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Der Verfall von Optionen

Alles was Sie über Verfallstage an der Börse wissen sollten
von Eric Ludwig
Der Verfall von Optionen | Online Broker LYNX
Beim Handel von Optionen oder Optionsstrategien schlägt irgendwann die „Stunde der Wahrheit“, denn im Gegensatz zu Aktien sind Optionen Termingeschäfte. Spätestens zum Verfallstag zeigt sich, ob Käufer oder Verkäufer von Optionen mit ihrer Strategie richtig lagen.

Doch wann verfallen eigentlich DAX-Optionen, Eurex-Optionen oder US-Optionen – und vor allem zu welcher Uhrzeit? Haben Börsen unterschiedliche Verfallstage? Wie werden diese festgelegt und worauf sollten Anleger dabei achten? Das erfahren Sie in diesem Artikel.

Wenn Sie Optionen handeln möchten und einen geeigneten Broker suchen, finden hier weitere Informationen: Optionen-Broker.

Inhalt

Was bedeutet der Verfallstag einer Option?

Der Verfallstag (manchmal auch Fälligkeitsdatum oder Verfallstermin genannt) einer Option ist der Zeitpunkt (Datum und Uhrzeit), zu dem ein Optionskontrakt seine Gültigkeit verliert. In der Regel – jedoch nicht immer (siehe z. B. VIX-Optionen weiter unten) – entspricht der Verfallstag auch dem letzten Handelstag dieser Option.

Bis zum Verfallstag einer Option stehen einem Anleger grundsätzlich folgende Möglichkeiten offen:

  • Als Käufer der Option kann er sie ausüben, falls es sich um eine Option amerikanischer Art handelt. Handelt es sich um eine Option europäischer Art, kann die Ausübung nur am Verfallstag selbst erfolgen.
  • Die Position schließen, um einen Gewinn oder einen Verlust zu realisieren.
  • Die Position verfallen lassen.

Grundlagen der Verfallsdaten

Das letzte Handelsdatum ist nicht mit dem Verfallstag (Fälligkeitsdatum) zu verwechseln und bezeichnet den letzten Tag, an dem eine Option gekauft oder verkauft werden kann, bevor die Lieferung des Basiswerts (Underlying) oder der Barausgleich erfolgt. Ist die Option wertlos (sie ist aus dem Geld), muss sie nicht geschlossen werden: Sie verfällt automatisch.

Wie bereits erwähnt, entspricht der Verfallstag in der Regel dem letzten Handelsdatum. Eine Besonderheit findet sich beispielsweise beim Volatilitätsindex VIX. Indexoptionen auf den VIX weisen einen Verfallstag an jedem Mittwoch auf, wobei das letzte Handelsdatum am Dienstag davor liegt. Der dritte Mittwoch des Monats ist der monatliche Verfallstag, während die übrigen Mittwoche die wöchentlichen Verfallstage darstellen.

Für Aktienoptionen und die meisten Indexoptionen in den USA ist der letzte Handelstag identisch mit dem Verfallstag.

Indexoptionen wie Optionen auf den SPX (S&P 500 Index), den RUT (Russell 2000 Index), den NDX (Nasdaq 100 Index) und den VIX (Volatilitätsindex) sind europäischer Art und können während der Laufzeit nicht ausgeübt werden.

Daher muss bis zum letzten Handelsdatum entschieden werden, wie mit der Optionsposition verfahren werden soll.

Die meisten Optionen verfügen über eine automatische Ausübungsregelung. Das bedeutet, dass Optionen automatisch ausgeübt werden, wenn sie zum Zeitpunkt des Verfalls im Geld sind. Soll eine Ausübung vermieden werden, muss die Position bis zum letzten Handelstag glattgestellt oder gerollt werden.

In der Regel führt die Ausübung von Aktienoptionen zur physischen Lieferung der Aktien in das Depot, während die Ausübung von Indexoptionen zu einem Barausgleich führt.

Aus diesem Grund ist der Verfallstag für Optionshändler von besonderer Bedeutung. Der Faktor Zeit steht im Mittelpunkt der Preisbildung und der Mechanismen von Optionen. Mehr zum Thema Zeitwert erfahren Sie in unserem Artikel „Der Zeitwertverfall – Wie sich der Zeitwert von Optionen auswirkt“.

Monatliche Optionen

Die Verfallstage variieren je nach gehandeltem Basiswert. Der monatliche Verfallstag für börsennotierte Aktienoptionen in den USA ist in der Regel der dritte Freitag des Kontraktmonats. In Monaten, in denen dieser Freitag auf einen Feiertag fällt, liegt der Verfallstag am Donnerstag unmittelbar vor dem dritten Freitag.

Wöchentliche Optionen: Die sogenannten „weeklys“

Im Oktober 2005 führte in den USA die Chicago Board Options Exchange (CBOE), die größte US-Börse für den Handel mit Optionen, sogenannte „Weekly“-Optionen ein.

Für viele Aktien, ETFs und Indizes ist es seitdem möglich, Optionen mit einem Verfallstag an nahezu jedem Freitag im Monat zu handeln. Dadurch können Laufzeiten präziser gewählt und Positionen gezielter gesteuert werden.

Wöchentliche Optionen werden unter anderem genutzt, um auf größere Marktereignisse wie Quartalsergebnisse oder Fed-Ankündigungen zu reagieren.

Auch die Eurex bietet auf europäische und insbesondere deutsche Basiswerte Optionen mit Verfallstagen an jedem Freitag.

So können beispielsweise Optionen auf den DAX, den Euro Stoxx 50 oder den SMI (Blue-Chip-Index der SIX Swiss Exchange) sowie Optionen auf Aktien aus dem DAX und Optionen auf Aktien aus dem Euro Stoxx 50 mit wöchentlichen Verfallstagen an der Eurex gehandelt werden.

Die Handelszeiten der meisten wöchentlichen Optionen entsprechen denen der übrigen Optionen auf denselben Basiswert.

Vorsicht bei der Liquidität wöchentlicher Optionen

Die Möglichkeit, Optionen mit Verfallsdaten an mehreren Tagen im Monat zu handeln, kann zusätzliche Flexibilität bieten. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass diese Optionen ein ausreichend hohes Handelsvolumen aufweisen, um eine angemessene Liquidität sicherzustellen. Nur bei ausreichender Liquidität bleibt die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs beim Optionshandel in einem vergleichsweise engen Rahmen.

Bei manchen Aktien sind wöchentliche Optionen weniger liquide, sodass die Geld-Brief-Spanne entsprechend größer ausfallen kann und die Option dadurch weniger attraktiv für Optionshändler ist.

Tägliche Optionen

Bei großen Indizes wie dem S&P 500, dem Russell 2000 und dem Nasdaq 100 bietet die CBOE sogar Optionen mit Verfallstagen an jedem Wochentag an.

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Kleine und große Verfallstage

Im Börsenjargon wird zwischen „kleinen“ und „großen“ Verfallstagen unterschieden. Die großen Verfallstage fallen auf den dritten Freitag des dritten Monats eines Quartals. Diese Freitage am Quartalsende sind auch unter dem Begriff „Hexensabbat-Termine“ bekannt.

Mit diesen Terminen ist häufig die Annahme verbunden, dass sich die Märkte an solchen Tagen besonders schwankungsreich entwickeln können. Für diese pauschale Aussage gibt es jedoch keine einheitlich belegte empirische Grundlage.

Die „kleinen“ Verfallstage fallen auf den dritten Freitag der übrigen Monate.

Monatliche Verfallstermine für Aktien- und ETF-Optionen (USA) für die Jahre 2026-2028

202620272028
16. Januar 202615. Januar 202721. Januar 2028
20. Februar 202619. Februar 202718. Februar 2028
20. März 202619. März 202717. März 2028
17. April 202616. April 202721. April 2028
15. Mai 202621. Mai 202719. Mai 2028
18. Juni 2026 (Donnerstag)18. Juni 202716. Juni 2028
17. Juli 202616. Juli 202721. Juli 2028
21. August 202620. August 202718. August 2028
18. September 202617. September 202715. September 2028
16. Oktober 202615. Oktober 202720. Oktober 2028
20. November 202619. November 202717. November 2028
18. Dezember 202617. Dezember 202715. Dezember 2028
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Wie lange kann man Optionen handeln?

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die Verfallstage von Eurex-Optionen und US-Optionen sowie den Handelsschluss am letzten Handelstag von Optionen.

 Deutsche
Aktienoptionen
Deutsche
Indexoptionen
US-Optionen
VerfallstagDer dritte Freitag
des Monats.
Für "weeklys":
Jeden weiteren Freitag
Der dritte Freitag
des Monats.
Für "weeklys":
Jeden weiteren Freitag
Standard: Der dritte
Freitag des Monats.
Für "weeklys":
Jeden weiteren Freitag
Ausnahmen: VIX jeden
Mittwoch große
US-Indizes jeden Tag
Handelsschluss am
letzten Handelstag
17:30 UhrESTX50 12:00 Uhr
DAX 13:00 Uhr
22:00 Uhr (22:15 Uhr
für Indexoptionen)

Eurex Optionen: Verfall deutscher Aktienoptionen

Deutsche Aktienoptionen können bis zum Verfallstag um 17:30 Uhr gehandelt werden. Ist eine Long-Aktienoption mit 0,01 Euro oder mehr im Geld, wird diese in der Regel automatisch ausgeübt.

Eurex Optionen: Verfall deutscher Indexoptionen

Die Handelszeit von Indexoptionen auf den DAX endet um 13:00 Uhr. Optionen auf den Euro Stoxx 50 werden hingegen nur bis 12:00 Uhr gehandelt. Die Schlussabrechnung erfolgt jedoch nicht auf Basis des zuletzt gehandelten Preises, sondern wird anhand der durchschnittlichen Indexstände der letzten zehn Handelsminuten ermittelt. Dieser Mittelwert wird berechnet, indem der Indexstand minütlich erfasst wird.

Optionsverfall: US-Optionen

US-amerikanische Aktienoptionen können am Verfallstag in der Regel bis 22:00 Uhr deutscher Zeit gehandelt werden; danach endet der reguläre Handel und die Optionen verfallen. US-amerikanische Indexoptionen können in der Regel bis 22:15 Uhr deutscher Zeit am Verfallstag gehandelt werden.

Fazit Verfallstermine Optionen: Große Auswahl bei wachsender Komplexität

In den letzten Jahren hat sich das Angebot an Optionen sowohl auf den amerikanischen als auch auf den europäischen Märkten deutlich erweitert. Durch die größere Vielfalt an Verfallsterminen besteht inzwischen eine breite Auswahl: Es können kurzfristigere Optionsstrategien umgesetzt und Optionspositionen gezielter rund um besondere Ereignisse gehandelt werden.

Diese Vielfalt birgt jedoch auch die Gefahr, den Überblick zu verlieren. Je nach Basiswert unterscheiden sich die Handelszeiten teilweise erheblich. Das Ergebnis nach dem Verfall ist – abhängig davon, ob die Option im Geld oder aus dem Geld ist – entweder die Lieferung von Aktien, ein Barausgleich oder der wertlose Verfall.

Es empfiehlt sich daher, sich im Vorfeld genau zu informieren, was am Verfallstag mit einer Option passieren kann und bis zu welchem Zeitpunkt ein Kauf oder Verkauf noch möglich ist.

Eric Ludwig ist erfahrener Trader, Autor und Mitgründer der Tradehelden-Akademie. Als Betreiber der Plattform ericludwig.de und Entwickler verschiedener Handelsstrategien zählt er zu den anerkannten Experten im Bereich Optionshandel und Portfolio-Optimierung.

Nach seinem Abschluss als Diplom-Ingenieur startete er zunächst eine erfolgreiche Karriere in der Luftfahrtindustrie, bevor er seiner wahren Leidenschaft folgte – den Finanzmärkten. Seit über 20 Jahren ist er als aktiver Trader tätig und hat sich auf den Optionshandel spezialisiert.

Eric Ludwig ist nicht nur erfolgreicher Trader, sondern auch Ausbilder und Mentor. Mit der Tradehelden-Akademie bietet er praxisnahe Schulungen an, in denen er sowohl Anfänger als auch erfahrene Anleger in die Welt des Tradings einführt. Sein Fokus liegt auf strukturierten, regelbasierten Handelsansätzen und der charttechnischen Analyse, für die er auch eigene Börsenindikatoren auf TradingView programmiert.

Als Autor von vier Fachbüchern, die regelmäßig in den Top 50 der Amazon-Bestsellerliste für Futures & Optionen erscheinen, teilt Eric Ludwig sein Fachwissen mit einer breiten Leserschaft. Darüber hinaus vermittelt er seine Strategien und Analysen in vier renommierten Börsendiensten (Planet Options, Der Earnings-Trader, 5-Star Options und Smarte Portfolios).

Sein Ziel ist es, Tradern und Investoren eine klare, fundierte und praxisorientierte Herangehensweise an die Finanzmärkte zu vermitteln, damit sie eigenständig erfolgreiche Strategien entwickeln können.

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