SS&C: Endlich ist der Ausbruch geglückt

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SS&C Technologies Holdings
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In den letzten Wochen hat sich ordentlich Druck aufgebaut. SS&C presste regelrecht gegen den Widerstand bei 75 USD. Jetzt ist der Ausbruch geglückt. Wo liegen die nächsten Kursziele?

Vorwärts immer

SS&C Technologies ist ein weltweit agierender Fintech-Konzern, wurde 1986 von Bill Stone gegründet, der bis heute CEO und größter Einzelaktionär des Unternehmens ist und rund 13% der Anteile hält.

Das ist für sich genommen bereits ein Statement. Die Geschäftszahlen sind es ebenfalls.

In den letzten zehn Jahren sprintete das Unternehmen von einem Rekord zum nächsten. Der Umsatz kletterte von 0,37 auf 4,67 Mrd. USD und das Ergebnis von 0,54 auf 4,30 USD je Aktie.

Teilweise wurde das Wachstum durch Kapitalerhöhungen und Übernahmen erkauft, allerdings immer mit Augenmaß.

Aktuelle Lage und Ausblick

Auch die Pandemie konnte SS&C nicht schaden. Der Umsatzwachstum war im Vorjahr mit einem Prozent zwar geringer als jemals zuvor, das Ergebnis konnte man dennoch um 12% steigern.

Viele Unternehmen würden sich um einen Anstieg des Gewinns um 12% freuen, für SS&C war es das schwächste Jahr seit dem Börsengang 2010.

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hat man wieder an Fahrt aufgenommen.

Der Gewinn lag mit 1,18 je Aktie über den Erwartungen von 1,10 USD. Der Umsatz übertraf mit 1,23 Mrd. die Analystenschätzungen von 1,18 Mrd. USD ebenfalls.

Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 5,1% und einem Gewinnsprung um 14,6%.

Bewertung

Nach den Worten des Vorstands hat sich die Nachfrage zuletzt spürbar erholt. Darüber hinaus stehen mehrere neue Produkte in den Startlöchern.

Daher hat man kürzlich auch die Prognose erhöht. SS&C stellt demnach ein Ergebnis von 4,54 – 4,76 USD je Aktie in Aussicht, bisher waren es 4,36 – 4,64 USD je Aktie.

SS&C kommt dementsprechend auf eine forward P/E von 16,3. Bei den gegebenen Charakteristiken und mit Blick auf die Bewertung des breiten Marktes ist das nicht viel.
In den letzten fünf Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 17,8 und im Hoch bei 25.

Chart vom 26.07.2021 Kurs: 75,70 Kürzel: SSNC - Tageskerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 26.07.2021 Kurs: 75,70 Kürzel: SSNC – Tageskerzen

Aus technischer Sicht ist die Lage ebenfalls interessant. Die Aktie ist übergeordnet klar bullisch und in den letzten Wochen ist es zu einer Phase des Druckaufbaus am Widerstand bei 75 USD gekommen.

Jetzt scheint der Ausbruch geglückt zu sein. Mit Überschreiten von 75 USD wurde ein Kaufsignal mit extrapolierten Kurszielen bei 80-82 USD ausgelöst.

Fällt SS&C hingegen unter 71,50 USD, muss eine Korrektur in Richtung Aufwärtstrend eingeplant werden.
Problemtisch wird es für die Bullen allerdings erst, falls diese Trendlinie durchbrochen wird.

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SS&C Technologies ist ein weltweit agierender Fintech-Konzern.

Gemeinsames Boot

SS&C wurde 1986 von Bill Stone gegründet, der bis heute der CEO des Unternehmens ist und rund 13% der Anteile hält.

Der Vorstand hat also größtes Interesse daran, einen Mehrwert für die Anleger zu schaffen und das gelingt ihm auch.

Seit dem Börsengang 2010 hat sich der Aktienkurs nahezu verzehnfacht. Das kann sich sehen lassen.

Wie ist das gelungen?

Bei SS&C stehen die Zeichen auf Wachstum, sowohl organisch als auch durch Zukäufe.

Seit dem Börsengang 2010 hat man den Umsatz von 329 Mio. auf 4,63 Mrd. USD gesteigert.
Der Gewinn kletterte im selben Zeitraum von 0,22 auf 1,66 USD je Aktie.

Abgesehen von dem schieren Wachstum, bringt das Geschäft aber noch mehr wünschenswerte Eigenschaften mit.

Ein Großteil der Einnahmen sind wiederkehrender Natur und 95% der Kunden verlängern laufende Verträge oder weiten sie aus.

Die operative Marge ist mit 20% mehr als ordentlich und der Kapitalbedarf ist gering. Wäre das nicht der Fall, hätte man das enorme Wachstum und die Zukäufe auch nicht finanzieren können.

Aktuelle Lage

SS&C scheint die Krise vergleichsweise gut zu überstehen. In den ersten sechs Monaten stieg der Umsatz zwar nur um 1% auf 2,31 Mrd. USD, das Ergebnis legte allerdings um 32% auf 1,01 je Aktie zu.

Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen kamen die Margen trotz sinkender Wachstumsraten nicht unter Druck.
Man hat sehr schnell auf die veränderten Rahmenbedingungen reagiert und hatte die Kostenseite im Blick.
Bei SS&C wird mit Augenmaß gearbeitet.

Der Hauptgrund dafür ist aber auch, dass die Kunden dem Unternehmen treu bleiben. Bestehende Verträge wurden im Corona-Umfeld zwar nicht ausgeweitet, aber verlängert und fortgesetzt.

Bei den gegebenen Qualitäten und Charakteristiken erscheint die derzeitige Bewertung attraktiv.
Die forward P/E liegt bei 25 und der EV/FCF bei 17,5. Vor allem mit Blick auf das perspektivische Wachstum ist das nicht viel.

Zu hohe Schulden?

Die Kritikpunkte der Bären lauten wie folgt: SS&C sei zu hoch verschuldet und gebe ständig neue Aktien aus.

Auf beides reagiere ich als Investor allergisch. Die Bewertungsmodelle, die ich in meinen fünfzehn Börsenjahren erarbeitet habe, bestrafen Schulden sogar doppelt.
Ich halte das für die richtige Strategie, schließlich bringen überbordende Verpflichtungen enorme Probleme mit sich.

Wie sieht es also bei SS&C aus? Das Unternehmen hat durch die Übernahme von DST Systems im Jahr 2018 erhebliche Schulden. Der Kaufpreis lag immerhin bei 5,4 Mrd. USD.

Seitdem hat man die langfristigen Verpflichtungen aber bereits von 8,16 auf 6,83 Mrd. USD reduziert.
In nur sechs Quartalen hat man 1,33 Mrd. an Schulden zurückgezahlt. Das zeigt wie finanzstark das Unternehmen ist und dass man die Schulden auch wirklich loswerden will.

Ständige Kapitalerhöhungen?

Kommen wir zum Thema steigende Aktienzahl. Grundlegend ist die Kritik richtig, die Zahl der ausstehenden Papiere ist seit dem Börsengang von 146 auf 264 Millionen Stück gestiegen.
Normalerweise ist das ein Warnsignal. In jedem Fall bedeutet es, dass man das Wachstum nicht komplett aus dem Cashflow finanzieren konnte.

Wenn es allerdings bedeutet, dass man die Aktienzahl verdoppeln muss, um den Umsatz um den Faktor 14 zu steigern, dann kann ich nur eins sagen: Bitte mehr davon.

Dass hier unter dem Strich Mehrwert für die Aktionäre geschaffen wird, sieht man am Ergebnis je Aktie. Es hat sich im selben Zeitraum, trotz der Kapitalerhöhungen, mehr als versiebenfacht.

Chart

Die Aktie ist übergeordnet klar bullisch, der Aufwärtstrend ist intakt. Gelingen Wochenschlusskurse über 65,50 und 68,00 USD, kommt es zu prozyklischen Kaufsignalen. Extrapolierte Kursziele lägen dann bei 75-77 USD.

Mit etwas Glück kommt es zuvor noch zu einem Rücksetzer. Mögliche Anlaufstellen liegen bei 60 sowie 55 USD.
Für antizyklische Anleger wäre das interessant, umso mehr der Bereich zwischen 47,50 und 50 USD.

Chart vom 21.10.2020 Kurs: 63,64 Kürzel: SSNC - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 21.10.2020 Kurs: 63,64 Kürzel: SSNC – Wochenkerzen
Chart vom 21.10.2020 Kurs: 63,64 Kürzel: SSNC - Wochenkerzen | Online Broker LYNX
Chart vom 21.10.2020 Kurs: 63,64 Kürzel: SSNC – Wochenkerzen