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EUR.USD Prognose Euro/US-Dollar: Was wird denn jetzt mit dem Dollar?

Aktuelle Entwicklung des EUR.USD

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen von EUR.USD

17.04.2026

Euro/US-Dollar: Hier wird es jetzt wieder spannend! — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.04.2026 um 22:28 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Stärke des US-Dollars zu Beginn des Iran-Kriegs war eine fast reflexhafte Flucht in einen vermeintlich „sicheren Hafen“. Doch die Euro/US-Dollar-Relation bildete schnell einen Boden, der in eine Aufwärtswende mündete. Aber kann sich der Euro wirklich wieder durchsetzen?

Die Frage ist, was die Akteure am Devisenmarkt motiviert hat, wieder vermehrt beim Euro zuzugreifen. Ist es die Einschätzung, dass die Krise in Nahost in absehbarer Zeit vorbei sein wird, so dass auch der „Krisenbonus“, den der US-Dollar gemeinhin genießt, obsolet würde? Oder vermutet man, dass die US-Wirtschaft durch diese Entwicklungen mehr geschwächt wurde als die der Eurozone, so dass es eher die Erwartung sinkender Zinsen und eines Rückgangs der Investitionen in den USA ist, die zu Abgaben beim US-Dollar, Käufen beim Euro und damit zu einem Anstieg der Euro/US-Dollar-Relation geführt hat?

Beides hätte so seine Haken. Was die Nahost-Krise angeht, gibt es zwar seitens des Weißen Hauses täglich neue Beteuerungen, dass man unmittelbar vor dem Ziel stehe. Aber die kommen schon seit Wochen. Bevor man nicht wirklich eine tragfähig wirkende Einigung seitens der Kontrahenten sieht, müsste man dieser Hoffnung eher misstrauen. Und eigentlich sind die Trader am Devisenmarkt erfahrungsgemäß eher vorsichtig und bauen selten Luftschlösser.

Und auch, wenn man davon ausgehen könnte, dass die US-Wirtschaft durch diese Entwicklung eigentlich erheblichen Schaden nehmen müsste: Bislang zeigt die Mehrzahl der für März eingelaufenen Konjunkturdaten das nicht an. Die Inflation lag zwar höher, lief aber bislang nicht aus dem Ruder. Die Arbeitsmarktdaten waren eher eine positive Überraschung. Die Konjunkturindizes der regionalen US-Notenbanken zeigen keine auffällige Schwäche. Und die Industrieproduktion, am Donnerstag für den März gemeldet, fiel zwar, dafür war sie aber im Februar gemäß einer gestrigen Aufwärtsrevision umso stärker gestiegen. Was hieße:

Expertenmeinung: Wirklich handfeste Argumente dafür, dass der Euro jetzt wieder zum Lieblingskind der Devisentrader wird, haben wir noch nicht. Und auch, wenn das Chartbild eine solide Bodenbildung innerhalb der Unterstützungszone 1,1392 zu 1,1469 US-Dollar pro Euro und die Rückeroberung der im Chart dick schwarz hervorgehobenen 200-Tage-Linie zeigt, gilt:

Euro/US-Dollar: Chart vom 16.04.2026, Kurs 1,1781 US-Dollar, Kürzel: EUR.USD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro/US-Dollar: Chart vom 16.04.2026, Kurs 1,1781 US-Dollar, Kürzel: EUR.USD | Quelle: TWS

Nach dem Widerstand ist vor dem Widerstand. Denn dadurch ist Euro/US-Dollar von unten an eine breite und massiv wirkende Widerstandszone zwischen 1,1761 und 1,1927 US-Dollar herangelaufen, die sich aus den Zwischenhochs seit Beginn des zweiten Halbjahrs 2025 zusammensetzt. Auffällig ist, dass der Anstieg am unteren Ende dieser Zone offenbar auf Widerstand trifft, denn da ging es seit Dienstag erst einmal nicht weiter. Damit ist die Sache ebenso offen wie spannend.

Erst wenn Euro/US-Dollar diese Zone als Widerstand herausnehmen sollte, ließe sich von einem Befreiungsschlag sprechen. Und auch nur dann von einem, dem man über den Weg trauen kann, wenn ihn Argumente für den Euro begleiten, die man bislang bestenfalls als „Vermutung“ einstufen darf, nämlich eine klar nach unten abdriftende US-Wirtschaft und/oder eine glaubwürdige Beruhigung der Lage in Nahost.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

01.04.2026

Euro /US-Dollar: Comeback-Chance für den Euro? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 31.03.2026 um 22:57 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Nachrichtenlage deutet darauf hin, dass die USA nach Wegen suchen, um aus der verzettelten Lage in Sachen Iran ohne Gesichtsverlust herauszukommen. Falls das gelingt, würde der Krisenbonus des US-Dollars hinfällig, der Euro hätte die Chance auf ein Comeback.

Die Frage ist: Gelingt das auch wirklich? Wo wäre ein Punkt erreicht, an dem die Investoren weltweit zu der Erkenntnis kommen könnten: Es ist ausgestanden? Angenommen, die USA würden tatsächlich die gesteckten Ziele als erreicht ausrufen … vage genug waren sie ja, um das tun zu können, auch wenn vieles, was zeitweise als Ziel formuliert wurde, dann unerledigt bliebe: Würde das genügen, um den Krisenherd Ölpreis effektiv abzukühlen? Oder hat man womöglich die Büchse der Pandora schon so weit geöffnet, dass der Nahe Osten weiter in Aufruhr und die Energieversorgung unsicher bleibt?

Man könnte es hier und heute nicht einmal grob einordnen. Die kommenden Tage und Wochen müssen weisen, ob sich die Lage beruhigt, bevor mehr Lieferketten reißen und aufgrund zu knapper Energievorräte Produktionsausfälle entstehen. Und solange das offen bleibt, ist die Rückkehr der Euro/US-Dollar-Relation in ihren vorherigen Aufwärtstrend eine Option, eine Chance. Mehr nicht. Aber rein charttechnisch gesehen ist sie greifbar, wie das Chartbild zeigt:

Euro/US-Dollar: Chart vom 31.03.2026, Kurs 1,1553 US-Dollar, Kürzel: EUR.USD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro/US-Dollar: Chart vom 31.03.2026, Kurs 1,1553 US-Dollar, Kürzel: EUR.USD | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Die Andeutungen aus dem Weißen Haus, dass die militärischen Operationen womöglich bald eingestellt werden könnten, trafen natürlich auf Skepsis. Zu oft hatte man schon vernommen, der Krieg sei quasi schon gewonnen und bald vorbei. Ein paar Tage, dachten eingangs viele, mehr würden das nicht. Jetzt läuft die fünfte Woche. Zwar wird erkennbar, dass die USA aus der Grube, die sie sich selbst gegraben haben, zügig und möglichst schadlos wieder hinauswollen. Ob ihnen das aber gelingt, ist bis dato unsicher.

Daher hatten diese Meldungen über einen auf einmal eher „taubenhaft“ sprechenden US-Präsidenten zwar am Dienstag Abgaben beim US-Dollar und damit ein solides Plus bei Euro/US-Dollar zur Folge, aber ein bullisches Signal war das noch keines. Indes, dieser Zugewinn beim Euro hat das Währungspaar immerhin näher an ein solches Signal herangetragen.

So hätte man hier die Chance auf ein Doppeltief, das, wenn es mit Schlusskursen über 1,1676 US-Dollar pro Euro signifikant vollendet wäre, nicht nur die Ende Januar etablierte Abwärtstrendlinie, sondern auch die 200-Tage-Linie in einem Rutsch mit überwinden würde. Zwar würde im Bereich 1,1789 zu 1,1919 US-Dollar schon die nächste Widerstandszone warten. Aber immerhin wäre damit das Eis erst einmal gebrochen und das Risiko zunächst vom Tisch, dass die Währungsrelation nach unten ausbricht.

Noch aber ist dieses Risiko eben da. Sollte die Lage um den Iran doch entgegen jetzt aufkeimender Hoffnungen weiter eskalieren, wäre ein Bruch der bislang gehaltenen Supportzone 1,1392/1,1469 US-Dollar, der ein charttechnisches Kursziel in den Bereich 1,1201/1,1214 US-Dollar freigeben würde, keine Überraschung. Welches von beiden Szenarien wäre wahrscheinlicher?

In dieser aktuellen Situation wäre eine Positionierung innerhalb dieser derzeitigen Range zwischen 1,1392 und 1,1676 US-Dollar eine reine Wette. Denn letztlich hängt vieles, wenn nicht alles, was in den kommenden Tagen und Wochen hier passiert, von den Entscheidungen eines einzigen Mannes in Washington ab, der dafür bekannt ist, an Meinungen und Erkenntnissen nicht gerade eisern festzuhalten.

Aussicht: Neutral

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

18.03.2026

Euro/US-Dollar: Der „Krisen-Indikator“ gibt noch keine Entwarnung — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.03.2026 um 21:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Während man am Aktienmarkt eher krampfhaft versucht, ein Bild der Normalität aufrechtzuerhalten, zeigt die Euro/US-Dollar-Relation, dass man am Devisenmarkt keineswegs der Ansicht ist, wieder in ruhigem Fahrwasser unterwegs zu sein: Der US-Dollar bleibt stark.

Es ist letzten Endes mehr ein Reflex als eine zwingende Logik: Wenn die geopolitischen Spannungen zunehmen, neigen Investoren rund um den Globus dazu, den US-Dollar gegenüber anderen Währungen zu bevorzugen. Der Greenback, wie man ihn auch nennt, genießt auch heute noch den Status einer krisenfesten Währung … und das, obwohl die USA derzeit einen der entscheidenden Dreh- und Angelpunkte für die zunehmenden Risiken darstellen. Andererseits:

Die USA werden politisch wie militärisch derzeit immer dominanter. Und ob man das mag oder nicht: Damit kaufen Trader, die aktuell gezielt im US-Dollar Long gehen, die Währung des „Stärksten“, was man tendenziell auch mit dem höchsten Grad an Sicherheit gleichsetzt.

Zugleich zeigt die ungebrochene US-Dollar-Stärke, dass von Normalität und Entwarnung bislang keine Rede sein kann. Denn neue, tragende Argumente, die für ein nachhaltigeres Ende der vorherigen Euro-Stärke sprechen, finden sich nicht. Nichts außer diesem „Krisen-Bonus“ des US-Dollars. Zwar kam es seit Beginn dieser Handelswoche zu einer Gegenbewegung, d.h. der Euro wurde zum US-Dollar wieder etwas stärker, aber der Chart macht klar:

Expertenmeinung: Das ist bislang nichts, das über eine normale Gegenreaktion in einem intakten Abwärtstrend hinausgeht. Nachdem es gelang, den Kurs über dem Verlaufstief vom 1. August 2025 bei 1,1392 US-Dollar pro Euro zu halten, könnten einige Trader, die im Euro eine Short-Position hielten, eingedeckt und den Euro dadurch etwas gezogen haben. Aber erst wenn der Dreifach-Widerstand aus 20-Tage- und 200-Tage-Linie (die gerade ein bärisches Crossover vollziehen) und der Januar-Abwärtstrendlinie überwunden würde, wäre das Währungspaar zumindest auf kurzfristiger Trading-Ebene bullisch und der Weg aus charttechnischer Sicht in die Region 1,1789 bis 1,1919 US-Dollar frei.

Angesichts der momentan unverändert sehr unklaren geopolitischen Perspektiven wäre eine damit einhergehende, größere US-Dollar-Schwäche aber eher überraschend, daher: Bevor das Chartbild nicht eindeutig etwas anderes meldet, bliebe die Variante, dass der US-Dollar weiter an Boden gutmacht, sprich die Euro/US-Dollar-Relation weiter nachgibt und dabei ggf. auch unter die Unterstützung bei 1,1392 US-Dollar fällt, hinreichend wahrscheinlich, um besser nicht gegen den Trend zu agieren.

Euro/US-Dollar: Chart vom 17.03.2026, Kurs 1,1543 US-Dollar, Kürzel: EUR.USD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro/US-Dollar: Chart vom 17.03.2026, Kurs 1,1543 US-Dollar, Kürzel: EUR.USD | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

06.03.2026

Euro/US-Dollar: Krisenreflex mit begrenzter Haltbarkeit? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.03.2026 um 23:08 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Erstmals seit einem Jahr notiert die Euro/US-Dollar-Relation wieder unter ihrer 200-Tage-Linie. Zudem ist sie an einem markanten, langfristigen Kreuzwiderstand abgeprallt. Beginnt jetzt die Renaissance des US-Dollars?

Euro/US-Dollar: Chart auf Tagesbasis vom 05.03.2026, Kurs 1,1603 US-Dollar, Kürzel: EUR.USD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro/US-Dollar: Chart auf Tagesbasis vom 05.03.2026, Kurs 1,1603 US-Dollar, Kürzel: EUR.USD | Quelle: TWS

Der rasante Anstieg des Euro in der zweiten Januarhälfte, durch den der Ausbruch aus der die zweite Jahreshälfte 2025 dominierenden Handelsspanne gelang, ist jetzt komplett abverkauft, d.h. der US-Dollar hat das verlorene Terrain zurückgewonnen. Doch damit stellt sich die charttechnische Lage nicht nur neutral dar, der Greenback, d.h. der US-Dollar, hat aus technischer Sicht deutlich gepunktet:

Zum einen, weil das Währungspaar dadurch genau am Kreuzwiderstand aus der oberen Begrenzung des 2022er-Aufwärtstrendkanals und den Jahrestiefs 2010 und 2012 abdrehte. Zum anderen, weil der Ausgangspunkt der Januar-Euro-Rallye, der im Januar genau auf der 200-Tage-Linie lag, zwar wieder erreicht ist, der Kurs dadurch aber jetzt unter diesem gleitenden Durchschnitt notiert. Kurzfristig wäre der Weg nach unten dadurch der leichtere, ein Test der nächstgelegenen Unterstützungslinien bei 1,1469 und 1,1396 US-Dollar ein realistisches Szenario. Aber wird da auch mehr daraus, sprich wäre eine Euro-Short-Position jetzt aussichtsreich?

Euro/US-Dollar: Chart auf Monatsbasis vom 05.03.2026, Kurs 1,1603 US-Dollar, Kürzel: EUR.USD | Quelle: TWS
Euro/US-Dollar: Chart auf Monatsbasis vom 05.03.2026, Kurs 1,1603 US-Dollar, Kürzel: EUR.USD | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Da wären zumindest erhebliche Zweifel angebracht. Der US-Dollar zog vor allem in dem Augenblick an, als die militärische Intervention der USA im Iran begann. Kriegerische Handlungen, Unsicherheit, steigende Energiepreise: Das bedeutet Krise und in solchen Fällen gibt es seit eh und je eine Art „Reflex“ am Markt: Man „flieht“ in den Greenback. Die Frage ist jedoch, ob man in diesem Fall Kapital genau dorthin umschichtet, wo es eben nicht wirklich solide untergebracht wäre.

Denn wir sehen genau die Entwicklung, die der US-Präsident vor der Wahl nicht wollte: Keine „Abenteuer“ irgendwo in der Welt mehr. Und schon gar keine, die endlos dauern und ohne wirklichen Effekt bleiben. Doch derzeit lässt sich seitens der USA nicht erkennen, was genau man erreichen will und wie man aus der Sache wieder herauszukommen gedenkt. Und die konjunkturellen Risiken, die sich durch steigende Energiepreise und unsichere Schifffahrtsrouten ergeben, betreffen die US-Wirtschaft ebenso wie den Rest der Welt. Was auch für die Inflationsgefahr gilt, die aus den deutlich angezogenen Öl- und Gaspreisen resultiert. Dass die US-Notenbank in einem solchen Umfeld erst einmal keine Zinssenkungen riskieren dürfte, mag sein. Aber das wäre nur dann ein Pluspunkt für den US-Dollar, wenn es in Europa anders liefe, sprich sich der Zinsabstand zum Euroraum vergrößern würde. Aber das ist, da beide Währungsräume durch diese Entwicklung die gleichen Risiken vor sich haben, nicht zu erwarten.

Über diesen so typischen „Krisenreflex“ hinaus spricht daher erst einmal wenig für eine nachhaltige Wende zugunsten des US-Dollars und somit auch nicht für einen mittel- oder gar langfristigen Abstieg der Euro/US-Dollar-Relation. Und da diese ersten Reaktionen erfahrungsgemäß nur dann in Stein gemeißelt werden, wenn sich solche Argumente zeigen, wäre es womöglich keine schlechte Idee, das Thema Euro Short mit Vorsicht zu genießen und eher auf der Euro-Long-Seite auf die Lauer zu legen.

Um wieder bullisch zu werden, müsste Euro/US-Dollar zwar erst einmal ein gutes Stück steigen und über 1,1928 US-Dollar laufen. Aber je nachdem, wie sich die geopolitische Lage entwickelt, könnte das nicht nur gelingen, sondern womöglich sogar recht schnell gehen. Doch das „könnte“ muss man hier, wie bei unberechenbaren Rahmenbedingungen immer, dick unterstreichen. Einem neuen Aufwärtsimpuls des Euros vorzugreifen, wäre deshalb absolut nicht ratsam.

Aussicht: Neutral

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

25.02.2026

Euro/US-Dollar: Die Charttechnik schwingt den Taktstock — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 24.02.2026 um 22:02 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ob man einen schwachen US-Dollar für angemessen hält oder nicht, ist das Ergebnis einer subjektiven Beurteilung einzelner Fakten oder schlicht „Ansichtssache“. Daher konzentrieren sich viele Akteure auf die Charttechnik. Und die liefert weiter solide Entscheidungsgrundlagen.

Diese Einschätzung wurde am späten Dienstagabend erstellt und damit vor der „State of the Union“-Rede von US-Präsident Trump. Ob das, was er da sagen wird, den Devisenmarkt in Wallung bringt, muss sich also erst einmal zeigen. Aber oft sind solche Reaktionen eher kurzfristiger Natur. Was auch für andere, eigentlich rational betrachtet trendrelevante Aspekte gilt wie das Zinsniveau im US- und im Euroraum, das Umfeld für Investitionen, das grundsätzliche Vertrauen in die Bonität und anderes mehr. Mittel- und langfristig sind diese Dinge zweifelsohne ein gewichtiger Faktor. Aber für die kurzfristigen Bewegungen am Forex-Markt sind kurzlebige Schlagzeilen wichtiger … und vor allem die Charttechnik.

Expertenmeinung: Dass der US-Dollar in den vergangenen Wochen wieder stärker wurde (die Relation Euro/US-Dollar also fiel), nachdem es gelang, am 27. Januar mit 1,2083 US-Dollar pro Euro den höchsten Stand seit Sommer 2021 zu erreichen, basiert daher weniger darauf, dass sich die Einschätzung am Devisenmarkt hinsichtlich fundamentaler Faktoren entscheidend gewandelt hätte. Diese im Verhältnis zum Euro-Anstieg zuvor bislang ja nur leichte Dollar-Stärke kann an dem immer noch vorhandenen „Reflex“ liegen, tendenziell den US-Dollar zu kaufen, wenn es in Sachen Geopolitik wieder kritischer wird, so wie jetzt in Bezug auf die Drohkulisse der USA gegenüber dem Iran.

Aber wenn wir uns den Chart auf Tages-, vor allem aber auf Monatsbasis ansehen, liegt der Gedanke nahe, dass das reine Trading hier eine mindestens ebenso große Rolle gespielt haben dürfte.

Denn Sie sehen, dass Euro/US-Dollar per Ende Januar die obere Begrenzung der Widerstandszone 1,1876 zu 1,2042 US-Dollar erreicht und zugleich die obere Begrenzung des 2022er-Aufwärtstrendkanals kurz überboten hatte. Damit war ein langfristiges, charttechnisches Kursziel erreicht worden … und das bei zugleich auf Monatsbasis im überkauften Bereich rangierenden, markttechnischen Indikatoren, hier im Chart der Stochastik-Oszillator.

Euro/US-Dollar: Tageschart vom 24.02.2026, Kurs 1,1777 US-Dollar, Kürzel: EUR.USD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro/US-Dollar: Tageschart vom 24.02.2026, Kurs 1,1777 US-Dollar, Kürzel: EUR.USD | Quelle: TWS

Ohne neue Argumente pro US-Dollar dürfte das womöglich eine Zeitlang einen Deckel für den Euro-Anstieg bedeuten. Aber für eine echte Trendumkehr zu Gunsten des US-Dollars müsste mehr passieren … was sich derzeit mit Blick auf einen dem Trump-Lager zugeneigten, anstehenden US-Notenbankchef, die weiter steigende US-Schuldenblase und die unstete, für Investoren problematische Politik im Weißen Haus nicht abzeichnet.

Erst, wenn das Währungspaar die derzeit bei 1,1654 US-Dollar verlaufende 200-Tage-Linie unterbieten sollte, würde das Chartbild tatsächlich langsam in Richtung eines über eine Korrektur hinaus erstarkenden US-Dollars schwenken. Aber solange sich nicht zugleich die Rahmenbedingungen verändern und in das gleiche Horn eines festeren Dollars stoßen, sollte man sogar dann mit Euro-Short-Trades eher vorsichtig sein.

Aussicht: neutral

Euro/US-Dollar: Wochenchart vom 24.02.2026, Kurs 1,1777 US-Dollar, Kürzel: EUR.USD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Euro/US-Dollar: Wochenchart vom 24.02.2026, Kurs 1,1777 US-Dollar, Kürzel: EUR.USD | Quelle: TWS
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Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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