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Indexanalyse:
DAX: Brennt da ausgerechnet jetzt etwas an?

Aktuelle Analyse des DAX Index

Das war wirklich ein äußerst ungünstiger Moment, an dem Apple die in süßen Hausse-Träumen dösenden Bullen in der Nacht zum Dienstag aus dem Schlaf gerissen hat. Endlich war es mal gelungen, diese leidige obere Begrenzung des 2019er-Aufwärtstrendkanals auch auf Wochenschlusskursbasis zu überwinden, nachdem der DAX geschlagene drei Monate an dieser Linie entlang gekrochen war. Da wäre es äußerst entmutigend, sollte sich dieser Ausbruch über diese derzeit bei knapp 13.700 Punkten verlaufende Linie als Bullenfalle erweisen. Zumal markttechnische technische Indikatoren wie der in den Charts auf Tages- und Wochenbasis gleichermaßen eingeblendete Stochastik-Indikator auf Wochenebene immer noch und auf Tagesebene schon wieder überkauft sind. Aber das ist nicht das einzige Problem.

Ausgerechnet jetzt steht am Freitag die Abrechnung der Optionen auf Indizes und Aktien mit Februar-Laufzeit an. Dabei geht es meist nicht nur um die Optionen selbst, sondern um komplexe Derivate-Konstrukte, die auf diesen Zeitpunkt hin fixiert sind. Es ist äußerst problematisch, wenn der in den Tagen zuvor angestrebte Abrechnungslevel kurz vor einem solchen Termin über den Haufen geworfen wird. Es war erkennbar, dass die großen Akteure an der Terminbörse – wie meist in intensiven Aufwärtstrends – versuchten, diese Abrechnung auf höchstmöglichem Niveau ablaufen zu lassen. Jetzt könnte es sein, dass Apples Meldung ihnen einen Stock in die Speichen geworfen hat. Und das kann problematisch werden, denn in den letzten Jahren lief das Rad der Terminbörse immer schneller.

Würde der DAX deutlicher nachgeben, müssten sich diese großen Adressen, die vermutlich mit einer DAX-Abrechnung am Freitag im Bereich von 13.600 bis 13.800 Punkten kalkuliert haben, gegen einen tieferen Level absichern. Und solche „Hedges“ würden die Kurse erst recht drücken. In einem solchen Umfeld kann … es muss nicht, aber kann … genau so etwas die gefürchtete Lawine auslösen, die dann nicht mehr aufzuhalten ist. Zumal diese Aussage von Apple, die eigene Umsatzprognose des laufenden Quartals aufgrund der Liefer- und Produktionsausfälle in China nicht einhalten zu können, manchen Akteuren deutlich macht, dass diese so augenfällige, vorhersehbare und doch bislang ignorierte Konsequenz der COVID-19-Epidemie vielleicht vorübergehend sein mag, aber weite Kreise ziehen kann. Kreise, die länger wirken, als das Virus selbst aktiv ist, denn:

Dieses Problem haben Unternehmen der verschiedensten Branchen. Und bisweilen muss man nicht einmal eine unmittelbare Verbindung zu China ziehen können. Es kann sein, dass der Zulieferer eines Zulieferers in China nicht produzieren konnte und so ein Unternehmen plötzlich wegen auch nur einer fehlenden Komponente Güter nicht fertigstellen kann, das unmittelbar gar keine Teile aus China bezieht. In Japan ist dieser Effekt massiv, in Europa hört man davon noch relativ wenig. Aber das muss nicht so bleiben. Dementsprechend dürften die Marktteilnehmer, die größere Eisen im Feuer der Terminbörse haben, jetzt reichlich nervös werden, denn jetzt könnte leicht etwas anbrennen, das sich nicht einfach im Handumdrehen löschen ließe. Aber wird man am Terminmarkt dagegenhalten oder lieber umgehend in Deckung gehen, sich hedgen und damit die Gefahr einer Verkaufslawine in Kauf nehmen?

DAX Chart auf Wochenbasis vom 18.02.2020, Kurs 13.681,19 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Da die Wall Street am Dienstagabend relativ erfolgreich darin war, die Verluste zu begrenzen, dürfte man zunächst den Weg des Widerstands wählen und versuchen, den DAX wieder über diese obere Begrenzung des mittelfristigen Trendkanals bei 13.700 Punkten zu ziehen und bis Freitag dort zu halten. Idealerweise gelingt sogar die Flucht nach vorne auf neue Rekorde, die dann den Effekt hätte, dass sich die Sorglosen wieder einmal bestätigt sehen und bei den Käufen mitziehen. Aber sollte der DAX das Vorwochentief und die 20-Tage-Linie als nächstgelegene Auffanglinien brechen, indem er unter 13.500 Punkte fällt, wäre in der Tat etwas angebrannt. Genug, um den Weg in Richtung 13.000 Punkte wieder freizugeben.

DAX Chart auf Tagesbasis vom 18.02.2020, Kurs 13.681,19 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

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