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Am Dienstagabend korrigierte der Windkraftanlagenbauer Nordex seine 2022er-Prognose hinsichtlich Umsatz und Marge deutlich nach unten. Die Aktie hatte bereits im Vorfeld massiv an Boden verloren, aber heute könnte es dann richtig ungemütlich werden!
Am Dienstagabend gegen 20 Uhr gab das Unternehmen im Vorgriff auf die auf den 31. Mai terminierten Quartalsergebnisse bekannt, dass man für das laufende Jahr jetzt einen Umsatz zwischen 5,2 und 5,7 Milliarden Euro statt der zuvor prognostizierten 5,4 bis 6,0 Milliarden Euro sehe. Alleine in der Ukraine rechnet Nordex mit einer Umsatzeinbuße von 200 Millionen Euro. Nicht gut, aber deutlich dramatischer ist die Anpassung der Gewinnmargen-Erwartung. Da hatte Nordex im März eine Gewinnmarge vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA-Marge) zwischen +1,0 bis +3,5 Prozent gesehen, jetzt wurde sie massiv auf -4,0 bis 0,0 Prozent gesenkt, kurz: Dieses Jahr wird einen nicht gerade kleinen Verlust einbringen.
Die Gründe dafür sind nachvollziehbar: Zum einen ist es der Ukraine-Konflikt, dann laufen Kosten durch eine Umstrukturierung der Produktion auf. Und darüber hinaus gab es in China entspringende Lieferprobleme und nicht zuletzt die Cyber-Attacke auf Nordex Ende März. All das zusammen bedeutet: Die Lage ist schlechter, als die meisten Marktteilnehmer das bislang annehmen konnten. Wie wird sich das in der Aktie niederschlagen?
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Expertenmeinung: Gegen 21 Uhr und damit etwa eine Stunde nach Bekanntwerden der Gewinnwarnung notierte Nordex bei den eher dünnen Umsätzen des abendlichen, nachbörslichen Handels um die 11 Euro und damit gegenüber dem Xetra-Schlusskurs von 12,55 Euro massiv im Minus. Und das ist angesichts der Tragweite dieser Prognosesenkung durchaus nachvollziehbar.
Die Aktie hatte gerade eine Gegenbewegung nach oben begonnen, die dürfte heute mit einem „Gap Down“, d.h. einer Abwärts-Kurslücke vom Tisch gefegt werden. Die charttechnischen Ankerpunkte, auf die es damit heute ankäme, sind die beiden bisherigen Tiefs der Aktie vom Februar (11,22 Euro) und Mai (10,55 Euro). Sollte diese Supportzone heute halten, könnte man zwar hoffen, dass Nordex angesichts des bereits im Vorfeld dramatischen Abstiegs dort einen Boden bildet, aber:
Sollten sich die Short-Seller, d.h. die Leerverkäufer, nach dieser Nachricht auf Nordex stürzen, wäre es alles andere als überraschend, wenn der Kurs nach unten durchgehen würde. Und mit diesen „bad news“ als Gegenwind wäre auch ein Level unter 10,55 Euro vorerst ein zu scharfes, fallendes Messer, um über den Einstieg nachzudenken.

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