STRATEC Biomedical Aktie aktuell STRATEC: Kommen die Bullen hier noch einmal zurück?

News: Aktuelle Analyse der STRATEC Biomedical Aktie

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STRATEC Biomedical
ISIN: DE000STRA555
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Zur STRATEC Biomedical Aktie

Das Medizintechnikunternehmen STRATEC gehört zu denjenigen Unternehmen, deren Aktien als potenzielle Profiteure der Corona-Krise seit März liefen wie geschnitten Brot. Und so kam die Aktie auch ebenso wie die bekannteren Flaggschiffe der „Corona-Hausse“ unter die Räder, als am 9. November die erste Meldung über einen nahen Impfstoff über die Nachrichtenticker lief. Wobei der Selloff bei STRATEC aus zwei Gründen besonders heftig ausfiel.

Zum einen, weil diese im SDAX notierte Aktie marktenger ist als andere, im Zuge dieses Runs nach scheinbar „sicheren Häfen“ gekaufte Aktien wie z.B. Sartorius oder Shop Apotheke. Zum anderen, weil STRATEC unmittelbar zuvor seine Bilanz vorgelegt hatte und diese mit Gewinnmitnahmen beantwortet wurde. Die Aktie war also ohnehin gerade auf dem Weg nach unten, das hat die Verkäufe als Reaktion auf die Impfstoff-Meldung intensiviert. Aber ist dadurch jetzt wirklich ein Deckel drauf … oder können die Bullen noch einmal zurückkommen?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur STRATEC Biomedical Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das könnten sie durchaus. Zum einen fielen die Anfang November vorgelegten Neun-Monats-Zahlen überzeugend aus. Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent zu, der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) stieg um 40 Prozent. Und wenn die Analysten Recht behalten, wird der Gewinn 2021 noch einmal um 20 Prozent anziehen. Für das laufende Jahr weist die Aktie damit auf Basis des aktuellen Kurses ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 40 aus, das ist angesichts dieser Gewinndynamik nicht teuer. Warum aber kam es dann zu diesem Abgabedruck?

Weil STRATEC zuvor extrem gestiegen war. Sie hatte einfach nach obnen überzogen und was massiv überkauft. Vom März-Tief bei 46,60 Euro bis hinauf zum Verlaufsrekord bei 144,60 Euro, erreicht am Morgen der Vorlage der Neun-Monats-Zahlen, war es ein Plus von 210 Prozent. Da konnte es nicht wundern, dass einige Anleger trotz dieser starken Bilanz ihren Einsatz vom Tisch nehmen wollten und sich ausgerechnet da, nach einer solchen Hausse, erst einmal nicht genug Käufer in einer relativ marktengen Aktie fanden. Aber:

Dieser Abverkauf wurde genau dort aufgefangen, wo er aufgefangen werden musste um zu verhindern, dass die Einstufung von „nicht mehr bullisch“ in „bärisch“ überging. Dort, wo die Aktie Anfang September nach oben drehte, als zum ersten Mal aus einer überhitzten Rallye die Luft herausgelassen wurde. Dort, wo Anfang April ein markantes Zwischenhoch entstand, das damit zum zweiten Mal seine Tragkraft bewies. Und wo zugleich die 200-Tage-Liknie diese Unterstützungslinie verstärkte: bei 93 Euro.

Solange diese Linie hält, haben die Bullen noch alle Chancen, den Kurs erneut nach oben in Marsch zu setzen. Aktiv bullisch wäre das Chartbild zwar erst, wenn die nächstliegende Widerstandszone bei 120/121 Euro zurückerobert wäre. Aber das zu schaffen, bleibt durch die Verteidigung der mittelfristig entscheidenden Supportlinie bei 93 Euro eben weiterhin möglich.

Chart vom 19.11.2020, Kurs 112,00 Euro, Kürzel SBS | Online Broker LYNX
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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der STRATEC Biomedical Aktie

STRATEC ist ein Medizintechnik-Unternehmen, das vor allem für die Bereiche klinische Diagnostik und Biotechnik fertigt. Damit bewegt sich STRATEC in einer Wachstumsbranche, die bislang von der Rezession nicht beeinträchtigt wurde und gute Chancen hat, auch weiterhin kräftig wachsen zu können. Das belegten auch die Bilanzdaten zum zweiten Quartal. Während andere Branchen durch Lockdown und Rezession massiv in die Knie gingen, konnte STRATEC gegenüber dem Vorjahresquartal ein leichtes Wachstum beim Umsatz vermelden. Und der Gewinn stieg sogar deutlich, vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) ging es da um beeindruckende 37 Prozent nach oben.

Diese erfreuliche Entwicklung führte dazu, dass STRATEC die eigene Prognose für das laufende Jahr bereits zweimal anhob. Nach einer ersten Anpassung der Ziele im Mai hob man Mitte August die Erwartung für den Umsatz auf eine Spanne von +14 bis +18 Prozent an, die Perspektive für die Marge liegt jetzt in einer Range zwischen 15,5 bis 16,5 Prozent, die hatte zuvor bei 15 Prozent gelegen. In einem Umfeld, in dem sich bei vielen Branchen gerade herausstellt, dass die Hoffnung der Investoren, dass die Krise schnell und restlos bereinigt werde, überzogen war, ist ein solches Unternehmen für Anleger natürlich interessant.

Expertenmeinung: Doch eine Einbahnstraße ist auch STRATEC nicht. Gegenüber dem Jahresende 2019 hatte sich der Kurs Ende August mehr als verdoppelt. Das war ein ziemlich satter Aufschlag auf den Umstand, dass hier die Unternehmensgewinne steigen, während sie woanders fallen. Momentan erwarten die Experten, dass STRATEC im laufenden Jahr etwa 30 Prozent mehr verdient, 2021 dann noch einmal 20 Prozent auf die 2020er-Gewinne obendrauf kommen. Tadellos, aber damit war der Kurs weit schneller gestiegen als der Gewinn … ein zuletzt typisches Phänomen für Aktien, die als „sicherer Hafen“ gesehen werden – mit der nicht minder typischen Folge, vor allem bei eher marktengen Aktien wie dieser:

STRATEC brach Ende August scharf ein, nur, weil ein Analyst der Ansicht war, dass die Aktie kurzfristig überzogen hatte und seine Einschätzung von „Halten“ auf „Verkaufen“ setzte. Auf einmal erinnerten sich viele an die Erkenntnis, dass keine Aktie nonstop steigt und wollten aussteigen, zugleich waren die Käufer rar. STRATEC sackte in wenigen Tagen vom Verlaufsrekord bei 128,80 Euro bis 93 Euro durch. Genau dort drehte die Aktie aber an wichtigen Unterstützungen, was unterstrich, dass so einige Marktteilnehmer die Aktie auf der Watchlist haben und bei günstigen Gelegenheiten zugreifen.

STRATEC verteidigte die im Frühjahr markierten Hochs des ersten Aufwärtsimpulses und eroberte umgehend die mittelfristige Aufwärtstrendlinie zurück. Seither dominieren vorsichtige, zugleich aber stetige Käufe das Kursbild. Ob man diesem erneuten Anstieg noch hinterherlaufen sollte, ist fraglich, nicht zuletzt mit Blick auf die bereits wieder überkaufte Markttechnik (im Chart unten eingeblendet der Stochastik-Oszillator). Aber sollte eine erneute Korrektur an wichtige Unterstützungen erneut zu deren Verteidigung führen, wäre das allemal eine interessante Basis, um mit Stoppkursen knapp unterhalb der dann verteidigten Supportmarken auf den Zug aufzuspringen.

Chart vom 25.09.2020, Kurs 117,40 Euro, Kürzel SBS | Online Broker LYNX