Börsenblick

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Indexanalyse:
MDAX: Ein „ja, aber“ könnte die Bullen retten

Aktuelle Analyse des MDAX Index

Derzeit könnte man jeden Bericht über den MDAX mit „eigentlich“ beginnen, ob man nun bullisch oder bärisch ist. Denn eigentlich laufen die Bullen auf eine kalte Dusche zu, weil die anstehenden Quartalsergebnisse der 60 in diesem Index gelisteten Unternehmen die Vorschusslorbeeren, die die Akteure den Kursen mit diesem Sturmlauf der letzten knapp 13 Monate verliehen haben, nie rechtfertigen können. Eigentlich könnte das den Bullen aber, zumindest noch, egal sein, denn sie hätten ein „ja aber“ zur Hand:

Ja, die Bilanzen des vierten Quartals 2019 können noch keine Wunder wirken. Aber das, worauf die Trader im vergangenen Jahr so fleißig hin vorgekauft haben, konnte sich ja auch bis zum Ende des vierten Quartals noch gar nicht auswirken, weder der vollzogene BrExit noch Trumps Phase I-Deal. Eigentlich wäre das jedoch nur eine Befristung der vorgenannten kalten Dusche, es sei denn, die am Aktienmarkt derzeit außer Betrieb genommene Logik hätte sich auch in der Realwirtschaft verabschiedet.

Denn eigentlich (Sie sehen, das Wort ist hartnäckig) müsste allen langsam klar sein, dass Trumps Phase I-Deal auf dem Rücken der europäischen Exporteure ausgetragen wird und daher nicht zu erwarten wäre, dass die zuletzt so schwachen Exporte jetzt auf einmal durchstarten. Sogar EZB-Chefin Christine Lagarde hatte das gestern im Zuge der EZB-Pressekonferenz angesprochen. Auch kann man eigentlich nicht überhört haben, dass sich Mr. Trump jetzt die EU in Sachen Handel vorknöpfen will. Was bedeuten würde, dass sich die Lage für die vielen stark exportlastigen Unternehmen im MDAX leicht noch verschlechtern kann, während man den MDAX am Aktienmarkt ein Jahr lang immer höher zog, gut 40 Prozent über das Tief von Weihnachten 2018.

Wenn man zugleich realisiert, dass die die Aufträge ausbremsende Verunsicherung in Sachen Großbritannien nur für die Dauer der Übergangsfrist gedämpft ist, vieles aber dennoch nicht begonnen oder fortgeführt wird, wenn man nicht weiß, wie es nach der Übergangsfrist weitergeht, sehen wir bislang nur gestiegene Hoffnungen, die auf eine unverändert trübe Lage treffen. Doch jetzt kommt das „ja, aber“ ins Spiel:

MDAX Wochenchart vom 23.01.2020, Kurs 28.480,53 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX

Das bullische Lager kann all das tadellos vom Tisch wischen, indem man hervorhebt, dass diese Zahlen des vierten Quartals die (imaginäre) revolutionäre Verbesserung der Perspektive noch nicht widerspiegeln können. Frühestens die nicht vor Ende April anrollenden Ergebnisse des ersten Quartals 2020 könnten eine Verbesserung zeigen. Und da das noch lange hin ist, ließe es sich trefflich weiter kaufen und die „magische Marke“ von 30.000 Punkten angehen. Wundern würde es mich nicht, wenn man die erreichen würde. Die obere Begrenzung des Ende 2018 begonnenen Aufwärtstrendkanals würde die 30.000 Punkte etwa in der zweiten Märzwoche kreuzen, weit vor dem Zeitpunkt also, an dem langsam alle Ausreden versagen.

Aber um die Flamme der Hoffnung aufrechtzuerhalten, darf den Bullen die Lage auf kurzfristiger Ebene nicht entgleiten. Denn sollten die Notierungen auch einmal deutlicher abrutschen, kommt den Akteuren gemeinhin mit den Gewinnen zeitgleich auch die Zuversicht abhanden. Und da sind die Käufer jetzt gefragt:

MDAX Tageschart vom 23.01.2020, Kurs 28.480,53 Punkte, Kürzel MDAX | Online Broker LYNX

Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass der MDAX sich zwar Mitte Dezember über den August-Aufwärtstrendkanal nach oben abgesetzt hat, sich aber nie von der oberen Begrenzung des Trendkanals lösen konnte. Bislang hat das Touchieren der 20-Tage-Linie immer wieder Käufe ausgelöst, die den Index zum Handelsende wieder aus dem Trendkanal heraus zogen. Aber jetzt liegen diese beiden Linien nahezu auf einem Punkt bei 28.480/28.500 Punkten. Genau dort also, wo der MDAX am Donnerstag zum Handelsende aufsetzte.

Gelingt es, den Kahn wieder flott zu machen, kann diese Kombination aus „eigentlich“ und „ja aber“ den Index auch über das jüngste Rekordhoch heben. Aber sollte der MDAX heute oder Anfang kommender Woche einen Rallye-Versuch starten, der abverkauft wird, sollte er dann unterhalb des gestrigen Tagestiefs (28.455 Punkte) schließen und dadurch wieder in den August-Trendkanal zurückfallen, wäre aus charttechnischer Sicht gleich Spielraum bis an dessen untere Begrenzung bei derzeit knapp 26.750 Punkten. Die Bullen sollten also in ihrem eigenen Interesse tunlichst nicht versagen.

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