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Point and Figure Charttechnik: Einfacher geht es kaum

Welcher Investor und Trader hat sich diese Fage noch nicht gestellt – Ist der betrachtete Wert nun in einem Kaufsignal oder nicht?

Das ist auch bisweilen nicht sofort zu erkennen, sobald man den Blick auf Charts richtet, die Candlesticks oder Balken zeigen. Denn bei diesen Chartarten ist eine Menge Erfahrung gefragt, um oben genannte Frage eindeutig zu beantworten. Da gestaltet sich die Sache im Point and Figure Chart jedoch ganz anders.

Hinweis: Wenn Sie das Kapitel Grundlagen von Point and Figure noch nicht gelesen haben, sollte Sie das jetzt nachholen, da dieses Kapitel die Grundlage für das nun Folgende bildet.

Wie Sie wissen, besteht ein Point and Figure Chart aus Säulen. In dieser Reihe beschränke ich mich auf Charts, die nicht nach Wyckoff konstruiert sind und deswegen nur reine X- und O-Säulen aufweisen. Diese werden in stetiger Abfolge aufgebaut, sodass sich ein Bild wie dieses ergibt:

point-and-figure-dax-chart

Dargestellt ist hier der DAX in einem Point and Figure Chart mit einem Reversal von Drei. Das bedeutet, dass erst dann ein Spaltenwechsel erfolgt, wenn sich eine Gegenbewegung von mindestens drei Kästchen ereignet.

Die Kästchengröße wird in diesem Beispiel durch die Chartcraft-Einstellung festgelegt. Im dargestellten Kursbereich bedeutet das eine Größe von 100 Punkten, solange der DAX unterhalb von 10.000 Zählern notiert. 200 Punkte werden verwendet, sobald der deutsche Leitindex Kurse bei 10.000 und darüber generiert.

Achten Sie einmal auf die Ereignisse in den einzelnen X-Achsen. Es fällt auf, dass sobald eine X-Spalte die vorhergehende X-Säule überschreitet, die Bewegung sehr oft eine Weile läuft. Gleiches gilt auch für O-Säulen. Unterschreitet die aktuelle die vorhergehende O-Spalte, geht der Kursrutsch sehr oft noch eine ganze Weile weiter. Wohlgemerkt: Das ist nicht immer der Fall, nur eben sehr oft.

Ein Kaufsignal im Point and Figure Chart

Per Definition entsteht im Point and Figure Chart ein Kaufsignal dann, wenn die aktuelle X-Säule die Vorhergehende X-Säule um mindestens ein X überschreitet. Das sieht also so aus:

Kaufsignal im Point and Figure Chart

Ein Verkaufssignal im Point and Figure Chart

Entsprechendes gilt für das Verkaufssignal. Dieses entsteht dann, wenn die aktuelle O-Spalte die Vorhergehende O-Säule um mindestens ein O unterschreitet. Das sieht also so aus:

Grundmuster für Kauf- und Verkaufssignale

Die oben vorgestellten Grundmuster für Kauf- und Verkaufssignale finden sich in allen signalgebenden Formationen wieder. Und davon gibt es zahlreiche. Hier sei nur das „Triple Top“, das „Bullishe Katapult“ oder das „Quadruple Top“ genannt. Diese alle einzeln vorzustellen, würde den Umfang dieses Artikels bei Weitem sprengen. Deswegen noch einmal mein Hinweis:

Konzentrieren Sie sich am Besten auf die oben gezeigten Grundmuster. Diese finden sich natürlich auch in den komplexeren Formationen. Es geht nicht darum, viele Fachbegriffe zu kennen. Stattdessen ist es wichtig, Kauf- und Verkaufssignale zu erkennen!

Denn prinzipiell gilt, dass ein Signal nur vor einem Gegensignal abgelöst werden kann. Weist also ein Chart ein Kaufsignal auf, bleibt dieses intakt, bis ein Verkaufssignal auftritt. Und dieses bleibt aktiv, bis wieder ein Kaufsignal folgt und in diesem binären System gibt es nur „entweder…..oder“. Das erklärt auch, warum es im Point and Figure Chart keine „neutralen“ Charts gibt. Entweder ist ein Wert im Kauf- oder im Verkaufssignal.

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