Knorr-Bremse Aktie aktuell Knorr-Bremse: Plötzlich ist richtig Druck drin

News: Aktuelle Analyse der Knorr-Bremse Aktie

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Knorr-Bremse
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Zur Knorr-Bremse Aktie

Knorr-Bremse ist einer der weltweit führenden Hersteller von Bremssystemen und anderen sicherheitskritischen Lösungen für Schienen- und Nutzfahrzeuge.

Das verschreckt die Anleger

Knorr-Bremse scheint an einer Mehrheitsübernahme des Automobilzulieferers und Scheinwerfer-Spezialisten Hella interessiert zu sein.

Mitglieder der Gründerfamilie scheinen gewillt zu sein, 60% der Anteile abzugeben.

Bei den Aktionären von Knorr-Bremse scheint die Aussicht auf einen Zukauf nicht gerade gut anzukommen.

Da sich die Gespräche in einem sehr frühen Stadium befinden und die Reaktion an der Börse eindeutig negativ ausfiel, ist die Wahrscheinlichkeit eines Zukaufs wohl deutlich gesunken.

Was spricht gegen den Deal?

Das wäre wohl auch ratsam. Denn es drängt sich sofort die Frage auf, wie Knorr-Bremse den Zukauf überhaupt finanzieren soll.

Das Aktienpaket hat einen Marktwert von 3,9 Mrd. Euro und das hat man natürlich nicht mal eben auf der hohen Kante.

Dementsprechend müsste man erhebliche Schulden machen, eine große Kapitalerhöhung durchführen oder eben eine Mischung aus beidem.

Ob das eine gute Idee wäre, ist durchaus fraglich. Es würde das Leverage jedenfalls deutlich erhöhen.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob die Transaktion strategisch Sinn ergibt und sich ganz grundsätzlich lohnt.
Bei beiden Punkten kommen einem gewisse Zweifel. Für Knorr sprach in der Vergangenheit eher der Umstand, dass man eben nicht so stark vom Automobilmarkt abhängig ist.

Zulieferer stehen im Zuge des Wandels der Mobilität vor enormen Herausforderungen und müssen erhebliche Investitionen stemmen – mit ungewissem Ausgang.

Das ist nicht wenig

Darüber hinaus notiert die Hella Aktie derzeit nahe dem Allzeithoch. Günstig wäre der Zukauf demnach wohl nicht.

Selbst wenn man das beste Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte als Grundlage heranzieht, liegt das KGV noch bei über 10.
In dieser Branche ist das viel. Vor allem mit Blick auf die Tatsache, dass es bei Hella bereits seit geraumer Zeit nicht mehr ganz rund läuft.

Der Umsatz ist inzwischen das vierte Jahr in Folge rückläufig. Die Margen sind ebenfalls unter Druck gekommen und profitabel war man zuletzt nicht mehr.

Chart vom 05.07.2021 Kurs: 96,28 Kürzel: KBX - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 05.07.2021 Kurs: 96,28 Kürzel: KBX – Tageskerzen

Als Knorr-Investor sollte man also eher darauf hoffen, dass die Unternehmensführung von dem Zukauf absieht.

Dann dürfte sich die Aktie auch wieder erholen. Vorerst scheint der Abverkauf jedenfalls gestoppt zu sein.
Jetzt könnte es zu einem Rebound in Richtung 100 Euro kommen.

Darüber würde sich das Chartbild wieder nachhaltig aufhellen und es wären Kursgewinne in Richtung 110 Euro möglich.

Fällt die Aktie hingegen per Tagesschluss unter die Aufwärtstrendlinie nahe 94 Euro, kommt es zu einem prozyklischen Verkaufssignal mit möglichen Kurszielen bei 89 und 84 Euro.

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Vorherige Analysen der Knorr-Bremse Aktie

Knorr-Bremse ist ein Hersteller von Bremssystemen und anderen sicherheitskritischen Lösungen für Schienen- und Nutzfahrzeuge.

Erfreulich anders

Automobilzulieferer waren in den letzten Jahren kein sonderlich gutes Investment und das ist noch freundlich ausgedrückt.

Knorr-Bremse hat sich in diesem Umfeld positiv abgesetzt und leidet nicht unter denselben Problemen, wie ein Großteil der Branche.

Andere Zulieferer müssen enorme Investitionen stemmen, um sich auf die Elektromobilität vorzubereiten. Für Knorr spielt das eine vergleichsweise geringe Bedeutung. Elektrofahrzeuge benötigen schließlich auch Bremsen.

Knorr muss also nicht nahezu alle erwirtschafteten Mittel reinvestieren, sondern verdient wirklich Geld.
Darüber hinaus konnte man sich auch dem schwachen Branchentrend entziehen.

Die eine Perle?

Knorr-Bremse ist Ende 2018 an die Börse gegangen und hat rückwirkend ab 2015 Zahlen vorgelegt.

In diesem Zeitraum ist der Umsatz von 5,82 auf 6,94 Mrd. Euro gestiegen. Das Ergebnis konnte je nach Bezugsrahmen gehalten oder leicht gesteigert werden.

Ein Grund dafür ist auch, dass man nicht vollkommen abhängig vom Fahrzeug-Sektor. Rund die Hälfte des Umsatzes entfällt auf den Bereich Schienenverkehr, mit dem man von der weltweiten Urbanisierung profitiert.

Wie läuft es aktuell?

Die relative Stärke zeigt sich auch derzeit, wie immer in Krisen.
Der Auftragseingang ist im ersten Halbjahr um 23% und im zweiten Quartal sogar um über 32% eingebrochen.
Der Auftragsbestand ist mit 4,36 Mrd. Euro aber so hoch, dass es noch eine ganze Weile dauern wird, bis ernsthafte Probleme auftreten.

Womöglich ist die Pandemie bis dahin weitgehend überstanden, vielleicht kommt es sogar zu Nachholeffekten.

Dass man mit einem sinkenden Umsatz umgehen kann, hat man bereits bewiesen. In Q2 sind die Einnahmen um 22,6% auf 1,43 Mrd. Euro gesunken.
Natürlich kam dadurch auch der Gewinn unter Druck, da man im Branchenvergleich aber eine hohe Marge hat, war man anhaltend profitabel.

Es handelt sich um eine verschmerzbare Delle, auch wenn sich der Gewinn um 36% auf 1,00 Euro je Aktie reduziert.  Die EBIT-Marge lag bei 12,1%, man hat also noch Luft.

Ausblick und Bewertung

Im Gegensatz zu den meisten Unternehmen traut man sich auch eine Prognose zu.

Im laufenden Geschäftsjahr erwartet man einen Umsatzrückgang um 12% auf 6,05 Mrd. Euro.
Die EBITDA-Marge dürfte von 18,8 auf 17,0% sinken.

Das ist alles kein Weltuntergang, hat aber zu einem Kurssturz geführt. So manch ein Anleger dürfte bei all den positiven Eigenschaften von Knorr-Bremse wohl gerade erst realisiert haben, dass das KGV bei diesem Ausblick bei 40 läge.

Das dürfte ein wenig zu viel sein. Selbst wenn man das Vorjahresergebnis als Grundlage nimmt, läge das KGV noch bei 30.
Wenn man als Investor ein sinnvolles Chance-Risiko-Verhältnis haben möchte, müsste es also noch eine Etage tiefer gehen.

Großaktionär steigt aus

Glücklicherweise könnte das jetzt der Fall sein. Vor wenigen Stunden wurde bekannt, dass der Hauptaktionär Heinz Hermann Thiele 10 Millionen Aktien zu einem Preis 100 Euro abstoßen möchte.
Das entspricht rund 6% des Grundkapitals und hat zu einem Kurssturz geführt.

Chart

Fällt die Aktie nachhaltig unter 100 Euro, könnte eine größere Korrektur anstehen.
Mögliche Kursziele liegen bei 94 sowie 84-89 Euro.

In der Supportzone zwischen 84 und 89 Euro wird es für antizyklische Investoren interessant.

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Chart vom 10.09.2020 Kurs: 100 Kürzel: KBX - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 10.09.2020 Kurs: 100 Kürzel: KBX – Wochenkerzen