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Auto1 Group Aktie Prognose AUTO1 Group: Anlegerverhalten kontra Expertenmeinungen

News: Aktuelle Analyse der Auto1 Group Aktie

In diesem Artikel
Auto1 Group
ISIN: DE000A2LQ884
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Ticker: AG1 -,-- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
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Erwartung: Neutral
Zur Auto1 Group Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Die Aktie des Online-Autohändlers AUTO1 Group sackte am Freitag in der Spitze bis zu 9,1 Prozent durch, nachdem ein Analyst sein Kursziel für die Aktie gesenkt hatte. Doch das neu vergebene Kursziel liegt über 100 Prozent über dem Schlusskurs … was ist da los?

Die AUTO1 Group hatte zuvor ein Analysten-Briefing durchgeführt, in dem man den Experten deutlich vor den erst Anfang November anstehenden Zahlen zum dritten Quartal einen Einblick in die Lage und die eigene Sicht auf die kommenden Monate vermittelte. Und diese Informationen bewogen den für die Aktie zuständigen Analysten bei JPMorgan, sein Kursziel zu senken. Als dieses neue Ziel gemeldet wurde, rutschte die Aktie deutlich ab, bevor sie sich zur Mittagszeit fing und mit einem auf 4,8 Prozent eingegrenzten Minus ins Wochenende ging.

Da könnte man meinen, bei JPMorgan hätte man das Kursziel dramatisch gesenkt und womöglich gar zum Verkauf geraten. Doch das war keineswegs so. Das Ziel wurde nur von 37 auf 34 Euro angepasst, zugleich wurde die Einschätzung „Übergewichten“ beibehalten. Das Tagestief der Aktie jedoch lag am Freitag bei 15,72 Euro. Das wirkt dann doch ein wenig seltsam.

Und dieser Eindruck bleibt erhalten, wenn man sieht, wie die Experten insgesamt die Aktie des Autohändlers einordnen. Von den 13 Analysten, die die Aktie aktuell bewerten, sehen 11 sie als kaufenswert an. Und das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei 32,27 Euro. Da liegt der JPMorgan-Analyst also mit dem neuen Ziel von 34 Euro sogar noch über dem Schnitt … während die Aktie selbst mit ihrem Schlusskurs von 16,47 Euro sogar noch weit unter dem niedrigsten aller Analysten-Kursziele von 22,40 Euro notiert. Dass die Anleger mehrheitlich anderer Meinung sind als die Experten, kommt durchaus vor. Aber hier ist die Schere, die sich zwischen Expertenmeinungen und Kursgeschehen aufgetan hat, besonders groß.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Auto1 Group Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Ein ganz entscheidender Grund hierfür könnte in der Begründung liegen, die man bei JPMorgan für das etwas niedrigere Kursziel hatte: Man erwarte angesichts der erhaltenen Informationen, dass die Gewinnmarge und die Zahl der verkauften Fahrzeuge unter den bisherigen eigenen Erwartungen liegen könnten. Aber wenn man dann trotzdem 34 Euro als Ziel für die Aktie sieht, ließe sich sagen: „Na und, einen Tick weniger gut ist immer noch gut … und die Aktie ist weit genug gefallen, um da mal die Hand aufzuhalten“. Aber da sich der Kurs nur eher mäßig vom Tagestief lösen konnte, scheinen zumindest am Freitag nicht allzu viele dieser Meinung gewesen zu sein. Was aber womöglich weniger an der AUTO1 Group selbst liegt als am Branchen-Umfeld.

Denn die Nachrichtenlage zur Automobilindustrie insgesamt ist derzeit nun einmal äußerst unerfreulich. Zwar betrifft das vor allem die Hersteller. Aber der Gedanke, dass sich die Zurückhaltung der Verbraucher, nicht zuletzt womöglich durch immer enger geschnallte Gürtel erzwungen, auch auf den Gebraucht-Fahrzeugmarkt ausdehnen könnte, ist zumindest nicht abwegig, sodass Aussagen, in denen geringere als erwartete Verkäufe und Margen vorkommen, solche Sorgen befeuern.

Ob die Anleger mit ihrer eher subjektiven Einschätzung, sprich ihrem Bauchgefühl, am Ende recht bekommen oder die AUTO1 Group tatsächlich auch in den kommenden Jahren mit einem steigenden Gewinn pro Aktie aufwarten kann, der die derzeit nicht gerade niedrige Bewertung (das Kurs-/Gewinn-Verhältnis liegt für die 2026er-Analysten-Gewinnschätzung derzeit bei 27) rechtfertigt, werden erst die kommenden Quartale zeigen. Klar ist indes:

Die Aktie verläuft, allen Experten-Kurszielen zum Trotz, in einem Abwärtstrend. Solange der vorhält, wäre ein Einstieg ein Griff in ein fallendes Messer. Zumindest die Tiefs vom Juli und August bei 19,86 bzw. 19,82 Euro sollten als Widerstand überboten sein, bevor man hier über die Long-Seite nachdenken könnte … wobei es sich anbieten würde, darüber hinaus auch erst einmal zu schauen, wie sich die Zahlen, in die die Analysten bei diesem Briefing einen ersten Einblick bekamen, am Ende wirklich darstellen. Der Termin für die Ergebnisse des dritten Quartals wäre hier der 4. November.

AUTO1 Group Aktie: Chart vom 02.10.2026, Kurs 16,47 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
AUTO1 Group Aktie: Chart vom 02.10.2026, Kurs 16,47 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS

Quellenangaben:
Meldung über die Kursziel-Senkung durch JPMorgan, 02.10.2026: https://live.deutsche-boerse.com/nachrichten/AKTIE-IM-FOKUS-Auto1-sackt-nach-Zahlen-Briefing-ab—JPMorgan-kuerzt-Erwartungen-2a785db7-e927-40dd-b454-b7a4e27395f5
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/AG1.DE/analyst-insights/

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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.10.2026 um 23:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Vorherige Analysen der Auto1 Group Aktie

04.09.2026
09:14 Uhr

AUTO1 Group: Hand aufhalten ist eine Sache, ausbrechen eine andere — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.09.2026 um 22:21 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Zur Wochenmitte hatte der Online-Fahrzeughändler AUTO1 Group seine offiziellen Halbjahreszahlen vorgelegt und dabei den bisherigen 2026er-Ausblick bestätigt. Eine kurzzeitig negative Reaktion wurde zwar aufgefangen … aber das könnte zu wenig sein.

Für das zweite Quartal hatte die AUTO1 Group Ende Juli gute Ergebnisse vorgelegt, aber ihren Ausblick nicht angehoben. Dabei blieb es auch im Zuge der jetzt vorgelegten, kompletten Halbjahresbilanz. Und das stieß bei den Anlegern unübersehbar nicht auf Gegenliebe. Die Aktie sackte am Mittwoch bis zu 11,6 Prozent durch, bevor in diese Kursverluste hinein Käufer aktiv wurden. Daraus entstand ein potenziell bullischer „Hammer“ im Candlestick-Chart, der durch die am Donnerstag folgenden Anschlusskäufe bestätigt wurde. Damit wurde die negative Reaktion auf eine „nur“ bestätigte 2026er-Gewinnprognose nahezu komplett aufgeholt. Aber das allein bedeutet nicht, dass die Aktie an sich damit bereits wieder bullisch wäre.

Dass es gelang, den Kurs in dem Moment aufzufangen, als er drohte, die Tiefs vom Juli und August bei 19,82/19,86 Euro zu durchbrechen, ist zwar grundsätzlich ein Zeichen dafür, dass die Aktie auf diesem Niveau unter 20 Euro für genug Akteure günstig genug ist, um vorerst einen Ausbruch nach unten zu verhindern. Aber dass das Juli-Tief bereits eine Reaktion auf die oben genannten Ergebnisse des zweiten Quartals war und man da genauso enttäuscht auf die nicht angehobene Prognose reagierte, zeigt:

Man sieht derzeit kein Szenario, das wirklich große Kursphantasie ermöglichen würde. Zwar sind die Analysten mehrheitlich bullisch, deren durchschnittliches Kursziel liegt zudem mit aktuell 31,67 Euro extrem weit über dem aktuellen Kurs. Aber solche hohen Kursziele basieren auf der Annahme, dass die AUTO1 Group in den kommenden drei Jahren rasante Zuwächse beim Gewinn pro Aktie erreichen wird. Und selbst wenn die Analysten recht behalten, wäre die Aktie auf dem aktuellen Kursniveau erst bei dem für 2027 vermuteten Gewinn nicht zu teuer bewertet. Und es ist eben die Frage, ob sie wirklich recht behalten.

Expertenmeinung: Denn der Markt für Gebrauchtfahrzeuge ist zwar in den vergangenen Jahren immer stärker geworden. Aber kann dieses Wachstum nebst stetig steigenden Gewinnmargen denn auf Dauer so weitergehen? Diejenigen, die dahingehend skeptisch sind, bekamen zuletzt Nahrung für ihre Zweifel. Der von der AUTO1 Group selbst ermittelte Preisindex für den Gebrauchtwagenmarkt wies für den August einen Rückgang um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aus.

Damit stehen die höchst optimistischen Erwartungen mancher Analysten infrage. Und das dürfte den Weg nach oben steiniger machen … was er aus rein charttechnischer Sicht ohnehin schon ist. Denn dass ein markantes, bärisches Signal in Form eines Bruchs der Tiefs vom Juli und August verhindert wurde, ist noch kein Kaufsignal, wie der Chart zeigt. Dazu müssten die Käufe weitergehen und die Aktie über die Widerstandszone 22,56/23,16 Euro tragen, die zusammen mit der knapp darunter verlaufenden 200-Tage-Linie eine „harte Nuss“ bildet, an der die Aktie im Vorfeld der Halbjahresbilanz gescheitert war. Würde dieser Ausbruch nach oben gelingen, wäre der nächste Kurszielbereich bei 26,24/27,04 Euro zu finden.

AUTO1 Group Aktie: Chart vom 03.09.2026, Kurs 21,98 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
AUTO1 Group Aktie: Chart vom 03.09.2026, Kurs 21,98 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS

Für kurzfristige Trader vermutlich ein durchaus lukratives Potenzial, das sich damit auftun würde, aber erst, wenn dieser Bereich, der die Zwischenhochs des Sommers markiert, überboten wäre, würde die AUTO1-Aktie ein auch mittelfristig relevantes, bullisches Signal abliefern. Ein „Selbstläufer“ dürfte ein wieder stabil aufwärts gerichtetes Szenario hier wohl eher nicht werden.

Quellenangaben:
Halbjahresergebnis 2026, 02.09.2026: https://ir.auto1-group.com/media/document/b55320a4-0b8d-410e-bfc1-ac43bb3192e4/assets/AUTO1_Group_Half_Year_Report_DE.pdf?disposition=inline
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/AG1.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

30.07.2026
08:13 Uhr

AUTO1 Group: Nach den Zahlen angezählt — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.07.2026 um 20:31 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Aus einem zeitweise immensen Minus wurde am Mittwoch zum Handelsende ein deutlich kleineres, das zudem dazu führte, dass wichtige Chartmarken bei der AUTO1-Group-Aktie erst einmal hielten. Dass das aber nach eigentlich guten Bilanzdaten passierte, mahnt zur Vorsicht.

19,9 Prozent mehr verkaufte Fahrzeuge und 23,4 Prozent mehr Umsatz als im Vorjahresquartal: Das Wachstum des Online-Gebrauchtwagenhändlers AUTO1 Group setzte sich im Frühjahrsquartal fort. Dabei stieg der operative Gewinn, gerechnet als EBITDA, aufgrund der von 2,1 auf 2,4 Prozent gesteigerten EBITDA-Gewinnmarge überproportional um 38,4 Prozent.

Das lag zwar alles in etwa im Rahmen der Erwartungen. Aber dass eine Aktie, die „nur“ die Erwartungen erfüllt, als Reaktion darauf in der Spitze um knapp 16,5 Prozent einbricht, wie am Mittwoch geschehen, ist schwer nachvollziehbar. Gab es also trotzdem Haare in der Suppe?

Expertenmeinung: Zwei Faktoren könnte man da finden. Zum einen fiel auf, dass der Bruttogewinn pro verkauftem Fahrzeug eher mäßig, um 2,3 Prozent, über dem Vorjahreszeitraum lag. Zum anderen bestätigte die AUTO1 Group trotz der guten Ergebnisse nur die bisherige 2026er-Prognose, eine Anhebung blieb aus. Aber dieser Bruttogewinn ist nicht zwingend die entscheidende Triebfeder für kommendes Gewinnwachstum. Und was den 2026er-Ausblick eines EBITDA zwischen 250 und 275 Millionen Euro angeht, ist dieses Ziel zur Halbzeit mit 118,4 Millionen noch nicht hälftig erreicht. Warum also, Wachstum hin oder her, jetzt schon die Prognose anheben?

Das könnten sich auch diejenigen gedacht haben, die in den anfänglichen Abverkauf der Aktie hinein die Hand aufhielten. Dadurch reduzierte sich das zeitweise drastische Minus zum Handelsende auf 3,6 Prozent. Das führte dazu, dass eine ganze Reihe von mittelfristig relevanten Unterstützungen, die am Tagestief rettungslos unterboten zu sein schienen, am Ende doch noch gehalten werden konnten.

Sie sehen das im Chart, es geht vor allem um die Supportzone 22,56 bis 23,16 Euro sowie um die diese Zone in ihrer Bedeutung intensivierende April-Aufwärtstrendlinie und die ebenso dort verlaufende 200-Tage-Linie. Doch bedeutet die „Rettung“ dieses Bereichs, dass der Optimismus sich jetzt so weit durchgesetzt hat, dass der Weg nach oben jetzt erst einmal der deutlich wahrscheinlichere wäre?

AUTO1 Group Aktie: Chart vom 29.07.2026, Kurs 22,92 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
AUTO1 Group Aktie: Chart vom 29.07.2026, Kurs 22,92 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS

Das ist fraglich, denn „angezählt“ bleibt die Aktie angesichts dieser Enttäuschungsreaktion trotzdem. Dass sie zunächst nicht endgültig auf die Bretter ging, heißt nicht, dass die Marktteilnehmer das Aufholen eines Großteils der Verluste als Kaufsignal sehen … zumal es auch aus rein charttechnischer Warte keines ist.

Denn ein Minus blieb ja dennoch. Und die Struktur einer Toppbildung oberhalb dieser Supportzone ebenfalls. Die AUTO1-Aktie müsste dieses Topp durch Schlusskurse über dessen höchstem Punkt bei 27,04 Euro „sprengen“, bevor man sie als aktiv bullisch einordnen könnte. Solange das nicht gelungen ist, bleibt die Aktie angezählt und würde, wenn neben der Unterstützungszone 22,56 zu 23,16 Euro auch noch das darunter liegende charttechnische „Sprungtuch“ bei 21,60 Euro fallen würde, doch noch ein bärisches Signal abliefern.

Fazit: Diese Reaktion auf die Quartalsergebnisse endete als Unentschieden mit leichten Vorteilen für die bärische Seite.

Quellenangaben:
Ergebnis des 2. Quartals 2026, 29.07.2026: https://ir.auto1-group.com/de/nachrichten/auto1-group-meldet-starkes-absatzwachstum-und-gesteigerte-profitabilitaet-im-zweiten-quartal-2026/28246c7d-0a16-4fcc-8546-91d0ef65ca39

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

18.06.2026
08:21 Uhr

AUTO1 Group: Neuer Schwung nach dem Kapitalmarkttag — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.06.2026 um 22:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Aktie des Online-Fahrzeughändlers AUTO1 Group lief seit April stark nach oben. Diese Rallye basierte seit Mai nicht mehr auf neuen Zahlen, sondern auf großen Erwartungen. Eine wacklige Angelegenheit … aber gestern kamen die Zahlen, die die Bullen haben wollten.

Dass der Umsatz bei der AUTO1 Group zügig und konstant zulegt, weiß man. Und natürlich ist das grundsätzlich bullisch. Was aber offenblieb, ist die Antwort auf die Frage, wie weit man einer positiven Entwicklung in den kommenden Jahren bereits vorgegriffen hat … sprich, ob da noch Luft nach oben wäre oder man den Bogen seitens der Käufer bereits überspannt hat.

Die Ergebnisse des zweiten Quartals bzw. des ersten Halbjahrs stehen erst Ende Juli an … aber das Chartbild gestaltete sich zuletzt so, dass es eine zeitnahe Richtungsentscheidung einforderte: Die Aktie hatte 50 Prozent der vorherigen, weitreichenden Abwärtsbewegung korrigiert und notierte im Bereich des durch die 200-Tage-Linie noch aufgewerteten Widerstandsbereichs 22,56 zu 23,68 Euro. Und der Kurs ging tatsächlich nach oben durch.

AUTO1 Group Aktie: Chart vom 17.06.2026, Kurs 25,44 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
AUTO1 Group Aktie: Chart vom 17.06.2026, Kurs 25,44 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS

Zum Start in die laufende Handelswoche machte die AUTO1 Group einen Satz nach oben und überwand diese Widerstandszone deutlich. Doch am Dienstag drohte die Sache schiefzugehen. Der Kurs rutschte von oben knapp unter die 200-Tage-Linie und schloss nur geringfügig über dem jetzt als Unterstützung dienenden Bereich 22,56/23,16 Euro. Doch dann kam zum einen eine Gewinnwarnung von BMW und zum anderen die Aussagen des eigenen Kapitalmarkttages. Beides in Kombination sorgte für erneute Käufe. Die Aktie erreichte ein neues Rallye-Hoch, wodurch der Rücksetzer in den Supportbereich als trendbestätigender Pullback zu werten ist. Ist die „Goldgräberstimmung“ jetzt gekommen, um zu bleiben?

Expertenmeinung: Das könnte sie zumindest. Denn die im Rahmen des Kapitalmarkttages kommunizierten, langfristigen Ziele würden, wenn sie erreicht werden, zu einem beeindruckenden Gewinn pro Aktie führen. Im Händlerbereich will man pro Jahr 10 bis 15 Prozent beim Umsatz zulegen, im Privatkundenbereich um 20 bis 40 Prozent. Zugleich will man deutlich profitabler agieren. Bei den Händler-Deals soll der Bruttogewinn pro Fahrzeug auf 1.080 bis 1.200 Euro ansteigen, bei den Privatkunden auf 480 bis 720 Euro.

Das ist ambitioniert. Und Ziele sind keine Prognosen, sondern eben „nur“ Ziele, aber: Direkt zuvor kam ja BMW mit seiner Prognose-Anpassung nach unten und unterstützte die Hoffnung, dass der Gebrauchtfahrzeugmarkt wirklich stark weiter zulegen könnte. Denn dort las man von verunsicherten Kunden … und fand damit die Bestätigung der Annahme, die für den Gebrauchtwagenmarkt ein bullisches Argument ist:

Neufahrzeuge stehen, nicht zuletzt wegen der in den vergangenen Jahren massiv angehobenen Preise, nicht hoch im Kurs der Käufer, „Gebrauchte“ schon. Und da sinkende Absatzmengen bei Neufahrzeugen die Nachfrage nach gebrauchten Automobilen steigern und zugleich weniger „Ex-Neue“ in den Gebrauchtwagenmarkt kommen, steigen dort Preise und Margen.

Man könnte argumentieren, dass das nicht ewig so weitergehen kann … und irgendwann auch die Gebrauchten teuer genug sind, dass die Kundschaft lieber ihre Altfahrzeuge weiterfährt. Und das dürfte auch zutreffen, nur: Das ist eine mögliche Version einer Zukunft, die noch eine ziemliche Weile entfernt liegt. Diejenigen, die in den vergangenen Tagen dafür sorgten, dass die AUTO1-Aktie ein markant bullisches Signal generierte, traden aber die aktuell greifbare Situation – und die verheißt erst einmal weiteres Wachstum. Solange der Kurs nicht doch noch unter diese jetzt als Support bestätigte Unterstützungszone fällt, behalten die Bullen ihren Rückenwind. 

Quellenangaben: Neue Zielvorgaben am Kapitalmarkttag, 17.06.2026: https://ir.auto1-group.com/de/nachrichten/auto1-group-gibt-langfristige-ziele-fuer-die-merchant-und-retail-segmente-auf-dem-capital-markets/df8948be-00b8-47aa-a640-0d0500b4a501

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

10.06.2026
08:18 Uhr

AUTO1 Group: Schlüsselzone erreicht – es wird spannend — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 09.06.2026 um 22:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die jüngste Quartalsbilanz des Gebrauchtwagenhändlers AUTO1 Group war überzeugend. Das Wachstum ist seit Jahren konstant, die Analysten sind mehrheitlich bullisch. Aber reicht das aus, um die jetzt erreichte charttechnische Schlüsselzone zu überwinden?

Im ersten Quartal lag der Umsatz der AUTO1 Group um 25,4 Prozent über dem Vorjahresquartal. Der operative Gewinn, gerechnet vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), stieg langsamer, aber bezogen auf das Gesamtjahr wäre man auf Kurs, das eigene Ziel eines EBITDA-Anstiegs zwischen 26 und 39 Prozent zu erreichen. Das ist schon mal gut.

Was die Meinungen der Experten zu dieser Aktie angeht, hätte man als Käufer grundsätzlich Rückenwind. 11 von 15 Analysten, die die Aktie regelmäßig einschätzen, betrachten sie als kaufenswert. Und das durchschnittliche Kursziel liegt mit gut 30 Euro weit über dem derzeitigen Niveau der Aktie, die bis vor wenigen Wochen sogar unter dem niedrigsten aller aktuellen Analysten-Kursziele (20,45 Euro) notierte. Da müsste der Weg zurück nach oben doch eigentlich ein leichter sein … oder?

Expertenmeinung: Dass er das offenbar nicht ist, sehen wir im Chartbild. Seit gut zwei Wochen ringt der Kurs mit einer mittelfristigen, charttechnischen Schlüsselzone. Ein Ausbruch darüber würde den Weg freigeben … aber offenbar sind bislang genug Akteure der Ansicht, dass mehr als das, was die Aktie seit ihrem Tief vom März (14,46 Euro) aufgeholt hat, nicht drin ist, und bremsen den Anstieg aus, sei es durch normale Verkäufe, sei es durch aktive Leerverkäufe in der Erwartung eines Abwärtsschwenks.

AUTO1 Group Aktie: Chart vom 09.06.2026, Kurs 22,20 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
AUTO1 Group Aktie: Chart vom 09.06.2026, Kurs 22,20 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS

Es geht um eine Chartzone, die es in sich hat. Zum einen ist der Kurs an die Zone zwischen 22,56 und 23,16 Euro gestoßen, die die unteren Wendemarken aus der Zeit zwischen Juni und November 2025 erfasst. Darüber hinaus wartet knapp darüber, bei momentan 23,83 Euro, die 200-Tage-Linie. Und dieser Bereich liegt zudem auf dem Niveau einer 50-Prozent-Korrektur der großen Abwärtsbewegung zuvor, wäre also grundsätzlich auch ein Punkt, an dem die Aktie nach unten abdrehen könnte.

Dass dieses letztere Szenario weiter denkbar bleibt, dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass die Analysten der AUTO1 Group zwar weiteres Wachstum zutrauen, die Bewertung für den geschätzten Gewinn pro Aktie des laufenden Jahres mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 33 auf diesem Kursniveau aber bereits eher üppig ist. Will heißen: Sollte die Aktie zurück ins „Oberhaus“, in die obere Hälfte der Handelsspanne, laufen, wäre sie schnell teuer bis ggf. zu teuer bewertet.

Was es bräuchte, wären frische Zahlen seitens des Unternehmens, die das erhoffte, konstante Wachstum bestätigen, idealerweise sogar stark genug sind, um eine Anhebung der Gesamtjahresprognose auszulösen. Aber die Ergebnisse des zweiten Quartals bzw. des ersten Halbjahres stehen erst am 29. Juli an … werden die Trader wirklich so lange die Füße stillhalten?

Wohl kaum, das müssen sie aber auch nicht, denn bereits am 17. Juni steht bei der AUTO1 Group ein Kapitalmarkttag an. Da wird man brandaktuelle Einschätzungen aus der Vorstandsetage zu hören bekommen … und damit wäre die Chance groß, dass sich die offene Situation an dieser wichtigen Chartzone schnell löst. Charttechnisch bullisch wäre die Aktie im Fall von Schlusskursen über 24 Euro, ein bärisches Signal wäre der Bruch der April-Aufwärtstrendlinie, aktuell bei 19 Euro, ebenfalls auf Basis des Handelsendes.

Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/AG1.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

14.05.2026
08:09 Uhr

AUTO1 Group: Na also, geht doch … oder? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.05.2026 um 22:35 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Bis Januar hatte ich bei Analysen zur AUTO1 Group darauf hingewiesen, dass die Bewertung gefährlich hoch wurde. Doch dann halbierte sich der Kurs, der Übertreibung nach oben folgte eine nach unten. Gestern kamen Zahlen, die den Weg nach oben zumindest nicht verbauen.

Der Gebrauchtwagenhändler AUTO1 Group wächst stetig weiter. Im ersten Quartal 2026 lag die Zahl der verkauften Fahrzeuge 21,9 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum, der Umsatz stieg um 25,4 Prozent. Das ist beeindruckend. Und das Unternehmen hält an seiner Prognose fest, im Gesamtjahr ein um Sonderfaktoren bereinigtes EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 250 bis 275 Millionen Euro zu erreichen (2025: 197,5 Millionen).

Im ersten Quartal 2026 kam das EBITDA auf 59,8 Millionen, mit ein wenig Steigerung käme man also durchaus in der gesetzten Zielregion an. Was aber auffiel, war, dass dieses EBITDA in den ersten drei Monaten nur 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zulegte, ohne dass in der Pressemeldung erläutert wurde, was genau dazu geführt hat, dass der operative Gewinn derart unterproportional zum Umsatzanstieg ausfiel. Was womöglich auch mit dazu beitrug, dass die AUTO1-Aktie eingangs nicht durchstartete, sondern bis zu 6,4 Prozent nachgab. Was sich indes, wie Sie im Chart sehen, im weiteren Verlauf des Mittwochs-Handels änderte – und zwar deutlich.

AUTO1 Group Aktie: Chart vom 13.05.2026, Kurs 20,66 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
AUTO1 Group Aktie: Chart vom 13.05.2026, Kurs 20,66 Euro, Kürzel: AG1 | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Am Ende des Tages führte ein markanter Aufwärts-Turnaround dazu, dass der Kurs satte 12,9 Prozent höher ins Handelsende ging. Gut möglich, dass der Optimismus auch deswegen siegte, weil die Aktie jetzt eben nicht mehr brenzlig teuer war, sondern – nachdem sich der Kurs in der Spitze zwischen Januar und März mehr als halbiert hatte – mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 30 einem Wachstum, wie man es hier avisiert, angemessen bewertet wäre.

Hinzu kommt, dass die Analysten großenteils trotz der Korrektur bullisch blieben. 11 von 14 Analysten werten hier mit „Kaufen“, das Kursziel liegt mit gut 30 Euro weit über dem aktuellen Kursniveau und nahe am jüngsten Hoch. Das motiviert zum Einstieg. Das Chartbild aber noch nicht.

Und das aktuelle KGV von 30 ist zwar nicht mehr überzogen … aber wirklich billig wäre diese Aktie damit noch nicht. Daher kann die Antwort, ob es nach dem Aufwärtsschwenk des Mittwochs nur noch eine Pflichtübung wäre, das Hoch der Anfang April gestarteten und zuletzt zur Hälfte abverkauften Relief-Rallye bei 21,60 Euro zu überwinden und damit den Weg aus charttechnischer Sicht nach oben freizuräumen, nur „nein“ lauten.

Nein, das ist keineswegs sicher. Ob diejenigen, die am Morgen noch zweifelten und verkauften, durch diesen Turnaround überzeugt wurden, werden erst die kommenden Tage zeigen. Diese Hürde bei 21,60 Euro ist eine, die man gerne klar überboten sehen möchte, bevor man sich über die Long-Seite Gedanken macht. Und es wäre allemal zu überlegen, das dann, wenn, auch nur als charttechnisch geführten Trading-Buy zu tun, denn zwischen 22,56 und 23,16 Euro würde schon die nächste Widerstandszone warten.

Quellenangaben:
Bilanz des 1. Quartals 2026, 13.05.2026:
https://ir.auto1-group.com/de/nachrichten/auto1-group-erzielt-rekordergebnisse-in-q1-2026/3b1a2ed8-9712-4d8d-b9e0-3aa692bd95b6#
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/AG1.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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