Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).
Dank der kleineren Kontraktgröße wird es möglich, mit weniger Kapitaleinsatz gezielt Optionen auf hochpreisige Aktien zu handeln. Für deutsche Anleger besonders interessant: Mini-Optionen stehen auch für die drei DAX-Aktien Rheinmetall, Münchener Rück und MTU Aero Engines zur Verfügung. Neben der Eurex bietet auch Euronext Mini-Optionen auf verschiedene Aktien an. Dabei unterscheiden sich die verfügbaren Basiswerte teilweise zwischen den beiden Börsen.
Optionen sind komplexe Finanzinstrumente und mit erheblichen Risiken verbunden. Anleger sollten sorgfältig prüfen, ob sie für ihre Anlageziele und ihre Risikobereitschaft geeignet sind. Zudem sollten Anleger ihre Kenntnisse über den Optionsmarkt und Handelsstrategien vertiefen, bevor sie mit dem Optionshandel beginnen.
Inhalt
Was sind Mini-Optionen?
Mini-Optionen funktionieren weitgehend wie normale Optionen. Der wichtigste Unterschied liegt in der Kontraktgröße. Während sich ein Standardoptionskontrakt bei vielen Aktienoptionen auf 100 zugrunde liegende Aktien bezieht, haben die hier vorgestellten Mini-Aktienoptionen auf Rheinmetall, Münchener Rück und MTU Aero Engines einen Kontraktmultiplikator von 10.
Damit lässt sich das nominale Volumen einer Optionsposition deutlich reduzieren. Gerade bei hochpreisigen DAX-Aktien kann dies einen erheblichen Unterschied machen. Mit einem Zehntel der Größe eines Standardoptionskontrakts bieten diese Mini-Optionen mehr Flexibilität für Anleger, die Positionen feiner dosieren möchten. Die geringere Kontraktgröße kann niedrigere Kapitalanforderungen und eine reduzierte absolute Risikoexposition ermöglichen.
Die konkreten Transaktionskosten hängen vom Broker und dessen Konditionen für den Handel an der Eurex ab. Anleger sollten daher vor dem Handel die jeweils aktuelle Gebührenübersicht prüfen.
| Merkmal | Standardoptionskontrakt | Mini-Optionskontrakt |
|---|---|---|
| Basiswert | Aktie XYZ | Aktie XYZ |
| Kontraktgröße | 100 Aktien | 10 Aktien |
| Aktienkurs XYZ | 100 € | 100 € |
| Prämie je Aktie | 5,00 € | 5,00 € |
| Gesamte Prämie je Kontrakt | 500 € (100 × 5 €) | 50 € (10 × 5 €) |
Beispiel: Mini-Optionen auf Rheinmetall
Nehmen wir als vereinfachtes Beispiel an, die Rheinmetall-Aktie notiert bei 1.000 €. Ein Standardoptionskontrakt mit einer Kontraktgröße von 100 Aktien würde dann einen zugrunde liegenden Kontraktwert von 100.000 € repräsentieren. Eine Mini-Option mit einem Multiplikator von 10 reduziert diesen nominalen Kontraktwert auf 10.000 €.
Gerade bei einer hochpreisigen DAX-Aktie wie Rheinmetall wird deutlich, welchen Unterschied die kleinere Kontraktgröße machen kann. Optionsstrategien lassen sich dadurch feiner skalieren und die absolute Positionsgröße kann besser an das verfügbare Kapital angepasst werden.
Dabei können auch mögliche Marginanforderungen bei bestimmten Strategien geringer ausfallen. Die konkrete Margin hängt jedoch von der jeweiligen Position, dem Kontotyp, der Marktbewegung und den Vorgaben des Brokers bzw. Clearingmodells ab.
Darüber hinaus lässt sich eine Aktienposition genauer absichern. Angenommen, Sie besitzen 150 Aktien eines Unternehmens. Mit Standardoptionen auf jeweils 100 Aktien könnten Sie beispielsweise 100 Aktien absichern. Stehen zusätzlich Mini-Optionen mit einem Multiplikator von 10 zur Verfügung, lässt sich die Absicherung theoretisch in kleineren Schritten an die tatsächliche Aktienposition anpassen.
Dies kann auch bei Optionsstrategien wie Covered Calls von Vorteil sein, da Anleger ihre Positionen präziser strukturieren können.
Welche deutschen Aktien sind als Mini-Optionen verfügbar?
An der Eurex sind Mini Single Stock Options auf eine Auswahl hochpreisiger deutscher und europäischer Aktien verfügbar. Für deutsche Anleger besonders relevant sind derzeit drei DAX-Aktien: Rheinmetall, Münchener Rück und MTU Aero Engines.
Die Auswahl ist nachvollziehbar: Gerade bei Aktien mit hohen Kursen können klassische Optionskontrakte mit einer Kontraktgröße von 100 erhebliche Kontraktvolumina erreichen. Mini-Optionen sollen hier eine feinere Positionssteuerung ermöglichen.
Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der an der Eurex verfügbaren Optionen auf deutsche DAX-Werte und weitere europäische Aktien mit einem Multiplikator von 10 sowie dem jeweiligen Eurex-Kürzel der Optionsklasse (Tradingklasse):
| Land | Aktie | ISIN des Basiswerts | Eurex Kürzel der Tradingklasse | Multiplikator |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | Rheinmetall | DE0007030009 | RHM2 | 10 |
| Deutschland | Münchener Rück | DE0008430026 | MV22 | 10 |
| Deutschland | MTU Aero Engines | DE000A0D9PT0 | MTX2 | 10 |
| Frankreich | Hermès International | FR0000052292 | HMI2 | 10 |
| Frankreich | LVMH | FR0000121014 | MOH2 | 10 |
| Frankreich | L’Oréal | FR0000120321 | LOR2 | 10 |
| Frankreich | Safran | FR0000073272 | SEJ2 | 10 |
| Frankreich | Kering | FR0000121485 | PPX2 | 10 |
| Frankreich | EssilorLuxottica | FR0000121667 | ESL2 | 10 |
| Niederlande | ASML Holding | NL0010273215 | ASM2 | 10 |
| Niederlande | ASM International | NL0000334118 | ASI2 | 10 |
| Schweiz | Swiss Life Holding | CH0014852781 | SLH2 | 10 |
| Schweiz | Swissquote Group | CH0010675863 | SQN2 | 10 |
| Schweiz | VAT Group | CH0311864901 | VAG2 | 10 |
Mini-Optionen in der Handelsplattform auswählen
Wie Mini-Optionen in einer Handelsplattform ausgewählt werden, hängt von der jeweiligen Brokeroberfläche ab. Entscheidend ist, den richtigen Eurex-Kontrakt bzw. die korrekte Produktklasse auszuwählen.
Bei den deutschen Mini-Aktienoptionen sollten Anleger insbesondere auf das jeweilige Eurex-Kürzel (bzw. die ISIN) und den Multiplikator achten. So lassen sich Mini-Kontrakte von klassischen Aktienoptionen auf denselben Basiswert unterscheiden.
In der TWS-Handelsplattform können verfügbare Optionskontrakte über die Optionskette und die jeweilige Trading- bzw. Produktklasse ausgewählt werden. Vor der Orderaufgabe sollten Anleger stets kontrollieren, welcher Multiplikator für den gewählten Kontrakt gilt.

Wenn Sie den Webtrader LYNX+ nutzen, können Sie die Mini-Optionen auswählen, indem Sie im Bereich Optionen bei “Multiplikator” die Zahl 10 auswählen.

Risiken von Mini-Optionen
Mini-Optionen können eine interessante Möglichkeit sein, um Optionen auf hochpreisige Aktien mit kleineren Kontraktgrößen zu handeln. Durch den geringeren Multiplikator fällt auch die absolute Exponierung pro Kontrakt niedriger aus, was eine präzisere Steuerung des eingesetzten Kapitals ermöglicht.
Die grundsätzlichen Risiken von Optionen bleiben jedoch bestehen. Aufgrund des Hebeleffekts können Verluste ebenso schnell steigen wie Gewinne – insbesondere bei starken Kursbewegungen des zugrunde liegenden Basiswerts.
Darüber hinaus sollten Anleger beachten, dass Mini-Aktienoptionen je nach Basiswert und Marktphase möglicherweise eine geringere Handelsaktivität aufweisen als etablierte Standardoptionen. Dies kann zu breiteren Geld-Brief-Spannen und einer eingeschränkten Handelbarkeit führen. Daher kann es sinnvoll sein, bei der Orderaufgabe mit Limits zu arbeiten und Liquidität sowie Orderbuch genau zu beobachten.
Die Eurex verweist bei ihren Mini Single Stock Options auf ihre bestehende Handelsinfrastruktur und Liquiditätsstrukturen. Dennoch sollten Anleger die tatsächliche Liquidität des jeweiligen Kontrakts vor jeder Transaktion individuell prüfen.
Wie bei jedem anderen Anlageprodukt gilt: Optionen bieten spezifische Chancen und Risiken. Handeln Sie nur Märkte, Produkte und Strategien, deren Funktionsweise Sie verstehen und die zu Ihren Anlagezielen und Ihrer Risikobereitschaft passen.
Drei wichtige Risiken beim Handel mit Optionen
- Hebeleffekt: Durch den Hebeleffekt können bereits kleine Kursbewegungen des Basiswerts zu hohen prozentualen Gewinnen oder Verlusten bei der Option führen. Dies erhöht das Risiko erheblich, insbesondere bei ungedeckten Short-Positionen.
- Zeitwertverlust: Optionen können mit zunehmender Annäherung an den Verfallstermin an Zeitwert verlieren. Dies betrifft insbesondere Optionen, die keinen oder nur einen geringen inneren Wert besitzen.
- Potenziell unbegrenztes Risiko bei Short-Positionen: Beim ungedeckten Schreiben einer Call-Option ist der mögliche Verlust theoretisch unbegrenzt. Auch beim Schreiben von Put-Optionen können erhebliche Verluste entstehen, wenn der zugrunde liegende Basiswert stark fällt.
Zusammengefasst
- Niedrigere nominale Positionsgröße: Bei den vorgestellten deutschen Mini-Aktienoptionen beträgt der Multiplikator 10.
- Zugang zu hochpreisigen DAX-Aktien: Mini-Optionen unter anderem auf Rheinmetall, Münchener Rück und MTU Aero Engines.
- Flexiblere Strategien: Mini-Optionen können für Spreads, Kombinationen und eine präzisere Positionssteuerung eingesetzt werden.
- Handel über die Eurex: Die Mini Single Stock Options werden an Europas führender Terminbörse für europäische Derivate angeboten.
- Präzisere Absicherung: Aktienpositionen können bei geeigneten Konstellationen feiner abgesichert werden als ausschließlich mit großen Standardkontrakten.
Was sind Mini-Optionen?
Mini-Optionen sind Optionskontrakte mit einer kleineren Kontraktgröße als vergleichbare Standardoptionen. Bei den hier vorgestellten Eurex Mini Single Stock Options auf Rheinmetall, Münchener Rück und MTU Aero Engines beträgt der Kontraktmultiplikator 10. Dadurch fällt die nominale Größe einer Position deutlich geringer aus als bei einem Standardkontrakt mit einem Multiplikator von 100.
Was ist der Unterschied zwischen Mini-Optionen und Standardoptionen?
Der wichtigste Unterschied liegt in der Kontraktgröße. Bei den vorgestellten Mini-Optionen auf deutsche DAX-Aktien beträgt der Multiplikator 10, während vergleichbare Standardaktienoptionen häufig einen Multiplikator von 100 aufweisen. Die grundsätzliche Funktionsweise einer Option bleibt weitgehend gleich.
Warum entscheiden sich Anleger für Mini-Optionen?
Anleger können Mini-Optionen nutzen, um mit kleineren nominalen Positionsgrößen auf hochpreisige Aktien zu setzen oder bestehende Positionen abzusichern. Zudem lassen sich Positionen genauer an die gewünschte Stückzahl und das verfügbare Kapital anpassen.
Welche deutschen Aktien sind mit Mini-Optionen handelbar?
An der Eurex stehen Mini Single Stock Options unter anderem auf die DAX-Aktien Rheinmetall, Münchener Rück und MTU Aero Engines zur Verfügung. Die jeweiligen Eurex-Produktcodes lauten RHM2, MV22 und MTX2. Anleger sollten vor dem Handel stets die aktuelle Produktübersicht und die konkreten Kontraktspezifikationen prüfen.
Wo werden Mini-Optionen auf deutsche Aktien gehandelt?
Die hier vorgestellten Mini Single Stock Options auf deutsche Aktien werden an der Eurex gehandelt. Die Eurex zählt zu den wichtigsten Terminbörsen weltweit und ist ein zentraler Handelsplatz für Optionen und Futures auf europäische Aktien und Indizes. Neben der Eurex bietet auch die Euronext Mini-Optionen auf verschiedene Aktien an. Dabei unterscheiden sich die verfügbaren Basiswerte teilweise zwischen den beiden Börsen.
Welche Risiken haben Mini-Optionen?
Mini-Optionen weisen grundsätzlich dieselben Optionsrisiken wie Standardoptionen auf, darunter Hebelwirkung und Zeitwertverlust. Zusätzlich kann die Liquidität einzelner Mini-Kontrakte geringer sein, wodurch Geld-Brief-Spannen breiter ausfallen können. Limitierte Orders können daher besonders sinnvoll sein.
Sind Mini-Optionen für Privatanleger in Deutschland geeignet?
Mini-Optionen können für erfahrene Privatanleger interessant sein, die Optionsstrategien mit kleineren Kontraktgrößen umsetzen möchten. Sie bleiben jedoch komplexe Finanzinstrumente und setzen ein gutes Verständnis von Hebelwirkung, Zeitwertverlust, Volatilität, Marginanforderungen und den Risiken von Short-Positionen voraus.
Alles über Optionen:
Volatilität
Griechen