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Indexanalyse:
MDAX: Was tief fällt, kann eben auch hoch steigen

Aktuelle Analyse des MDAX Index

In den USA herrscht blanke Panik. Nicht die der Baisse, sondern die, die nicht selten mitten während einer Baisse aufkommt: Kaufpanik. Obwohl die Zahlen der bestätigten Erkrankungen dort explodiert und auch nur die getesteten Menschen erfasst, die Zahl der Opfer rapide steigt: Man will dem Präsidenten glauben und zudem, das Geld im Notfall alles repariert. Und wer in Panik unten ausgestiegen ist und plötzlich sieht, dass z.B. der Dow Jones binnen drei Tagen 25 Prozent höher steht (was der Performance von zwei guten JAHREN entspricht) ist das Entsetzen groß: Unten mit Riesen-Minus verkauft und jetzt diese Rallye, so dass man Tausende Dow-Punkte schon „verloren“ hat, das ist die Basis einer Kaufpanik. Und wenn die Emotion Panik erst mal da ist, denken nur wenige daran, dass das Ausmaß des Kurssprungs und die Lage nebst Perspektiven nicht zueinander passen wollen und es doch zumindest mal zu einem Rücksetzer kommen müsste. Es ist interessant, dass diese Panik zwar in Ansätzen auch am deutschen Aktienmarkt zu spüren ist, die Anleger hier aber entweder bessere Nerven haben oder einfach klarer erkennen, wie heftig die Probleme sein werden, diese jetzt noch in voller Fahrt befindliche Abwärtsbewegung der Wirtschaft zu reparieren.

Der MDAX stieg am Donnerstag am weitesten unter den großen deutschen Indizes … aber er blieb dennoch weit hinter dem zurück, was sich momentan an der Wall Street abspielt. Trotzdem sind sich viele sicher: Das war das Tief, die Wende ist so gut wie vollzogen. Denken sie das … oder wünschen sie es sich bloß? Denn natürlich hofft jeder, ob Privatanleger oder große Adresse, dass der Level, auf dem man kauft, nicht wieder unterboten wird, sondern es im Gegenteil ab sofort schnell und weit höher geht. Aber das müssten dann andere erledigen. Die, die noch nicht gekauft haben. Kommt es so?

Wären die Rahmenbedingungen dergestalt, dass man in wenigen Tagen mit positiven Nachrichten rechnen könnte, wäre das möglich. Aber das ist nicht besonders wahrscheinlich, das Gegenteil schon. Und da stellt sich die Frage, auch, wenn der MDAX nicht so schnell und weit gelaufen ist wie die US-Indizes: Warum sollte, wer relativ weit unten eingestiegen ist, in einem solchen Umfeld, nach so rasanten Gewinnen, diese nicht mitnehmen? Eigentlich müsste man daher mit Verkäufen statt mit weiteren Käufen rechnen. Jetzt ist da zwar der Faktor der computergesteuerten Handelsprogramme. Die kaufen oder verkaufen blind und konsequent entlang des kurzfristigen Trends, egal, in welche Richtung der läuft. Aber auf Dauer können sie nicht gegen die Rahmenbedingungen laufen, irgendwann werden sie ausgebremst. Immerhin geht es hier nicht um eine Delle durch den Handelskrieg oder ein nachlassendes Wachstum. Es geht um ein Szenario, das schwieriger in den Griff zu bekommen sein könnte als das 2008/2009. Und noch etwas übersehen die Käufer:

Was extrem schnell und weit fällt, kann auch extrem schnell und weit steigen. In der Relation zu diesem Kurseinbruch sehen wir, auch, wenn es wirkt, als würde der MDAX gerade explodieren, nur die Dimension einer normalen Gegenbewegung. Was man auch daran erkennt, dass der Index im Wochenchart zwar ziemlich stark daherkommt, mit einem „bullish engulfing pattern“ um den Doji der Vorwoche und knapp über der Widerstandslinie in Form des Tiefs von Ende 2018/Anfang 2019. Aber eben nur knapp darüber.

MDAX Chart auf Wochenbasis vom 26.03.2020, Kurs 21.426,13 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX

Und die Punkte, an denen man damit rechnen könnte, dass die Bären wieder aktiv werden und diese Linien verteidigen, sind noch gar nicht erreicht: Die 20-Tage-Linie, am Donnerstag bei 21.880 Punkten gelegen. Und das Gap, die Kurslücke, die am 12. März entstand und zwischen 21.600 und 22.640 Punkten liegt. Warum sollten die Leerverkäufer, die „Bären“ vorher dagegenhalten? In starken Kaufdruck Short zu gehen bewegt nichts. Wenn die Bullen müde werden, Gewinnmitnahmen einsetzen und der Rallye den Schwung nehmen, dann erst lohnt eine Attacke. Die US-Indizes sehen ähnlich aus. Jetzt sind es die Bären, die den Trend im Rücken haben und nicht nur die Argumente. Jetzt sind sie es, die sich gute Nerven leisten, die warten können. Man sollte daher nicht zu sicher sein, dass die von so vielen erhoffte Wende wirklich bereits jetzt abläuft.

MDAX Chart auf Tagesbasis vom 26.03.2020, Kurs 21.426,13 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX

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