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Aktuelle Analyse:
McDonalds: Darüber sollte man sich im Klaren sein

McDonalds ist der umsatzstärkste Fast-Food-Konzern der Welt. Das im Jahr 1940 gegründete Unternehmen ist Betreiber und Franchisegeber von über 36.000 Schnellrestaurants in mehr als 120 Ländern der Welt.

Inzwischen werden über 90% Großteil der Filialen per Franchise-Vertrag von selbstständigen Unternehmern geführt.

Seit der Finanzkrise geliebt…

McDonalds gilt als Basisinvestment und die Performance während der Finanzkrise konnte wohl auch den letzten Kritiker umstimmen. Als der Markt regelrecht kollabierte, gab die Aktie nur wenige Prozent nach. Gegessen wird schließlich immer.

Seitdem ist McDonalds ein Börsenliebling, doch was Viele übersehen, ist die fundamentale Entwicklung und die Tatsache, dass die Aktie in den 10 Jahren zuvor quasi auf der Stelle getreten ist.

Beide Tatsachen sind doch recht erstaunlich, denn der Gewinn legte in den 10 Jahren bis 2008 durchschnittlich um 12,4% zu. Von 2008 bis heute kommt man lediglich auf 7,6%.

… doch zu Recht?

Blickt man auf die Umsatzzahlen, wird es allerdings eher unerfreulich. Bis 2013 sind die Einnahmen kontinuierlich gestiegen, von 23,5 auf 28,1 Mrd. USD.
Seitdem geht es ebenso konstant abwärts, denn im Vorjahr wurden nur noch 22,8 Mrd. USD erzielt und in den letzten 12 Monaten 21,6 Mrd. USD.

Der Hauptgrund dafür ist ein Strategiewechsel, der im Jahr 2015 beschlossen wurde. Es war eine Reaktion auf die ab 2013 stark rückläufigen Gewinne. Das Nettoergebnis sank in diesem kurzen Zeitraum von 5,58 auf 4,53 Mrd. USD.

Man musste also reagieren. Um die operative Marge zu steigern, sollte der Franchise -Anteil an allen Standorten von 80% auf 95% steigen. McDonalds möchte zukünftig vor allem ein Immobilienunternehmen sein.

Nach den Worten des CEO verkauft man den Franchisenehmern eigentlich nur Burger, damit sie die Miete zahlen können.

Selbst will man nur die profitabelsten Standorte behalten. Das hört sich im ersten Moment nach einer guten Idee an, ist es aber wahrscheinlich nicht.

Denn man verzichtet in diesem Zuge natürlich auch auf Gewinne, sonst würde schließlich niemand ein McDonalds-Restaurant betreiben.

Tatsächlich sind die Margen zwar spürbar gestiegen, doch der Unternehmensgewinn liegt noch immer unter dem aus dem Jahr 2013. Die Aktie notiert allerdings nahezu 100% höher.

Ausblick und fundamentale Bewertung

Das Ergebnis je Aktie konnte zwischenzeitlich nur durch massive Aktienrückkäufe befeuert werden. Daran ist natürlich nichts Verwerfliches, man darf aber durchaus die Frage stellen, ob so wirklich ein Mehrwert geschaffen wird.

Schließlich kauft man eigene Aktien zurück, während der Umsatz sinkt und das Nettoergebnis seit Jahren stagniert.

Gleichzeitig ist die Verschuldung seit Ende 2014 geradezu explodiert und von 14,9 auf 30,7 Mrd. USD gestiegen. Allein in den letzten 12 Monaten sind noch einmal 2,3 Mrd. USD hinzugekommen.

Die Börse scheint diese Probleme vollkommen zu ignorieren. Denn die Bewertung steigt immer weiter.

Am Jahreshoch lag die P/E bei 26, dem höchsten Wert seit der Jahrtausendwende. Anschließend lief die Aktie über Jahre seitwärts, das sollte einem zu denken geben.

Im laufenden Geschäftsjahr kommt McDonalds auf eine P/E von 21,8 nach durchschnittlich 20,0 in den letzten fünf Jahren.
Der historische Normalwert liegt aber bei 17-18, und das in Zeiten als das Gewinnwachstum noch höher war.

Bleibt nur noch der Immobilienbestand als mögliche Rechtfertigung, für die doch recht sportliche Bewertung.

Was sind die Immobilien Wert?

Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Aus der Bilanz kann man keine Rückschlüsse ziehen, denn tatsächlich ist der Buchwert negativ und wäre ohnehin keine Hilfe.

Die kursierenden Schätzungen gehen von 40 Mrd. USD aus und vielleicht sind es auch 45 oder 50 Mrd. USD. In jedem Fall ist es weitaus weniger als der Börsenwert von 130 Mrd. USD.

Doch am Ende spielt das gar keine Rolle. Was zählt, sind die Mieteinnahmen und der daraus resultierende Ertrag. Doch dieser ist bereits im gemeldeten Unternehmensgewinn enthalten.

An der Bewertung ändert sich somit nichts.

Es bleibt noch eine letzte Option

Und die wäre eine Abspaltung des Immobilienvermögens in einen REIT. In den USA müssen REITS nahezu keine Steuern zahlen, ihren Gewinn im Gegenzug aber größtenteils an die Eigentümer ausschütten. Unter dem Strich würde also deutlich mehr bei den Aktionären ankommen.

Das Problem ist allerdings, dass der Vorstand diese Option wiederholt abgelehnt hat. Wahrscheinlich möchte man keine Macht abgeben.

Die Idee und Argumente für einen REIT sind aber alles andere als neu, denn über die Jahre hat eine ganze Reihe von Investoren auf diesen Schritt gedrängt und musste sich geschlagen geben.

Zusammenfassend ist die Bewertung also eher zu hoch und nur plausibel, wenn man auf eine Abspaltung des Immobilienvermögens spekuliert. Das scheint aber unwahrscheinlich und würde wohl nur US-Investoren wirklich helfen.
Denn für deutsche Investoren fällt bei Dividenden aus US REITS die doppelte Quellensteuer, also 30% an. Der Dank gebührt wie immer unserem Staat.

Charttechnik

Kurzfristig sieht es dennoch gut aus. McDonalds scheint über 155 USD einen Boden ausgebildet zu haben.
Oberhalb von 165 USD ist es zu einem Kaufsignal gekommen und es bestünde grundsätzlich Potenzial bis 171 USD und darüber bis 175 USD.

Man sollte allerdings Vorsicht walten lassen, denn Ausbrüche über diese Marken wurden offensichtlich bereits mehrfach wieder abverkauft.

Antizyklische Einstiegsmöglichkeiten liegen bei 157,50 und 150 USD.

20180926-mcdonalds-die-besten-zeiten-sind-vorbei20180926-mcdonalds-die-besten-zeiten-sind-vorbei-wochenchart

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