US-T-Bonds (2 Jahre) aktuell US T-Bonds (2y): Negative Renditen werden wahrscheinlicher

Aktuelle Analyse des US-T-Bonds (2 Jahre) Futures

Während man am Aktienmarkt die Warnungen der US-Notenbank, dass die Erholung der US-Wirtschaft ein langer und steiniger Weg werden könnte, einfach ignoriert, tut man das am US-Anleihemarkt keineswegs. Der Chart zeigt die Kursentwicklung von US-Staatsanleihen mit zwei Jahren Laufzeit. Sie sehen, dass die Marktteilnehmer Ende Februar massiv in diese relativ kurzlaufenden Treasury-Bonds (US T-Bonds) eingestiegen waren. Seit sich die Gemütslage Mitte/Ende März insgesamt etwas beruhigt hat, läuft der Kurs dieser Staatsanleihen seitwärts. Doch was auf den ersten Blick langweilig scheint, hat einiges an Brisanz. Denn das zeigt: Am Aktienmarkt versucht man seither, die früheren Kurslevels zurückzugewinnen. Am Anleihemarkt hingegen bleiben die Akteure eisern investiert. Und in der Mehrzahl der Fälle ist es der Anleihemarkt, der die Situation richtig einschätzt.

In diesem Fall lautet die Erwartung dort, dass die US-Notenbank trotz ihrer rasanten Senkung des Leitzinses, der Fed Funds Rate, auf den alten Korridor von 0,00 bis 0,25 Prozent noch nicht am Ende ihrer Maßnahmen ist. Es wird damit gerechnet, dass die „Fed“ genötigt sein könnte, negative Leitzinsen zu „verhängen“, um den Abstieg der US-Konjunktur abzufangen. Dass viele der jüngsten US-Konjunkturdaten so wirken, als sei das nicht nötig, zeigt nur: Am Anleihemarkt sieht man sich diese Zahlen ganz genau an, am Aktienmarkt vermeidet man das tunlichst. Aber ist diese Wette auf Negativzinsen und in deren Folge auf einen Ausbruch der Kurse dieser zweijährigen T-Bonds nach oben wirklich realistisch?

Expertenmeinung: Die Wahrscheinlichkeit nimmt zumindest zu, denn die am Aktienmarkt bejubelten Konjunkturdaten wie der Einkaufsmanagerindex oder die Arbeitsmarktdaten für Juni sind nur der Spiegel einer wieder „eröffneten“ US-Wirtschaft. Die Unternehmen arbeiten wieder, die Geschäfte haben geöffnet … das allein hat die Gegenbewegung bei diesen Daten ausgelöst. Doch die hätte weitaus stärker ausfallen müssen, wenn die Wette, die man im Gegenzug am Aktienmarkt eingegangen ist, aufgehen soll, nämlich die einer rasanten Rückkehr zurück zur vorherigen Wirtschaftsleistung. Und die stark anziehenden Neuinfektionen als Quittung für einen leichtfertigen Umgang mit der Situation machen deutlich, dass die USA sich in ein ernsthaftes Problem hinein manövriert haben. Eines, dem Washington wohl kaum Herr wird, womöglich eher noch Öl ins Feuer gießt. Es könnte also leicht alleine an der US-Notenbank hängen bleiben. Und deren Hauptwaffen sind jetzt einmal die Leitzinsen und die Bond-Kurse ebenso ziehenden Stützungskäufe am US-Bondmarkt.

Bis 0,11 Prozent war die Rendite der zweijährigen T-Bonds bereits gefallen, zuletzt rangierte sie bei 0,15 Prozent. Selbst, wenn die „Fed“ sich in der nächsten Sitzung am 29. Juli nur vorsichtig zum Thema weiterer, in negatives Terrain führender Leitzinssenkungen äußern würde, wäre es möglich, dass die Marktteilnehmer den Ausbruch wagen, mit den Bonds bereits vorweglaufen. Im Fall vorheriger, entmutigender Konjunkturdaten wäre das ebenso der Fall. Solange die zweijährigen T-Bonds die derzeitige Range zwischen 110 5/32 und 110 16/32 US-Dollar nicht verlassen, bleibt diese Chance auf einen Ausbruch nach oben greifbar.

US-T-Bonds Chart vom 07.07.2020, Kurs 110 12/32 US-Dollar, Kürzel ZT | Online Broker LYNX

 

 

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