Wacker Chemie Aktie aktuell Wacker Chemie: Diese Hürde muss genommen werden!

News: Aktuelle Analyse der Wacker Chemie Aktie

von |
In diesem Artikel

Wacker Chemie
ISIN: DE000WCH8881
|
Ticker: WCH --- %

---
EUR
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Zur Wacker Chemie Aktie

Die am Freitag vorgelegten Zahlen fielen überzeugend aus: Die Bilanz zum ersten Quartal übertraf die Analystenprognose, der Gesamtjahres-Ausblick wurde angehoben. Trotzdem beendete die Wacker Chemie-Aktie den Freitag im Minus. Wo klemmt es?

Das erste Quartal lief für Wacker Chemie tadellos. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14 Prozent zu, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) stieg überproportional um 42 Prozent. Zugleich hob das Unternehmen die 2021er-Prognose an, indem man jetzt einen Umsatzzuwachs im niedrigen zweistelligen Prozentbereich avisiert (zuvor war es ein mittlerer einstelliger Prozentbereich); das EBITDA soll zwischen 15 und 25 Prozent zulegen (vorher 10 bis 20 Prozent). Das sind Zahlen, die sich sehen lassen können, zumal:

Wacker Chemie hätte damit die Chance, die bisherigen Gewinn-Rekorde der Jahre 2017 und 2018, als der Gewinn um fünf Euro pro Aktie lag, nicht nur einzustellen; wenn alles gut läuft, könnte dieser Level sogar überboten werden. Und wenn man bedenkt, dass die Aktie Anfang 2018 ein Rekordhoch bei 176,80 Euro erreichte, müsste die jetzt erst einmal verweigerte Hürde, über der der Weg nach oben aus charttechnischer Sicht frei wäre, doch eigentlich zu nehmen sein. Doch stattdessen kam die Aktie am Freitag zurück. Wieso?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Wacker Chemie Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Ein Aspekt, der die Akteure beunruhigt haben dürfte, ist der in der Bilanz genannte, steigende Druck durch negative Währungseffekte und, vor allem, durch steigende Rohstoffpreise. Der negative Effekt wird aktuell mit 200 Millionen Euro als doppelt so hoch wie zuvor eingeschätzt. Eine Größenordnung, die nicht zu unterschätzen ist, angesichts des Umstands, dass das EBITDA des ersten Quartals bei 246 Millionen Euro lag. Allerdings ist offen, ob sich diese Problematik verschärft oder aber in den kommenden Monaten eine Entlastung auftritt. Und immerhin hatte Wacker Chemie diesen Effekt einkalkuliert und die Gewinnerwartung für das Gesamtjahr trotzdem deutlich nach oben gesetzt.

Darüber hinaus hat die Linie, die die Aktie bezwingen müsste, um wieder freie Bahn nach oben zu haben, den Tradern Respekt eingeflößt, weil sie zuvor tagelang vergebens belagert wurde. Es geht um das Hoch des Februars bei 131,55 Euro. Seit Mitte April versuchen sich die Bullen an dieser Linie und kommen nicht durch. Jetzt wurde sogar die zuletzt noch gehaltene 20-Tage-Linie unterboten, aber:

Das Zahlenwerk ist gut genug, um Rückenwind zu bieten, wenn es gelingt, Wacker durch diesen Widerstand hindurch zu bekommen, indem mit Schlusskursen über 133 Euro auch die Hochs der Handelstage überboten werden, an denen sich die Bullen an diesem Widerstand abgearbeitet hatten. Erst, wenn der momentan bei 116,80 Euro verlaufende, mittelfristige Aufwärtstrend fiele, wäre die Chance, mit einem erneuten Anlauf den Ausbruch zu schaffen, erst einmal vom Tisch. Und selbst dann wäre es möglich, dass die Bullen zurückkommen. Wirklich bärisch wäre die Wacker Chemie-Aktie erst, wenn die nächste Supportlinie, die Kreuzunterstützung aus 200-Tage-Linie und Februar-Tief um 102 Euro, durchschlagen würde.

Sie möchten vor Börsenstart über spannende Aktien informiert werden?

Wir beobachten für Sie regelmäßig die interessantesten Aktien am Markt. Die Besten stellen wir Ihnen jeden Morgen kostenfrei im LYNX Börsenblick vor. Aktuell ermöglichen wir so über 30.000 Lesern täglich einen schnellen Überblick über die spannendsten Aktien.

Machen Sie sich selbst ein Bild und abonnieren Sie unseren täglichen Newsletter Börsenblick oder einen anderen auf unserer Seite Börsennews.

--- ---

--- (---%)
Mkt Cap
Vol
Tageshoch
Tagestief
---
---
---
---

Displaying the --- chart

Heutigen Chart anzeigen


Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Vorherige Analysen der Wacker Chemie Aktie

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der weltweit operierende Chemiekonzern konnte die Pandemie recht gut wegstecken. Seit dem Tief aus dem März 2020 legte die Wacker Chemie-Aktie deutlich an Wert zu und konnte sich zwischenzeitlich sogar mehr als vervierfachen. Vor dem Crash notierte das Wertpapier bei rund 70 EUR und auch gegenüber diesem Niveau konnte der Titel deutlich an Wert zulegen. Bis Februar 2021 befand sich der Trend in einer äußerst bullischen Phase, die durch eine Serie von höheren Hochs und höheren Tiefs geprägt war. Der überaus positive Trendverlauf hat mittlerweile jedoch einige Kratzer abbekommen. So bildete sich jüngst ein klares tieferes Tief und die Aktie ging somit in eine neutrale Verkaufsphase über. Trotz der Stärke des DAX konnten die Kurse der Wacker Aktie nicht mehr an die vorherige Performance anschließen. Könnte dies der Start einer längeren Korrektur sein?

Expertenmeinung: Das starke Momentum ist vorerst einmal dahin. Dies ist vor allem auch an den gleitenden Durchschnitten der Perioden 20 und 50 erkennbar. Diese tendieren mittlerweile seitwärts. Die kommenden Tage könnten für Anleger recht gefährlich werden, denn es hat sich eine bärische Konsolidierung gebildet, welche nun droht, nach unten gebrochen zu werden. Sollten die Kurse unter das Tief der vorigen Woche und somit unter das Niveau von 107.55 EUR gehen, droht der Aktie weiteres Ungemach. Der Chart wirkt angezählt und unsere Aussichten gehen vorläufig sogar auf die bärische Seite.

Aussicht: BÄRISCH

Der Spezialchemiekonzern Wacker Chemie präsentierte gestern die Bilanz 2020 und den Ausblick auf 2021. Das Minus von sechs Prozent macht klar: Das war zu dünn, was da auf den Tisch kam. Aber der Leitstrahl der Hausse hielt den Verkäufen stand. Könnte das eine Einstiegschance sein?

Damit wäre ich noch vorsichtig, denn dass die Aktie als Reaktion auf dieses Zahlenwerk sechs Prozent verlor, kam nicht von ungefähr. Man könnte sich eher wundern, dass es nicht noch mehr war. Wacker meldete ein 2020er-Umsatzminus von fünf Prozent, das EBITDA fiel um 15 Prozent. Um einzuordnen, wo man damit steht, wäre es indes besser, die Zahlen mit 2018 zu vergleichen. 2019 führten Sonderfaktoren zu einem großen Minus, 2017 und 2018 hingegen waren starke Jahre, wobei das Rekordhoch der Aktie von 176,80 Euro Anfang 2018 erreicht wurde. Dann begann der Abstieg, parallel zum gesamten deutschen Aktienmarkt, denn da begannen die Akteure zu erkennen, dass die Bäume nicht mehr in den Himmel wachsen.

2018 lag das Nachsteuer-Ergebnis bei 246 Millionen Euro, 2020 kam man da auf 202 Millionen. Der Umsatz 2018 lag bei 4,98 Milliarden, 2020 waren es 4,69 Milliarden. Wenn man sich ansieht, dass Wacker wie erwähnt bei 176,80 Euro ein Rekordhoch markierte, im Zuge des Corona-Crashs dann bis 30 Euro wegbrach und sich im Februar bis 131,55 Euro nach oben kämpfte – weit über den Prä-Corona-Level hinaus auf das Niveau der Hochs des zweiten Halbjahrs 2018 – wird deutlich, dass da große Erwartungen im Kurs waren. Und das, was Wacker Chemie als Perspektive für 2021 ablieferte, erfüllte sie nicht.

Expertenmeinung: Das Chemieunternehmen sieht einen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das könnte genügen, um das Niveau des 2018er-Umsatzes wieder zu erreichen – gut. Aber das EBITDA soll aus aktueller Sicht nur zwischen 10 und 20 Prozent über dem des Jahres 2020 liegen. Das würde das EBITDA-Minus des Jahres 2020 ausgleichen, mehr aber auch nicht. Das wäre grundsätzlich ja nicht übel. Aber für eine Aktie, die zuletzt in der Spitze über 70 Prozent über dem vor dem Corona-Crash im Februar 2020 bei 76 Euro markierten Hoch notierte, deutlich zu wenig.

Positiv ist zwar, dass der Kurs die mittelfristige Aufwärtstrendlinie im Zuge der Verkäufe hielt. Aber da die Aktie gleich mit einem Abwärts-Gap startete, war nicht viel Bewegung innerhalb des Handelstages im Kurs. Und wirklich deutlich über dem Tagestief, das knapp über der heute bei 106,90 Euro verlaufenden Trendlinie lag, schloss Wacker Chemie ja nicht. Damit wurde die Linie zwar erst einmal gehalten, aber noch nicht überzeugend verteidigt.

Angesichts dieses Klotzes eines eher ernüchternden Ausblicks auf das laufende Jahr müsste man da mehr sehen. Ideal wäre, wenn es gelingt, das Tageshoch des Montags (119,08 Euro), als man noch auf eine positive Perspektive gewettet hatte, auf Schlusskursbasis zu überwinden. Dann wäre die Aktie wieder aktiv bullisch. So aber haben wir hier eine Aktie, die diese entscheidende Trendlinie nur „auf Bewährung“ gehalten hat, das ist zu wenig, um zu unterstellen, dass die Kuh bereits vom Eis wäre.

Wacker Chemie legte gestern die Jahresbilanz 2020 vor. Die Marktteilnehmer befanden sie für gut und zogen die Aktie gut vier Prozent höher, auf den höchsten Stand seit fast zweieinhalb Jahren. Also weit, sehr weit über den Level vor der Corona-Krise. Das Hoch vom Februar 2020 lag bei 76,16 Euro, da steht der Kurs jetzt also satte 68 Prozent höher. Zu hoch? Ich tendiere da zu einem „Ja“.

Der Umsatz lag 2020 zwar nur 4,6 Prozent unter dem des Jahres 2019, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) aber immerhin 15 Prozent niedriger. Dafür notiert der Kurs weit über dem höchsten Kurs dieses Jahres 2019. Nun lagen Umsatz und Gewinn zwar minimal über der durchschnittlichen Analystenprognose. Aber es wirkt ziemlich ambitioniert, dass daraufhin gleich vier Analysten ihre Kursziele deutlich anhoben. Wobei, wenn man genauer hinschaut, haben drei der vier ihre Kursziele letztlich nur dem aktuell erreichten Kurniveau angepasst!

Die NordLB hob das Kursziel von 104 auf 115 Euro an, Einschätzung „Halten“. Die LBBW nahm ihr Ziel von 96 auf 124 Euro hoch, Einschätzung „Halten“. Independent Research hob das Ziel von 104 auf 128 Euro an. Einschätzung „Halten“. Nur bei der DZ Bank ist man höchst bullisch, hob das Kursziel von 142 auf 152 Euro an und stuft die Aktie mit „Kaufen“ ein. Aber mit diesen 152 Euro schießt man seitens der Kursziele auch den Vogel ab, höher wagt sich da derzeit niemand. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt derzeit bei 125 Euro. Und ist damit erreicht. Und noch etwas lässt einen über Gewinnmitnahmen nachdenken:

Expertenmeinung: Wenn eine Aktie ein Niveau aus dem Jahr 2018 erreicht, weit über dem der dazwischen liegenden zwei Jahre notiert, wäre ein Blick auf die Gewinnentwicklung über das übliche „2020 zum Vorjahr“ hinaus sinnvoll. Da Wacker sehr stark schwankende Nachsteuergewinne ausweist, habe ich mich da an das Bruttoergebnis gehalten. Und da sieht man, dass dieses bereits seit 2016 Jahr für Jahr abbröckelt. Dafür ist ein Kursniveau von 67 Prozent über dem Prä Corona-Hoch ziemlich mutig. Und auch charttechnisch stellt sich die Frage, ob man da nicht so langsam „oben“ ist:

Die Aktie ist nach diesem gewaltigen Run von 30 Euro im März 2020 auf jetzt 127,75 Euro an die im Jahr 2018 entstandene Widerstandszone 128/130 Euro gelaufen, zugleich sehen wir den Stochastik-Oszillator auf Wochenbasis überkauft. Da das letzte Zwischentief, das sich als Basis eines Stoppkurses nutzen ließe, vergangene Woche bei 111,90 Euro ausgebildet wurde und damit relativ weit entfernt liegt, würde ich es mit einer alten Börsenregel halten. Die besagt, dass der Versuch, auch noch die allerletzten Punkte eines Trends mitnehmen zu wollen, gerne mal teuer zu stehen kommt. Zumindest bei der Hälfte einer bestehenden Long-Position den Gewinn mitzunehmen, wäre hier allemal eine Überlegung wert!

Das Spezialchemie-Unternehmen Wacker Chemie hatte einmal einen Bereich, der Wafer für die Chipindustrie herstellte. Ende 2015 wurde diese Tochter an die Börse gebracht. Nach und nach verringerte Wacker Chemie seinen Anteil an diesem Unternehmen, bis dieser zuletzt noch 30,8 Prozent betrug. Und auch diese 30,8 Prozent werden bald Geschichte sein, denn diesen Anteil wird man an das Unternehmen abgeben, das den Wafer-Hersteller übernehmen will. Dieser Wafer-Hersteller heißt Siltronic. Und so mancher Anleger stellt sich gerade die Frage, ob Wacker Chemie ohne diesen Anteil an Siltronic mittelfristig nicht womöglich geschwächt wird. 

Der taiwanesische Wafer-Hersteller GlobalWafers hat den Aktionären von Siltronic jetzt ein Übernahmeangebot von 125 Euro unterbreitet. Die grundsätzliche Einigung von Siltronic und GlobalWafers und der vermutliche Übernahmepreis waren erst kürzlich bekannt geworden und hatten die Siltronic-Aktie umgehend auf diesen Kurslevel nach oben katapultiert. Wacker Chemie hatte gestern bekanntgegeben, dass man seinen verbliebenen 30,8 Prozent-Anteil zu diesem Kurs abgeben werde. Jetzt dürfte der Weg der Siltronic-Aktie also zu Ende sein. Und damit eine für Wacker Chemie in den letzten Jahren gewinnbringende Restbeteiligung.

Expertenmeinung: Kurzfristig werden diese 125 Euro pro Siltronic-Aktie für Wacker zwar einen Geldsegen bedeuten. Aber damit partizipiert Wacker Chemie eben auch nicht mehr von Siltronics solidem Wachstum der letzten Jahre. Dass die Wacker-Aktie am Donnerstag als Antwort auf die Bereitschaft, den kompletten Siltronic-Anteil zu 125 Euro abzugeben, um 3,4 Prozent fiel, ist bezeichnend.

Einige Akteure zweifeln offenbar daran, dass der immense Anstieg der Wacker Chemie-Aktie, die im März bei 30 Euro aufsetzte und dann wie ein Strich auf ein bisheriges, in dieser Woche erreichtes Rallye-Hoch von 114,40 Euro zulegte, nicht bereits überzogen ist, vor allem, wenn man ab jetzt nicht mehr vom Wachstum von Siltronic profitieren wird.

Wacker Chemie war in den letzten Monaten eher mit der Tochter Siltronic mitgelaufen als umgekehrt. Was wird die Aktie jetzt antreiben? Die Analysten sehen für Wacker derzeit im Schnitt ein Kursziel von 108 Euro, das wäre erreicht. Und der Kurs hat dadurch nicht das Hoch vor dem Corona-Crash erreicht, das lag nämlich meilenweit tiefer, bei 76,16 Euro. Die Aktie notiert momentan so hoch wie seit Oktober 2018 nicht mehr! Wacker Chemie hatte Ende Oktober/Anfang November schon einmal fast die mittelfristige Aufwärtstrendlinie gebrochen. Sollte das noch einmal passieren und dann auch auf Wochenschlusskursbasis ein Bruch dieser aktuell bei 93,50 Euro verlaufenden Linie auftreten, wäre das ein starkes Indiz dafür, dass Wacker ohne Siltronic entscheidend an Attraktivität verliert und ein Ausstieg zu überlegen. 

Vom März-Tief aus gerechnet hat sich der Kurs der Aktie des Spezialchemieunternehmens Wacker Chemie zuletzt glatt verdreifacht. Das wäre dann keine unbedingt große Sache, wenn die Aktie zuvor vergleichbar dramatisch eingebrochen wäre und die Bilanzen deutlich gemacht hätten, dass man mit den massiven Verkäufen im Februar und März auf dem Holzweg war, weil das Unternehmen entgegen den damaligen Befürchtungen von Lockdown und Rezession gar nicht betroffen war. Solche Fälle gibt es. Wacker Chemie gehört aber nicht dazu oder besser: Wenn, das weiß man das noch nicht.

Denn die Bilanz des zweiten Quartals war schlecht. Der Umsatz fiel gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres um 15,6 Prozent, aber der Gewinn, gerechnet als EBITDA (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) fiel um 50 Prozent. Was deutlich macht: Die Margen waren erheblich unter Druck geraten. Trotzdem stieg die Aktie, nachdem diese Bilanz am 30. Juli auf den Tisch kam. Doch der einzige Grund war, dass man in der Berechnung als Nettogewinn noch mickrige fünf Millionen im Plus blieb, während die Analysten im Schnitt ein Minus von knapp 17 Millionen erwarteten. Aber im Vergleich zu dem Nettogewinn von 37 Millionen Euro im zweiten Quartal 2019 war das dennoch äußerst unerfreulich. Und darauf zu setzen, dass sich Lage im jetzt beendeten dritten Quartal deutlich verbessert hat, ist gewagt, denn darüber weiß man eben noch nichts. Wacker hat bislang noch nicht einmal eine Prognose für das Gesamtjahr 2020 abgegeben.

Expertenmeinung: Zwar finden sich mittlerweile einige Analysten-Kursziele, die über dem gestrigen Schlusskurs liegen, das höchste liegt momentan bei 119 Euro. Aber solange die in zwei Wochen zur Veröffentlichung geplante Bilanz des dritten Quartals nicht vorliegt, sind solche Kursziele genauso ein tiefer Griff in die Hoffnungs-Kiste wie die Rallye der Aktie an sich. Und keineswegs alle Analysten laufen mit ihren Kurszielen mit dem Kurs mit. Die Hälfte der Einstufungen liegt bei „Halten“ oder „Verkaufen“ … und das durchschnittliche Kursziel der Experten von 84 Euro ist längst überboten. Aber grundsätzlich wäre das noch ein Maß an Optimismus, das sich in einem in Phasen wie diesen normalen Rahmen hielte, wäre der Kurs nur an das bisherige, vor dem Corona-Crash markierte Jahreshoch gelaufen. Aber er lief viel weiter, die Aktie nähert sich mittlerweile dem 2019er-Jahreshoch von 97,92 Euro.

Dass erinnert an das Jahr 2017, als Wacker Chemie eine der absoluten Überflieger-Aktien war, dann aber Anfang 2018 scharf nach unten drehte, als die Akteure erkennen mussten, dass sich die beeindruckenden Umsatz- und Gewinnsteigerungen der Vorjahre nicht einfach mit dem Lineal in die Zukunft fortschreiben ließen. Die für den 29. Oktober vorgesehene Bilanz zum dritten Quartal wird nach einer solchen Kaufwelle, nahe an einem markanten Widerstand und bei sogar auf der hier gezeigten Wochenbasis überkauften markttechnischen Indikatoren (hier der Stochastik-Oszillator) zu einer Nagelprobe. Wacker Chemie müsste wirklich hervorragende Zahlen vorweisen und eine motivierende, starke Perspektive mitliefern, um zu verhindern, dass aus der Aktie einiges an Luft entweicht. Hier wäre jetzt Vorsicht angebracht!