Salzgitter: Das sieht immer schlechter aus

von |
In diesem Artikel

Salzgitter
ISIN: DE0006202005
|
Ticker: SZG --- %

---
EUR
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zur Salzgitter Aktie

Der Kurs von Salzgitter hat sich seit dem Corona-Crash vervielfacht. Wer diese Rallye mitgemacht hat, kann sich freuen.
Aus technischer Sicht trübt sich die Lage aber zunehmend ein. Es wäre gut möglich, dass die Rallye ein Ende gefunden hat.

Wir haben es bereits mit einer Reihe von fallenden Hochs zu tun. Den Bullen ist also eindeutig die Puste ausgegangen.
Helfen würde nur ein Ausbruch über 32,50 Euro.

Chart vom 10.11.2021 Kurs: 30,30 Kürzel: SZG - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 10.11.2021 Kurs: 30,30 Kürzel: SZG – Tageskerzen

Fällt die Aktie hingegen unter 30,00 Euro, kommt es zu einem Verkaufssignal mit möglichen Kurszielen bei 29,20 und 28,00 Euro.
Rutscht Salzgitter unter 27,50 Euro, trübt sich das Chartbild zunehmend ein.

Wäre die Aktie ein langfristiger Outperformer, müsste man nun nicht gleich den Notausgang suchen. Das ist aber nicht der Fall.

Salzgitter hat seit Jahren anhaltende Probleme. In der letzten Dekade ist es sukzessive abwärts gegangen.
Der Umsatz ist von 10,09 auf 7,09 Mrd. Euro eingebrochen. Die operative Marge tendiert selbst in guten Zeiten in Richtung null.

Daher war man in sechs der letzten zehn Jahre unprofitabel.

Das zeigt eindeutig, dass die Probleme im Vorjahr nicht auf Corona zurückzuführen waren. Tatsächlich war der Verlust mit -277 Mio. Euro kaum größer in den zwölf Monaten zuvor. Damals hatte man einen Verlust von -241 Mio. Euro eingefahren.

Gleiches gilt auch für die zuletzt wieder deutlich besseren Geschäftszahlen. Sie sind nach den Worten von Salzigtter selbst auf die „anhaltend gute Preis- und Nachfrageentwicklung“ zurückzuführen. Hausgemacht ist der Erfolg also nicht. Man entwickelt sich gemeinsam mit dem Markt, aber auch nicht mehr.

Früher oder später wird das geschäftliche Umfeld wieder zum Normalbetrieb zurückkehren und das gilt dann auch für die Zahlen und den Kurs von Salzgitter. Die Aktie wird sich so entwickeln, wie sie es auch in der Vergangenheit getan hat. Der übergeordnete Trend ist klar.

Chart vom 10.11.2021 Kurs: 30,30 Kürzel: SZG - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 10.11.2021 Kurs: 30,30 Kürzel: SZG – Wochenkerzen

Mehr als 12.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Handeln wie die Profis? Mein Broker ist LYNX.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen


Nachricht schicken an Tobias Krieg
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Die Aktie von Salzgitter hat sich im Jahresverlauf nahezu verdreifacht. Könnte das zu viel des Guten sein?
Investoren können an diesem Beispiel sehr viel lernen.

Marktführer

Salzgitter AG gehört zu den führenden europäischen Stahl-Konzernen.

Die Kernkompetenz liegt in der Herstellung von Walzstahl- und Röhrenerzeugnissen sowie deren Weiterverarbeitung und weltweiter Vermarktung.
Daneben ist das Unternehmen auch im Sondermaschinen- und Anlagenbau tätig.

Salzgitter verfügt darüber hinaus auch über eine ganze Reihe industrieller Beteiligungen.

Hilft auch nichts

Geholfen hat das alles nichts. Der Umsatz von Salzgitter stagniert seit mehr als einer Dekade und schwankte in diesem Zeitraum zwischen 7,89 und 10,40 Mrd. Euro.

Das Unternehmen schafft es auch nicht, nachhaltig profitabel zu arbeiten. Man ist wortwörtlich die Hälfte der Zeit defizitär.

Im Vorjahr erzielte man einen Umsatz von 8,55 Mrd. Euro und einen Verlust von 241 Mio. Euro, was -4,46 Euro je Aktie entspricht.
Darüber hinaus ist die Branche kapitalintensiv, daher ist der freie Cashflow von Salzgitter meist negativ.

Dass sich das Geschäft in diesem Jahr weiter verschlechtert hat, versteht sich von selbst.
In den ersten neun Monaten ist der Umsatz von 6,64 auf 5,26 Mrd. Euro eingebrochen. Das Ergebnis lag bei -4,54 Euro je Aktie.

Immer dasselbe

Daher hatte ich in der Vergangenheit auch immer wieder vor der Aktie gewarnt.

In schriftlicher Form erfolgte das zuletzt am 16.05.2018, Zitat:
Selbst in Jahren guter konjunktureller Lage, hat der Konzern immer wieder Verluste erwirtschaftet. Was passiert im nächsten Abschwung? Man wird voraussichtlich wieder größere Verluste hinnehmen müssen und der Aktienkurs könnte dementsprechend in die Knie gehen.

[…]
das langfristige Chance-Risiko-Verhältnis ist äußerst problematisch.

Damals notierte die Aktie bei 49,37 Euro. Der Rest ist Geschichte.

Zwischenzeitlich war mir die Sache gar keine Analyse mehr Wert. Die Lage ist und war allzu offensichtlich.

Ich greife die Aktie heute nur auf, um einige Sachen zu verdeutlichen:
Das war abzusehen und Sie können sich davor schützen.

Warum ist das so?

Es trifft nämlich immer dieselben Unternehmen, mit einer Kombination aus folgenden Eigenschaften:

Kein Wachstum, sinkende Margen, grundsätzliche Probleme mit der Profitabilität und hohe Schulden.
Schwache Unternehmen eben.

Sobald der breite Markt nachgibt stehen diese Aktien ganz oben auf den Verkaufszetteln der Anleger.
Warum? Weil mit diesen Papieren in Wirklichkeit nur gezockt wird und den meisten klar ist (zumindest unterbewusst), dass es sich um schwache Titel handelt.

Heute

Heute sind das beispielsweise
Hugo Boss -6,5% (notiert auf dem Niveau der Jahrtausendwende).
Hochtief -5,5% (notiert auf dem Niveau von 2007).
ElringKlinger -9,3% (notiert auf dem Niveau von 2006).

1&1 Drillisch -5,9% (notiert auf dem Niveau der Jahrtausendwende).
Nordex -6,1% (notiert unter dem Ausgabepreis von 2001)
Daimler -4,9% (notiert auf dem Niveau von 1997)

Und eben auch Salzgitter, die heute um 5,2% nachgibt und auf dem Niveau von 2005 notiert.

Vielleicht fällt Ihnen ja ein gewisses Muster auf.
Mit derartigen Aktien konnte und kann man selbst langfristig kein Geld verdienen. Eben weil hier keine oder kaum reale Wertschöpfung entsteht und diese Unternehmen grundlegende Probleme haben.

Die Hoffnung auf einen Turnaround stellt sich fast immer als Fata Morgana heraus.

Wenn Sie derartige Verlierer-Aktien in Zukunft aussortieren wollen, könnte mein Präsenz-Seminar etwas für Sie sein: The Art of Investing (Sie können sich in die Warteliste eintragen und werden dann umgehend benachrichtigt, sobald neue Termine verfügbar sind)

Chart

Fällt die Aktie unter 20 Euro kommt es zu einem prozyklischen Verkaufssignal mit möglichen Kurszielen bei 19,25 sowie 18,25 und 15 Euro.

Chart vom 21.12.2020 Kurs: 20,48 Kürzel: SZG - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 21.12.2020 Kurs: 20,48 Kürzel: SZG – Wochenkerzen

Die US-Regierung unter dem selbsternannten „Tariff Man“ Donald Trump verhängte neue Strafzölle gegen Stahlproduzenten in Mexiko und China wegen unfairer Handelspraktiken und die Aktien der Stahlunternehmen gingen weltweit in die Knie. Da kann man bei den Fonds, die den MDAX abbilden, froh sein, dass neben dem Dienstags-Verlierer Wacker Chemie auch die Stahlaktie Salzgitter rechtzeitig in den SDAX abgestiegen ist, denn das Papier verlor am Dienstag satte sechs Prozent. Analysten von Macquarie, die ihr Ziel für Salzgitter deutlich von 29 auf 21 senkten und die Aktie mit „Underperformer“ nach „Neutral“ einstuften. Und natürlich haben diejenigen grundsätzlich Recht, die auf den in diesem laufenden Jahr voraussichtlich deutlich sinkenden Gewinn verweisen, wenn es darum geht zu argumentieren, wieso sich der Kurs dieser Aktie in den letzten anderthalb Jahren nicht nur mehr als halbiert hat, sondern noch weiter fallen müsste. Nur darf man die Frage in den Raum stellen: Wann entspricht der Kurs dem niedrigeren Gewinnlevel? Expertenmeinung: Und in dieser Hinsicht fällt auf, dass der Kurs bereits auf den Level der Tiefs vom Sommer 2016 abgerutscht ist. 2016 erreichte das Unternehmen gerade einmal einen Gewinn von einem Euro pro Aktie, für 2019 rechnet man immerhin noch mit knapp drei Euro. Natürlich könnte sich die Lage noch verschlechtern, denn ein wankendes Wachstum bedeutet für derart konjunktursensible Unternehmen wie Stahlproduzenten immer Druck auf Nachfrage und Margen. Aber man preist eine weitere Verschlechterung der Lage offenbar bereits ein. Und der Blick auf das langfristige Chartbild zeigt, dass der Kurs zwar an einem seidenen Faden hängt … aber immerhin hängt er dort noch. Denn die Aktie schloss am Dienstag noch in der Nähe des vorherigen Jahres-Verlaufstiefs von 22,65 Euro und dem Tief des Sommers 2016 von 22,50 Euro. Würde sich die Aktie bis zum Ende der Handelswoche zumindest wieder über 22,65 Euro retten können, besteht die Chance, dass sich ein Boden ausbildet. Aber Vorsicht, mehr als eine Chance ist das nicht, die Bären haben derzeit eindeutig die bessere Ausgangslage. Und würde Salzgitter weiter nachgeben, die Woche in der Nähe oder sogar unter dem gestrigen Tagestief von 21,80 Euro beenden, wäre der Weg aus charttechnischer Sicht in die Region um 16,80 Euro frei, wo das Jahrestief 2016 eine potenzielle Unterstützung bieten würde. Chart vom 09.07.2019, Kurs 22,34 Euro, Kürzel SZG | LYNX Aktienempfehlungen

Der Umsatz des Stahlkonzerns Salzgitter war 2017 und 2018 gestiegen, auch in diesem Jahr rechnet der Vorstand mit einem leichten Zuwachs. Hinzu kam 2018 ein Anstieg des Gewinns, auch das gelang mehrere Jahre hintereinander. Eigentlich müsste der Blick auf den Chart also einen Aufwärtstrend zeigen. Aber er zeigt ganz im Gegenteil ein Bild des Elends und eine Aktie, die kurz davorsteht, das Tief vom Sommer 2016 bei 22,50 Euro zu durchbrechen und in der Folge auf Dreijahrestiefs abzurutschen. Wie ist das möglich? Basis dieses Abstiegs, der den Kurs der Aktie seit ihrem mehrjährigen Hoch Anfang 2018 mehr als halbierte, war zunächst der US-Handelskrieg mit den damit verbundenen Strafzöllen, auch, wenn Salzgitter davon nur mäßig betroffen ist. Aber es ist auch die Befürchtung eines weiterhin nachlassenden Wachstums, womöglich einer rezessiven Entwicklung der Weltwirtschaft, die auf den Kurs drücken, denn kaum eine Branche ist konjunktursensibler als die Stahlbranche. Salzgitter selbst spricht von einer „labilen Konjunkturlage“, kein Wunder also, dass die Anleger hier Angst haben, sich die Finger zu verbrennen, zumal Salzgitters eigene Gewinnprognose für 2019 sehr deutlich unter dem Gewinn des Jahres 2018 liegt. Aber: Expertenmeinung: Wenn so viele mit dem Schlimmsten rechnen, entsteht daraus auch wieder eine Chance. Während man bei anderen von einer weiteren Abschwächung betroffenen Branchen wie z.B. Automobilen oder Konsumgüterherstellern immer wieder in Schwächephasen einsteigt, scheint man bei Salzgitter doch schon sehr nahe daran zu sein, das „worst case“-Szenario eingepreist zu haben. Wenn zu viele eine Meinung vertreten, wie in diesem Fall eine negative, können einer Aktie die Verkäufer ausgehen, jede positive Nachricht starke Reaktionen nach oben hervorrufen, allein, wenn es zu Eindeckungen der Leerverkäufer käme. Aber das heißt nicht, dass damit zwangsläufig der Boden erreicht wäre. Die vorstehende Überlegung war grundsätzlich auch schon Anfang des Jahres richtig, hat sich auch in einer markanten Gegenbewegung niedergeschlagen … aber am Freitag notierte die Aktie tiefer als im Januar. Ohne ein klares Signal der Charttechnik im Rücken wäre man mit Long-Trades auf dünnem Eis unterwegs. Und so verlockend das niedrige Kursniveau der Aktie auch sein mag: In solchen Situationen fährt man besser, wenn man lieber deutlich über dem Tief, dafür aber mit einer tauglichen Basis für Stoppkurse einsteigt. Und noch haben die Bären das Heft fest in der Hand, könnten den Abstieg mit dem Bruch des Tiefs vom Sommer 2016 bei 22,50 Euro noch einmal intensivieren. Derzeit wäre ein tauglicher Trigger für eine Wende der Break über die 200-Tage-Linie. Die scheint zwar mit derzeit 29,60 Euro weit entfernt zu sein, aber die Linie fällt zügig, kommt also Schritt für Schritt näher. Noch gibt es zur Short-Seite keine Alternative … aber diese 200-Tage-Linie sollte man im Auge behalten! Chart vom 14.06.2019, Kurs 22,99 Euro, Kürzel SZG | LYNX Aktienempfehlungen