Börsenblick

Zurück Dezember Weiter
Zurück 2019 Weiter

Indexanalyse:
DAX: Ein Schlag ins Kontor, dem weitere folgen, falls …

Aktuelle Analyse des DAX Index

Am Morgen guter Dinge gestartet, am Abend mit zu Berge stehenden Haaren aus dem Handel gegangen … und mit dem alten Börsenspruch in den Ohren: „Unverhofft kommt oft“. Am Morgen hatte der DAX noch einen Anlauf unternommen, das bisherige Jahreshoch bei 13.374 anzugehen und darüber dann Kurs auf das Rekordhoch bei 13.597 Punkten zu nehmen. Als Argument diente ein wieder besser ausgefallener Einkaufsmanagerindex in China. Und als um zehn Uhr die endgültigen Ergebnisse der Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und die Eurozone auch ein wenig besser als gedacht ausfielen, fühlten sich die Bullen bestätigt: Das dürfte klappen mit dem Befreiungsschlag nach oben, hatte man den Eindruck. Und da die US-Index-Futures zu dieser Zeit ordentlich im Plus lagen, rechnete man mit Rückenwind aus Übersee. Womit man nicht rechnete war der, mit dem man immer rechnen muss:

Donald Trump kam am Montag offenbar zeitig aus den Federn. Bereits um 12 Uhr unserer Zeit verkündete er via Twitter, dass er die Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus Argentinien und Brasilien sofort reaktivieren werde, weil beide Länder zum Nachteil der US-Farmer die Währung abgewertet hätten. Eine von der Sache her fragwürdige Entscheidung und Argumentation, aber der Punkt war ein anderer: Die Anleger erinnerten sich an vergleichbare Schüsse aus der Hüfte gegen China. Würde Donald Trump es fertigbringen, auch da wieder zu „eskalieren“? Immerhin munkeln manche, dass ihm das politisch durchaus zupass kommen könnte. Diese Aktionen des US-Präsidenten brachten die Zuversicht zur Mittagszeit ins Wanken. Mehr passierte noch nicht, zumal sich auch die US-Index-Futures und dann ab 15:30 Uhr die US-Indizes selbst einigermaßen hielten. Aber dann …

… kamen um 16 Uhr zwei US-Konjunkturdaten, die deutlich machten, dass die Spielchen des US-Präsidenten immer mehr auf Kosten der Wirtschaft gehen. Und das in einer Dimension, die brandgefährlich wird, wenn man sich überlegt, dass die Verschuldung gerade vieler mittelgroßer US-Unternehmen in den letzten Jahren massiv gestiegen ist und das Rückgrat der US-Wirtschaft, der private Konsum, nicht minder auf Pump basiert. Da darf nicht zu viel ins Wackeln geraten. Aber Donald Trump rüttelt weiter am morschen Stamm dieser trockenen Pflanze … und die Konjunkturdaten werden schwächer.

Die Ausgaben in der US-Baubranche fielen im Oktober erneut, und zwar um 0,8 Prozent nach -0,3 Prozent im September und -0,3 Prozent im August. Erwartet hatten die Analysten einen Anstieg um 0,3 Prozent. Alarmierend, denn der Immobilienmarkt ist ein sehr großer Faktor für die US-Wirtschaft. Zugleich wurde der US-Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes veröffentlicht. Und der fiel nach einer mickrigen Erholung im Oktober auf 48,1 Punkte im November zurück. Auch hier hatte man seitens der Experten mit einer Verbesserung gerechnet. Kurz: Die Lage wird ernster in den USA und Washington tut so, als sei alles bestens.

Das konnte am DAX nicht spurlos vorübergehen, denn natürlich weiß man hierzulande, dass Deutschland bzw. die Eurozone einen Schnupfen kriegen, wenn die USA niesen. Die Weltwirtschaft ist in sich viel zu eng verwoben, als dass man vermeiden könnte, dass ein kippender Wirtschaftsraum die anderen mit in die Tiefe zieht. Und das gilt natürlich erst recht, wenn die eigene Wirtschaft ohnehin wankt.

DAX Wochenchart vom 2.12.2019, Kurs 12.964,68 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Gerade weil man am Morgen noch optimistisch war, weil der DAX wirkte, als wäre er nach den Wochen des Wassertretens sprungbereit für den Ausbruch nach oben, war die Reaktion daraufhin ziemlich heftig. Zu viele wurden von den Abgaben völlig überrascht: Der DAX gab 272 Punkte ab.

Aber das könnte in dieser Gemengelage leicht nur der erste Schlag ins Kontor von mehreren sein, falls jetzt nicht sofort wieder gekauft wird. Die Akteure sind nervös und verunsichert. Und sie können die Charts ebenso lesen wie Sie und ich. Seit vier Wochen hing der DAX am Kreuzwiderstand aus der oberen Begrenzung des im Januar etablierten, mittelfristigen Aufwärtstrendkanals und des im August entstandenen, kürzerfristigen Aufwärtstrendkanals fest. Solange die nächstgelegene Unterstützung in Form der 20-Tage-Linie hielt, die in den letzten Tagen gleich zweimal verteidigt werden konnte, war nach oben noch alles drin. Aber durch die Abgaben des Montags ist diese Linie jetzt klar gebrochen und der DAX aus der Handelsspanne der vergangenen vier Wochen nach unten herausgerutscht. Also?

DAX Tageschart vom 2.12.2019, Kurs 12.964,68 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Also müsste der deutsche Leitindex sofort wieder in diese Handelsspanne zurückkehren, sprich deutlich über 13.044 Punkte laufen und idealerweise die aktuell bei 13.207 Punkten verlaufende 20-Tage-Linie zurückerobern. Wenn dahingehend nichts passiert oder die Ernüchterung noch zunimmt, indem Versuche, sich wieder nach oben zu retten, erneut auf Abgabedruck stoßen und scheitern, können diesem bärischen Handelstag schnell weitere folgen. Denn wie gesagt: Alle können die Charts lesen. Auch die Bären. Die würden dort eine Chance vorfinden, zügig das nächste Kursziel im Bereich 12.500/12.656 anzugehen. Und sie würden sehen, dass diese Zone auch nur eine Etappe auf dem Weg an die untere Begrenzung des zu Jahresbeginn etablierten Aufwärtstrendkanals bei 11.730 Punkten sein könnte. Vor allem, wenn die bisherige, blinde Hoffnung schnell genug durch ein paar weitere Wirkungstreffer niedergemacht wird.

Handeln Sie über den Online Broker LYNX:
Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • günstige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Handelsblatt Auszeichnung: Bester Online-Broker
Broker-Wahl: Top Futures-Broker
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN