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Shift4 Payments Aktie Prognose Was haben Netflix, Micron und Shift4 gemeinsam?

News: Aktuelle Analyse der Shift4 Payments Aktie

In diesem Artikel
Shift4 Payments
ISIN: US82452J1097
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Ticker: FOUR -,-- %
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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Shift4 Payments Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

An der Börse kommt es regelmäßig zu Kursbewegungen, die im Nachhinein völlig absurd wirken. Wird Shift4 auch so ein Fall?

Man traut seinen Augen kaum

An der Börse geschehen regelmäßig die verrücktesten Dinge. Rückblickend sind manche Kursverläufe geradezu unglaublich. Wenn man es nicht mit seinen eigenen Augen sehen könnte, dass das wirklich geschehen ist, würde man es nicht glauben.

Beispiele dafür gibt es wie Sand am Meer. Netflix wurde vor einigen Jahren (2022) von etwa 70 auf 17 USD abverkauft, weil die Konkurrenz im Streaminggeschäft durch Hulu und Disney+ zugenommen hatte und das Wachstum der Nutzerzahlen zeitweise zum Erliegen kam.
Das Potenzial des Unternehmens wurde kurzzeitig ignoriert. Darauf folgte eine Kursrallye von 17 auf 134 USD, ein Anstieg um fast 700 %.

Jüngere Beispiele findet man im Chip-Sektor. KI ist seit Ende 2022, als ChatGPT veröffentlicht wurde, in aller Munde.
Dadurch wurde in kürzester Zeit eine Investitionswelle angestoßen, die seitdem immer größer und größer geworden ist. In diesem Jahr werden Unternehmen wie Amazon, Google und Microsoft jeweils mehr als 100 Milliarden Dollar in das Thema investieren.

Der Markt liegt manchmal meilenweit daneben

All das war längst bekannt und dennoch wurde Micron Technology im letzten Jahr von 157 auf 61 USD abverkauft. Rückblickend ist der Kurssturz kaum erklärbar. Heute liegt der Kurs bei 766 USD, also mehr als 1.000% höher.

Ob die Sache ebenfalls in einer kometenhaften Rallye münden wird, wird die Zukunft zeigen. Der Absturz von Shift4 Payments ist für mich persönlich aber ebenfalls unerklärlich.

Das Unternehmen steckt nicht in Problemen, wächst und dürfte in diesem Jahr wieder ein Rekordergebnis einfahren, obwohl Integrationskosten und höhere Schulden kurzfristig die Profitabilität belasten.

Das Erstaunlichste daran ist aber, dass das Unternehmen wohl fast zum dreifachen des aktuellen Preises übernommen worden wäre. Gerüchten zufolge waren unter anderem Fiserv, Global Payments, Amadeus IT und mehrere Private-Equity-Investoren interessiert.

Laut Medienberichten wurde im Jahr 2023 über einen Kaufpreis von 80 bis 100 USD verhandelt. Ende 2024 ist ein Verkauf für 120 USD je Aktie wohl nur knapp gescheitert – jedoch nicht, weil die Käufer abgesprungen wären. Der Gründer, größte Anteilseigner und damalige CEO Isaacman empfand den Kaufpreis als zu niedrig.

Wie passt das zusammen?

Man kann vortrefflich darüber streiten, ob 120 USD ein guter Preis gewesen wäre. Die Realität ist aber, dass scheinbar gleich zwei Käufer bereits gewesen wären, diesen Preis zu bezahlen.
Und heute liegt der Kurs bei etwa 40 USD, obwohl Shift4 den Umsatz und Gewinn seitdem massiv gesteigert hat.

Im Geschäftsjahr 2024, als es scheinbar ein Angebot von 120 USD gab, lag der Konzernumsatz bei 1,35 Mrd. USD (gross revenue less network fees) und das Ergebnis bei 3,89 USD je Aktie.

In diesem Jahr dürfte der Umsatz 2,55 Mrd. USD erreichen und das Ergebnis auf 5,60 USD je Aktie steigen.
Man kann mit Fug und Recht von einer erheblichen Diskrepanz zwischen Kursgeschehen und den Geschäftszahlen sprechen.

Daher ist es folgerichtig, dass der Vorstand umfassende Aktienrückkäufe mit einem Volumen von 1 Mrd. USD beschlossen hat.
Derzeit würde das ausreichen, um mehr als Viertel aller ausstehenden Aktien einzuziehen.

Insider-Käufe und Übernahmefantasie

Im ersten Quartal hat man auf die Ankündigungen handfeste Taten folgen lassen. In nur drei Monaten wurden für 295 Mio. USD eigene Aktien eingezogen. Dadurch wurde die Zahl der ausstehenden Aktien von 88,5 auf 84,6 Millionen Stück reduziert.

Abgesehen von Shift4 selbst gibt es noch einen weiteren Käufer, der im großen Stil Aktien des Unternehmens einsammelt: Jared Isaacman.

Der Gründer und größte Anteilseigner hat im August bei einem Kurs von 81,90 USD begonnen Aktien zu erwerben und seitdem mehrere Transaktionen mit einem Gesamtwert von etwa 34 Millionen Dollar durchgeführt.
Zuletzt hat er im Februar und März bei Kursen zwischen 43,83 und 48,38 USD zugeschlagen.

Nahezu das gesamte Vermögen von Isaacman hängt an Shift4 Payments. Wer in dieser Situation weiterhin beherzt zukauft, muss absolut überzeugt sein.

Sollte es plötzlich zu einem feindlichen Übernahmeversuch kommen, wäre das wohl kaum eine Überraschung. Es ist eher erstaunlich, dass das nicht längst geschehen ist.

Shift4 Payments Aktie: Chart vom 13.05.2026, Kurs: 40,78 USD – Kürzel: FOUR | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Shift4 Payments Aktie: Chart vom 13.05.2026, Kurs: 40,78 USD – Kürzel: FOUR | Quelle: TWS

Durchbricht die Aktie jetzt die Unterstützungszone bei 40 – 42 USD, müsste mit weiteren Kursverlusten in Richtung 35 USD oder möglicherweise sogar 30 USD gerechnet werden.

Gelingt hingegen ein Anstieg über 42 USD, könnte das eine Erholung in Richtung 50 USD einleiten. Darüber käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit Kurszielen bei 58 und 62 USD.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.05.2026 um 14:52 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

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Vorherige Analysen der Shift4 Payments Aktie

10.11.2025
11:13 Uhr

Shift4 Payments: Vom Shootingstar zum Sorgenkind — Tobias Krieg

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 10.11.2025 um 11:00 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Rekorde bei Umsatz, Gewinn und Cashflow. Übernahmeangebote, Millionenkäufe des Gründers – doch der Kurs fällt weiter. Warum?

Übernahmeangebote abgelehnt, Insiderkäufe getätigt

An der Börse geschehen manchmal die merkwürdigsten Dinge. Kürzlich hat Shift4 Payments mehrere Übernahmegebote abgelehnt, die Presseberichten zufolge bei 120–130 USD lagen, und heute notiert die Aktie bei der Hälfte.

Der Gründer, langjährige CEO und größte Anteilseigner hat kürzlich bei einem Kurs von 81,90 USD für 7,51 Mio. USD Aktien gekauft und bei 83,61 USD für weitere 8,75 Mio. USD.
Auch er hätte sich wohl nicht träumen lassen, dass der Kurs anschließend noch wesentlich tiefer fallen würde.

Schaut man sich die Geschäftszahlen an, fragt man sich unweigerlich, warum der Kurs überhaupt gefallen ist. Abgesehen von einer leichten Verfehlung beim Gewinn in einem der letzten vier Quartale hat Shift4 Payments durchweg abgeliefert.

Darüber hinaus stellt sich für einen Investor ohnehin die Frage, wie wichtig das Erreichen von Konsensschätzungen überhaupt ist.
Worauf es wirklich ankommt, ist, dass es mit dem Unternehmen aufwärtsgeht – und das kann bei Shift4 Payments niemand in Abrede stellen, auch wenn die Kursreaktion vom vergangenen Donnerstag etwas anderes vermuten lässt.

Massives Wachstum und neue Großkunden

Der Gewinn lag in Q3 mit 1,47 USD je Aktie über den Erwartungen von 1,45 USD. Mit einem Umsatz von 589 Mio. USD wurden die Analystenschätzungen von 580 Mio. USD ebenfalls übertroffen.

Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 61 % und einem Anstieg des Gewinns um 6 %. Die Zahlen sind durch die Übernahme von Global Blue jedoch schwer vergleichbar. Ohne den Zukauf wäre der Umsatz um 19 % gestiegen.

Das Transaktionsvolumen konnte auf Jahressicht um 26 % auf 54,7 Mrd. USD gesteigert werden.
Der freie Cashflow verbesserte sich um 27 % auf 141 Mio. USD.

Zuletzt konnte Shift4 Payments durchschnittlich 1.300 neue Kunden pro Monat gewinnen, darunter viele Restaurants sowie kleine und mittlere Unternehmen (SMB), aber auch Großkunden.
Im letzten Quartal hat das Unternehmen beispielsweise Hyatt Vacation Club mit mehr als 20 Resorts als Kunden gewonnen und sich Aufträge für mehr als ein halbes Dutzend Stadien gesichert.

Ausblick und Bewertung

Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr wurde bestätigt und konkretisiert. Der Wert aller abgewickelten Transaktionen dürfte in diesem Jahr bei 207–210 Mrd. USD liegen, der Umsatz bei 1,98–2,02 Mrd. USD, das EBITDA bei 970–985 Mio. USD und der freie Cashflow bei mindestens 485 Mio. USD.

Shift4 Payments kommt demnach auf einen Forward P/FCF von 12,4 oder weniger. In den letzten drei Jahren, seitdem das Unternehmen den Sprung in die Profitabilität geschafft hat, lag der P/FCF durchschnittlich bei 20.

Im kommenden Jahr soll der freie Cashflow ebenfalls um mehr als 30 % zulegen und auf mehr als 7 USD je Aktie steigen. Der P/FCF würde im Gegenzug auf 9,5 oder weniger sinken.

Daher hat das Unternehmen Aktienrückkäufe mit einem Volumen von 1,0 Mrd. USD beschlossen. Derzeit würde das ausreichen, um mehr als ein Sechstel aller ausstehenden Aktien einzuziehen.

Shift4 Payments Aktie: Chart vom 10.11.2025, Kurs: 66,15 USD - Kürzel: FOUR | Online Broker LYNX
Shift4 Payments Aktie: Chart vom 10.11.2025, Kurs: 66,15 USD – Kürzel: FOUR | Quelle: TWS

Aus Sicht der Bullen sollte die Aktie nicht unter 58 USD fallen. Geschieht es dennoch, ist mit einer Ausdehnung der Korrektur in Richtung 50 USD zu rechnen.

Gelingt hingegen eine Rückkehr über 67 USD, entspannt sich die Lage und eine Erholung bis 70 oder 75 USD wird möglich. Darüber hellt sich das Chartbild nachhaltig auf.

Geschäftsmodell und Erfolgsbilanz

Shift4 Payments wurde 1999 von dem damals 16-jährigen Jared Isaacman gegründet, der bis vor Kurzem CEO war und bis heute der größte Anteilseigner ist.

Was als kleines Start-up begann, entwickelte sich schnell zu einem der führenden Anbieter von End-to-End-Zahlungslösungen, insbesondere in der US-amerikanischen Gastronomie. Heute sind die Zahlungsterminals von Shift4 aus Restaurants und Hotels nicht mehr wegzudenken. Sie bieten eine nahtlose Abwicklung von Transaktionen und haben das Unternehmen an die Spitze der Branche katapultiert.

Ein zentrales Produkt, das diesen Erfolg untermauert, ist das Zahlungssystem SkyTab. SkyTab hebt sich durch seine fortschrittliche Technologie von der Konkurrenz ab.

Shift4 Payments nimmt in der Zahlungsbranche eine einzigartige Position ein. Während viele Anbieter sich auf einzelne Aspekte wie Hardware oder Software konzentrieren, bietet Shift4 ein Rundum-sorglos-Paket, das sowohl technische Innovation als auch geschäftsfördernde Dienstleistungen vereint.

Seit dem Börsengang im Jahr 2020 konnte Shift4 Payments den Umsatz von 767 Mio. auf 3,33 Mrd. USD massiv steigern.
Der freie Cashflow hat sich in dieser Zeit von 0,09 auf 4,28 USD je Aktie vervielfacht und dürfte in diesem Jahr auf mindestens 5,35 USD je Aktie steigen.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.