BioNTech - ADR Aktie Prognose BioNTech: Umsatz und Gewinn explodieren. Dornröschenschlaf zu Ende?

News: Aktuelle Analyse der BioNTech - ADR Aktie

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BioNTech - ADR
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Zur BioNTech - ADR Aktie

Bei BioNTech scheiden sich die Geister, auch an der Börse. Der Impfstoff-Hersteller galt als Krisengewinner und wurde zeitweise zu einem absoluten Überflieger.

Von den Höchstkursen ist die Aktie allerdings weit entfernt, obwohl man sich nach wie vor eine goldene Nase verdient.
Derzeit streicht man sogar einen höheren Gewinn ein als vor einem Jahr.

Trotzdem liegt das KGVe irgendwo zwischen 5 und 7. Wie passt das zusammen?

Ratlosigkeit

Mit Blick auf diese Gemengelage dürfte sich bei vielen Anlegern Ratlosigkeit breit machen.
Bereits vor Monaten wurde darüber diskutiert, dass die Aktie doch spottbillig sei.

Selbst am Hoch lag das KGV nur bei 10. Das wäre tatsächlich nicht viel gewesen, wenn man auch noch die nächsten zehn Jahre ein ähnlich gutes Geschäft machen könnte.

Aber genau hier hakt es ganz offensichtlich. Jeder kann sich an einem Finger abzählen, dass der Gewinn von BioNTech perspektivisch sinken wird.

Inzwischen hat der Markt das erkannt. Inzwischen stellt sich aber die Frage, ob ein Abverkauf bis auf ein KGV von 3 und einem KGVe von 5-7 nicht zu weit geführt hat.

Dass das Chance-Risiko-Verhältnis aus meiner Sicht nicht mehr schlecht ist, hatte ich in der letzten Analyse zum Ausdruck gebracht:
BioNTech: Starker Ausblick, Buybacks, Dividende. Endlich wieder Rallye?

Der heutige Artikel dient vor allem als Update, daher sollten Sie den letzten Artikel lesen. Dort finden Sie ausführliche Informationen.

Dornröschenschlaf

Seitdem pendelt die Aktie seitwärts, wie auch schon in den Monaten zuvor. Im Endeffekt befindet sich BionTech seit Mitte Januar im Dornröschenschlaf, was nichts Schlechtes sein muss.
Womöglich beobachten wir derzeit eine nachhaltige Bodenbildung, der große Abgabedruck ist jedenfalls verflogen.

Womöglich können die jüngsten Quartalszahlen die Aktie endlich wachküssen.

Der Umsatz hat sich im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr von 2,05 auf 6,37 Mrd. Euro mehr als verdreifacht.
Der Gewinn kletterte von 1,13 auf 3,70 Mrd. Euro. Das Ergebnis legte von 4,39 auf 14,24 Euro je Aktie zu.

Für das gesamte Geschäftsjahr stellt man einen Umsatz von 13-17 Mrd. Euro in Aussicht.
Es ist also sehr wahrscheinlich, dass man 30 Euro je Aktie oder mehr verdienen wird.

Im Klartext bedeutet das, dass das KGVe für 2020 eher bei 4,4 liegt und nicht wie bisher angenommen bei 5-7.

Das ist jetzt der Schlüssel

Es ist daher nur folgerichtig, dass man im März eine Sonderdividende sowie Aktienrückkäufe beschlossen hat.

Darüber hinaus ist man sich vollkommen bewusst darüber, dass das Thema Kapitalallokation jetzt zentral ist:

In Anbetracht der finanziellen, wissenschaftlichen und operativen Errungenschaften von BioNTech ist das Unternehmen davon überzeugt, dass es über die Ressourcen verfügt, um sein derzeitiges Kapital sorgfältig zu allokieren.

Damit soll eine Multi-Plattform-Strategie vorangetrieben und der Ausbau von BioNTech als vollständig integriertes globales Biotechnologieunternehmen gestärkt werden.

Darüber hinaus sollen Investitionen in Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten und die globale Entwicklungsorganisation sowie Fusionen, Übernahmen und die weitere Geschäftsentwicklung ermöglicht werden und die globale Präsenz des Unternehmens, einschließlich der kommerziellen und Produktionsinfrastruktur, verbessert werden.

Zum Erfolg verdammt

Gelingt es BioNTech, die enorme Menge an verfügbarem Kapital sinnvoll einzusetzen, wird sich die Aktie als erfolgreiches Investment herausstellen.

Doch genau das ist der Haken. Niemand kann mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, ob das auch gelingen wird, ob Forschungserfolge erzielt werden.

Dass BioNTech in der Forschung stark aufgestellt ist, hat man bewiesen und dass ein Durchbruch, zum Beispiel im Bereich CAR-T-Therapie zur Behandlung von Tumoren erzielt wird, wünscht man dem Unternehmen und den Patienten.

Das gilt auch für eine ganze Reihe anderer Projekte, die sich in der Pipeline (Link) befinden.

Man muss sich als Anleger aber auch einer Sache bewusst sein:
Da inzwischen wieder im Regelbetrieb geforscht wird, wird es vermutlich Jahre dauern, bis die nächsten Produkte die Marktreife erreicht haben.

Viele der Projekte befinden sich noch in den Kinderschuhen oder Phase 1 oder 2. Von einer Marktreife sind wir also noch weit entfernt, außerdem scheitert statistisch gesehen die überwältigende Mehrheit aller Forschungsprojekte.

Bis dahin werden die Gewinne tendenziell weiter sinken, was auch die Kurse belastet. Daher wäre BioNTech wohl gut beraten, die Kurse durch Buybacks zu stützen. Genug Geld hat man schließlich.

Chart vom 09.05.2022 - Kurs: 137 Kürzel: BNTX - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 09.05.2022 – Kurs: 137 Kürzel: BNTX – Tageskerzen

Kurstechnisch befindet sich die Aktie am unteren Ende der seit Januar anhaltenden Seitwärtsrange.
Ausgehend von dieser Basis könnte es jetzt, ausgelöst durch die starken Zahlen, zu einer Erholung in Richtung 150 USD kommen.

Über 155 USD wäre dann der Weg in Richtung 162 sowie 175 und möglicherweise 183 USD frei. Darüber würde sich das Chartbild erheblich aufhellen.

Fällt der Kurs hingegen unter 120 USD, haben die Bullen ihre Chance vertan.

Mehr als 12.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Stabilität in stürmischen Zeiten. Bei LYNX selbstverständlich.

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Vorherige Analysen der BioNTech - ADR Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Euphorie bei den Anlegern rund um den Covid-Impfstoff hat sich mittlerweile gelegt und die zahlreichen Übertreibungen, welche in diesem Sektor stattfanden, haben sich abgekühlt. Papiere wie Moderna, Novavax oder auch Valneva sind wieder auf den Boden der Realität zurückgekehrt. Auch die BioNTech-Aktie erlitt gleiches Schicksal und musste die letzten Monate über einen großen Teil der Kursgewinne abgeben. Zuletzt versuchten die Bullen Ende März eine Trendwende vorzubereiten. Die Lage sah vielversprechend aus und die Konsolidierung über den gleitenden Durchschnitten der Perioden 20 und 50 lieferte eine gute Basis für mehr. Die anhaltende Schwäche an der Wall Street belastete jedoch auch hier das Geschehen und der ungemein wichtige Boden bei rund 160 USD wurde nach unten gebrochen. Abermals ein klarer Teilsieg für die Bären.

Expertenmeinung: Seither dümpeln die Kurse mit leicht negativen Vorzeichen vor sich hin und warten auf neue Impulse. Diese könnten bereits in der kommenden Woche folgen, denn am Montag, dem 09. Mai wird der Konzern seine Ergebnisse zum abgelaufenen Quartal präsentieren. Spannend werden vor allem detailliertere Aussichten für das Jahr 2022. Zuletzt ging der Konzern von einem Umsatz in der Höhe von 14.49 bis 18.94 Milliarden USD aus. Die Spanne war doch etwas hoch. Klar ist, dass die Aktie frühestens wieder bei Kursen oberhalb der Marke von 160 USD den Turbo zünden könnte. Alles darunter bleibt weiterhin in der Hand der Bären.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 03.05.2022 Kurs: 149.23 Kürzel: BNTX | Online Broker LYNX

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Bereits zum Ende des vorigen Jahres hatte ich dem Mainzer Biotechnologieunternehmen die ersten bärischen Bewertungen mit auf den Weg gegeben. Zuletzt konnten die Bullen an Terrain gewinnen und erstmals seit Monaten die Kurse der BioNTech Aktie über die gleitenden Durchschnitte der Perioden 20 und 50 katapultieren. Doch die Freude währte nicht lange.

Mittlerweile hat die BioNTech-Aktie einen überaus wichtigen Boden nach unten gebrochen und erzeugte in der vorigen Woche erneut ein klares Verkaufssignal. Das Terrain bei rund 160 USD wäre überaus wichtig gewesen, um einen nachhaltigen Trendwechsel zu generieren. Mit dem Verlust dieser Marke haben die Bullen eine wichtige Chance vertan.

Expertenmeinung: Nun ist erneut der Kampf um tiefere Kurse entbrannt und es wird wohl nicht mehr allzu lange dauern, bis die Kurse das Tief von Anfang März testen werden. Um die aktuell angeschlagene Lage wieder in eine positive Richtung zu lenken, wäre ein Schlusskurs oberhalb der Ebene von 160 USD notwendig.

Bei der eher angespannten Börsenlage halte ich dieses Szenario aber für weniger wahrscheinlich. Was aber, wenn der Boden bei 121.32 USD gebrochen wird? Dann könnten die Kurse sogar bis hin zur psychologisch wichtigen Marke von 100 USD fallen. Warten wir jedoch vorerst einmal ab, wie die Aktie reagiert, wenn der nächste vermeintliche Boden erreicht wird.

Aussicht: BÄRISCH

Chart vom 22.04.2022 Kurs: 145.07 Kürzel: BNTX | Online Broker LYNX

Eine kleine Anekdote zu Daimler Truck, Gazprom, Nel, BASF, BioNTech, Tesla, Rheinmetall, Plug Power, Valneva, E.On, Deutsche Post, JPMorgan, Tata Power und Aareal Bank. Was im Fokus der Anleger ist, ist nicht immer das beste Investment.

Die gute alte Zeit

Früher war ich häufiger auf Anlegermessen, seit einigen Jahren, auch schon vor Corona nicht mehr. Am Ende des Tages kann man sich die Zeit sparen.

Aber das ist nur meine persönliche Meinung und darum soll es auch nicht gehen. Ich wurde, damals noch für meinen alten Arbeitgeber unterwegs, natürlich von vielen Anlegern zu meiner Meinung nach Aktie XYZ gefragt.

Und auf jeder Messe haben sich einige Titel herauskristallisiert, nach denen ganz besonders oft gefragt wurde. Und es gab auch einige Aktien, die bei Kleinanlegern scheinbar immer oben auf der Liste standen.

Es ist erstaunlich

Es war nur leider Messe um Messe, Jahr um Jahr dasselbe. Die absolute Mehrheit der Aktien, die im Fokus standen, sind anschließend schlecht gelaufen oder sogar abgestürzt.

Das hatte einfache Gründe. In der Mehrheit handelte sich um Problemkandidaten, das galt vor allem für die „Dauerbrenner“ unter Kleinanlegern.
Erschreckenderweise waren das heute wie damals dieselben Aktien.

Auch 2015 wurde man schon ständig nach E.On, Thyssen, TUI oder der Commerzbank gefragt. Vermeintlich günstige Aktien, mit vermeintlich niedrigen KGVs, Old Economy, Branchenverlierer und so weiter.
Wirklich verstanden habe ich das nie, ich verstehe es bis heute nicht.

Die andere Kategorie waren zu dem jeweiligen Zeitpunkt aktuelle Hype-Themen. Wäre man vor einigen Monaten gewesen, wäre man sicherlich sehr häufig zu Wasserstoffaktien befragt worden, einige Monate zuvor nach Marihuana Aktien. Sie können es sich ungefähr ausmalen.

Erwartungshaltung und Realität

Am Ende ist leicht zu verstehen, warum derartige Trendthemen meist in einem Kollaps münden.
Wenn jeder bereits auf ein Thema aufmerksam wurde und jeder darüber spricht, ist das Ende der Party meistens nah.

Die Mehrheit, die dabei sein will, hat sich bereits engagiert. An irgendeinem Punkt kippen Angebot und Nachfrage, da sich natürlich nicht unbegrenzt neue Anleger finden lassen, die auch noch einsteigen möchten.

Das ist aber nur einer der vielen Faktoren. Ist die Stimmung blendend und sind die Erwartungen himmelhoch, kann man nur enttäuscht werden.
Darüber hinaus wird meistens auch der Faktor Zeit unterschätzt.

Das versteht jeder

Jeder mit Verstand erkennt, dass Wasserstoff oder meinetwegen Solar in Zukunft eine große Rolle spielen können. Kapazitäten werden aber nicht von heute auf morgen geschaffen.
Und dass jeder das Potenzial dieser Branchen sieht, ist schon für sich genommen ein Problem.

Denn wenn es jedem klar ist, bedeutet das, dass die Unternehmen im Sektor geradezu unbegrenzt Kapital erhalten.
Was sich auf den ersten Blick gut anhört, ist fatal.

Denn natürlich erhält nicht nur ihr favorisiertes Unternehmen größere Mengen an Kapital, sondern auch drei Dutzend Konkurrenten. Ein Verdrängungskampf um Marktanteile ist daher vorprogrammiert.
Und das bedeutet Insolvenzen. Es können nicht alle als Sieger vom Platz gehen.

Denken Sie nur an die Solarindustrie. Bis heute wird mit harten Bandagen gekämpft und viele sind schon unter dem Druck zusammengebrochen. Davon können wir in Deutschland ein trauriges Lied sinken.

Diamanten im Dreck

Ferner sollte es doch eine Binsenweisheit sein, dass man vor allem mit dem Geld verdienen kann, was noch nicht entdeckt wurde, was die Mehrheit noch nicht verstanden hat.
Und das ist eben selten das, was im Fokus steht.

Anbei eine Liste mit Aktie, die derzeit vermutlich im Fokus stehen und die im deutschsprachigen Raum gerade das größte Suchvolumen verzeichnen. Eventuell erlaubt Ihnen das gewisse Rückschlüsse.

Dabei handelt es sich derzeit sum Daimler Truck, Gazprom, Nel, BASF, BioNTech, Tesla, Rheinmetall, Plug Power, Valneva, E.On, Deutsche Post, JPMorgan, Tata Power und Aareal Bank.

Das bedeutet übrigens nicht, dass ich all diese Unternehmen negativ einschätze. Die Antwort auf die Frage nach einem Investment-Case fällt mitunter höchst unterschiedlich aus.

Danke, aber nein danke

Ich kann Ihnen aber sagen, dass ich zwei Drittel dieser Aktien kategorisch ausschließen würde, in meinem Depot landen sie sicher nicht.

Am besten gefallen mir JPMorgan und nach dem Kurssturz von 464 auf derzeit 169 USD beispielsweise auch BioNTech.
Bei Tesla zeigen die Zahlen natürlich in die richtige Richtung, aber die Bewertung ist gewohnt grenzwertig, außerdem notiert die Aktie nahe des Allzeithochs. Bei der vorliegenden Volatilität steigt man besser während Korrekturen ein.

Aareal gehört sicherlich zu dem besten, was die deutsche Bankenlandschaft zu bieten hat und womöglich wird man ja übernommen.
Die Deutsche Post ist zwar ein zuverlässiger Dividendenzahler, allerdings auch nicht gerade der Branchenbulle. Da gibt es meines Erachtens bessere Alternativen.

Und dann wird es langsam auch schon ziemlich eng. Teilweise haben wir es mit Underperformern zu tun, deren Aktien mit gutem Grund seit 10 oder 20 Jahren nicht vom Fleck kommen.
Teilweise haben sich die Aktien auch schon vervielfacht, die Bewertungen sind außerordentlich hoch oder die Unsicherheit sehr groß.

Börse bedeutet Einfallentscheidungen

Das muss nicht bedeuten, dass sich all diese Aktien als Fehlinvestition herausstellen werden (und damit ist explizit Investition auf Sicht von Jahren gemeint), die Mehrheit wird es aber vermutlich.
Das bedeutet nicht, dass die Kurse in den kommenden Tagen oder Wochen nicht trotzdem steigen können.

Um Sie nicht mit leeren Händen aus diesem Artikel zu entlassen, daher ein Trading-Setup, welches womöglich interessant sein könnte.
Es handelt sich explizit um Trading auf Sicht von Tagen und Wochen und nicht um ein mögliches Investment für die nächsten Jahre.
Ich betone das so sehr, weil es wichtig ist, das zu unterscheiden.

Eine Aktie, die derzeit ein Setup für einen schönen Longtrade bietet, muss noch lange kein Investment sein und umgekehrt.
Die Faktoren, die bei einem Trade und einem Investment jeweils am wichtigsten sind, sind grob unterschiedlich und oft sogar widersprüchlich.

Chart vom 08.04.2022 Kurs: 167 Kürzel: BNTX - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 08.04.2022 Kurs: 167 Kürzel: BNTX – Tageskerzen

Bei BioNTech zeichnet sich bereits seit längerem eine Bodenbildung ab. Der große Verkaufsdruck ist jedenfalls passé. Was fehlt, ist ein klar bullisches Signal.

Das käme im Falle eines nachhaltigen Ausbruchs über die relevanten Hochs aus dem Februar und der letzten Tage zustande, also spätestens mit einem Tagesschlusskurs über 189 USD.

Dann könnte es hier zu einer nennenswerten Erholung kommen. Die nächstgelegenen Kursziele lägen dann bei 195-200 sowie 212 und 235 USD.

Fällt BioNTech jedoch unter 160 USD, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Gerade erst konnte sich die Aktie des Mainzer Biotechnologieunternehmens aus den Fängen der Bären befreien, schon droht eine weitere Verkaufswelle.

Die letzten beiden Handelstage an der Wall Street waren alles andere als einfach. Zahlreiche Aktien gerieten unter heftigen Druck, auch die BioNTech-Aktie bildete hierbei keine Ausnahme. Der Verlust lag im zweistelligen Bereich und es scheint, als ob es nicht sehr lange dauern wird, bis die Unterstützungsebene rund um den Bereich von 160 USD auf den Prüfstand kommt. Hier wird sich in Folge wohl der weitere Weg der Aktie entscheiden.

Expertenmeinung: Noch gibt es keine Verkaufssignale und es gibt auch keinen Grund, zu früh gleich zu bärisch zu werden. Dennoch sollten Anleger schon einmal darauf achten, ob die Bullen die überaus wichtige Zone halten können.

Sollte es zu deutlichen Schlusskursen unter dem Niveau von 160 USD kommen, könnten die Bären schnell wieder aktiv werden, um die Kurse nach unten zu drücken. Andererseits könnte der Pullback natürlich auch eine Kaufmöglichkeit darstellen. Hierzu darf der Boden aber keinesfalls gebrochen werden. Die kommenden Tage werden überaus spannend.

Aussicht: NEUTRAL

Chart vom 06.04.2022 Kurs: 166.65 Kürzel: BNTX | Online Broker LYNX

Was hoch fliegt, fällt tief. Doch manchmal wird ein Phönix daraus. Ist BioNTech ein mythischer Vogel? Die heute vorgelegten Geschäftszahlen sowie der Ausblick geben Aufschluss.

Weil die Kurse steigen

Manchmal habe ich das Gefühl, dass man jeden dritten Artikel mit derselben Einleitung beginnen könnte.
Es läuft immer wieder auf die Erkenntnis raus, dass das, was hoch fliegt am Ende tief fällt.

Die Muster ähneln sich auf erschreckende Weise. Aktien gehen durch die Decke, alle wollen dabei sein und kaufen.
Doch warum kaufen sie? Weil der Kurs steigt. So einfach ist das. Es wird gekauft, weil der Kurs steigt und weil man einfach hofft, dass es noch eine Ecke höher geht und man dann einen Gewinn einfahren kann.

Viele Anleger treiben dieses Spiel und fliegen auf die Nase. Das Problem an diesem Spiel ist, dass keiner das Hoch vorhersagen kann.
Also steigt man immer wieder ein und nimmt dann kleine Gewinne mit.

Wenn die Sache dann aber final gegen einen dreht und man nicht diszipliniert seinen Stopp zieht, übersteigen die anschließenden Verluste in vielen Fällen die zuvor gemachten Gewinne.

Das Ende der Fahnenstange

Doch kommen wir zurück zu den Mustern und wie man sich davor schützen kann. Am zielführendsten ist natürlich ein Blick in die Fundamentaldaten und eine darauf basierende Bewertung.

Aus technischer Sicht ist das Ende der Fahnenstange meistens ein parabolischer Anstieg. So war es auch in diesem Fall.
Von einer Sekunde auf die andere ist die Party plötzlich vorbei.

Was dann folgt ,nenne ich die Ausblutungsphase, in der es zwar immer wieder zu Gegenbewegungen kommt, doch unter dem Strich geht es erbarmungslos abwärts. Meistens zieht sich das über Monate, teilweise Jahre und es wird ein Großteil der zuvor erzielten Kursgewinne wieder ausgelöscht.

Wie tief es geht, ist maßgeblich von der geschäftlichen Entwicklung ab. Stellen sich die hohen Erwartungen, die meistens die Grundlage für Hypes sind, als Trugschluss heraus, fallen die Kurse bisweilen unter das Ausgangsniveau der Rallye.

Erzielt ein Unternehmen zwischenzeitlich aber Fortschritte und Umsatz/Gewinn/Cashflow steigen stark, ist der Einbruch weniger stark ausgeprägt. Weniger stark bedeutet in diesen Situationen meist, dass ausgehend vom Hoch „nur“ Verluste von 50-70% erfolgen.

Wie sieht die konkrete Situation von BioNTech aus?

Im Fall von BioNTech wurden bekanntermaßen enorme wirtschaftliche Erfolge erzielt. Der Umsatz ist quasi aus dem Stand auf das Niveau eines Großkonzerns geschossen.
Im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr hat man einen Umsatz von 18,98 Mrd. Euro erzielt und atemberaubende 10,3 Mrd. Euro verdient.

Mir wäre nicht bekannt, dass es schonmal etwas Vergleichbares gegeben hätte. Wir haben es hier mit einer absoluten Ausnahmesituation zu tun und genau aus diesem Grund ist eine realistische Bewertung auch so schwierig.

Ein bloßer Blick auf das niedrige KGV bringt uns auch nicht weiter. Denn selbst ein KGV von 10 ist nur dann günstig, wenn man auch damit rechnen kann, dass perspektivisch halbwegs auf diesem Niveau verdient wird.

Genau hier lag das große Problem für BioNTech und davor hatte ich, als die Aktie noch sehr viel mehr wert war, auch mehrfach gewarnt.

Das Blatt gewendet

Inzwischen würde ich allerdings zu dem Schluss kommen, dass der Abverkauf zu weit geführt hat.
Denn aktuell liegt das KGV nur noch bei 4 und das ist gerade in dieser Sondersituation eine ganz andere Geschichte als ein KGV von 10.

Es ist natürlich so, dass die Einnahmen durch den Impfstoff und dementsprechend auch der Gewinn perspektivisch sinken werden.
Nachdem BioNTech aber im letzten Jahr rund ein Viertel des Börsenwerts verdient hat, muss auch nicht mehr unendlich viel an Gewinn kommen.

Tatsächlich stellt BioNTech aber für 2022 auch noch erhebliche Umsätze in Aussicht. Nach eigenen Angaben sollen es 13-17 Mrd. Euro werden.
Das bedeutet, dass das Unternehmen im Optimalfall nicht viel weniger verdienen wird als 2021.
Am unteren Ende der Spanne winkt ein Gewinn von mehr als 7 Mrd. Euro.

Die Chancen stehen demnach recht gut, dass das BioNTech in den kommenden Jahren seinen kompletten Börsenwert erwirtschaften wird.

Sollte sich dieses Kapital als Grundlage für weitere Forschungserfolge herausstellen, sieht es richtig gut aus.
Das sollte man allerdings nicht einfach unterstellen. Wer sich in der Pharma- und Biotech-Branche auskennt, weiß, wie lange Forschungsprojekte unter Regelbedingungen dauern und wie hoch die Quote des Scheiterns ist.

Darüber sollte sich jeder Anleger im klaren sein, der sich hier engagieren möchte. Trotz der prall gefüllten Kriegskasse von BioNTech und dem Erfolg mit dem Corona-Impfstoff, ist es durchaus möglich, dass auf Jahre hinweg kein weiteres Produkt bis zur Marktreife gebracht wird.

Klares Signal

Daher ist es auch richtig, dass das Unternehmen jetzt Aktienrückkäufe und eine Sonderdividende beschlossen hat.
Demnach sollen für bis zu 1,5 Mrd. USD eigene Aktien eingezogen werden.
Ferner soll eine Sonderdividende von 2,00 Euro je Aktie ausgeschüttet werden.

Damit setzt man ein klares Signal und zeigt den Anlegern, dass man sie direkt an den Gewinnen teilhaben lassen möchte und all die Einnahmen nicht versickern werden. Man hätte sich allerdings einen größeren Umfang gewünscht. Denn sind wir ganz ehrlich, die Sonderdividende und Buybacks summieren sich rund 2,0 Mrd. Euro und somit auf weniger als 5% des Börsenwerts.

Chart vom 30.03.2022 Kurs: 181 Kürzel: BNTX - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 30.03.2022 Kurs: 181 Kürzel: BNTX – Tageskerzen
Chart vom 30.03.2022 Kurs: 181 Kürzel: BNTX - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 30.03.2022 Kurs: 181 Kürzel: BNTX – Tageskerzen

Aus technischer Sicht mehren sich ebenfalls die positiven Zeichen. Die letzten Rücksetzer haben an Impulsivität verloren und es ist eine Rückkehr über den langfristigen Aufwärtstrend gelungen.

Vorbörslich notiert die Aktie bei 181 USD. Kann das im regulären bestätigt werden, wäre ein Ausbruch über 176 USD gelungen und es würde ein Kaufsignal ausgelöst.

Wird das Hoch aus dem Februar bei 184 USD nachhaltig überwunden, wäre das ein weiteres positives Zeichen.
In diesem Szenario wäre ein Gap-Close in Richtung 193 USD wahrscheinlich. Darüber rücken 200 und 225 USD in den Fokus.

Fällt die Aktie jedoch wieder unter 176 USD zurück, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan. Unter 160 USD trübt sich das Chartbild weiter ein.