Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
MDAX: Mit offenem Visier in den Wahltag

Dass eine Wahl in den USA die deutschen Aktien mehr durcheinander wirbeln kann als eine Wahl im eigenen Land, ist nicht neu. Und es ist auch nachvollziehbar. Denn was in den USA entschieden wird, beeinflusst die gesamte Welt. Und gerade jetzt sitzt da ein Mann im Weißen Haus, der bereits viele Probleme ausgelöst bzw. geschaffen hat.

Die deutsche Wirtschaft, das haben die ungewöhnlich zahlreichen Gewinnwarnungen im Vorfeld der laufenden Saison der Quartalsbilanzen gezeigt, spürt die Auswirkungen von Donald Trumps Handelspolitik bereits jetzt. Obwohl Trump sich Europa noch gar nicht richtig vorgenommen hat. Was er aber wohl bald nach diesen heute anstehenden Zwischenwahlen nachholen wird.

Ein Grund, warum man in Europa so nervös ist, dürfte auch darin liegen, dass der Verlust der republikanischen Mehrheit im Repräsentantenhaus und, wenn es besonders heftig käme, auch im Senat, ihn zwar in vielerlei Hinsicht erheblich in seinen Plänen beschneiden würde. Aber Strafzölle zu verhängen, fiele nicht in den „genehmigungspflichtigen“ Bereich des Parlaments. Und wer weiß, womöglich würde Mr. Trump diesen Weg nur noch aggressiver gehen um zu beweisen, dass diejenigen, die ihm bei dieser Wahl einen Denkzettel verpassten, Unrecht haben?

Ausschließen sollte man das besser nicht. Auch, wenn die US-Wirtschaft längst selbst die Auswirkungen dieser Vorgehensweise spürt und diesen Konflikt lieber heute als morgen beendet sehen möchte. Das hat den Präsidenten bislang nicht gekümmert, es würde überraschen, wenn es ihn nach der Wahl kümmern würde.

Die Marktteilnehmer sehen die bisherigen Auswirkungen von Trumps Politik und fragen sich natürlich, was da noch kommt. Immerhin zielen dessen „Deals“ darauf ab, dass die USA daraus mit erheblichen Vorteilen hervorgehen, so dass man den Eindruck gewinnt, dass die EU immer auf der Verliererseite stünde, ob sie jetzt widersteht oder nachgibt. Nur dass die Folgen in letzterem Fall nachhaltiger sein könnten. Aber sieht man nicht anhand der letzten Handelstage, dass die Akteure im MDAX, der besonders viele Unternehmen mit hohem Exportanteil listet, wieder zuversichtlich werden?

Richtig ist zwar, dass der MDAX in der vergangenen Woche kräftig zugelegt hatte. Aber die Frage ist, ob das nicht vor allem Leerverkäufer bzw. in Futures Short agierende Akteure waren, die ihre Gewinne vor diesem so entscheidenden Tag mit völlig offenem Ausgang sichern wollten. Denn auch, wenn es so gelang, die wichtige, aus dem Jahr 2011 stammende Aufwärtstrendlinie zu verteidigen, wie der Chart auf Wochenbasis zeigt:

Chart auf Wochenbasis vom 05.11.2018, Kurs 24.250,56 Punkte, Kürzel MDAX

Am Freitag wurden zeitweise deutlich höhere Gewinne abverkauft, am Montag ging es abwärts. Und das, das sehen Sie im Chart auf Tagesbasis, genau an der ersten nennenswerten Charthürde, die sich den Bullen in den Weg stellt, am vorherigen Jahrestief aus dem Februar bei 24.800 Punkten.

Das deutet an, dass die Bären ihre Position durchaus zu verteidigen imstande sind. Ob sie es auch nach der Wahl tun, wenn am Mittwochmorgen klar ist, ob und wie deutlich Donald Trump in seinen Plänen eingeschränkt wird? Das ist völlig offen, schon die überraschenden Reaktionen nach der Wahl 2016 zeigten ja: Wenn das Ergebnis vorliegt, regieren Emotionen und Sachzwänge großer Adressen, aber ganz sicher nicht Logik und Besonnenheit.

Ob der MDAX dann in den erneuten Sinkflug übergeht oder mit einem Riesensatz über die nächstliegenden Widerstandslinien springt, niemand könnte es vorhersagen, daher: Ausgerechnet jetzt größere Positionen einzugehen wäre ein nicht kalkulierbares Wagnis!

Chart auf Tagesbasis vom 05.11.2018, Kurs 24.250,56 Punkte, Kürzel MDAX

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