Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Dow Jones: Verzweifelte Rettungskäufe – kann das klappen?

Wie sinnvoll ist es, mit einem Pappbecher Wasser aus einem leckgeschlagenen Boot zu schöpfen, obwohl das Leck, welches das Wasser ins Boot laufen lässt, immer größer wird? Es wirkt keineswegs sinnvoll, im Gegenteil. Die US-Investoren, die verbissen auf der bullischen Seite verblieben sind, versuchen es trotzdem.

Der Grund dürfte sein, dass man um jeden Preis verhindern will, dass das US-Index-Flaggschiff Dow Jones erneut unter die 200-Tage-Linie fällt. Denn das wäre ein derart negatives Signal, dass man fürchtet, dass das Boot dann nicht nur schneller vollläuft, sondern auseinanderbricht. Die Käufe im Vorfeld der US-Wahlen, diese mit der Brechstange erzwungene Rallye am Tag danach, auf Basis des angeblichen Sieges des Präsidenten: längst dahin.

Es brauchte nur vier Handelstage, um diesen gesamten Kursanstieg wieder zu eliminieren. Und am Mittwoch gelang es nur, die bei 25.100 Punkten verlaufende 200-Tage-Linie so gerade eben zu halten. Am Donnerstag wurde diese für viele Investoren als Scheidemarke zwischen bullisch und bärisch dienende Linie zeitweise noch deutlicher unterboten, bis 24.788 Zähler ging es abwärts.

Doch dann kam, nachdem sich die Verteidiger mühsam bis zur Sitzungsmitte wieder von unten an diese Linie herangekämpft haben, aus dem Nichts heraus eine Kaufwelle, die den Index binnen weniger als 20 Minuten um ganze 300 Punkte höher katapultierte. Über die runde 25.000 Punkte-Marke, über die 200-Tage-Linie, heraus aus der Gefahrenzone. Zumindest hofften die Käufer das.

Expertenmeinung: Die dahinterstehende Motivation ist klar: Zum einen hat der US-Präsident seine Aktivitäten unmittelbar mit dem Aktienmarkt verknüpft. Ein leichtsinniges Vorgehen, denn kippt der Aktienmarkt, werden viele das als sein Versagen sehen. Zum anderen haben äußerst viele der ganz großen Fonds und Hedgefonds derartig große Portfolios, dass sie nicht mehr imstande sind, ihre Barreserven so hochzufahren, dass sie einem Kursrutsch entkommen könnten.

Würden sie versuchen, genug Aktien loszuwerden, um da nicht voll mit unter die Räder zu kommen, wären das Volumen, die so groß sind, dass sie damit genau den Kurseinbruch auslösen würden, dem sie entkommen wollen. Aber ist das eben nicht letzten Endes dennoch ein Kampf gegen Windmühlen?

Die Chance, dass der Handelskrieg, der immer deutlicher auch in US-Konjunkturdaten spürbar wird, Ende des Monats quasi am Kaffeetisch zwischen Trump und Xi beendet werden könnte, wie es der US-Präsident glauben machen will, ist gering, selbst Regierungsmitglieder stellen klar fest: Falls das gelingt, dauert das seine Zeit. Und dass der Chef der US-Notenbank mitteilte, dass es Zeit wäre, den Ansatz der US-Notenbank zu prüfen, heißt nicht, dass die Zinsanhebungen vorbei wären und erst recht nicht, dass das, wenn es so käme, das Wachstum nachhaltig stabilisieren und das US-Schuldenproblem lösen würde.

Donald Trumps Politik sorgte, wie schon im Vorfeld von vielen Volkswirten befürchtet, für einen schnellen, imposanten Effekt. Aber sie wird sich zum Bumerang entwickeln. Und genau diesem Bumerang wollen diejenigen, die in Rallyes hinein beim Dow Jones immer weiter verkaufen, entkommen. Für den Moment gelang es gestern, diese 200-Tage-Linie bei knapp 25.100 Zählern zurückzuerobern. Aber da wir heute einen Abrechnungstermin am Optionsmarkt haben, kann es sehr gut sein, dass ein Teil dieser gestrigen, wilden Rettungskäufe schlicht nötig wurden, um gewaltige Schieflagen am Optionsmarkt zu verhindern. Das wird die kommende Woche weisen.

Sollten die Käufe schnell versickern, wird es ernst für diejenigen, die hier in fallende Kurse hinein immer wieder zukaufen. Sollte die 200-Tage-Linie erneut und deutlicher brechen, hätten die Bären ein wichtiges Etappenziel erreicht … und würde darüber hinaus auch das letzte Tief von Ende Oktober bei 24.122 Punkten fallen, wäre nach unten nichts mehr unmöglich!

Chart vom 15.11.2018, Kurs 25.289,27 Punkte, Kürzel INDU

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