Wacker Chemie Aktie aktuell Wacker Chemie: Also wenn Sie mich fragen …

News: Aktuelle Analyse der Wacker Chemie Aktie

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Wacker Chemie
ISIN: DE000WCH8881
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Zur Wacker Chemie Aktie

Wacker Chemie legte gestern die Jahresbilanz 2020 vor. Die Marktteilnehmer befanden sie für gut und zogen die Aktie gut vier Prozent höher, auf den höchsten Stand seit fast zweieinhalb Jahren. Also weit, sehr weit über den Level vor der Corona-Krise. Das Hoch vom Februar 2020 lag bei 76,16 Euro, da steht der Kurs jetzt also satte 68 Prozent höher. Zu hoch? Ich tendiere da zu einem „Ja“.

Der Umsatz lag 2020 zwar nur 4,6 Prozent unter dem des Jahres 2019, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) aber immerhin 15 Prozent niedriger. Dafür notiert der Kurs weit über dem höchsten Kurs dieses Jahres 2019. Nun lagen Umsatz und Gewinn zwar minimal über der durchschnittlichen Analystenprognose. Aber es wirkt ziemlich ambitioniert, dass daraufhin gleich vier Analysten ihre Kursziele deutlich anhoben. Wobei, wenn man genauer hinschaut, haben drei der vier ihre Kursziele letztlich nur dem aktuell erreichten Kurniveau angepasst!

Die NordLB hob das Kursziel von 104 auf 115 Euro an, Einschätzung „Halten“. Die LBBW nahm ihr Ziel von 96 auf 124 Euro hoch, Einschätzung „Halten“. Independent Research hob das Ziel von 104 auf 128 Euro an. Einschätzung „Halten“. Nur bei der DZ Bank ist man höchst bullisch, hob das Kursziel von 142 auf 152 Euro an und stuft die Aktie mit „Kaufen“ ein. Aber mit diesen 152 Euro schießt man seitens der Kursziele auch den Vogel ab, höher wagt sich da derzeit niemand. Das durchschnittliche Kursziel der Experten liegt derzeit bei 125 Euro. Und ist damit erreicht. Und noch etwas lässt einen über Gewinnmitnahmen nachdenken:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Wacker Chemie Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Wenn eine Aktie ein Niveau aus dem Jahr 2018 erreicht, weit über dem der dazwischen liegenden zwei Jahre notiert, wäre ein Blick auf die Gewinnentwicklung über das übliche „2020 zum Vorjahr“ hinaus sinnvoll. Da Wacker sehr stark schwankende Nachsteuergewinne ausweist, habe ich mich da an das Bruttoergebnis gehalten. Und da sieht man, dass dieses bereits seit 2016 Jahr für Jahr abbröckelt. Dafür ist ein Kursniveau von 67 Prozent über dem Prä Corona-Hoch ziemlich mutig. Und auch charttechnisch stellt sich die Frage, ob man da nicht so langsam „oben“ ist:

Die Aktie ist nach diesem gewaltigen Run von 30 Euro im März 2020 auf jetzt 127,75 Euro an die im Jahr 2018 entstandene Widerstandszone 128/130 Euro gelaufen, zugleich sehen wir den Stochastik-Oszillator auf Wochenbasis überkauft. Da das letzte Zwischentief, das sich als Basis eines Stoppkurses nutzen ließe, vergangene Woche bei 111,90 Euro ausgebildet wurde und damit relativ weit entfernt liegt, würde ich es mit einer alten Börsenregel halten. Die besagt, dass der Versuch, auch noch die allerletzten Punkte eines Trends mitnehmen zu wollen, gerne mal teuer zu stehen kommt. Zumindest bei der Hälfte einer bestehenden Long-Position den Gewinn mitzunehmen, wäre hier allemal eine Überlegung wert!

Chart vom 02.02.2021, Kurs 127,75 Euro, Kürzel WCH | Online Broker LYNX
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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Wacker Chemie Aktie

Das Spezialchemie-Unternehmen Wacker Chemie hatte einmal einen Bereich, der Wafer für die Chipindustrie herstellte. Ende 2015 wurde diese Tochter an die Börse gebracht. Nach und nach verringerte Wacker Chemie seinen Anteil an diesem Unternehmen, bis dieser zuletzt noch 30,8 Prozent betrug. Und auch diese 30,8 Prozent werden bald Geschichte sein, denn diesen Anteil wird man an das Unternehmen abgeben, das den Wafer-Hersteller übernehmen will. Dieser Wafer-Hersteller heißt Siltronic. Und so mancher Anleger stellt sich gerade die Frage, ob Wacker Chemie ohne diesen Anteil an Siltronic mittelfristig nicht womöglich geschwächt wird. 

Der taiwanesische Wafer-Hersteller GlobalWafers hat den Aktionären von Siltronic jetzt ein Übernahmeangebot von 125 Euro unterbreitet. Die grundsätzliche Einigung von Siltronic und GlobalWafers und der vermutliche Übernahmepreis waren erst kürzlich bekannt geworden und hatten die Siltronic-Aktie umgehend auf diesen Kurslevel nach oben katapultiert. Wacker Chemie hatte gestern bekanntgegeben, dass man seinen verbliebenen 30,8 Prozent-Anteil zu diesem Kurs abgeben werde. Jetzt dürfte der Weg der Siltronic-Aktie also zu Ende sein. Und damit eine für Wacker Chemie in den letzten Jahren gewinnbringende Restbeteiligung.

Expertenmeinung: Kurzfristig werden diese 125 Euro pro Siltronic-Aktie für Wacker zwar einen Geldsegen bedeuten. Aber damit partizipiert Wacker Chemie eben auch nicht mehr von Siltronics solidem Wachstum der letzten Jahre. Dass die Wacker-Aktie am Donnerstag als Antwort auf die Bereitschaft, den kompletten Siltronic-Anteil zu 125 Euro abzugeben, um 3,4 Prozent fiel, ist bezeichnend.

Einige Akteure zweifeln offenbar daran, dass der immense Anstieg der Wacker Chemie-Aktie, die im März bei 30 Euro aufsetzte und dann wie ein Strich auf ein bisheriges, in dieser Woche erreichtes Rallye-Hoch von 114,40 Euro zulegte, nicht bereits überzogen ist, vor allem, wenn man ab jetzt nicht mehr vom Wachstum von Siltronic profitieren wird.

Wacker Chemie war in den letzten Monaten eher mit der Tochter Siltronic mitgelaufen als umgekehrt. Was wird die Aktie jetzt antreiben? Die Analysten sehen für Wacker derzeit im Schnitt ein Kursziel von 108 Euro, das wäre erreicht. Und der Kurs hat dadurch nicht das Hoch vor dem Corona-Crash erreicht, das lag nämlich meilenweit tiefer, bei 76,16 Euro. Die Aktie notiert momentan so hoch wie seit Oktober 2018 nicht mehr! Wacker Chemie hatte Ende Oktober/Anfang November schon einmal fast die mittelfristige Aufwärtstrendlinie gebrochen. Sollte das noch einmal passieren und dann auch auf Wochenschlusskursbasis ein Bruch dieser aktuell bei 93,50 Euro verlaufenden Linie auftreten, wäre das ein starkes Indiz dafür, dass Wacker ohne Siltronic entscheidend an Attraktivität verliert und ein Ausstieg zu überlegen. 

Chart vom 10.12.2020, Kurs 109,30 Euro, Kürzel WCH | Online Broker LYNX

Vom März-Tief aus gerechnet hat sich der Kurs der Aktie des Spezialchemieunternehmens Wacker Chemie zuletzt glatt verdreifacht. Das wäre dann keine unbedingt große Sache, wenn die Aktie zuvor vergleichbar dramatisch eingebrochen wäre und die Bilanzen deutlich gemacht hätten, dass man mit den massiven Verkäufen im Februar und März auf dem Holzweg war, weil das Unternehmen entgegen den damaligen Befürchtungen von Lockdown und Rezession gar nicht betroffen war. Solche Fälle gibt es. Wacker Chemie gehört aber nicht dazu oder besser: Wenn, das weiß man das noch nicht.

Denn die Bilanz des zweiten Quartals war schlecht. Der Umsatz fiel gegenüber dem zweiten Quartal des Vorjahres um 15,6 Prozent, aber der Gewinn, gerechnet als EBITDA (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) fiel um 50 Prozent. Was deutlich macht: Die Margen waren erheblich unter Druck geraten. Trotzdem stieg die Aktie, nachdem diese Bilanz am 30. Juli auf den Tisch kam. Doch der einzige Grund war, dass man in der Berechnung als Nettogewinn noch mickrige fünf Millionen im Plus blieb, während die Analysten im Schnitt ein Minus von knapp 17 Millionen erwarteten. Aber im Vergleich zu dem Nettogewinn von 37 Millionen Euro im zweiten Quartal 2019 war das dennoch äußerst unerfreulich. Und darauf zu setzen, dass sich Lage im jetzt beendeten dritten Quartal deutlich verbessert hat, ist gewagt, denn darüber weiß man eben noch nichts. Wacker hat bislang noch nicht einmal eine Prognose für das Gesamtjahr 2020 abgegeben.

Expertenmeinung: Zwar finden sich mittlerweile einige Analysten-Kursziele, die über dem gestrigen Schlusskurs liegen, das höchste liegt momentan bei 119 Euro. Aber solange die in zwei Wochen zur Veröffentlichung geplante Bilanz des dritten Quartals nicht vorliegt, sind solche Kursziele genauso ein tiefer Griff in die Hoffnungs-Kiste wie die Rallye der Aktie an sich. Und keineswegs alle Analysten laufen mit ihren Kurszielen mit dem Kurs mit. Die Hälfte der Einstufungen liegt bei „Halten“ oder „Verkaufen“ … und das durchschnittliche Kursziel der Experten von 84 Euro ist längst überboten. Aber grundsätzlich wäre das noch ein Maß an Optimismus, das sich in einem in Phasen wie diesen normalen Rahmen hielte, wäre der Kurs nur an das bisherige, vor dem Corona-Crash markierte Jahreshoch gelaufen. Aber er lief viel weiter, die Aktie nähert sich mittlerweile dem 2019er-Jahreshoch von 97,92 Euro.

Dass erinnert an das Jahr 2017, als Wacker Chemie eine der absoluten Überflieger-Aktien war, dann aber Anfang 2018 scharf nach unten drehte, als die Akteure erkennen mussten, dass sich die beeindruckenden Umsatz- und Gewinnsteigerungen der Vorjahre nicht einfach mit dem Lineal in die Zukunft fortschreiben ließen. Die für den 29. Oktober vorgesehene Bilanz zum dritten Quartal wird nach einer solchen Kaufwelle, nahe an einem markanten Widerstand und bei sogar auf der hier gezeigten Wochenbasis überkauften markttechnischen Indikatoren (hier der Stochastik-Oszillator) zu einer Nagelprobe. Wacker Chemie müsste wirklich hervorragende Zahlen vorweisen und eine motivierende, starke Perspektive mitliefern, um zu verhindern, dass aus der Aktie einiges an Luft entweicht. Hier wäre jetzt Vorsicht angebracht!

Wacker Aktie: Chart vom 14.10.2020, Kurs 95,28 Euro, Kürzel WCH | Online Broker LYNX

Das waren wieder einmal ernüchternde Nachrichten, die der Chemiekonzern Wacker, dessen Aktie aufgrund des steten Abwärtstrends bereits in den SDAX absteigen musste, am Dienstag nach Handelsende zu bieten hatte. Auf Basis der vorläufigen Ergebnisse des dritten Quartals hat Wacker Chemie die eigene Prognose für das Gesamtjahr deutlich nach unten korrigiert. So soll der Umsatz 2019 nur noch auf Vorjahresniveau liegen (bisher: Ein Plus im mittleren einstelligen Prozentbereich). Der Gewinn als EBITDA (vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) werde etwa 30 Prozent unter dem Vorjahr liegen (bisher: 10 bis 20 Prozent niedriger). Es konnte nicht überraschen, dass die Aktie daraufhin am Mittwoch deutlich tiefer in den Handel startete. Aber dann setzten umgehend Käufe ein, das Minus wurde zügig aufgeholt, die Aktie schloss sogar im Plus. Wieso? Ist das nicht eine völlig irrationale Reaktion? Expertenmeinung: Nicht unbedingt. „Buying on bad news“ kommt immer dann vor, wenn die Marktteilnehmer sowieso schon erwartet hatten, dass es zu solchen negativen Nachrichten kommt und so viele bereits im Vorfeld verkauft hatten, dass es nicht zu einem erwartet starken Abwärtsimpuls kommt. Dann decken viele, die auf einen Ausverkauf gehofft hatten und deswegen Short waren, zügig ihre Leerverkäufe ein. Was bedeutet, dass sie die vorher leer verkauften Aktien zurückkaufen, um sich neutral zu stellen – und das zieht den Kurs höher. Und in diesem Fall könnte ein zweites Element mit hineinspielen: der morgen anstehende Abrechnungstermin an der Terminbörse. Es ist gut möglich, dass große Akteure dort einen Abrechnungskurs für die Wacker-Optionen unterhalb des bisherigen Jahrestiefs vermeiden möchten und die Aktie deswegen erst einmal stützen. Zumal der Kurs der Kurs gerade auf einer langfristig relevanten Unterstützung aufgesetzt hatte, wie unser Chart auf Wochenbasis zeigt, dem 2016er-Tief bei 58,20 Euro. Diese überraschende Reaktion dürfte aber nicht Basis einer Trendwende sein, denn die Lage ist schlecht, das lässt sich nicht „wegkaufen“. Vielmehr sollte man die jetzt erneut verteidigte Unterstützung bei 58,20 Euro im Auge behalten. Die nächste, massive Supportlinie aus dem Jahr 2013 scheint in diesem langfristigen Chartbild zwar nahe zu sein. Aber mit 50,39 Euro liegt sie so deutlich unterhalb der 58,20er-Marke, dass das für die Bären allemal ein lukratives Abwärtspotenzial wäre, sollte sich dieses „buying on bad news“ in den kommenden Tagen erschöpfen und Wacker Chemie erneut nach unten drehen. Chart vom 16.10.2019, Kurs 66,78 Euro, Kürzel WCH | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.  

Wenn Analysten und Anleger gleichermaßen beginnen, eine längere Phase steigender Umsätze und Gewinne bei einem Unternehmen als Dauerzustand anzusehen und diese Steigerungen einfach mit dem Lineal verlängern, kommt es nicht selten zu einer Entwicklung, wie wir sie bei der Aktie von Wacker Chemie sehen: Zwischen Anfang 2016 und heute liegen nicht einmal vier Jahre. In dieser Zeit erlebten die Anleger zunächst die Verdreifachung des Kurses … und dann seine rapide Drittelung, auch, weil viele nicht damit gerechnet hatten, dass sich Umsatz und Gewinn auch anders herum entwickeln könnten. Jetzt steht Wacker Chemie wieder dort, wo Anfang 2016 die große Kaufwelle begann. Und die Trader stehen vor der Frage: Geht es jetzt auch noch durch diese Linie, die Unterstützung in Form des 2016er-Tiefs bei 58,20 Euro? Wenn man sich die jüngste, am 1. August vorgelegte Bilanz zum zweiten Quartal ansieht, würde ein noch weiter führender Abstieg überzogen wirken. Immerhin war der Umsatz da zum Vorjahr sogar leicht gestiegen. Und Wacker rechnet damit, dass das auch für das Gesamtjahr gelten wird. Und ja, der Gewinn fiel deutlich. Aber das Unternehmen prognostizierte damals, dass der Gewinn für 2019 „nur“ zehn bis zwanzig Prozent unter dem Vorjahr liegen werde. Zumindest, wenn man ihn als EBITDA, als Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, rechnet. Das Problem ist, dass die Marktteilnehmer nicht zurück, sondern nach vorne blicken und nichts finden, was dazu führen könnte, dass es ab jetzt bergauf geht, im Gegenteil: Expertenmeinung: Anfang September meldete der Verband der Chemischen Industrie, dass sich die Lage weiter eingetrübt habe. Nachdem der Verband gerade im Juli seine Prognosen gesenkt hatte, da aber noch eine Belebung im zweiten Halbjahr vorhersagte, fiel Anfang September bei letztem Update der Perspektiven auch diese erhoffte Belebung flach. Zwar agiert Wacker Chemie neben dem Chemiesektor auch im Bereich der Solarindustrie, aber bei der Bilanz des zweiten Quartals betonte das Unternehmen, dass es der Solarbereich gewesen sei, der besonders schwierig war, während die Chemie solide lief. Und ausgerechnet da rechnet der Branchenverband jetzt damit, dass die Lage trübe bleibt. Folgerung: Die Hoffnung, dass es 2019 bei einem nur moderaten Rückgang des Gewinns pro Aktie bleibt, ist nicht gerade groß. Das bedeutet nicht, dass das jetzt erreichte, neue Jahrestief immer noch zu hoch liegen würde, um eine angemessene Bewertung der Aktie zu erlangen, schließlich bleibt bis zu den am 24. Oktober erwarteten Zahlen des dritten Quartals offen, wie sich Wacker derzeit schlägt. Aber die Bären haben jetzt Rückenwind. Der langfristige Chart zeigt, dass der Kurs nunmehr zweimal direkt an der 200-Tage-Linie nach unten abgewiesen wurde. Und dass das bisherige Jahrestief vom Juli (61,40 Euro) unterboten wurde und der Trendfolgeindikator MACD auf Wochenbasis kurz vor einem erneuten Verkaufssignal steht, ist nicht gerade eine Aufforderung, an dieser Unterstützung aus dem Jahr 2016 beherzt in die Aktie einzusteigen. Gut möglich also, dass der Kurs diese Linie bei 58,20 Euro bricht und dann zügig bis zum nächsten, markanten Support bei 50,22 Euro durchgereicht würde. Chart vom 26.09.2019, Kurs 59,42 Euro, Kürzel WCH | LYNX Online-Broker

Im Januar 2018 kostete eine Aktie der Wacker Chemie in der Spitze 176,80 Euro. Heute, 18 Monate später, droht sich der Kurs zu dritteln. Da muss doch endlich mal Schluss sein mit diesen Verkäufen, mag mancher denken. Aber bislang ist eben noch nicht Schluss. Dass die Aktie gestern nicht aufgrund eigener negativer Nachrichten um gut drei Prozent fiel, zeitweise sogar noch deutlich heftiger verlor, ist da eher sekundär. Auslöser der Verkäufe war die Gewinnwarnung bei BASF. Die Anleger übertrugen deren Probleme auf den Chemie-Markt insgesamt und verkauften bei Wacker gleich mit. Oder besser: Die BASF-Nachrichten machten die Bären wieder mutiger, denn eine Aktie, die so fest in einem Abwärtstrend gefangen ist wie diese, ist für Leerverkäufer ein Schlaraffenland. Sie sehen im Chart, dass potenzielle Unterstützungen, die als Basis für eine taugliche Bodenbildung dienen könnten, seit Monaten immer wieder unterschritten werden, während die Zwischenhochs im Zuge der Erholungen jeweils unter dem vorherigen liegen. Ein perfekt bärisches Bild. Das natürlich schlagartig in eine Rallye, eine Short Squeeze übergehen könnte, würde Wacker Chemie mit unerwartet positiven Nachrichten aufwarten. Aber … Expertenmeinung: … das Wort „unerwartet“ müsste man da unterstreichen. Die Bilanz des ersten Quartals geht mit den Erwartungen der Analysten konform: Man rechnet dort mit einem massiven Rückgang der Gewinne gegenüber dem Vorjahr. Im Schnitt liegt die Prognose momentan bei 3,60 Euro pro Aktie nach 6,23 Euro pro Aktie im Jahr 2018. Und das bei einem in etwa unveränderten bis marginal steigenden Umsatz. Der Druck auf die Gewinnmargen ist also hoch. Und derzeit spricht nichts dafür, dass sich das kurzfristig ändern könnte. Am 1. August werden die Ergebnisse des zweiten Quartals erwartet. Zwar ist die Erwartungshaltung derart negativ geworden, dass es knifflig werden dürfte, negativ zu überraschen. Aber das wäre noch keine Basis, um schon einmal auf Verdacht auf eine scharfe Gegenbewegung nach oben zu setzen. Das Chartbild ist derart dicht mit potenziellen Widerständen besetzt, dass man unbedingt abwarten sollte, ob es gelingt, zumindest die nächstliegenden Hürden in der Zone zwischen 68 und 71,50 Euro zu überwinden. Denn wäre das der Fall, wäre das ein Indiz, dass die Leerverkäufer nicht mehr Herr der Lage sein können oder wollen. Dann wäre hier womöglich ein Anlauf an die aktuell bei 83,50 Euro verlaufende 200-Tage-Linie möglich. Aber eben erst dann, ein Vorgreifen wäre in einem derart bärischen Chartbild mehr als verwegen! Chart vom 09.07.2019, Kurs 63,94 Euro, Kürzel WCH | LYNX Aktienempfehlungen