Dürr: Kursziel 60 Euro? Wow … aber kann man dem Braten trauen?

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Dürr
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Zur Dürr Aktie

Viele Gewinner gab es gestern am deutschen Aktienmarkt nicht. Die Aktie des im MDAX notierten Anlagenbauers Dürr gehörte zu diesen Wenigen und stieg kräftig. Kein Wunder, denn die Deutsche Bank rief ein Kursziel aus, das über 50 Prozent über dem aktuellen Kurs liegt!

Da musste man erst einmal schauen, ob es sich nicht vielleicht um einen Tippfehler handelt: Die Analysten der Deutschen Bank hoben ihre Einschätzung der Dürr-Aktie von „Halten“ auf „Kaufen“ an und setzten das Kursziel von zuvor 35 auf 60 Euro hoch. 60 Euro, das ist meilenweit über dem derzeitigen Kursniveau der Aktie und entspricht dem Level des bisherigen Allzeithochs, das Dürr im Herbst 2017 erreicht hatte.

Das ist das höchste der derzeitigen Analysten-Kursziele für diese Aktie. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt momentan bei 44 Euro und damit auf einem Level, von dem aus der Kurs seit dem Sommer eine Korrektur begann. Jetzt könnte das die Wende einleiten … falls die Anleger über die erste Reaktion hinaus diesem Braten auch trauen. Kommt es so?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Dürr Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die Argumentation der Deutsche Bank-Analystin klingt schlüssig: Dürr hat sich eine massive Reduzierung der Emissionen auf die Fahnen geschrieben, was zwar kurzfristig Geld kosten, später aber Geld einsparen wird. Außerdem hat Dürr den Zukunftsmarkt der Batteriezellen-Produktion erkannt und liefert an die Hersteller entsprechendes Equipment. Was sich ebenfalls mittelfristig positiv auswirken dürfte. Aber da taucht eben immer wieder das Wort „mittelfristig“ auf.

Dürr ist ein großer Anlagen- und Maschinenbauer, der nicht nur, aber doch relativ viel an die Automobilindustrie liefert. Ein Zulieferer konjunktursensibler Branchen reagiert selbst noch viel empfindlicher auf konjunkturelle Schwankungen. Und genau da findet sich der mögliche Haken. Denn momentan stellen sich die Investoren die Frage, ob das starke Wachstum, das die Volkswirte 2021 erwartet und jetzt auf 2022 nach hinten verschoben haben, wirklich kommt. Wenn nicht, werden auch die Brötchen bei Dürr kleiner. Man darf zwar ergänzen: „vorerst“ kleiner. Aber werden die Anleger die Aktie einfach trotzdem höher ziehen, wenn es im Vorfeld einer positiven Entwicklung erst einmal wacklig wird? Immerhin erwischt es gerade Maschinenbauer meist heftig, wenn das Wachstum kippt.

Den Anlegern dürfte mehrheitlich klar sein, dass die Deutsche Bank-Analystin kein Kursziel auf Sicht von sechs Monaten ausgelobt hat, sondern ein mittelfristiges Ziel. Daher sollte man, wenn man hier über den Einstieg nachdenkt, weil die Aktie durch die gestrige, positive Reaktion relative Stärke zum Gesamtmarkt zeigt, Vorsicht walten lassen. Sie sehen im Chart, dass durch diesen Kurssprung die Verteidigung des Anfang Oktober entstandenen Zwischentiefs gelang. Die Aktie eroberte die 200-Tage-Linie zurück, der Trendfolgeindikator MACD steht kurz vor einem Kaufsignal. Aber:

So motivierend diese mittelfristige Perspektive von 60 Euro auch ist: Wie viel Luft ist kurzfristig nach oben, in einem Umfeld, in dem sich viele Sorgen um die Wachstumsperspektive der Gesamtwirtschaft machen? Im Bereich 42 Euro wartet ein Kreuzwiderstand. Genau dort drehte Dürr als Reaktion auf die jüngste Quartalsbilanz nach anfänglichem Kurssprung nach unten ab. Übersetzt bedeutet das: Bei 42 Euro war die Aktie vielen trotz der guten Bilanz zu teuer. Ob sie jetzt, auf Basis eines Blicks, der über die kommenden Monate weit hinaus geht, über diese Hürde gehen würde? Es ist zumindest fraglich.

Dürr-Aktie: Chart vom 02.12.2021, Kurs 38,72 Euro, Kürzel DUE | Online Broker LYNX
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Der Maschinenbaukonzern Dürr hob am Montag nach Handelsende die 2021er-Prognose an. Die Reaktion der Marktteilnehmer war unzweideutig: Die Aktie legte am Dienstag satte zehn Prozent zu. Und jetzt? Stoppkurs nachziehen und dabei bleiben … oder sogar kaufen?

Im Vorfeld der regulär am 5. August erwarteten Halbjahreszahlen hob der vor allem für die Automobilindustrie produzierende Dürr-Konzern seine Gesamtjahresprognose an, wobei man dort betonte, dass es vor allem die Entwicklung bei der HOMAG gewesen sei, die diese Anhebung ermöglichte. Die HOMAG Group ist ein 2014 von Dürr übernommener Hersteller von Holzverarbeitungsmaschinen. Konkret nannte Dürr folgende, neue Ziele:

Auftragseingang jetzt voraussichtlich zwischen 4,0 und 4,2 Milliarden Euro (vorher: 3,6 bis 3,9 Milliarden). Umsatzprognose neu: 3,6 bis 3,8 Milliarden Euro (vorher 3,45 bis 3,65 Milliarden). Für die operative Gewinnmarge auf EBIT-Basis gilt jetzt eine Erwartung von 5,0 bis 6,0 Prozent (vorher 4,2 bis 5,2 Prozent). Damit könnte der Gewinn 2021 allemal 20 Prozent über dem Level liegen, von dem man bislang ausgegangen war. Ein Kurssprung von zehn Prozent scheint da also nicht zu hoch gehängt zu sein – oder?

Expertenmeinung: Das wäre dann der Fall, wenn man seitens der Anleger im Vorfeld nicht allzu große Erwartungen an die Gewinnentwicklung gehegt hätte. Aber genau das war der Fall. Man kann bis zu acht Jahre zurückgehen, die Dürr-Aktie war grundsätzlich nicht mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) über 20 bewertet worden, schließlich ist diese Branche sehr zyklisch. Und wenn man dann noch Zulieferer der selbst schon konjunktursensiblen Automobilindustrie ist, gilt das erst recht. Daher sind relativ niedrige Kurs/Gewinn-Verhältnisse hier normal. Aktuell läge dieses KGV aber selbst dann mit 25 klar über diesem Niveau, wenn man einen gut 20 Prozent über den bisherigen Schätzungen liegenden Gewinn rechnet.

Und die recht deutliche Anhebung der Prognose mag manche darüber hinweg täuschen, dass es noch ein weiter Weg ist, bis die Gewinne der starken Jahre vor 2018 erreicht werden. Das Corona-Jahr 2020 ist kein sinnvoller Vergleichswert, daher sollte man ein Jahr zurückgehen: 2019 hatte Dürr 1,79 Euro pro Aktie verdient. Mit dieser angehobenen Prognose könnte der Gewinn in der Region 1,55/1,60 Euro pro Aktie liegen – also dennoch darunter. Doch der Kurs der Aktie ist nur noch geringfügig vom Jahreshoch 2019 entfernt, welches bei 42,28 Euro lag. Das zeigt: Dürr ist weiterhin eher „teuer“. Jetzt noch neu einzusteigen ist daher nur dann zu überlegen, wenn man sich dessen auch bewusst ist. Aber sollte man dann nicht aussteigen, den Gewinn mitnehmen?

So, wie sich das Chartbild darstellt, wäre das nicht nötig. Es fällt auf, dass die Aktie gleich zum gestrigen Handelsstart über das bisherige Jahres-Verlaufshoch von 37,78 Euro gesprungen war. Das dürfte entscheidend dazu beigetragen haben, dass der Kurs einen derart großen Satz machte, weil dadurch so mancher Short-Seller die leer verkauften Aktien hastig eindecken musste und den Anstieg dadurch noch intensivierte. Aber diese jetzt übersprungene Hürde, der Bereich der Hochs vom Februar, März und April im Bereich 36,94/37,78 Euro, ist damit zur Unterstützung geworden. Warum also vor der Zeit aussteigen? Sollte die Dürr-Aktie diesen Bereich wieder unterschreiten, der Ausbruch also zur Bullenfalle werden, wäre immer noch Zeit, um den Gewinn zu sichern. Bis dahin lautet das Motto: Folge dem Trend!

Dürr-Aktie: Chart vom 27.07.2021, Kurs 39,28 Euro, Kürzel DUE | Online Broker LYNX

Der Automobilzulieferer Dürr legt seine Quartalsbilanz vor und die Aktie fällt um 3,56 Prozent. Hatten die Anleger zu viel erwartet? Im Zuge der Automobil-Euphorie der letzten Monate wäre das durchaus möglich. Doch jetzt droht die Vollendung eines Topps.

Dürr erzielte in den ersten drei Monaten des Jahres einen um 6,26 Prozent niedrigeren Umsatz als im Vorjahresquartal. Aufgrund einer von 2,7 auf 3,0 Prozent gesteigerten Vorsteuermarge lag der als EBIT (vor Steuern und Zinsen) gerechnete Gewinn zwar mit 24,1 Millionen Euro trotzdem leicht über den 22,9 Millionen des Vorjahreszeitraums, nach Steuern jedoch fiel das Ergebnis deutlich von 13,23 Millionen im ersten Quartal 2020 auf jetzt 8,5 Millionen. Das liest sich nicht gerade wie ein Kaufargument für eine Aktie, die im Vorfeld zeitweise recht deutlich über das im Januar 2020 markierte Hoch des Vorjahres von 32,90 Euro gelaufen war.

Positiv ist, dass Dürr einen deutlich höheren Auftragseingang als im ersten Quartal 2020 verbuchte: 1,03 Milliarden Euro nach 838,8 Millionen ein Jahr zuvor. Aber Bäume wird man in diesem Jahr trotzdem nicht ausreißen. Der im Zuge dieses Zahlenwerks bestätigte Ausblick auf das Gesamtjahr sieht nur einen Umsatz zwischen 3,45 und 3,65 Milliarden Euro. Mehr als die 3,3 Milliarden des Jahres 2020, aber deutlich weniger als die knapp 3,9 Milliarden, die im Jahr 2019 erreicht wurden.

Expertenmeinung: So mancher Marktteilnehmer dürfte, animiert von den optimistischen Statements der deutschen Autobauer, auch bei diesem vor allem für die Automobilbranche fertigenden Maschinen- und Anlagenbau-Unternehmen zugegriffen haben in der Erwartung, dass ein kräftig anziehender Umsatz bei den Automobilherstellern automatisch auch ein stark anziehendes Geschäft bei den wichtigen Zulieferern bedeuten müsste. Aber davon abgesehen, dass sich der Optimismus der Autobauer erst einmal bestätigen muss, sind die Ergebnisse nebst Perspektive bei Dürr gut, aber nicht angetan, in Begeisterung zu verfallen.

Auch die Experten sind hier eher zurückhaltend. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt derzeit fast genau auf dem Schlusskurs der Aktie des Dienstags, die große Mehrheit der Analysten sieht die Aktie momentan als Halteposition. Da wird es nicht einfach, die Dürr-Aktie in ihrem mittelfristigen Aufwärtstrend zu halten. Noch ist aber nichts verloren:

Dürr-Aktie: Chart vom 11.05.2021, Kurs 33,56 Euro, Kürzel DUE | Online Broker LYNX

Die Aktie hielt gestern den Bereich von 32,50/32,90 Euro, das ist die Zone um das Jahreshoch 2020, in welcher die Aktie Ende Februar und Ende März nach oben drehen konnte. Aber auch, wenn Dürr diesen Bereich unterbieten würde, entscheidend ist ein Level darunter: Der doppelte Leitstrahl des mittelfristigen Aufwärtstrends in Form der März 2020-Aufwärtstrendllinie und der parallel zu dieser Linie verlaufenden 200-Tage-Linie im Bereich 30,80/31,00 Euro. Solange dieses Rückgrat der Bullen hält, haben die Bären hier nichts zu gewinnen. Ob diese Zone tragfähig ist, könnte indes im Licht dieser Bilanz durchaus bald getestet werden.

Die Dürr AG ist ein Maschinenbauer, dessen Kundschaft vor allem in der Automobilindustrie zu finden ist. Das klingt nicht gerade nach einem Unternehmen, das gut durch das Jahr 2020 gekommen ist. Und in der Tat, rosig wird die 2020er-Bilanz nicht aussehen. Der Umsatz ist in den ersten neun Monaten etwa um 20 Prozent gesunken, der Gewinn vor Steuern und Zinsen fiel dramatisch. Aber liegt die Aktie am Boden? Nein, sie erreichte am Freitag ein Jahreshoch.

Da nicht zu erwarten ist, dass das vierte Quartal so stark wird, dass es das trübe Bild des zu Ende gehenden Jahres auf den Kopf stellt, setzen die Marktteilnehmer offenbar auf die Zukunft. Doch wenn die Analysten Recht behalten, wird Dürr 2021 nicht an den Gewinn des Jahres 2019 heranreichen. Und 2019 war ein Jahr, in dem der Gewinn unter dem des Vorjahres lag. Und 2018 war wiederum schwächer gelaufen als 2017. Das kann doch nicht gutgehen mit dieser Rallye der Aktie?

Expertenmeinung: Wer derzeit einsteigt, dürfte sich ein langfristiges Chartbild angesehen und festgestellt haben, dass die Aktie Ende 2017 immerhin bei 60 Euro notierte. Bis dahin wäre noch viel Luft. Nur kann niemand abschätzen, wann die Gewinne das damalige Niveau wieder erreichen. 2022? 2023? Oder erst Jahre später? Ein derart ambitionierter Vorgriff auf bessere Zeiten ist eine wacklige Sache, braucht sukzessiv ermutigende Nachrichten, um sich halten zu können. Und ob die kurzfristig kommen, ist fraglich. Was denken die Experten?

Auch da ist man sich keineswegs einig. Die Kursziel-Anpassungen der letzten vier Wochen wiesen Kursziele zwischen 28 und 40 Euro aus, die Einschätzungen lagen gleichmäßig verteilt bei „Halten“ und „Kaufen“. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt momentan bei 29 Euro und wäre klar überboten, doch da sind auch viele ältere Einschätzungen dabei, die, wenn sie aktualisiert werden, den Schnitt wohl höher ziehen werden. Aber das hilft einem Anleger bei der Entscheidung, ob man jetzt kaufen, dranbleiben oder aussteigen sollte, nicht weiter.

Und die Charttechnik? Auf der einen Seite hat Dürr gerade die Unterstützungszone 28,50/28,90 Euro perfekt verteidigt. Diese Zone, zuvor ein Widerstand, wurde Ende November mit Schwung durchbrochen, dann kam ein Pullback an den Ausbruchslevel, der in erneute Käufe mündete, die das vorherige Zwischenhoch zum Wochenschluss überboten – tadellos! Auf der anderen Seite ist das vorherige, im Januar markierte Jahreshoch nur knapp überboten, zugleich notiert der Kurs knapp unter der oberen Begrenzung des mittelfristigen Aufwärtstrendkanals. Das wiederum deutet die Möglichkeit einer erneuten Rücksetzers an.

Was tun? Da die für den Erhalt des Trends momentan entscheidende Zone 28,50/28,90 Euro relativ weit entfernt liegt und Stoppkurse oberhalb dieses Levels keine charttechnische Relevanz hätten, wäre der Gedanke, die Gelegenheit eines am oberen Ende des Trendkanals angestoßenen Kurses zu nutzen, um bei einem Teil der Position einfach mal den Gewinn zu sichern, naheliegend. Sollte Dürr diesen Aufwärtstrendkanal nach oben durchbrechen, was ja zumindest nicht ausgeschlossen wäre, ließe sich der Stoppkurs für die Restposition dann knapp unter das Januar-Hoch von 32,90 Euro nachziehen.

Chart vom 18.12.2020, Kurs 33,30 Euro, Kürzel DUE | Online Broker LYNX

Dürr ist einer der weltweit führender Maschinen- und Anlagenbauer.
Das Unternehmen ist ein Spezialist für effiziente Produktionsprozesse mit hohem Automatisierungsgrad.

Belastend

Dürr erwirtschaftet rund die Hälfte des Konzernumsatzes im Automobilsektor und das belastet sowohl das Geschäft als auch den Aktienkurs.

Mittel- bis langfristig könnte Dürr aber eher zu den Profiteuren des Wandels der Mobilität sein.
Autobauer wie Zulieferer müssen gigantische Investitionen stemmen und um wettbewerbsfähig zu sein, einen möglichst hohen Automatisierungsgrad erreichen. Sie benötigen komplexe Maschinen und Anlagen, die zum Beispiel Dürr liefern kann.

Nur ein Beispiel

Ein gutes Beispiel für die Innovationskraft ist das von Dürr entwickelte Roboter-Lackiersystem EcoPaintJet für die Zweiton-Lackierung von Autos.

Immer mehr moderne Autos sind mit Kontrastfarben-Lackierungen verfügbar. Das neue Lackiersystem trägt Farben so exakt auf, dass kein Lacknebel entsteht.

Dadurch muss die Karosserie nicht mehr mit Folie abgeklebt werden muss. Es entfallen aufwendige manuelle Arbeiten, man spart Zeit und der Energieverbrauch sinkt um rund 25%.

Es ist eine aussichtsreiche Technologie, wenngleich auch nicht so ein großer Schritt wie der erste 7-Achs-Lackierroboter, der vor knapp drei Jahren präsentiert wurde.

Die Richtung

Unter dem Strich haben all die Entwicklungen dazu beigetragen, dass sich der Umsatz im letzten Jahrzehnt von 1,26 auf 3,92 Mrd. Euro mehr als verdreifacht hat.
Der Gewinn kletterte im selben Zeitraum 0,90 auf 1,79 Euro je Aktie.

Die übergeordnete Richtung stimmt also, die letzten Jahre waren aber durchaus herausfordernd.
Zwischenzeitlich stockte das Wachstum, 2019 erzielt man allerdings wieder einen Rekordumsatz.
Der Gewinn hat aber leider nicht mitgezogen, an dieser Front sieht es schon geraume Zeit eher schwach aus.

Man hat die Zeit aber genutzt, um die Bilanz zu säubern. Derzeit hat man keine Nettoverpflichtungen und 960 Mio. Euro an Barmitteln.
Man war und ist also auch für Krisen gerüstet.

Aktuelle Lage

Und genau die kam dann in Form einer Pandemie.

In den ersten neun Monaten des Jahres ging der Umsatz um 15% auf 2,31 Mrd. Euro zurück.
Das Ergebnis brach sogar von 1,42 auf 0,16 Euro je Aktie ein.

Man ist also selbst in der Krise noch profitabel.
Der freie Cashflow hat sich auf Jahressicht aber sogar verbessert und lag bei 105,3 Mio. Euro.

Im dritten Quartal hat sich die Lage zunehmend entspannt. Der Umsatz war zwar rückläufig, es wurde aber ein Gewinn von 0,22 Euro je Aktie erzielt.

Mittelfristig dürfte der Konzern wieder deutlich über 2,00 Euro je Anteilsschein verdienen.
Beim aktuellen Kurs entspräche das einem KGV von 13 oder weniger. Das kann man für einen führenden und innovativen Maschinenbauer durchaus bezahlen.

Chart

Heute steht Dürr recht weit oben auf den Kurszetteln der Anleger. Solange der Aufwärtstrend der letzten Monate hält, sind jederzeit Kursgewinne in Richtung 28,50 Euro möglich.

Darüber komm es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 30 und 32,50 Euro.

Bis zum Allzeithoch bei 60 Euro ist es aber noch ein weiter Weg.

Chart vom 09.11.2020 Kurs: 26,55 Kürzel: DUE - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 09.11.2020 Kurs: 26,55 Kürzel: DUE – Tageskerzen

Das Zahlenwerk des Automobilzulieferers Dürr für das dritte Quartal war, wenn man es mit dem Vorjahresquartal vergleicht, äußerst dürftig. Der Umsatz fiel um knapp 18 Prozent, der Auftragseingang sank um 12 Prozent. Und der bereinigte Gewinn vor Steuern und Zinsen lag um 38 Prozent und damit überproportional niedriger, was markanten Margendruck aufzeigt. Das war alles, nur nicht gut, zeigt es doch, dass nicht umgehend alles wieder wie zuvor wurde, nur, weil der Lockdown im dritten Quartal vorbei war. Trotzdem legte die Aktie um knapp drei Prozent zu. Der Grund:

Diese Ergebnisse waren immerhin besser als seitens der Analysten im Vorfeld im Schnitt prognostiziert. Vor allem beim Gewinn hatten die Schätzungen mit 32 Millionen Euro deutlich unter den 39,9 Millionen gelegen, die am Ende zu Buche standen. Die Frage ist nur: Ist das schon gut genug, um die Aktie aus ihrer Handelsspanne nach oben hinauszutragen, in der sie seit drei Monaten festsitzt?

Expertenmeinung: Wenn der Gesamtmarkt den nötigen Rückendwind in Form steigender Indizes und einer sich nachhaltiger aufhellenden Stimmungslage liefert, könnte es funktionieren. Immerhin hat diese derzeitige Aufwärtsbewegung aus charttechnischer Sicht eine gute Basis:

Die Aktie drehte im Bereich der unteren Begrenzung der Seitwärtsspanne bei 23,72/24,28 Euro nach oben und verteidigte damit zugleich die in diesem Bereich seitwärts laufende 200-Tage-Linie. Vergleichbares gelang Ende September schon einmal, damals reichte es immerhin für einen Anstieg an und knapp über die vorherigen Zwischenhochs, wodurch diese Seitwärtsrange zwischen 23,72 und 28,88 Euro definiert wurde. Bis zu dieser oberen Begrenzung der Handelsspanne wäre es nicht mehr weit, aber:

Die Dürr-Aktie muss über diese Zone 28,50/28,88 Euro hinaus, um diesen Befreiungsschlag zu erreichen, ansonsten müsste man damit rechnen, dass der Schwung dieser Bilanz, die immerhin besser als befürchtet ausfiel, schnell dahin ist und die Gewinnmitnahmen wiedereinsetzen. Ein Neueinstieg bzw. Zukäufe in bestehende Positionen im Vorfeld eines Schlusskurses klar über 29 Euro vorzunehmen, wäre daher eher riskant.

Dürr Aktie: Chart vom 05.11.2020, Kurs 27,00 Euro, Kürzel DUE | Online Broker LYNX