Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
MDAX: Selloff … und das ist immer noch keine Panik!

Man sagt, es bräuchte eine echte Panik, um erwarten zu dürfen, dass ein Tief nahe ist. Und wenn nicht das, so doch zumindest eine Bodenbildung, weil dann auch der letzte verbliebene Bulle, der immer wieder in das fallende Messer hinein zugekauft hat, aufgibt und dem Markt dadurch dann die Verkäufer ausgehen. Das ist aber nur teilweise wahr.

Es mag schon sein, dass die normalen Anleger dann innerlich kapituliert haben, an einem Tag, an dem sich ein ohnehin laufender Abwärtstrend noch intensiviert, weil blanke Panik um das eigene Ersparte dazu führt, dass Investoren ihre Aktien unlimitiert auf den Markt werfen, nur, um sich von dem Druck, der durch die anschwellenden Verluste entsteht, zu befreien.

Und auf der Gegenseite, da ist an einem solchen Tag natürlich kaum jemand, der in den freien Fall hinein die Hand aufhält und kauft, weil das zuvor einfach zu oft schiefging. Dann wären die Kurse so niedrig, dass besonnene Investoren erkennen, dass der Markt übertrieben hat, der geplatzten Hausse-Blase die Übertreibung nach unten folgte und mittelfristig herausragende Gewinne erreichbar wären, würde man kaufen, wo andere noch in Panik aussteigen. Soweit die Theorie. Nur vergisst man bei solchen Gedanken gleich drei Aspekte:

Erstens ist Panik relativ. Einem starken Abverkauf kann grundsätzlich am Folgetag ein noch stärkerer folgen. Es gibt kein Maß, das man ansetzen könnte, um den Selloff als panisch und zugleich als den letzten Abverkauf einzustufen. Drei, vier Prozent? Fünf … oder gar zehn?

Zweitens müssten die Rahmenbedingungen bereits eine Stabilisierung zeigen. Erst dann ließe sich konstatieren, dass ein Selloff eine Übertreibung nach unten wäre. Aber da ist derzeit zu befürchten, dass die großen Probleme erst noch kommen. Der Unfriede, den die US-Regierung im Welthandel ebenso wie in der Außenpolitik schürt, wird nicht geringer.

Der bisherige Schaden, den man im Weißen Haus der US-Wirtschaft zufügt und der auf Europa ausstrahlt, könnte sehr wohl erst ein Anfang sein. Die Perspektiven für die Weltwirtschaft wären daher nicht angetan, bereits jetzt einen Boden am Aktienmarkt insgesamt und beim MDAX im Besonderen zu unterstellen.

Und Drittens macht die Hoffnung, dass eine Woche wie diese eine tadellose Basis für ein Tief wäre, die Rechnung ohne die Leerverkäufer. Denn auch, wenn der letzte Optimist von Bord gegangen ist und verkauft hat, können die Bären weiter Aktien leer verkaufen und den Index dadurch auch ohne die Verläufe „normaler“ Anleger weiter drücken. Und warum sollten sie jetzt mit ihrem Druck auf den MDAX aufhören?

Chart auf Wochenbasis vom 06.12.2018, Kurs 22.447,75 Punkte, Kürzel MDAX | LYNX Online Broker

Das wäre dann wahrscheinlich, wenn es an der Wall Street zu einer glaubwürdigen Stabilisierung kommen sollte. Dann dürfte man seitens der Bären die nahe Unterstützungszone 21.500/21.950 Punkte sehen und sich sagen, dass ein Niveau von 500 bis 1.000 Punkten darüber mit Blick auf die vom Montags-Hoch gerechnet 1.600 Punkte, die der Index binnen kürzester Zeit abgegeben hat, ein gutes Niveau wäre, um die leer verkauften Aktien zumindest teilweise einzudecken.

Das würde den MDAX umgehend höher ziehen, könnte sogar eine sehr starke Rallye bedeuten. Aber wehe, wenn die US-Börsen ihren Anstieg nicht stoppen! Denn dann wird aus einem vermeintlichen Kursziel 21.500/21.950 Punkte die Etappe, das Sprungbrett 21.500/21.950 Punkte. Dann würde man im Bären-Lager erkennen, dass diese Zone durchdringbar ist, die Verkäufe dann auch mittel- und langfristiger Anleger auslösen kann. Dann könnte der Ausverkauf also erst richtig losgehen … und die nächste potenzielle Haltemarke läge dann erst um die runde 20.000 Punkte-Marke.

Das könnte dann womöglich eine finale Panik sein, final alleine deswegen, weil die Bären dann der Versuchung nicht mehr widerstehen könnten, ihre dann noch weitaus gewaltigeren Gewinne einzustreichen und ihre Eindeckungen den MDAX dann wieder nach oben tragen.

Fazit: Das, was dieser Donnerstag zeigte, war zwar ein sehr schwacher Tag, aber noch finden sich keine Hinweise darauf, dass das tief in unmittelbarer Reichweite sein müsste.

Chart auf Tagesbasis 06.12.2018, Kurs 22.447,75 Punkte, Kürzel MDAX | LYNX Online Broker

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