Wacker Chemie Aktie aktuell Wacker Chemie: Käufe als Reaktion auf bad news – was ist denn hier los?

News: Aktuelle Analyse der Wacker Chemie Aktie

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Wacker Chemie
ISIN: DE000WCH8881
Ticker: WCH
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Zur Wacker Chemie Aktie

Das waren wieder einmal ernüchternde Nachrichten, die der Chemiekonzern Wacker, dessen Aktie aufgrund des steten Abwärtstrends bereits in den SDAX absteigen musste, am Dienstag nach Handelsende zu bieten hatte. Auf Basis der vorläufigen Ergebnisse des dritten Quartals hat Wacker Chemie die eigene Prognose für das Gesamtjahr deutlich nach unten korrigiert.

So soll der Umsatz 2019 nur noch auf Vorjahresniveau liegen (bisher: Ein Plus im mittleren einstelligen Prozentbereich). Der Gewinn als EBITDA (vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) werde etwa 30 Prozent unter dem Vorjahr liegen (bisher: 10 bis 20 Prozent niedriger). Es konnte nicht überraschen, dass die Aktie daraufhin am Mittwoch deutlich tiefer in den Handel startete. Aber dann setzten umgehend Käufe ein, das Minus wurde zügig aufgeholt, die Aktie schloss sogar im Plus. Wieso? Ist das nicht eine völlig irrationale Reaktion?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Wacker Chemie Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Nicht unbedingt. „Buying on bad news“ kommt immer dann vor, wenn die Marktteilnehmer sowieso schon erwartet hatten, dass es zu solchen negativen Nachrichten kommt und so viele bereits im Vorfeld verkauft hatten, dass es nicht zu einem erwartet starken Abwärtsimpuls kommt. Dann decken viele, die auf einen Ausverkauf gehofft hatten und deswegen Short waren, zügig ihre Leerverkäufe ein. Was bedeutet, dass sie die vorher leer verkauften Aktien zurückkaufen, um sich neutral zu stellen – und das zieht den Kurs höher. Und in diesem Fall könnte ein zweites Element mit hineinspielen: der morgen anstehende Abrechnungstermin an der Terminbörse.

Es ist gut möglich, dass große Akteure dort einen Abrechnungskurs für die Wacker-Optionen unterhalb des bisherigen Jahrestiefs vermeiden möchten und die Aktie deswegen erst einmal stützen. Zumal der Kurs der Kurs gerade auf einer langfristig relevanten Unterstützung aufgesetzt hatte, wie unser Chart auf Wochenbasis zeigt, dem 2016er-Tief bei 58,20 Euro. Diese überraschende Reaktion dürfte aber nicht Basis einer Trendwende sein, denn die Lage ist schlecht, das lässt sich nicht „wegkaufen“. Vielmehr sollte man die jetzt erneut verteidigte Unterstützung bei 58,20 Euro im Auge behalten. Die nächste, massive Supportlinie aus dem Jahr 2013 scheint in diesem langfristigen Chartbild zwar nahe zu sein. Aber mit 50,39 Euro liegt sie so deutlich unterhalb der 58,20er-Marke, dass das für die Bären allemal ein lukratives Abwärtspotenzial wäre, sollte sich dieses „buying on bad news“ in den kommenden Tagen erschöpfen und Wacker Chemie erneut nach unten drehen.

Chart vom 16.10.2019, Kurs 66,78 Euro, Kürzel WCH | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen der Wacker Chemie Aktie

Wenn Analysten und Anleger gleichermaßen beginnen, eine längere Phase steigender Umsätze und Gewinne bei einem Unternehmen als Dauerzustand anzusehen und diese Steigerungen einfach mit dem Lineal verlängern, kommt es nicht selten zu einer Entwicklung, wie wir sie bei der Aktie von Wacker Chemie sehen: Zwischen Anfang 2016 und heute liegen nicht einmal vier Jahre. In dieser Zeit erlebten die Anleger zunächst die Verdreifachung des Kurses … und dann seine rapide Drittelung, auch, weil viele nicht damit gerechnet hatten, dass sich Umsatz und Gewinn auch anders herum entwickeln könnten. Jetzt steht Wacker Chemie wieder dort, wo Anfang 2016 die große Kaufwelle begann. Und die Trader stehen vor der Frage: Geht es jetzt auch noch durch diese Linie, die Unterstützung in Form des 2016er-Tiefs bei 58,20 Euro?

Wenn man sich die jüngste, am 1. August vorgelegte Bilanz zum zweiten Quartal ansieht, würde ein noch weiter führender Abstieg überzogen wirken. Immerhin war der Umsatz da zum Vorjahr sogar leicht gestiegen. Und Wacker rechnet damit, dass das auch für das Gesamtjahr gelten wird. Und ja, der Gewinn fiel deutlich. Aber das Unternehmen prognostizierte damals, dass der Gewinn für 2019 „nur“ zehn bis zwanzig Prozent unter dem Vorjahr liegen werde. Zumindest, wenn man ihn als EBITDA, als Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen, rechnet. Das Problem ist, dass die Marktteilnehmer nicht zurück, sondern nach vorne blicken und nichts finden, was dazu führen könnte, dass es ab jetzt bergauf geht, im Gegenteil:

Expertenmeinung: Anfang September meldete der Verband der Chemischen Industrie, dass sich die Lage weiter eingetrübt habe. Nachdem der Verband gerade im Juli seine Prognosen gesenkt hatte, da aber noch eine Belebung im zweiten Halbjahr vorhersagte, fiel Anfang September bei letztem Update der Perspektiven auch diese erhoffte Belebung flach. Zwar agiert Wacker Chemie neben dem Chemiesektor auch im Bereich der Solarindustrie, aber bei der Bilanz des zweiten Quartals betonte das Unternehmen, dass es der Solarbereich gewesen sei, der besonders schwierig war, während die Chemie solide lief. Und ausgerechnet da rechnet der Branchenverband jetzt damit, dass die Lage trübe bleibt. Folgerung:

Die Hoffnung, dass es 2019 bei einem nur moderaten Rückgang des Gewinns pro Aktie bleibt, ist nicht gerade groß. Das bedeutet nicht, dass das jetzt erreichte, neue Jahrestief immer noch zu hoch liegen würde, um eine angemessene Bewertung der Aktie zu erlangen, schließlich bleibt bis zu den am 24. Oktober erwarteten Zahlen des dritten Quartals offen, wie sich Wacker derzeit schlägt. Aber die Bären haben jetzt Rückenwind. Der langfristige Chart zeigt, dass der Kurs nunmehr zweimal direkt an der 200-Tage-Linie nach unten abgewiesen wurde. Und dass das bisherige Jahrestief vom Juli (61,40 Euro) unterboten wurde und der Trendfolgeindikator MACD auf Wochenbasis kurz vor einem erneuten Verkaufssignal steht, ist nicht gerade eine Aufforderung, an dieser Unterstützung aus dem Jahr 2016 beherzt in die Aktie einzusteigen. Gut möglich also, dass der Kurs diese Linie bei 58,20 Euro bricht und dann zügig bis zum nächsten, markanten Support bei 50,22 Euro durchgereicht würde.

Chart vom 26.09.2019, Kurs 59,42 Euro, Kürzel WCH | LYNX Online-Broker

Im Januar 2018 kostete eine Aktie der Wacker Chemie in der Spitze 176,80 Euro. Heute, 18 Monate später, droht sich der Kurs zu dritteln. Da muss doch endlich mal Schluss sein mit diesen Verkäufen, mag mancher denken. Aber bislang ist eben noch nicht Schluss. Dass die Aktie gestern nicht aufgrund eigener negativer Nachrichten um gut drei Prozent fiel, zeitweise sogar noch deutlich heftiger verlor, ist da eher sekundär.

Auslöser der Verkäufe war die Gewinnwarnung bei BASF. Die Anleger übertrugen deren Probleme auf den Chemie-Markt insgesamt und verkauften bei Wacker gleich mit. Oder besser: Die BASF-Nachrichten machten die Bären wieder mutiger, denn eine Aktie, die so fest in einem Abwärtstrend gefangen ist wie diese, ist für Leerverkäufer ein Schlaraffenland.

Sie sehen im Chart, dass potenzielle Unterstützungen, die als Basis für eine taugliche Bodenbildung dienen könnten, seit Monaten immer wieder unterschritten werden, während die Zwischenhochs im Zuge der Erholungen jeweils unter dem vorherigen liegen. Ein perfekt bärisches Bild. Das natürlich schlagartig in eine Rallye, eine Short Squeeze übergehen könnte, würde Wacker Chemie mit unerwartet positiven Nachrichten aufwarten. Aber …

Expertenmeinung: … das Wort „unerwartet“ müsste man da unterstreichen. Die Bilanz des ersten Quartals geht mit den Erwartungen der Analysten konform: Man rechnet dort mit einem massiven Rückgang der Gewinne gegenüber dem Vorjahr. Im Schnitt liegt die Prognose momentan bei 3,60 Euro pro Aktie nach 6,23 Euro pro Aktie im Jahr 2018. Und das bei einem in etwa unveränderten bis marginal steigenden Umsatz.

Der Druck auf die Gewinnmargen ist also hoch. Und derzeit spricht nichts dafür, dass sich das kurzfristig ändern könnte. Am 1. August werden die Ergebnisse des zweiten Quartals erwartet. Zwar ist die Erwartungshaltung derart negativ geworden, dass es knifflig werden dürfte, negativ zu überraschen. Aber das wäre noch keine Basis, um schon einmal auf Verdacht auf eine scharfe Gegenbewegung nach oben zu setzen.

Das Chartbild ist derart dicht mit potenziellen Widerständen besetzt, dass man unbedingt abwarten sollte, ob es gelingt, zumindest die nächstliegenden Hürden in der Zone zwischen 68 und 71,50 Euro zu überwinden. Denn wäre das der Fall, wäre das ein Indiz, dass die Leerverkäufer nicht mehr Herr der Lage sein können oder wollen. Dann wäre hier womöglich ein Anlauf an die aktuell bei 83,50 Euro verlaufende 200-Tage-Linie möglich. Aber eben erst dann, ein Vorgreifen wäre in einem derart bärischen Chartbild mehr als verwegen!

Chart vom 09.07.2019, Kurs 63,94 Euro, Kürzel WCH | LYNX Aktienempfehlungen

Wacker Chemie ist ein global tätiges Chemieunternehmen. Mit 23 Produktionsstätten in Europa, Amerika und Asien und 13.800 Mitarbeitern ist man in allen Schlüsselregionen präsent.
Das Unternehmen ist in den vier Sparten Silicones, Polymers, Biosolutions und Polysilicon aufgestellt. Das Kerngeschäft sind jedoch Siliciumprodukte für die Halbleiterindustrie.

Eine einfache Wahrheit

Als Anleger stehen wir vor keiner einfachen Aufgabe. Die Welt ist komplex und der Wert einer Aktie ist vor allem von der zukünftigen Entwicklung abhängig. Leider kennen wir die Zukunft aber nicht.

Was wir aber kennen ist die Vergangenheit und bis zu einem gewissen Maße auch die Gegenwart. Was wir ebenfalls wissen: Die Verlierer der Vergangenheit sind selten die Gewinner der Zukunft.

Es ist einfach zu erklären, warum das so ist. Nehmen wir beispielsweise an, in ihrer Heimatstadt gibt es zwei Betreiber von Eisdielen:

Das Geschäft bei Eismeister läuft sehr gut und jedes Jahr wird eine weitere Filiale eröffnet.
Schlechteis besitzt hingegen seit Jahrzehnten eine Niederlassung und diese läuft eher mäßig.

Würden Sie die Unternehmenszahlen von beiden untersuchen, würde Eismeister einen über die Jahre steigenden Umsatz und Gewinn verzeichnen, während Schlechteis stagniert.

Es ist offensichtlich in welches Unternehmen Sie investieren sollten. Der Sieger der Vergangenheit wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch der Sieger der Zukunft sein. Der Verlierer der Vergangenheit bleibt wahrscheinlich auch in Zukunft ein Underperformer.

Genau aus diesem Grund ist es auch so wichtig, die Entwicklung der Unternehmenszahlen über längere Zeiträume zu betrachten.

An der Börse machen viele Anleger genau das Gegenteil, sie ignorieren die Vergangenheit und kaufen Verlierer, weil eine rosige Prognose vorliegt und weil diese Aktien vermeintlich günstig sind.

Ganz schlechte Strategie.

Was ist Wacker Chemie?

In den zurückliegenden zehn Jahren legte der Umsatz von 3,72 auf 4,92 Mrd. Euro zu, stagniert aber seit 2010 weitgehend.
Das Ergebnis schwankte in diesem Zeitraum stark, liegt heute aber unter dem Wert von 2010.

Darüber hinaus ist das Geschäft kapitalintensiv und der Cashflow entsprechend schwach.

Ist Wacker Chemie in unserem Gleichnis also eher eine Eismeister oder eine Schlechteis? Die Antwort dürfte offensichtlich sein und genau deshalb habe ich mehrfach zum Verkauf der Aktie geraten.
Zunächst bei 150 Euro, dann abermals bei 126 Euro und zuletzt bei 112 Euro.

Wacker Chemie erfüllt die grundlegenden Bedingungen für ein Investment nicht. Selbst vom Trading sollte man absehen, denn es gibt unzählige attraktivere und einfachere Aktien, um auf der Longseite Geld zu verdienen.

Die Bewertung von Wacker ist selbst jetzt nach dem Kurssturz nicht niedrig. Warum sollte man für ein Unternehmen mit ernstzunehmenden Problemen ein KGV von 19 und einen P/FCF von 40 zahlen?

Charttechnik

Der Aufwärtstrend ist durchbrochen, die Bären haben die Aktie fest im Griff und das Chartbild droht zu kippen.
Fällt Wacker Chemie per Wochenschluss unter 70 Euro, kommt es zu einem Verkaufssignal mit möglichen Kurszielen bei 60 und 50 Euro.

Um die Lage zu stabilisieren, müssten die Bullen umgehend einen Kursanstieg über 70 Euro erzwingen. Dann wäre eine Erholung in Richtung 75-77 Euro möglich.

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Chart vom 17.06.2019 Kurs: 67,60 Kürzel: WCH - Tageskerzen | LYNX Online BrokerChart vom 17.06.2019 Kurs: 67,60 Kürzel: WCH - Wochenkerzen | LYNX Online Broker