Börsenblick

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Analyse:
Brent Crude Oil: Der Präsident greift ein!

Das hat ja mal wieder funktioniert: Trump spricht, die Märkte folgen. Wobei er in Sachen Ölpreis gleich zwei Argumente auffuhr, doppelt hält besser. Und es war ja auch nötig, denn die Entwicklung der vergangenen Tage im Nahen Osten hatte die Kurse der wichtigsten Ölsorten über charttechnisch wichtige Hürden getragen. Der Weg nach oben wäre aus technischer Sicht also frei gewesen. Und eine massive Verteuerung des Rohöls hätte dem ohnehin wackligen US-Wachstum das Genick brechen können. Ob Trump vor seiner gestrigen Rede an die Nation einen Blick auf die Charts geworfen hat? So seltsam, dass für einen US-Präsidenten klingen mag, aber man dürfte es vermuten, denn wann hat ein US-Präsident schon die gerade eine Stunde vorher veröffentlichten US-Öllagerbestände kommentiert!

Trump tat genau das, weil da Zahlen auf den Tisch kamen, die er perfekt nutzen konnte, um den Ölpreis zu drücken. Zwar war der Lagerbestand bei Rohöl unerwartet leicht gestiegen, aber da war es in den vergangenen Wochen zu massiven Rückgängen gekommen. Aber er nutzte die äußerst gestiegenen Bestände bei Benzin. Da ging es mit dem Lagerbestand in der vergangenen Woche um 9,13 Millionen Barrel nach oben, ein Anstieg, den man in dieser Größenordnung seit vielen Jahren nicht gesehen hatte. Trump argumentierte, dass die USA mittlerweile nicht von dem Öl aus dem Nahen Osten abhängig seien und dass der Anstieg der Benzinbestände dazu führen sollte, dass der Ölpreis nachgibt. Was er prompt tat. Aber nicht nur dieser Aussage wegen.

Expertenmeinung: Brent Crude Oil startete den Handel des Mittwochs in Asien mit einem großen Aufwärts-Gap. Das war dem iranischen Raketenangriff auf eine US-Basis geschuldet. Doch unmittelbar nach der Eröffnung gab der Kurs schon sukzessiv nach, weil nach und nach erkennbar wurde, dass der Iran die Sache damit als „erledigt“ ansehen könnte und es zu keinen Auswirkungen gekommen war, die eine Gegenreaktion der USA zwingend erscheinen ließ. Als man dann absehen konnte, dass Mr. Trump in seiner Rede am späten Nachmittag zusätzlich versuchen würde, die Lage zu beruhigen, fiel der Brent-Kurs weiter, nach Trumps o.a. Aussagen erst recht. Das Ergebnis war für das bullische Lager höchst unerfreulich:

Dadurch entstand eine lange rote Kerze, die den kompletten Ausbruch von Brent Crude Oil über die Widerstandszone aus den Hochs der Monate April und September 2019 bei 68,08/68,11 US-Dollar egalisierte. Dieses dadurch entstandene „bearish engulfing pattern“ hätte das Potenzial, den Kurs an die Ende 2018 entstandene, mittelfristige Aufwärtstrendlinie bei aktuell 57,50 US-Dollar zurückzuführen. Vorausgesetzt allerdings, dass die am Mittwochabend angelaufene Unterstützungszone in Form der 50-Tage-Linie bei 63,42 und der 20-Tage-Linie bei 65,75 US-Dollar ebenfalls bricht und Brent nicht von dort aus mit Schwung wieder über die Zone 68,08/68,11 US-Dollar zurückläuft. Ein solches „bearish engulfing pattern“ sollte eine zeitnahe Bestätigung durch weitere Abgaben erhalten, ansonsten ist diese Formation nur ein Warn-, nicht aber bereits ein Verkaufssignal!

Chart vom 08.01.2020, Kurs 65,72 US-Dollar, Kürzel COIL | Online Broker LYNX Aktienempfehlungen

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