Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
DAX: „Gewagt“ ist für diesen Kurssprung gar kein Ausdruck

Da staunte der Fachmann und der Laie wunderte sich. Es war schon damit zu rechnen, dass der DAX am Montag nicht gerade unter Druck geraten würde. Immerhin gelang es im Zuge des G20-Treffens in Argentinien, den schönen Schein zu wahren.

Eine nichtssagende gemeinsame Erklärung gaukelte eine Einigkeit vor, die nicht existiert. Und die wie erwartet blumigen Worte des US-Präsidenten im Anschluss an das gemeinsame Abendessen mit Chinas Präsidenten war Wasser auf die Mühlen derer, die derzeit nach jedem Strohhalm zu greifen bereit sind, der ihnen die Hoffnung lässt, dass die Aktienmärkte nur in einer harmlosen Korrektur stecken. Aber die Größenordnung der Aufwärts-Kurslücke, mit der der DAX am Montag in die Woche startete, dürften wohl nur wenige erwartet bzw. auch nur erhofft haben:

Ein Gap von 278 Punkten gegenüber dem Freitags-Schlusskurs – das waren knapp 2,5 Prozent. Und dann waren es auch noch die Automobilaktien, die die größten Kurssprünge vollzogen. Das verblüfft, weil man, um da am Montagmorgen unlimitiert in gewaltige Kurslücken nach oben einzusteigen, gleich eine ganze Reihe an positiven Annahmen treffen musste.

Erstens müsste man wirklich davon überzeugt sein, dass diese puddingartigen, beiderseitigen Zusagen der USA und Chinas tatsächlich den direkten Weg in das Ende des Handelskriegs bedeuten. Zweitens müsste man auch noch unterstellen, dass die US-Regierung so zufrieden mit sich selbst ist, dass sie bei der Gelegenheit vergisst, sich als nächstes der EU zuzuwenden oder aber höchst freundlich mit ihr verfährt. Denn nur dann wäre es schlüssig, beim DAX zuzulangen, als gäbe es morgen keine Aktien mehr, nur, weil sich Trump und Xi Jinping die Hände schütteln. Es sei denn …

… dass dieser Kurssprung nur bedingt von bullischer Überzeugung getragen wurde. Denn man muss sehen, dass der DAX den Handel auf dem höchsten Niveau seit Mitte November startete. Das heißt, dass zahllose Stop Loss-Kauforders der Bären, ob im DAX Future oder bei leer verkauften DAX-Aktien, ausgelöst wurden. Diese Eindeckungen werden den Anstieg gleich zum Handelsstart entscheidend intensiviert haben, denn das bedeutete:

Zahllose Kauforders trafen auf nahezu keine Verkaufsbereitschaft. Denn natürlich wenden die Bären, die sich da nicht durch enge Stop Loss oder zu große Short-Positionen die Finger verbrannt hatten, die Torero-Taktik an: Die Bullen laufen lassen, bis denen die Puste ausgeht. Erst dann pflegen die erfahrenen Short Seller zurückzuschlagen. Denn erst, wenn der Kaufdruck sich verlaufen hat, sind Short-Attacken wirklich lohnend.

Chart auf Wochenbasis vom 03.12.2018, Kurs 11.465,46 Punkte, Kürzel DAX | LYNX Online Broker

Aber haben sich die Käufer bereits an diesem Montag verausgabt? Kommen jetzt schon umfassende Gewinnmitnahmen, weil man, nachdem sich der Staub der Bullen-Stampede verzogen hat, erkennt, dass diese vermeintlich positive Entwicklung schon sehr bald auf die ersten Nagelproben treffen wird (siehe dazu auch unsere heutige Analyse zur BMW-Aktie)?

Das ist möglich, aber man müsste zumindest einkalkulieren, dass versucht wird, das im Chart auf Tagesbasis lockende Doppeltief zu vollenden, indem man über das Zwischenhoch vom November (11.690 Punkte) hinaus läuft. Dann aber wird der Weg äußerst steinig. Sie sehen, wie sich dann ein Widerstand an den nächsten reiht, bis hinauf zur mittelfristigen Abwärtstrendlinie bei 12.640 Zählern.

Ein solcher Anstieg wäre nur dann realistisch, wenn sich die Gemengelage wirklich ins Positive verkehren würde, indem der Waffenstillstand mit China hält und Verhandlungen mit der EU konstruktiv und zügig ablaufen. Aber darauf zu setzen wäre zumindest gewagt … wobei einem da die Formulierung „leichtsinnig“ ebenso in den Sinn käme. Dieser Kurssprung müsste heute Anschlusskäufe und einen Schlusskurs sehen, der klar über dem des Montags liegt, ansonsten wäre es angeraten, diesem „G20-Hüpfer“ sehr skeptisch gegenüberzustehen.

Chart auf Tagesbasis vom 03.12.2018, Kurs 11.465,46 Punkte, Kürzel DAX | LYNX Online Broker

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