Börsenblick

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Indexanalyse:
TecDAX: Was bringt die Charttechnik in einem solchen Umfeld?

Aktuelle Analyse des TecDAX Index

Die Charttechnik ist, anders, als viele unterstellen, keine exakte Wissenschaft. Natürlich gibt es klare Grundregeln. Aber die Auslegung ist dennoch ziemlich frei. Und in dem Moment, in dem es Interpretationsspielraum gibt, wird es knifflig. Denn dadurch versucht jeder in die Charts das hineinzulesen, was er sich wünscht. Der Bulle findet klare Argumente für steigende Kurse, der Bär widerlegt diese Annahme und identifiziert ein und denselben Kursverlauf als bärisch. Wenn man also einen Chart wie den des TecDAX klassisch charttechnisch und auf Basis der Candlestick-Lehre unter die Lupe nimmt, ist derjenige, den man besonders argwöhnisch im Blick haben sollte, man selbst. Sogar die markttechnischen Indikatoren lassen sich oft mit einem „aber“ versehen. Sehen wir uns das mal anhand des TecDAX an.

Der TecDAX schloss zum Wochenauftakt nur 3,12 Prozent im Minus. Das „nur“ ist durchaus berechtigt, denn am Tagestief fehlten 9,8 Prozent zum Freitags-Schlusskurs. Das sieht nach einem Hoffnungszeichen aus. Zumal man im Chart auf Wochenbasis (im Tageschart auch, da die Woche bislang ja nur den Montag umfasst) einen … einem bullischen „Hammer“ im Candlestick-Chart nahe kommenden … Umbrella Doji sehen kann. Der Index schloss deutlich über seinem Tagestief, über dem Eröffnungskurs und verteidigte damit eine Unterstützungszone aus Zwischentiefs vom Sommer und Herbst 2017. Und nicht nur das: Der TecDAX rettete sich durch diese Aufholjagd wieder an die untere Begrenzung der großen, nach rechts offenen Dreiecksformation (Trompeten-Formation), die Sie im ganz langfristigen Chart auf Monatsbasis sehen.

Für einen Marktteilnehmer, der auf eine Long-Einstiegschance hofft oder auch nur die Wende herbeisehnt, weil er/sie das Depot im Zuge des Kursrutsches nicht ausgedünnt hatte, ist das eine klare Sache: Dieser Montag war ein bullisches Signal. Einem „ja, aber“ in Bezug auf die Verkaufssignale der markttechnischen Indikatoren auf Wochen- und Monatsbasis würde jemand, der die Charts bullisch interpretiert, entgegnen: Aber sie sind nicht mehr überkauft und würden, wenn der TecDAX jetzt nach oben dreht, schnell bullische Signale generieren und wieder viel Luft nach oben aufweisen. Wogegen man nichts einwenden kann, das ist schon richtig.

Ein bärischer Marktteilnehmer, womöglich hoch auf der Short-Seite investiert, dürfte diese Charts indes ganz anders betrachten. Da würde hervorgehoben, dass der TecDAX durch die deutlich markantere Supportzone 2.375/2.405 Punkten durchging wie Butter, die am Montag zum Schlusskurs verteidigte Unterstützung weniger wichtig sei und die Woche ohnehin gerade erst angefangen hat. Bärische Anleger würden zudem darauf hinweisen, dass der Index nachbörslich wieder über zweieinhalb Prozent an Boden verlor, weil sich der Auslöser der Aufholjagd des Nachmittags, nämlich der Stabilisierungsversuch der Wall Street, zum dortigen Handelsende in Richtung neuer Tagestiefs auflöste. Wer hat Recht?

TecDAX Chart auf Wochenbasis vom 16.03.2020, Kurs 2.286,73 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

Die Antwort lautet: Die Seite, die am Ende Recht bekommt. Was nach einer dummen Antwort klingt, aber genau das ist die Crux der Charttechnik bzw. der Technischen Analyse an sich. Sie ist weder eine exakte Wissenschaft, weil man vieles von beiden Seiten betrachten kann, noch sind ihre Aussagen zwingend. Und in einem Umfeld, wie wir es momentan sehen, kann sie nicht die ansonsten respektable Verlässlichkeit aufweisen, einfach, weil viele sich im Augenblick nicht um diese Aspekte scheren, sondern die blanke Angst in beiden Lagern zu wilden Sprüngen führt, deren Reichweite und Dauer niemand absehen kann.

In einem solchen Umfeld kann die Charttechnik daher nur ein mit Vorsicht zu genießender Leitstrahl sein, nicht aber eine klare Handlungsvorgabe. Zumal nicht nur die kritische Nachrichtenlage aktuell unberechenbare Reaktionen auslösen kann, sondern auch der Umstand, dass am Freitag der „dreifache Hexensabbat“ ansteht, die Abrechnung von Futures und Optionen mit Laufzeit März. Ein Ereignis, das schon in normalen Zeiten für hohe Umsätze und steigende Volatilität sorgt. In diesem Umfeld aber ist damit jetzt nichts mehr unmöglich, das gilt für Verkaufs- genauso wie für Kaufwellen. Der TecDAX beendete den Montag mit Argumenten für beide Lager … das Fechten mit offenem Visier wird also weitergehen, während beide Seiten hoffen, zum Ende der Woche für klare Verhältnisse zu ihren Gunsten sorgen zu können.

TecDAX Chart auf Monatsbasis vom 16.03.2020, Kurs 2.286,73 Punkte, Kürzel TDX | Online Broker LYNX

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