Zalando Aktie aktuell Zalando: Das Damoklesschwert ist weg – und jetzt?

News: Aktuelle Analyse der Zalando Aktie

von |
In diesem Artikel

Zalando
ISIN: DE000ZAL1111
|
Ticker: ZAL --- %

---
EUR
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zur Zalando Aktie

Das Risiko, dass viel von den 21 Prozent der Zalando-Aktien, die vom Ex-Großaktionär Kinnevik an seine Anteilseigner ausgeschüttet wurden, noch auf dem deutschen Markt verkauft wird, ist mittlerweile gesunken. Kann die Aktie jetzt wieder durchstarten?

Bis zum 14. Juli hätten diejenigen, die als Investoren des Ex-Zalando-Großaktionärs Kinnevik in den Genuss eines „Geschenks“ in Form von Anteilen des großen Zalando-Pakets gekommen sind, von dem sich Kinnevik nunmehr getrennt hat, diese Anteile in deutsche Zalando-Aktien tauschen können. Um zu verkaufen, wäre das erforderlich gewesen, weil die Ex-Kinnevik-Anteile von Zalando nicht unmittelbar an der Börse handelbar sind. Wie viele diese Möglichkeit genutzt haben, ist offen. Aber dass die Zalando-Aktie zwar genau mit dem 14. Juli abzurutschen begann, letztlich aber nur wenig Boden preisgab, deutet an:

Allzu viel scheint da seitens dieser Akteure nicht auf den Markt zu kommen, zumal die Umsätze in der Zalando-Aktie seit Mittwoch zwar höher waren als in den Vortagen, dieser Umsatz auf mittelfristige Sicht aber nur als „lebhaft“ einzuordnen wäre. Es ist gut möglich, dass diejenigen, die Zalando auf ihrer Watchlist Long haben, noch ein paar Tage abwarten, ob sich nicht doch noch größerer Druck einstellt, aber grundsätzlich könnte man festhalten, dass das Damoklesschwert dieser 21 Prozent aller Zalando-Aktien, die in kurzer Zeit hätten auf dem Markt landen können, abgewendet ist. Also könnte die Aktie in Kürze wieder durchstarten und sich dann endlich deutlicher über die runde 100 Euro-Marke hinaus absetzen, oder?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Zalando Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Würde es nur nach den Analysten gehen, dann sicherlich. Seit Monatsanfang haben fünf Analysten ihre Kursziele für die Aktie des Online-Händlers angepasst – und alle nach oben. Drei Viertel der die Aktie beobachtenden Experten haben derzeit ein „Kaufen“-Rating. Das mittlere Kursziel der Analysten liegt bei 111 Euro, das höchste, gerade kürzlich von der Bank of America ausgelobt, liegt sogar bei 140 Euro. Was also sollte die Käufer davon abhalten, den Kurs in diese Richtung zu tragen?

Wenn die Bilanz des zweiten Quartals nebst der Gesamtjahresprognose überzeugt, indem die Analysten-Prognosen geschlagen werden, dürfte die Antwort lauten: gar nichts. Dann wäre es eher überraschend, wenn die Aktie nicht kräftig zulegen würde. Immerhin fiel das Ergebnis des ersten Quartals hervorragend aus, zugleich wurde Anfang Mai bereits die Gesamtjahresprognose angehoben. Bleibt das Wachstumstempo so dynamisch, ist nach oben noch Spielraum. Denn die Bewertung über das Kurs/Gewinn-Verhältnis ist zwar hoch, liegt derzeit knapp unter 100, aber das Wachstumstempo ist es eben auch. Zalando darf nur keine Schwäche zeigen und muss weiter mit seinen Zahlen begeistern, dann wäre die Chance, dass die Aktie das bisherige Rekordhoch bei 105,90 Euro überbietet, gut.

Doch das einfach vorauszusetzen, könnte schiefgehen. Am Markt sind mit den Kursen auch die Erwartungen gestiegen. Selbst ein „wie erwartet“ könnte in einem solchen Umfeld zu wenig sein. Daher wäre es sinnvoll, entweder erst dann einen Long-Trade zu erwägen, wenn die nächstgelegene, potenzielle Widerstandsmarke in Form der bei 101,35 Euro verlaufenden 20-Tage-Linie zurückerobert wurde. Oder wenn man eine positive Reaktion auf die Bilanz erkennen kann, wobei es recht wahrscheinlich ist, dass Zalando im Vorgriff auf den eigentlichen Bilanztermin am 5.8. in einigen Tagen vorläufige Zahlen vorlegen wird.

Zalando-Aktie: Chart vom 16.07.2021, Kurs 96,70 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX

 

Sie möchten vor Börsenstart über spannende Aktien informiert werden?

Wir beobachten für Sie regelmäßig die interessantesten Aktien am Markt. Die Besten stellen wir Ihnen jeden Morgen kostenfrei im LYNX Börsenblick vor. Aktuell ermöglichen wir so über 35.000 Lesern täglich einen schnellen Überblick über die spannendsten Aktien.

Machen Sie sich selbst ein Bild und abonnieren Sie unseren täglichen Newsletter Börsenblick oder einen anderen auf unserer Seite Börsennews.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen


Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen der Zalando Aktie

Das Jahr 2020 lief sehr gut, die Bilanz des 1. Quartals war grandios, die 2021er-Prognose wurde erhöht, trotzdem steckte die Zalando-Aktie seit Februar fest. Doch jetzt zieht sie auf einmal an. Und das hat einen Grund, der für die Bullen eine Chance auf „mehr“ bedeutet.

Denn im Mai wurde vollzogen, wovor sich die Zalando-Aktionäre seit dem 17. Februar fürchteten: Der schwedische Großaktionär Kinnevik, der immerhin noch gut 20 Prozent an Zalando hielt, hat seinen Anteil unter den eigenen Aktionären ausgeschüttet. Die Sorge war, dass diese Investoren ihr im Februar von Kinnevik avisiertes „Geschenk“ in Form von Zalando-Aktien nicht behalten, sondern über die Börse verkaufen könnten. Und gut 20 Prozent von Zalando auf einmal über den Markt verkaufen, das hätte die Aktie massiv unter Druck setzen können. Aber so kam es eben nicht.

Die Übertragung der Aktien erfolgte Mitte Mai … und ja, da tat sich allerhand, denn sofort verdoppelte sich der Umsatz in der Zalando-Aktie und ist auch weiterhin ungewöhnlich hoch. Nicht wenige „Ex-Kinnevik-Aktien“ gehen also um. Aber sie drücken die Aktie nicht, der Kurs legt im Gegenteil zu. Es scheint, als würden andere Investoren das, was da an den Markt kommt, nur zu gerne einsammeln und dabei mehr haben wollen, als herauskommt. Und das ist natürlich eine perfekte Basis für eine Fortsetzung dessen, was wir gerade sehen: eine Rallye.

Expertenmeinung: Wenn man sich ansieht, was Zalando mit der im Mai angehobenen Gesamtjahresprognose avisiert, liegt der Gedanke nahe, dass jetzt eine Bremse gelöst wurde und dadurch endlich der Treibstoff wirken kann, den diese Prognose bedeutet. Der Umsatz soll laut dieser Perspektive zwischen 26 und 31 Prozent zulegen, der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) wird zwischen 400 und 475 Millionen Euro gesehen (2020: 420,8 Millionen Euro). Damit wäre also möglich, womit viele Analysten im Vorfeld nicht gerechnet hatten: dass Zalando seinen starken 2020er-Gewinn bereits 2021 überbieten kann.

Diese Perspektive besteht zwar seit Anfang Mai, aber da war eben noch dieser Klotz am Bein, die Ungewissheit, was die von Kinnevik zu Zalando-Aktionären gemachten Neu-Anteilseigner mit diesen Aktien tun würden. Solange der Trend der Aktie aufwärts weist und Zalando weiter positive Nachrichten liefert, ist die Chance gut, dass sich jetzt kaum noch jemand doch noch zum Ausstieg entscheidet.

Wichtig wäre dazu aber, dass der Zalando-Kurs die beiden bisherigen Ausflüge über die runde Marke von 100 Euro toppt, indem er das bisherige Verlaufshoch von 103,35 Euro auf Schlusskursbasis überwindet. Gelingt das, könnte diese Aktie allemal noch weiterlaufen. Die Analysten sehen da jedenfalls gute Chancen: Deren durchschnittliches Kursziel liegt momentan um 108 Euro, das höchste unter diesen Kurszielen lobt sogar 130 Euro für Zalando aus.

Zalando-Aktie: Chart vom 08.06.2021, Kurs 98,08 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX

In der vergangenen Woche legte Zalando grandiose Quartalszahlen vor und hob die Gesamtjahresprognose an. Aber die Zalando-Aktie reagierte äußerst verhalten. Denn hier gibt es ein Damoklesschwert, das mit Bilanzen und Prognosen nichts zu tun hat.

Es hat hingehauen. Noch vor wenigen Jahren hatten viele Investoren ihre Zweifel, ob es Zalando gelingen würde, das „Amazon-Modell“ erfolgreich umzusetzen. Aber jetzt ist der Punkt erreicht, wo massive Expansion auf massive Nachfrage trifft, die Marge positiv ist und dadurch Wachstum und Gewinne gemeinsam zulegen. Die in der Vorwoche vorgelegten Zahlen bestätigten das nicht zum ersten Mal:

Im ersten Quartal stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um knapp 47 Prozent, statt dem Verlust vor Steuern und Zinsen (EBIT) von 98,6 Millionen Euro, der im ersten Quartal 2020 eingefahren wurde, steht jetzt ein Gewinn von 93,3 Millionen zu Buche. Und was das Gesamtjahr angeht, hob Zalando den Daumen noch ein Stückchen höher: Die Prognose für das Umsatzwachstum wurde von zuvor 24 bis 29 Prozent auf 26 bis 31 Prozent angehoben, das um Sonderfaktoren bereinigte EBIT sieht man jetzt nach zuvor 350 bis 425 Millionen in einer Spanne zwischen 400 bis 475 Millionen Euro. Da kann man nicht mäkeln … aber es wirkte, als würde die Aktie darauf mit angezogener Handbremse reagieren. Was daran liegt, dass genau das auch der Fall ist, denn:

Expertenmeinung: Das Problem der Investoren ist nicht das Wachstum oder eine womöglich zu hohe Bewertung. Sicher, das Kurs/Gewinn-Verhältnis ist hoch, aber solange die Wachstumsdynamik gehalten werden kann, kann man damit leben. Womit die Anleger aber nicht gut leben können, ist das Damoklesschwert mit Namen Kinnevik.

Kinnevik ist ein schwedischer Großinvestor, der gezielt in neue, aufstrebende Unternehmen investiert. Bei Zalando war Kinnevik Investor der ersten Stunde und hatte über die Jahre immer ein klein wenig an seinen Anteilen am Unternehmen abgegeben. Zuletzt blieb eine Beteiligung von etwa 21 Prozent. Und diese Restbeteiligung will Kinnevik jetzt an seine eigenen Aktionäre ausschütten. Kein Problem, wenn die meisten dieser Aktionäre ihre Zalando-Aktien behalten. Bei 21 Prozent aller Aktien des Online-Händlers würde es den Kurs jedoch massiv drücken, würden zu viele derer, denen diese Aktien in den Schoß gelegt werden, zeitnah nach der Übereignung aussteigen. Aber kommt es so? Das kann man erst absehen, wenn die Übergabe erfolgt ist, was im Laufe dieses zweiten Quartals vonstattengehen soll.

Die Kursziele der Analysten basieren nicht auf solchen Aspekten, sondern auf der Lage und der Perspektive des Unternehmens. Mit 108 Euro liegt das durchschnittliche Kursziel der Experten über 20 Prozent übe dem derzeitigen Kurs – das sagt alles. Solange die im Chart dick schwarz markierte 200-Tage-Linie, im Verlauf der Vorwoche zum zweiten Mal nach März getestet und verteidigt, hält, bleibt die Chance auf einen Ausbruch nach oben erhalten. Sollte der Kurs über der markanten Widerstandslinie von 91,50 Euro schließen, an der er nach der ersten Meldung über die Kinnevik-Pläne im Februar zweimal nicht vorbeikam, könnten risikofreudige Trader erwägen, einen „Trotz-Kinnevik-Trade“ mit einem konsequent engen Stop Loss zu wagen. Denn sollte das Damoklesschwert verschwinden, viele der von Kinnevik bedachten Aktionäre ihre Zalando-Aktien halten, könnte diese Aktie zügig davonziehen.

Chart vom 07.05.2021, Kurs 86,68 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX

Der 2021er-Ausblick kam gut an: Im Schnitt liegt das Analysten-Kursziel jetzt mit 104 Euro weit über dem aktuellen Kurs. Trotzdem kommt Zalando nicht vom Fleck. Es bremst der „Kinnevik-Faktor“ – worum geht es?

Mitte Februar hatte der schwedische Großinvestor Kinnevik mitgeteilt, dass man sich von seiner Beteiligung an Zalando trennen werde. Aber nicht, indem man die Anteile einfach an der Börse verkauft, sondern indem man sie an die eigenen Aktionäre ausschüttet. Ob die dann ihre Zalando-Aktien am Markt verkaufen oder behalten, bleibt damit erst einmal offen.

So gesehen ist das kein Grund, bei Zalando den Kopf einzuziehen, könnte man meinen. Aber es geht hier nicht um eine kleine Beteiligung. Kinnevik war Großaktionär der ersten Stunde beim Online-Händler und hält etwa 21 Prozent aller Zalando-Aktien. Wenn da nur die Hälfte der „beschenkten“ Kinnevik-Aktionäre Kasse macht, würde das erheblichen Druck auf den Kurs auslösen. Die Frage ist daher: Werden viele aussteigen oder nicht?

Expertenmeinung: Noch ist das eben offen, daher wirkt die Zalando-Aktie trotz eines soliden Ausblicks auf 2021 und positiver Analysten-Reaktionen, als würde sie mit einem Bleigewicht belastet laufen. Denn die Ausschüttung an die Kinnevik-Aktionäre soll erst im gerade begonnenen zweiten Quartal vonstattengehen. Man weiß also nicht, was dann passiert. Aber:

Eigentlich bestünde eine gute Chance, dass auf dem derzeitigen Kursniveau nicht allzu viele der Kinnevik-Aktionäre verkaufen würden. Denn ja, dass Zalando für 2021 „nur“ einen Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) zwischen 350 und 425 Millionen Euro prognostiziert, obwohl das EBIT 2020 bei 420,8 Millionen lag, wirkt ernüchternd, ist es aber bei genauerem Hinsehen nicht. Denn man rechnet auch mit einem soliden Umsatzzuwachs von 24 bis 29 Prozent. Dass da kein deutlich höherer Gewinn dabei herausspringt, liegt daran, dass Zalando im laufenden Jahr 350 bis 400 Millionen Euro in Logistik und neue Technologien investieren will. Die für 2021 scheinbar magere Prognose basiert also auf der Anstrengung, den Gewinn in den Folgejahren nur umso stärker zu steigern … und damit können Anleger gemeinhin leben.

Zumal die Analysten die Aktie sehr bullisch sehen und selbst das durchschnittliche Kursziel mit 104 Euro über 20 Prozent über dem letzten Schlusskurs liegt. Hinzu kommt ein weiteres, positives Element: Der Kurs kam im März unter dem Strich zwar nicht vom Fleck, aber wir sehen eine robuste Bodenbildung oberhalb der im Chart schwarz hervorgehobenen 200-Tage-Linie. Die Basis für einen Befreiungsschlag wäre also gegeben, nur vollzogen werden muss er eben noch. Dazu bedarf es eines Schlusskurses über der kurzfristigen Abwärtstrendlinie sowie über dem markanten Zwischenhoch vom November bei 91,50 Euro, an dem die Aktie zuletzt Mitte März nicht vorbeikam. Gelingt das, wäre der Weg aus charttechnischer Sicht frei.

Zalando Aktie: Chart vom 01.04.2021, Kurs 85,50 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX

Richtig ist aber auch: Je höher die Aktie notiert, wenn Kinnevik seine Aktionäre mit Zalando-Aktien beschenkt, desto größer wird das Risiko, dass mehr dieser Anleger ihre Zalando-Aktien verkaufen. Daher müsste man auch im Fall eines charttechnisch bullischen Signals Geduld mitbringen. Denn wenn diese Ausschüttung erst einmal erfolgt ist und einige Tage und Wochen ohne größeren Druck vergehen, wäre dieses Damoklesschwert stumpf und der Weg für Zalando auch aus dieser Warte heraus frei.

Zalando hat in den vergangenen Jahren oft vorläufige Ergebnisse veröffentlicht, um seine Aktionäre nicht auf glühenden Kohlen sitzen zu lassen. Diesmal jedoch nicht, erst morgen werden wir wissen, wie das entscheidende vierte Quartal 2020 gelaufen ist und wie der Online-Riese seine Perspektive für 2021 sieht. Das wird zu charttechnischen Entscheidungen führen!

Die Zalando-Aktie hatte Anfang vergangener Woche nach einer kräftigen Korrektur genau auf Höhe ihrer 200-Tage-Linie bei 79 Euro wieder nach oben gedreht. Eine ideale Vorlage für einen neuen Rallye-Schub. Aber noch ist die Aktie nicht bullisch, dazu müsste sie mindestens über dem November-Hoch bei 91,50 Euro schließen; ideal wäre, wenn ein Schlusskurs über 95 Euro und damit über der gebrochenen, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie gelänge. Allerdings ist die Bilanz nicht das einzige Damoklesschwert, das über der Aktie hängt.

Chart vom 12.03.2021, Kurs 85,40 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX

Expertenmeinung: Sollte die Bilanz überzeugen und vor allem die Perspektive besser ausfallen als derzeit seitens der Analysten erwartet, die unterstellen, dass durch den schrittweisen Wegfall des „Corona-Effekts“ kein Gewinn drin wäre, der allzu weit über den für 2021 erwarteten ca. 90 Cent pro Aktie liegt, wäre der Weg nach oben zwar grundsätzlich frei. Aber solange das noch offen ist, ist auch die kurzfristige Ausbruchsrichtung offen, zumal:

Die Investoren wissen, dass die schwedische Kinnevik, Großaktionär der ersten Stunde, im zweiten Quartal vorhat, seine Zalando-Beteiligung an die eigenen Aktionäre auszuschütten. Und da geht es nicht um „Peanuts“, Kinnevik hält knapp über 20 Prozent aller Zalando-Aktien. Gesetzt den Fall, die Kinnevik-Aktionäre würden als Vorlage eine eher mäßige Wachstumsperspektive für 2021 vorfinden, könnte es natürlich sein, dass viele diese „Belohnung“ auf den Markt werfen. Und Aktien in dieser Dimension könnte der Markt nicht auffangen, das Risiko, dass nicht überzeugende Ergebnisse dann für einen erneuten, markanten Abwärtsdruck im zweiten Quartal sorgen, ist real.

Noch ist also offen, ob Zalando morgen nach oben davonzieht oder aber der Versuch einer Aufwärtswende durch das anstehende Zahlenwerk „abgeschossen“ wird und das Spätfolgen haben würde, indem die Kinnevik-Aktionäre ihre angedienten Zalando-Aktien teilweise abstoßen. Gerade, weil man damit rechnen müsste, dass die morgen anstehenden Zahlen wegen ihrer großen Bedeutung dafür sorgen, dass die Aktie mit einem großen Gap eröffnet, die Richtung aber ohne Kenntnis dieser Ergebnisse offen ist, wäre der Gedanke, ausgerechnet jetzt, direkt vor diesem Termin, eine Position einzugehen, ein Glücksspiel. Besser abwarten, was da auf den Tisch kommt!

Die Nachricht kam überraschend. Und dass sich Zalando beeilte, die Entscheidung des schwedischen Großaktionärs Kinnevik gutzuheißen, nimmt der Sache nicht die Brisanz: In Kürze werden 21 Prozent aller Zalando-Aktien nicht mehr in festen Händen sein.

Denn dieser Großaktionär der ersten Stunde hat sich entschieden, sich mehr auf jüngere, meist noch nicht börsennotierte Wachstumsunternehmen zu konzentrieren und die im Bestand vorhandenen Zalando-Aktien daher an seine Aktionäre auszuschütten. Hier geht es um 54 Millionen Zalando-Aktien, die damit an Investoren gehen, die diese einfach so verkaufen könnten. Diese Maßnahme hat noch nicht stattgefunden, sondern soll im Verlauf des zweiten Quartals über die Bühne gehen, vorbehaltlich der Zustimmung der Kinnevik-Aktionäre. Kinnevik hat indes im Zuge dieser Meldung mitgeteilt, dass man von einer Zustimmung wohl ausgehen darf. Wieso hat diese Nachricht Verkäufe ausgelöst?

Expertenmeinung: Weil die Zalando-Aktie zuletzt immens stark gelaufen ist. Der Kurs rangiert auf Rekordlevel und nicht zu Unrecht fragen sich Anleger, ob nach dem Boom, den der Online-Händler durch die Corona-Problematik erfahren hat, so viel Wachstum in diesem und dem kommenden Jahr nachkommt, um die dadurch hohe Bewertung zu rechtfertigen.

Seit Jahresbeginn hatte der Schwung des Trends spürbar nachgelassen. Die Aktie tat sich mit der runden 100-Euro schwer, zugleich fungierte die ursprüngliche März 2020-Aufwärtstrendlinie, die von einem flacheren Aufwärtstrend abgelöst wurde, als Widerstand. Und ausgerechnet jetzt, kaum dass es schien, als hätten die Bullen die 100 Euro-Hürde nachhaltig genommen, müssen die Akteure fürchten, dass 21 Prozent der Aktien in Hände von Anlegern kommen, die diesen Kurslevel als perfekten Ausstiegslevel ansehen könnten, eben weil sie erkennen, dass die Bäume hier in Sachen Wachstum vorerst nicht mehr allzu weit in den Himmel wachsen dürften.

Das ist eine knifflige Situation. Viele Marktteilnehmer dürften wohl noch unentschlossen sein, ob sie deswegen jetzt doch lieber den Gewinn mitnehmen sollen, solange er noch da ist. Daher ist zu vermuten, dass jetzt die Charttechnik den Ausschlag geben wird:

Sollte Zalando die Unterstützungszone 91,50/93,00 Euro sowie die bei aktuell 89,50 Euro verlaufende mittelfristige Aufwärtstrendlinie brechen, dürfte das für nicht wenige das Signal sein, ebenfalls die Beine in die Hand zu nehmen. Hält der Trend jedoch, kann es gut sein, dass diese Kinnevik-Nachricht relativ zügig ihren potenziellen Schrecken verliert und der Verkaufsdruck aufhört. Es sollte daher lohnen, die Aktie und ihre März 2020-Aufwärtstrendlinie jetzt engmaschig im Auge zu behalten.

Chart vom 17.02.2021, Kurs 95,72 Euro, Kürzel ZAL | Online Broker LYNX