Jenoptik Aktie Prognose Jenoptik: Das bullische Setup ist da, jetzt müssen die Käufer liefern

News: Aktuelle Analyse der Jenoptik Aktie

von |
In diesem Artikel

Jenoptik
ISIN: DE000A2NB601
|
Ticker: JEN --- %

---
EUR
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zur Jenoptik Aktie

Der Optoelektronik-Spezialist Jenoptik legte am Mittwochmorgen solide, positive Ergebnisse für das Gesamtjahr 2021 vor. Die Anleger honorierten das mit einem Plus von 3,3 Prozent. Dadurch steht ein neuer Aufwärtsimpuls in den Startlöchern … aber eines fehlt noch:

Anschlusskäufe. Charttechnisch ist die Ausgangslage zwar ideal. Aber was gestern nicht auf den Tisch kam, war ein Ausblick auf 2022, der wird wohl erst zum regulären Bilanztermin am 24. März folgen. Hätte man auch dahingehend mehr erfahren, wäre die Sache womöglich bereits entschieden, indem die Aktie ob eines zu verhaltenen Ausblicks gar keinen Satz nach oben gemacht hätte oder aber die Perspektive so stark gewesen wäre, dass es unmittelbar zu einem klar bullischen Signal gekommen wäre. So aber müssen die Käufer direkt nachlegen.

Das Ergebnis an sich war durchaus ansehnlich. Der Auftragseingang lag beeindruckende 58 Prozent über dem des Vorjahres. Der Umsatz stieg um knapp 17 Prozent, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen um gut 58 Prozent. Ein starker Auftragseingang und eine deutlich höhere Gewinnmarge als 2020, das spricht für die Aktie und auch für ein gutes Jahr 2022. Aber solange Jenoptik da nichts Konkretes mitteilt, bleibt die Sache vage.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Jenoptik Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die Basis für einen Anlauf an das 2021er-Hoch bei 37,76 Euro, an dem die Aktie im Januar scheiterte, womöglich sogar für einen Test des bisherigen, im Juni 2018 markierten Rekordhochs von 39,54 Euro, war schon vor den 2021er-Zahlen vorhanden:

Die Jenoptik-Aktie hatte Ende Januar die entscheidende Auffangzone in Form der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie verteidigt und danach die zum Widerstand gewordene Zone 31,38/31,82 Euro zurück erobert. Dann wurde sie zwar vergangene Woche am nächstgelegenen Widerstand in Form der 20-Tage-Linie gestoppt. Aber der darauf folgende Rücksetzer blieb kurz, hielt diese Zone 31,38/31,82 Euro und mündete gestern in einen Kursanstieg, der diese 20-Tage-Linie im zweiten Anlauf doch noch überwand.

Dies in Kombination mit einem frischen Kaufsignal des Trendfolge-Indikators MACD, unten im Chart eingeblendet, bildet ein perfektes, bullisches Setup. Aber die Aktie schloss gestern nicht nahe ihres Tageshochs, sondern mehr oder weniger genau auf dem Eröffnungskurs. Dadurch entstand am Mittwoch ein Doji … und das ist keine gute Basis für einen bullischen Befreiungsschlag.

Das könnte leicht geheilt werden, indem die Käuferseite heute und/oder morgen nachlegt und das gestrige Tageshoch (33,78 Euro) auf Schlusskursbasis überwindet. Sollte das indes ausbleiben, die Aktie womöglich sogar das gestrige Plus wieder verlieren, sollte man sich den Einstieg besser zweimal überlegen.

Chart vom 09.02.2022, Kurs 33,14 Euro, Kürzel JEN | Online Broker LYNX

 

Sie möchten vor Börsenstart über spannende Aktien informiert werden?

Wir beobachten für Sie regelmäßig die interessantesten Aktien am Markt. Die Besten stellen wir Ihnen jeden Morgen kostenfrei im LYNX Börsenblick vor. Aktuell ermöglichen wir so über 35.000 Lesern täglich einen schnellen Überblick über die spannendsten Aktien.

Machen Sie sich selbst ein Bild und abonnieren Sie unseren täglichen Newsletter Börsenblick oder einen anderen auf unserer Seite Börsennews.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen

Alle Börsenblick-Artikel

Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen der Jenoptik Aktie

Die Ergebnisse des dritten Quartals bei Jenoptik waren tadellos. Trotzdem wurden anfängliche Kursgewinne als Reaktion auf die Zahlen abverkauft. Da dürfte also erst einmal ein Deckel auf der Aktie sein. Die Frage ist, ob diese Reaktion auf die Bilanz für weitere Verkäufe sorgt.

Eigentlich war alles wie gewünscht. Der Umsatz des Optoelektronik-Spezialisten legte im dritten Quartal um knapp 25 Prozent zu. Der Auftragseingang lag über dem Umsatz, das Auftragsbuch wird also sukzessiv dicker. Der Gewinn zum Vorjahresquartal stieg überproportional, um 65 Prozent auf EBITDA-Basis und um 105 Prozent netto. Und die Gewinnmarge auf EBITDA-Basis lag mit ca. 21,6 Prozent über der derzeitigen, unternehmenseigenen 2021er-Prognose von 19,0 bis 19,5 Prozent. Was hätte man denn mehr erwarten können?

Nichts. Und das machte den Abverkauf der zunächst als Reaktion auf das Zahlenwerk ins Plus gelaufenen Aktie so bemerkenswert. Am Ende stand ein Minus von 4,5 Prozent zu Buche. Und am gestrigen Donnerstag, dem „Tag danach“, gelang es nicht, diese Abschläge aufzuholen. Warum ist hier der Wurm drin?

Expertenmeinung: Denkbar ist, dass viele Akteure jetzt vorausblicken und sich fragen, ob sich das Wachstum, mit dem man jetzt an das sehr starke Jahr 2018 anknüpft, über 2021 hinaus so fortsetzen kann, dass nennenswert höhere Kurse gerechtfertigt sind. Zwar sehen die Analysten momentan eine moderate Fortsetzung des Wachstums im kommenden Jahr. Aber könnte das nicht durch den „Flaschenhals“, der immer mehr Branchen durch steigende Produktions- und Transportkosten ebenso wie durch reißende Lieferketten erfasst, aufgefressen werden?

Möglich wäre es. Sicher ist es nicht. Aber da Jenoptik im Zuge dieser Bilanz nur den bisherigen Ausblick für 2021 bestätigte, bleibt offen, wie es 2022 weitergeht. Ein Ausblick auf 2022 wäre wohl erst im Zuge der Bilanz zum vierten Quartal Anfang kommenden Jahres zu erwarten. Bis dahin bleiben also die Zweifel. Nur stellt sich die Frage, ob das ein hinreichender Grund wäre, selbst auszusteigen. Denn solange die Grundstimmung am Aktienmarkt nicht ins Negative kippt, wäre ein „vielleicht“ hinsichtlich den Gewinn bremsender Faktoren nicht zwingend ein Grund, warum auf abverkaufte Gewinne nahe am mehrjährigen Hoch zwingend weitere Abgaben folgen müssten.

Es würde sich anbieten, angesichts dieser unsicheren fundamentalen Perspektive vor allem die Charttechnik als Richtschnur zu nutzen. Und da wird deutlich: Die Jenoptik-Aktie stoppte den Abverkauf bislang auf Höhe einer zwischen 31,38 und 32,46 Euro liegenden Unterstützungszone. Würde die fallen, wäre der Ausstieg aus aggressiven Long-Positionen zumindest zu überlegen, denn dann wäre der Weg aus rein charttechnischer Sicht bis an die mittelfristige Leitlinie in Form der 200-Tage-Linie und der auf gleicher Höhe verlaufenden, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie bei derzeit 27,70 Euro frei. Aber erst, wenn auch dieser mittelfristig relevante Support brechen sollte, wäre hier wirklich etwas angebrannt, für die Leerverkäufer wäre die Jenoptik-Aktie also bislang keine leichte Beute.

Jenoptik-Aktie: Chart vom 11.11.2021, Kurs 33,50 Euro, Kürzel JEN | Online Broker LYNX

Eine Handelsspanne von knapp vier Prozent und am Ende ein kleines Plus von 0,6 Prozent: Das war nicht gerade eine klare Wegweisung, wie es mit der Jenoptik-Aktie weitergehen wird. Woran sollte man sich orientieren? An den vorgelegten Zahlen … oder an der Charttechnik?

Der Grund, weshalb das gestern vorgelegte Zahlenwerk zum zweiten Quartal nicht für größere Ausschläge sorgte, lag darin, dass der Optoelektronik-Konzern bereits am 15. Juli vorläufige Ergebnisse gemeldet und in einem Aufwasch auch die Gesamtjahresprognose angehoben hatte. Da begann die Rallye, welche die Jenoptik-Aktie von zuvor um 24 auf jetzt über 30 Euro geführt hat. Was gestern passierte, war aber nicht unwichtig. Denn jetzt, nachdem die Ergebnisse präzisiert wurden, stellte sich für viele Akteure die Frage, ob man, nachdem die Nachrichten auf dem Tisch liegen, kaufen/zukaufen, einfach halten oder aussteigen sollte?

Dass die Aktie Gewinnmitnahmen widerstand, ist daher gar nicht mal so schlecht, bedenkt man, dass es seit diesen Vorab-Daten Mitte Juli um gut 25 Prozent nach oben ging. Grundsätzlich ist also die ausgebliebene Rallye gestern kein Beinbruch. Aber wie geht es weiter? War die Bilanz stark genug, um der Aktie nach einem kurzen Atemholen noch weiteren Spielraum nach oben zu verleihen?

Expertenmeinung: Das ist in diesem Fall wirklich Ansichtssache, denn ja, Jenoptik könnte den bisherigen Rekordgewinn aus dem Jahr 2018 überschreiten, wenn alles gutgeht. Aber das ist eben noch offen. Denn das Unternehmen avisierte zwar Mitte Juli eine deutlich höhere als zuvor prognostizierte EBIDA-Gewinnmarge zwischen 19 und 19,5 Prozent. Aber die Umsatzprognose ist recht weit gefasst: Zwischen 800 und 900 Millionen Euro sollen es werden. 800 Millionen, das entspräche der vorherigen Prognose eines niedrigen, einstelligen Umsatzzuwachses. 900 Millionen hingegen wäre ein Umsatzplus von ca. 17 Prozent gegenüber 2020.

In letzterem Fall und bei einer 19,5prozentigen EBITDA-Marge wären Rekordgewinne drin und die Aktie auf dem aktuellen Niveau normal, aber noch nicht teuer bewertet. Dann wäre da noch Luft nach oben. Aber solange die Gesamtjahres-Perspektive so weit gefasst bleibt, ist das eben eine subjektive Angelegenheit: Wer bullisch ist, glaubt an das Best Case-Szenario, wer skeptisch ist, nicht. Also?

Also ist die Charttechnik hier in der Tat der derzeit bessere Wegweiser. Und da haben wir eine interessante Gemengelage, wie Sie in diesem längerfristigen Chart auf Wochenbasis sehen.

Jenoptik-Aktie: Chart vom 11.08.2021, Kurs 30,32 Euro, Kürzel JEN | Online Broker LYNX

Die Jenoptik-Aktie hat zwar per Mittwochabend die langfristige, 2018 etablierte Abwärtstrendlinie überboten. Aber noch ist die Handelswoche ja nicht zu Ende. Würde sich der Kurs bis Freitagabend solide über dieser Linie und den Hochs vom November 2019 und Februar 2021 halten, die zusammen mit dem Abwärtstrend zwischen 29,36 und 30,22 Euro eine charttechnische Schlüsselzone bilden, wäre es allemal möglich, dass die Käufer das dann freigewordene Potenzial bis 33,20 Euro ausloten, wo die obere Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals warten würde.

Vorsicht wäre geboten, wenn die Aktie diese Zone 29,36/30,22 Euro auf Wochenschlusskursbasis wieder unterbietet, der Ausbruch also missling, egal, ob noch in dieser oder in einer der kommenden Wochen. Dann wäre es in jedem Fall zu erwägen, den Gewinn erst einmal mitzunehmen.

Das sieht konstruktiv aus, was die Jenoptik-Aktie am Dienstag zeigte. Mit +3,49 Prozent wurde sie unter hohen Umsätzen Tagessieger im TecDAX. Und die Charthürden, die es für einen Befreiungsschlag zu nehmen gälte, sind nahe. Es könnte aber einen Haken geben.

Das Zwischentief vom Juni lag höher als das vom Mai, das ist schon mal gut. Die mittelfristige, im Februar etablierte Abwärtstrendlinie wurde mit dem gestrigen Anstieg überboten, das ist ebenfalls tadellos. Der Trendfolge-Indikator MACD hat wieder auf Kauf gedreht und die entscheidende Widerstandszone, die durch die 200-Tage-Linie verstärkte Zone 25,15/25,40 Euro, ist dadurch in Schlagdistanz gekommen. Es sieht also gut aus für die Bullen. Und dass die Umsätze im Zuge dieses kräftigen Kursanstiegs recht hoch waren, ist ebenfalls positiv.

Trotzdem müsste man, sollte es gelingen, durch Schlusskurse klar über 25,40 Euro ein bullisches Signal zu generieren, zumindest auf der Hut sein. Wieso?

Jenoptik-Aktie: Chart vom 13.07.2021, Kurs 24,86 Euro, Kürzel JEN | Online Broker LYNX

Expertenmeinung: Weil Jenoptik nicht gerade auf einem dynamischen Wachstumspfad wandelt. Zwar avisiert das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatzzuwachs im niedrigen zweistelligen Bereich und eine 10 bis 15 Prozent steigende EBITDA-Marge. Aber die daraus ableitbare Schätzung eines Gewinns pro Aktie zwischen 1,13 und 1,15 Euro läge noch unter den 1,18 Euro aus dem Jahr 2019 und deutlich unter dem 2018 eingefahrenen Gewinn von 1,53 Euro pro Aktie.

Und seit diese im Mai bestätigte, Ende März mit den 2020er-Zahlen vorgelegte Prognose bekannt wurde, ging es mit der Aktie per Saldo bergab. Der seither höchste Kurs, der im Zuge eines im April gescheiterten Ausbruchsversuchs erreicht wurde, lag nur bei 27,38 Euro. Warum sollte die Jenoptik-Aktie also, wenn der Sprung über die charttechnisch in der Tat wichtige Hürde im Bereich 25,15/25,40 Euro gelingt, diesmal weiter nach oben laufen und sich auf einem entsprechend höheren Niveau halten?

Das wäre dann möglich, wenn das Ergebnis des zweiten Quartals überzeugt, wenn es besser als erwartet ausfällt und eine Anhebung der unternehmenseigenen Prognose nach sich zieht. Aber falls Jenoptik keine vorläufigen Ergebnisse weiterreicht, stünde dieser Bilanztermin erst in vier Wochen an … die charttechnische Entscheidung aber jetzt. So gesehen:

Ja, wenn Jenoptik diese Hürde 25,15/25,40 Euro nimmt, wäre das ein definitiv bullisches Signal. Solange aber von Seiten der Bilanzzahlen keine Rechtfertigung eines solchen Befreiungsschlags kommt, wären enge Stoppkurse auf der Long-Seite zwingend.