Fast ein Jahr lang kannte die Aktie des Bau- und Architektursoftware-Entwicklers Nemetschek nur den Weg nach unten. Doch jetzt ist die Chance greifbar, eine monatelange Bodenbildung mit einem bullischen Signal abzuschließen. Und allzu schlecht stünden die Chancen nicht!
Nemetschek hat sich in den vergangenen Jahren durch kluge Zukäufe deutlich breiter aufgestellt. Zugleich beeindrucken die Bilanzzahlen seit Jahren mit stetigem Umsatz- und Gewinnwachstum. Der einzige Malus war: Die Aktie war am Hoch, das die Aktie im August 2025 bei 138,50 Euro erreichte, klar zu teuer. Damals bezifferte sich das Kurs-/Gewinn-Verhältnis auf Basis des 2025er-Gewinns pro Aktie auf 73,6 – ein absurd hoher Wert. Die Folge war eine umfassende Korrektur, die indes seit Januar durch einen anderen Faktor „verlängert“ wurde: die sogenannte „KI-Angst“. Die Angst also, dass der Siegeszug der KI den klassischen Software-Anbietern das Wasser abgraben würde.
Doch bislang sieht man davon wenig bis nichts, zumal viele Software-Unternehmen die KI in ihre Anwendungen einbinden. Und aktuell spräche im Vorfeld der hier am 5. November erwarteten Ergebnisse des 3. Quartals nichts dagegen, dass die Erwartung der Analysten, die für 2026 im Schnitt ein Wachstum von 17 Prozent beim Gewinn pro Aktie zum Vorjahr erwarten, erfüllt wird. Was bedeutet:
Die Aktie ist weit abgerutscht, der Gewinn pro Aktie hingegen steigt. Das Ergebnis: Auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung kommt das aktuelle Kurs-/Gewinn-Verhältnis der Nemetschek-Aktie nur noch auf 32 – und das wiederum ist keineswegs mehr zu teuer. Allerdings …
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Expertenmeinung: … „billig“ ist das trotzdem nicht. Das hätte man behaupten können, als die Aktie Ende Juni mit 50,45 Euro ihr Jahrestief markierte. Jetzt, knapp 20 Euro höher, wäre die Bewertung „angemessen“. Was aber trotzdem, zumindest grundsätzlich, noch Spielraum nach oben ließe, vorausgesetzt, die Charthürde, auf die es jetzt ankommt, sollte überboten werden. Immerhin sehen die Analysten die Nemetschek-Aktie im Schnitt bei gut 86 Euro und 14 von 17 Experten werten mit „Kaufen“. Das könnte ein ausreichendes Motiv für Anschlusskäufe sein … aber damit dieser Begriff einen Sinn erhält, muss es erst einmal das geben, an das sich Käufe anschließen könnten: einen charttechnischen Befreiungsschlag.
Sie sehen im Chart, dass die Aktie seit März mehrfach in der Region zwischen 68 und 73 Euro nach unten abgedreht hatte. Doch zuletzt lagen die Zwischentiefs sukzessiv höher. Und jetzt ist sie, nachdem sie am Freitag die 200-Tage-Linie überbot und dies im Gegensatz zu Ende August am Folgetag für weitere Käufe sorgte, bereits mittendrin in dieser charttechnischen Entscheidungszone. Würde der Ausbruch gelingen, wäre das nächste Kursziel aus charttechnischer Sicht das markante Zwischentief vom November 2025 bei 87,20 Euro.

Ein Kurspotenzial, das zum einen in etwa dem Level entsprechen würde, auf dem die Analysten Nemetschek als fair bewertet einstufen, und das zum anderen aufgrund der nach dem Ausbruch nach oben verbleibenden Distanz in der Tat Anschlusskäufe auslösen könnte. Aber erst einmal müsste diese Trendwende mit Schlusskursen klar über 73 Euro auch tatsächlich gelingen … dem vorzugreifen, erscheint aus aktueller Sicht gewagt!
Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/NEM.DE/analyst-insights/
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.10.2026 um 20:33 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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