Jungheinrich Aktie aktuell Jungheinrich: Panik

News: Aktuelle Analyse der Jungheinrich Aktie

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Jungheinrich
ISIN: DE0006219934
Ticker: JUN3
Währung: EUR

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Zur Jungheinrich Aktie

Jungheinrich zählt zu den weltweit führenden Lösungsanbietern im Bereich Intralogistik.

Keine Überraschung

Am Vortag legte Jungheinrich die Prognose für 2020 vor, was zu einer regelrechten Panik geführt hat. Das Unternehmen verlor ein Viertel an Wert.
Mich erstaunt das gleich auf mehreren Ebenen.

Die Kursreaktion ist so ausgefallen, als bestünde die gesamte Zukunft des Unternehmens aus dem nächsten Jahr.
Darüber hinaus dürfte der schwache Ausblick auch niemanden überraschen. Die Mitteilung entspricht genau dem, was man bereits vor Monaten kommuniziert hatte.

Hier die Aussagen vom Juli:
Nach einem guten Start in das laufende Geschäftsjahr verzeichnet Jungheinrich seit kurzem einen deutlichen Rückgang der Investitionstätigkeit seiner Kunden.
Ursächlich hierfür sind die sich eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen […].
Vor diesem Hintergrund und mangels positiver Konjunktur- und Marktsignale erwartet der Vorstand, dass sich dieser Trend auf Jahressicht fortsetzt.

Jetzt die Aussage vom Vortag:
Vor dem Hintergrund eines in den letzten Monaten deutlich rückläufigen Marktes, einer höheren Volatilität im Auftragseingang und insbesondere mangels positiver Konjunktur- und Marktsignale […]

Fällt Ihnen etwas auf?

Die Zukunft

Im kommenden Jahr erwartete man einen Rückgang des Umsatzes von 3,85 – 4,05 auf 3,6 – 3,8 Mrd. Euro.
Das EBIT dürfte von 240 – 260 auf 150 – 200 Mio. Euro sinken.

Das Geschäft ist eben konjunkturanfällig. Damit muss man leben, oder sich andere Investments suchen. Dann muss man aber auch darauf verzichten, in dieser Wachstums- und Zukunftsbranche engagiert zu sein.

Jungheinrich deckt die gesamte Bandbreite von manuellen bis zu vollautomatisierten Fahrzeugen, Logistiksystemen sowie Dienstleistungen ab. Diesen Systemen gehört die Zukunft.
Ein schwaches Jahr ändert daran wenig. Vielmehr sollte man Kursverluste als Chance sehen. Die beste Zeit, um Aktien zu kaufen sind bekanntermaßen Krisen und Rezessionen.

Wer das in der letzten Krise getan hat, kann sich heute über massive Kursgewinne freuen – trotz der jüngsten Kurshalbierung.
Noch befinden wir uns nicht in der Rezession und es ist auch nicht sicher, ob wir zeitnah eine erleben werden. Genauso gut könnte es sich nur um eine kurzfristige Abkühlung der Wirtschaft handeln.
Wie immer muss man mit Wahrscheinlichkeiten arbeiten.

In einem Krisenszenario könnte die Aktie durchaus deutlich tiefer notieren. Bleibt eine schwere Rezession allerdings aus, könnte sich das Wertpapier auf Sicht von 2 Jahren auch verdoppeln.

Nimmt man die gegebene Prognose als Grundlage, dürfte Jungheinrich im kommenden Jahr auf ein KGVe von 16,5 kommen.
Das kann man problemlos vertreten. In den letzten fünf Jahren lag der Wert durchschnittlich bei 18,1.
Kann Jungheinrich mittelfristig an die alte Profitabilität anknüpfen, entspräche der aktuelle Kurs einem KGV von 11,6.
Unter dem Strich ist das Chance-Risiko-Verhältnis gar nicht schlecht.

Zu diesem Schluss bin ich auch im Juli gekommen, als die Jungheinrich ebenfalls auf diesem Niveau notierte. Anschließend legte die Aktie um über 20% zu.
Damals wie heute hatte ein schwacher Ausblick zu einem Kurssturz geführt.

Charttechnik

Betrachtet man die Sache nüchtern, ist nicht viel passiert. Das erscheint nach einem Minus von 25% etwas merkwürdig, doch die zentralen Unterstützungen wurden nicht durchbrochen. Es wäre durchaus möglich, dass der Spuk nach einem Tag schon wieder zu Ende ist.

Aktuell wird der Kurssturz jedenfalls zum Einstieg genutzt. Aus Sicht der Bullen sollte Jungheinrich nicht nachhaltig unter 18,75 Euro und den Aufwärtstrend fallen. Dann dürfte der Weg des geringsten Widerstands aufwärts sein.
Ein mögliches Ziel der Erholung liegt bei 22,50 Euro. Darüber hellt sich die Lage weiter auf.

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Chart vom 19.12.2019 Kurs: 20,74 Kürzel: JUN3 - Wochenkerzen | LYNX Online Broker

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Tobias Krieg, Technischer Analyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Jungheinrich Aktie

Jungheinrich zählt zu den weltweit führenden Lösungsanbietern im Bereich Intralogistik.

Dieser Trend kehrt sich nicht um

Das Unternehmen ist zu einem Key-Player im Bereich Industrie 4.0 aufgestiegen und deckt die gesamte Bandbreite von manuellen bis zu vollautomatisierten Fahrzeugen, Logistiksystemen sowie Dienstleistungen ab.

Es handelt sich ohne jeden Zweifel um ein Zukunftsfeld und eine Wachstumsbranche.

Das lässt sich auch an den Zahlen ablesen. Seit 2010 kletterte der Umsatz von 1,82 auf 3,80 Mrd. Euro und das Ergebnis von 0,82 auf 1,71 Euro je Aktie. Darüber hinaus kam es in den letzten Jahren zu einer klaren Beschleunigung des Wachstums.

Doch wie immer gibt es auch einen Haken: Das Geschäft ist konjunkturanfällig. Trübt sich die wirtschaftliche Lage ein, fahren die Kunden von Jungheinrich & Co ihre Investitionen zurück.
Das kann man aktuell beobachten.

Einbruch

Nach einem guten Start in das laufende Geschäftsjahr verzeichnet Jungheinrich seit kurzem einen deutlichen Rückgang der Investitionstätigkeit seiner Kunden.

Ursächlich hierfür sind die sich eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen […].

Der Weltmarkt ging kumuliert bis Ende Juni um 5 Prozent zurück. In Europa, dem Kernmarkt für Jungheinrich, schrumpfte der Markt um 7 Prozent. Im isolierten Juni ist der europäische Markt sogar um 16 Prozent zurückgegangen.

Vor diesem Hintergrund und mangels positiver Konjunktur- und Marktsignale erwartet der Vorstand, dass sich dieser Trend auf Jahressicht fortsetzt.

Das ist harter Tobak und ein weiteres Warnsignal für die Wirtschaft.

Die nächste Warnung

Derzeit schreibe ich es tagtäglich, denn tagtäglich erreichen uns neue Gewinnwarnungen.
Neben Jungheinrich sahen sich heute auch Continental, Dürr sowie Klöckner dazu gezwungen die Prognose zu kappen. Das sagt über die Verfassung der Wirtschaft mehr aus, als alle anderen Indikatoren zusammen.

Dax, S&P500 & Co werden nur noch von wenigen, stark gewichteten Aktien an den Hochs gehalten. Zyklische Sektoren und marktbreite Indizes wie der Russel 2000 sind hingegen weit von den Hochs entfernt.

Der gestrige US-Handel ist exemplarisch. Der Nasdaq legte um 0,71% und der S&P500 um 0,28% zu, aber mehr als die Hälfte aller Aktien gaben nach.

Noch aufschlussreicher ist diese Beobachtung: Beide Indizes notieren am Allzeithoch, dennoch überstieg die Zahl der neuen 52-Wochen-Tiefs (188 Aktien) die Zahl der 52-Wochen-Hochs (177 Aktien).

Eine fehlende Marktbreite ist eines der typischen Zeichen für das Ende eines Bullenmarktes. Erhöhte Vorsicht ist also das Gebot der Stunde.

Ausblick und Bewertung

Jungheinrich rechnet im laufenden Jahr mit einem niedrigeren Auftragseingang, der Umsatz dürfte dennoch in der bisher prognostizierten Bandbreite von 3,85-4,05 Mrd. Euro liegen.

Die Prognose für das EBT wurde jedoch von 250-270 auf 215-235 Mio. Euro gesenkt.

Das ist unerfreulich, jedoch kein dramatischer Einbruch, denn im Vorjahr lag das EBT bei 249 Mio. Euro.

Die neue Prognose entspricht einem Gewinn von 1,50-1,65 Euro je Aktie. Jungheinrich käme in diesem Szenario auf ein KGVe von 13,1 – 14,3.

In den letzten fünf Jahren lag der Wert durchschnittlich bei 18,1.
Die Aktie wurde also doppelt abgestraft, zunächst für den sinkenden Gewinn und dann durch ein niedrigeres KGV.

Das ist an der Börse die Normalität und geschieht in beide Richtungen. Was wird also geschehen, wenn Jungheinrich mittelfristig 2,00 Euro je Aktie und mehr verdient? Das KGV dürfte wohl wieder über 20 und die Aktie die alten Rekordhochs steigen.

Die Bewertung erscheint attraktiv, denn das aktuelle Kursniveau spiegelt das mittel- bis langfristige Potenzial des Unternehmens nicht wider. Das zeigt auch der Blick auf die Kennzahlen abseits des KGV.

Charttechnik

Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass sich nahe 21,50 Euro ein Doppelboden ausbildet. Antizyklische Investoren sollten dennoch einen Einstieg in Tranchen erwägen.

Der heutige Handel stimmt ebenfalls positiv, denn die erste Panik wurde aufgefangen und zum Kauf genutzt. Oberhalb von 21 Euro ist die Kuh vorerst vom Eis. Über 21,50 Euro wäre eine Erholung in Richtung 22,40 sowie ein Gapclose denkbar.

Fällt die Aktie hingegen unter 21,00 Euro, droht eine Ausdehnung der Korrektur bis 20,00 Euro.

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Chart vom 23.07.2019 Kurs: 21,60 Kürzel: JUN3 - Wochenkerzen | LYNX Online BrokerChart vom 23.07.2019 Kurs: 21,60 Kürzel: JUN3 - Tageskerzen | LYNX Online Broker