AIXTRON Aktie Prognose Aixtron: Wird es langsam Zeit, um Gewinne mitzunehmen?

News: Aktuelle Analyse der AIXTRON Aktie

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Zur AIXTRON Aktie

Chips sind immer noch knapp, die Hersteller versuchen, ihre Produktion auszubauen und zu optimieren … und Aixtron profitiert als Hersteller von Halbleiter-Produktionsanlagen von dieser Situation. Aber wer weiter denkt, fragt sich: Wie lange geht das so weiter?

Die Aixtron-Aktie notiert derzeit nahe am 11-Jahres-Hoch des Jahres 2021. 26,60 Euro hatte der Kurs da, im August 2021, erreicht. Dann jedoch kam die Korrektur: Die Aktie verlor massiv, sackte in der Spitze über 40 Prozent ab, bevor Ende Februar wieder Käufe einsetzten.

Im April hatten sich die Käufer dann daran versucht, dieses 2021er-Hoch als Widerstand herauszunehmen, aber bei 26,23 Euro war Schluss, die Aktie konsolidierte erst einmal gut zwei Wochen lang. Vergangene Woche aber wurde der nächste Anlauf gestartet. Der Aixtron-Kurs schaffte es am Freitag bis 26,17 Euro, dann kamen jedoch leichte Gewinnmitnahmen. Die Frage, die jetzt im Raum steht, liegt auf der Hand: Werden aus kleinen Gewinnmitnahmen umgehend große … oder geht die Aktie im zweiten Anlauf doch nach oben hinaus?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur AIXTRON Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Wollte man das sicher vorhersagen können, müsste man in die Köpfe der Trader hineinsehen können. Denn ob jetzt mehr Käufer als Verkäufer antreten oder umgekehrt, basiert alleine auf der subjektiven Beurteilung der Perspektive. Die Lage ist zwar derzeit hervorragend, Aixtron ist gut mit Aufträgen versorgt und die Gewinnmarge vor Steuern und Zinsen liegt mit für 2022 avisierten 21 bis 23 Prozent sehr hoch. Aber es ist nicht die aktuelle Lage, auf die es ankommt, sondern die Zukunft.

Man weiß natürlich, dass der Chipmangel nicht für die Ewigkeit ist. Man weiß ebenso, dass der Ausbau der Produktionskapazität irgendwann vollzogen ist. Und man ahnt mehrheitlich auch, dass die weltweite Rezessionsgefahr dazu führen kann, dass die Halbleiterindustrie auf einmal nicht zu wenig, sondern viel zu viel Produktionskapazität hat. Und dann wäre man mit Produktionsanlagen, wie sie Aixtron liefert, reichlich und auf einige Jahre hinaus versorgt. Irgendwann ist also damit zu rechnen, dass bei Aixtron die Aufträge zurückgehen und bald darauf eben auch Umsatz und Gewinn zurückkommen. Womöglich sogar drastisch. Aber:

Wann das der Fall sein wird, weiß man eben nicht. Wer hier einsteigt, setzt darauf, dass das wenn, dann vielleicht 2023, womöglich erst 2024 passiert, Aixtron bis dahin weiter beeindruckend starke Bilanzen liefert und die Aktie weiter zulegt. Wer aussteigt oder sogar Short geht, rechnet damit, dass genau das früher passiert und daher kaum noch Luft nach oben ist bzw. die Aktie am bisherigen Jahreshoch von 26,23 bzw. dem 2021er-Hoch bei 26,60 Euro abdrehen wird. Was tun?

Wenn man nicht weiß, wie viele Anleger in den kommenden Tagen und Wochen im Lager der Optimisten bzw. Pessimisten sein und daraufhin auch aktiv handeln werden, ist die Charttechnik eine weit bessere Lösung als der Blick in die Glaskugel. Da springt die im April etablierte Aufwärtstrendlinie ins Auge, die derzeit bei 23,80 Euro verläuft und damit auf gleicher Höhe wie das Vorwochen-Verlaufstief (23,84 Euro) läge. Diese Linie muss halten, wenn die Bullen ihr Ziel, die Aktie nach oben hinaus zu bekommen, erreichen wollen. Fällt sie, wäre es sicherlich einen Gedanken wert, zumindest bei einem Teil einer bestehenden Long-Position den Gewinn mitzunehmen!

Aixtron-Aktie: Chart vom 20.05.2022, Kurs 25,43 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der AIXTRON Aktie

Die Aktie des Anlagenbauers Aixtron hatte vor einer Woche einen Riesensatz nach oben gemacht, traf aber knapp unterhalb des 2021er-Hochs auf Verkäufe. Das war ein Warnsignal. Gestern kamen Quartalszahlen – und die Reaktion darauf produzierte das zweite Warnsignal.

Das las sich alles tadellos, was der für die Halbleiterindustrie produzierende Anlagenbauer Aixtron da vorlegte. Der Umsatz war gegenüber dem Vorjahresquartal von 49,5 auf 88,6 Millionen Euro gestiegen. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag bei 14,2 Millionen Euro nach -0,7 Millionen ein Jahr zuvor, der Nettogewinn stieg von 3,8 auf 13,8 Millionen Euro.

Daraufhin wurde der bisherige Ausblick auf das Gesamtjahr bestätigt: Der Umsatz soll zwischen 450 und 500 Millionen Euro liegen (2021: 429 Millionen), die EBIT-Gewinnmarge sieht man zwischen 21 und 23 Prozent nach 23,1 Prozent im Vorjahr. Was je nachdem zwar bedeuten kann, dass der Gewinn gegenüber 2021 nicht zulegt, aber immerhin. Und Aixtron ließ die Investoren zudem wissen, dass die meisten Zulieferer des Unternehmens aus Westeuropa kommen und die Liefersituation daher stabil sei. Also kein Materialmangel, das ist schon mal gut. Aber die Anleger „goutierten“ Zahlenwerk und Ausblick trotzdem nicht mit Käufen, die Aktie kassierte am Donnerstag ein Minus von 3,17 Prozent. Warum?

Expertenmeinung: Die wahrscheinlichste Erklärung ist eine Kombination aus dem Blick nach vorne und der Charttechnik. Dass es bei Aixtron derzeit perfekt läuft, ist angesichts des weltweiten, immensen Chipbedarfs nicht überraschend. Die Halbleiterindustrie versucht, ihre Produktionskapazität schnell hochzufahren. Und Aixtron baut Anlagen, die für die Chipproduktion wichtig sind. Aber was wird sein, wenn diese höheren Kapazitäten aufgebaut sind? Vor allem, wenn die Nachfrage dann sinkt? Würden die Neuaufträge für Aixtron dann nicht wegbrechen, die Gewinne in den Keller rauschen?

Es ist zu vermuten. Da das Auftragsbuch noch gut gefüllt ist, wird man das 2022 noch nicht zu spüren bekommen. Aber dafür könnten schon die gestiegenen Material- und Energiekosten negativ wirken. Dass Aixtron bislang kein Problem hat, die nötigen Materialien zu bekommen, ist zwar positiv. Aber deswegen sind die ja nicht davon ausgenommen, teurer zu werden.

Hinzu kam zweifellos, dass die Aktie den Kurssprung der vergangenen Woche, als man auf eine drastische Kursziel-Anhebung eines Analysten reagierte, nicht mit einem bullischen Signal krönen konnte, sondern im Gegenteil genau da abdrehte, wo es darauf angekommen wäre: Am Widerstand des 2021er-Hochs bei 26,60 Euro. Als dann heute erneut keine Käufe aufkamen und der potenziell positive Effekt der Bilanzvorlage dadurch verpuffte, stellten viele wohl zu Recht fest: Wenn das die Aktie nicht zu einem neuen Anlauf an den Widerstand bei 26,60 Euro bringt, wird ein solcher Anlauf wohl auch vorerst nicht kommen.

Daher sollte man jetzt aufpassen, denn dadurch testete die Aktie gestern bereits den kurzfristigen Leistrahl der Aufwärtsbewegung bei 22,20/22,65 Euro. Sollte Aixtron da durchrutschen, geht es sofort um die „Grenzzone“ im Bereich 19,85/20,35 Euro, die die obere und untere Hälfte der Handelsspanne seit Frühjahr 2021 trennt. Sollte Aixtron darunterfallen und damit in die untere Hälfte der Kursspanne absteigen, dürfte es knifflig werden, den Kurs wieder in den oberen Bereich zurück zu bringen.

Aixtron-Aktie: Chart vom 05.05.2022, Kurs 23,55 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX

Aixtron haussierte am Freitag um in der Spitze 13,75 Prozent, am Ende ging die Aktie mit +7,38 Prozent aus dem Handel. Man könnte denken, da wären herausragende Quartalszahlen gemeldet worden. Aber die Zahlen kommen erst am Donnerstag. Also, was war da los?

Aixtron baut Produktionsanlagen für die Halbleiterindustrie. Dass die Chipindustrie seit 2021 aufgrund der Chip-Knappheit so schnell wie möglich ihre Produktionskapazität hochzufahren versucht, spielt Aixtron natürlich in die Karten. Aber auch Aixtron wird markant gestiegene Produktionskosten spüren. Und auch Aixtron wird wohl nicht dauerhaft reißenden Lieferketten entkommen. Das hatte das Unternehmen auch in der Ende Februar vorgelegten 2022er-Prognose berücksichtigt. Auf Basis des Gewinns vor Steuern und Zinsen (EBIT) sieht Aixtron den 2022er-Gewinn zwischen -5 und +15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Hätte Aixtron diese Prognose am Freitag angehoben und/oder vorläufige Ergebnisse zum ersten Quartal geliefert, hätte man diesen Kurssprung nachvollziehen können. Aber da kam nichts. Wozu auch, wenn die Zahlen sowieso an diesem Donnerstag erwartet werden. Was aber kam, was eine Kursziel- und Einstufungs-Erhöhung durch einen Analysten.

Expertenmeinung: Bei der Us-Investmentbank Jefferies hoben man die Einschätzung für die Aixtron-Aktie von „Halten“ auf „Kaufen“ an und nahm das Kursziel von 18 auf 35 Euro nach oben. Also um fast 100 Prozent! Kein Wunder, dass einige sofort reagierten. Aber ob das auch weise war?

Diejenigen, die erfreut Gewinne mitnahmen, als die Aktie am Tageshoch fast an den Widerstand des 2021er-Jahreshochs bei 26,60 Euro anstieß, sahen das als Geschenk an, dass sie umgehend mitnahmen. Und wenige waren das nicht, immerhin verlor die Aktie bis zum Handelsende vom Tageshoch aus gesehen dann fast die Hälfte ihres Gewinns. Und ja, dieses Geschenk anzunehmen, ließe sich allemal begründen.

Erstens hatte Jefferies vorher mit 18 Euro das niedrigste aller Analysten-Kursziele, jetzt geht man gleich auf das höchste nach oben. Seltsam, denn sogar einen Tag, nachdem Aixtron seine 2022er-Prognose vorlegte, hob Jefferies das Kursziel gerade mal von 16 auf 18 Euro an. Das war am 25. Februar. Und an diesem Tag schloss die Aktie bei 19,40 Euro. Und erst am 17. Februar hatte Jefferies überhaupt die allererste Einstufung der Aktie vorgenommen. Irgendwie passt das nicht recht zusammen. Es sei denn, bei Jefferies wüsste man schon, was alle anderen nicht wissen, nämlich, dass Aixtron am Donnerstag derart grandiose Zahlen liefern und die Prognose so massiv anheben wird, dass die Aktie auf einmal doppelt so hoch notieren müsste als man sie bei Jefferies vor gut zwei Monaten sah. Ist das wahrscheinlich?

Völlig unmöglich ist es zwar nicht, wahrscheinlich ist es aber beileibe auch nicht. Und nachdem die Aktie jetzt ans obere Ende ihrer Handelsspanne gelaufen ist und damit „good news“ vorwegnahm, die keinesfalls kommen müssen, müsste man diesen Kurssprung in der Tat tendenziell als ein Geschenk sehen, dass man annehmen könnte. Zumal Aixtron dadurch markttechnisch überkauft ist und ein RSI-Indikator (den wir im Chart unten eingeblendet sehen), der wie jetzt die überkaufte Zone touchiert, in den letzten Jahren bei Aixtron eher eine Gelegenheit zum Ausstieg und keineswegs zum Einstieg war.

Aixtron-Aktie: Chart vom 29.04.2022, Kurs 24,75 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX

Explodierende Produktionskosten, Sanktionen, Materialknappheit: Der Maschinenbau hat ein hartes Jahr vor sich. Doch die Aktie des Anlagenbauers Aixtron hat gestern eine Trendwende nach oben bestätigt. Was steckt hinter dieser Stärke … und kann man diesem Braten trauen?

Aixtron ist ein Anlagenbauer, der die Halbleiterindustrie beliefert. Hier werden sogenannte Depositionsanlagen hergestellt, die zur Herstellung von Halbleiter-Bauelementen benötigt werden. Angesichts des sich hartnäckig haltenden, weltweiten Chipmangels sind die Chiphersteller bemüht, ihre Produktion zu erweitern und zu modernisieren, so dass sich Aixtron derzeit vor Aufträgen nicht retten kann.

2021 legte der Umsatz gegenüber 2020 um 59 Prozent zu, die Aufträge stiegen um 65 Prozent. Und da gab es kein „Corona-Loch“ auszugleichen, denn 2020 war der Umsatz gegenüber 2019 leicht gestiegen. Und mit 0,85 Euro Gewinn pro Aktie wurden da neue, positive Maßstäbe gesetzt, wobei die Bewertung mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis von aktuell um die 25 auf Basis dieser 2021 erreichten Gewinne in Ordnung ginge … wenn das Gewinnwachstum 2022 und in den Folgejahren weitergeht. Wird es das?

Expertenmeinung: Die „Headlines“ der 2021er-Bilanz, die um den Ausblick auf das laufende Jahr ergänzt wurde, suggeriert das: „Zweistelliges Wachstum für 2022“ war in der Pressemitteilung zu lesen. Das führte dazu, dass die Aixtron-Aktie am 24. Februar, dem Tag, an dem diese Meldung herauskam und zugleich dem Tag, an dem der Aktienmarkt insgesamt aufgrund des Angriffs auf die Ukraine wegbrach, am Handelsende deutlich zulegte und am Folgetag gleich noch einmal markant stieg. Und nach einem Rücksetzer in der ersten März-Hälfte ging es dann zuletzt an die wichtige Widerstandszone im Bereich 19,83 zu 20,25 Euro und in den vergangenen Tagen auch darüber. Auch da dürfte die Motivation in dieser Erwartung zweistelligen Wachstums liegen, das Aixtron Ende Februar kommunizierte. Aber es kann ja nie schaden, etwas genauer hinzusehen.

Aixtron avisiert für 2022 einen Umsatz zwischen 450 und 500 Millionen Euro nach 429 Millionen im Vorjahr. Das wäre also ein Plus zwischen 4,9 und 16,55 Prozent. Es kann also zweistellig ausfallen … muss es aber nicht. Und was die EBIT-Marge angeht, liegt die Prognose bei 21 – 23 Prozent nach 23,1 Prozent im Jahr 2021. Werden es 23 Prozent und der Umsatz kommt am oberen Ende der Spanne herein, würde der Gewinn um etwa 15 bis 16 Prozent stiegen – gut. Aber würde nur das untere Ende der Umsatzspanne sowie der Spanne für die EBIT-Marge erreicht, würde der Gewinn 2022 sogar nachgeben. Und Aixtron fügte hinzu: „Die Erwartungen für 2022 stehen unter dem Vorbehalt, dass globale Krisensituationen keine signifikanten Auswirkungen auf die Entwicklung des Geschäfts haben.“ Sich darauf verlassen, dass es seitens des 2022er-Gewinns optimal läuft, kann man also eher nicht.

Daher sollte man, was Long-Positionen angeht, Vorsicht walten lassen. Mit dem gestrigen Plus hat die Aixtron-Aktie den Ausbruch über die Widerstandszone 19,83/20,25 Euro bestätigt und zugleich die 200-Tage-Linie, die diese Zone derzeit verstärkt, deutlicher unter sich gelassen. Zugleich hat der Trendfolgeindikator MACD auf seiner Signallinie nach oben gedreht: Aus chart- und markttechnischer Sicht ist das Bild somit perfekt bullisch.

Aber in einem Umfeld wie diesem sollte man in jedem Fall einen Fallschirm bereithalten, indem man Long-Trades knapp unterhalb der jetzt bestätigten Ausbruchszone absichert, wofür sich als Orientierung aktuell die an diese Zone heranlaufende 20-Tage-Linie bei 19,52 Euro anbieten würde.

Aixtron-Aktie: Chart vom 04.04.2022, Kurs 21,11 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX

Der Anlagenbauer Aixtron legte am Donnerstag eine 2021er Bilanz vor, die herausragend war. Aber wichtiger war der Ausblick auf 2022. Fiel der wirklich so gut aus, um die Aktie deutlich ins Plus zu ziehen – oder war Aixtron gestern nur ein „single target“ in einem panischen Markt?

Der für die Chipindustrie produzierende Anlagenbauer Aixtron verdiente 2021 85 Cent pro Aktie nach 31 Cent im Jahr 2020. Das war deutlich mehr als die durchschnittliche Analystenprognose von 72 Cent. Und dann die Dividende! Die Experten hatten angesichts der Erwartung, dass es 2021 gut lief, mit einer Anhebung von 11 auf 17 Cent gerechnet. Aber in dem Maß, in dem es eben noch besser gelaufen ist, geht auch die Ausschüttung nach oben, auf beeindruckende 30 Cent pro Aktie.

Da die Aixtron-Aktie seit dem Spätsommer kräftig korrigiert hatte, würde es unter normalen Umständen nicht überraschen, dass der Kurs daraufhin ordentlich anzog. Zumal er, Sie sehen es im Chart, unmittelbar zuvor auf der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie um 15 Euro aufgesetzt hatte, die zusammen mit dem Oktober-Tief bei 14,82 Euro eine markante Unterstützung bildet. Aber in diesen Tagen sind die Umstände eben nicht normal, daher ist keineswegs sicher, dass dieses Plus des Donnerstags wirklich die Basis eines neuen, größeren Aufwärtsimpulses wird. Und das aus zwei Gründen:

Expertenmeinung: Der erste Grund findet sich im Ausblick auf 2022, denn wirklich umwerfend war der nicht. Aixtron rechnet zwar damit, dass der Umsatz zwischen 5 und 16 Prozent zulegen wird. Zugleich sieht man die EBIT-Gewinnmarge aber in einer Range zwischen 21 und 23 Prozent, nachdem 2021 23 Prozent erreicht wurden. Sollte die EBIT-Marge eher am unteren Ende bleiben und der Umsatzzuwachs ebenso, würde der Gewinn 2022 sogar nachgeben. Zudem wies Aixtron vernünftigerweise darauf hin, dass diese Projektion nur dann Bestand haben werde, wenn „globale Krisensituationen keine signifikanten Auswirkungen auf die Entwicklung des Geschäfts haben“. Was momentan wirklich nicht auszuschließen wäre.

Der zweite Grund findet sich im Marktumfeld des Donnerstags. Selbst die Mercedes-Benz-Aktie wurde, trotz der vorgelegten Bilanz, verkauft wie sauer Bier. An diesem Tag ließen sich die Kursgewinner in den größeren deutschen Indizes an einer Hand abzählen. Dass nervöse Investoren sich da auf eine Aktie konzentrierten, die an einem Tag voller übler Nachrichten Gutes zu berichten hatte und dadurch mehr Käufe bei Aixtron zusammenkamen, als das an einem ruhigen Handelstag der Fall gewesen wäre, ist zumindest nicht auszuschließen. Sie könnte also ein sogenanntes „single target“ geworden sein … was die Nachhaltigkeit des Kurssprungs in Frage stellt.

Daher sollte man, wenn man hier auf den Zug aufspringen wollte, unbedingt einen Stoppkurs knapp unter der vorgenannten Schlüssel-Supportzone 14,82/15,00 Euro einziehen. Denn noch wäre Aixtron ja nicht einmal klar bullisch. Einen charttechnischen Befreiungsschlag, der weiteren Spielraum nach oben eröffnen würde, sähen wir erst, wenn es gelungen ist, die durch die 200-Tage-Linie verstärkte Widerstandszone 19,70/20,50 Euro zu überwinden.

Aixtron-Aktie: Chart vom 24.02.2022, Kurs 17,50 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX

Vor gut drei Wochen vollendete die Aixtron-Aktie eine große Schulter-Kopf-Schulter-Trendwendeformation und ist seither in einem dynamischen Abwärtstrend unterwegs. Der hat den Kurs bereits um gut 35 Prozent gedrückt. Könnte man nicht langsam wieder einsteigen?

Oft bedeutet der alte Spruch, dass man an der Börse die Zukunft handelt, nur, dass die Mehrzahl der Anleger eine Zukunft vorwegnimmt, die ihnen bzw. ihrem Depotbestand ins Konzept passt. Und das heißt: Meist ist man optimistisch … und nicht selten zu optimistisch. Aber wenn Bedenken erst einmal Einzug halten, kann das Pendel auch in die Gegenrichtung ausschlagen. Das ist bei Aixtron der Fall – und der Grund, wieso diese Aktie auf einmal so schwach daherkommt.

Denn man blickt bei Aixtron jetzt über den Tellerrand hinaus und stellt sich zu Recht die Frage: Heute sind Umsatz- und Gewinnzuwachs noch herausragend, aber was wird im nächsten und im übernächsten Jahr sein? Aixtron stellt Anlagen für die Chipindustrie her. Die werden dem Anlagenbauer derzeit aus den Händen gerissen, weil die immense Nachfrage nach Chips dazu führt, dass viele Hersteller versuchen, ihre Produktionskapazität so schnell wie möglich auszubauen. Aber was heute oder morgen geliefert wird, steht eben in einem, in zwei, in fünf Jahren immer noch da. Wird Aixtron nach dieser Auftragsflut nicht über kurz oder lang in ein Auftragsloch fallen?

Expertenmeinung: Das ist zumindest eine realistische Möglichkeit. Und genau das handeln die Trader jetzt, indem sie hier den Gewinn mitnehmen und/oder Short gehen. Aixtron ist eine „Fahrstuhlaktie“, d.h. die Aktie eines Unternehmens in einer besonders konjunktursensiblen Branche. Dadurch steigen Umsatz und Gewinn oft rasend schnell, rutschen in einer Phase, in der das Wirtschaftswachstum nachlässt oder sogar ganz verschwindet, aber auch ebenso schnell und weit wieder ab. Die Frage ist: Übertreibt man da bereits?  

Genau diese Frage kann man noch nicht ansatzweise beantworten, denn aktuell lassen die Aufträge ja noch nicht einmal nach. Ob es zu einem Abwärtssog in der Geschäftsentwicklung kommt, wann das der Fall ist und wie heftig das ausfallen könnte, ist schlichtweg offen. Daher bewegt man sich hier, wenn man über den Einstieg nach dieser ja durchaus schon ansehnlichen Korrektur nachdenkt, auf unsicherem Terrain.

Wenn man nicht warten will, bis ein Rebreak über die Widerstandszone 19,70/20,35 Euro die Nackenlinie der Schulter-Kopf-Schulter und damit auch die Relevanz dieser Formation egalisiert, hätte man die Möglichkeit, einen Einstieg nahe der Zone 14,30/14,80 Euro zu versuchen, wo mittelfristige Aufwärtstrendlinie und Mai-Tief eine Kreuzunterstützung bilden. Aber spätestens, wenn diese Zone und nach ihr die Unterstützungszone 12,00/12,85 Euro brechen würde, wäre ein solcher Griff ins fallende Messer gescheitert und zu erwarten, dass der Fahrstuhl noch weiter, womöglich bis ganz in den Keller, fahren wird. Ein solcher „Einstieg auf Verdacht“ wäre daher nur etwas für risikofreudige Trader mit guten Nerven!

Chart vom 15.12.2021, Kurs 16,77 Euro, Kürzel AIXA | Online Broker LYNX