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Indexanalyse:
DAX: Von „irrational“ zu „abwärts“ muss es kein kleiner Schritt sein

Aktuelle Analyse des DAX Index

Die große Hoffnung, die „Corona-Rezession“ werde wie ein böser Spuk vorbeigehen und der daraus resultierende Schwung, der die Aufwärtsbewegung im zweiten Quartal kennzeichnete, haben sich bislang nicht in das noch junge zweite Halbjahr übertragen. Der unmittelbare Versuch, sich nach der zu Monatsbeginn erneut gelungenen Verteidigung der im Chart auf Tagesbasis dick schwarz hervorgehobenen 200-Tage-Linie über das Juni-Hoch bei 12.913 Punkten hinaus nach oben abzusetzen, schlug fehl. Jetzt könnte es durchaus zu einem Doppeltopp kommen. Aber das bliebe so lange potenziell, bis der DAX unter dessen Zwischentief bei 11.597 Zählern schließen würde. Noch also hätten die Bullen ein recht massives Polster bis zum „Ernstfall“. Darüber hinaus ist eines auffällig:

Nahezu alle Experten befürchten zwar, dass der DAX diesen Level nicht wird halten können, da die konjunkturelle Erholung, die da eingepreist wurde, in Tempo wie Umfang gleichermaßen die Erwartungen enttäuschen dürfte. Selbst die großen Notenbanken sprechen von einem steinigen und unsicheren Weg. Aber trotzdem bleibt die unmittelbare Reaktion darauf aus: Diejenigen, die derzeit auf der Long-Seite agieren, scheinen eisern auszuharren und zeigen sich auch angesichts ernüchternder Konjunkturdaten unbeeindruckt.

So wurden am Donnerstagmorgen die Im- und Exportdaten Deutschlands für den Mai vorgelegt und fielen in der Tat unerfreulich aus. Statt wie seitens der Volkswirte geschätzt 13,8 Prozent legte der deutsche Export im Mai nur um 9,0 Prozent zu, nachdem der April ein Minus von 24 Prozent gegenüber dem Vormonat brachte. Hauptsache aufwärts, könnte man sagen und die verfehlte Erwartung abtun. Aber übersehen die Bullen wirklich, dass das Volumen der deutschen Exporte damit im Mai ganze 29,7 Prozent unter dem Level vom Mai 2019 liegt, obwohl sehr viele Unternehmen im Mai bereits wieder produzierten? Und wirklich besser sieht es auch bei den Importen nicht aus, da beläuft sich das Minus zum Vorjahr auf 21,7 Prozent.

Es lag an SAP, könnte man behaupten. Und richtig, das Softwareunternehmen hatte unerwartet Vorab-Zahlen zu einem sehr überzeugenden zweiten Quartal vorgelegt. Der Anstieg dieser Aktie zog den DAX. Aber so wirklich logisch ist das nicht, immerhin legt man da die gute Entwicklung eines für den Gesamtmarkt nicht repräsentativen Unternehmens gegen die ungute Entwicklung der Gesamtwirtschaft in die Waagschale. Aber sei es drum, am Ende erfolgte ja ohnehin eine Punktlandung, weil das Plus des deutschen Leitindex zum Handelsende immer schneller erodierte. Allerdings ist das Argument derer, die da schnell auf die Verkaufstaste drückten, auch nicht viel rationaler, denn:

Man folgte der Wall Street, wo die Indizes schlagartig in die Knie gingen, als gemeldet wurde, Donald Trump müsse Steuerunterlagen herausrücken. Sicherlich kann das dazu führen, dass offenbar wird, was er lieber verborgen sähe. Aber wenn seine Wahlchancen damit weiter sinken, ist das keinesfalls unbedingt negativ für die Wirtschaft, denn de facto hat er in seinen bislang dreieinhalb Jahren im Amt zwar die Kurse hochgeredet, aber wenig von dem erreicht, was er versprochen hat, aber längst in den Kursen eingepreist ist. Und selbst wenn eine Trump-Niederlage im November negativ für US-Wirtschaft und Wall Street wäre: Was schert es den DAX? Eher könnte man mit Blick auf die – zum Glück der EU – in ihrer vollen Bandbreite immer noch ausstehende Konfrontation in Sachen Handel aufatmen. Aber:

DAX Chart auf Monatsbasis vom 09.07.2020, Kurs 12.489,46 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

Wer daraus schließt, dass der DAX in Kürze zur Realität zurückkehren müsse, kann Recht haben, muss es aber nicht. Immerhin funktioniert diese selektive Wahrnehmung der Lage bereits seit Monaten. Aber das aktuelle Chartbild würde einen auch der Notwendigkeit entheben, sich psychologischer Detektivarbeit hinzugeben. Sie sehen im Chart auf Tagesbasis, dass die 200-Tage-Linie nicht nur in Reichweite bleibt, solange der DAX sich nicht über das Juni-Hoch hinaus bewegt, sondern auch noch an Relevanz gewonnen hat. Denn diese zuletzt mehrfach getestete Linie bildet momentan um 12.150/12.160 Punkte mit der März-Aufwärtstrendlinie eine Kreuzunterstützung. Würde die auf Schlusskursbasis fallen, lägen die nächsten charttechnischen Etappen bei 11.597 Punkten (darunter wäre dann das Doppeltopp vollendet) und bei 11.266 Punkten (das Sommer-Tief 2019). Solange das nicht passiert, behalten die Bullen … zumindest noch … Recht.

DAX Chart auf Tagesbasis vom 09.07.2020, Kurs 12.489,46 Punkte, Kürzel DAX | Online Broker LYNX

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