Jenoptik Aktie aktuell Jenoptik: Hier fällt jetzt eine Entscheidung!

News: Aktuelle Analyse der Jenoptik Aktie

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Jenoptik
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Zur Jenoptik Aktie

Mittelfristiger Aufwärtstrend kontra kurzfristiger Abwärtstrend: Die Jenoptik-Aktie läuft in die Spitze eines aus diesen Linien zusammengesetzten Dreiecks hinein. Eine mittelfristige Trendentscheidung steht an … und sie kann jetzt jederzeit fallen!

Die durchschnittliche Gewinnschätzung der Analysten sieht derzeit die Rückkehr zum Gewinnlevel des Jahres 2019, d.h. man erwartet, dass das Optoelektronik-Spezialist den gedrückten Gewinn des Corona-Jahres 2020 im laufenden Jahr wieder auf die vorherigen Levels zurückführt. Aber 2019 war bereits ein Jahr mit nachgebenden Gewinnen gewesen. Und dass Jenoptik die Gewinne des Jahres 2018 wieder erreicht, erwarten die Experten nicht vor 2022, eher noch im Jahr 2023. Immer vorausgesetzt, dass der Rückkehr dynamischen Wachstums keine unerwarteten Steine in den Weg gelegt werden.

Jenoptik selbst legte Ende März die Bilanz des Jahres 2020 vor und avisierte dabei für 2021 ein Umsatzplus im niedrigen zweistelligen Bereich, d.h. etwas über zehn Prozent, und eine EBITDA-Marge die knapp über der des Prä Corona-Jahres 2019 liegt. Richtig Schwung sieht man also derzeit nicht aufkommen. Am 11. Mai stehen die Ergebnisse des ersten Quartals an, aber wenn es da nicht zu positiven Überraschungen, idealerweise zu einer Anhebung der Gesamtjahresprognose kommt, könnte damit der Bruch der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie besiegelt werden. Denn bei solchen Perspektiven ist Geduld gefragt. Und der Chart deutet an, dass viele Marktteilnehmer diese Geduld nicht mitbringen wollen.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Jenoptik Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das Chartbild der Aktie ist bemerkenswert. Seit einem Jahr bewegt sich Jenoptik in Wellenbewegungen. Aufwärtsimpulse wurden immer wieder abverkauft, daraus entwickelte sich eine breite, grob zwischen 20 und 26 Euro gelegene Seitwärtsrange. Im Januar gelang endlich der Ausbruch nach oben. Aber die Dynamik der Rallye erschöpfte sich schnell. Und seither liegen die Zwischenhochs der Aktie jeweils unter dem vorherigen – die kurzfristig gute Stimmung der Akteure bröckelt also deutlich. Daraus hat sich ein kurzfristiger Abwärtstrend entwickelt, der den Kurs in eine mittelfristig entscheidende Schlüsselzone gedrückt hat:

Zum einen hat die Aktie auf der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie bei aktuell 25,30 Euro aufgesetzt, die zusammen mit der 200-Tage-Linie (24,85 Euro) den übergeordneten Aufwärtstrend führt. Zugleich ist dieser Bereich die Zone, in welcher der Kurs bis Januar mehrfach nach unten, danach nach mehrfach oben abgedreht hat.

Grundsätzlich könnte Jenoptik erneut nach oben drehen und mit einem durch Schlusskurse über 27,50 Euro hinreichend deutlichen Ausbruch über die Januar-Abwärtstrendlinie und die letzten Zwischenhochs ein bullisches Signal generieren. Aber dass diese mittelfristige Aufwärtstrendlinie gerade erst Mitte April getestet wurde und die Aktie jetzt schon wieder an dieser Linie „klebt“, unterstreicht die schwindende Kaufbereitschaft. Sollte die Schlüsselzone durch einen Schlusskurs unter der bei 24,85 Euro verlaufenden 200-Tage-Linie eindeutig gebrochen werden, ist ein solches Bild genau das, worauf sich Bären vorzugsweise stürzen.   

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Jenoptik Aktie

Ein Minus von 4,5 Prozent als Reaktion auf die 2020er-Bilanz und den Ausblick auf 2021, das wirkt, als hätte Jenoptik die Anleger enttäuscht. Aber die Perspektive war besser, als das gestrige Minus andeutet.

2020 hatte auch beim Optoelektronik-Unternehmen Jenoptik seine Spuren hinterlassen. Aber der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) lag mit 130,7 Millionen nicht allzu deutlich unter den 138 Millionen des Vorjahres, da sich die operative Marge mit 14,6 nach 15,7 Prozent recht solide halten ließ. Außerdem war es vor allem der Blick nach vorne, der die Anleger interessierte. Und der machte einen soliden Eindruck:

Jenoptik rechnet 2021 mit einem Umsatzanstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Damit könnte der Umsatzrückgang des Jahres 2020 wettgemacht, der 2019er-Umsatz wieder erreicht werden. Und für die Marge rechnet das Unternehmen mit einer Spanne zwischen 16 und 17 Prozent nach den 14,6 Prozent im Jahr 2020. Das wäre mehr als 2019, so dass die Chance, dass Jenoptik im laufenden Jahr den Gewinn des „Prä Corona“-Jahres 2019 sogar leicht überbietet, nicht schlecht wäre. Warum gab es bei solchen Perspektiven Verkäufe?

Expertenmeinung: Weil die Analysten eine solche Perspektive bereits erwartet hatten. Dieser Ausblick war somit zwar gut, aber keine Überraschung. Und der Kurs der Aktie bewegt sich momentan bereits wieder auf einem Niveau, das auch Mitte 2019 galt. Daher gab es keinen Grund, auf diese Zahlen hin unmittelbar zuzugreifen, zumal die Aktie ja bereits einen langen Weg nach oben hinter sich hat. Da reichte die vorangegangene Konsolidierung nicht, um neue Käufer zu mobilisieren. Zumindest nicht auf dem Niveau des Kurses vor Vorlage des Zahlenwerks.

Denn Sie sehen im Chart, dass die Aktie zeitweise noch deutlich mehr nachgegeben hatte. Aber auf Höhe des Anfang März markierten Zwischentiefs griffen einige Anleger zu. Diese Zone liegt im Bereich 25,36/25,78 Euro, das ist eine auf das zweite Halbjahr 2020 zurück gehende Supportzone. Könnten diese Käufe als Sprungbrett für einen neuen Aufwärtsimpuls dienen? Immerhin war die Perspektive grundsätzlich gut. Und das durchschnittliche Kursziel der Analysten für Jenoptik lag schon vor der Vorlage der Bilanz knapp unter 30 Euro. Das könnte die Akteure locken, diese Chance einer verteidigten Unterstützung zu nutzen.

So könnte es laufen, muss es aber nicht. Aber es wäre auch nicht ratsam, hier auf Schwarz oder Rot zu setzen, das Chartbild bietet klare Ankerpunkte hinsichtlich der Frage, ob man hier besser aussteigen oder doch im Gegenteil einsteigen bzw. zukaufen sollte. Sie sehen, dass sich aus dem mittelfristigen Aufwärtstrend, aktuell bei 24 Euro und verstärkt durch die 200-Tage-Linie, und der kurzfristigen Abwärtstrendlinie bei derzeit 28,40 Euro, eine Dreiecksformation gebildet hat. Aus der muss die Aktie heraus, dann wäre ein klares Signal entstanden. Sich hier auf die Lauer zu legen und dann in Ausbruchsrichtung auf den Zug aufzuspringen, wäre damit allemal einen Gedanken wert.

Rein charttechnisch zeigt die Jenoptik-Aktie einen Ausbruch aus einer flachen Trompeten-Formation (einem nach rechts offenem Dreieck) nach oben. Das ist kurzfristig zunächst einmal bullisch, aber es ist nicht allein der Umstand, dass die nächste Widerstandslinie im Bereich 27,50/27,55 Euro bereits in unmittelbarer Nähe wartet, die ein wenig vorsichtig stimmen sollte.

Das Optoelektronik-Unternehmen hatte am Morgen des 10. November seine Bilanz für das dritte Quartal vorgelegt. Obwohl der Gesamtmarkt zu diesem Zeitpunkt noch im Bann des gewaltigen Kurssprungs vom Vortag stand, der durch die BioNTech/Pfizer-Impfstoffmeldung ausgelöst wurde, fiel die Aktie daraufhin um 5,5 Prozent. Was angesichts der Ergebnisse nicht überraschen konnte:

Der Umsatz war gegenüber dem Vorjahresquartal um 15,3 Prozent und damit mehr als seitens der Analysten erwartet gefallen. Der Gewinn nach Steuern sackte überproportional um 30,8 Prozent durch. Dass Anleger daraufhin entschieden, dass ein Kursniveau, das weit näher am „Prä Corona“-Niveau als am Tief vom März lag, eine gute Gelegenheit wäre, um den Gewinn mitzunehmen, ist nachvollziehbar. Doch die Aktie zog unmittelbar am nächsten Tag nach anfänglichen Verlusten an und ist jetzt dem Niveau, von dem aus es im Februar rapide bergab ging, bis auf etwa einen Euro nahegekommen – warum?

Expertenmeinung: Das ist eben eine Frage, die über den Versuch von Tradern hinaus, ein bullisches Signal und dadurch Anschlusskäufe, die ihre eigenen Positionen in den Gewinn tragen, keine überzeugende Antwort findet. Seitens der Analysten gab es zwei Reaktionen. Die LBBW stufte die Aktie von Kaufen auf Halten ab und sieht dabei ein Kursziel von 27 Euro. Und gestern – das mag mitgeholfen haben, um die Aktie über diese Dreiecksformation zu tragen – hob Independent Research das Kursziel von 25 auf 27 Euro an. Allerdings bleibt man dort bei der Einstufung „Halten“. Auch das durchschnittliche Kursziel der die Aktie beobachtenden Experten liegt momentan um die 27 Euro. Was bedeutet:

Das Kursziel der Analysten ist fast erreicht, zugleich wartet dort, im Bereich dieses Kursziels, die obengenannte Widerstandszone 27,50/27,55 Euro. Dies in Kombination mit einem aktuell in der überkauften Zone laufenden Stochastik-Oszillator erzeugt ein Gesamtbild, in dem es die Bullen jetzt zumindest nicht gerade einfach hätten. Die Aktie müsste zügig über 27,50/27,55 Euro hinaus, um das nötige Momentum für weitere Kursgewinne zu behalten, würde dann aber gegen eine eher magere Bilanz ankämpfen müssen. Es wäre daher opportun, hier auf der Hut zu sein. Sollte die Aktie mit Schlusskursen unter 24,40 Euro nicht nur in diese „Trompeten-Formation“ zurückfallen, sondern auch noch das letzte Zwischentief vom vergangenen Donnerstag unterbieten, wäre zu überlegen, hier erst einmal den Gewinn vom Tisch zu nehmen.

Jenoptik ist vor allem im Photonik-Markt aktiv und bietet optische und optoelektronische Geräte und Bauteile an.

Zu den Kunden gehören vor allem Unternehmen der Halbleiterausrüstungsindustrie, der Automobil- und Automobilzulieferindustrie, der Medizintechnik, der Sicherheits- und Wehrtechnik sowie der Luftfahrtindustrie.

Das große Bild

Jenoptik kann auf erfolgreiche Jahre zurückblicken. Seit der Finanzkrise konnte der Umsatz von 479 auf 855 Mio. Euro gesteigert werden.
Das Ergebnis kletterte von 0,65 auf 1,18 Euro je Aktie.
Die Profitabilität hat sich in diesem Zeitraum etwas verbessert, die operative Marge liegt bei knapp 10%.

Das Geschäft ist aber vergleichsweise kapitalintensiv, ein bedeutender Teil des Cashflows muss also reinvestiert werden.
Man haushaltet mit den verfügbaren Mitteln aber vernünftig. Die Bilanz ist sauber, man hat keine nennenswerten Schulden.

Grundlegen zeigen alle Kennzahlen in die richtige Richtung. Zum richtigen Preis ist die Aktie auch für Investoren interessant.
Beim Thema „Preis“ gibt es aber Probleme, wie wir noch sehen werden, denn der Kurs hat sich im Betrachtungszeitraum verzehnfacht. Der Gewinn aber nicht mal verdoppelt.

Prognose gekappt

Doch kommen wir zunächst zur aktuellen Lage und der jüngeren Vergangenheit. Für Jenoptik war bereits das Vorjahr schwierig, vor allem das Geschäft im Automobilsektor hat belastet.
Der Umsatz kletterte 2019 zwar um 2%, der Gewinn brach aber um 23% ein.

In diesem Jahr sieht es leider nicht besser aus. In den ersten sechs Monaten sank der Umsatz um 11,9% auf 329 Mio. Euro.
Die Margen kamen gehörig unter Druck und der Gewinn sank von 0,42 auf 0,18 Euro je Aktie.

Bisher hatte man die Hoffnung, dass sich die Lage im Jahresverlauf verbessert. Am Vortag musste allerdings die Prognose gekappt werden.

Was erwartet man?

Der Auftragseingang hat sich zwar auf Vorjahresniveau stabilisiert, der Umsatz ist aber weiter rückläufig.

Die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr wurde von 770-790 auf 730-750 Mio. Euro reduziert, was einem Rückgang um 10-13% entspricht.
Die EBITDA-Marge dürfte von 15,7% auf 14,5-15,0% sinken.

Da die Marge im ersten Halbjahr allerdings bei 11,5% lag, könnte das allzu optimistisch sein. Es erscheint unrealistisch, dass man in der zweiten Jahreshälfte 2020 eine deutlich höhere Profitabilität erreichen kann wie 2019.

Der Gewinn wird aber in jedem Fall deutlich einbrechen.

Alles hat seinen Preis

Das dürfte Druck auf die Aktie ausüben. Für kurzfristige Anleger ist die aktuelle Lage schwierig.
Für langfristige Investoren wäre das allerdings kein Hindernis, solange Preis und Perspektive stimmen.

Das könnte man auch annehmen, da die Aktie weit unter dem Allzeithoch notiert. Kühl gerechnet sieht es aber anders aus.

Selbst wenn man das Rekordergebnis aus 2019 heranzieht und davon ausgeht, dass man zeitnah wieder so gut verdienen wird, liegt das KGV von Jenoptik bei 15,8.

Dann wäre die Aktie fair bewertet. Für Anleger sind Wertpapiere aber natürlich nur dann interessant, wenn Luft nach oben vorhanden ist.
Darüber hinaus ist es aktuell sehr fraglich, wann man an den Rekordgewinn anknüpfen kann.

Chart

Daher ist die erste Kursreaktion auf die gekappte Prognose vollkommen nachvollziehbar. Einige Anleger scheinen aus dem Tiefschlaf erwacht zu sein. Zeitweise notierte die Aktie rund 10% im Minus.

Unverständlicherweise wird der Absturz aber sofort zum Einstieg genutzt. Ein Großteil der Verluste wurde schon wieder aufgeholt.
Die unendliche Liquidität der Notenbanken erreicht ihr Ziel.

Dabei ist die Lage auch aus charttechnischer Sicht nicht rosig. Jenoptik befindet sich in einem langfristigen Abwärtstrend und notiert unmittelbar unter den markanten Widerständen bei 25 und 26,50 Euro.
Es dürfte schwierig werden, diese Marken zu überwinden. Falls doch, würde sich das Chartbild aufhellen.

Bis dahin droht jederzeit ein Rücksetzer in Richtung 20,50 Euro. Unter 20 Euro ist der Weg bis 17,50 Euro frei.

Chart vom 20.10.2020 Kurs: 24,32 Kürzel: JEN – Tageskerzen

Zwei Meldungen führten dazu, dass die Aktie des Optoelektronik-Konzerns Jenoptik zum Start in die Handelswoche zum einen eine wichtige Unterstützung verteidigte und zum anderen einen markanten Kreuzwiderstand überwand. Zunächst meldete das Unternehmen, dass man einen größeren Auftrag von einem spanischen Automobilzulieferer zur Fertigung von drei Fertigungszeilen erhalten habe. Darüber hinaus hoben die Analysten von Warburg Research ihr Kursziel für die Aktie an. Das zwar nur um einen Euro, aber das Kursziel lag vorher schon weit über dem aktuellen Kurs und unterstrich mit der Anhebung auf jetzt 30 Euro den Optimismus, mit dem nicht nur Warburg Research diese Aktie sieht.

Denn die meisten Experten, welche die Aktie beobachten, fahren derzeit eine „Kaufen“-Einstufung, das durchschnittliche Kursziel liegt um 26,50 Euro. Da wäre also einiges nach oben drin, sollten sich diese Erwartungen bestätigen. Was indes erfordert, dass man als Käufer das Jahr 2020 einfach aus der Wahrnehmung streicht. Denn auch Jenoptik wurde vom heftigen Gegenwind des ersten Halbjahres erfasst und wird im laufenden Jahr weniger Umsatz und Gewinn erzielen, nachdem 2019 schon einen gegenüber 2018 niedrigeren Gewinn brachte. Das soll sich 2021 zwar ändern. Aber das basiert auf der Annahme, dass sich die Rahmenbedingungen bereits gegen Ende dieses Jahres spürbar und dann auch nachhaltig verbessern. Und bis jetzt ist das eben genau das: eine Annahme.

Expertenmeinung: Bis zum Beweis des Gegenteils könnte sich aber eine optimistische Sichtweise durchaus etablieren … vorausgesetzt, die Aktie geht wieder in einen soliden Aufwärtstrend über und belehrt Zweifler dadurch eines Besseren, indem es die Optimisten sind, die dann Gewinne machen. Dafür wurde am Montag ein perfekter erster Schritt getan. Aber jetzt müssten die Käufer unbedingt nachlegen um sicherzustellen, dass sich das bislang noch nicht als signifikant anzusehende, bullische Signal verstetigt.

Sie sehen im Chart, dass die Aktie mehrere Tage auf Höhe der Zwischentiefs von Ende Juni und Anfang August festhing, wobei erst am Freitag der Versuch scheiterte, sich nach oben abzusetzen. Am Montag jedoch gelang mit dem Rückenwind der obengenannten Meldungen ein Start-Ziel-Sieg der Bullen nach einem initialen Aufwärts-Gap. Dadurch schloss die Jenoptik-Aktie am Abend über dem dreifachen Kreuzwiderstand aus kurzfristiger Abwärtstrendlinie, 20-Tage- und 200-Tage-Linie im Bereich von 21,85 Euro. Jetzt sind Anschlusskäufe, idealerweise umgehend, nötig, um dieses noch knappe Signal zu verstetigen und damit den Weg an die Hochs vom Juli und August bei 25,30/25,36 Euro als erstes charttechnisches Kursziel freizugeben. Denn der Level um 20,30/20,40 Euro, auf dem Jenoptik jetzt gedreht hat, wäre keineswegs fern, würde sich dieser noch nicht eindeutige Befreiungsschlag mangels Anschlusskäufen als Bullenfalle entpuppen.

Bevor nicht deutlich wird, wie das wichtige zweite Quartal gelaufen ist, bleiben Aktien deutscher Unternehmen hinsichtlich ihrer Perspektive Richtung Herbst zu einem gewissem Grad eine Wundertüte. In diesem zweiten Quartal spielte sich der Übergang vom „Lockdown“ zur Wiederaufnahme der Produktion und der meisten Aktivitäten im Konsumsektor ab. Da braucht es Signale in den Bilanzen, dass der Motor wieder anläuft. Auch beim Optoelektronik-Spezialisten Jenoptik ist derzeit noch offen, wie diese Monate April bis Juni gelaufen sind, wie sich aus Sicht des Unternehmens die Perspektive des zweiten Halbjahres darstellt. Sofern keine Vorab-Zahlen veröffentlicht würden, müssten wir hier bis zum 6. August warten, das ist der reguläre Termin für die Quartalsbilanz. Aber: Die Trader werden nicht einfach solange stillhalten, die Aktie wird in Bewegung bleiben. Und das, was die Jenoptik-Aktie in den vergangenen Monaten gezeigt hat, sieht positiv aus: Wir sehen hier einen solide wirkenden Analysten recht optimistisch sind. Alle Einschätzungen stehen aktuell entweder bei „Halten“ oder „Kaufen“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 26 Euro und damit über dem derzeitigen Kursniveau. Ist die Aktie also ein Kauf? Expertenmeinung: Aus rein charttechnischer Sicht könnte man das bejahen, fundamental betrachtet sollte man es zumindest vorsichtig angehen. Denn Jenoptik ist zwar einerseits ein Zulieferer der Medizintechnik-Branche. Aber zu den Kunden gehören auch die Autobauer, die Chipindustrie oder die Luft- und Raumfahrttechnik, Branchen, die es auch weiterhin schwer haben werden. Die wirtschaftliche Erholung nicht nur hierzulande, sondern weltweit sollte nahe an den Hoffnungen der Optimisten bleiben, ansonsten wäre ein Zulieferer wie Jenoptik schnell mit schwindendem Auftragsvolumen und Druck auf die Margen konfrontiert. Was sich bei der Mitte Mai vorgelegten Bilanz des ersten Quartals auch angedeutet hat. Da fiel der Umsatz zum Vorjahresquartal um 10,6 Prozent, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) aber um 27,3 Prozent. Der Margendruck war da also bereits spürbar. Positiv war, dass der Auftragseingang über dem des Vorjahresquartals lag. Ebenso, dass die Unternehmensführung im Mai zuversichtlich war, die eigene 2020er-Prognose zu erreichen. Allerdings umfasste diese Anfang Mai vorgelegte Prognose einen Umsatz von 800 Millionen Euro nach 855 Millionen 2019 und eine Marge von 14,3 Prozent nah 15,7 Prozent im Vorjahr. Was hieße, dass man mit einem in etwa 14 bis 15 Prozent niedrigeren Gewinn kalkuliert. Auf Basis des derzeitigen Kursniveaus würde das Erreichen der 2020er-Prognose ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von etwa 23,3 bedeuten. Das ist nicht äußerst viel höher als zum Jahresende 2017 oder 2019, aber doch ein wenig teurer. Und 2018 sowie in den Jahren vor 2017 lag das KGV klar unter 20. Kurz: Wer mit großen Kursgewinnen rechnet, müsste davon ausgehen, dass Jenoptik die Prognosen klar übertrifft, weil sich die Weltwirtschaft noch schneller erholt als erhofft oder aber erwarten, dass man der Aktie in diesem Umfeld ein deutlich höheres KGV zubilligt. Vorsicht bliebe also angebracht. Der Vorteil der Bullen ist indes die aktuelle, charttechnische Konstellation: Die Aktie notiert nahe an gleich drei wichtigen Unterstützungen. So findet sich bei aktuell 21,80 Euro die März-Aufwärtstrendlinie, darüber bilden um 22,50 Euro die 20-Tage- und die 200-Tage-Linie eine Kreuzunterstützung, wobei die 20-Tage-Linie kurz vor einem bullischen Crossover über die 200-Tage-Linie steht. Damit wäre ein relativ enger Stop Loss knapp unterhalb der Aufwärtstrendlinie machbar. Wichtig wäre dabei im Hinterkopf zu haben, dass die Aktie diesen Stop Loss in einem so sehr von offenen Fragen dominierten Börsenumfeld jederzeit reißen könnte! Jenoptik Aktie Chart vom 20.07.2020, Kurs 23,76 Euro, Kürzel JEN | Online Broker LYNX Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.