Börsenblick

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Aktienanalyse:
Henkel: Die Käufer halten die Stellung – ein gutes Signal

Aktuelle Analyse der Henkel Aktie

Die am Donnerstag veröffentlichte Bilanz des dritten Quartals sorgte bei der ansonsten eher gemütlichen Henkel Vorzugsaktie für einen bewegten Tag. Vorab lässt sich dabei festhalten: Es wurde klar, dass der Weg nach oben recht steinig ist, aber das Lager der Käufer ist präsent und noch willens und imstande, auch kurzfristig relevante Unterstützungen zu verteidigen.

Die Zahlen selbst waren insofern interessant, als sie eine minimal bessere Preisstärke indizierten als gedacht. Was indes bleibt ist die Erkenntnis, dass auch der Konsumgüterbereich vom Margendruck nicht verschont bleibt. Henkels Umsatz lag mit 5,08 Milliarden Euro minimal über dem des Vorjahres (5,04 Milliarden), aber knapp unter der durchschnittlichen Expertenschätzung von 5,11 Milliarden. Dafür gelang es aber, mit als EBIT gerechnet 850 Millionen Euro etwas mehr zu verdienen als von den Analysten geschätzt (840 Millionen). Dennoch blieb das EBIT klar unter dem Vorjahresniveau von 926 Millionen Euro. Basis dessen war eine bereinigte EBIT-Marge, die von 18,4 Prozent im dritten Quartal 2018 auf 16,7 Prozent zurückging. Aber immerhin, es gab keine unerfreulichen Überraschungen. Nichtsdestotrotz war der Handel daraufhin recht bewegt und bemerkenswert.

Expertenmeinung: Zunächst kam es zum Handelsstart zu einem kräftigen Plus, das aber schon nach einer Viertelstunde auf Verkäufe traf. Die Aktie rutschte in die Verlustzone und blieb dort zunächst. Aber als der Bereich 92,50/93,00 Euro erreicht wurde, verschwand der Abgabedruck. Der Kurs bildete einen kleinen Boden und holte das Minus sukzessiv wieder auf. Im Chart präsentiert sich dadurch ein „long legged doji“, eine Kerze mit einer großen Handelsspanne, aber einer geringen Distanz zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs, wobei beides oberhalb des Vortages-Closings liegt.

Am Ende haben sich die Verkäufer also nicht durchsetzen können. Interessant ist, wo dieser Doji im Gesamtbild liegt: Sie sehen, dass die Henkel-Aktie in dem Moment auf Abgabedruck traf, als die obere Begrenzung des im Sommer etablierten Aufwärtstrendkanals touchiert wurde. Es finden sich also derzeit genug Akteure, die der Aktie nicht zutrauen, diesen Kanal nennenswert nach oben zu durchbrechen und deswegen diesen Level als gute Gelegenheit für Gewinnmitnahmen sehen. Damit ist diese momentan um 97,40 Euro verlaufende Linie ein wichtiger Widerstand, zumal die Aktie dort bereits in der vergangenen Woche abgewiesen wurde. Aber:

Auf der anderen Seite zeigt das Aufholen der Abschläge, dass das bullische Lager nicht der Ansicht ist, dass die Aktie bis an die mittelfristig entscheidenden Unterstützungen in Form der im Oktober zweimal getesteten 200-Tage-Linie (89,30 Euro) oder der unteren Begrenzung des Trendkanals bei derzeit 85,70 Euro zurück kommen müsste, um kaufenswert zu sein. Das ist ein positives Signal, wenngleich mit einer Achillesferse. Es indiziert, dass die Käufer derzeit entschlossener wirken, so dass ein Befreiungsschlag aus dem Trendkanal nach oben denkbar wäre. Aber es macht eben auch klar, dass diese Rückkäufe des Nachmittags nicht kurzfristig durch erneute Abgaben egalisiert werden dürfen, denn dann würden diejenigen, die Henkel zum Handelsende doch noch zu einem Plus verhalfen, wohl erst wieder im Bereich der vorgenannten, mittelfristigen Auffanglinien um 89,30 bzw. 85,70 Euro zugreifen.

Henkel Aktie Chart vom 14.11.2019, Kurs 95,00 Euro, Kürzel HEN3 | Online Broker LYNX

Ronald Gehrt

Ronald Gehrt

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnnist in zahlreichen Funktionen aktiv, aktuell ist er u.a. Chefanalyst des Börsendienstes Stock Selection Europe bei Finanzen100. Dabei versteht sich Gehrt als Allrounder, der in der fundamentalen, volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie im Bereich der verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse.
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