Börsenblick

Zurück Januar Weiter
Zurück 2020 Weiter

Indexanalyse:
DAX: Warum ist denn das so schwer mit dem alten Rekordhoch?

Aktuelle Analyse des DAX Index

Es läuft die zwölfte Woche, in der sich der DAX an der oberen Begrenzung des mittelfristigen, Ende 2018 etablierten Aufwärtstrendkanals entlang schiebt, ohne diese überwinden zu können. Gestern fehlten dabei am Tageshoch noch 36 Punkte zum bisherigen Allzeithoch. Das aber nicht vorgestern, sondern vor fast genau zwei Jahren, am 23. Januar 2018, erreicht wurde. Das gibt es doch nicht!? Wenn man doch vermuten könnte, dass der Ausbruch über diese letzte Hürde ein markant bullisches Signal auslöst, das, wenn es signifikant ausfallen würde, auch noch zu einem Überschießen dieses Trendkanals führen und damit charttechnisch motivierte Anschlusskäufe auslösen würde, wieso nehmen die Bullen nicht einfach das Herz in die Hand und brechen durch?

Ja, diese Situation ist ungewöhnlich. Denn diese obere Begrenzung des Trendkanals hat der DAX, wie gesagt, erstmals schon vor zwölf Wochen erreicht. Seither klebt er an dieser sukzessiv steigenden Linie, zugleich werden die Rücksetzer immer kleiner und an schwächeren Tagen fleißig das Minus aufgekauft. Wir sehen also ein Kursverhalten, das ideal wäre, um nach oben durchzubrechen, weil es andeutet, dass das bullische Lager die Lage kontrolliert. Nur endet dieses dominante Verhalten in dem Moment, in dem der DAX diesem bisherigen Verlaufsrekord bei 13.597 Punkten zu nahe kommt. Wieso?

Die Antwort wirkt simpel, aber das ist sie bei genauem Hinsehen nicht und macht den Bullen daher auch zu schaffen: Um diese alte Rekordmarke herum liegen massive Verkaufsorders. Und solange die nicht „weggekauft“ wurden, kann der DAX nicht nach oben hinaus. Das könnte man einfach erledigen: So lange kaufen, bis entweder all diese Verkaufsorders Käufer fanden oder die Verkäufer erkennen, dass es nach oben durchgeht und es daher klüger wäre, die Orders zu streichen und ein paar hundert Punkte höher wieder in den Markt zu legen. Aber genau das hätte angesichts dieses Kursbilds längst passieren müssen. An sechs der letzten neun Handelstage hatte der DAX Kurse über 13.500 erreicht. Die Verkaufsorders aber bleiben trotzdem da. Das ist bemerkenswert.

Im bullischen Lager dürfte das einige Grübelei ausgelöst haben. Und das sicher zu Recht. Wollen diese Verkäufer einfach nur heraus aus größeren Positionen, um Barreserven aufzubauen, weil sie zweifeln, dass der DAX über dem alten Rekordhoch noch allzu viel Spielraum nach oben hätte? Oder wollen sie den DAX wirklich blockieren, um ein bärisches Signal zu provozieren, das entsteht, wenn nicht die Verkäufer, sondern die Käufer entnervt aufgeben? Und:

Könnten diese Verkaufsorders ein Indiz sein, dass knapp über dem Rekordhoch sogar noch höherer Abgabedruck entsteht? Das würde dann leicht dazu führen, dass all diejenigen, die im DAX Long gehen, weil er mit dem Break über 13.597 Punkte ein bullisches Signal generiert hat, in die Falle laufen würden, weil ihre Käufe plötzlich auf noch größeren Verkaufsdruck stoßen, der scheinbar gelungene Befreiungsschlag zur Bullenfalle wird. Dann würden viele Long-Positionen sicherheitshalber rasant aufgelöst und würde ein Ausbruch zum Bumerang.

Chart auf Wochenbasis vom 21.01.2020, Kurs 13.555,87 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

Das, was die Bullen beunruhigen dürfte, ist diese nicht offensichtliche Motivation hinter diesem Sperrriegel. Wie schon öfter erwähnt, muss das, was die Kurse tun, keineswegs der Meinung der Mehrheit entsprechen. Weder der Mehrheit der Marktteilnehmer noch der Mehrheit des Kapitals. Niemand weiß, was diejenigen denken und planen, die momentan passiv sind und abwarten. Worauf wartet die namenlose Masse, in deren Köpfe hinein zu blicken nicht möglich ist? Im bullischen Lager dürften angesichts dieses hartnäckigen Widerstands mehr und mehr Akteure die Sorge haben, dass erdrückend viele Anleger in Wahrheit skeptisch und deswegen bemüht sind, auf diesem Niveau auszusteigen. Um den DAX aber durch diese Verkaufsorders hindurch zu bringen, muss man komplett gegenteilig denken, sprich überzeugt sein, dass über der 13.597 ein bullisches Schlaraffenland wartet. Es wäre sinnlos, das Rekordhoch mit immensem Kapitalaufwand anzugehen, wenn man selbst vermutet, dass dann ein-, zweihundert Punkte höher trotzdem Schluss ist.

Wenn, dann müssen die Bullen diesen Ausbruch daher schnell schaffen, idealerweise noch in dieser Woche. Und er muss deutlich ausfallen. Nur dann wäre zu verhindern, dass heute bullische Trader morgen oder übermorgen ins Lager der Verkäufer wechseln, weil der Zweifel zunimmt, dass der DAX den Ausbruch schafft. Vor allem, weil nicht nur wir diese im Tageschart eingezeichnete „Trompeten-Formation“ sehen können, die indiziert, dass der DAX von hier aus glatte 1.000 Punkte Spielraum nach unten hätte, sollte diese Attacke in Richtung neuer Rekorde tatsächlich scheitern oder aber ein Ausbruch zur Bullenfalle mutieren!

Chart auf Tagesbasis vom 21.01.2020, Kurs 13.555,87 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

Wir beobachten für Sie regelmäßig die interessantesten Aktien am Markt. Die Besten stellen wir Ihnen jeden Morgen kostenfrei im LYNX Börsenblick vor.
Aktuell ermöglichen wir so über 25.000 Lesern täglich einen schnellen Überblick über die spannendsten Aktien.
Machen Sie sich selbst ein Bild und abonnieren Sie unseren täglichen Newsletter Börsenblick, um keine Aktienempfehlungen zu verpassen.

 

 

Handeln Sie über den Online Broker LYNX:
Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • günstige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Handelsblatt Auszeichnung: Bester Online-Broker
Broker-Wahl: Top Futures-Broker
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN