Brent Crude Oil aktuell Brent Crude Oil: Warum die Bären hier gute Karten haben

News: Aktuelle Analyse des Brent Crude Oil Futures

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Brent Crude Oil
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Ticker: COIL
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Währung: USD

In neun der letzten zehn Wochen wurden aus den USA sinkende Rohöl-Lagerbestände gemeldet. Nachdem die Anfang Mai vollzogenen, radikalen Kürzungen der Öl-Fördermengen fast drei Monate lang kaum einen Effekt auf die Lagerbestände der US-Unternehmen hatten, scheint jetzt die Nachfrage anzuziehen. Zwar ließe sich dieser Schwund der Lagerbestände, der übrigens noch in keiner Weise dramatisch ausfällt, auch erklären, wenn man unterstellt, dass die Unternehmen ihre eigenen Bestände bevorzugt nutzen, weil sie erwarten, diese bald am Markt zu billigeren Kursen wieder auffüllen zu können. Aber die zuletzt in Europa und China etwas besser, in den USA sogar spürbar besser ausfallenden Konjunkturdaten deuten an, dass dieser Anstieg der Nachfrage eine Zeitlang vorhalten könnte.

Doch der Kurs reagiert nicht auf diese Aspekte. Sie sehen, dass Brent Crude Oil, hier dargestellt im Future mit Dezember-Laufzeit, der derzeit den nächstgelegenen Verfalltermin darstellt (Frontmonat), nach einem kurzen Aufbäumen Mitte September schon wieder kraftlos wirkt. Bislang gelingt es nicht, den Kurs wieder auf Touren zu bekommen, nachdem er Anfang September noch unterhalb des „Deckels“ aus dem riesigen Abwärts-Gap vom März und der im Chart violett markierten 200-Tage-Linie nach unten abdrehte. Wo ist das Problem?

Expertenmeinung: Die Bären reklamieren zwei Aspekte für sich. Zum einen ist der Gedanke nicht von der Hand zu weisen, dass die Erholung der Wirtschaft weltweit im Herbst und Winter ins Stocken geraten würde, wenn die Kombination aus schon jetzt erneut steigenden Corona-Infektionen und einer Grippewelle zu wieder stärkeren Restriktionen führt. Zum anderen können und wollen die Ölförderländer die massiv gekürzte Produktion nicht auf Dauer auf diesem niedrigen Level laufen lassen. Viele dieser Nationen sind entscheidend auf die Einnahmen aus dem Ölgeschäft angewiesen und werden eher früher als später den Hahn wieder aufdrehen. Und das würde dieses fragile Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage umgehend wieder kippen.  

Dementsprechend dürften sich die bärischen Trader gute Chancen ausrechnen, die ausgebliebene Dynamik als Reaktion auf sinkende Lagerbestände für sich nutzen zu können, indem sie die mittelfristige, aus dem September-Tief und einem Zwischentief aus dem Juni zusammengesetzte Supportzone bei 38,41/39,90 US-Dollar gezielt attackieren. Sollte es gelingen, Brent Drude durch diese Auffangzone zu drücken, könnte der Lohn reichlich ausfallen, denn der Chart zeigt, dass sich darunter keine markanteren Unterstützungen in unmittelbarer Nähe finden würden, die einen solchen Abwärtsimpuls zwingend aufhalten müssten.

Brent Crude Oil: Chart vom 30.09.2020, Kurs 42,34 US-Dollar, Kürzel COIL | Online Broker LYNX
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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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Vorherige Analysen des Brent Crude Oil Futures

In den letzten sechs Wochen waren die Rohöl-Lagerbestände in den USA stetig gesunken. Und mit -9,36 Millionen Barrel war der am Mittwoch berichtete Rückgang in der vorherigen Kalenderwoche klar größer als seitens der Experten erwartet. Mittlerweile sind die US-Lagerbestände im Vergleich zu den Beständen zu Beginn der umfassenden Fördermengen-Kürzungen Anfang Mai tatsächlich spürbar gesunken. Und ausgerechnet jetzt, zu einem Zeitpunkt, an dem man behaupten könnte, dass die Nachfrage tatsächlich anzieht, fängt der Kurs von Brent Crude Oil an abzurutschen. Wieso?

Man kann sinkende Lagerbestände auf zweierlei Weise betrachten. Auf den ersten Blick müsste es bullisch sein, dass die Bestände sinken. Aber es kann eben auch eine andere Erklärung dafür geben, wieso die US-Unternehmen ihre Lagerbestände nutzen: Weil sie erwarten, diese Bestände bald zu billigeren Kursen am Markt auffüllen zu können. Und das wiederum wäre bärisch. Das Problem: Die Bestände werden zwar gemessen, aber nicht die dahinterstehenden Motive. Und ob in den USA, Europa oder Asien: In den letzten Wochen verdichten sich die Hinweise darauf, dass die Erholung vom Konjunktureinbruch zu stocken beginnt. Das würde durchaus dafürsprechen, dass die US-Unternehmen lieber ihre Lagerbestände nutzen, als das Öl trotz großer Vorräte zu einem Kurs am Markt zu kaufen, der sich in ein paar Wochen als „teuer“ erweisen könnte.

Expertenmeinung: Ob diese Interpretation sinkender Bestände richtig ist und ob darüber hinaus auch die US-Firmen mit dieser Vorgehensweise Recht bekommen werden, ist immer erst dann klar, wenn einige Wochen vergangen sind. Das Chartbild von Brent Crude Oil würde den Gedanken, dass der Ölpreis jetzt langsam kippt, aber unterstützen.

Brent Crude konnte sich zwar monatelang über der doppelten Unterstützung aus 20-Tage- und 50-Tage-Linie halten, sich aber andererseits auch nie von diesen Linien nach oben absetzen. Die durch die 200-Tage-Linie verstärkte Widerstandszone 51,30 zu 58,30 US-Dollar (bezogen auf den Kurs des derzeitigen Frontmonats November im Brent Crude Oil-Future) kam nie in Gefahr. Eine derart lange Seitwärtsbewegung ohne ernsthafte Ausbruchsversuche macht die Bullen natürlich nervös. Gut möglich also, dass viele kurzfristige Trader es auf der Short-Seite versuchen, falls die 20-Tage- und 50-Tage-Linie eindeutig brechen sollten. Am Donnerstag konnte sich der Kurs noch von seinem Tagestief lösen und in der Nähe der Linien schließen. Aber sollte dieses gestrige Tagestief (43,15 US-Dollar) mit Schlusskursen unter 42,50 US-Dollar eindeutig unterboten werden, könnte das bullische Lager schnell kapitulieren.

Chart vom 03.09.2020, Kurs 44,08 US-Dollar, Kürzel COIL | Online Broker LYNX

Während sich am Devisenmarkt und bei den Edel- und Industriemetallen in den letzten Wochen allerhand tut, scheinen nicht nur der Aktienmarkt außerhalb der Blue Chips der Nasdaq, sondern auch der zuvor so volatile, dynamische Ölpreis ins Sommerloch gefallen zu sein. Was ist da los?

Die Kurse der wichtigsten Ölsorten wie WTI oder dem hier abgebildeten Brent Crude Oil sind doch eigentlich ein Barometer der wirtschaftlichen Perspektiven. Wie also können ausgerechnet die Ölpreise so scheinbar unmotiviert seitwärts schleichen, wenn sich alle Welt bang die Frage stellt, ob die Flutung der Weltwirtschaft mit Geld den erhofften Effekt erzielt, indem sich das Wachstum zurückmeldet … oder diese Medikation kläglich scheitert und die Welt in eine Depression taumelt? Bullen und Bären müssten sich hier eigentlich heiße Gefechte liefern. Und doch ist dieser Kursverlauf des „Frontmonats“ Oktober im Brent Crude Oil-Future eher eine „Flatline“. Schlafen die Trader?

Expertenmeinung: Nein, sie ruhen nur … oder besser: Sie belauern sich gegenseitig. Es ist ein äußerst fragiles Gleichgewicht, das sich da derzeit zeigt. Eines zwischen der weiterhin geltenden, radikalen Fördermengenkürzung, die die momentan in den Kursen auch erreichte Stabilisierung erzielen sollte. Und zwischen der bislang eben noch offen Frage, ob die Weltwirtschaft wieder durchstartet oder über einen „dead cat bounce“, wie die US-Trader eine fruchtlose Gegenreaktion ohne Fundament nennen, nicht hinauskommt.

Wenn erst einmal eine Art Trading-Totpunkt innerhalb einer übergeordneten, offenen Gemengelage erreicht ist, wird es für die Trader schwierig. Denn sie müssen damit rechnen, dass jeder Versuch, Brent Crude nach oben oder unten aus seiner Lethargie herauszutragen, umgehend auf Gegenwehr treffen könnte, die so stark ist, dass die eigene Aktion egalisiert wird und der Kurs in die Gegenrichtung davonzieht. Da niemand wirklich etwas tut und niemand den anderen in die Köpfe schauen kann, weiß niemand wirklich, was die anderen planen, nicht einmal, ob sie grundsätzlich eher bullisch oder bärisch für die mittelfristige Tendenz wären. Daher passiert jetzt seit Wochen immer weniger.

Aber der Chart offeriert durchaus charttechnische Ankerpunkte, die, wenn erreicht oder überwunden, den Startschuss für einen neuen Trendimpuls setzen und damit dazu führen können, dass die derzeit ruhenden Trader blitzschnell wieder aktiv werden. Auf der Oberseite wäre ein Closing über 46,50 US-Dollar und damit einigermaßen deutlich über dem bisherigen Monats-Verlaufshoch eine taugliche Basis für einen Anlauf an die untere Begrenzung der riesigen Abwärts-Kurslücke vom März bei 50 US-Dollar. Auf der Unterseite wäre ein Schlusskurs unter der seit zwei Monaten gehaltenen Unterstützungszone aus 20-Tage- und 50-Tage-Linie, derzeit bei 43,00/44,50 US-Dollar, eine Basis für einen Abwärtsimpuls. Wann? Das ist offen, das ist das Spannende an solchen scheinbar so lethargischen Phasen, so dass man auf Brent Crude gerade dann, wenn scheinbar alle eingeschlafen sind, ein wachsames Auge haben sollte. Aber es gilt auch, immer das Risiko von Bullen- und Bärenfallen im Hinterkopf zu haben, von denen es im Extremfall auch mehrere geben kann, bevor sich wirklich eine Richtung etabliert.

Chart vom 17.08.2020, Kurs 45,29 US-Dollar, Kürzel COIL | Online Broker LYNX

Ein Minus von 7,5 Millionen Barrel bei den US-Rohöllagerbeständen, das wurde am Mittwoch für die vergangene Kalenderwoche gemeldet. Ein Indiz dafür, dass die Nachfrage endlich spürbar anzieht, der Weg für deutlich höhere Ölpreise frei ist? Nicht unbedingt. Und auch, wenn der Kurs von Brent Crude Oil daraufhin zur Wochenmitte anzog, noch ist der Befreiungsschlag nicht gelungen. Diese hartnäckige Widerstandszone 43,20/44,00 US-Dollar im aktuell als „Frontmonat“ dienenden Future mit September-Liefertermin, an der Brent Crude Oil seit April nicht vorbeikommt, ist angegangen, aber noch nicht bezwungen. Wo klemmt es?

Den Tradern ist klar, dass die Lagerbestandsdaten der US-Unternehmen ein zweischneidiges Schwert sind. Zum einen lässt sich ausrechnen, dass der Lagerbestand im Saldo, trotz des jüngsten Minus, seit Inkrafttreten der massiven Fördermengenkürzung Anfang Mai trotzdem noch viel Millionen Barrel höher liegt als Ende April. Wichtiger aber ist, dass man nicht erkennen kann, welche Motivation sich hinter diesem Rückgang der Bestände verbirgt, denn: Expertenmeinung: Dieser Rückgang muss keineswegs bedeuten, dass die Nachfrage so anzieht, dass die US-Unternehmen ihre Lagerbestände hätten angreifen müssen, weil am Markt nicht genug Rohöl zu bekommen war. Es kann ebenso gut sein, dass einige Unternehmen lieber ihre vollen Lager zur Deckung des laufenden Bedarfs herangezogen haben, weil sie damit rechnen, dass sie die Bestände in Kürze zu billigeren Kursen auffüllen können … gerade weil sie am Puls des Geschehens sind und erkennen, dass die Nachfrage nicht anzieht und der Ölpreis daher in den kommenden Wochen nachgeben könnte. Sich alleine aus dieser Motivation heraus an die Lagerbestände zu halten, wäre kein Problem, immerhin sind diese randvoll. Der erneute Ausbruchsversuch muss also nicht gelingen. Doch wenn er gelingt, kann Brent Crude recht schnell an die nächste Charthürde laufen, die untere Begrenzung der gewaltigen Abwärts-Kurslücke vom März. Denn dann würden natürlich viele Stop Loss-Orders auf der Short-Seite ausgelöst und einen Anstieg, auf den die technisch orientierten Trader dann umgehend aufspringen dürften, noch intensivieren. Aber noch ist das bullische Lager eben nicht „durch“. Auf der Unterseite bleibt es dabei: Die beiden gleitenden Durchschnitte der letzten 20 und 50 Handelstage müssen halten, um die Chance auf eine Rallye aufrechtzuerhalten. Sollten diese beiden Supportlinien mit Schlusskursen unter 40 US-Dollar fallen, wäre ein schneller Abwärtsimpuls keine Überraschung. Brent Crude Oil Chart vom 15.07.2020, Kurs 43,77 US-Dollar, Kürzel COIL | Online Broker LYNX

Er war eine Überraschung, dieser Rückgang der US-Rohöllagerbestände um 7,2 Millionen Barrel, der am Mittwoch für die vorvergangene Woche gemeldet wurde. Es war der größte Rückgang seit Beginn der umfassenden Fördermengenkürzung Anfang Mai. Aber womöglich war es gerade das, was verhinderte, dass die Trader diese Daten als Beleg einer nachhaltig anziehenden Nachfrage ansahen. Und so blieb der charttechnische Befreiungsschlag bei den wichtigen Rohölsorten, hier Brent Crude, aus. Summiert man die Veränderungen der US-Lagerbestände seit Anfang Mai, ist der Saldo in etwa neutral. Ein nennenswerter Abbau der Lager erfolgte also nicht. Das muss zwar im Prinzip nicht zwingend bedeuten, dass die Nachfrage nicht anzieht, denn die US-Unternehmen hätten natürlich nötige Bestände direkt am Markt kaufen können. Aber hätten sie das getan, hätte der Ölpreis anziehen müssen, zumal sich die großen Ölproduzenten offenbar an die Vereinbarungen geringerer Fördermengen halten. Es scheint also, dass es durch diese radikalen Maßnahmen der OPEC, Russlands und, wenngleich außerhalb offizieller Vereinbarungen, der USA zwar gelungen ist, den freien Fall der Ölpreise zu stoppen und die Kurse auf niedrigem Niveau zu stabilisieren, mehr aber auch nicht. Und da stellt sich natürlich die Frage, ob das bullische Lager wirklich noch lange versuchen wird, die massive Hürde, an welcher Brent Crude Oil seit vier Wochen nicht vorbei kommt, zu belagern.     Expertenmeinung: Normalerweise gilt die Regel: Wenn nach oben nichts geht, pflegen die Trader es einfach mal auf der Gegenseite zu probieren. Agilen Tradern ist es ja letzten Endes egal, in welche Richtung ein Trend führt, solange er nur intensiv genug ist, um damit Geld zu verdienen. Und gerade der Rohstoffbereich wird normalerweise von charttechnisch und kurzfristig orientieren Tradern dominiert. Es ist die Widerstandslinie um 43,30 US-Dollar, an der sich die Bullen seit Anfang Juni die Zähne ausbeißen, eine Linie, die durch eine abverkaufte Gegenreaktion Anfang April definiert wurde. Dabei ist die Perspektive nach oben nicht einmal so grandios, denn schon bei 48,40 US-Dollar würde der nächste Widerstand warten, die untere Begrenzung des riesigen Abwärts-Gaps, das am 9. März entstanden war. Vier Wochen sind bereits eine recht lange Zeit. Es mag zwar sein, dass große Adressen der Ölbranche versuchen, den Kurs aktiv vor einem erneuten Abwärtsschwenk zu bewahren. Aber würden ausreichend viele kurzfristige Trader die Seiten wechseln, von der Long- auf die Short-Seite switchen, dürfte es kaum möglich sein, einen solchen Druck aufzufangen. Und die Perspektive ist auf der Unterseite recht verlockend, wirklich markante Supportlinien fänden sich vorerst nicht, wenn Brent Crude die „Leitstrahlen“ der Aufwärtsbewegung durchbrechen würde, die mittlerweile bereits in eine Seitwärtsbewegung eingeschwenkt sind. Dabei handelt es sich um die gleitenden Durchschnitte der letzten 20 und 50 Handelstage bei aktuell 41,20 und 39,34 US-Dollar. Würden die mit Schlusskursen unter 36,80 US-Dollar so klar gebrochen, dass damit auch das letzte Zwischentief vom 13. Juni unterboten würde, wäre Brent Crude Oil auf der Short-Seite wieder höchst interessant. Chart vom 02.07.2020, Kurs 42,74 US-Dollar, Kürzel COIL

Man hatte sich von den Fördermengenkürzungen der OPEC, Russlands und, wenn auch ohne offizielles Abkommen, der USA versprochen, dass das Angebot umgehend wieder der Nachfrage entspricht und der Ölpreis daraufhin anzieht. Zugleich hat das bullische Lager darauf gesetzt, dass die Lockerungen der Einschränkungen in Europa und den USA die Nachfrage hinreichend schnell belebt, dass nicht nur der Preis pro Barrel anzieht, sondern auch die übervollen Lager abgebaut werden. Doch da Letzteres nicht der Fall ist, kommen den Bullen mittlerweile wohl Zweifel, ob dann der Rest nicht auch nur Schall und Rauch statt Realität sein könnte. In den bislang berichteten sechs Wochen seit Beginn der in ihrer Größenordnung bislang einmaligen Fördermengen-Kappung haben die Lagerbestände der US-Unternehmen nicht ab-, sondern weiter zugenommen, um ca. zehn Millionen Barrel. Selbst am Mittwoch, als die jüngsten, wieder einmal wider Erwarten gestiegenen statt gefallenen US-Lagerbestände auf den Tisch kamen, konnten die Bullen negative Reaktionen noch „wegkaufen“ und den Aufwärtstrend dadurch aufrechterhalten. Doch mit dem Kursrutsch der Aktienmärkte am Donnerstag gingen auch hier die Lichter aus. Mit einem Minus von 6,8 Prozent wurde der Ende April etablierte Aufwärtstrend bei Brent Crude Oil gebrochen. Bahn frei für die Bären, kommen jetzt die alten Tiefs zurück? Expertenmeinung: Das ist zwar denkbar, vor allem, wenn die noch vor wenigen Tagen so unerschütterlich wirkende, allgemeine Zuversicht am Aktienmarkt nachhaltig dahin sein sollte. Aber entschieden ist das noch nicht, denn unterhalb der in der Tat gestern gebrochenen Aufwärtstrendlinie wartet für die Bullen noch ein Sprungtuch. Das setzt sich aus der 20-Tage- und der 50-Tage-Linie zusammen, die nahezu auf dem gleichen Level um 37,70 US-Dollar verlaufen und mit dem Handelsende des Donnerstags fast punktgenau erreicht wurden. Sollte dieses Sprungtuch den Abverkauf auffangen, wäre das für das bullische Lager sogar ein perfektes Szenario. Denn zieht Brent Crude Oil von hier aus wieder an, wäre ein Break über die zuletzt angegangene, aber nicht bezwungene Widerstandslinie im Bereich 43,40 US-Dollar schnell erreicht. Und das würde dazu führen, dass die beiden am Donnerstag getesteten gleitenden Durchschnitte ein bullisches Crossover vollziehen (d.h. die blaue 20-Tage-Linie läuft über die rote 50-Tage-Linie) und das positive Signal dadurch noch intensivieren. Aber bevor das nicht wirklich gelungen ist, bleibt Brent Crude auf der Kippe. Schließt der Kurs unter diesen beiden gleitenden Durchschnitten, wäre das ein markant bärisches Signal, das im Extremfall tatsächlich dazu führen könnte, dass das bisherige Jahrestief bei 19,06 US-Dollar noch einmal angesteuert wird. Rohöl Chart vom 11.06.2020, Kurs 37,87 US-Dollar, Kürzel COIL | Online Broker LYNX