Im Zuge der Corona-Phase kam es bei der Redcare Pharmacy-Aktie zu einer starken Hausse, die indes am Ende komplett abverkauft wurde. 2023/2024 versuchten es die Bullen erneut … jetzt ist auch dieser Anstieg nahezu dahin. Grund: Man hatte erneut zu viel erwartet.
Die Online-Apotheke legte am Mittwochmorgen ihr Ergebnis des Jahres 2025 vor. Das da gemeldete, kräftige Wachstum von 24 Prozent beim Umsatz auf 2,9 Milliarden Euro und von 72 Prozent beim als EBITDA gerechneten, operativen Gewinn auf 57 Millionen war allerdings erwartet worden … das Ergebnis lag sogar leicht unter den durchschnittlichen Analystenschätzungen.
Wachstum, aber ein bisschen weniger als gedacht. Das alleine wäre kein Grund für einen kapitalen Kursrutsch, wie ihn die Aktie als Reaktion auf das Zahlenwerk zeigte. Schon gar nicht, wenn der Kurs wie in diesem Fall ohnehin schon in den vergangenen Monaten deutlich abgerutscht ist, was indiziert, dass da eher wenige im Vorfeld der Bilanz in der Hoffnung auf eine positive Überraschung vorgekauft hatten. Aber das war ja auch nicht das einzige Problem, mit dem die Anleger konfrontiert wurden.
Der Blick nach vorne, sprich der Ausblick auf 2026, fiel ebenfalls magerer aus als erwartet. Und das nicht nur ein wenig. Im Schnitt waren die Analysten bislang von einem 2026er-Umsatz von 3,48 Milliarden Euro ausgegangen. Redcare Pharmacy plant indes mit einem Umsatzplus zwischen 13 und 15 Prozent. Damit käme man auf eine Range zwischen 3,28 und 3,34 Milliarden, das ist nicht unwesentlich weniger. Bei der um Sonderfaktoren bereinigten EBITDA-Gewinnmarge, die 2025 von 1,4 auf 2,0 gesteigert wurde, sieht Redcare im laufenden Jahr mindestens 2,5 Prozent, hier hatte man seitens der Experten 3,0 Prozent erwartet … und das bei einer zugleich höheren Umsatzprognose.
Richtig ist zwar, dass das Rx-Geschäft, d.h. der Umsatz mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, weiter dynamisch wächst, befeuert vor allem durch das E-Rezept in Deutschland. Aber das alleine konnte die Marktteilnehmer nicht begeistern, denn:
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Expertenmeinung: Der Weg zu einem Nettogewinn bleibt angesichts der deutlich langsamer als gedachten Wachstumsraten steinig. 2020 dachte man noch, das alles würde weit schneller gehen und Redcare Pharmacy, die damals noch als Shop Apotheke firmierte, werde in wenigen Jahren tiefschwarze Zahlen erreichen. Heute weiß man, dass man die Erwartungen deutlich zu hoch gehängt hat. Und das gilt auch für diesen zweiten Anlauf der großen Hoffnungen, der zur Jahreswende 2022/2023 einsetzte, wie unser Chart auf Wochenbasis zeigt.

2025 lag der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei -28,5 Millionen. Nicht entscheidend weniger als 2024 (-39 Millionen). Und netto, unterm Strich, verringerte sich der Verlust der Online-Apotheke von -46,4 Millionen im Jahr 2024 auf -39,4 Millionen im Jahr 2025. Das sind nur „Trippelschritte“. Und das war es, was die Akteure dazu bewog, die Reißleine zu ziehen.
Ob es trotzdem 2026 gelingt, die schwarze Null beim Betriebsergebnis zu erreichen, wird von vielen Faktoren abhängen. Dem Gesamtumfeld, dem Kundenverhalten, der Frage, wie stark sich Konkurrenten etablieren, auch die Marketingkosten und die Höhe der Investitionen spielen eine jetzt noch nicht klar eingrenzbare Rolle. Aber der Chart zeigt sehr klar: Aus großen Erwartungen ist, ebenso, wie das 2021/2022 der Fall war, große Ernüchterung geworden. Es könnte allemal sein, dass diese Aktie am Ende des Jahres deutlich höher steht. Aber ins fallende Messer zu greifen und einfach mal darauf zu setzen, dass es so kommt, wäre eine blind getätigte Wette … und wie heißt es: Mit Geld spielt man nicht. Vorerst würde ich die Aktie meiden.
Quellen:
Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, Ausblick auf 2026, 04.03.2026:
https://www.redcare-pharmacy.com/de/newsroom/press-releases/fy-q4-2025
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