Börsenblick

Zurück Januar Weiter
Zurück 2020 Weiter

Aktienanalyse:
Kering: Aufpassen ja, aussteigen eher noch nicht

Aktuelle Analyse der Kering Aktie

Der Pariser Leitindex CAC 40 gab am Dienstag deutlich kräftiger Boden preis als die meisten anderen großen europäischen Indizes. Der Grund waren die im Index stark vertretenen Luxusgüterkonzerne. LVMH, L’Oréal, Hermès und Kering gingen in die Knie. Dafür gab es zwei Gründe. Zum einen erklärte der Internationale Währungsfonds (IFW), was man direkt nach der Unterzeichnung des Phase I-Deals nicht recht bedacht zu haben schien: Wenn China zukünftig zur Einhaltung des Vertrages deutlich höhere Mengen an Waren und Dienstleistungen aus den USA einführen muss, wird der Export der europäischen Länder nach China deutlich darunter leiden. Und das trifft, nach Ansicht des IWF, allen voran Deutschland und Frankreich. Für Kering und die anderen französischen Luxusgüterhersteller ist China ein sehr wichtiger, wachsender Markt. Die Abgaben waren also vor allem eine Reaktion auf die Sorge, dass diese Branche in nächster Zeit in Sachen Wachstum und Gewinn einen in den USA gemachten Klotz am Bein haben wird.

Allerdings stellt sich die Frage, ob die USA ausgerechnet in diesem Segment ernsthafte Konkurrenz aufbieten könnten, die Kering-Marken wie Gucci, Saint Laurent oder Brioni das Wasser reichen. Aber es gab neben diesem Auslöser noch einen anderen Grund, warum die Marktteilnehmer recht nervös reagieren: die Performance. Kering beendete das Börsenjahr 2018 mit 411 Euro und hatte am Freitag, den 17. Januar 2020 mit 614,90 Euro einen neuen Rekord markiert, der einen Anstieg von knapp 50 Prozent in kaum mehr als einem Jahr bedeutete. Kering kann sich zwar wie die gesamte Branche seit Jahren über stetig steigende Gewinne freuen, aber so schnell wie die Aktie stiegen die Gewinne dann doch nicht, was hieß:

Expertenmeinung: Die Bewertung der Aktie über das Kurs/Gewinn-Verhältnis war zum Rekordhoch des Freitags mit etwa 25 zwar noch nicht exorbitant hoch. Aber als angemessen ließe sich ein solches KGV nur ansehen, wenn dieser Gewinnzuwachs kontinuierlich und in einer Größenordnung von zehn bis zwanzig Prozent jährlich weitergehen würde. Und genau da schürte die Warnung des IWF vor den Folgen des US-Deals mit China eben Zweifel. Wenn man da dann eine Rechnung aufmacht, in die ein, zwei Jahre nur noch schleppend steigende Gewinne, womöglich gar ein Gewinnrückgang einfließen und man auf der anderen Seite fast 50 Prozent Plus in relativ kurzer Zeit auf einer solchen Position hat, fällt es leicht, die Frage, ob es sinnvoll sei, Gewinne mitzunehmen, mit „ja“ zu beantworten. Aber muss man die Hausse der Kering-Aktie damit bereits als beendet ansehen?

Nein, denn bislang ist das rein vom Chartbild her nur ein Rücksetzer, wie er immer mal wieder vorkommt. Zwar sehen wir in diesem Chart auf Wochenbasis, dass sich jetzt ein „bearish engulfing pattern“ auf Wochenbasis bilden könnte. Aber die Woche ist noch lang. Erst, wenn die Aktie auch am Freitag dieses Bild abliefert, würde damit ein Warnsignal gelten. Das wiederum erst als Verkaufssignal anzusehen wäre, wenn die kommende Woche ebenso mit Abgaben enden würde. Hinzu kommt, dass die Aktie charttechnisch im Bereich 522 bis 540 Euro gut unterstützt ist und knapp darunter, bei aktuell 509 Euro, die 200-Tage-Linie als potenzieller Auffanglevel wartet. Erst, wenn Kering diese Zone brechen würde, wäre der Weg an die Aufwärtstrendlinie bei 450 Euro aus charttechnischer Sicht frei. Bislang gälte es nur, die Aktie engmaschiger zu beobachten, wer mittel- und langfristig agiert, hätte hier noch keinen unmittelbaren Anlass, auszusteigen.

Chart vom 21.01.2020, Kurs 586,60 Euro, Kürzel KER | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

Sie möchten täglich vor Börsenstart unsere Chartanalysen per E-Mail erhalten? Dann abonnieren Sie hier unseren Börsennewsletter mit aktuellen Börsennews.

Handeln Sie über den Online Broker LYNX:
Ein Depot, viele Vorteile
  • stabile und zuverlässige Handelsplattform
  • kompetenter Service durch Experten
  • günstige und transparente Gebühren
  • umfangreiches Wissensportal
Mehrfach ausgezeichnet
Handelsblatt Auszeichnung: Bester Online-Broker
Broker-Wahl: Top Futures-Broker
Contact icon KOSTENFREI ANRUFEN
0800 5969 000
Contact icon SCHREIBEN SIE UNS
SERVICE@LYNXBROKER.DE
Contact icon FREUNDSCHAFTSWERBUNG
KUNDEN EMPFEHLEN LYNX
Contact icon HÄUFIG GESTELLTE
FRAGEN