Wenn die Schwankungsintensität bei einer Aktie plötzlich auffallend zunimmt, sollte es plausible Argumente dafür geben. Bei SÜSS MicroTec ging es in der vergangenen Woche zu wie in einer Achterbahn … aber es fehlte an Gründen dafür. Da sollte man aufpassen.
Bis zu neuen Bilanzdaten ist es beim Hersteller von Spezialanwendungen für die Halbleiterindustrie noch lange hin: Die nächsten Zahlen, die dann auch das vierte Quartal beleuchten, stehen erst mit der 2025er-Gesamtjahresbilanz am 30. März an. Sofern keine vorläufigen Zahlen gemeldet würden. Aber da kam zuletzt nichts aus dieser Richtung, was die immensen Schwankungen der Aktie hätte auslösen können. Nach einem ruhigen Montag ging es bei SÜSS-Aktie zu wie in der Achterbahn. Erst ein kräftiger Anstieg, dann ein 2 Tage währender Abverkauf, gestern dann eine Gegenreaktion nach oben. Handelsspanne in dieser vergangenen Woche: vom Tief aus gerechnet: 19 Prozent. Zu viel, um es zu ignorieren.
Man würde allerdings fündig, wenn man nach Auslösern sucht, die außerhalb der Situation und Perspektive von SÜSS MicroTec liegen: Die ASML Holding legte am Mittwoch ihre Quartalszahlen nebst Ausblick auf 2026 vor. Aber diese Zahlen fielen hervorragend aus – warum also sollte SÜSS MicroTec, die als Zulieferer für die Chipindustrie immerhin im selben Sektor agieren, daraufhin derart schwanken? Weil es ASML auch tat? Das ist höchstwahrscheinlich der Grund für diese immense Volatilität. Nur ist es kein guter.
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Expertenmeinung: Nicht gut, weil schon bei ASML Kursschwankungen auftraten, die den Eindruck erwecken, dass hier gefährlich viel Spekulation auf immens hohem Kursniveau vorliegt. Erst erreichte die ASML-Aktie als Reaktion auf die sogar besser als prognostiziert ausgefallenen Zahlen ein neues Rekordhoch, dann rutschte sie ins Minus. Am Donnerstag wurde ein Erholungsversuch abverkauft, am Freitag gelang es, eine Gegenbewegung ins europäische Handelsende zu retten. Die SÜSS MicroTec-Aktie bewegte sich dazu wie ein Schatten. Derart starke Kursausschläge, die nur „nachmachen“, was beim größten der Chipindustrie-Zulieferer im Kurs passiert? Das zeugt nicht von vernunftbezogenem Trading. Und wenn sich der Faktor Vernunft verabschiedet, steigt das Risiko.
Zudem ist das nicht gut, weil es keinen Grund gibt, zu unterstellen, dass das, was bei ASML in Sachen Aufträge, Umsatz, Marge und Gewinn passiert, automatisch auch bei SÜSS so aussehen müsste, nur weil man im selben Metier arbeitet.
Fazit: Diese Achterbahnfahrt zeigt auf, dass wir uns bei dieser Aktie in einer zunehmend riskanten Phase bewegen, in der irrationale Faktoren starke Reaktionen auslösen können. Daher sollte ein Schlusskurs unterhalb des Vorwochen-Verlaufstiefs bei 46,16 Euro, der dann auch den Bruch der Kreuzunterstützung aus 20-Tage-Linie und dem Hoch des vergangenen Sommers bedeuten würde, unbedingt als Anhalt für eine konsequente Stopp-Absicherung in Betracht gezogen werden.

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