Börsenblick

Zurück Juli Weiter
Zurück 2020 Weiter

Aktienanalyse:
Sartorius Vz.: Und auf einmal will sie keiner mehr haben

Aktuelle Analyse der Sartorius VZ Aktie

Richtig ist, dass der Labor- und Prozesstechnologie-Spezialist Sartorius eine starke Bilanz für das erste Quartal abgeliefert hat, in welcher beim Umsatz ebenso wie beim Gewinn und dem Auftragseingang ein Anstieg zum Vorjahresquartal erreicht wurde. Richtig ist zudem, dass das Unternehmen dabei betonte, dass sich die Corona-Problematik bis dahin nicht negativ auf das Geschäft ausgewirkt hat. Ebenso korrekt ist, dass eine gute Chance besteht, dass auch das zweite Quartal die Anleger zufriedenstellen wird, sonst hätte Sartorius voraussichtlich bereits eine Warnung lanciert. Nicht richtig ist hingegen, dass die Aktie, Gewinnsteigerung hin oder her, noch günstig bewertet wäre. Und das wird jetzt zum Problem.

Denn die Aktie hatte seit dem Tief Mitte März gewaltig zugelegt. Gerade weil man zu Recht vermutete, dass Sartorius von der Krise kaum betroffen sein könnte, war der Kurs im Vorfeld eher moderat gefallen, hatte dann aber umso deutlicher zugelegt, so dass das „Prä-Corona“-Rekordhoch, am 20. Februar bei 243,40 Euro markiert, um über 40 Prozent überboten wurde. Und damit ist diese Aktie teuer geworden, denn auch, wenn Sartorius beim Gewinn des ersten Quartals die Prognosen übertraf, die Erwartungen waren ja wegen der Pandemie nicht gesunken, so dass man am alten Hoch im Februar bereits ein Niveau erreicht hatte, das aus Sicht der Investoren entsprechend der Gewinnperspektive gerechtfertigt war. Doch Ende Mai notierte die Aktie 40 Prozent höher. Und zugleich begannen Marktteilnehmer, die „sicheren Häfen“ zu verkaufen, um auf die Wende zurück zu allgemeinem Wachstum zu setzen.

Expertenmeinung: Wenn diese Wende zeitnah käme, gäbe es keinen Grund mehr, nicht von der Corona-Krise betroffene Unternehmen mit einem Bewertungs-Bonus zu versehen. Am Rekordhoch von 340 Euro hatte man bei einer geschätzten 2020er-Gewinnsteigerung von 30 bis 35 Prozent ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) um 80 bis 85 erreicht. Das ist untypisch hoch, ein KGV um die 50 wäre eher angemessen. Was aber hieße, die Aktie müsste auf ca. 200 Euro zurückkommen, um normal bewertet zu sein. Die Frage, ob es dazu kommt, war im Vorfeld auch bei den Analysten umstritten. Die einen behielten relativ niedrige Kursziele bei, andere legten die Latte noch über das letzte Rekordhoch. Ende Mai hob das Bankhaus Metzler sein Kursziel auf 360 Euro an und stellt damit das höchste der Analysten-Kursziele, während die UBS ihr Kursziel am Montag zwar von 207 auf 212 Euro anhob, damit aber weit unter dem aktuellen Kurs blieb und die Einschätzung auf „Verkaufen“ setzte.

Das Problem ist: Diejenigen, die mit Sartorius auf einen „sicheren Hafen“ setzten, dürften derzeit gerade ins Lager der „Wachstums-Wende“ überlaufen. Und diejenigen, die sich bei der Aktie bislang zurückgehalten hatten, weil sie ihnen zu schnell zu weit gestiegen war, dürften jetzt ebenso wie die rein charttechnisch agierenden Trader erst einmal wegbleiben. Denn am Montag brach der zum Vorwochenschluss noch verteidigte Aufwärtstrendkanal. Und das auch noch sehr deutlich. Ein Versuch, sich zu erholen, wurde am Dienstag abverkauft. Die Aktie müsste mit Schlusskursen über 310 Euro schnell wieder zurück in den Aufwärtstrendkanal und damit zugleich wieder über die 20-Tage-Linie laufen, um einen weiteren Abstieg zu verhindern. Gelingt es nicht, das Ruder sofort herumzureißen, wäre ein Test der bereits nahe gekommenen Supportlinie bei 243,40 Euro (das vorherige Rekordhoch vom Februar) die wahrscheinlichste Variante. Und dass diese Linie dann hält, ist keineswegs sicher.

Sartorius Aktie Chart vom 09.06.2020, Kurs 277,40 Euro, Kürzel SRT3 | Online Broker LYNX

Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.

Handeln Sie über den Online Broker LYNX:
Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • günstige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Handelsblatt Auszeichnung: Bester Online-Broker
Broker-Wahl: Top Futures-Broker
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN