Auto1 Group Aktie Prognose Auto1 Group: Chance auf eine „Untertassen-Wende“?

News: Aktuelle Analyse der Auto1 Group Aktie

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Auto1 Group
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Zur Auto1 Group Aktie

Anfang 2021 ging der Internet-Autohändler Auto1 Group an die Börse. Der Ausgabepreis für die Erstzeichner lag bei 38 Euro, der erste Börsenkurs bei 55 Euro. Doch von da an ging es bergab, im März 2022 touchierte die Aktie die 9 Euro-Marke. Gelingt jetzt die Bodenbildung?

Bislang können die Unternehmensnachrichten des Online-Autohändlers den Bann nicht brechen. Am 23. März meldete die Auto1 Group die Ergebnisse des Jahres 2021. Der Umsatz stieg zwar um knapp 70 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Aber der Verlust vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA), der stieg eben auch: von 15,2 Millionen auf 107,1 Millionen.

Die Aktie quittierte das Zahlenwerk an diesem Tag mit einem satten Minus und dem Erreichen eines Rekordtiefs bei 8,99 Euro. Was auch am Ausblick auf 2022 gelegen haben dürfte, denn das Unternehmen erwartet zwar weiter steigende Umsätze, die EBITDA-Marge sieht man aber im Bereich zwischen -2,0 und -3,0 Prozent. Mit einem Gewinn wird es also auch 2022 nichts.

Auch die am 13.4. vorab der im Mai anstehenden Quartalszahlen gemeldeten Fahrzeug-An- und Verkäufe der ersten drei Monate 2022 brachten die Käufer nicht zurück. Mit 179.550 angekauften und 169.900 verkauften Fahrzeugen liegt man zwar einigermaßen im Rahmen der selbst gesteckten Ziele, aber damit war das kein „Game Changer“ aus Sicht der Marktteilnehmer. Was kann diese Aktie überhaupt aus ihrer Baisse holen?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Auto1 Group Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Durch die Verknappung an Neuwagen und die vorsichtiger werdenden Verbraucher kann man im Gebrauchtwagensegment, in dem die Auto1 Group agiert, derzeit gute Preise erzielen. Möglich, dass sich das bereits in den Ergebnissen des ersten Quartals niedergeschlagen hat. Aber noch liegen diese Zahlen eben nicht auf dem Tisch. Und da es kein Geheimnis ist, dass die Gebrauchtwagen-Preise derzeit ungewöhnlich hoch sind, zugleich aber klar ist, dass das kein Dauerzustand werden dürfte, bleibt ohnehin die Frage, ob das neue Käufer rekrutieren könnte.

Aber dieser potenzielle Boden, auf dem sich der Kurs jetzt bewegt, der könnte für sich genommen eine Chance bieten. Nicht auf die große Wende, nicht für einen Run zurück an das Hoch des ersten Handelstages, das bei 56,76 Euro erreicht wurde. Aber immerhin bis an die obere Begrenzung des Abwärtstrendkanals, die derzeit bei 21 Euro verläuft. Wenn alles klappt.

Nötig wären dafür zum einen gute, ermutigende Quartalszahlen, entweder zum geplanten Termin am 11. Mai oder über eventuell vorläufige, vorab gemeldete Zahlen. Zum anderen müsste die Chance, hier eine sogenannte Untertassen-Formation zu vollenden (engl. rounding bottom), genutzt werden. Das ist eine Bodenbildung, die durch ein sukzessives Auslaufen der Verkäufe und eine langsame Zunahme der Käufe zustande kommt, ohne größere Volatilität, so dass ein solcher Boden einer Untertasse gleicht.

Die Nackenlinienzone dieser – möglichen – Formation liegt zwischen 12,64 und 13,72 Euro. Da müsste die Auto1 Group-Aktie drüber, dann hätte sie die Chance, wieder an die obere Begrenzung des Abwärtstrendkanals zu laufen. Aber wer hier nicht zu viel riskieren will, sollte auf einen Anstieg über diese Zone nur dann reagieren, wenn eine solche Wende über den Rückenwind positiver Unternehmenszahlen verfügt.

Auto1 Group-Aktie: Chart vom 25.04.2022, Kurs 10,72 Euro, Kürzel AG1 | Online Broker LYNX
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Vorherige Analysen der Auto1 Group Aktie

Auto1 hat neue Absatz- und Ankaufszahlen für das erste Quartal 2022 veröffentlicht.
Demnach ist die Zahl der verkauften Fahrzeuge auf Jahressicht um 30% gestiegen.

Den Aktienkurs von Auto1 konnte das allerdings nicht beflügeln. Derzeit notiert die Aktie 6,85% schwächer bei 10,75 Euro.

Depression

Anleger scheinen bei Auto1 jeglichen Mut verloren zu haben. Im Endeffekt wird auf jede Meldung mit einem Abverkauf reagiert.
Warum das so ist, darüber lässt sich vortrefflich spekulieren.

Am Ende des Tages sind die Bedenken vieler Anleger einfach zu groß. Vielleicht, weil eine ganze Reihe von Querelen wie Gerichtsverfahren mit einstigen Partnern verunsichern.
Oder aber das Zahlenwerk nicht überzeugend genug ist.

Damit lässt sich erklären, dass der Kurs an sich sinkt, die immer wieder stattfindenden Abverkäufe aber nur sehr schwer. Teilweise kommt ganz plötzlich und ohne jeglichen Anlass Verkaufsdruck auf.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass bei Auto1 immer wieder Gerüchte über umfassende Leerverkäufe die Runde machen.
Ob es sich um organisierte Bären handelt, die den Kurs absichtlich drücken, lässt sich kaum beweisen.

Shortseller am Werk?

In Deutschland findet kaum eine nennenswerte Überwachung statt. Daher sind das alles nur Mutmaßungen. Die fehlende Überwachung dürfte aber auch der Grund sein, warum Deutschland immer wieder Ziel von Short-Angriffen wird, egal ob verbal oder direkt im Handel.

Die Leerverkäufer agieren auch strategisch, das muss man ihnen lassen. Angegriffen werden vor allem Aktien von Unternehmen, die keinen Gewinn erzielen oder ein sehr komplexes oder schwer durchschaubares Geschäftsmodell haben.

Wird kein Gewinn erzielt, gibt es auch kein niedriges KGV, welches Anleger anziehen würde. Das trifft auch auf Auto1 zu.
Außerdem würde man sich das Sentiment der Anleger zunutze machen. Seit dem Börsengang ist die Aktie schließlich nur gesunken, da ist es ein Leichtes, mit einem neuen Tief die nächste Welle an Stopps zu provozieren.

Und bei schwer durchschaubaren Geschäftsmodellen, wie bei Grenke, stoßen Vorwürfe auf einen fruchtbaren Boden. Wer kann schon sagen, ob bei einer Million laufenden Leasingverträgen alles rechtens ist und das Geld aus sauberen Quellen stammt.

Früher oder später ist der Markt auf der Unterseite aber ausgereizt. Man kann die Kurse nicht ewig in den Keller prügeln.
Früher oder später drehen Angebot und Nachfrage, weil die verbliebenen Aktionäre weder die Volatilität noch sinkende Kurse schrecken können.

Aus einem simplen Grund: Sie haben die Position innerlich bereits abgeschrieben.

Chart vom 13.04.2022 Kurs: 10,75 Kürzel: AG1 - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 13.04.2022 Kurs: 10,75 Kürzel: AG1 – Tageskerzen

Schaut man sich der Kursverlauf von Auto1 an, ist jedenfalls zu erkennen, dass es zuletzt keine große Abwärtsdynamik mehr gab.
Inzwischen läuft die Aktie seit sechs Wochen seitwärts.

Womöglich beobachten wir gerade eine Bodenbildung. Spätestens wenn ein Ausbruch über 12,50 Euro gelingt, dürften auch prozyklische Trader auf den Zug aufspringen.

Das Update

In Anbetracht der wirtschaftlichen Fortschritte wäre das durchaus denkbar, denn Auto1 steht trotz sinkenden Kursen nicht still.

Wie wir jetzt wissen, ist die Zahl der verkauften Autos im ersten Quartal um 30% auf 169.600 Stück gestiegen.

Im Geschäftskunden-Segment konnte der Umsatz um 26% auf 155.050 und im Privatkundengeschäft (Autohero) um +86% auf 14.550 Fahrzeuge gesteigert werden.

Für Autohero stellt man einen Rohertrag von 700 Euro je Fahrzeug in Aussicht und das dürfte einige Anleger verunsichert haben.
Denn in Q4 lag der Rohertrag noch bei 772 Euro je Fahrzeug, allerdings auf Konzernebene und nicht nur im Privatkundengeschäft.

Die Zahlen sind somit nicht vergleichbar. Das erste, was man als Anleger als Vergleichswert findet, ist aber der Rohertrag auf Konzernebene.

Das zeigt ein weiteres Problem des Unternehmens auf. Die schwache IR-Arbeit dürfte auch maßgeblich zu den sinkenden Kursen beigetragen haben.

Die vollständigen Ergebnisse und Finanzzahlen für Q1 2022 werden am 11. Mai 2022 bekannt gegeben.

Der Online-Autohändler Auto1 Group meldete gestern früh die Absatz- und Ankaufszahlen des vierten Quartals. Das Wachstum war beeindruckend, aber die Aktie, die anfangs fünf Prozent zulegte, drehte schnell ins Minus und schloss auf Rekordtief. Ist diese Baisse endlos?

Natürlich haben Aktien, deren Unternehmen noch deutlich außerhalb der Gewinnzone operieren, das Problem einer soliden Bewertung, so dass sie mehr von der allgemeinen Marktstimmung abhängig sind, als mit Gewinnen und Dividenden aufwartende, etablierte Unternehmen. Aber ein so drastischer Abstieg, wie ihn die Auto1 Group-Aktie zeigt, ist schon ungewöhnlich. Vor allem, weil das Unternehmen im Rahmen der eigenen Ziele wächst.

Zwar bremsen momentan bei der Auto1 Group relativ hohe Investitionen. Aber das sind Investitionen in Kapazitäten zur Aufbereitung von angekauften Gebrauchtwagen – und die Fähigkeit, das europaweit in Eigenregie tun zu können, ist mittelfristig ein wichtiger Vorteil. Und mit den gestern vorgelegten An- und Verkaufszahlen des vierten Quartals (die Verkäufe stiegen insgesamt 42 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal), wird klar: Es läuft alles im Plan. Nur die Aktie nicht.

Die Auto1 Group-Aktie wurde den Erstzeichnern im Februar 2021 zu 38 Euro zugeteilt. Am ersten Handelstag erreichte der Aktienkurs 56,76 Euro – ein gigantischer Gewinn für die Erstzeichner. Aber schon am ersten Tag schloss die Aktie unter dem Eröffnungskurs und sollte das damalige Tageshoch nie wieder erreichen. Im Juni schloss die Aktie erstmals unter dem Ausgabekurs, mittlerweile hat sich der Kurs gegenüber dem Zeichnungs-Kurs von 38 Euro mehr als halbiert. Was steckt dahinter?

Expertenmeinung: Der Umstand, dass die Entwicklung für das Unternehmen planmäßig verläuft und gerade in diesen Monaten Gebrauchtwagen grandiose Preise erzielen, spricht dafür, dass man die Ursache der Dauer-Baisse woanders suchen muss. Und wenn ein Chartbild so aussieht wie dieses, wird deutlich: Hier sind vor allem charttechnisch orientierte Trader am Werk – auf der Baisse-Seite.

Wir sehen hier einen Abwärtstrendkanal, dessen obere Begrenzung im August ebenso wie im November eindrucksvoll bestätigt wurde. Das animiert die Trader, hier konsequent auf der Short-Seite zu agieren, sprich die Auto1 Group-Aktie immer wieder leer zu verkaufen. D.h. man leiht sich die Aktien, verkauft sie, um den Kurs zu drücken und plant, sie zu tieferen Kursen zurückzukaufen und dem Verleiher zurückzugeben. Die Differenz zwischen dem Verkaufskurs und dem späteren Rückkaufskurs ist, abzüglich der meist geringen Leihgebühr, der Reingewinn des Leerverkäufers.

Die untere Begrenzung des Trendkanals verläuft derzeit bei 17,25 Euro. Dass diese Linie vergangene Woche zunächst leicht, mit dem Abverkauf anfänglicher Gewinne gestern dann deutlich unterboten wurde, deutet an, dass die Leerverkäufer langsam übermütig werden. So etwas kann fatal schiefgehen, in einer sogenannten „Short Squeeze“ enden.

Denn wenn die Aktie erst einmal deutlicher anzieht, schwimmen den Leerverkäufern die Felle weg. Sie müssen die Aktie dann umgehend zurückkaufen, um keinen Verlust zu erleiden. Und bei einem Chartbild wie diesem darf man vermuten, dass da sehr viele leer verkauft haben. Wenn die alle auf einmal ihre leer verkauften Positionen „eindecken“ wollten, kann eine solche Aktie schnell mal zehn oder zwanzig Prozent nach oben schießen. Aber Vorsicht:

Einfach darauf zu wetten, dass eine solche Short Squeeze einsetzt, ist brandgefährlich. Das hätte man bei dieser Aktie schon mehrfach vermuten dürfen, doch bislang ist sie nie aufgetreten. Es sollte zumindest die Rückkehr in den Abwärtstrendkanal und ein Break über den nächstgelegenen Kreuzwiderstand erfolgen. Der liegt im Bereich 18,75 Euro und setzt sich aus dem Dezember-Tief und der 20-Tage-Linie zusammen. Alles, was sich darunter abspielt, dürfte die Leerverkäufer, sprich die „Bären“, noch in keiner Weise nervös machen!

Auto1 Group-Aktie: Chart vom 18.01.2022, Kurs 15,76 Euro, Kürzel AG1 | Online Broker LYNX

Es gab in den letzten Wochen keine neuen Nachrichten vom Online-Automobilhändler AUTO1 Group, trotzdem fiel die Aktie immer weiter. Die Leerverkäufer freuen sich … aber wenn sie ihre Buchgewinne aufs Konto bringen wollen, könnte sich das ändern.

Es ist ein Start-Ziel-Sieg für die Bären, wie man ihn so wohl sonst nirgends findet. Das Verlaufshoch der AUTO 1 Group-Aktie entstand am 4. Februar, dem allerersten Handelstag der Aktie. Da wurden 55 Euro erreicht. Und all diejenigen, die bei der Erstzeichnung der Aktie dabei waren und diese zu 38 Euro ins Depot gebucht bekamen, konnten sich entspannt zurücklehnen. Doch dieser Zuteilungspreis wurde bereits im Juni unterschritten … und am gestrigen Montag wurde das bisherige Verlaufstief bei 18,76 Euro erreicht … auf einmal finden sich die Erstzeichner also 50 Prozent im Verlust wieder. Geht das etwa immer so weiter?

Das muss es nicht und tendenziell wird es das auch nicht. Wobei man sich aber nicht unbedingt darauf verlassen sollte, dass es zunächst nicht noch weiter abwärts geht, bevor diese Aktie dann irgendwann auf einmal zum Leben erwacht.

Da die fundamentale Lage eigentlich nicht negativer ist als zu dem Zeitpunkt, als die Anleger die Aktie hatten zeichnen können (weil zwar der Weg hin zur Gewinnschwelle durch zusätzliche Investitionen jetzt länger, dafür aber solider geworden ist), die Bären das aber auch bislang ignorierten, ist es zwar fraglich, ob es eine Quartalsbilanz sein könnte, die die Aufwärtswende auslöst. Aber je länger und weiter eine Aktie fällt, desto weniger zwingend müssen es „good news“ sein, die einen Abwärtstrend drehen. Grund:

Expertenmeinung: Dieser monatelange, wie auf Schienen laufende Abwärtstrend dürfte die umgehenden Aktien schon längst mehrfach von einer Hand in die andere gebracht haben. Die Dynamik des Abwärtstrends wird vor allem von sogenannten „Leerverkäufen“ ausgelöst. Das bedeutet, dass Trader in Aktien der AUTO1 Group Short gehen, indem sie sich bei Anlegern, die die Aktie besitzen, eben diese leihen und diese geliehenen Aktien dann am Markt verkaufen. Ziel: Druck auf den Kurs ausüben, um die Aktie dann zu niedrigeren Kursen kaufen und dem Verleiher zurückgeben zu können. Abzüglich der meist winzigen Leihgebühr ist die Differenz zwischen dem Kurs, zu dem die Aktie verkauft wurde und dem Kurs, zu dem sie dann später zurückgekauft wurde, der Gewinn des Leerverkäufers.

Wenn wir im Hinterkopf haben, dass die unternehmerische Entwicklung der AUTO1 Group eine solche Super-Baisse nicht unterfüttert und dann sehen, dass der Aktienkurs eine untere Begrenzung des übergeordneten Abwärtstrends erreicht hat, wäre das so ein Moment, wo weit im Gewinn liegende Leerverkäufer auf die Idee kommen könnten, diesen Gewinn einzustreichen. Was aber eben nur geht, wenn man die Aktie dazu in der Menge kauft, in der man sie vorher leer verkauft hatte. Aber was, wenn da nicht genug Aktien angeboten werden, während sehr viele Leerverkäufer gleichzeitig ihre Position schließen (eindecken) wollen?

Dann kommt es zu einer Short Squeeze,, d.h. die Leerverkäufer werden ausgequetscht wie Zitronen, weil sie, wenn die Aktie erst einmal nach oben gedreht hat und sie ihre Gewinne sichern bzw. behalten wollen, dann eben zu jedem Preis in die Aktie hinein müssen. Das kann bisweilen dramatische Kurssprünge auslösen. Aber Vorsicht:

Ob man „eindecken“ will oder nicht, ist nicht zwingend von einer solchen, potenziellen Unterstützung abhängig, die die AUTO1 Group jetzt erreicht hat, sondern eine sehr emotionale Entscheidung, die dann auch noch eine solche Kettenreaktion durch die Eindeckungen anderer auslösen muss. Dass so etwas passiert, darauf sollte man sich auf keinen Fall verlassen. Nur eines sollte man jetzt besser wirklich nicht mehr: Hier noch selbst leer verkaufen bzw. über andere Derivate auf eine noch weiter reichende, ewige Baisse setzten, denn so langsam dürfte das Chance/Risiko-Verhältnis hier kein Verbündeter der Bären mehr sein!

Chart vom 20.12.2021, Kurs 19,79 Euro, Kürzel AG1 | Online Broker LYNX

Gestern früh stufte JP Morgan die Aktie der Auto1 Group von „Übergewichten“ auf „Neutral“ ab und senkte das Kursziel massiv von 52 auf 28 Euro. Dass das erneute Verkäufe auslöste, überrascht nicht. Trotzdem würde ich auf der Short-Seite langsam ans Eindecken denken.

Der Online-Autohändler Auto1 Group startete seine Börsenkarriere mit einem ersten Kurs von 55 Euro, nachdem die Aktie den Erstzeichnern zu 38 Euro zugeteilt wurde. Ein Gewinn, der sich sehen lassen konnte. Doch damit war die Karriere der Aktie auch schon zu Ende, es sei denn, man sieht die Sache aus der bärischen Perspektive. Denn für die Leerverkäufer ist diese im Februar an die Börse gekommene Aktie bislang ein Start-Ziel-Sieg. Aber es wäre verwegen, wollte man einfach darauf wetten, dass dieser Abstieg ewig so weitergeht.

Es ist zwar nicht damit zu rechnen, dass das Unternehmen in den nächsten zwei Jahren in die schwarzen Zahlen vordringt. Aber damit hätte man auch nicht rechnen können, als die Aktie an die Börse gebracht wurde. Und die Umsatzprognose hatte die Auto1 Group im Zuge der Bilanz zum dritten Quartal angehoben, sogar recht deutlich, von zuvor 4,0 – 4,4 Milliarden auf jetzt 4,5 – 4,6 Milliarden Euro. Und auch, wenn es bei einem Verlust bleibt, wurde die Prognose für die bereinigte EBITDA-Gewinnmarge von einer Spanne zwisshchen -2,5 bis -3,0 auf jetzt rund -2,5 Prozent konkretisiert. Die Aktie, die im Vorfeld der Bilanz (am 17.11.) einen Ausbruchsversuch über die übergeordnete Abwärtstrendlinie versuchte, daraufhin auf neue Rekordtiefs zu schicken, war im Licht dieser Entwicklung überzogen.

Expertenmeinung: Die Auto1 Group investiert derzeit immens in eine Abrundung des Weges vom Ankauf zur Lieferung gebrauchter Fahrzeuge, indem man ein bis zu 35.000 Fahrzeuge jährlich abwickelndes Aufbereitungszentrum errichtet. Das kostet nun einmal Geld. Aber das sind Investitionen, die in der Zukunft eine umso bessere Rendite ermöglichen.

Was die meisten Analysten genauso sehen: Dass JP Morgan die Aktie derart nach unten stutzte, lag daran, dass das Kursziel einfach „alt“ war und man daher einen Radikalschnitt vornahm, um wieder up to date zu sein. Doch dieses Ziel von 28 Euro liegt klar über dem derzeitigen Level der Aktie. Und der Durchschnitt der Analysten-Kursziele für die Auto1 Group-Aktie liegt derzeit bei 51 Euro, das neue Kursziel von JP Morgen ist das mit Abstand niedrigste.

Der Gedanke liegt nahe, dass hier ungewöhnlich viele Akteure die Aktie leer verkauft haben und das weiter tun. Solche dadurch ausgelösten radikalen Abwärtsbewegungen schrecken potenzielle Käufer ab. Aber sie haben auch den Haken, dass die Aktie plötzlich und weit steigen kann, wenn die Leerverkäufer den Gewinn kassieren wollen. Denn um Leerverkäufe zu neutralisieren, muss man die zuvor leer verkauften Aktien eben am Markt kaufen. Nach diesem immensen Abstieg kann das dazu führen, dass dann kaum noch jemand Aktien anbietet und dadurch ein „Short Squeeze“ entsteht, die den Kurs senkrecht nach oben treibt.

Ob das passiert und wann, ob zunächst noch der Versuch gelingt, den Kurs aus seiner kurzfristigen Seitwärtsrange heraus auf neue Tiefs zu drücken, kann man nicht vorhersehen. Was man aber festhalten kann: Diese Aktie ist so massiv gedrückt worden, obwohl es für die Auto1 Group läuft wie geplant, dass ich unbedingt die Finger von Short-Trades lassen bzw. bei bestehenden Short-Trades zusehen würde, den Gewinn nach Hause zu bringen.

Die Aktie des Online-Autohändlers AUTO1 Group wurde im Februar zu 38 Euro an die Erstzeichner ausgegeben und startete mit einem beeindruckenden Sprung auf 55 Euro in den Börsenhandel. Doch seither kennt diese Aktie nur den Weg nach unten. Was geht da vor?

Er wirkt schon seltsam, dieser stete Abverkauf der AUTO1 Group-Aktie, seit es am 17./18. November misslang, den Kreuzwiderstand aus der übergeordneten, die Aktie seit ihrem Börsendebüt begleitenden Abwärtstrendlinie und der Wendemarke bei 34,50 Euro zu überwinden. Denn am 17. November kamen die Ergebnisse des dritten Quartals – und die wiesen einen Rekord nach dem anderen aus. Wie kann man darauf negativ reagieren? Zumal es jetzt, auf neuen Rekordtiefs, sehr danach aussieht, als würden nicht einfach nur Anleger die Aktie verkaufen, sondern Leerverkäufer gezielt Druck ausüben?

Der Umsatz des Online-Autohändlers lag im dritten Quartal mit 1,26 Milliarden Euro, beeindruckende 64 Prozent über dem Vorjahresquartal. Die Gesamtjahres-Umsatzprognose wurde von 4,0 – 4,4 auf jetzt 4,5 – 4,6 Milliarden Euro angehoben. Und für das Brutto- bzw. Rohergebnis sieht die AUTO1 Group jetzt nach zuvor 380 – 410 Millionen Euro 415 – 425 Millionen. Wo sollte da ein Haken sein?

Expertenmeinung: Er findet sich bei der EBITDA-Gewinnmarge, d.h. dem Anteil am Umsatz, der vor Einbezug von Steuern, Zinsen und Abschreibungen als Gewinn hängenbleibt. Hierfür wurde die Prognose für das Gesamtjahr 2021 von einer Spanne zwischen 2,0 und 2,5 Prozent jetzt ans untere Ende, also auf 2,0 Prozent, nach unten genommen. Was auf EBITDA-Basis viel ausmacht.

Netto wird die AUTO1 Group ohnehin keine Gewinne erzielen, aber das war klar, denn man investiert derzeit in weiteres Wachstum und Synergieeffekte durch die Schaffung von Kapazitäten zur Fahrzeugaufbereitung. Aber dass diese EBITDA-Margenprognose gesenkt wurde, bedeutet, dass letztlich auf dieser EBITDA-Basis 20 Prozent weniger hängenbleibt als zuvor am oberen Ende der Prognosespanne avisiert … von 100 Euro Umsatz wären jetzt auf EBITDA-Basis nicht 2,0 bis 2,5, sondern eben nur noch 2,0 Euro übrig.

Möglich, dass es manchem Anleger aufstieß, dass das in einer Bilanzmeldung, die von Superlativen dominiert wurde, nur am Rande auftauchte und nicht besonders hervorgehoben wurde. Wahrscheinlicher aber ist, dass den Tradern damit vor allem klar wurde, dass das Erreichen der „schwarzen Null“ in der Bilanz eben noch ziemlich lange dauern könnte.

Was die Analysten angeht, heben da weiterhin nahezu alle den Daumen. Aber das hilft nichts, wenn die Anleger nicht auf sie hören. Das durchschnittliche Experten-Kursziel für diese Aktie liegt bei 51 Euro, zwei Analysten hatten unmittelbar nach der Bilanz, am 18. November, ihre Kursziele auf 37 bzw. 47 Euro angehoben. Sie sehen es im Chart: Das half alles nichts, gestern notierte der Kurs gerade mal auf halber Höhe dieses durchschnittlichen Kursziels. Solange die Aktie im Abwärtstrend verharrt, insbesondere, nachdem jetzt auch noch das vorherige Rekordtief vom Oktober bei 28,19 Euro durchschlagen wurde, ist die AUTO1 Group-Aktie zwar allemal spannend genug, um sie im Auge zu behalten. Aber blind in dieses fallende Messer zu greifen, wäre äußerst riskant.

Chart vom 25.11.2021, Kurs 25,60 Euro, Kürzel AG1 | Online Broker LYNX