Die besten Gold ETFs 2019

Steht Gold vor der nächsten großen Hausse? Gut möglich. Die Rahmenbedingungen werden langsam kritisch für den Aktienmarkt. Das weltweite Wachstum kühlt seit Herbst 2018 überraschend deutlich ab. Der Handelskrieg der US-Regierung mit dem Rest der Welt zieht sich immer länger hin, zeitigt kaum positive Ergebnisse, hinterlässt im Gegenzug markante Bremsspuren in der Konjunktur. Der „BrExit“ hängt im Raum wie ein Damoklesschwert, eine positive Lösung wird immer unwahrscheinlicher. Unsicherheit und schwindendes Wachstum, das ist ein Umfeld, in dem Gold aufblühen, zu einem der ganz großen Gewinner an der Börse werden kann. Und das Chartbild würde passen:

Partizipieren Sie von den großen Trends – So folgen Sie dem Goldpreis

Der folgende Chart zeigt den Goldpreis über die letzten 30 Jahre in logarithmischer Skalierung. Sie sehen, dass Gold nach der 2011 beendeten Super-Hausse eine perfekte Bodenbildung vollzogen hat und kurz davor steht, diese zu vollenden, indem der Kurs nach oben ausbricht. Dabei zu sein, wenn Gold die entsprechenden charttechnischen Hürden bezwingt (siehe dazu auch den Artikel „Goldpreis-Prognose 2019“), dürfte sich lohnen. Nur … wie will man das als „normaler“ Anleger bewerkstelligen? Wie kann man am besten in Gold investieren?

Goldbarren zu kaufen oder, um die Sache erschwinglicher und „handlicher“ zu gestalten, Goldmünzen wie die Krügerrand-Münzen, das wäre durchaus eine Option. Aber dann gilt es, dieses Gold sicher zu verwahren. Zudem ist es aufwändiger, physisches Gold zu kaufen und zu verkaufen, als dieses in anderer Form zu handeln.

Doch wie handelt man Gold als normaler Anleger am einfachsten? Bieten sich nur Derivate an, also Optionen, Optionsscheine, Zertifikate auf Gold, die einen Hebel aufweisen, somit also spekulativ sind und darüber hinaus auch noch oft in ihrer Laufzeit begrenzt sind? Eine Zeitlang war das tatsächlich so. Aber dann kamen die ETFs auf den Markt, die „Exchange Traded Funds“. Und das ist gerade für Investments im Rohstoffbereich eine perfekte Lösung! Diese ETFs gibt es zwar auch mit Hebel, aber eben auch ohne, womit man dem Goldpreis fast 1:1 folgen kann.

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ETFs sind eine ideale Basis, um beim Gold dabei zu sein

Im Bereich der Rohstoffe heißen die ETFs eigentlich „ETC“, „Exchange Traded Commodities“. Sie sind teilweise geringfügig anders aufgebaut, haben aber dieselben, entscheidenden Eigenschaften: Es handelt sich bei den ETCs um zeitlich unbefristete Schuldverschreibungen des Emittenten, die hinterlegt sind, indem die Emittenten das Anlagevolumen mit physischem Gold besichern.

ETCs sind an den Börsen jederzeit handelbar. Die hier vorgestellten ETCs haben dabei ein Anlagevolumen, das sicherstellt, dass Sie immer mit ausreichendem Handelsvolumen rechnen können, wenn Sie ein- oder aussteigen möchten. Dabei liegen die jährlichen Gebühren, die hier wie z.B. bei Fonds anfallen, immer in einer Dimension des Bruchteils eines Prozents.

Da ein Gold-ETC unmittelbar an der Entwicklung des Goldpreises teilhat, könnte man meinen, dass es egal wäre, für welchen Gold-ETC man sich entscheidet. Aber so ganz egal ist das nicht, denn man sollte einen immens bedeutsamen Aspekt bedenken und ihn in seine Entscheidung mit einbeziehen:

Gold-ETFs und der Währungsaspekt

Gold wird, wie alle Rohstoffe, in US-Dollar fakturiert. Für uns als Anleger in der Eurozone sind damit zwei Dinge wichtig, wenn es um die Wertentwicklung unserer Gold-ETFs geht (wir nennen die ETCs ab hier wieder ETFs, weil das einfach der gängigere Begriff ist). Zum einen ist natürlich der Goldpreis selbst ausschlaggebend. Aber auch die Veränderung im Wert des US-Dollars zum Euro spielt eine ganz wesentliche Rolle. Dass die keineswegs zu unterschätzen ist, zeigt uns der folgende Chart, der den Goldpreis über zehn Jahre einmal in Euro (blau) und zum anderen in US-Dollar (rot) zeigt:

In Euro gerechnet lag der Gewinn bei einem Gold-Investment sehr deutlich höher. Der Grund ist einfach: Der Euro hat in diesen zehn Jahren unter dem Strich an Wert zum US-Dollar verloren. Der US-Dollar hat also an Wert zugelegt und dem europäischen Gold-Investor einen zusätzlichen Gewinn eingebracht. Ein konkretes Beispiel dazu:

Anfang Januar 2015 kostete eine Feinunze Gold 1.200 US-Dollar. Anfang Februar 2016 lag Gold erneut bei 1.200 US-Dollar. Für einen US-Anleger, für den ein US-Dollar immer ein US-Dollar bleibt, lag der Gewinn im Saldo dieser 13 Monate also bei null. Anders aber, wenn die eigene Währung der Euro war. Denn der Euro/US-Dollar-Kurs lag im Januar 2015 bei 1,1840 US-Dollar pro Euro, im Februar 2016 aber nur noch bei 1,1260 US-Dollar pro Euro. Der US-Dollar wurde somit teurer und führte dazu, dass ein Investor im Euro-Raum in dieser Zeit gut fünf Prozent Gewinn mit Gold machte, während ein US-Anleger leer ausging.

Wie markant dieser Währungsaspekt gerade in den vergangenen fünf Jahren war, zeigt der folgende Gold ETF Chart. Hier haben wir die vier der unten folgenden fünf ETFs unserer Top-Liste eingeblendet, die NICHT währungsgesichert sind, bei denen also die Veränderung der Relation Euro/US-Dollar zusätzlich wirkt:

Unser nächstes Chartbild zeigt das noch einmal aus einer anderen Perspektive. Hier haben wir neben dem schwarz gestrichelt abgebildeten Goldpreis drei ETFs abgebildet. Den iShares Gold ETF in Euro in grün, der, aufgrund des Wertzuwachses des US-Dollars in den letzten Jahren, eine deutlich bessere Performance auswies, als hätte man denselben ETF in US-Dollar gekauft (das ist die blaue Linie, diesen ETF könnte man ebenso in US-Dollar erwerben).

Dazu haben wir als rote Linie den fünften ETF aus unserer Top-Liste mit dabei. Das ist der db Physical Gold Euro Hedged ETF. „Hedged“ bedeutet, dass dieser ETF gegen Währungsschwankungen gesichert ist. Eine schlechte Idee, könnte man denken. Immerhin ist das der einzige ETF, der in den vergangenen Jahren wirklich schwach gelaufen ist. Aber!

Währungsgesicherte Gold ETFs: Manchmal die bessere Wahl!

In den letzten Jahren hätte man mit einem Gold-ETF, der gegen die Schwankungen des US-Dollars zum Euro schützt, ein Eigentor geschossen, das stimmt. Denn ein solcher währungsgesicherter ETF, wie ihn der vorstehende Chart zeigt und den wir an 5. Position in unserer Top Gold-ETF-Liste haben, hat nicht nur nicht besser performt wie ein in US-Dollar laufender Gold-ETF, sondern schlechter. Das liegt daran, dass zur Währungsabsicherung ein permanentes „Hedging“ gegen Währungsschwankungen über den Terminmarkt erfolgen muss und das kostet Geld und damit Performance, ob die Absicherung nun sinnvoll gewesen wäre oder nicht. Aber was, wenn sich der Spieß umdreht, wenn der US-Dollar an Wert zum Euro verliert, die Euro/US-Dollar-Relation also steigt? Dann wäre man mit einem solchen währungsgesicherten ETF ideal beraten. Solche ETFs sollte man daher im Hinterkopf behalten. Sie werden zum Favorit, sobald Euro/US-Dollar in einen nachhaltigen Aufwärtstrend übergehen sollte.

Die Trailing Stop-Order: Gewinne sichern, Verluste begrenzen.

Die Trailing-Stop Verkaufsorder ist eine abgewandelte Stop-Order. Hierbei wird der Stop-Preis in einem festgelegten Folgeabstand (Trailing-Wert) an den Kurs gekoppelt. Wenn dieser Wert steigt und somit der Abstand größer als der Trailing-Wert ist, wird der Stop-Preis nach oben angepasst.

Unsere Besten 5 Gold-ETFs 2019

Wir haben Ihnen hier eine Liste mit fünf Gold-ETFs (eigentlich wie gesagt „ETCs“) abgebildet. Die Gold ETFs sind alles in Deutschland handelbar und Sie sehen, dass sich die Performances auf Sicht eines Jahres ebenso wie über drei Jahre relativ wenig unterscheiden. Letzten Endes kein Wunder, denn die einzige Orientierung ist ja der Goldpreis, der nur einen Kurs hat. Die einzige Ausnahme ist die Position 5, der „hedged“ ETC, der gegen Währungsschwankungen gesichert ist, was zuletzt mehr Schaden als Nutzen brachte. Aber wie vorstehend erwähnt muss das keineswegs immer so bleiben.

Sinnvoll wäre, dass man sich vorzugsweise auf die etablierten Gold ETFs stützt. Unsere hier gezeigten ETFs sind alle schon mehrere Jahre am Markt und haben ein sehr hohes Fondsvolumen. Achten Sie zudem darauf, dass ein solcher Gold-ETF moderate jährliche Gebühren aufweist, zwischen 0,25 und 0,50 Prozent sind in Ordnung, mehr sollte man nicht bezahlen (auch hier ist der währungsgesicherte ETF eine Ausnahme, die Absicherung kostet eben zusätzlich Geld).

Name des ETFFondsvol.währungsgesichert?Perf. 1 JahrPerf. 3 Jahrejährl. KostenBasiswährungISIN
Xetra-Gold6,89 Mrd.nein7,50%2,98%0,36%USDDE000A0S9GB0
iShares Physical Gold ETC3,89 Mrd.nein7,58%2,08%0,25%USDIE00B4ND3602
db Physical Gold ETC (EUR)2,16 Mrd.nein7,20%1,87%0,25%USDDE000A1E0HR8
ETFS Physical Gold6,15 Mrd.nein7,07%1,52%0,39%USDDE000A0N62G0
db Physical Gold Euro Hedged ETC1,57 Mrd.ja-4,51%-6,15%0,59%EuroDE000A1EK0G3

Fazit Gold ETF Investment: Eine gute Wahl für private Investoren!

Ein ETF (ETC) auf Gold ist für einen privaten Investor die beste Möglichkeit, unmittelbar an einem Trend bei Gold teilzuhaben, ohne gleich mit einem Hebel und damit zusätzlich spekulativ zu agieren. Die ETFs bilden die Entwicklung des Goldpreises sehr präzise ab, die Gebühren sind günstig, die Handelbarkeit jederzeit gewährleistet. Ein guter Weg, bei der nächsten Gold-Hausse mit dabei zu sein.

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