Facebook: Gefahr für die Demokratie. Ein lohnendes Geschäft

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Bei Facebook geht es derzeit drunter und drüber. Die sogenannten Facebook Papers sorgen für Unruhe.
Operativ läuft es unterdessen blendend.

Whistleblower und Facebook -Papers

Zuvor waren bereits allerlei Gerüchte durchgesickert, seit Montag haben etliche US-Medien damit begonnen, die Details der „Facebook Papers“ zu veröffentlichen.

Die Vorwürfe sind weitreichend und könnten sogar rechtliche Folgen für Firmenchef Zuckerberg haben.
Er hatte vor dem US-Kongress ausgesagt, dass das soziale Netzwerk 94% aller Hassbotschaften und Falschmeldungen löschen würde.
Einer Auswertung der Washington Post zufolge sind es allerdings nur 5%.

Intern wurde immer wieder davor gewarnt und zahlreiche Mitarbeiter hätten auf die Probleme aufmerksam gemacht.
Den Berichten zufolge wären Zuckerberg zwar die negativen gesellschaftlichen Auswirkungen klar gewesen, er habe den Profit allerdings über alles andere gestellt.

Interne Dokumente zeigen, dass das soziale Netzwerk eine Eigendynamik entwickelt hat, die teilweise außer Kontrolle geraten sei. Bei Facebook seit man aber nicht in der Lage und/oder nicht gewillt, die Verbreitung schädlicher und illegaler Inhalte wirksam einzudämmen oder gar zu verhindern.

Medienberichten zufolge gibt es Hinweise darauf, dass das Topmanagement Hetze, Gewaltdarstellungen, politische Unterdrückung und ähnliches hingenommen hatten, um Profite zu maximieren.

All das sollte eigentlich niemanden überraschen. Wussten wir das nicht alle?

Echte Probleme

Daraus resultieren allerdings ernstzunehmende Probleme. Sowohl für das Geschäft von Facebook als auch für uns als Gesellschaft(en).

Wenn über das weltweit größte soziale Netzwerk ständig Hetze und Falschinformationen verbreitet werden, radikalisiert das viele Menschen. Facebook sieht das natürlich anders, aber ich würde behaupten, dass social Media einen bedeutenden Teil zur Polarisierung unserer Gesellschaft beigetragen hat.

Tun Sie sich selbst einen Gefallen und schalten die Apps ab. Studien zeigen, dass die Nutzer von social Media im Durchschnitt unglücklicher sind. Dieser Fakt sollte eigentlich jede rationale Diskussion beenden.

Darüber hinaus ist die Zeit, die man auf social Media verbringt, auch nicht gerade produktiv.
Wenn man es ganz realistisch betrachtet: Wie groß ist der Anteil an sinnvollen Inhalten, der Sie wirklich in Ihrem Leben weiterbringt und wirklich für Sie relevant ist?

Bei Facebook sieht man das natürlich anders. Demnach würden die Papers genutzt, um ein falsches Bild des Unternehmens zu zeichnen.
Social Media sei nicht der Auslöser der zunehmenden Polarisierung und Facebook könne das Problem nicht alleine lösen.

Facebook wollte das sicherlich nicht zum Ausdruck bringen, aber impliziert das nicht automatisch, dass man Teil des Problems ist?

Das wird teuer

Andernorts scheint man das ähnlich zu sehen. Den Berichten zufolge kam es wohl zu einer ordentlichen Auseinandersetzung mit Apple. Der iPhone -Konzern droht wohl sogar damit, Facebook aus dem App-Store zu werfen.

Und da wären wir auch schon beim Thema reale wirtschaftliche Konsequenzen. Realistischerweise werden die Menschen auch in Zukunft Facebook, Instagram, WhatsApp & Co. nutzen.

Facebook verliert den internen Berichten zufolge aber immer mehr an Beliebtheit bei jungen Menschen. Das dürfte zwar auch für niemanden eine Überraschung sein, zeigt aber, dass die Plattform ein gewisses Problem hat.

Darüber hinaus zwingt die aktuelle Lage Facebook dazu, Unsummen in Security und Maßnahmen zur Eindämmung von Falschinformationen und Hass zu investieren.
Im Geschäftsjahr 2021 wird man 5,0 Mrd. USD in die Hand nehmen müssen, mehr als jedes andere Tech-Unternehmen.

Die Zahl der Beschäftigten steigt zuletzt wieder schneller als der Umsatz, was wiederum die Margen belastet.
Im Endeffekt ist es aber ein Kampf gegen Windmühlen.

Egal wie sehr man versuchen wird, problematischen Content einzudämmen, man wird es nicht in den Griff bekommen.
Löscht Facebook zu viel Inhalte in einem gewissen Spektrum, wandern die entsprechenden Gruppierungen und Nutzer schlichtweg auf andere Plattformen ab. Telegram lässt grüßen.

Eine wirkliche Lösung gibt es unternehmensseitig nicht.

Harte Fakten

Facebook reagiert auf die aktuelle Situation mit dem Dampfhammer. Man hat kurzerhand 50 Mrd. USD an Aktienrückkäufen beschlossen.
Man versucht die belastende Nachrichtenlage mit Geld zu ersticken und ganz realistisch: Wahrscheinlich funktioniert das.

Der Gewinn lag in Q3 mit 3,22 je Aktie knapp über den Erwartungen von 3,20 USD. Der Umsatz lag mit 29,0 Mrd. allerdings unter den Analystenschätzungen von 29,6 Mrd. USD.

Darüber hinaus bestehe in Bezug auf das vierte Quartal erhebliche Unsicherheit und die Änderungen von Apple iOS 14 seien ebenfalls problematisch.

Für Q4 stellt man einen Umsatz von 31,5 – 34,0 Mrd. USD in Aussicht. Erwartet wurden bisher 34,8 Mrd. USD.
Ferner dürften die Investitionen im kommenden Jahr von derzeit 19 auf 29-34 Mrd. USD sprunghaft ansteigen.
In Summe bedeutet das: Das Wachstum ist geringer und die Kosten sind höher als bisher angenommen.

Einen Kurssprung rechtfertigt das sicherlich nicht. Dank 50 Mrd. USD mehr an Aktienrückkäufen, notiert Facebook vorbörslich trotzdem 1,79% im Plus bei 334,57 USD.

Die andere Seite

Bei all den Unkenrufen und Problemen sollte man allerdings nicht vergessen, dass es bei Facebook trotz allem blendend läuft.

In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres ist der Umsatz um 45% auf 84,26 Mrd. USD gestiegen.
Der Gewinn schoss um 63% auf 10,27 USD je Aktie in die Höhe, wenngleich die Dynamik in Q3 auch spürbar nachgelassen hat.

Für 2021 wird ein Gewinnsprung um 40% auf 14,15 USD je Aktie erwartet. Im kommenden Jahr könnte das Ergebnis bereits bei 16,00 USD liegen.

Facebook kommt demnach auf eine forward P/E von 23,2 und im neuen Jahr würde der Wert auf 20,5 sinken.
Im Verhältnis zu den vorliegenden und erwarteten Wachstumsraten ist das nicht viel. In den letzten fünf Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 28,7.

Chart vom 26.10.2021 Kurs: 334,57 Kürzel: FB - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 26.10.2021 Kurs: 334,57 Kürzel: FB – Tageskerzen

Aus technischer Sicht sieht es unterdessen auch nicht schlecht aus. All die Negativpresse und der kürzliche Ausfall der Dienste haben keinen nachhaltigen Schaden angerichtet.

Der Aufwärtstrendkanal ist intakt. Über 330 USD wäre jetzt ein Gap-Close denkbar. Gelingt ein nachhaltiger Anstieg über 340 USD, rücken Kursziele bei 356 und 380 USD in den Vordergrund.

Fällt die Aktie jedoch unter 300 USD, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan.

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Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Sowohl der S&P500 als auch die Nasdaq befinden sich fast schon wieder auf den alten Allzeithöchstständen. Beim Blick auf die Facebook-Aktie ist davon aber nichts zu sehen, was die relative Schwäche des Papiers gegenüber dem Gesamtmarkt deutlich ausdrückt. Das Vertrauen der Anleger ist nach wie vor erschüttert und wird durch den Kursverlauf widergespiegelt. Zumindest ein technischer Bounce konnten wir zuletzt beobachten, aber wird dieser reichen, um die 50-Tage-Linie wieder zurückzuerobern? Bislang sieht es noch nicht nach einer ausreichenden Durchschlagskraft aus. Auch das Volumen innerhalb der Erholung war nicht spektakulär hoch. Der Trend befindet sich aktuell noch in einer bärischen Phase.  

Expertenmeinung: Um wieder positive Energie in den Kursverlauf zu bekommen, bedarf es nun positiver Fundamentaldaten. Am kommenden Montag nach Börsenschluss wird der Konzern seine Ergebnisse zum abgelaufenen Quartal präsentieren. Analysten erwarten einen Umsatz in der Höhe von 29.54 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn soll bei 3.20 USD je Aktie liegen, während die Flüsterschätzungen bereits bei 3.46 USD je Aktie liegen. Diese Erwartungen müssen deutlich geschlagen werden, um die Kurse wieder nach oben zu bringen. Wichtig wäre in Folge auch der Bruch des Widerstands bei 350 USD. Das könnte den Startschuss zu einer Erholung liefern.   

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 21.10.2021 Kurs: 341.88 Kürzel: FB | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Aktie des Social-Media-Unternehmens wurde in den letzten Wochen durch mehrere Faktoren belastet. Zum einen befand sich die gesamte Technologiebranche in einer weitreichenden Korrektur. Zum anderen gab es hausgemachte Probleme, die das Vertrauen der Anleger in die Facebook-Aktie doch deutlich schwinden ließen. Der gestrige Handelstag verriet einmal mehr, dass hier aktuell der sogenannte Wurm drin ist. Warum?

Die US-Indizes hatten erstmals seit langem einen richtig guten Handelstag, doch die Kursgewinne in Facebook schmolzen schnell dahin und am Ende blieb sogar ein Tagesverlust stehen. Ein klares Zeichen dafür, dass hier ein Großteil der Investoren Stärke eher dazu nutzt, um sich vom Wertpapier zu trennen.   

Expertenmeinung: Mittlerweile ist die Aktie an einer langfristig überaus wichtigen Unterstützung angekommen, welche ihren Beginn im März 2020 findet. Bislang konnte dieser Boden von den Bullen verteidigt werden, doch die Zeichen mehren sich, dass dieser nun gebrochen werden könnte. Doch was könnte passieren, wenn die Kurse wirklich klar unter das Niveau von 320 USD fallen?

Die nächste Zielmarke wären dann wohl die Pivot-Tiefs von April und Mai dieses Jahres, welche sich knapp unter der psychologisch wichtigen Marke von 300 USD befinden. Dies würde einem weiteren Abschlag von rund 10% entsprechen. Hier ist also größte Vorsicht geboten. Die nächsten Quartalsergebnisse werden für den 25. Oktober erwartet.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 07.10.2021 Kurs: 329.22 Kürzel: FB | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bereits Ende August hatten wir das Ende der Aufwärtsbewegung des Social-Media-Unternehmens und dessen Hintergründe beschrieben. Kurzfristig befand sich die Facebook-Aktie zu diesem Zeitpunkt in einer stark überverkauften Lage, was die Chance auf eine Gegenbewegung nach oben eröffnete. Diese war auch nach Regieplan eingetroffen, doch wie es bei Korrekturen üblich ist, endete sie in der Nähe der fallenden gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50. Das Interesse der Anleger war einfach zu niedrig, um diese Indikatoren wieder zurückzuerobern. Kurz darauf ging es wieder nach unten und die Kurse testen gerade das Pivot-Tief des Vormonats. Die Lage bleibt somit weiterhin angespannt.   

Expertenmeinung: Sollte der aufgebaute Boden hier brechen, droht der Aktie weiteres Ungemach. Die Kurse könnten in die Region von rund 315 USD fallen, wo sich derzeit auch die 200-Tage-Linie befindet. Dies würde weitere Kursverluste von bis zu 9% mit sich bringen. Natürlich können die Bullen dieses Szenario noch verhindern, doch hierzu müssten diese ordentlich Gas geben und die Aktie schnellstmöglich über das Hoch der vorigen Woche bringen. Sollte dies nicht gelingen, bleibt unsere Einstufung von Facebook eher auf der bärischen Ebene.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 01.10.2021 Kurs: 343.01 Kürzel: FB | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Im gestrigen Handel konnten sich die führenden High-Beta-Papiere an der Wall Street recht gut in Szene setzen. Nicht so beim Sozial-Media-Konzern. Die Facebook-Aktie kam in einem recht freundlichen Umfeld gehörig unter die Räder und verlor fast 4% an Wert. Doch was ist passiert? Der Konzern meldete, dass die neuen Privatsphäre-Einstellungen bei Apple Geräten das Werbegeschäft im dritten Quartal negativ beeinflussen dürften. Anleger zogen daraufhin sofort den Stecker und trennten sich im großen Stil von dem Papier. Das durchschnittliche Handelsvolumen wurde um das vierfache geschlagen. So wurden über 43 Millionen Aktien umgesetzt. Da haben wohl auch einige große Investoren ihre Papiere auf den Markt geschmissen. Der Aufwärtstrend ist durch diesen Absturz vorerst einmal dahin.



Expertenmeinung: Obwohl die Kurse in den letzten Handelstagen bereits deutlich nachgegeben haben, dürfte die gestrige Nachricht wohl noch für weiteres Ungemach sorgen. Doch wohin könnte die Reise gehen? Ein heiß umkämpftes Terrain war bislang der Bereich rund um die Marke von 330 USD. Hier lieferten sich Bullen und Bären bereits im Juni ein heftiges Hin und Her. Im Juli näherten sich die Kurse in einem Pullback diesem Niveau und konnten in Folge wieder nach oben drehen. Vorerst heißt es also abwarten. Es bleibt abzuwarten, ob der Bereich zwischen 330 und 334.50 USD als Unterstützungsebene halten wird. Vorerst senken wir unsere Aussichten von bullisch auf neutral.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 22.09.2021 Kurs: 343.21 Kürzel: FB | Online Broker LYNX

Die Rallye von Facebook findet kein Ende. Mit dem gestrigen Anstieg über 375 USD wurde das nächste Kaufsignal ausgelöst.
Wie weit kann das ganze noch gehen? Wo liegen die nächsten Kursziele?

Chart vom 31.08.2021 Kurs: 381 Kürzel: FB - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 31.08.2021 Kurs: 381 Kürzel: FB – Tageskerzen

Aus technischer Sicht ist die Aktie klar bullisch und die Rallye dürfte vorerst weitergehen.
Das nächste extrapolierte Kursziel liegt bei 400 USD. Dort dürfte es zu vermehrtem Abgabedruck kommen.

In der Vergangenheit hat Facebook nach einem ersten Anlauf an die runden Marken bei 200 und 300 USD eine längere Seitwärtsbewegung vollzogen.
Es wäre gut möglich, dass es dazu wieder kommt. Nach der enormen Rallye wäre eine Verschnaufpause ganz normal.

Ist Facebook überbewertet?

Vor wenigen Monaten hatte ich die These aufgestellt, dass Facebook zu den letzten günstigen Tech-Aktien gehörte:
Facebook: Die letzte günstige Tech-Aktie?

Seitdem ist der Kurs von 279 auf 381 USD regelrecht explodiert.

Nach einem Plus von 36% in weniger als sechs Monaten sollte man die Lage dringend neu sortieren. Denn es wäre gut möglich, dass Facebook inzwischen deutlich überbewertet ist.

Um es ganz kurz zu machen: Das ist nicht der Fall. Seit der damaligen Analyse hat Facebook die Erwartungen deutlich übertroffen und die Konsensschätzungen für das Ergebnis in diesem Jahr sind von 11,50 auf 14,00 USD je Aktie geklettert.

Auf dieser Basis kommt Facebook heute auf eine forward P/E von 27,2. Das ist mit Blick auf das anhaltend hohe Wachstum und der starken Marktmacht von Facebook, Instagram und Whatsapp vertretbar.

In den letzten fünf Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 28,7 und pendelte weitgehend zwischen 20 und 35.

Die Aussage aus der damaligen Analyse hat also weiterhin Bestand:
Facebook gehört zu den wenigen Unternehmen, die ordentlich wachsen und derzeit nicht sehr viel höher bewertet sind, als es in der Vergangenheit der Fall war.

Wo steht Facebook in 2 Jahren?

Um nicht mit alten Traditionen zu brechen, möchte ich auch auf diese Frage eingehen.
Wir haben bereits gesehen, dass man Schätzungen mit Vorsicht genießen sollte, für eine grobe Einschätzung sind sie allerdings hilfreich.

Nach dem massiven Gewinnsprung im letzten und in diesem Jahr wird ein Rückgang der Wachstumsraten auf 13-16% erwartet.
Das halte ich für realistisch, allerdings mit der Möglichkeit zu positiven Überraschungen.

Den Schätzungen zufolge würde Facebook demnach im Jahr 2023 einen Gewinn von 18,60 USD je Aktie erzielen. Daraus lässt sich ein realistisches Kursziel von 533 USD ableiten.