Börsenblick

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Aktuelle Analyse:
Wacker Chemie: Bären in der Zitronenpresse

Am vergangenen Dienstag, den 30. Oktober wurde die Aktie von Wacker Chemie bis auf 73,52 Euro durchgereicht. Gestern lag das Tageshoch bei 98,60 Euro. Zwischen diesen beiden Kursen liegen vier Handelstage und sagenhafte 34 Prozent. Was war passiert?

War die Quartalsbilanz möglicherweise so gut, dass die Käufer im Eilschritt zurückkamen, die Bären die Flucht ergriffen? Durchaus nicht, denn die Bilanz kam bereits am 25. Oktober.

Das Zahlenwerk führte da zwar zu einem Erholungsversuch des Kurses, aber es bleib beim Versuch. Danach ging es noch tiefer – und seither sind die einzigen Nachrichten Kursziel-Anpassungen von Analysten, wobei diese mehrheitlich Senkungen des Kursziels sind. Aber die Mechanismen der Börse bedingen, dass eine Aktie auch steigen kann, wenn die Mehrheit keineswegs bullisch ist. Unter welchen Umständen? Wenn zu viele im Vorfeld auf Baisse gesetzt haben und dann alle auf einmal ihren Gewinn mitnehmen wollen.

Expertenmeinung: Im Endeffekt ist dieses Phänomen nichts anderes als das auf den Kopf gestellte Szenario eines Kurseinbruchs in einer Situation, in der zu viele zu spekulativ auf der Long-Seite agiert haben, dem Markt dadurch die Käufer ausgehen und ausgerechnet in diesem Moment zu viele aussteigen wollen. Auf der Short-Seite führt das vice versa zu einem rapiden Kursanstieg.

Das liegt daran, dass diejenigen, die Aktien leer verkauft haben, um von fallenden Notierungen zu profitieren, nur dann ihre Position schließen und damit den Gewinn realisieren können, wenn sie diese vorher leer verkauften Aktien zurückkaufen. Passiert das in einer Situation, in der kaum jemand die dann zu kaufenden Aktien anbietet, treiben diese Käufe der Leerverkäufer den Kurs nach oben. Das wiederum führt dazu, dass immer mehr Leerverkäufer, sprich Bären, aus ihren Short-Positionen heraus wollen, der Kaufdruck nur noch größer wird.

Da werden die Leerverkäufer dann ausgequetscht wie in einer Zitronenpresse, weshalb dieses Phänomen auch „Short Squeeze“ genannt wird. Wenn man bedenkt, dass diese Aktie noch im Januar bei knapp 177 Euro notierte und dann im Oktober bei 73,52 Euro aufschlug, wundert es nicht, dass es da dann zu einem Austrocknen der Angebotsseite kommt. Wer verkaufen wollte, hatte erst einmal verkauft, jetzt, fast 60 Prozent unter dem Jahreshoch.

Da dürften einige Bären einfach zu lange mit ihren Eindeckungen gewartet, den Markt falsch eingeschätzt haben. Aber das bedeutet eben auch, dass diese Super-Rallye mehr ein „technisches Phänomen“ als eine Aufwärtsbewegung aus Überzeugung sein könnte. Und das hieße, dass die Chance, die mittelfristig entscheidenden Hürden zu überwinden, dadurch nicht größer geworden wäre.

Bis hinauf zur 200-Tage-Linie bei derzeit 127,50 Euro finden sich reichlich markante Charthürden, die erste wartet in Form des Juni-Tiefs bei 106 Euro. Erst, wenn die Aktie da nach oben durch käme, wäre eine Chance gegeben, dass aus dieser Rallye mehr werden könnte. Aus aktueller Sicht wäre die Wahrscheinlichkeit indes höher, dass spätestens dort die Bären langsam wieder Gegendruck aufbauen.

Chart vom 05.11.2018, Kurs 95,78 Euro, Kürzel WCH

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