Normalität kommen, auf die man 2021 vergebens wartete. Aber käme es so, hätten die Anleger das ja längst vorweggenommen. Und nicht nur das.

Expertenmeinung: Denn selbst, wenn jetzt nichts mehr schiefgeht und die ausgefallenen Tourneen, die eigentlich im Januar und Februar hätten stattfinden sollen, schnell kompensiert werden, gibt es zwei Aspekte, die die Luft nach oben sehr dünn erscheinen lassen … und den Spielraum nach unten groß.

Zwar hat CTS Eventim die Zwangspause genutzt, um strategische Zukäufe vorzunehmen, was sich in den kommenden Jahren bezahlt machen wird. Aber Gewinne, die die Rekordgewinne des Jahres 2019 übersteigen, erwarten die Analysten erst 2023. Und das wäre auch nur realistisch, wenn absolut nichts mehr schiefgeht. Und erst, wenn die 2023er-Gewinnschätzungen erfüllt würden UND sich der Kurs bis dahin zwei Jahre lang nicht weiter nach oben bewegen würde, wäre die Bewertung der Aktie nicht mehr „irrational hoch“, sondern nur noch „hoch“. Und das ist nur ein Risikoaspekt von zweien.

Denn ab jetzt können diejenigen, die im Frühjahr 2020 Gutscheine als Ausgleich für bereits bezahlte Veranstaltungstickets bekamen, die durch den Lockdown nicht genutzt werden könnten, die Rückzahlung in bar einfordern. Und es handelt sich nach Aussage von CTS Eventim alleine bei diesem Unternehmen um eine „kleine siebenstellige Zahl“ an Tickets …was hieße, es geht um einen zweistelligen Millionenbetrag, der, wenn die Kunden das Geld großenteils einfordern würden, die Perspektive erst einmal eintrüben würde.

Seit der Korrektur im November, bei der dieser Aspekt ebenso wie die Sorge vor einer noch längeren Ausdehnung des Corona-Problems federführend war, wird CTS Eventim schon wieder unverdrossen eingesammelt. Angesichts der Damoklesschwerter und der ungewöhnlich weit in die Zukunft reichenden Vorwegnahme einer Normalisierung der Lage wäre man, sofern man mit von der Partie ist, gut beraten, mit konsequenten Stoppkursen zu agieren und sich den Neueinstieg auf diesem Niveau besser zweimal zu überlegen.

CTS Eventim-Aktie: Chart vom 11.01.2022, Kurs 67,18 Euro, Kürzel EVD | Online Broker LYNX

Diese Meldung, die am Wochenende kam, hat es in sich: Konzert- und Reiseveranstalter könnten kommenden Monat Probleme bekommen, weil dann 2020 ausgestellte Gutscheine ausgezahlt werden können. CTS Eventim könnte das hart treffen.

Vielen dürfte das schon gar nicht mehr in Erinnerung sein: Als Anfang 2020 Konzerte und andere Veranstaltungen massenweise wegen der Corona-Situation ausfielen, wurde geregelt, dass die Veranstalter das Geld für die bereits verkauften Eintrittskarten als Gutscheine erstatten dürfen, um zu verhindern, dass diese Situation die Branche schlagartig in die Pleite treibt. Doch die wenigsten Gutscheine konnten bislang eingelöst werden. Und ab Januar hätten die Gutschein-Inhaber das Recht, sich diese auszahlen zu lassen.

Laut dem „Tagesspiegel“ gibt es keine Angaben darüber, wie groß die Summe insgesamt ist, die da offen wäre. Aber der Ticket-Vermarkter und Kontert-Veranstalter CTS Eventim äußerte sich gegenüber dem „Tagesspiegel“ dahingehend, dass es sich beim Unternehmen um eine kleine siebenstellige Zahl handele … also um mindestens eine Million Gutscheine.

Natürlich dürften sich die Gutschein-Inhaber nicht alle und auch nicht sofort dafür entscheiden, die Gutscheine auszulösen. Aber wie viele das tun und wann, ist für CTS Eventim natürlich nicht vorhersehbar und somit ein Damoklesschwert. Denn die staatlichen Corona-Hilfen sind längst vereinnahmt, weitere Hilfen sind bislang nicht beschlossen … und selbst wenn das Thema Corona relativ bald großenteils vom Tisch wäre: Im Augenblick müssen die meisten Veranstaltungen wieder abgesagt werden, womit vor zwei, drei Monaten noch so gut wie niemand gerechnet hat. Und jetzt kommt auch noch dieses Problem obendrauf!

Expertenmeinung: Eine weder auf der Zeitachse noch vom Volumen her eingrenzbare finanzielle Belastung in einem Umfeld, das zumindest vorerst noch die Einnahmeseite blockiert, das ist schon ein GAU. Die unerwartet schnell und weit steigende Zahl an Corona-Neuinfektionen in Deutschland nebst den zu erwartenden Gegenmaßnahmen hatte die zuvor unaufhaltsam wirkende Hoffnungs-Rallye der CTS Eventim-Aktie bereits Anfang November gestoppt. Die Meldung über die Omikron-Variante führte dann dazu, dass am 26. November die Unterstützungszone 59,20/60,86 Euro fiel. Mittlerweile ringt der Kurs mit der im Chart dick schwarz hervorgehobenen 200-Tage-Linie bei knapp 58 Euro und nähert sich einer im Januar etablierten, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie. Fällt sie angesichts dieses Gutschein-Problems auch noch?

Wundern würde es nicht, sicher ist es aber keineswegs, denn immerhin hatten es die Käufer seit der abrupten Aufwärtswende im März 2020 fertiggebracht, alle eigentlich klar auf dem Tisch liegenden Risiken, die über dem Unternehmen schwebten und weiter schweben, zu Gunsten einer nach Corona immens positiven Perspektive zu ignorieren. Wer hier auf der Short-Seite agiert, sollte das daher äußerst vorsichtig tun. Allerdings gäbe es zu Short auf der Trading-Ebene momentan keine Alternative. Long-Trades wären erst dann eine Überlegung wert (zumindest für rein charttechnisch agierende Trader), wenn CTS Eventim nicht nur die 200-Tage-Linie, sondern zudem diese jetzt als Widerstand fungierende Zone 59,20/60,86 Euro zurückerobert. Und angesichts dieser jüngsten Meldung zum Thema Gutscheine wäre es verwegen, einfach vorauszusetzen, dass den Bullen das gelingt!

CTS Eventim-Aktie: Chart vom 06.12.2021, Kurs 58,06 Euro, Kürzel EVD | Online Broker LYNX

Obwohl die Einnahmen von CTS Eventim weiterhin meilenweit unter denen vor der Corona-Krise liegen, hatte die Aktie Anfang letzter Woche ein neues Rekordhoch erreicht. Die Anleger setzen auf eine fulminante Saison 2022. Doch jetzt werden die ersten nervös. Zu Recht?

Ob jetzt Weihnachtsmärkte doch noch abgesagt werden oder nicht, ist weniger das Problem des Event-Veranstalters und Ticket-Vermarkters CTS Eventim … aber sollte sich die Corona-Lage in Europa weiter verschärfen, könnten die Forderungen, Großveranstaltungen abzusagen oder einzuschränken, auch Messen und die geplanten Starts der Tourneen großer Bands erreichen, die ab Anfang 2022 geplant sind. Und das wäre für CTS Eventim natürlich in Schlag ins Kontor, denn Künstler und Veranstalter hatten sicher darauf gesetzt, dass dieses Problem sich ab Anfang 2022 erledigt haben wird, der Verkauf von Tickets zu vielen großen Veranstaltungen hat längst begonnen.

Zuletzt hatte CTS Eventim Ende August Ergebnisse geliefert, die deutlich machen, wie dramatisch sich die Lage bislang darstellt. Der Umsatz lag im ersten Halbjahr 2021 bei 65,3 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2019, in einem normalen Umfeld also, hatte dieser noch 696,6 Millionen erreicht! Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen war zwar positiv, aber dass da 76,97 Millionen herauskamen, lag nur an der in dieser Zeit ausgezahlten Corona-Hilfe der Regierung in Höhe von 102 Millionen Euro. Kurz: Bislang lebt das Unternehmen von der Hand in den Mund und die Anleger von der Hoffnung auf die Wende.

Expertenmeinung: Aber was, wenn die sich erneut hinzieht? Eigentlich hatten viele ja darauf gesetzt, dass sich die Lage bereits nach dem Sommer normalisieren würde … und lagen daneben. Richtig ist zwar, dass CTS Eventim diese Phase genutzt hat, um sich durch Zukäufe strategisch klug zu vergrößern. Aber wenn diese Maßnahmen länger als gedacht noch kein Geld einbringen, wie geduldig werden die Anleger mit der Aktie sein, auf einem Level, das weiterhin höher liegt als vor dem Corona-Crash Anfang 2020?

Am Freitag sah man jetzt erste Verkäufe, aber noch ist das nicht mehr als ein Warnsignal. Zwar fiel der CTS Eventim-Kurs dadurch wieder in den zuvor gerade erst nach oben verlassenen, mittelfristigen Aufwärtstrendkanal zurück, so dass in unserem hier auf Wochenbasis gezeigten Chartbild ein gescheiterter Ausbruchsversuch aus dem Trendkanal bei zugleich überkauften markttechnischen Indikatoren entstanden ist. Aber das wäre bislang nur ein Argument, um bestehende, aggressivere Long-Trades zu reduzieren oder glattzustellen. Bärisch ist die Aktie, trotz dieses über der Umsatz- und Gewinnperspektive hängenden Damoklesschwerts, noch nicht.

Ein Fall für die Bären würde CTS Eventim erst, wenn der Kurs die markante Unterstützungszone 59,20 zu 61,55 Euro sowie die bei aktuell 57,50 Euro verlaufende 200-Tage-Linie durchbrochen hätte. Dann wäre der Weg bis an die untere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals bei derzeit 50,50 Euro frei. Dazu kann es zwar kommen. Aber wenn man sich überlegt, wie eisern die Zuversicht der Marktteilnehmer bislang durchgehalten wurde, sollte man mit vorschnellen Short-Trades besser vorsichtig sein!

CTS Eventim-Aktie: Chart vom 12.11.2021, Kurs 66,02 Euro, Kürzel EVD | Online Broker LYNX

Zum Start in den November machte die Aktie des Eventveranstalters und Ticket-Vermarkters CTS Eventim einen kräftigen Satz nach oben. Neue Nachrichten kamen nicht – aber charttechnisch war der Anstieg dringend nötig. Muss man ihn daher als „vorläufig“ ansehen?

Sie sehen es im Chart: Die CTS-Eventim-Aktie stand kurz davor, ein Doppeltopp zu vollenden. Der kräftige Rücksetzer Anfang vergangener Woche hatte den Kurs an ein im September bei 62,74 Euro ausgebildetes Zwischentief geführt. Mehrere Tage lang kam die Aktie von diesem Bereich nicht weg, aus Sicht der bullischen Trader musste etwas passieren. Denn nachdem zuvor der Ausbruchsversuch über das Anfang Oktober erreichte Hoch abverkauft wurde, wäre im Fall weiter abrutschender Notierungen ein Doppeltopp entstanden, das zwar wenig tiefer, in der Region zwischen 58,64 und 61,55 Euro, auf eine massive Supportzone getroffen wäre, die man womöglich noch intensiver verteidigt hätte. Aber dem bullischen Lager ist seine Achillesferse zweifellos völlig bewusst:

CTS Eventim lebt immer noch von der Hand in den Mund. Die Lage hat sich kaum verbessert, denn auch, wenn jetzt erste Veranstaltungen wieder laufen: Es sind – noch – relativ wenige und oft ist die Zahl der Teilnehmer begrenzt. Die großen Konzerte und Veranstaltungen starten erst ab Anfang 2022. Und ob die CTS Eventim noch im selben Jahr wieder an alte Stärke heranführen, ist zumindest offen, die Analysten sehen das nicht vor 2023. Hier ist also sehr viel positive Zukunft eingepreist – und das macht eine Aktie, die mittlerweile sogar über dem „Prä Corona“-Level von Anfang 2020 notiert, verwundbar. Ist da also nach oben wenig, nach unten aber viel Luft für den Kurs?

Expertenmeinung: Wenn man sich die Sache völlig emotionslos betrachtet, sicher schon. Aber diejenigen, die diese Aktie seit Frühjahr 2020 in Wellen immer höher und zuletzt auf das Rekordhoch von 67,72 Euro getragen haben, handeln emotional und nicht emotionslos. Mit „müsste eigentlich“ kommt man da also nicht weit, zumal die Argumente der Bullen durchaus etwas für sich haben, denn:

Die erwarten, dass CTS Eventim deutlich stärker aus dieser Phase zusammengebrochener Einnahmen hervorgehen wird, weil man die Situation genutzt hat, um sich strategisch klug durch Zukäufe zu verstärken. Solange CTS Eventim selbst nicht im Zuge der nächsten Quartalsbilanz, die am 18. November erwartet wird, durch seinen Ausblick Wasser in den Wein gießt, kann diese Phantasie die Aktie auch noch höher tragen. Es sei denn …

… dass zu viele Trader diesen Kursschub des Montags als das wahrnehmen, was er auch war: eine Rettungsaktion, um die Vollendung des Doppeltopps zu verhindern. Sehen aber genug Akteure diese Käufe als Basis für einen Anlauf auf neue Hochs, können sie genau das auch werden, dann kann die CTS Eventim-Aktie über das bisherige Hoch von 67,72 Euro laufen. Aber wenn nicht, wird der Bereich um 62/63 Euro, aus dem die Käufer den Kurs jetzt „weggefischt“ haben, erst Recht zur Gefahrenzone. Richtig ungemütlich würde es aus charttechnischer Sicht zwar erst im Fall eines Bruchs der 200-Tage-Linie, die derzeit bei 56,60 Euro verläuft. Aber wer hier kurzfristig und ggf. mit Hebel Long agiert, sollte vielleicht besser schon bei Schlusskursen unter 62 Euro überlegen, diese Positionen zu reduzieren oder sogar glattzustellen.

Chart vom 01.11.2021, Kurs 66,36 Euro, Kürzel EVD | Online Broker LYNX