Die besten NASDAQ 100 ETFs | Online Broker LYNX

So bekommen Sie alle großen US-Technologieaktien mit einem Trade ins Depot

Der US-Index Nasdaq 100, der die wichtigsten und größten an der Computerbörse Nasdaq gelisteten Unternehmen unter einem Index-Dach zusammenfasst, ist unter den Investoren weltweit das Sinnbild starker, fortschrittlicher Unternehmen, deren Aktien über Jahre hinweg gewaltige Gewinne abwarfen. Dieses Bild ist durchaus zutreffend und es lohnt daher, als Anleger ein Auge auf diesen Index und die dort versammelten Blue Chips zu werfen.

Nicht zum ersten Mal haben sich die stärksten der US-Technologieunternehmen in einer konjunkturell besonders kritischen Phase als eine gute Wahl erwiesen. In diesem Beitrag werden wir uns zum einen ansehen, wie sich die Top-Aktien des Nasdaq 100 in diesem so herausfordernden Jahr 2020 bislang entwickelt haben und werden zudem die Perspektiven abklopfen, die der Nasdaq 100 jetzt, im Herbst 2020, für einen Investor bietet.

Apple, Amazon, Netflix und viele mehr: Was genau ist der Nasdaq 100?

Die Nasdaq als Heimatbörse des Nasdaq 100-Index ist im Jahr 1971 gegründet worden und war damals die erste, reine Computerbörse der Welt, d.h. der Handel wurde ohne Händler und Börsenparkett abgewickelt. So ist es auch heute noch. Aber das heißt nicht, dass die Börse nur im Internet existiert, sie hat durchaus einen festen Sitz, und zwar am Times Square in Manhattan.

Der Name Nasdaq ist kein Phantasiekonstrukt, sondern die Abkürzung für „National Association of Securities Dealers Automated Quotations“, d.h. die automatisierte Kursstellung durch den nationalen Verband der Aktienhändler. Diese Vereinigung kreierte und startete diese erste Computerbörse der Welt. Mehr zur Geschichte der Nasdaq und ihren einzelnen Indizes finden Sie in diesem Beitrag:

Die Nasdaq: Alles, was Sie über die US-Technologiebörse wissen müssen

Der Nasdaq 100-Index versammelt dabei die 100 von der Marktkapitalisierung her größten Aktien, die an der Nasdaq insgesamt notiert sind (derzeit sind das über 3.000) unter einem Dach. Apple, Google (Alphabet), amazon.com, Microsoft, Intel, Netflix, Tesla, eBay, Facebook: All diese bekannten Namen versammeln sich in diesem Top-Index.

Dazu kommen große US-Unternehmen, die nicht dem Hightech-Bereich zugehören, aber nicht minder spannend sind, so wie z.B. Starbucks, PepsiCo oder United Airlines. Dass es sich in den vergangenen Jahren lohnte, hier mit von der Partie zu sein und das wohl auch für die Zukunft gelten wird, zeigt unser folgender Vergleichschart über einen Zeitraum von zehn Jahren:

Der Nasdaq 100 hängt sie alle ab!

Hier sehen Sie an der prozentualen Skalierung rechts im Chart, wie unglaublich viel stärker dieser technologielastige Index im Vergleich zum marktbreiten US-Index S&P 500 oder gar zum US-Gesamtmarkt, hier repräsentiert durch den New York Stock Exchange (NYSE) Composite Index, gelaufen ist. Und noch extremer gilt das, wenn man die Performance des Nasdaq 100 mit der von DAX und TecDAX vergleicht, wie das im nächsten Chartbild zu sehen ist:

Wir haben hier neben dem Euro Stoxx 50 den DAX Kursindex als Vergleichsbasis gewählt und nicht den DAX Performanceindex, der normalerweise als „der“ DAX angesehen und kommuniziert wird. Der Grund: Nur der DAX Kursindex wird genauso berechnet wie der Nasdaq 100 und der Euro Stoxx 50, denn beim allgemein bekannteren DAX Performanceindex werden Dividenden als Kursgewinne gezählt und sofort reinvestiert, was die Performance deutlich steigert. Da die anderen beiden Indizes aber durch die reinen Kursveränderungen der in ihnen enthaltenen Aktien berechnet werden, kann nur der DAX Kursindex einen realistischen Vergleich bieten. Und der macht eines deutlich:

Der Nasdaq 100 hat in den vergangenen zehn Jahren alles und jeden abgehängt. Also sollte man sich allemal überlegen, dort mit von der Partie zu sein. Aber wie lässt sich das am besten bewerkstelligen?

Warum ein Nasdaq-ETF die bessere Wahl wäre

Mit einem Index-Fonds? Das wäre eine Möglichkeit. Aber oft schaffen es diese Fonds nicht, die Performance des Index zu erreichen oder gar zu übertreffen. Das liegt nicht daran, dass die Fondsmanager ihr Handwerk nicht verstehen würden. Es liegt an der immensen Schwankungsintensität, sprich der hohen Volatilität des Nasdaq 100 bzw. der in ihm gelisteten Aktien. Unsere nächste Grafik zeigt diese Problematik anhand der Kursverläufe der sogenannten FAANG-Aktien, der großen Publikumslieblinge des Index: Facebook, amazon.com, Apple, Netflix und Alphabet (ehemals Google), im Vergleich zum Index selbst über die vergangenen zwölf Monate:

Insbesondere Quartalsbilanzen führen dazu, dass die Aktien oft mit gewaltigen Kurslücken gegenüber dem Vortag in den Handel gehen. Das wiederholt sich alle drei Monate und kann bei jeder der 100 Nasdaq 100-Aktien zu starken Verwerfungen führen, die sich auch auf den Index auswirken. Ob diese Kurslücken nach oben oder nach unten weisen, weiß man nie vorher. Das macht den Fondsmanagern die Arbeit schwer … und Ihnen als Anleger nicht minder. Vor allem, wenn Sie den Weg gehen würden, sich einzelne Aktien herauszupicken, statt den gesamten Index als Investitionsbasis zu wählen. Davon abgesehen ist die Volatilität dieser Aktien an sich schon sehr hoch, wie man anhand der deutlichen Abweichungen der einzelnen Aktien vom Index selbst sieht.

Eine ideale Lösung wäre es also, den Index genauso im Depot zu haben, wie er sich tatsächlich entwickelt. Das ließe sich über gehebelte Derivate tun, aber damit hat man neben höheren Gewinnchancen eben auch höhere Verlustrisiken. Und wenn Sie sich ansehen, wie stark der Index über die vergangenen Jahre gelaufen ist, muss ein Hebel ja wirklich nicht sein, sofern Sie hier nicht kurzfristig traden, sondern mittel- und langfristig investieren möchten. Und damit wären wir bei einem ETF.

Ein ETF, d.h. ein „Exchange Trades Funds“, bildet den Index präzise nach und zeigt damit fast auf den Prozentpunkt genau dieselbe Performance, ist seitens der jährlichen Gebühren günstiger als nahezu alle Fonds und hat zudem keine Laufzeitbegrenzungen. Da die ETFs zudem rege an den Börsen gehandelt werden, ist es für Sie ein Leichtes, ein- und auszusteigen.

Der Währungsfaktor: Das müssen Sie dazu wissen

Wir zeigen Ihnen im Folgenden eine Auswahl an ETFs, die uns derzeit überzeugen. Dabei sind auch zwei, die währungsgesichert sind. Was bedeutet das?

Man muss berücksichtigen, dass der Nasdaq 100 ein US-Index ist, d.h. sein Wert wird in US-Dollar gerechnet. Damit spielt neben der reinen Kursveränderung auch die Veränderung des Wertes des US-Dollars zum Euro eine wichtige Rolle. Unsere folgende Grafik zeigt die Veränderung des Werts des US-Dollars aus Euro-Sicht. D.h. der Chart stellt die sonst übliche Darstellung der Euro/US-Dollar-Relation auf den Kopf, indem man hier sieht, wie viel Euro man für einen US-Dollar bezahlen muss statt umgekehrt. Fällt dieser Kurs, schwindet damit auch der Wert eines Investments im Nasdaq 100.

Und Sie sehen: Das sind alles andere als kleine Schwankungen. In den hier abgebildeten sieben Jahren zeigte die Währungsrelation eine Schwankungsbreite von 30 Prozent. Dagegen kann man sich mit sogenannten „währungsgesicherten“ ETFs schützen. Eine gute Sache? Sehen wir uns zunächst unsere Übersicht über die fünf aus unserer Sicht derzeit empfehlenswerten Nasdaq 100-ETFs an:

Die besten Nasdaq ETFs 2020

Name des ETFFondsvolumenAusschüttung?Performance 1 Jahr
inkl. Ausschüttung
Performance 3 Jahre
inkl. Ausschüttung
jährl. KostenReplikations-
Methode
währungs-
gesichert?
ISIN
iShares Nasdaq 100 UCITS ETF5,1 Mrd.thesaurierend*46.52%104.18%0.33%physischneinIE00B53SZB19
Invesco EQQQ NASDAQ-100 UCITS ETF3,9 Mrd.ja/quartalsweise45.87%103.36%0.30%physischneinIE0032077012
Lyxor Nasdaq-100 UCITS ETF0,7 Mrd.thesaurierend*46.67%105.11%0.22%synthetischneinLU1829221024
Invesco NASDAQ-100 EUR Hedged UCITS ETF0,15 Mrd.thesaurierend*52.90%86.16%0.35%physischjaIE00BYVTMS52
Amundi NASDAQ 100 UCITS ETF Daily Hedged - EUR0,53 Mrd.thesaurierend*53.05%88.04%0.35%synthetischjaLU1681038599
* "thesaurierend" bedeutet, dass Dividendenerträge der im Nasdaq 100 enthaltenen Aktien wieder investiert und nicht ausgeschüttet werden

Die Tabelle zeigt, dass die Währungssicherung nicht automatisch eine gute Lösung ist: Auf Sicht eines Jahres haben die beiden hier mit abgebildeten währungsgesicherten ETFs zwar etwas mehr zugelegt als die nicht währungsgesicherten ETFs. Aber über drei Jahre hätte man einen nicht unwesentlichen Performance-Nachteil gehabt, wenn man zur währungsgesicherten Variante gegriffen hätte. Warum?

Weil, wie der Chart US-Dollar/Euro oben auch zeigt, der Wert des US-Dollars zum Euro in den letzten zwölf Monaten gefallen ist. Das hat dazu geführt, dass die Performance der nicht währungsgesicherten ETFs um diesen prozentualen Wertverlust des US-Dollars geringer ausfiel. Aber: Auf Sicht von drei Jahren gab es keine nennenswerte Veränderung der Währungsrelation: Damals wie jetzt, Mitte Oktober 2020, notiert der US-Dollar bei ca. 0,85 Euro. Trotzdem ist die Performance der währungsgesicherten ETFs auf Drei-Jahres-Sicht niedriger als die der nicht währungsgesicherten ETFs. Das liegt daran, dass ein solches „Hedging“ der Währung kostenintensiv ist und über einen längeren Zeitraum auf die Performance drückt.

Man sollte sich daher überlegen, ob man diese Variante wirklich wählen möchte. Eine Alternative wäre, sich dann auf einen währungsgesicherten ETFs zu stützen, wenn der US-Dollar in einen klaren Abwärtstrend eingeschwenkt ist und ansonsten die „normalen“ Nasdaq 100-ETFs zu nutzen. Denn ein Wechsel ist schnell erledigt, wie gesagt: All diese ETFs sind problemlos an der Börse handelbar.

Physisch oder synthetisch: Wie wird der Nasdaq 100 vom ETF nachgebildet?

Einen wichtigen Punkt sollten Sie im Vorfeld eines Investments in einen Nasdaq 100-ETF noch beachten: Man hat die Wahl zwischen synthetisch und physisch replizierenden ETFs. Synthetisch replizierende ETFs bilden die Basis, also hier den Nasdaq 100-Index, über Derivate nach. Das ist immer mit einem höheren Risiko behaftet. Ein physisch replizierender ETF hingegen kauft die im Index enthaltenen Aktien tatsächlich, das ist die sicherere Variante.

Hausse in unruhigen Zeiten – wie könnte man jetzt in Nasdaq 100 ETFs investieren?

Die beeindruckende Stärke der großen US-Technologieunternehmen schlug sich nach dem Corona-Crash vom Februar und März deutlich in der Entwicklung des Nasdaq 100 nieder. Wer nach der Aufwärtswende des Index und seiner Rückkehr über den im folgenden Chart mit eingeblendeten 200-Tage-Durcschnitt eingestiegen war, hatte alles richtig gemacht. Der Nasdaq 100 kehrte nicht nur schnell an das vorherige Rekordhoch vom Februar zurück, sondern stieg noch einmal die gesamte Kursspanne zwischen dem alten Allzeithoch und dem Crash-Tief weiter. Damit stellt sich natürlich jetzt, im Oktober 2020, die Frage: Sollte man noch einsteigen?

Die Ertragsstärke der Index-Schwergewichte des Nasdaq 100 ist nicht vorübergehender Natur. Unternehmen wie Apple, amazon.com, Microsoft, Netflix, Alphabet, aber auch Adobe, PayPal oder Nvidia werden auch in Krisen stark bleiben. Deren Aktien haben auch weiterhin das Potenzial, besser zu laufen als der Aktienmarkt an sich. Und ihre Größe führt dazu, dass sie die Bewegungen des Nasdaq 100-Index dominieren. Aber das feit auch einen Nasdaq 100 nicht davor, kräftige Korrekturen zu sehen.

Wir stehen im Oktober 2020 vor einem schwierigen Winter. Die Konjunktur müsste jetzt liefern, was man am Aktienmarkt vorweggenommen hat und wieder in Richtung vorheriger Wachstumslevels gelangen. Doch die Corona-Pandemie ist noch nicht im Griff, hinzu kommt, speziell für den US-amerikanischen Aktienmarkt, die kritische Präsidentschaftswahl.

In einem solchen Umfeld und angesichts der gewaltigen Rallye, die der Index seit März vollzogen hat, bietet es sich an, Neuinvestments oder Zukäufe in Nasdaq 100-ETFs besonnen anzugehen. Der Chart zeigt, dass die Region 9.700/9.800 Punkte (das Februar-Hoch und die 200-Tage-Linie) ein denkbares Ziel für eine Korrektur wäre. Wann eine solche Korrektur kommt und wie weit sie dann wirklich nach unten führt, kann man nie im Voraus absehen. Aber dass Korrekturen nicht ausbleiben, ist unbestritten.

Daher wäre es eine sinnvolle Vorgehensweise, im Fall solcher Korrekturen zuzugreifen, sobald diese aus einer Stabilisierung heraus wieder in einen Kursanstieg münden, statt in stark steigende Kurse permanent zuzukaufen. Über solche Strategien hinaus sollte aber gelten, ETFs auf den Nasdaq 100 mit mittel- und langfristigem Horizont zu halten und nicht kurzfristig zu traden. Denn was, wenn nicht ein ETF auf den derzeit stärksten Aktienindex weltweit, wäre ein ideales Fundament für ein langfristig ausgerichtetes Depot?

Fazit: Die Top-US-Technologieaktien mit einem Nasdaq ETF mit nur einem Trade ins Depot holen

ETFs finden zu Recht eine immer größere Zustimmung bei den Investoren. Sie sind ein transparentes, sauberes Abbild dessen, in was man investieren möchte, weisen angenehm niedrige jährliche Gebühren auf und sind jederzeit handelbar. Gerade dann, wenn wie im Fall des Super-Performers Nasdaq 100 das Stock Picking zum Vollzeitjob würde, wäre ein solcher ETF deshalb eine perfekte Lösung für Ihr Depot!

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Ronald Gehrt, Chart- & Fundamentalanalyst | LYNX Börsenexperten
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